ADRIANO – eine vielseitige schillernde Dirigentenpersönlichkeit

  • Wie schon dort:


    Erinnerungen an verstorbene und Geburtstags-Glückwünsche an lebende Musiker


    so möchte ich auch hier unserem "Tamino-Dirigenten" Adriano heute zum 74. Geburtstag gratulieren:



    Herzlichen Glückwunsch, lieber Adriano!


    Willi :jubel::jubel::jubel::jubel::jubel:

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Dafür nicht lieber Adriano,


    und weiterhin Gesundheit und Zufridenheit und hoffentlich noch viele schöne Aufnahmen von dir.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Na ja, sieht leider nicht so aus, dass sich Labels oder Sponsoren weiterhin mit mir beschäftigen wollen... Dabei hätte ich noch einige interessante Projekte!
    Aber die Gesundheit im Alter ist das Wichtigste, und damit kann ich ganz zufrieden sein :-)

  • Wie wäre es denn dann, lieber Adriano,


    mal mit einem Konzert bei uns im Konzerttheater Coesfeld:




    Am 5. 11 2017 waren deine Schweizer Kollegen vom Musikkollegium Winterthur da. Unter der Leitung von Thomas Zehetmayer und Mit Mischa Maisky als Solisten gaben sie die Kammersinfonie Nr. 2 von Dubugnon, das Cellekonzert Nr. 1 von Saint-Saens und die Sechste Beethoven. Es wäre sicherlich möglich, mit der Intendantin, Frau Dr. Hoppe-Oehl, zu sprechen, ob so etwas möglich ist.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Ich mache immer wieder Entdeckungen im Tamino-Universum. Dieser thread ist so ein Schatz, den ich nach einem Hinweis unseres Mitgliedes Joseph II, heben durfte, nachdem ich mir die Marco Polo Aufnahme von Ottorino Respighis "La Primavera" und die "Quattro Lirichi su poesie populari armene" angehört hatte.



    Schön, dass auf diese Weise unser Mitglied Adriano Beachtung findet.


    Es grüsst


    moderato

    .

    Alleen / Alleen und Blumen // Blumen / Blumen und Frauen // Alleen / Alleen und Frauen // Alleen und Blumen und Frauen und / ein Bewunderer


    Aus Solidarität mit Eugen Gomringer habe ich die Übersetzung eines seiner Poeme gesetzt, weil dieses Gedicht, das sich an einer Hausfassade in spanischer Sprache befindet, überpinselt werden muss. Grund: Sexismus-Vorwurf
    .

  • Danke sehr, moderato, dass Du mich "gefunden" hast. Das mit meinem Souffleur-Beruf an der Oper (ich war "maestro suggeritore", also einer der im Kasten mehr dirigiert und Einsätze gibt als Texte flüstert - es gibt nämlich viele Dirigenten die sich nicht so sehr um die Sänger kümmern - oder es gibt "moderne" Komponisten, die ihre eigenen Werke dirigieren dürfen/müssen und es sehr schlecht können!) ist schon lange her. Dann habe ich oft wochenlange szenische Proben mit einem Korrepetitor dirigiert, denn manche Dirigenten hatten auch dafür keine Zeit. Und so konnte ich Vieles dazulernen.

    In einigen Monaten werde ich 75 Jahre alt...

    Für Marco Polo-Naxos habe ich 30 CDs eingespielt, dann noch 19 weitere für Sterling, Inedita und Guild. Aber auch das gehört bald zur Vergangenheit, denn für meine verrückten Projekte gibt es keine Sponsoren mehr.

  • Danke, Joseph II :-)

    Die Reformations-Symphonie ist die einzige Aufnahme, die ich im legendären Grossen Saal des Tschaikowsky-Konservatorium aufnehmen durfte. Diese Partitur habe ich Note für Note ab einer Manuskript-Kopie mit Notations-Software neu ediert und auch das Orchestermaterial extrahiert. Aus unerklärlichen Gründen sind mir diese Dateien alle verloren gegangen, hab nur noch das PDF der Partitur...

  • Alfred schrieb zu Beginn dieses Threads:

    Zitat

    Er gilt als Spezialist für Respighi und unbekannte Schweizer Komponisten.

    Genau das, nämlich Respighi-Spezialist zu sein, hatte ich im Hinterstübchen, als ich nach der Einstellung der Inhaltsangabe des Balletts "La Boutique Fantasque" bei den Werbepartnern nach Aufnahmen dieses Werkes unter dem Dirigat von Adriano suchte. Fündig bin ich nicht geworden. Leider.


