Bernard Haitink – ein unbeachteter Großer?

  • Der Mann heißt nicht Bernhard, sondern Bernard.


    Was selbst dem einen oder anderen Grafiker noch nicht aufgefallen ist :rolleyes:


    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Wie dem auch sei, heute möchte ich mich aus einem ganz anderen Grunde hier melden:


    Wie schon dort:


    Erinnerungen an verstorbene und Geburtstags-Glückwünsche an lebende Musiker


    so möchte ich auch hier


    Bernard Haitink zum 90. Geburtstag



    sehr herzlich gratulieren.


    Herzlichen Glückwunsch!


    Willi:jubel::jubel::jubel::jubel::jubel:


    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Im September 2019 beendet Bernard Haitink seine 65 Jahre andauernde Dirigententätigkeit.


    Das bestätigte er der niederländischen Zeitung de Volkskrant. Darauf bezieht sich auch die Facebook-Seite des SO des Bayer. Rdfs. und dort findet sich über zwei Ecken auch eine englische Übersetzung des Zeitungsartikels.


    Er wird mir fehlen, und ich hoffe, dass er noch viele Jahre bei bester Gesundheit seinen Ruhestand genießen kann.

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Dass er sich den Ruhestand verdient hat, steht außer Frage, lieber Holger. Es ist gut, dass er "das Ende" selbst bestimmen kann zu einem Zeitpunkt, an dem seine geistigen Fähigkeiten noch voll ausgeprägt zu sein scheinen.


    Wenn ich ihn vermissen werde, dann deswegen, weil seine Aufnahmen der letzten Jahre herausragend gut waren.


    Unter anderem seien erwähnt:


    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Das bestätigte er der niederländischen Zeitung de Volkskrant. Darauf bezieht sich auch die Facebook-Seite des SO des Bayer. Rdfs. und dort findet sich über zwei Ecken auch eine englische Übersetzung des Zeitungsartikels.


    Den Ruhestand hat er sich aber wirklich verdient, lieber Norbert! Besser ist es immer, im richtigen Moment freiwillig abzutreten! :)

    Dann könnte man vermuten, dass ernste gesundheitliche Probleme bei Bernhard Haitink der Grund sein muss.

    Auch mit 90 müsste man nicht abtreten, wenn vom körperlichen Zustand alles I.O. ist.


    :saint: Ich wünsche ihm alles Gute für seinen verdienten Ruhestand.

  • Mit 65 schon als Dirigent abtreten ... finde ich eher ungewöhnlich ...

    Der Witz ist wirklich gut! :D 65 Jahre als Dirigent gewirkt tritt der gute Bernard Haitink mit 90 Alters-Jahren ab! Mr. Overemphasizing hat um Mr. Anti-Overemphasizing eben einen großen Bogen gemacht... 8o


    Schöne Grüße

    Holger

  • Haitinks letztes Konzert soll am 6. September in Luzern mit den Wiener Philharmonikern stattfinden. Es gibt Beethovens 4. Klavierkonzert (mit Murray Perahia) und danach Bruckners 7. Symphonie. Bereits jetzt ausverkauft.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Ich wünsche ihm alles Gute für seinen "Ruhestand" und bin voller Dankbarkeit, dass ich ihn noch im Februar innerhalb von 4 Tagen in zwei Konzerten mit dem Chamber Orchestra of Europe in Köln erleben durfte mit Schumann, Beethoven, Mozart und Mahler und den Solisten Gautier Capucon, Anna Lucia Richter und Hanno Müller-Brachmann. So erfüllend diese beiden Konzerte auch waren, merkte man da schon, dass es ihm nicht gut ging. Wesentlich besser ging es ihm da, wenigstens dem Augenschein nach, vor knapp drei Jahren, am 19. Juni 2016, als ich ihn an gleicher Stelle mit der denkwürdigen Aufführung von Mahlers Dritter mit Gerhild Romberger und dem Bayerischen RSO und Chor erlebte.

