Die Orchester der Welt — Deutschland: Baden-Württemberg

  • SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg


    Das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg wurde am 1. Februar 1946 unter dem Namen Philharmonisches Orchester des Südwestfunks gegründet. Unter seinem ersten Chefdirigenten Hans Rosbaud trat es bereits 1950 bei den Donaueschinger Musiktagen für zeitgenössische Tonkunst auf und legte damit den Grundstein für die bis zuletzt andauernde Ausrichtung des Orchesters. Das Orchester hat ca. 400 Werke uraufgeführt. 1966 wurde das Orchester umbenannt in Sinfonieorchester des Südwestfunks. 1996 erfolgte der Umzug von dem auf dem Baden-Badener SWF-Gelände gelegenen Hans-Rosbaud-Studio in das größere, neu gebaute Konzerthaus Freiburg. Mit der Fusion von SDR und SWF zu SWR erhielt das Orchester 1998 seinen zuletzt geführten Namen. Am 28. September 2012 beschloss der SWR-Rundfunkrat das Orchester mit dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart zu fusionieren, eine der umstrittensten kulturpolitischen Entscheidungen der letzten Jahre. Alle Versuche, dies über die Einrichtung einer Stiftung zu verhindern, scheiterten, so dass es mit Beginn der Spielzeit 2016/17 zur Fusion der beiden Orchester unter dem Namen SWR Symphonieorchester kam.


    Chefdirigenten:


    Hans Rosbaud (1948—1962)
    Ernest Bour (1964—1979)
    Kasimierz Kord (1980—1986)
    Michael Gielen (1986—1999)
    Sylvain Cambreling (1999—2011)
    Francois-Xavier Roth (2011—2016)


    Besonders die Ära von Michael Gielen hat sich diskographisch nierdergeschlagen. Die in dieser Zeit entstandene GA der Mahler Symphonien zählt zu den Besten des Katalogs. Auch die Bruckner-Aufnahmen von Rosbaud und Gielen werden von Kennern geschätzt. Gielens Beethoven-Symphonien gelten als modernes Gegenstück zu den legendären Einspielungen von Rene Leibowitz.



    (Original-Beitrag von lutgra)

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR


    Das RSO Stuttgart wurde 1945 als Rundfunkorchester des von den amerikanischen Besatzungsbehörden gegründeten Senders Radio Stuttgart, dem späteren Süddeutschen Rundfunk, ins Leben gerufen. Es wurde zuerst als Sinfonieorchester von Radio Stuttgart, dann ab 1949 als Sinfonieorchester des Süddeutschen Rundfunks, ab 1959 als Südfunk-Sinfonieorchester, ab 1975 als Radio-Sinfonieorchester Stuttgart und schließlich ab 1998 - seit der Fusion von SDR und SWF - unter seinem zuletzt geführten Name bekannt.


    Es hatte eine besondere Reputation für die Aufführung zeitgenössischer Musik, zeichnete in seiner Geschichte für zahlreiche Uraufführungen moderner Kompositionen verantwortlich und wirkte regelmäßig bei den Opernproduktionen und im Konzertprogramm der Schwetzinger Festspiele mit. Unter Sir Roger Norrington entwickelte das RSO den sog. "Stuttgarter Sound", eine Adaptation des vibratolosen historisch informierten Stils für ein auf modernen Instrumenten spielenden Orchesters.


    Am 28. September 2012 beschloss der SWR-Rundfunkrat das Orchester mit dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg zu fusionieren, eine der umstrittensten kulturpolitischen Entscheidungen der letzten Jahre. Alle Versuche, dies über die Einrichtung einer Stiftung zu verhindern, scheiterten. Der Sitz des seit der Saison 2016/2017 als SWR Symphonieorchester agierenden Fusionsorchesters befindet sich in Stuttgart.


