Valery Gergiev - Der russische Pultstar

  • Hallo Claus,
    aber einen Mozart können nur die Wiener, wenn der Böhm dirigiert... :stumm:


    Mir ist es an sich auch ziemlich gleich, ob die Orchester aus dem Land des Komponisten kommen oder nicht. Es ist nur so, dass Schostakowitsch, glaube ich mit dem Klang der Leningrader im Ohr komponiert hat, und die haben eben diese körnigen Bässe. Wenn Roschdestwenskij mit den Wiener Symphonikern Schostakowitsch gespielt hat, hat er die Bässe extrem stark besetzt und von den Oboen und dem Blech einen harten Klang verlangt. Das Ergebnis klang erstaunlich russisch.
    Die 4. Schostakowitsch unter Rattle ist nicht übel, aber für mich teilt sich weder die Groteske noch die Gewalttätigkeit des ersten Satzes wirklich mit. Salopp gesagt: Toll gespielt, aber für mich eine Spur zu gepflegt.


    Ad Gergiev - er tue sich selbst nichts Gutes.
    Du hast recht. Aber das ist leider ein Zug der Zeit: Kaum kann man einen Künstler verkaufen, wird eine Aufnahme nach der anderen auf den Markt geworfen, egal, ob sie künstlerisch gelungen ist oder nicht. Wer traut sich denn schon wie es Boulez im Fall der 9. Bruckner machte, einem allmächtigen Label die Veröffentlichung zu untersagen? Hör' Dir mal an, was bei Harnoncourts Aufnahme der 5. Bruckner alles daneben geht!
    Ich will nicht Gergiev über Gebühr in Schutz nehmen, natürlich gibt's bei ihm ein paar Aufnahmen und Aufführungen, die nicht gut sind (für mich der Tiefpunkt der Aufnahmen ist das Verdi-Requiem und eine 2. Mahler live in Wien fand ich höchst verzichtbar).
    Aber bei einem, der so viel macht, kann natürlich auch viel daneben gehen. Dass sich Gergiev seine Tonmeister und Aufnahmeleiter nicht mehr zur Brust nimmt, verstehe ich dabei auch nicht. Ein Dirigent, der nichts hört, ist Gergiev, wie ich aus Proben weiß, nämlich nicht.

    ...

  • Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    Und warum lässt Gergiev das zu?
    Weil man es verkaufen kann. Und das Kirov-Orchester braucht Devisen.
    Ich meine das ohne jede Ironie.
    Ein Freund von mir hat einige Orchester in Russland dirigiert und war jedes Mal erstaunt, dass man auf solchen Instrumenten überhaupt einen Ton hervorbringen könnte - und von qualitativ hochwertigem Spiel gar nicht zu reden.


    Hallo Edwin,


    Deiner Behauptung, das Kirov-Orchester (bzw. das Mariinsky-Theater) brauche Devisen, würde Gergiev wahrscheinlich widersprechen. Natürlich kommt man als Außenstehender (der ich ja auch bin) auf die Idee, das Mariinsky-Theater würde dieses aberwitzige Pensum an Auslands-Gastspielen nur absolvieren, um Geld hineinzubekommen. Aber O-Ton Gergiev (vorletzte Woche) : "We earn our money at home!" Ich kann diese Aussage weder bestätigen noch dementieren, weiß nur, daß das Mariinsky-Theater bei uns in Mikkeli "für'n Appel und Ei" spielt, also nicht des Geldes wegen.


    Zu den Instrumenten eine kleine Geschichte. 1995 war das erste Jahr einer auf 10 Jahre angelegten Kooperation zwischen Savonlinna und dem Mariinsky-Theater (diese "Ehe" hielt dann gerade mal 3 Jahre!). Im ersten Jahr sollte Gergiev an 7 Abenden hintereinander 4x "Tosca" und 3x "Katerina Ismailova" dirigieren, sagte jedoch die "Tosca"-Dirigate äußerst kurzfristig ab, was man ihm in Savonlinna äußerst verübelte. Wohl nicht nur in Savonlinna, sondern auch weiter oben, denn als Gergiev im nächsten Jahr mit "Mazeppa" gastierte, grollte ihm Petrus jeden Abend. Damals hatte Savonlinna noch nicht das (fast) regenundurchlässige Dach, und als es bei einer der "Mazeppa"-Vorstellungen so richtig schüttete, mußte sie sogar abgebrochen werden; die Hälfte der Instrumente war durch den Regen unbrauchbar geworden und mußte ersetzt werden. Bei der nächsten Aufführung regnete es wieder, doch nicht so stark. Der Orchesterklang kam mir ziemlich dünn vor. Des Rätsels Lösung : Es spielte nur eine Hälfte der Musiker, die andere Hälfte hielt Regenschirme über die Instrumente.