    Hier eigentlich O.T., aber ich möchte doch Willis Gratulation zu Adrianos 74. Geburtstag aufgreifen ( ich einigen Monden bin ich dann auch dran) und nachträglich herzlich gratulieren: AD MULTOS ANNOS!


    :hello:

  • Danke, musikwanderer :-)


    Respighi's "La Boutique Fantasque" wurde, seit der 78er Touren Aera, bis zum Gehtnichtmehr auf Tonträgern eingespielt, vor allem von seiner Suite. So was macht für mich als Dirigent keinen Sinn. Ich nehme nur Raritäten oder Neuentdeckungen auf.


    Gesamtaufnahmen dieses Ballets: davon gibt es schöne CD-Einspielungen, angefangen durch Richard Bonynge (Decca), John Neschling (Bis), Gianandrea Noseda (Chandos) und Marzio Conti (jpo), doch, ehrlich gesagt, auf LP sind damals noch bessere Einspielungen realisiert worden, z.B. von Antonio Janigro (Vanguard), Georg Solti und Ernest Ansermet (Decca), Eugene Goossens und Lamberto Gardelli (EMI), Andrew Davis (CBS)...

    Bevor ich sie nach Bologna verschenkte, hatte ich in meinem Archiv fast 90% aller 78er Touren und LPs (und auch bereits viele CDs) mit Musik von Respighi, was auch heisst, dass ich diese Aufnahmen gut kenne. Zuhause habe ich heure nur noch ausgewählte Titel und CDR-Transfers von 78er Touren (falls jemand mal was braucht: gerne!).

    Die dritte Auflage meiner Respighi-Discographie wird nächstes Jahr in Form einer Database-Datei erscheinen, sie wird über 1500 verschiedene Aufnahmen auflisten, die von Respighi-Werken je gemacht worden sind.

    Die zweite Auflage von 1996 (in Buchform), die bereits 834 Aufnahmen listete, kann ich gerne als PDF an Interessenten liefern. Die Erstauflage von 1979 listete 266 Aufnahmen.

    Das war aber noch bevor Respighi copyright-free geworden war (2006), also musste man noch Autorenrechte bezahlen. Ricordi verlangte damals (und auch heute noch) hohe Leihgebühren fürs Orchestermaterial, was viele kleinere Labels abschreckte. Heutzutage gibt es andere Quellen, die solche Materialien zur Verfügung stellen, ohne dass gewisse Rechte verletzt werden.


    Und zum Geburtstag sollen man nie im Voraus gratulieren :-)

  • Apropos Raritäten und Neuentdeckungen: Durch Zufall stieß ich darauf, dass Du, lieber Adriano, 1989 ja auch die Filmmusik zur Les Misérables-Verfilmung von 1934 eingespielt hast. Diese steuerte niemand Geringerer als Arthur Honegger bei.




    Der Film des Regisseurs Raymond Bernard gilt unter Kennern sogar als die vielleicht gelungenste Filmadaption dieses bedeutenden Romans der Weltliteratur. In jedem Fall war es der erste nennenswerte Tonfilm des Stoffes (4½ Stunden lang). Diese Pathé-Produktion wurde aufwendig restauriert und erschien auf DVD und Blu-ray.


    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

    2 Mal editiert, zuletzt von Joseph II. ()

  • Ja ja, Joseph II; das waren noch Zeiten, als CD-Produzenten noch auf Ihre Künstler hörten und noch in sie investierten. Heute würde so was ohne Sponsoren nicht mehr möglich sein, ausser, natürlich, ich wäre ein Big Star...

    Diese Filmmusik-Reihe auf Marco Polo entstand 1987 auf meiner Anregung. 2001, nachdem ich 15 CD eingespielt hatte, hiess es plötzlich: "alle weiteren Projekte gestrichen", dieses Repertoire würde sich nicht mehr gut genug verkaufen". Trotzdem wurden in den letzten Jahren 10 dieser "nicht gut verkäuflichen" CDs neu auf Naxos aufgelegt, und zwar mit sehr hübschen Covers...

  • Und hier gleich nochmals, Joseph II (das Bearbeitungstool von "Tamino" scheint nicht immer zu funktionieren):


    Die Reihe „Marco Polo Film Music Classics“ entstand 1987 durch meine Initiative. Das war noch zu den Zeiten, wo sich Producers von ihren Künstlern inspirieren liessen und wo sie in ihre Künstler investierten. Heute geht nichts mehr ohne Sponsoren – ausser, natürlich, man ist ein Star und produziert auf einem Big Label das übliche Klassik-Repertoire. Bereits gegen Ende meiner Marco Polo/Naxos Tätigkeit kam das Gejammer immer öfter hoch und die Nachfrage, ob ich für dieses oder jenes meiner „obskuren Projekte“ (Originalzitat!) keine Sponsoren auftreiben könnte.