    Chefdirigenten:


    Hans Müller-Kray (1948—1969)
    Sergiu Celibidache (1971—1977)
    Sir Neville Marriner (1983—1989)
    Gianluigi Gelmetti (1989—1995)
    Georges Prêtre (1996—1998, seither Ehrendirigent)
    Sir Roger Norrington (1998—2011, seither Ehrendirigent)
    Stéphane Denève (2011—2016)



    (Original-Beitrag von lutgra)

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Stuttgarter Kammerorchester


    Das Stuttgarter Kammerorchester wurde 1945 gegründet. Unter seinem legendären langjährigen Leiter Karl Münchinger erwarb es sich einen Ruf als eines der renommiertesten Kammerorchester der Welt. In den 50er und 60er Jahren standen vor allem die Werke Bachs im Vordergrund, die zu zahlreichen berühmten Einspielungen führten.
    Für sein außergewöhnliches Engagement wurde dem Stuttgarter Kammerorchester im Jahr 2008 der Europäische Kammermusikpreis der Europäischen Kulturstiftung verliehen. Das Stuttgarter Kammerorchester wird vom Land Baden-Württemberg, der Stadt Stuttgart und der Robert Bosch GmbH gefördert.


    Chefdirigenten:


    Karl Münchinger (1945—1987)
    Dennis Russell Davies (1995—2006)
    Michael Hofstetter (2006—2013)
    Matthis Foremny (seit 2013)




    (Original-Beitrag von lutgra)

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Stuttgarter Philharmoniker


    Die Stuttgarter Philharmoniker wurden im September 1924 gegründet. Verbunden mit dem künstlerischen Aufstieg wurde es möglich, Dirigenten wie Leo Blech, Hans Knappertsbusch, Hermann Abendroth, Carl Schuricht oder Felix Weingartner zu engagieren. 1933 wurde das Orchester geteilt, wobei die jüdischen und meisten ausländischen Musiker entlassen wurden. Ein Teil der Musiker kam zum Orchester des Reichssenders Stuttgart, während ein weiterer Teil im Landesorchester Gau Württemberg-Hohenzollern arbeitete. Nach 1945 fanden sich überwiegend Mitglieder des ehemaligen Landesorchesters unter dem Namen Stuttgarter Philharmoniker wieder zusammen. 1976 übernahm die Baden-Württembergische Landeshauptstadt Stuttgart die Trägerschaft. Seit 1994 steht mit der Philharmonie Gustav-Siegle-Haus auch ein eigenes Gebäude zur Verfügung, das als Probenort und Konzerthaus dient. Diskographisch sind die Stuttgarter Philharmoniker u.a. durch die Weltersteinspielung der Symphonien des schweizerischen Komponisten Hans Huber hervorgetreten. Unter Gabriel Feltz entsteht derzeit ein Mahlerzyklus.


    Chefdirigenten:


    Hermann Hildebrandt (1945—1949)
    Willem van Hoogstraten (1949—1955)
    Hans Hörner (1958—1962)
    Antonio de Almeida (1962—1964)
    Alexander Paulmüller (1964—1972)
    Hans Zanotelli (1972—1985)
    Wolf-Dieter Hauschild (1985—1991)
    Carlos Kalmar (1991—1995)
    Jörg-Peter Weigle (1995—2002)
    Gabriel Feltz (2004—2013)
    Dan Ettinger (ab 2015)



    (Original-Beitrag von lutgra)

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Württembergisches Staatsorchester Stuttgart


    Das Württembergische Staatsorchester Stuttgart (auch Württembergisches Staatsorchester oder Orchester der Württembergischen Staatstheater) ist ein Sinfonieorchester, das auf die Württembergische Hofkapelle in Stuttgart zurückgeht. Es wurde vor über 400 Jahren gegründet, ist somit eines der ältesten Orchester des Landes.
    Das Orchester versieht den Orchesterdienst in der Oper Stuttgart und gibt regelmäßig Konzerte in der Stuttgarter Liederhalle.
    Im Jahre 2002 wurde das Württembergische Staatsorchester erstmals mit dem Titel Orchester des Jahres aufgrund einer Kritikerumfrage der Zeitschrift Opernwelt ausgezeichnet.


    Chefdirigenten:


    Fritz Busch (1918—1922)
    Carl Leonhardt (1922—1937
    Herbert Albert (1937—1944)
    Ferdinand Leitner (1947—1969)
    Václav Neumann (1970—1972)
    Silvio Varviso (1972—1980)
    Dennis Russell Davies (1980—1987)
    Luis Antonio García Navarro (1987—1991)
    Gabriele Ferro (1992—1997)
    Lothar Zagrosek (1997—2006)
    Manfred Honeck (2007—2011)
    Sylvain Cambreling (seit 2012)




    (Original-Beitrag von lutgra)

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Württembergisches Kammerorchester Heilbronn


    Das WKO wurde 1960 von dem in Stuttgart geborenen Jörg Faerber gegründet, nachdem das seit 1948 spielende „Heilbronner Sinfonie-Orchester“ kein städtisches Geld mehr erhielt. Das Orchester erfährt im In- und Ausland hohe Anerkennung. Gleichwohl besteht auch das Heilbronner Sinfonie-Orchester (seit 1977 unter der Leitung von Peter Braschkat) mit großem Erfolg weiter.


