• Sagitt meint:


    Diskutiert wurde ja ausführlichst darüber. Aber, wer es damals nicht gesehen oder aufgezeichnet hat, kann ja eigentlich nicht mitreden. und jetzt gerade wird nur die CD veröffentlicht, nicht hingegen eine DVD von der Aufführung. Aber morgen abend kommt sie dann in classica: die Traviata aus Salzburg 2005 mit der Netrebko und Villazon.
    Endlich!

  • Hallo Sagittarius,


    ich glaube, dass es sich um gezieltes Marketing handelt. Zuerst wird die CD vermarktet, und wenn das gelaufen ist, wird im nächsten Jahr sehr wahrscheinlich die DVD nachgeschoben werden. Es ist doch für die Plattenfirma unwiderstehlich reizvoll, an einer Produktion zweimal verdienen zu können...

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!


  • Guten Abend nach Graz,


    ja, leuchtet ein.Aber die reine Audio-Version bekommt jetzt teilweise schon abwertende Kritiken. Wenn man sie nur hört, wird das " Ereignis" doch ziemlich relativiert. Andererseits, bei dem hype, der daraum gemacht wurde.
    Nun, ich werde nicht bis irgendwann warten müssen- denn- neugierig bin ich schon


    Schöne Grüsse aus bremen


    Sagitt

  • Gute Nacht nach Bremen,


    ich bin auch der Meinung, dass diese Aufnahme durch die fehlende Optik etwas abgewertet wird und so absolut gesehen keine Spitzenaufnahme ist. Wirft man aber einen Blick in den DGG-Katalog, so stellt man fest, dass die beste Aufnahme aus dem Jahr 1977 stammt (Kleiber - Cotrubas). Die ist noch nicht einmal eine Digitalaufnahme und die einzige Digitalaufnahme (Levine - Studer) leidet an der Tatsache, dass Alfredo älter klingt als sein Vater. So gesehen muss man der DGG Recht geben, dass sie von so einer populären Oper eine technisch aktuelle Einspielung mit populären Künstlern in den Katalog aufnimmt. Der Markt verlangt und honoriert das. Und Besseres ist derzeit wohl nicht zu erzielen.



    PS: Ich will die Aufnahme beiliebe nicht schlecht machen, sie hat auf jeden Fall ihre Meriten. Aber in diesem Fall ist es ganz eindeutig so, dass das Video in Summe einfach höher einzustufen ist.

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!


  • ich höre eben diese CD (heute im musikverein wien erstanden).
    ich bin sehr zufrieden mit ihr - auch ohne optik. im gegenteil, ich
    bin gezwungen mich auf die musik zu konzentrieren.


    faun

    die kritik ist das psychogramm des kritikers (will quadflieg)

  • Sagitt meint:


    Es ist keine Frage, dass die Protagonisten weltweit beachtete Sänger sind. Aber sie müssen sich Sängern stellen, die ebenfalls weltwelt beachtet waren oder sind und eine Violetta von Caballé oder Gruberova setzt eben Maßstäbe, ebenso ein Alfredo wie Wunderlich oder Bergonzi. Und dann ist doch eine erhebliche Relativierung vorhanden. Die Aufnahme von Kleiber wird immer wieder genannt. Er setzt im orchestralen Sektor Maßstäbe, die schwer zu toppen sind. Und nehme ich noch Solti mit hinein, mit der ausgezeichneten Gheorgiu, relativiert sidh das alles immer mehr. Diese Aufnahme mit den Begriff " Jahrhundertaufnahme" zu versehen, ist sicher unangemessen.

  • sagitt


    Diese Aufnahme mit den Begriff " Jahrhundertaufnahme" zu versehen, ist sicher unangemessen.


    Unser Jahrhundert ist ja noch jung ;-) - und solange nichts Besseres nachkommt....


    LG
    Austria

    Wir lieben Menschen, die frisch heraus sagen, was sie denken - vorausgesetzt, sie denken dasselbe wie wir (Mark Twain)

  • Hallo Sagittarius


    Zitat

    Aber sie müssen sich Sängern stellen, die ebenfalls weltwelt beachtet waren oder sind und eine Violetta von Caballé oder Gruberova setzt eben Maßstäbe, ebenso ein Alfredo wie Wunderlich oder Bergonzi


    Nein. Wir - die Liebhaber, Hobby-Kritiker und auch die Profi-Kritiker dürfen vergleichen, sollen das, und es macht uns vielleicht sogar Spass. Aber wenn ein Sänger anfängt, sich mit einem Jahrhundert Tonaufzeichnung zu vergleichen, dann darf er eigentlich nicht mehr auf die Bühne gehen. Und ich glaube auch, dass kaum ein Sänger derartige Vergleiche anstellt (auch aus Selbstschutz!).