    Um 2000 hiess es dann plötzlich, meine CDs würden sich nicht gut genug verkaufen und somit wurden die noch offen stehenden Projekte gestrichen. Eigentlich hiess es, die ganze Filmmusik-Reihe würde ohnehin auslaufen, was dann alles andere als stimmte. Vielleicht auch nur eine faule Ausrede, um mich loszuwerden :-)

    Denn merkwürdigerweise wurden in den letzten Jahren 10 dieser schlecht verkäuflichen CDs auf Naxos wiederveröffentlicht, und sogar mit schöneren Covers…

    Die „Le Misérables“-Gesamtaufnahme ist meine 2. CD als Dirigent; die erste war eine Honegger-Anthologie mit einer Suite aus „Les Misérables“ – was mit der späteren Aufnahme nichts zu tun hatte - es wurde alles neu aufgenommen. Auf derselben befindet sich auch Honeggers Musik zu den genialen Abel Gance-Stummfilmen „Napoléon“ (die Suite) und „La Roue“ (die Ouvertüre). Die restliche Musik bestand damals aus Arrangements von Stücken anderer Komponisten. Obendrein durfte ich auch noch die wundervolle Suite zu „Mermoz“ einspielen.


    Die von Dir erwähnte DVD-Edition von „Lés Misérables“ ist grossartig. Angeblich ist man auch dabei, eine von „La Roue“ zu vollenden – mit all den damals verwendeten Musikstücken! Von „La Roue“ gibt es bereits eine remasterte Version mit einem exzellenten Score von Robert Israel.

  • Das stimmt absolut mit dem Schatz! Den Respighi habe ich mir eben gleich bei jpc bestellt! Was für wunderbare Musik und toll aufgenommen, sagt mir schon das Reinhören!

    In einigen Monaten werde ich 75 Jahre alt...

    :thumbup:Ich wünsche Ihnen, lieber Adriano - und uns natürlich! - noch viele weitere eindrucksvolle Aufnahmen abseits des Mainstream-Repertoires!


    Schöne Grüße

    Holger

  • RE: Honegger - Les Miserables / Respighi - frühe Ballette

    Trotzdem wurden in den letzten Jahren 10 dieser "nicht gut verkäuflichen" CDs neu auf Naxos aufgelegt, und zwar mit sehr hübschen Covers...

    Die Naxos-CD von Les Miserables habe ich auch seit mind.10Jahren in meiner CD-Sammlung und direkt am Cover erkannt. Ich wusste gar nicht mehr, dass Du Adriano der Dirigent bist. Damals gekauft um meinen Honegger weiter komplett zu machen.

    :| Das mit dem "Nicht gut verkäuflich" kann ich schon gut nachvollziehen. In der Regel "verschlinge" ich neue CD´s. In Diese hatte ich damals nur mal kurz reingehört und ehrlich gesagt dann bis heute nicht mehr angerührt ... der Aha-Effekt blieb aus.

    8) Ich habe die CD aber jetzt raus gelegt um mir in Kürze mal ganz anzuhören (oder auch nicht ganz ... ) - ich werde berichten !




    Ich bin ja grosser Respighi-Fan.

    Aber es gibt auch Respighi-Werke, die so ganz und gar nicht überzeugen können.

    Eine MarcoPolo-CD, die sich nicht mehr in meinem Bestand befindet, müsste diese hier gewesen sein:


    MarcoPolo, 1991, DDD


    Die CD gibt es jetzt auch in der Übernahme auf NAXOS. :huh: Nun ja, ich kann ja auch nicht dafür, aber ich habe mich bei Respighi noch nie so gelangweilt ... :untertauch:

  • Bei Respighi geht es mir wie immer. Zu seinen im barocken Stil gehaltenen Werken bekomme ich keinen Zugang. Dagegen begeistert mich seine römische Trilogie immer und immer wieder.

    Dank dieses Threads bin ich nun auf La Primavera aufmerksam geworden. Vorher kannte ich noch nicht einmal den Titel. Wikipedia bringt im deutschen Teil zur Musik gar nichts, es wird lediglich Botticellis Gemälde beschrieben. Aber immerhin ist damit wenigstens eine Zuordnung ersichtlich, man erfährt (wenn man das Gemälde nicht schon kennt) worum es geht.

