WEBER, Carl Maria von: DER FREISCHÜTZ

  • Carl Maria von WEBER
    DER FREISCHÜTZ

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    Große Oper in drei Akten


    Libretto von Johann Friedrich Kind


    Uraufführung am 18. Juni 1821 in Berlin


    Die Handlung spielt in Böhmen
    Zeit: Während des Dreißigjährigen Kieges (1618-48 )
    Originalsprache: Deutsch



    Die Personen


    Ottokar, regierender Fürst (Bariton)
    Kuno, Erbförster(Baß)
    Agathe, seine Tochter (Sopran)
    Ännchen, eine junge Verwandte (Sopran)
    Kaspar, ein Jägerbursche (Baß)
    Max, ein Jägerbursche (Tenor)
    Samiel, der schwarze Jäger (Sprechrolle)
    Eremit (Baß)
    Kilian, ein reicher Bauer (Bariton)
    Brautjungfern (Soprane)
    Jäger, Landleute, Erscheinungen,
    Brautjungfern, Gefolge des Fürsten


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    1. AUFZUG: Vor der Waldschenke


    Ein lustiges Fest mit Sternschießen. Aber heute ist schon wieder ein Unglückstag für Max, sonst der beste Schütze weit und breit, heute und die letzten Tage verfehlt er immer das Ziel.
    Die Landbevölkerung jubelt ihrem Favoriten, dem Bauern Kilian zu(Viktoria, der Meister soll leben"). Kilian gelingt jeder Schuß, das stärkt sein Selbstbewusstein - entsprechend verhöhnt er den Jägerburschen durch sein Lied. ("Schau der Herr mich an als König") und das Volk stimmt im Chor boshaft mit ein - Wer den Schaden hat, hat für den Spott nicht zu sorgen.
    Die beginnende Rauferei wird durch das Eintreffen des Erbförsters Kuno verhindert, den man heuchlerisch darüber aufklärt daß sich alles "in Liebe und Güte" abgespielt habe Als der Erbförster erfährt, daß Kuno wieder gefehlt hat, ist er betroffen.
    Er erklärt Max, daß er beim morgigen Probeschuß keineswegs fehlen dürfe, einer alten Tradition zufolge eine Probe, die ein Jungförster vor Amtsantritt zu bestehen habe.Verfehle er das Ziel, dann müsse er ihm seine Tochter Agathe versagen. Max, der das ohnehin weiß, ist am
    Boden zerstört ("Durch die Wälder, durch die Auen")
    Kaspar ein anderer Jagdbursche, mit üblem Leumund, der auf Max nicht gut zu sprechen ist, weil ihm dieser Agathe ausgespannt hat, spiel sich als "Freund" auf, und gibt Max zweifelhafte Ratschläge - immer öfter fällt das Wort Freikugeln. Um Max gefügiger zu machen nötigt ihn Kaspar, sich mit Wein zu betrinken.("Hier im irdschen Jammertal"). Anschließend forderte ihn auf, mit seiner Büchse auf einen außer Schußweite befindlichen Steinadler zu schießen. Der fällt auch prompt
    zu Boden. Max ist das unheimlich, das ging doch nicht mit rechten Dingen zu. Kaspar jedoch malt die Zukunft von Max, sollte dieser den morgigen Probeschuß verfehlen, in den grausigsten Farben. Er überredet Max, um Mitternacht in der Wolfsschlucht mit ihm Freikugeln zu gießen.Zudem nimmt er ihm ein Schweigegelübde ab. Als Max gegangen ist triumphiert Kaspar ("Schweig- Damit Dich niemand warnt")