    Das WKO hat mit vielen namhaften Künstlern zusammengearbeitet (Martha Argerich, Maurice André, Alfred Brendel, Rudolf Buchbinder, Gautier Capuçon, Giora Feidman, Julia Fischer, Juan Diego Floréz, James Galway, Hilary Hahn, Sharon Kam, Gidon Kremer, Katia & Marielle Labèque, Mischa Maisky, Sabine Meyer, Anne-Sophie Mutter, Ivo Pogorelich, Thomas Quasthoff, Christine Schäfer, Daniel Müller-Schott, Frank Peter Zimmermann und Tabea Zimmermann).


    Chefdirigenten:


    Jörg Faerber (1960 – 2002)
    Ruben Gazarian (seit 2002)


    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Das WKO wurde 1960 von dem in Stuttgart geborenen Jörg Faerber gegründet, nachdem das seit 1948 spielende „Heilbronner Sinfonie-Orchester“ kein städtisches Geld mehr erhielt. Das Orchester erfährt im In- und Ausland hohe Anerkennung

    Lieber Woka,


    die Meldung stimmt. Nur dass kein falscher Eindruck entsteht. Das seit 1948 bestehende Heilbronner Sinfonie Orchester (HSO) besteht weiter und konzertiert nach wie vor erfolgreich, mit Schwerpunkt im Württembergischen Raum. Seit 1960 existieren zwei selbständige Orchester in Heilbronn. Beide Klangkörper haben hervorragend besuchte Konzerte und Abonnementreihen. Das HSO hat einen Abonnentenstamm von rd. 1400 Besuchern und einen durchschnittlichen Besuch von 1600 - 1800 Besuchern pro Konzert. Die Wettbewerbssituation der beiden Orchester in Heilbronn führte dazu, dass Heilbronn beim Theater- und Konzertbesuch die Nummer 1 in der BRD unter Städten vergleichbarer Größe geworden ist. Das Orchester hat heute eine Stammbesetzung von 45 Berufsmusikern und rund 20 ständigen Aushilfen. Das Orchester ist ein eingetragener Verein, wird von der Stadt Heilbronn subventioniert. Geboten wird ein äußerst farbiges Programm, das einen möglichst großen Kreis von Musikfreunden ansprechen soll. Immer wieder gastieren bedeutende Solisten beim HSO. Ein besonderes Anliegen ist die Förderung junger Instrumentalsolisten und Sänger. So hat zum Beispiel der international renommierte Pianist Gerhard Oppitz mit 11 Jahren sein 1. Konzert mit Orchester beim HSO gegeben. Seit 1977 bis heute leitet Peter Braschkat das Orchester. Seine Berufung war ein Glücksfall für das HSO, weil er sofort nach Amtsantritt die Programmstruktur modernisierte. Er legte auch Wert darauf, Kompositionen anzubieten, die von keinem anderen Konzertveranstalter in Heilbronn geboten werden. Ehrenmitglieder des HSO sind Gottlob Frick und Gerhard Oppitz. Obwohl ich bei dieser Aussage zögere, soll sie hier im Tamino-Klassik-Forum nicht verschwiegen werden: 45 Jahre lang, von 1961-2006 hat Hans A. Hey - alias Operus- das HSO als 1. Vorsitzender geführt und arbeitet auch heute noch als Ehrenvorsitzender besonders bei der Programmgestaltung aktiv mit.