    Eine weitere, ebenfalls wahre Geschichte. Für Gergiev ist nicht nur sein St. Petersburger Festival "Stars der Weißen Nächte" von hohem Prestigewert, sondern auch das von ihm initiierte Moskauer Oster-Festival. Im Kreml-Hof, also open air, gab es einmal "Boris Godunov" - wieder bei Regen, so daß sich ein Teil der Musiker erfolgreich einem Auftritt widersetzte. Doch Gergiev fing mit reduzierter Orchesterbesetzung an. Da der Regen anhielt, muß es den Zuschauern wie bei Haydns Abschiedssinfonie vorgekommen sein. Schlußendlich ließ Gergiev statt der entschwundenen Musiker ein Klavier in den Orchestergraben bringen und brachte den "Boris" somit zu Ende.


    Eine Frage zum Schluß : Es scheint Einigkeit darüber zu bestehen, daß Gergievs (kommerzielle) Aufnahme des Verdi-Requiems durchaus verzichtbar ist. Ich weiß, warum ich diese Einspielung kritisiere : vor allem wegen der auf Marketing ausgerichteten, inhomogenen Solisten-Besetzung. Was jedoch haben die anderen, die diese CD kritisieren, daran auszusetzen? Das würde mich einmal interessieren.


    Schöne Grüße


    Sune

  • Zitat

    Original von sune_manninen
    Was jedoch haben die anderen, die diese CD kritisieren, daran auszusetzen? Das würde mich einmal interessieren.


    Lieber Sune,


    ich kenne diese Aufnahme nicht mal komplett, habe nur im Geschäft reingehört. Einig sind sich aber wohl alle, dass Bocelli eine Fehlbesetzung war. Bezüglich der Orchesterleistung herrscht aber größte Uneinigkeit. Da fand ich durchaus seriös erscheinende Rezensionen, die die ganze Palette abdecken: Angefangen von „gutem Zusammenspiel, sauberer Intonation und durchgängigem Wohlklang“, bis hin zu „Rauschen, Dröhnen und Scheppern in vordergründig effektvoller Manier“. Wie ist denn Deine Meinung?


    Herzlichen Dank für die schönen „Regen-Geschichten“!


    Viele Grüße,
    Cosima

  • Hallo Sune!
    Wenn ich den Klang des Kirov-Orchesters halbwegs einschätzen kann, spielen die nicht auf den Instrumenten, mit denen russische Musiker nur zu oft Vorlieb nehmen müssen. Irgendwo und -wie müssen sie das einmal angeschafft haben. Ein guter Bekannter von mir dirigiert(e) relativ häufig diverse Orchester der früheren Sowjetunion. Mir berichtete er von einem Fagottisten, der sein Instrument mit Klebstoff und Draht zusammenflickte und von einem Flötisten, der ebenfalls einen großen Verbrauch an Draht hatte. Und das waren keineswegs Einzelfälle.
    Im Fall des Orchesters, das er als Chefdirigent leitete, schaffte er es, dass ein österreichischer Saiten-Fabrikant für die Streicher Saiten zur Verfügung stellte. Und irgendwie konnte er Coca Cola zu einer Zusammenarbeit überreden, wodurch neue Oboen, Fagotte und Posaunen angeschafft werden konnte. Nach fast 10-jähriger langsamer Aufbauzeit klang das Orchester ziemlich gut. Aber ich habe eine 3. Mahler aus der ersten Zeit in Erinnerung, die im Grunde fabelhaft gespielt gewesen wäre, hätten die Instrumente mitgemacht.
    "Ohne Geld ka Musi", sagt man in Wien.
    Ich kann mir schon vorstellen, dass Gergiev Einnahmen aus dem CD-Verkauf in das Orchester investiert. Den Plattenfirmen wird er die ihm und seinem Orchester zustehenden Tantiemen wohl nicht schenken. Und das ist auch ganz richtig so!


    Zum "Requiem":
    Ich habe das Gefühl, dass Gergiev das Stück allzu sehr auf Show-Exzess dirigiert. Und so ganz intoniert sind die Fortissimo-Akkorde im "Dies irae" wirklich nicht.
    Aber Vorsicht! - Ich sage damit nur, dass ich das Verdi-"Requiem" für eine der schwächeren Gergiev-Aufnahmen halte. Ich sage nicht, dass ich Gergievs Einspielung für die schlechteste des "Requiems" überhaupt halte, wie man das auch lesen konnte. Wer das schreibt, soll sich mal Hickox anhören. Und da gibt's noch ein paar fast ebenso arge mehr!

    ...

  • Zitat

    Original von Cosima
    Bezüglich der Orchesterleistung herrscht aber größte Uneinigkeit. Da fand ich durchaus seriös erscheinende Rezensionen, die die ganze Palette abdecken: Angefangen von „gutem Zusammenspiel, sauberer Intonation und durchgängigem Wohlklang“, bis hin zu „Rauschen, Dröhnen und Scheppern in vordergründig effektvoller Manier“. Wie ist denn Deine Meinung?


    Liebe Cosima,


    meine Meinung zu Gergievs kommerziellen Einspielungen habe ich schon oftmals bekundet : Ich ziehe im Allgemeinen Live-Mitschnitte vor, da sie spontaner sind und Gergiev pur besser gerecht werden. Für das Philips-Verdi-Requiem habe ich noch einmal über Kopfhörer zumindest die erste CD abgehört.