    Gott sei Dank ist die Aufführung mit (fast) gleicher Besetzung in München:

    kurz zuvor mitgeschnitten worden. Ich habe sie vorhin bestellt und werde sie anhören, sobald sie einetroffen ist.


    Danke, lieber Berhnard Haitink und alles, alles Gute für die Zukunft


    Willi:)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Lieber Willi,


    auf die Aufnahme kannst Du Dich freuen, sie ist vorzüglich. Ich hätte sie mit in meine kleine, unvollständige Liste aufgenommen, aber die Einspielung aus Chicago ist in meinen Ohren noch ein kleines bisschen gelungener.

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Lieber Norbert,


    die Chikagoer Aufnahme habe ich natürlich auch, Jospeh II. hat sie vor etlichen Jahren empfohlen, doch die mit München praktisch identische Aufführung live zu erleben, ist noch mal eine ganz andere Nummer, und Bernard Haitink ist m. E. ein charismatischer Dirigent. Auf mich hat er in jedem Konzert, das ich mit ihm live erlebte, eine ungeheure Ausstrahlung ausgeübt, und wahrscheinlich ging mir das nicht alleine so. Auch wenn er äußerlich gar nicht so wirkte, haben sich die Impulse, die er seinem Orchester gab, unmittelbar auf deren Ausdruck ausgewirkt und sich so im gleichen Moment durch die Musik auf das Publikum übertragen.

    Ich hatte nie das Gefühl, dass jetzt irgendetwas anders sein müsste, sondern ich fand stets, dass es so, wie ich es jetzt hörte, genau richtig war, und ich ging tief berührt und beglückt aus jedem seiner Konzerte.

    Ein fast fünfzig Jahre jüngerer Dirigent, den ich auch schon mehrere Male live erlebte, übt jedesmal auf mich eine ähnliche Faszination aus, obwohl er im Gegensatz zu Haitink absolut extrovertiert dirigiert. Ich meine Andris Nelsons, und ich werde in der neuen Saison das Glück hjaben, ihn am 2. September live in Köln zu erleben mit dem G.O.L. mit Bruckners Achter, dann am 11. Oktober in Leipzig mit den Solisten Leonid Kavakos und Gautoer Capucon mit Brahms' Doppelkonzert und Schuberts Großer C-dur-Sinfonie und schließlich am 1. 3. 2020 wieder in Köln mit den Wiener Philharmonikern und Beethovens Achter und der Eroica.

    Ich würed mir wünschen, dass er zu ähnlicher Kontinuität gelangt wie Bernard Haitink in Amsterdam, sei es nun in Boston oder (und) in Leipzig. Im letzteren Fall würde ich ihn sicher noch öfter in Leipzig erleben und sicherlich auch mal im Silvesterkonzert mit Beethovens Neunter.


    Liebe Grüße


    Willi:)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Lieber Willi,


    dank der umfangreichen Zusammenarbeit mit dem SO des Bayer. Rdfs. habe ich in den letzten Jahren einige Konzertmitschnitte mit Bernard Haitink sehen können und kann Deinen Eindruck der Berührung und Beglückung sehr gut nachvollziehen.


    Haitink ist kein Dirigent, der auf "Showeffekte" setzen muss. Sein Dirigat ist knapp und präzise, und die Musiker scheinen ihm gerne zu folgen. Ich kenne von den relativ vielen Konzertmitschnitten des ca. letzten Jahrzehnts keinen einzigen misslungenen, dafür aber sehr viel sehr hervorragend gelungene.

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Der Witz ist wirklich gut! :D 65 Jahre als Dirigent gewirkt tritt der gute Bernard Haitink mit 90 Alters-Jahren ab!

    :/Oh ja, da habe ich mich in der Tat geirrt. Danke für den Hinweis, lieber Holger.