    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Freiburger Barockorchester


    Laut Website des Ensembles geht die Entstehung des Freiburger Barockorchesters auf den Silvesterabend 1985 zurück, an dem mehrere Studenten der Freiburger Musikhochschule sich entschlossen, sich zu einem Ensemble zusammen zu tun und auf historischen Instrumenten Barock zu spielen. Der erste Auftritt erfolgte im November 1987 unter den Namen Freiburger Barockorchester.
    Das Repertoire reicht weit über das Barock hinaus, bezieht sich allerdings in erster Linie auf das 17. und 18. Jahrhundert. Dabei werden auch Solokonzerte weitgehend aus den eigenen Reihen besetzt. Das Ensemble spielt außer bei größer besetzten Werken ohne Dirigenten und wird vom Konzertmeister geleitet. Dabei verfügen die Freiburger derzeit über eine „Doppelspitze“ in der künstlerischen Leitung:


    Gottfried von der Goltz und


    Petra Müllejans


    Große Konzerte wurden in der Vergangenheit von Dirigenten wie Thomas Herreweghe, Ton Kopman oder auch Trevor Pinnock geleitet.


    Unter der Leitung von René Jacobs erhielten die Freiburger den Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik 2009 für die Einspielung von Mozarts Oper „Idomeneo“.
    Aus der Begründung der Jury:
    Wie von allen Staubkörnchen befreit, wie um eine Frischzellenkur bereichert – so vermittelt sich Mozarts oft unterschätzte Oper "Idomeneo" in der Aufnahme unter René Jacobs, der diesem Werk gleich in doppelter Hinsicht neues Leben einhaucht: Zum einen, weil die Aufnahme auf einer auch für Musikforscher interessanten, neu erarbeiteten Fassung beruht, zum anderen, weil es Jacobs und dem Freiburger Barockorchester, dem RIAS-Kammerchor sowie den fabelhaft zusammengestellten Gesangssolisten gelingt, das Bühnengeschehen allein auf klangliche Weise glaubwürdig zu vermitteln.


    Im Jahr 2009 eröffneten sie die Salzburger Festspiele. Daneben erhielt das Orchester mehrfach den ECHO Klassik sowie weitere bedeutende Auszeichnungen und hat mittlerweile mehr als 60 CD´s veröffentlicht.
    Das Ensemble gastierte bereits in Nord– und Südamerika, Asien, Australien und Neuseeland und hatte Auftritte mit Christian Gerhaher, Isabelle Faust, Philippe Jaroussky, Jean-Guihen Queyras, Kristian Bezuidenhout, Thomas Quasthof, Cecilia Bartoli u.a.


    Aus Die Zeit vom 15.11.2006:
    Man kann die Erfolgsgeschichte des FBO nicht erzählen, ohne sein Führungsmodell zu beschreiben. Wenn nicht gerade Fexe wie Jacobs auf dem Dirigentenpodium stehen, bleibt es verwaist, und das Orchester wird vom Konzertmeisterpult aus geleitet – abwechselnd von Gottfried von der Goltz und Petra Müllejans. Die beiden sind wie Wasser und Öl, wie Intellekt und Intuition, wie Kochbuch und Spontanwürze. »Ich hab längst nicht so viel gelesen wie Gottfried«, sagt Müllejans, sie habe es immer im Gefühl, wie eine Phrase klingen müsse, sie empfinde sogleich, vom Spieltrieb besessen, im Bauch. Bei Goltz sei noch der Kopf dazwischen. Dem Orchester ist diese janusköpfige Leitung ein Quell der Abwechslung, mal tendiert das Musizieren ins Artifizielle, mal ins Dionysische. Da sich Müllejans und von der Goltz ihre Programme jeweils aussuchen, gibt es keine Eifersucht und auch keine verbiestert verwalteten Parallelwelten. Die beiden kennen einander ausnehmend gut.


    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Das SWR Sinfonieorchester entstand aus der Fusion des SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg (Beitrag 1) und des Radiosinfonieorchester Stuttgart des SWR (Beitrag 2). Das Fusionsorchester hat seinen Hauptsitz in Stuttgart. Ab der Konzertsaison 2016/17 wird das SWR SO die Aufgaben der beiden vorherigen Orchester übernehmen und sowohl in Stuttgart, Freiburg wie auch Mannheim Konzertreihen durchführen. Darüberhinaus ist das SWR SO weiterhin ein Hauptträger der Donaueschinger Musiktage und bleibt somit der zeitgenössischen Musik eng verbunden. Für die erste Konzertsaison wurden zahlreiche prominente Künstler und Dirigenten verpflichtet, ein erster Chefdirigent soll in absehbarer Zeit benannt werden.