    2. AUFZUG: 1. Bild Stube im Försterhaus


    Agathe wartet ungeduldig auf die Heimkehr von Max. Sie ist nervös und voller böser Vorahnungen. Ihre Cousine Ännchen ist
    da schon robuster - sie versucht Agathe aufzuheitern und abzulenken.Aber Agathe bleibt melancholisch, was noch durch ein böses Omen verstärkt wird: Das Bild des Uhrahns fällt plötzlich von der Wand.
    Das Bild wird zwar wieder befestigt, aber eine düstere Stimmung schwebt über der Szene. Krampfhaft versuch Ännchen die Stimmung zu verbessern. ("Kommt ein schlanker Bursch gegangen")
    Das gelingt nur oberflächlich. Obwohl es bereits recht spät ist, will Agathe erst zu Bett gehen, wenn Max zuhause ist. ("Wie nahte mir der Schlummer/Leise leise fromme Weise")
    Max kommt nach Hause, aber er hat nur kurze Zeit - er muss angeblich einen Hirschen heimbringen - aus der Wolfsschlucht. Die Frauen versuchen Max von diesem Vorhaben abzubringen (wenn die erst wüssten, was er in Wahrheit vor hat....)
    aber Max lässt sich nicht abhalten.("Wie was ?, Entsetzen dort in der Schreckensschlucht.")



    2 AUFZUG: 2. Bild Vor Mitternacht In der Wolfsschlucht


    Kaspar ist schon vor der vereinbarten Zeit in der Wolfsschlucht. Kein Wunder, sein Vertrag mit Samiel, dem schwarzen Jäger, welchem
    er seine Seele verschrieben hat, läuft am nächsten Tag ab. Er will eine Verlängerung aushandeln und ruft den Teufel an ("Du weißt das meine Frist schier abgelaufen ist")
    Samiel will wissen welche Gegenleistung er dafür zu erwarten habe. Kaspar bietet die Seele von Max gegen die seine. Nach längerem Feilschen willigt Samiel ein und verlängert den Teufelspakt um weitere 3 Jahre.("Bei den Pforten der Hölle-
    Es sei ! Morgen er - oder DU !") - Es wird vereinbart, daß wie üblich, sechs Kugeln treffen und die siebte die des Teufels sei. Diese soll vereinbarungsgemäß Agathe ins Herz treffen. Wo ist Max - Ja er hat Wort gehalten - etwas verspätet - aber er ist da. Gemeinsam mit Kaspar giesst er nun die Freikugeln, die einzeln laut gezählt werden. Ein unheimlicher Spuk beginnt, der von Kugel zu Kugel immer wilder und lauter wird, und sich zum Inferno steigert.
    Bei der letzten Kugel fegt die wilde Jagd über die beiden Frevler hinweg - als jedoch die Kirchenglocke ein Uhr schlägt, verschwindet der Spuk, wie er gekommen ist. Es ist totenstill.




    3. AUFZUG: 1. Bild Vor Mitternacht In der Wolfsschlucht


    Auf einer Waldlichtung. Die Kugeln wurden auf Kaspar und Max aufgeteilt, Max bekam vier, Kaspar drei Freikugeln.
    Die werden auch prompt ausprobiert. Kaspar weiß es so einzurichten, dass schließlich jeder von ihnen nur mehr eine Kugel zu Verfügung hat.
    Max bemerkt dies zu spät. Verzweifelt fleht er "seinen Freund" Kaspar an, ihm seine letzte Kugel zu überlassen. Dieser weigert sich,
    und verschießt mit Absicht seine letzte Kugel. Es bleibt nun nur noch die Teufelskugel, die Agathe töten soll. Kasper triumphiert abermals...



    3. AUFZUG: 2. Bild Zimmer von Agathe


    Agathe hatte einen Alptraum ("Und ob die Wolke sie verhülle") Wieder versucht ihre Cousine sie aufzuheitern. Sie singt ein Spottlied auf den Aberglauben. ("Einst träumte meiner sel´gen Base")
    Endlich was Positives: Die Brautjungern erscheinen und bringen die Brautkrone ("Wir winden Dir den Junfernkranz")
    Aber was ist das ? Als Ännchen die Schachtel öffnet, befindet sich - oh Graus - eine Totenkrone darin. Die Stimmung ist scheinbar nicht mehr zu retten, die Brautjunfern singen die letzte Strophe ihres Liedes in moll.
    Ännchen sorgt für die rasche Beseitigung der unheilverkündenden Krone. Weil aber aud jeden Fall eine Brautkrone gebraucht wird, windet Ännchen eine aus den weissen geweihten Rosen die ein Eremit Agathe am Vortag geschenkt hat, und sie zugleich vor einer großen Gefahr gewarnt hat. Die Rosen winden sich fast von selbst und es entsteht eine wunderschöne Brautkrone....



