Musik des 20./21. Jahrhunderts - gerade gehört - kurz kommentiert

  • Das Label Naxos hat eine Reihe, die sich 21st Century Classics nennt. Es sind 79 Scheiben mit zeitgenössischer Musik im Katalog.


    "https://www.naxos.com/series/21st_century_classics.htm"


    Richard Dubugnon (*1968) habe ich für mich entdeckt. die CD ist auch schon vor 16 Jahren erschienen. Als Oboenspieler haben mich die Werke angesprochen, die er für Instrumente der Doppelrohrblatt-Familie kombiniert hat.
    In einem Jugendkonzert, Thema "Der Komponist", wurde er gefragt, ob er auch Geld verdiene. Es sei sehr hart, wenn man davon leben wolle und richtete den Blick auf die Empore, wo Frau und seine beiden kleinen Töchter sassen. Das Violinkonzert Colorfields nach Gemälden des Amerikaners Rothko hat bei den Jugendlichen Gefallen gefunden. Im letzten Satz wird der Song "Over the Rainbow" zitiert. Auf der Webseite von Richard Dubunon liest man unter 20. Mai 2018 "World premiere of Colorfields, after Mark Rothko, for violin & piano, by Roberto Gonzales-Monjas and Alfred Brendel, Pfingstfestival Schloss Brunegg (Anmerkung in der Schweiz) concert « TRAN-GRESSION ». Der Name des Pianisten, hat mich sehr erstaunt.



    Ich denke, es sind noch weitere Werke bei Naxos zu entdecken. Das Tamino-Forum zeigt sich eher rückwärtsgewandt und es werden eher selten Werke von Zeitgenossen erwähnt und besprochen.


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    Alleen / Alleen und Blumen // Blumen / Blumen und Frauen // Alleen / Alleen und Frauen // Alleen und Blumen und Frauen und / ein Bewunderer


    Aus Solidarität mit Eugen Gomringer habe ich die Übersetzung eines seiner Poeme gesetzt, weil dieses Gedicht, das sich an einer Hausfassade in spanischer Sprache befindet, überpinselt werden muss. Grund: Sexismus-Vorwurf
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  • Nordgrens Violinkonzert Nr. 3 Op. 53 aufgenommen von Juha Kangas und dem Ostrobothnian Kammerorchester ist zweisätzig. Wobei der erste Satz 11:45 lang ist und sehr ruhig beginnt und im weiteren Verlauf fast schon meditative Züge kriegt. Nur unterbrochen von kurzen dramatischen einsprengseln. Aber trotz seiner Ruhe hat der Satz eine innere Spannung die ihn trägt und verhindert, dass Langeweile aufkommt.


    Der zweite Satz ist mit 8:12 etwas kürzer und mit Allegretto überschrieben. Das erste Thema, das allein von den Bässen eingeführt wird, in aß dann plötzlich eine Violine rein schneidet, finde ich richtig klasse. Auch die Variationen, die mich zwischendurch an eine E-Guitarre denken lassen, gefallen mir richtig gut. Nach zwei Dritteln findet der Satz kurzzeitig zu der meditativen Ruhe von Satz eins, aber Zum mit einem leicht bedrohlichen Unterton, um dann zum Ende noch ein bisschen Mit folkloristischen Inhalten auszubrechen.


    Ein wie ich finde, sehr gut hörbares und interessantes modernes Violinenkonzert konzert. Ein toller Gegensatz zum Violinenkonzert von Brahms :) Und da will ich euch natürlich dran teilhabenlassen... :)

  • Den russischen Komponisten Vyacheslav Artyomov kannte ich bis heute nicht, aber da Dirigenten wie Vladimir Ashkenazy und Teodor Currentzis sich für seine Musik einsetzen, habe ich heute ein erstes Werk von ihm gehört. Currentzis wird bei wikipedia mit den Worten zitiert: Artyomov now is the only composer creating serious monumental compositions of tremendous strength and beauty. He is Bruckner of the 21st century.
    Nun, nach Bruckner klingt Artyomov überhaupt nicht, allerdings benutzt er ein entsprechend dimensioniertes Orchester. Die Musik wirkt wie eine Fortentwicklung der Symphonien von Scriabin und Schnittke mit Anleihen bei Messiaen und das ergibt Klangwelten, die auch den finnischen Klangmalern Rautavaara, Nordgren, Lindberg und Salonen nahestehen. Artyomov interessiert sich wie diese vor allem für den Klang selbst, weniger für thematische Arbeit, obwohl gelegentlich durchaus Themen ja kurze Melodiefetzen auftauchen.
    Die heute gehörte Symphonie "An der Schwelle zu einer hellen Welt" ist Teil 2 einer Tetralogie "Symphonie des Weges". Wie das Cover schon impliziert, könnte die Komposition einem Film über Entstehen und Vergehen von Sternen und Galaxien unterlegt werden. Klangstark und eindrucksvoll.