    Das Programm der ersten Saison ist veröffentlicht.


    Parallel zur Fusion wird eine neue Internet-Plattform "SWR Classic" etabliert, über die Konzerte der Klangkörper des SWR gestreamt werden sollen.


    Das Eröffnungskonzert Ende September bringt u.a. die Geigerin Patricia Kopatschinskaja mit dem Violinkonzert von Peter Eötvos unter Leitung desselbigen.

  • Dass es eine Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz gibt, wusste ich bis vorgestern gar nicht. Das Orchester kam in die Nachrichten mit einem veritablen Coup, nämlich der Verpflichtung des hier im Forum nicht ganz unbekannten und von vielen geschätzten finnischen Dirigenten Ari Rasilainen als neuen Chefdirigenten. Was den Finnen bewogen hat, bei einem weiteren süddeutschen Provinzorchester anzuheuern, vermag ich nicht zu sagen. Er war ja schon einige Jahre Dirigent bei der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz.


    Das Orchester wurde 1932 als „Theater und Konzertorchester“ von Hans Rüdinger gegründet. Nach der kriegsbedingten Schließung aller deutschen Theater und Orchester 1944 kam es 1945 zur Neugründung unter dem Namen „Städtisches Orchester Konstanz“. Von 1949/1950 bis 1958 war Richard Treiber der erste Musikdirektor. Zwischen 1959 und 1965 errang das Orchester unter GMD Heinz Hofmann (einst Kapellmeister in Halle/DDR) überregionale Bedeutung und erhielt 1962 den bis 1988 gültigen Namen "Bodensee-Symphonie-Orchester". 1988 wurde es in den heute gültigen Namen „Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz“ umbenannt. Es ist eines von drei vom Land Baden-Württemberg geförderten Sinfonieorchestern. Das Orchester hat circa 60 festangestellte Musiker. Chefdirigent ist seit 2005 Vassilis Christopoulos. (Quelle: wikipedia)


    Auf der website des Orchesters findet man einige CDs, deren Hochladung ich mir jetzt aber spare. Die Verpflichtung von Rasilainen könnte bedeute, dass hier in Zukunft auch interessanteres Repertoire als bisher eingespielt wird.

  • Dass es eine Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz gibt, wusste ich bis vorgestern gar nicht. Das Orchester kam in die Nachrichten mit einem veritablen Coup, nämlich der Verpflichtung des hier im Forum nicht ganz unbekannten und von vielen geschätzten finnischen Dirigenten Ari Rasilainen als neuen Chefdirigenten. Was den Finnen bewogen hat, bei einem weiteren süddeutschen Provinzorchester anzuheuern, vermag ich nicht zu sagen. Er war ja schon einige Jahre Dirigent bei der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz.


    Das Orchester wurde 1932 als „Theater und Konzertorchester“ von Hans Rüdinger gegründet. Nach der kriegsbedingten Schließung aller deutschen Theater und Orchester 1944 kam es 1945 zur Neugründung unter dem Namen „Städtisches Orchester Konstanz“. Von 1949/1950 bis 1958 war Richard Treiber der erste Musikdirektor. Zwischen 1959 und 1965 errang das Orchester unter GMD Heinz Hofmann (einst Kapellmeister in Halle/DDR) überregionale Bedeutung und erhielt 1962 den bis 1988 gültigen Namen "Bodensee-Symphonie-Orchester". 1988 wurde es in den heute gültigen Namen „Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz“ umbenannt. Es ist eines von drei vom Land Baden-Württemberg geförderten Sinfonieorchestern. Das Orchester hat circa 60 festangestellte Musiker. Chefdirigent ist seit 2005 Vassilis Christopoulos. (Quelle: wikipedia)


    Auf der website des Orchesters findet man einige CDs, deren Hochladung ich mir jetzt aber spare. Die Verpflichtung von Rasilainen könnte bedeute, dass hier in Zukunft auch interessanteres Repertoire als bisher eingespielt wird.