    Mein Eindruck : Interpretatorisch finde ich nichts an Gergiev auszusetzen; seine Interpretation ist OK, ohne daß ich nun vor Freude oder Staunen in die Luft springen würde. Andere Dirigenten wie Giulini, de Sabata, Reiner, Fricsay, Barbirolli (um nur einige zu nennen) würde ich vorziehen, ohne Gergiev verdammen zu wollen. "Rauschen, Dröhnen und Scheppern in vordergründig effektvoller Manier" kann ich nicht nachvollziehen, davon habe zumindest ich nichts gehört. Für meinen Geschmack hat die Tontechnik den Orchesterklang zugunsten der Solisten zu sehr in den Hintergrund geschoben, so daß der für das Mariinsky-Orchester so typische Klang nicht zur Geltung kommt.


    Die Solo-Parts des Verdi-Requiems sind in ihren Anforderungwen durchaus mit Opernpartien vergleichbar, und so beurteile ich natürlich jede Aufnahme auch nach den Solisten, und da kann diese Aufnahme einfach mit der Konkurrenz nicht mithalten und ist mir zu sehr auf Verkaufszahlen ausgerichtet. IMO ist das Solistenquartett unausgeglichen, von hervorragend (Borodina) bis hin zu überfordert (Bocelli). Über Kopfhörer ist deutlich zu hören, wie die Tontechniker in den Ensembles Bocellis winziges Organ größer gemacht, die anderen dafür gedrosselt haben.


    Bei aller zugestandenen cremigen Stimmschönheit ist Fleming nur selten mein Fall; ich empfinde ihre Tongebung als zu maniriert. Borodina ist ein Wunder an Konstanz; solange ich sie kenne (seit nunmehr 17 Jahren), bade ich in dem Wohlklang ihrer Stimme. Hier zahlt es sich aus, daß sie immer im Rahmen ihrer Möglichkeiten geblieben ist (natürliche Bequemlichkeit gepaart mit Weisheit der Agenten). D'Arcangelo ist nicht schlecht, aber kein Vergleich zu Ghiaurov oder Siepi.


    Also : etwas für Fans der beteiligten Künstler. Wer in erster Linie am Verdi-Requiem interessiert ist, braucht diese Aufnahme nicht. Interessantes Detail am Rande : Die Aufnahme entstand just zu der Zeit, als das Mariinsky-Theater bei seinem London-Gastspiel 2001 abends Prokofievs "Krieg und Frieden" aufführte - Höchstbelastung für Chor und Orchester.


    Um noch einmal zum Anfang zurückzukehren. Gergiev ist nie derselbe. Was er in der kurz vor einem Konzert stattfindenden Probe macht, ist oftmals völlig verschieden von dem, was er im Konzert macht. Tonaufnahmen unter Studio-Bedingungen erfordern aber nun einmal, daß er sich in Tempo und Dynamik dem anpaßt, was er (bei Wiederholungen z.B.) vorher gemacht hat. Deshalb mein Eindruck von Kalkulation, die einem derart im Moment lebenden Dynamiker nicht gerecht wird.


    Heute würde Gergievs Interpretation des Verdi-Requiems wunderbar auf nur eine CD passen. Als er es im vergangenen Jahr in Rotterdam dirigierte, war er über 10 Minuten schneller als bei dieser Aufnahme. Der Gergiev von heute ist total anders als der von gestern oder von morgen!


    Schöne Grüße


    Sune

  • Hallo Sune, hallo allerseits,


    danke Dir noch für die Requiem-Rezension, lieber Sune.


    Eigentlich wollte ich das Thema „Gergiev“ zunächst etwas ruhen lassen, aber dies hier möchte ich noch gesagt haben:


    In Interviews und TV-Porträts klingt immer wieder an, wie stolz er auf seine Wurzeln und sein Vaterland ist. Und eben schaute ich eine ältere Aufzeichnung einer TV-Sendung „Eine musikalische Reise durch Russland“ (ein fantastischer Vierteiler!). Ganz zum Schluss sagte er etwas, das mich aufhorchen ließ und das sich nahtlos in mein Bild von ihm einfügt - sinngemäß: Sein Vaterland könne sich nur in der Welt behaupten bzw. an Einfluss dazu gewinnen über die Kultur.


    Ich denke, dass das ein Schlüssel zum Verständnis seiner Umtriebigkeit ist.


    Gruß, Cosima

  • ... dann hast du das gleich Bild von Gergiev wie ich.
    Ich habe Gergiev teilweise durch diesen Vierteiler kennengelernt und bin beeindruckt von seinem Engagement für das russische Musikerbe und die Kultur Rußlands allgemein.
    Eine Frage (obwohl es mir wahrscheinlich nichts angeht). Warum willst du das Thema Gergiev ruhen lassen? Verstehe ich irgendwie nicht.


    Noch eine Frage allgemein: Kennt irgendwer eine preiswerte Einspielung von Nußknacker in dem das Tempo, frische und Lebendigkeit der Einspielung Gergievs halbwegs ähnelt? Oder hat irgendwer Ahnung wo man die CD günstig bekommen kann?
    Es ist immer ein Dilemma mit den CDs mit Gergiev unter dem Label Philips. Viel zu teuer. Wenn nicht werde ich die 20 Euro wohl zahlen.

