Zumindest der Anfang des erwähnten Interviews mit András Schiff ist Online nachzulesen, leider die besonders interessante Passage mit dem Moderator nicht:
Vielen Dank für den Text von Schiff. Ich kann alle seine Argumente nachvollziehen, inklusive der benötigten Evolution. ![]()
Erst einmal ist die Interpretation fürchterlich biedermeierlich betuhlich.
Ich finde diese Interpretation, ähnlich wie Christian, überhaupt nicht biedermeierlich oder betulich. Ganz im Gegenteil kann ich die feinsten Klangschattierungen heraushören, die den Charakter dieser Musik bereichern.
Ich habe mir Brendel angehört, den ich in Sachen Schubert nicht nur fachlich, sondern auch interpretatorisch für eine Autorität halte. Leichtes gouldiges Gebrummel im Hintergrund, feinste p-Schattierungen, aber am Ende klingt der Flügel eben doch wie ein Konzertinstrument, was der Graf-Nachbau nicht tut.
Wenn man den letzten Satz in einer Interpretation hören möchte, die ihn eigentlich zugrunde richtet, kann ich mit einer Richter Aufzeichnung dienen, Hier wird Schubert sieben Minuten lang durchgeprügelt. Da werden Emotionen wachgerüttelt, die sogar der Musik wehtun.
Leider habe ich sie auf die Schnelle nicht im Web gefunden. Brendel schreibt etwas von der poetischen Melancholie des Entzückens. Auch, wenn ich solchen Formulierungen meistens kritisch gegenüberstehe, passt sie für mich hier.
Übrigens finden sich von Richter auch wesentlich bessere Interpretationen im Web. Er spielt immer anders. Aber ohne Dramatisieren habe ich nichts gefunden.