    Lieber Lutz,


    Du hast mit Deinem Kommentar und auch Deiner Klassifizierung völlig recht, die sich ja auch durch die Bezahlung der Musiker ergiibt. Dennoch tut es weh und ist ein Stich ins Herz wenn von Provinzorchestern gesprochen wird. Es sind in der Regel idealisten, die unter schwierigsten Umständen solche Orchester managen und fördern, wie in meinem Fall sogar seit 50 Jahren ehrenamtlich und mit viel Einsatz von Zeit und eigenem Geld. Ich werde mir erlauben, Dich in der neuen Spielzeit wieder zu einem Konzert - möglichst mit anspruchsvollem Progamm - einzuladen. Dann kannst Du selbst beurteilen, was in der Provinz doch geleistet wird und welche Zuschauerzahlen für den Konzertbesuch generiert werden.. Bitte nicht böse sein, aber ich wollte eine Lanze für die Provinzorchester brechen, die oft weit bessere Leistungen bringen und mehr für die Kultur einer Region leisten als man dies zunächst glaubt. :hello:


    Herzlichst
    Operus

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  • Lieber Hans
    nichts liegt mir ferner, als das Wirken von städtischen Orchestern herabzuwürdigen. Ich finde es wunderbar, dass wir in Deutschland solch eine Orchesterlandschaft haben, wo gibt es das noch, außer vielleicht in Skandinavien. Und ich glaube auch, dass diese Orchester eine ganz wichtige Funktion wahrnehmen. Wenn ich in einer entsprechenden mittelgroßen Stadt wohnen würde, würde ich doch dort auch hingehen. Mich hatte nur gewundert, dass ein Dirigent wie Ari Rasilainen, den ich jetzt eher bei einem der großen RSO gesehen hätte, so einen Posten übernimmt. Aber warten wir ab, vielleicht fahren wir demnächst alle nach Konstanz (muß ich eh mal hin, da ich die Stadt noch gar nicht kenne und meine Nichte dort studiert), um dort Dinge zu hören, die wir in Stuttgart oder München nicht zu hören bekommen. Der Dirigent hat sich ja vor allem durch ein ausgefallenes Repertoire (Atterberg, Sinding etc) einen Namen gemacht.


    Davon abgesehen, nehme ich natürlich Deine Einladung gerne wieder an, das Heilbronner Orchester hat ja auf mich beim letzten Mal einen sehr guten Eindruck gemacht. Ich bin auch sehr gespannt auf das neue SWR Fusionsorchester, die starten ja gleich mit starkem Programm und Patricia Kopatschinskaja als Solistin.


    Herzlichst
    Lutz

  • Lieber Lutz,


    na, die 8. Sinfonie des dänischen Romantikers Niels Wilhelm Gade hat das HSO im Februar 2017 auch im Programm. Vor der Beschlussfassung für's Programm habe ich dieses Werk gehört.- isteine hochinteressante Entdeckung abseits der ausgetretenen Pfade.
    Bitte schaue Dir doch das Programm für die neue Spielzeit unter http://www.hn-sinfonie.de an. Wenn Du gerne kommen möchtest melde Dich bitte, Du bist uns zu jeder Zeit ein lieber Gast.


    Hezrlichst
    Hans

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Große Konzerte wurden in der Vergangenheit von Dirigenten wie Thomas Herreweghe, Ton Kopman oder auch Trevor Pinnock geleitet.


    Oh, wuste garnicht, dass Philippe Herreweghe noch einen Bruder hat, der auch dirigiert … :baeh01:


    Aber Thomas Hengelbrock hat mit dem Orchester ebenfalls einige Aufnahmen realisiert …


    Und René Jacobs nicht zu vergessen …

    Einer der erhabensten Zwecke der Tonkunst ist die Ausbreitung der Religion und die Beförderung und Erbauung unsterblicher Seelen. (Carl Philipp Emanuel Bach)

  • SWR Symphonieorchester


    Das SWR Symphonieorchester ist das mittlerweile einzige Orchester des Südwestrundfunks (SWR).


    Es entstand mit Beginn der Spielzeit 2016/16 durch die Fusion der beiden bisherigen Orchster des SWR, des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg und des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart. Der Sitz des neuen Orchesters befindet sich in Stuttgart. Die Zusammenlegung wurde aus Kostengründen bereits am 28. September 2012 beschlossen und trotz vielfältiger Proteste vier Jahre später umgesetzt.