    Ich habe meinen Beitrag auch dahingehend geändert, damit meinen blöden Irrtum nicht noch einer lesen muss. Die "65" hatte ich mit Verwunderung in Norberts Beitrag aufgeschnappt.


    Du hast Recht,

    soweit ich es jetzt in Erinnerung habe, ist Haitink in meiner CD-Sammlung tatsächlich nur bei den Sinfonischen Dichtungen von Liszt (Philips) vertreten ...

  • Wäre Haitink erst 65, hätte er schwerlich bereits 1961 Chefdirigent des Concertgebouw-Orchesters werden können. :D Er war damals trotzdem erst 32, was erstaunlich ist.


    Ich bin der Auffassung, dass Haitink die allermeisten seiner wirklich guten Aufnahmen erst im hohen Alter gemacht hat - fast ausschließlich im 21. Jahrhundert, könnte man meinen. Es sind meist die Aufzeichnungen der Eigenlabels von CSO und BRSO. Was ist von seinen zahllosen "offiziellen" Studioeinspielungen (Philips) der 1960er bis 90er Jahre dagegen wirklich hängengeblieben? Vielleicht tue ich ihm jetzt Unrecht, aber mir fällt aus dem Stegreif nichts ein. :stumm: Alles sehr gediegen, aber Begeisterungsstürme hat es bei mir nie entfacht, ob es nun sein früherer Brahms, Bruckner, Mahler oder Wagner war. Den Beethoven (LSO) fand ich auch ziemlich nichtssagend. Wirklich gut dafür die späte Dritte von Mahler aus Chicago und die späte Fünfte von Bruckner aus München.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Auch wenn ich, wie Du, lieber Joseph, Bernard Haitinks späte Aufnahmen dieses Jahrtausends (klingt gut im Jahr 2019 ;) ) ganz besonders schätze, habe ich dennoch keine Schwierigkeit damit, sehr gute, herausragend gute Veröffentlichungen und zumindest eine Referenz-Aufnahme zu benennen.


    Da wäre (gerade zur Hälfte gehört) die Gesamtaufnahme der Schumann-Sinfonien, die er Anfang der 80er gemacht hat und in der er die Orchesterfarben so reichhaltig "blühen" lässt wie es nur wenige Dirigenten vermochten, da wären die Brahms Sinfonien aus Boston (Anfang/Mitte der 90er), zumindest Mahlers 6. aus den 60ern mit dem schönsten Andante, das ich kenne, nicht zu vergessen die Beethoven Klavierkonzerte mit Murray Peraiha (Mitte der 80er) mit einer sehr harmonisch gelungenen künstlerischen Übereinstimmung aller Beteiligten; bei Schostakowitsch greife ich bei der 7. und 13. Sinfonie immer wieder gerne auf Haitink zurück, und schlussendlich kenne ich keine Aufnahme der 5. Sinfonie von Ralph Vaughan Williams, die ich für so sehr gelungen halte wie die von Haitink.


    Vielleicht fällt mir noch mehr ein. Dann melde ich mich wieder... ;)

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Ich bin der Auffassung, dass Haitink die allermeisten seiner wirklich guten Aufnahmen erst im hohen Alter gemacht hat - fast ausschließlich im 21. Jahrhundert, könnte man meinen.

    Interessante Aussage, Josef, die ich überprüfen würde, wenn man das im 21.Jhd von Haitink eingespielte Repertoire nicht schon in absolut zufriedenstellenden Aufnahmen hätte !


    Ansonsten kann ich Deine Aussage, dass von den alten Studioaufnahmen tatsächlich "wenig hängen geblieben" ist, für mich auch gut nachvollziehen.