  • Zitat

    Original von ThomasW
    Eine Frage (obwohl es mir wahrscheinlich nichts angeht). Warum willst du das Thema Gergiev ruhen lassen? Verstehe ich irgendwie nicht.


    Gute Frage.


    Der Versuch einer Antwort: Ich habe mich in der letzten Zeit sehr intensiv mit Gergiev beschäftigt. Und weil ich so begeistert bin von diesem Dirigenten, beurteile ich seine Aufnahmen sicher längst nicht mehr nur nach objektivierbaren Kriterien (sofern das überhaupt möglich ist). Oder anders ausgedrückt: Ich möchte dem Forum meine ewige Lobhudelei ersparen. :D


    Den Nussknacker bekommst Du übrigens über a*m*a*z*o*n-marketplace für ca. 10,00 + 3,00 Euro Versand. Das ist ein guter Preis für eine solch tolle Aufnahme.


    Gruß, Cosima

  • Danke für die Information Cosima.
    Bei Amazon hätte ich nie geschaut weil ich nicht mit so einem niedrigem Preis gerade bei Amazon gerechnet hätte. Das ist wirklich für 81 Minuten Tschaikowsky in Verbindung mit Gergiev fast geschenkt.


    Nachtrag:
    Achso du meinst den Marketplace. Den kenne ich ehrlich gesagt gar nicht, ich weiß nicht wobei es sich dabei genau handelt. Na da werd ich dann mal schauen.


    PS: Ich glaube du gehst hier mit deinen Lobesreden niemandem auf die Nerven. Zudem solltest du aufpassen, dass deine Objektivität nicht von der Angst gerade diese zu verlieren beeinflusst wird. Mit anderen Worten Gergiev IST einfach Spitzenklasse. ;)

  • Zitat

    Original von Cosima
    Ich habe mich in der letzten Zeit sehr intensiv mit Gergiev beschäftigt. Und weil ich so begeistert bin von diesem Dirigenten, beurteile ich seine Aufnahmen sicher längst nicht mehr nur nach objektivierbaren Kriterien (sofern das überhaupt möglich ist). Oder anders ausgedrückt: Ich möchte dem Forum meine ewige Lobhudelei ersparen.


    Liebe Cosima,


    es ist eine Binsenweisheit, daß verschiedene Menschen durchaus unterschiedliche Zugänge zu Musik haben, ob es sich nun um Opern-Inszenierungen handelt oder um die Interpretation von Künstlern. Ich habe in diversen Foren die Erfahrung gemacht, daß überwiegend kopfgesteuerte Menschen Schwierigkeiten mit Gergiev haben, während Personen, die (pardon für den Vergleich!) eher "Bauchmenschen" sind, sich mehr von ihm begeistern lassen und bereit sind, über Unzulänglichkeiten hinwegzusehen oder zu -hören.


    Ich denke, es ist aus meinen Beiträgen über Gergiev und sein Umfeld leicht herauszulesen, daß ich bei aller grundsätzlicher Begeisterung meine Kritikfähigkeit nicht verloren habe. Genau dasselbe lese ich aus Deinen Beiträgen heraus, ob sie nun Gergiev oder Richter betreffen. Es ist doch schön, wenn es Menschen gibt, die sich begeistern lassen können!


    In diesem Sinne hoffe ich, daß Du diesen von Dir initiierten Thread weiterführen mögest. Ich bin sicher, es gibt noch vieles über diesen offenbar zu Kontroversen auffordernden Künstler zu schreiben und zu diskutieren.


    Sune

  • Hallo Cosima!
    Abgesehen von Sunes in jedem Punkt zu unterstreichenden Ausführungen: Wenn man sich nicht mehr für einen Künstler begeistert, steht's traurig um einen! Und wen's nicht interessiert, der braucht es auch nicht zu lesen.
    Dieser Thread hat für mich jedenfalls bewirkt, dass ich in letzter Zeit wieder sehr, sehr viel russische Musik gehört habe. Nicht nur unter Gergiev. Und ich habe das sehr genossen.
    Daher bitte weitermachen, man kann gar nicht genug Anregungen bekommen!

    ...

  • Hallo allerseits!


    Vielen Dank an meine Vorredner für die Ermunterungen. Recht habt Ihr, jawoll!


    Also dann weiter im Text zum Maestro Gergiev:



    Nicht schlecht, Herr Gergiev (oder besser: Gergijew… Edwin sei Dank weiß ich ja nun, wie man die russischen Namen richtig schreibt – obgleich: „Gergiev“ hat sich ja eingebürgert). Seine Schwester Larissa sah ich übrigens auf DVD-Konzert-Mitschnitten etc. – eine sehr resolut erscheinende, korpulente Dame, die einem fast etwas Angst einjagen kann. Sehr löblich aber, dass sie diese Akademie für junge Sänger leitet. Vielleicht weiß Sune ja, ob und welche großen Talente aus dieser Akademie hervorgegangen sind. Hier muss ich leider passen.