    Chefdirigenten:


    Teodor Currentzis (ab 2018)

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Orchester der deutschen Kinderärzte


    Vor einigen Tagen habe ich eine Aufnahme dieses mir bis dato völlig unbekannten Orchesters in dem Thread "SCHUMANN - Sinfonie Nr. 4" vorgestellt, verbunden mit der Frage, ob jemand aus dem TAMINO-Forum von der Existenz dieser Vereinigung weiß. Leider kam keinerlei Resonanz; da zufällig an diesem Tag der erste April war, liegt die Vermutung nicht ganz fern, daß mancher an einen Aprilscherz gedacht hat. Ich übrigens zunächst auch, als ich rein zufällig an diesem Tag auf das Orchester stieß.


    Inzwischen steht aber fest, daß dieses Ensemble tatsächlich existiert, allerdings nicht als feste Einrichtung. Infolge dessen gibt es auch keinen festen Sitz. Da jedoch der gegenwärtige Orchestervorstand, Herr Dr. Matthias Brandis, in Freiburg im Breisgau wohnhaft ist, habe ich mir erlaubt, es unter die Orchester des Landes Baden-Württemberg einzureihen.


    Nun zur Geschichte des Orchesters:


    Gegründet wurde es 1960 von dem Warendorfer Kinderarzt Dr. Werth, zunächst als reine Kammermusikvereinigung. Erster musikalischer Leiter war der Geiger Wilhelm Stross, der aber schon bald verstarb. Nach seinem Tod übernahm der renommierte Wiener Musikprofessor Eduard Melkus die künstlerische Leitung des Ensembles. Unter seiner Führung entwickelte es sich sukzessive zum einem vollständigen Sinfonieorchester. Bis zum heutigen Tag sind mehr als 80 % der aktiven Musiker Kinderärzte an deutschen Kliniken bzw. führen eine eigene Praxis.


    Das Orchester tritt einmal jährlich zusammen, und zwar vor der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, die in ständig wechselnden Orten stattfindet. Nach einwöchiger Probe folgt zunächst eine Generalprobe, bei der meist eine CD-Aufnahme mitgeschnitten wird, und schließlich gibt es ein oder zwei Konzerte im Rahmen der Tagung, häufig mit namhaften Solisten. So z.B. 2015 in der Philharmonie München, 2017 in der Flora Köln und 2018 in der alten Kongreßhalle Leipzig. Die Programme sind anspruchsvoll; so wurde z.B. 2017 in Köln das Violinkonzert von Johannes Brahms gespielt (Solistin: die Koreanerin Wonhee Bae) und die Enigma-Variationen von Edward Elgar. 2018 kam in Leipzig das Cellokonzert von Robert Schumann (Solist: Julius Berger, Augsburg) sowie die Sinfonie Nr. 4 von Brahms zur Aufführung.


    Die Konzerteinnahmen kommen komplett sozialen und karitativen Einrichtungen zugute. Sämtliche Kosten, wie Dirigenten- und Solistenhonorare, Saalmieten, Werbekosten (Plakate, Prospekte etc.) werden durch Spenden gedeckt, die vom Freundeskreis des Orchesters aufgebracht werden. Einige Zeitungsnotizen sprechen vom enormen künstlerischen Niveau dieses in seiner Zusammensetzung wohl einmaligen Orchesters.


    Hier noch ein schönes Foto des doch ungewöhnlichen Ensembles. Es entstand vor dem Auftritt 2015 in der Münchener Philharmonie:

    Bildergebnis für orchester der deutschen kinderärzte


    Zum Schluß möchte ich noch ein paar Aufnahmen mit dem Orchester vorstellen:



    Ludwig van Beethoven / Wolfgang Amadeus Mozart - Orchester Der Deutschen Kinderärzte, Eduard Melkus - 2. Sinfonie D-Dur / Concertone C-Dur - Not On Label - A-6373   Cellokonzert op. 129 und Sinfonie Nr. 5. Orchester der Deutschen Kinderärzte, Maxine Neumann, Melkus StereoJohannes Brahms , Wolfgang Amadeus Mozart , Orchester Der Deutschen Kinderärzte - Konzert für Violine und Violoncello / Ouverture zur Oper Titus; Kirchensonate; "Laudate Dominum" - Not On Label - B-1241Krönungsmesse KV. 317, Symphine Nr. 4 [Vinyl LP]


    und schließlich noch eine CD, zum zum 40jährigen Jubiläum des Orchesters herausgegeben wurde:

    40 Jahre Orchester der Deutschen Kinderärzte (2 CDs)


    LG, Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Hallo Nemorino,


    wie man sieht war die LP mit der Schumann 4 wohl ein Ladenhüter. Der 2. überklebte Preis war dann auf 1,50€ gesunken.