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  • Isaac Schwartz (1923-2009) war ein jüdisch-ukrainischer Komponist. Sein Studium bei Arapov finanzierte Dmitri Schostakowitsch, der ihn auch sonst förderte. Schwartz ist vor allem als Komponist von Filmmusik bekannt geworden und hat es hierbei bis zu einem Oscar gebracht (Musik zu einem Kurosawa-Film).
    Der Filmmusik nahe steht auch die knapp einstündige siebenteilige Suite Gelbe Sterne, die den Opfern des Holocaust gewidmet ist. Die Musik verwendet zahlreiche jüdische Gebets- und Klezmerweisen und klingt dadurch sehr vertraut, die Tonsprache ist konservativ und geht kaum über spätromantisches hinaus. Teils sehr berührende Musik. Dicke Empfehlung zumal zum derzeit gefragten Preis.


  • Eine der unbekanntesten Aufnahmen von Georg Solti und eine der wenigen, die nicht auf Decca erschienen, dürfte diese hier sein.


    John McCabe
    Konzert für Orchester
    London Philarmonic live 10.02.1983
    Georg Solti


    Ein gemäßigt modernes Werk, das ähnlich gut anhörbar ist wie bekanntere Werke gleichen Namens.


  • Andrei Eshpai: A Circle Apocalypse - Ballett-Sinfonie


    Dieser Tage habe ich wieder einmal mit Hochgenuss sein Sinfonie - Ballett in 4 Sätzen A Circle - Apocalypse gehört. Dort fügt er im 1. und 3.Satz gekonnt und unerwartet eine Jazz-Combo ein. Unwarscheinlich kontrastreiche Musik, die von herrlich gefühlvoll-beseelten Klängen bis zur wüsten Dramatik alles drauf hat.

    Ne Wahnsinns Musik ! Schade dass es nicht mehr davon gibt - it´s my music !

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    ALBANY, 1981, DDD

  • Magnus Lindberg - Violinkonzert Nr.1 (2006)

    Den frühen finnischen Komponisten Magnus Lindberg des 20.Jhd. würde ich eher in die Kategorie "ungenissbare Musik" einstufen.

    Seine Werke des 21.Jhd. sind deutlich geniessbarer und trotz ihrer atonalen Elemente immer noch "für den Hörer" geeignet.


    ;) Damit ist Lindberg ein weiteres Beispiel, dass avantgardistische Elemente dem Hörer nichts bringen und sich dann ein Komponist später auch deutlich mehr auf die Kompositionstechniken mit tonalen Elementen zurückbesinnt !


    Das Violinkonzert Nr.1 (2006) beinhaltet Elemente von sehr gefühlvollem Gehalt und ist mit dem Sibelius - VC auf der CD gar nicht so fehl am Platze.

    Es ist der Geigerin dieser Aufnahme Lisa Batiasvili gewidtmet, die es wunderbar interpretiert.


    Das VC ist sogar klassisch in drei Sätze eingeteilt:

    1. Movement (Dauer 12:04)

    2. Movement (Dauer 10:08)

    3. Movement (Dauer 3:47)


    Das "Mitspiel" dieses hörenswerten VC des 21.Jhd mit dem Finnish RSO unter Sakari Oramo möchte ich als vorbildlich bezeichenen - was auch auch für die zeitgemässe Klangtechnik gilt.


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    SONY, 2007, DDD

  • Andrei Eshpai - Klavierkonzert Nr.2 (1974) + Concerto Grosso (1967)


    Heute höre ich eines der besten Klavierkonzerte des späten 20.Jhd. ... ^^ nur leider kennt das kaum Einer ...

    Es spielen auf dem abgebildeten CD-Edelstein Vladimir Krainew, Klavier, Moskauer PH, Dmitri Kitaenko. Beide liefern eine brillante Performance mit explosiver Technik und tief empfundener Lyrik in den ruhigen Passagen.

    Ds knapp 16minütige Konzert besteht aus einem groosen Satz, der jedoch in die Teile Allegro - Andante - Scherzo - Finale eingeteilt ist.


    Es gibt nur noch eine Aufnahme, die mit dieser mithalten kann - das ist die Aufnahme mit Eshpai selber am Klavier, Staatliches SO der UDSSR, Swetlanow (Melodiya).


    Anschliessend eines der besten Orchesterkonzerte die ich kenne:

    Das Concerto Grosso für Solo Trompete, Klavier, Vibraphon, Kontrabass und Orchester (1967), natürlich die Swetlanow-Aufnahme.


    :hail: Mann ist das ge..... Musik :saint:


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    Russian Disk, 1974/76, ADD




    :hello: Schade, das der Thread so wenig bedient wird !??! =O

    Hört ihr alle nur Musik vor dem 20.Jhd, wie man im täglich bedienten Thread sehen kann

    Was hört Ihr gerade jetzt ? (Klassik 2019)

    sehen kann. :S