    Wie schon erwähnt, komme ich demnächst noch auf seine Schostakowitsch-Aufnahmen zurück. Aber eventuell hat der eine oder andere von Euch etwas dazu zu sagen.


    Bis dann und Gruß,
    Cosima

  • Zitat

    Original von Cosima
    Vielleicht weiß Sune ja, ob und welche großen Talente aus dieser Akademie hervorgegangen sind. Hier muss ich leider passen.


    Liebe Cosima,


    diesem Wunsche komme ich gerne nach, zumal ich die sog. Sommer-Akademie des Mariinsky-Theaters seit 2000 jeden Sommer vor meiner Haustür habe, dies durchaus wörtlich gemeint, denn ich wohne hier in Mikkeli nur 2 Minuten von der Musikschule entfernt, in der die Meisterklassen stattfinden.


    Zu einem festen russisch-finnischen Stamm von Lehrern kommen zu uns so prominente Sänger wie Tom Krause (2000), Renata Scotto (2001), Elena Obraztsova und Dmitry Hvorostovsky (2002), Ileana Cotrubas (2003) und Vladimir Atlantov (seit 2004), und für dieses Jahr werden Obraztsova und Atlantov erwartet, die die jungen, nicht nur aus Rußland kommenden Sänger unterrichten. Und wir kommen in den Genuß von insgesamt vier Konzerten!


    Aus der Liste von ca. 150 in- und ausländischen Sängern, die an der Akademie in St. Petersburg unterrichtet werden, greife ich einmal diejenigen heraus, die auch international schon bekannter sind, als da sind :


    Yevgeny Nikitin, Baßbariton, der kommende Heldenbariton, der unter Rattle in Aix-en-Provence und bei den Salzburger Festspielen Wotan singen wird.


    Olga Trifonova, Sopran, "Zarenbraut" und "Goldener Hahn" in Paris (letzteres auf DVD erhältlich), Gilda an der Welsh National Opera


    Ildar Abdrazakov, Baßbariton, sang u.a. an der Mailänder Scala und an der Met (im "Nebenberuf" mit Olga Borodina verheiratet)


    Daniil Shtoda, Preisträger bei Domingos Operalia-Wettbewerb, sang Fenton in Abbados "Falstaff"-Aufnahme, diese Partie auch vor kurzem an der Hamburgischen Staatsoper, Ottavio in Washington


    Mikhail Petrenko, Baß, wird u.a. bei Rattles "Ring" Hunding und Hagen singen


    Tatiana Pavlovskaya, Sopran, singt viel bei Domingos Washington Opera (u.a. "Giovanni"-Elvira)


    Irina Mataeva, Sopran, dto. ("Giovanni"-Zerlina)


    Ekaterina Semenchuk, Mezzosopran, singt u.a. in Berlin und München


    Dmitry Voropaev, Tenor, Preisträger bei Domingos Operalia


    Vladimir Moroz, Bariton, sang u.a. Silvio und "Lucia"-Enrico an der Wiener Staatsoper.


    Man könnte diese Liste noch lange fortsetzen. Am Mariinsky-Theater werden diese jungen Leute nicht in Partien vom Kaliber "Herr Graf, die Pferde sind gesattelt" eingesetzt, sondern in großen Rollen, und es gibt dort viele Aufführungen, die fast nur mit Akademie-Sängern besetzt sind, wie z.B. Rossinis "Il viaggio a Reims" oder Rimsky-Korsakovs "Schneeflöckchen". Für alle, die gerne neue, viel versprechende junge Stimmen entdecken, ist die Akademie (natürlich auch die Sommer-Akademie bei uns) ein Muß!


    Schöne Grüße nach Göttingen


    Sune


    NB : Vier Tage vor der Preisübergabe in Baden-Baden bekommt Valery Gergiev auch bei uns einen Preis verliehen, den "Pro Mikkeli"-Preis!

  • Hallo lieber Sune, hallo allerseits!


    Herzlichen Dank, Sune, für den Beitrag über die Akademie!


    Obgleich in Sachen Oper nicht bewandert, liebe ich natürlich schöne Stimmen. Die von Dir genannten Namen sind sicher Opernkennern geläufig, mir fiel jedoch vor allem ein Name auf: Dmitri Hvorostovsky.


    Opernquerschnitte mag ich nicht, aber ein wenig sammele ich Sänger-Porträts. Und dieser Bariton findet sich natürlich auch in meiner Sammlung. Es existiert nämlich eine tolle CD („Lieder und Tänze des Todes“) mit Werken von Rimskij-Korsakow, Borodin, Anton Rubinstein, Rachmaninow und Mussorgskij. Zum einen ist das eine gelungene Zusammenstellung, die Eindrücke in die tief-melancholische „russische Seele“ vermittelt, zum anderen bietet das Kirov-Orchester unter Gergiev eine exzellente Orchesterbegleitung. Und dann diese Stimme von Hvorostovsky! Hätte ich mich nicht mit Gergiev beschäftigt, wäre ich wohl nie auf diesen Sänger gekommen. Das wäre jammerschade gewesen, denn ich liebe diese Stimme; sie ist so wunderschön samtig, rund und voll. Wirklich, diese Stimme zieht mir die Puschen aus (sorry).