    Ich habe mich mal in die youtube-Einstellung eingehört und kann Adriano nur beipflichten (wie vermessen von mir!!), in der Besetzung und in der Sogwirkung Ähnlichkeiten zu den Gurreliedern zu erkennen. Mit Miroslaw Dvorsky steht ihm ein phantastischer Tenor zur Verfügung, und das slowakische Orchester und der Chor erfüllen allerhöchste Ansprüche. Ich habe allergrößte Hochachtung, wie man ein so großartiges Werk in Töne auf das Papier bringen kann und kann mir eigentlich gar nicht vorstellen, welche Arbeit dahintersteckt, einen solchen Riesenapparat musikalisch zu beherrschen. Entsprechende Stimmung vorausgesetzt, werde ich mir La Primavera in aller Ruhe und nach entsprechender Vorbereitung (was wohl nur über Botticelli geht) zu Gemüte führen. Ich nehme an, Gefallen daran finden zu können, vielleicht sogar noch mehr.


    Herzlichst La Roche

    Musik ist eine heilige Kunst - Hugo von Hofmannsthal. Aussage des Komponisten aus der Oper "Ariadne auf Naxos" mit der Musik von Richard Strauss.


  • Sehr beeindruckend ist diese Oper in einem Akt von Respighi....



    stilistisch kann ich das irgendwie nicht ganz einordnen.

    Besonders Beeindruckend ist die Schlussarie der Lucrezia!

    Das Libretto ist von Claudio Guastalla , nach Livius und William Shakespeare ‚s The Rape of Lucretia .

    Da Respighi vor Vollendung starb wurde die Oper von seiner Ehefrau Elsa und einem seiner Schüler, Ennio Porrino vollendet! . Die Premiere von Lucrezia fand am 24. Februar 1937 im Mailänder Teatro alla Scala.


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Danke, Fiesco :-)

    Respighi wollte etwas im Stile Monteverdis konzipieren (wie ich in meiner Textbeilage erläutere) - was neuartig-Neoklassisches versuchen. Er vergötterte diesen Komponisten, ohnehin war er ein Kenner alter Instrumental- und Vokalmusik und er liebte das sogenannte "recitar cantando" (wie auch sein Arrangemant von Monteverdi's "Lamento d'Arianna", das damals ein Riesenerfolg war - oder aber auch einige seiner Klavierlieder. Natürlich konnte er es in "Lucrezia" zwischendurch nicht immer verkneifen, in Puccinis Wasser abzuweichen... Damals entstand in Italien eine grosse Monteverdi-Renaissance, Malipiero hatte bereits 1922-26 eine 17-bändige Neuedition sämtlicher Werke für Ricordi redigiert - dies war überhaupt das erste Mal in Italien, dass eine solche "kritische" Gesamtedition entstand - und Respighi stellte eine "freie Fassung" von "Orfeo" her, die 1935 erfolgreich an der Scala uraufgeführt wurde (diese wurde 1995 von Claves, anhand einer italienischen konzertanten Aufführung auf CD einegspielt). Gegenüber heutiger musikwissenschaftlichen Erkenntnissen würde diese (Kurz-) Fassung für ein "romantisches" Symphonieorchester nicht mehr standhalten. Doch gerade 2017 wurde sie in den USA (Chautauqua Opera) szenisch wiederaufgeführt (angeblich als USA-Premiere dieses Werks).

    Was die Textvorlage von "Lucrezia" betrifft, ist es vielleicht interessant zu bemerken, dass es hier um die gleiche Vorlage handelt (das Bühnenstück "Le viol de Lucrèce" von André Obey), das Britten später für seine "The Rape of Lucrezia" verwendet hat. Natürlich basiert es auf Titus Livius und Shakespeare. Nach Respighis Angaben hat Claudio Guastalla das Werk bearbeitet und vereinfacht. Daher auch nur einen Mezzosopran für die Partie des "Rezitanten", wobei bei Britten zwei Rezitanten wie im Originalstück vorkommen.

  • teleton Was die CD mit Respighis Ballette betrifft, hast Du nicht ganz unrecht. Ich schreibe ja auch in meiner Textbeilage, dass Respighi diese aus Gefälligkeit und mit der linken Hand geschrieben hat. Doch "La Pentola magica" ist das wertvollste Stück, finde ich - auch aus dem Grund, dass Respighi eine Hommage an Russland macht, wo er ja früher als Mitglied des Gastpielorchester der Italienischen Oper gespielt hat. Vergleich man den Track "Tanz der tartarischen Schützen" in der Neuorchestrierung Respighis mit derjenigen (originalen) Anton Rubinsteins, dann siehst Du was für ein besserer Handwerker Respighi war!