    :!:Mir ist aber neben den Liszt-Sinfonischen Dichtungen doch noch etwas mit Haitink eingefallen, das ich auch immer gerne gehört habe:

    *** Die beiden Doppel-CD´s mit den Schostakowitsch-Sinfonien Nr. 7 und 12, sowie 6 und 11 und die Einzel-CD der Sinfonie Nr.8 waren nach der LP-Ära meine ersten Aufnahmen auf CD. Natürlich war ich zuerst von der glänzende Decca-Klangqualiät positiv überrascht, sodass lange Jahre keine weiteren Aufnahmen folgten. TOP-Klang hat bei mir schon immer gezogen !

    Das hat sich dann nach dem Kauf von Roshdestwensky (Melodiya/Eurodisc) auf CD sehr schnelll relativiert und dann auch Kondraschin im genialen AULOS-CD-Remastering (die ich ja vorher schon auf der schrecklichen Kratzware ( = LP) in ungleich mieserer Klangquali hatte).


    :) Eines muss ich aber bezüglich Schostakowitsch hervorheben:

    Die Haitink-Aufnahme der Sinfonie Nr.8 mit dem Royal CGBO (DEcca) gehört bis heute (neben Kondraschin und Roshdestwensky) zu meinen liebsten Aufnahmen dieser Sinfonie. ;) Ja, Holger - da gibts kein Anti-Overemphasizing !


    Die Decca-CD mit den Schostakowitsch - Sinfonien Nr. 5 und 9 mit Haitink hatte ich mir dann vor ein paar Jahren aus Interesse zugelegt:

    Bei der Fünften finde ich bereits die ausgewalzt lange Spielzeit des 1.Satzes zum weglaufen ... und die Neunte hat auch nicht den Spielwitz und Biss, wie es Kondraschin, Roshdestwensky, Solti u.v.a. vermögen und selbst der "Schostakowitsch-Eigenbrödler" Bernstein liefert die Neunte mit Klasse.

  • Die extreme Überfülle an Aufnahmen des Repertoires von Klassik bis klassische Moderne in den letzten 20 Jahren verschleiert m.E. einiges. In den 1980ern war zB Haitinks Mahler und Bruckner bei den "Standardempfehlungen", vermutlich auch Brahms und etliches mehr. Der Schostakowitsch-Zyklus war der erste überhaupt, der im Westen und in entsprechender Tonqualität produziert wurde. Haitink war natürlich kein schillernder Typ, die Medien fokussierten eher auf Karajan vs. Bernstein.

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Ich bin der Auffassung, dass Haitink die allermeisten seiner wirklich guten Aufnahmen erst im hohen Alter gemacht hat - fast ausschließlich im 21. Jahrhundert, könnte man meinen. Es sind meist die Aufzeichnungen der Eigenlabels von CSO und BRSO. Was ist von seinen zahllosen "offiziellen" Studioeinspielungen (Philips) der 1960er bis 90er Jahre dagegen wirklich hängengeblieben?

    Hainiks Mahler-Einspielungen mit dem Concertgebouw-Orkest sind sicher ein Klassiker, lieber Joseph. Wobei er mir nicht immer gefällt - auch bei seinen späten Aufnahmen nicht. Er hat allerdings wirklich mitreißende Mahler-Aufführungen gemacht in Amsterdam bei den "Kerstmatinees" z.B., die es auf DVD gibt, darunter eine glühend-leidenschaftliche 9.! Ich finde auch seine Tschaikowsky-Symphonien hervorragend, bei den frühen Symphonien 1-3 ziehe ich ihn sowohl Karajan als auch Abbado vor. Er war ein ganz ausgezeichneter Begleiter von Solisten - nicht nur mit Perahia, auch mit Claudio Arrau sind die Beethoven-Konzerte gerade auch vom Orchester her herausragend, auch die Rachmaninow-Konzerte zusammen mit Ashkenazy sind Referenz. Die Schostakowitsch-Symphonien sind ebenfalls wirklich sehr gut, wenn mir auch die 9. z.B. weniger gefällt. Nicht zu verachten sind seine Interpretationen von moderner französischer Musik wie Debussy und Ravel. "Daphnis et Cloe" ist eine Haitink-Sternstunde. Keiner dirigiert das farbenreicher und den Tanz der Seeräuber wilder. In Chicago habe ich ihn mit zwei Beethoven-Symphonien im Konzert erlebt - das war absolut überragend!