    Hier das Cover, falls jemand daran interessiert ist:



    Die CD wurde 1993 im Mariinsky-Theater aufgenommen, Hvorostovsky muss um die 30 Jahre alt gewesen sein. Die Klangqualität ist hervorragend. Eine rundum tolle Aufnahme!
    Ich würde gerne wissen, wie sich dieser Künstler in den Jahren danach weiter entwickelt hat, aber dafür sollte besser ein eigener Thread eingerichtet werden. Hierzu fühle ich mich allerdings nicht berufen.


    Aber zurück zu Deinem Beitrag, Sune. Du merktest ganz bescheiden in einem Nachsatz an:


    Zitat

    Original von sune_manninen
    NB : Vier Tage vor der Preisübergabe in Baden-Baden bekommt Valery Gergiev auch bei uns einen Preis verliehen, den "Pro Mikkeli"-Preis!


    Klar, den Preis hat Gergiev verdient. Und, wie ich im Laufe der Zeit erfuhr, der Maestro hängt ja auch richtig an Mikkeli. Im FF-Archiv fand ich kürzlich ein älteres Gergiev-Porträt aus September 1995 mit dem passenden Titel „Kraftquell eines starken Teams“. In dem Interview (das wohl auch in Mikkeli entstanden sein muss) wurde er gefragt, ob er bei all dem Stress überhaupt noch Zeit für Hobbies habe. Ich zitiere mal seine Antwort aus dem Artikel:


    „Ja“, antwortet Gergiev mit strahlenden Augen: „Gestern bin ich das letzte Mal in die Sauna gesprungen. Ich mag das: Mikkeli ist einfach ein wunderbarer Platz.“


    Das FF-Porträt bietet noch eine Menge mehr Stoff für Diskussionen. Zum Beispiel fiel mir in den Konzert-Mitschnitten immer seine besondere Dirigiertechnik auf: Mal mit normalem Taktstock, mal mit Taktstock, der einem Zahnstocher sehr ähnlich sieht, dann wieder ganz ohne. (Übrigens habe ich mehrfach versucht, dieses „Flattern“ der linken Hand zu imitieren; mir will das nicht gelingen.) Gergiev kann anscheinend nicht erklären, was genau er da macht; seine Antwort auf die Frage nach seiner Dirigiertechnik lautete:


    „Ich weiß nicht, was es ist. Ich weiß auch nicht, was ich tue. Ich denke nicht darüber nach, was für Gesten ich mache und wie ich dabei aussehe.“ Dann konkretisiert er etwas: „Ich will die Musik so gespielt bekommen, wie ich sie innerlich vorgehört habe.“


    Nun gut, wenn der Maestro es selber nicht weiß, dann werden wir ihm auch nicht auf die Schliche kommen. Interessant ist es allemal.


    Herzliche Grüße,
    Cosima

  • Zitat

    Original von Cosima
    Zum Beispiel fiel mir in den Konzert-Mitschnitten immer seine besondere Dirigiertechnik auf: Mal mit normalem Taktstock, mal mit Taktstock, der einem Zahnstocher sehr ähnlich sieht, dann wieder ganz ohne. Gergiev kann anscheinend nicht erklären, was genau er da macht; seine Antwort auf die Frage nach seiner Dirigiertechnik lautete:
    „Ich weiß nicht, was es ist. Ich weiß auch nicht, was ich tue. Ich denke nicht darüber nach, was für Gesten ich mache und wie ich dabei aussehe.“ Dann konkretisiert er etwas: „Ich will die Musik so gespielt bekommen, wie ich sie innerlich vorgehört habe.“


    Liebe Cosima,


    zu diesem Thema zwei Begebenheiten hier aus Mikkeli. Im Jahre 2004 gastierte Lang Lang beim Mikkeli Musik-Festival, wobei seine Rachmaninow-CD aufgenommen wurde. Im zweiten Teil des Konzerts dirigierte Gergiev die 2. Sinfonie desselben Komponisten - ungeprobt, weil dafür keine Zeit mehr verblieben war. Gergiev hob den Takstock, kam beim Auftakt ans Notenpult; der Taktstock fiel zu Boden, wo er bis zum Schluß des Konzerts verblieb. Offenbar fiel er einem Souvernirjäger in die Hände, denn er war nicht mehr auffindbar. Gergiev meinte dann im Spaß, man sollte ankündigen, falls der Stab nicht zurückgegeben würde, würde er das nächste Konzert ausfallen lassen. Daraufhin gab ihm einer der Gäste einen Zahnstocher, die in allen finnischen Restaurants auf den Tischen zu finden sind, und meinte, dies sei doch die von ihm bevorzugte Größe.