    3. AUFZUG: 3. Bild Waldlichtung


    Tag des Probeschusses in Anwesenheit des regierenden Fürsten Ottokar, der seine Jagdgesellschaft mitgebracht hat, die ein fröhliches Jagdlied anstimmt. ("Was gleicht wohl auf Erden dem Jägervergnügen") Nach dem Austausch einiger Freundlichkeiten bestimmt der Fürst eine weiße Taube als Ziel für den Probeschuß, eine leichte Aufgabe.
    In dem Augenblich wo Max auf die Taube schießt erscheint Agathe und ruft: "Schieß nicht Max - ICH bin die Taube" und fällt nach Max´Schuß scheinbar zu Tode getroffen zu Boden. Großes Entsetzen greift um sich.
    Auch Kaspar liegt im Todeskampf am Boden. Aber Agathe lebt, die geweihten Rosen des Eremiten haben Ihr Leben gerettet.
    Kaspar liegt im Sterben und verrät Teile des Geheimnisses.Dann holt ihn der Teufel.
    Der Fürst befiehlt nun Max, alles zu gestehen. Max erzählt reuevoll die gesamte Geschichte.
    Der Fürst will ihn, obwohl alle für ihn sprechen, nicht begnadigen,sondern verbannen, er meint Agathe wäre zu schade und zu rein für ihn.
    Da erscheint der Eremit und stellt den Probeschuß in Frage, ausserdem meint er , Max zu verbannen wäre zu hart und ungerecht.
    Der Fürst erkennt in dem Spruch des Eremiten eine höhere Macht. Er verzeiht Max und ersetzt den Probeschuß durch ein Probejahr.
    Nach Ablauf des Probejahres darf Max seine Agathe heiraten. Alle preisen Gott den Herrn.Der Vorhang fällt




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  • Szenenfolge


    Die Personen


    Ottokar, regierender Fürst (Bariton)
    Kuno, Erbförster(Baß)
    Agathe, seine Tochter (Sopran)
    Ännchen, eine junge Verwandte (Sopran)
    Kaspar, ein Jägerbursche (Baß)
    Max, ein Jägerbursche (Tenor)
    Samiel, der schwarze Jäger (Sprechrolle)
    Eremit (Baß)
    Kilian, ein reicher Bauer (Bariton)
    Brautjungfern (Soprane)
    Jäger, Landleute, Erscheinungen,
    Brautjungfern, Gefolge des Fürsten


    1.Akt, 1.-6.Szene:
    Vor der Waldschenke


    1.Szene: Volk, Max, Kilian
    2.Szene: Kuno, Kilian, Max, Kaspar, Jäger, [Volk]
    3.Szene: Kilian, Max
    4.Szene: Max, [Samiel]
    5.Szene: Kaspar, Max, [Samiel]
    6.Szene: Kaspar



    2.Akt, 1.-3.Szene:
    Stube im Försterhaus


    1.Szene: Agathe, Ännchen
    2.Szene: Agathe
    3.Szene: Agathe, Max, Ännchen


    2.Akt, 4.-6.Szene:
    Vor Mitternacht in der Wolfsschlucht


    4.Szene: Kaspar, Unsichtbare Geister
    5.Szene: Kaspar, Samiel
    6.Szene: Kaspar, Max, Erscheinungen, Samiel



    3.Akt, 1.Szene:
    Eine Waldlichtung


    1.Szene: Max, 1. & 2. Jäger, Kaspar


    3.Akt, 2.-5.Szene:
    Zimmer von Agathe


    2.Szene: Agathe
    3.Szene: Agathe, Ännchen
    4.Szene: Brautjungfern, [Agathe]
    5.Szene: Ännchen, Agathe, Brautjungfern


    3.Akt, 6.Szene:
    Waldlichtung


    6.Szene: Ottokar, Kuno, Max, Kaspar, Agathe, Ännchen, der Eremit, Brautjungfern, Jäger, Treibleute, Volk