    Ich denke deshalb, weil niemand annimmt, dass so ein Orchester aus sogenannten "Kurpfuschern" eine angemessene Leistung abliefert; dass es tatsächlich in der Realität anders ist und die anständige Aufnahmen machen, glaube ich Dir.

    Die Billo-Gestaltung der LP-Cover macht auch wenig her für einen Verkaufserfolg --- wie gut wirkt dagegen das Bild des Orchesters aus der Münchener PH.


    :?: Wie würdest Du denn diese Aufnahme der Schumann 4 mit dem Orchester der Deutschen Kinderärzte beurteilen ???

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Wie würdest Du denn diese Aufnahme der Schumann 4 mit dem Orchester der Deutschen Kinderärzte beurteilen ???

    Hallo Wolfgang,


    wie in meiner Vorstellung schon gesagt, war mir bis zum letzten Montag von der Existenz dieses Orchesters nichts bekannt. Auf den ersten Blick hatte ich den Namen sogar als Aprilscherz gewertet, weil er mir doch ein wenig merkwürdig vorkam. Deshalb kann ich Deine Frage leider nicht beantworten.


    Man kann aber via Internet Hörproben aufrufen, und die klingen alles andere als dilettantisch. Ich gestehe, daß ich mehr als angenehm überrascht war. Andererseits bürgen Namen wie Eduard Melkus, der das Orchester jahrelang geleitet hat, oder Solisten wie Ottomar Borwitzky (Ex-Solocellist der Berliner Philharmoniker und langjähriges Mitglied der berühmten "12 Cellisten der Berliner Philharmoniker") oder des Schweizer Flötisten Aurèle Nicolet, die mit dem Orchester musiziert haben, schon für ein hohes Spielniveau. Sonst könnte man sich eine Zusammenarbeit schlecht vorstellen.


    Daß eine LP letztlich für 1,50 € verramscht wird, muß nicht unbedingt ein negatives Indiz sein, werden doch inzwischen unzählige Karajan-, Klemperer- und Callas-CDs für noch weniger Geld angeboten.


    Man muß auch berücksichtigen, daß die Aufnahmen nur in kleinen Auflagen hergestellt werden und wohl in erste Linie für Freunde und Förderer des Orchesters bestimmt sind. Denn es ist schon klar, daß kein Plattensammler, der sich eine Beethoven-Sinfonie oder ein Mozart-Konzert kaufen will, zu einer Platte mit einem Orchester dieses Namens greift, so gut es auch sein mag. Wie schon gesagt, es ist ein ad-hoc-Orchester mit sicher sehr geringem Bekanntheitsgrad und als solches ein Kuriosum, aber spieltechnisch kann es mit manchem renommierten Orchester durchaus mithalten. Anerkennung, ja Bewunderung verdient aber die Tatsache, daß sich hier aktive Ärzte, die ja nun schon durch ihren Beruf stark in Anspruch genommen sind, aus Liebe zur Klassik und zur Unterstützung sozialer Einrichtungen zusammentun und sich harter Probenarbeit unterziehen, denn sonst könnte ein solches Projekt nicht in Kürze 60jähriges Jubiläum feiern.


    Mir ist jedenfalls bis heute eine solche Vereinigung von Nicht-Berufsmusikern, dazu noch von einem einzigen, dazu noch speziellen Berufsstand, noch nicht vorgekommen. Es gab (oder gibt es noch?) den Männerchor der BASF, Ludwigshafen, der mir aus zahlreichen Auftritten im Rundfunk in den 50er und 60er Jahren noch bestens in Erinnerung ist, aber in diesem waren sicherlich eine Vielzahl von Berufen vertreten. Außerdem ist es sicher leichter, einen Gesangverein zu gründen als ein großes Sinfonieorchester.


    Noch ein Wort zu den Plattenhüllen: Sie haben einen Hauch von 60er Jahre-Nostalgie. So oder ähnlich sahen die Cover zu dieser Zeit aus, auch die der großen Plattenfirmen.


    LG, Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).