    Im Ernst : Ich kann keine Regel erkennen, wann Gergiev einen Taktstock welcher Länge bevorzugt und wann nicht. Ich habe einmal erlebt, daß ihm sein Orchesterdirektor kurz vor Betreten des Podiums mehrere zur Auswahl vorlegte, Gergiev diese ausprobierte - und sich dann entschied, oben ohne zu dirigieren.
    (Übrigens hörte ich eben über den schwedischen Rundfunk eine ähnliche Aussage des jungen Dirigenten Tugan Sokhiev (wie Gergiev Schüler des legendären Ilya Musin), der auch keine Regel ableiten kann, wann er mit und wann ohne Stab dirigiert. Für beide scheint also am wichtigsten zu sein, wie sie einem Orchester ihre Intentionen vermitteln können; womit sie dies tun, scheint ihnen zweitrangig zu sein.


    Über den von Dir erwähnten Bariton Dmitry Hvorostovsky wurde am Anfang seiner Karriere dieselbe Hype ausgegossen wie heute z.B. über Anna Netrebko. Er hatte den renommierten Cardiff Singer of the World-Wettbewerb gewonnen (Bryn Terfel war übrigens Zweiter oder Dritter geworden!) und hat nach anfänglichen, von ihm heute auch zugegebenen Fehlern (Alfio in der "Cavalleria rusticana" für PHILIPS) heute seinen Weg gefunden, d.h. damit begonnen, sich allmählich einige nicht zu dramatische Baritonpartien Verdis (Luna, Renato) zu erobern. Ohne daß er jemals dem Mariinsky-Ensemble angehört hatte, wird er doch häufig von Gergiev bei Gastspielen im Ausland herangezogen und als bester Botschafter des Theaters bezeichnet. Eine samtig weiche, geradezu einschmeichelnd balsamische Stimme, in natura ist er durch seine bereits jetzt grau-weißen Haare von großer Wirkung, besonders auf Frauen (also weniger auf mich!)


    Schöne Grüße


    Sune

  • Lieber Sune!


    Du hast so herrliche Geschichten über Gergiev zu erzählen. Ganz herzlichen Dank dafür! Nicht nur dafür habe ich Dich hier im Forum richtig in mein Herz geschlossen. Es ist schön, eine verwandte Seele zu fühlen. Sune, Du bist ein :angel: .


    Da lag ich mit dem Zahnstocher ja ganz richtig. Ich muss mal nachsehen, in welchem Konzert ich ihn mit diesem Mini-Taktstock dirigieren sah.


    Herzliche Grüße,
    Cosima


    P.S.: Da Du den Maestro Gergiev kennst, bist Du bestimmt an unkonventionelle Situationen gewöhnt, deshalb: Ich hoffe, Du nimmst mir das eben nicht übel. ;)

  • Zitat

    Original von Cosima
    Da lag ich mit dem Zahnstocher ja ganz richtig. Ich muss mal nachsehen, in welchem Konzert ich ihn mit diesem Mini-Taktstock dirigieren sah.


    Liebe Cosima,


    das könnte bei der TV-Übertragung des Salzburger Konzerts mit den Wiener Philharmonikern gewesen sein.


    Danke für das Kompliment (verwandte Seelen unter sich!) und schöne Grüße


    Sune

  • Zitat

    Original von sune_manninen
    das könnte bei der TV-Übertragung des Salzburger Konzerts mit den Wiener Philharmonikern gewesen sein.


    Auf die Schnelle habe ich es nicht finden können, aber während der Suche fiel mir die DVD mit den Wienern in die Hand. Gerade läuft die Klassische Sinfonie von Prokofjew nebenbei. Ich finde es so herrlich, wie Gergiev die hintergründige Schalkhaftigkeit und Heiterkeit dieses Werkes auch durch seine Körpersprache zu vermitteln vermag: Er lächelt und grinst verschmitzt an ganz vielen Stellen, dirigiert übrigens ohne Taktstock.


    Na ja, ich finde den Zahnstocher schon wieder…


    LG, Cosima

  • Eine Kuriosität rund um Gergiev:



    Gruß, Cosima :angel:

  • Wahrscheinlich trage ich Eulen nach Athen: Gergiev hat in London die Prokofjew-Symphonien aufgenommen. Einerseits schade - mir wäre das Mariinski-Orchester lieber gewesen, weil ich nun einmal auf körniges Bassfundament stehe. Andererseits: Vielleicht kommt man jetzt endlich einmal zu einer guten Einspielung der "Zweiten"!

    ...

  • Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    Gergiev hat in London die Prokofjew-Symphonien aufgenommen.


    Wann denn? Erst kürzlich? Mir ist das neu, woher hast Du die Info? Bitte dringend um Infos.


    Gruß, Cosima

  • Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    Gergiev hat in London die Prokofjew-Symphonien aufgenommen. !


    Gergiev hat im Mai 2004 alle 7 Prokofiev-Sinfonien (von der Vierten sogar beide Versionen) mit dem London Symphony Orchestra aufgeführt. Ob sie dabei mitgeschnitten wurden (im Rundfunk wurden die Konzerte jedenfalls gesendet), entzieht sich meiner Kenntnis; falls ja, wäre es interessant zu wissen, ob diese Aufnahmen auf dem LSO-eigenen Label erscheinen oder bei Philips/DG, für die Gergiev üblicherweise aufnimmt.