  • Hier die bisherigen wichtigsten Links zu der Oper, neben denen es natürlich noch viele Einzelbeiträge gibt, die mit Eingabe des Titels in der Suche zu finden sind:


    Da wäre zunächst der TMOO-Thread, in dem sich klare Präferenzen für die Aufnahmen von Carlos Kleiber und Joseph Keilberth mit der wunderbaren Agathe von Elisabeth Grümmer herausbildeten:
    TMOO - Freischütz, Der


    Besonders informativ ist natürlich der schon alte, aber noch immer erfreulich aktive Thread zur Oper: Carl Maria von Weber: Der Freischütz


    Daneben gbt es noch diverse Inszenierungsthreads, nämlich hier:
    Der FREISCHÜTZ an der DOB
    und hier:
    Freischütz Salzburg 2007
    und hier:
    Staatstheater Wiesbaden, Der Freischütz, 22.02.08


    :hello: Jacques Rideamus


  • Webers "Freischütz" von 1944 - erschienen beim Label Profil Hänssler. Ein ganz bemerkenswertes Dokument, das ich mit wieder einmal vorgenommen habe. Es stimmt nachdenklich. Das Jahr der Einspielung ist nicht irgendeines. Es ist ein deutsches Schicksalsjahr. Keine neun Monate später würde nach dem verheerenden Bombenangriffen von der Stadt, in der Weber seine bekanntestes Oper komponierte, fast nicht mehr übrig sein. Auf diese historischen Umstände wird in der – wie immer bei Hänssler vorzüglichen und reich bebilderten Dokumentation zu Recht gebührend hingewiesen. Eine Ungereimtheit ist allerdings durchgegangen. Einmal heißt es, die Oper sei in der Staatsoper Dresden aufgenommen worden und zwei Originalbänder seien nicht mehr abspielbar, weshalb von einer unvollständigen Gesamtaufnahme die Rede ist. An anderer Stelle wird die zum Studio umfunktionierte Eingangshalle des Hygienemuseums, später Steinsaal genannt, als Aufnahmeort genannt. Die bewussten Bänder sind nach dieser Darstellung nicht mehr vorhanden. Ob nun verloren gegangen oder gar nicht produziert, lasse sich nicht mehr feststellen. Was denn nun?


    Der Verlust hält sich in Grenzen. Es handelt sich um den Beginn des Walzers im 1. Akt und um den Anfang des Aktes 3. Bei der technischen Aufbereitung wurde sehr geschickt geflickt. In der Substanz bleibt das Stück unberührt. KARL ELMENDORFF am Pult der Dresdener Staatskapelle nimmt sich sehr viel Zeit. Allen Sängern eröffnet sein überwiegend getragenes Tempo alle Möglichkeiten, jede Nuance und jedes noch so kleine Detail ihrer Partien zum Ausdruck zu bringen mit einer Wortdeutlichkeit, die heute längst verloren gegangen ist. Exemplarisch steht dafür die Agathe von MARGARETE TESCHEMACHER. Ihre Gesangskunst lässt schnell vergessen, dass sie nicht mehr die Allerjüngste ist für diese Partie. ELFRIDE TRÖTSCHEL, die in der Dresdener Nachkriegsaufnahme der Oper unter Kempe zur Agathe aufrückt, singt hier noch das Ännchen. Ein idealer Max ist LORENZ FEHENBERGER. Die Nöte, die Unsicherheit und die Angst, die diese Figur umtreiben, kommen selten so zum Tragen wie bei ihm. Der manchmal zu Übertreibungen neigende KURT BÖHME bringt als Kaspar die Ambivalenz seiner beiden Arien eindrucksvoll zur Geltung.


    Im Vergleich mit Ausgaben dieses Freischütz, die nicht auf Originalbändern aus den Deutschen Rundfunkarchiv beruhen, schneidet die Hänssler-Box am besten ab – und das meilenweit. Alle Musik klingt dunkel, geheimnisvoll, samtig und nicht so entsetzlich blechern wie bei den meisten Konkurrenzprodukten.

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."