    Die Haitink-Aufnahme der Sinfonie Nr.8 mit dem Royal CGBO (DEcca) gehört bis heute (neben Kondraschin und Roshdestwensky) zu meinen liebsten Aufnahmen dieser Sinfonie. ;) Ja, Holger - da gibts kein Anti-Overemphasizing !


    :thumbup: :D S.o.!


    Schöne Grüße

    Holger

  • Mir sind noch zwei für mich essentiell wichtige Ergänzungen eingefallen: Zum einen die von Holger schon erwähnten Tschaikowski Sinfonien mit einer deutlichen Aufwertung der von mir sehr geschätzten ersten beiden Sinfonien, bestehend aus einer sehr gelungenen Symbiose aus Temperament und "Seriösität" mit absolut stimmigen Tempi und einem fantastischen Orchesterspiel. Zum anderen hat er bisher am eindrucksvollsten ein Plädoyer für die Zweitfassung von Bruckners 3. Sinfonie abgeliefert (von 1877) und noch überzeugender als z.B. Harnoncourt oder Solti dargelegt, warum sie musikalisch der immer noch öfter gespielten Drittfassung von 1889 vorzuziehen ist.


    Zwei Anmerkungen zu Holger: Haitinks Mahler Aufnahmen der Kerstmatinee gibt es inzwischen auch auf CD


    ,


    leider zu einem Preis, den ich nicht gewillt bin zu zahlen.


    Du hattest in letzter Zeit zweimal Haitinks Interpretation von "Daphnis et Chloé" hervorgehoben. Ich besitze diese CD


    ,


    die ich, zugegeben, lange nicht mehr gehört habe, die aber auf einem Stapel von Werken liegt, die keinen übermäßig bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen haben. Ich denke, ich sollte demnächst das damalige Urteil überprüfen...

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • In meiner Sammlung befinden sich nur relativ wenige Aufnahmen mit Bernard Haitink. Ich habe ihn aber zweimal in der Bonner Beethovenhalle beim Internationalen Beethovenfest erlebt und war sehr beeindruckt.

    Vor allem ist mir der Konzertabend mit Frank Peter Zimmermann in bester Erinnerung geblieben. Auf dem Programm stand Beethovens Violinkonzert op. 61, und nach der Pause kam die Brahms-Sinfonie Nr. 1 zur Aufführung. Das ist aber inzwischen auch schon ca. ein Dutzend Jahre her. Haitink konzertierte mit der berühmten Staatskapelle Dresden, Wagners "Zauberharfe", und diesem Namen haben sie damals alle Ehre gemacht, sowohl der Dirigent wie das Orchester. Alles andere als der "stinklangweilige Holländer", als den ihn Michael Walsh in seinem Buch "Keine Angst vor klassischer Musik" beschimpft. Haitink war nie ein Mann des Spektakels und hat sich selber nie in den Vordergrund gespielt, wie manche Pultstars so gerne machen, aber er war ein grundsolider Meister des Taktstocks, was alles andere als Langeweile zu bedeuten hat.


    In meiner CD-Sammlung ist er nicht sehr zahlreich vertreten, aber immerhin gibt es ein paar Aufnahmen, die sämtlich alles andere als "stinklangweilig" sind:

             

    sowie als vorzüglichen "Begleiter" hier:

         Ludwig Van Beethoven , Claudio Arrau , Concertgebouworkest , Bernard Haitink - Die Klavierkonzerte, The Piano Concertos, Les 5 Concertos Pour Piano - Philips - 6770 014     Brahms:Piano Cto. 1

    Nicht ohne Grund werden Kapazitäten wie Arrau oder Brendel auf Haitink als Partner zurückgegriffen haben!


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).