    Übrigens ist nur "La Pentola magica" - und nicht die ganze CD von Naxos übernommen worden - neu gekoppelt mit "La Primavera".

  • Zitat von adriano

    Natürlich konnte er es in "Lucrezia" zwischendurch nicht immer verkneifen, in Puccinis Wasser abzuweichen...

    Hallo adriano, mich hat das eher an Schreker erinnert, siehst du das anders!?


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Hallo adriano, mich hat das eher an Schreker erinnert, siehst du das anders!?


    LG Fiesco

    Das sehe ich nicht so, aber jedem seine Meinung. Hör Dir mal die grosse Arie Tarquinios an; da steckt Scarpia dahinter! Und ich bin mir nicht sicher, ob Respighi Schrekers Musik kannte, jedenfalls fand ich nirgendwo eine Erwähnung in seinen Briefen. Die Orchestrierung von Lucrezia ist ziemlich kammermusikartig, übrigens. Respighi kannte aber Joseph Marx gut... Und der hat sich schon von Respighi (und von Schreker) inspirieren lassen.

  • Diese Aufnahme ist der Knaller, kam heute mit der Post, und ich bin beim 4ten Durchgang!

    Ja da kann ich JosephII und Moderato dankbar sein! :hail:

    Und natürlich Adriano für das wundervolle Dirigat sowie allen Sängern!

    Wie ich es einordnen soll ist mir immer noch nicht ganz klar, aber das macht überhaupt nichts, denn es gefällt mir ausnehmend GUT!


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

    Einmal editiert, zuletzt von Fiesco ()

  • Vielen herzlichen Dank, Fiesco :-)

    Diese schwierige Stück habe ich aus einer Photocopie des Originalmanuskripts dirigiert, eine Partitur hat Universal-Edition nie gedruckt, nur den Klavierauszug. Dort ist parallel eine Deutschübersetzung der gesungenen Texte unterlegt. Ich wollte den ital. Originaltext im Booklet reproduziert haben, hätte sogar eine Englischübersetzung gemacht, doch Universal verlangte dafür eine allzu grosse Summe; also habe ich eine Art Resumé verfasst. Die Titel der einzelnen Episoden sind von mir, Respighi hatte keine gesetzt.

    Übrigens sind alle Coverpictures der von mir dirigierten Marco Polo-CDs von mir ausgewählt worden - ausser natürlich deren späteren Naxos-Wiederveröffentlichungen... Diese ab Fotos nachgemalten Komponistenporträts auf den früheren Naxos-CDs waren einfach grauenvoll, und ich bin froh, dass ich mich durchsetzen konnte.


    Hab Dir soeben eine (deutsche) Einführung, die damals veröffentlicht wurde, hochgeladen:

    http://www.mediafire.com/file/w0sowp4vqr6ci9m/RESPIGHI+-+La+Primavera+-+Einführung.pdf

  • Das ist wirklich eine ganz wunderbare Aufnahme, lieber Adriano! Für den Impressionismus habe ich sowieso eine Schwäche seit meiner Jugend. Dazu kommt, dass ich mich sehr viel mit Lebensphilosophie beschäftigt habe. Das finde ich ist ein hoch interessantes Thema - Lebensphilosophie und Jugendstil in der Musik. Da gehört La Primavera von Respighi dazu (was ich bislang gar nicht kannte), "Printemps" von Debussy, die "Lebensreifen" von Josef Suk (auch eine hoch interessante Komposition, finde ich) und auch die "Glocken" von Rachmaninow (da gibt es an gewissen Stellen sogar manche klangliche Ähnlichkeiten mit Respighi finde ich). Wirklich ganz toll finde ich die armenischen Lieder - die Musik hat ja fast schon Mahlersche Qualitäten! Ganz großartig! Eine Entdeckung für mich, für die ich mich nur bei Dir bedanken kann! :)


    Liebe Grüße

    Holger

  • Nochmals vielen Dank, Holger

    So ganz spontan: Dazu passen könnten noch Frederick Delius's "Mass of Life" (ein Stück für meine einsame Insel) Jan van Gilse's "Lebensmesse", Guy Ropartzs 3. Symphonie und Ernst von Dohnányis "Cantus Vitae", das gerade vor wenigen Tagen wieder am ungarischen Rundfunk ausgestrahlt wurde (es gibt noch keine CD davon, hab's aber abgezapft)