    Anders die Situation des DGG-Produktmanagers. Der schaut in seinen Katalog, sieht, dass er nur eine Aufnahme in aktueller Technik im Programm hat, die zumindest in einem Punkt stark schwächelt und die überwiegend mit Künstlern besetzt ist, die heute kaum noch Zugkraft besitzen. Da wird er sich doch die Gelegenheit nicht entgehen lassen, diese Produktion einzukaufen, die noch dazu aufgrund der Besetzung ein nahezu risikofreies Geschäft darstellt, denn die Fans werden bedingungslos kaufen (und ich hoffe doch, dass auch dir der junge Villazón lieber ist als der 56-jährige Pavarotti in der Levine-Aufnahme).
    Dazu kann er noch mit neuester Technik angeben, denn die DVD wird sicherlich über Surround-Sound verfügen (ich bin schon gespannt, ob die DGG die Chuzpe besitzen wird, zuvor noch eine SACD mit Mehrkanaltechnik herauszubringen).


    Ob es uns gefällt oder nicht, den Überlegungen für die Produktion einer derartigen CD liegen ausschließlich wirtschaftliche Interessen zugrunde, die philosophischen Erwägungen werden freundlich den Gesangsliebhabern überlassen...

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!


  • Hallo Theophilus,


    gar kein Widerspruch in der ökonomischen Betrachtung, aber in diesen Forum argumentiere ich nach ästhetischen Kriterien. Habe mir heute mal wieder die Kleiber Aufnahme angehört.
    Kleiber ohnehin nicht erreichbar, Domingo,damals 36 sang ungleich kultivierter als Villazon, keine Drücker,kein Schmalz ( ich wil nicht behaupten, dass dies bei Verdi nicht sein dürfe, aber ich mag die "nüchterne" Version von Domingo eben lieber). Cotrubas muss sich gegenüber der Netrebko kein bisschen verstecken. Nun zur Klangqualität. Nicht digital, natürlich nicht surround, aber für meine alte Ohren immer noch sehr gut anhörbar.
    Warum also das Neue ?
    Der Künstler darf nicht zurückblicken, klar
    Der Markt scheint immer wieder neue Anregungen zu brauchen . Als wenn es sich um Autos handelte. Hier liegt doch ein wesentlicher Unterschied zur Ware. Die Kunst ist nicht schlechter,weil sie älter ist.
    Der Hörer ? Natürlich bin auch in neugierig, aber je mehr Aufnahmen, von was auch immer man kennt, desto weniger schnell stellt sich Begeisterung ein.

  • Hallo Sagitt - oder andere,


    Cotrubas muss sich gegenüber der Netrebko kein bisschen verstecken.


    weiß nicht, ob ich jetzt im richtigen Forum bin.... Ich habe die Cotrubas - unter anderem - in Wien noch als Mimi gehört. Zum Weinen schön....


    Habe dann nicht mehr richtig mitbekommen, was aus ihr geworden ist?


    LG
    Austria

    Wir lieben Menschen, die frisch heraus sagen, was sie denken - vorausgesetzt, sie denken dasselbe wie wir (Mark Twain)

    Einmal editiert, zuletzt von Austria ()

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  • servus sagitt


    müsste man dann nicht folgern, dass es für alles, was kleiber jemals aufgenommen hat
    (da er ja unerreichbar ist), jede weitere einspielung von vornherein überflüssig ist?


    faun ,-)

    die kritik ist das psychogramm des kritikers (will quadflieg)

  • Sagitt meint:


    Das würde mich auch interessen, denn die Bühne verliess sie mit 50 ! im Zorn ? Es gibt ein Buch, Opernwahrheiten, von ihr. Ich kenne es nicht. Die Zusammenfassungen bemerken, dass sich die Cotrubas kritisch mit Ausbildung und Inscenierungen auseinandersetzt.


    Aber vielleicht lesen dies wirklich Kundige ?

  • Sagitt meint:


    Nun habe ich das Teil und überfliege es. Cotrubas hatte wohl nicht die beste Gesundheit und traf deswegen die Entscheidung, mit 50 Jahren aufzuhören. Wenn man ihren Kalender aus der Mitte der siebziger anschaut, ist der wirklich sehr voll.Ich werde mich mit der Sängerin einmal näher beschäftigen und dann ...vielleicht wird noch ein Beitrag daraus ?

  • Servus sagitt,


    Danke fürs Nachforschen.


    LG
    Austria

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