    Als Gergiev am 17. Dezember letzten Jahres in Stockholm das Swedish Radio Symphony Orchestra dirigierte (Schostakowitschs Vierte), wurde er zum Ehrendirigenten dieses Orchesters ernannt. Wo "normale" Menschen sich mit dem Sammeln von Briefmarken oder CDs begnügen, scheint Gergiev Auszeichnungen und Orchester zu sammeln : in letzter Zeit Polar-Preis, Pro-Mikkeli-Preis, Herbert-von-Karajan-Preis, neben seinem eigenen Orchester bzw. Opernhaus Erster Gastdirigent an der Met (diesen März "Mazeppa"), LSO, Stockholm. Da trifft es sich ganz gut, daß sein Job beim Rotterdam Philharmonic Orchestra demnächst ausläuft (das Gergiev Festival Rotterdam soll allerdings weiterlaufen).


    Über Radio 4 der Niederlande wird heute ein Gergiev-Konzert aus dem Concergebouw in Amsterdam übertragen : Mit "La damnation de Faust" ein Werk eines von ihm favorisierten Komponisten, Berlioz.


    Sune

  • Zitat

    ob diese Aufnahmen auf dem LSO-eigenen Label erscheinen oder bei Philips/DG


    Angeblich (lt. meinem Fachgeschäft, dem ich jetzt schon gehörig auf di Nerven gehe) bei Philips. Ob beide Fassungen der Vierten dabei sein werden, weiß ich nicht - ich hoffe es. Denn was Järvi mit Prokofjew macht - lassen wir's lieber...

    ...

  • Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    Angeblich (lt. meinem Fachgeschäft, dem ich jetzt schon gehörig auf di Nerven gehe) bei Philips.


    Kennst Du auch schon ein ungefähres Datum? Nerv die ruhig noch ein bisschen mehr, und sage unbedingt Bescheid, wenn Du etwas weißt!


    Gruß, Cosima =)

  • Nix Genaues weiß ich nicht. Die letzte Aussage des von mir wirklich sehr geschätzten Geschäftsführers lautete: "Jetzt geht's ja auch bald mit Ihrem Prokofjew los." Wobei "bald" bei ihm, wie ich aus Erfahrung weiß, ein höchst relativer Begriff ist, also so im Zeitraum von drei Tagen bis einem halben Jahr ist da alles drin.

    ...

  • Hallo an alle Besitzer von vielen Gergiev-Einspielungen,


    kennt irgendwer die Einspielung Gergievs von Tschaikowskys Dornröschen?



    Ich könnte die Nussknacker-Einspielung den ganzen Tag hören. Gerade habe ich sie mir wieder 2-mal hintereinander angehört. Die 162 Minuten vergingen so schnell, ich könnte meinen ich stieg in eine Zeitmaschine.


    Ich möchte wissen ob Gergiev bei Dornröschen auch so gute Arbeit geleistet hat.


    Kennt sie jemand?


    MfG


    Thomas

  • Zitat

    Original von ThomasW
    kennt irgendwer die Einspielung Gergievs von Tschaikowskys Dornröschen?


    Wie beim Nußknacker darfst Du von Gergiev keine ballettgerechte, d.h. in der Tempowahl tanzbare Interpretation erwarten. Gerade bei den Einspielungen nimmt er diese Stücke durchaus sinfonisch, d.h. ohne Rücksicht darauf, ob Tänzer dazu tanzen können. Dies vorausgesetzt, kann ich diese Aufnahme sehr empfehlen.


    Sune

  • Zitat

    Original von sune_manninen


    Wie beim Nußknacker darfst Du von Gergiev keine ballettgerechte, d.h. in der Tempowahl tanzbare Interpretation erwarten. Gerade bei den Einspielungen nimmt er diese Stücke durchaus sinfonisch, d.h. ohne Rücksicht darauf, ob Tänzer dazu tanzen können. Dies vorausgesetzt, kann ich diese Aufnahme sehr empfehlen.


    Sune


    Interessant, das würde ich aber bei einer CD-Einspielung grundsätzlich voraussetzen. Da interessiert mich eine attraktive Realisierung der Partitur und nicht, ob sich das auch tanzen lässt.


    Bei einer DVD wäre dies natürlich anders. Da ginge es primär um die getanzte Geschichte...

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Hier das Cover der bald erscheinenden 4-CD-Box der Prokofjew-Symphonien mit dem LSO:



    Als Veröffentlichungstermin (Japan) wird der 31. März 2006 genannt.


    (Das wäre auch mal ein Thema: Der japanische Klassik-Markt. Da tut sich ja einiges… )


    Gruß, Cosima

  • Zitat

    darfst Du von Gergiev keine ballettgerechte, d.h. in der Tempowahl tanzbare Interpretation erwarten.


    Welcher Musikfan hört Ballettmusik schon des möglichen Tanzes wegen? (Rache an den ballettfans, die nehmen die Musik ja überhaupt nicht wahr!)
    Daher: Gergiev nimmt da einfach tolle Tempi! Sehr empfehlenswert!

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