HAYDN Michael : Die Sinfonien

  • Michael Haydn: Sinfonie Nr 10 in F-dur Perger 45



    Viel gibt es über die Sinfonie Nr 10 nicht zu schreiben, vielleicht, daß sie daß sie vermutlich nach 1774 geschrieben wurde und einen Ausbund an Ausgewogenheit darstellt, sehr eingängig und flott

    Hier ist mir der IMO grundlegende Unterschied zwischen Michel und seinem Bruder bewusster geworden als bisher. Michaels Sinfonien sind ebenso klangschön wie die seines Bruders, aber es haftet ihnen eine gewisse "bürgerliche Betulichkeit" an, es gibt keine wirklichen Experimente und Überraschungen, alles ist aufeinander abgestimmt, aber nicht "aufregend" Das offensichtlich mit Absicht, weil der Erzbischof Colloredo sicher keine Auffälligkeiten in der Musik liebte. Michael Haydn - und auch Leopold Mozart - waren hier genau richtig am Platz


    1) Allegro molto
    2)Andante: in G-Dur
    3)Menuett und Trio: (Trio in d-Moll)
    4)Presto



    mfg aus Wien
    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Michael Haydn: Sinfonie Nr 11 in B-dur Perger 9



    Weniger beschwingt, dafür umso eleganter und gezierter als die Nr 10 gibt sich die Sinfonie Nr 11. Sie wurde 1766 in Salzburg geschrieben. Der österreichische Komponist und Musikwissenschafter Hans Gal hat sie Joseph Haydn zugeschrieben, stand mit dieser Ansicht indes nicht alleine da. Auch in den ersten Ausgaben des Hoboken-Verzeichnisses wurde sie geführt. Wikipedia widmet ihr keinen eigenen Eintrag, aber immerhin wurden sie neben der hier gezeigten cpo Aufnahme unter Bohdan Warchal zwei weitere veröffentlicht:

    Jene von Matthias Bamert und eine weitere mit dem Orchestre de chambre de Lausanne unter Christian Zacharias, die ich indes lediglich bei youtube gefunden habe. Genau diese habe ich hier verlinkt.



    mfg aus Wien

    Alfred

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  • Michael Haydn: Sinfonie Nr 12 in G-dur Perger 7


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    Wieder ein Steinchen mehr im Mosaik. Die Sinfonie Nr 12 zeigt ziemlich klar die Unterschide von Michael Hayn und seinem Berrühmteren Bruder: Michael war ein guter Handwerker und zuverlässiger Komponist im Dienste seines Herrn. Seine Werke sind meist gefällig aber selten mit Tiefgang oder besonders originell. Joseph indes war ein unruhiger Geist, ein stetiger Probierer und Tüftler (und geschickter Verhandler und Geschäftsmann) Es ist keine Schande Joseph Haydn unterlegen zu sein, denn das trifft auf 99% aller komponierenden Zeitgenossen zu. Josef war eben ein Ausnahmetalent.

    Die Sinfonie Nr 12 wurde aus entnommenen Instrumentalnummern des Singspiels "Die Hochzeit auf der Alm"(UA1768 Salzburg) zusammengestellt. Schon im 18. Jahrhundert wurde das Werk unter dem Titel "Symphonie periodique" verlegt und vermarktet....


    mfg aus Wien

    Alfred

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  • Michael Haydn: Sinfonie Nr 15 in D-dur Perger 41


    Es entfallen nun die Sinfonien 13 und 14. Sie sind gestrichen und auch am Gebrauchtmarkt nicht aufzutreiben.

    Setzen wir also fort mit der Sinfonie Nr 15. Ein äusserst sonniges, unkompliziertes und temperamentvolles Werk, das mich sofort begeistert hat. Insbesondere der rasante Finalsatz, der mit Hörnern aufgewertet ist....

    Dieser Finalsatz, sowie jener der folgenden Sinfonie nr 16 ist übrigens theamatisch mit dem Ballet-Singspiel "Hermann" verbunden, welches Haydn 1771 komponiert hat. Die Sinfonie wurde übrigens eine zeitlang fälschlicherweise Joseph Haydn zugeschrieben.



    mfg aus Wien

    Alfred

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  • Michael Haydn: Sinfonie Nr 16 in A-dur Perger 6


    Diese Sinfonie dürfte zeitnah zur Sinfonie Nr 16 entstanden sein. Mit dieser teilt sie einige Besonderheiten. Benso wie Nr 15 ist der Finalsatz aus Themen aus dem Ballett-Singspiel "Hermann" zusammengestellt. Ebenso ist die Einteilung der Sätz eigenwillig: Das Menuett steht vor dem Andante. Und auch sie wurde zeitweilig Joseph Haydn zugeschrieben.

    Das Werk ist wenniger furius, dafür aber harmonisch ausgewogen und klangschön.



    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Tamino XBeethoven_Moedling Banner
  • Nur der Vollständigkeit halber hier die Symphonien 13 und 14, die 13 eingespielt von der der Bournemouth Sinfonietta unter Harold Fabermann, entstanden ist das viersätzige Werk wohl 1768, auch ein unkompliziertes Werk, mit der Besonderheit das der dritte Satz aus zwei Menuetten besteht. Wie auch die 14. sind diese noch bei einigen Streaminganbietern zu finden.


    Die dreisätzige Symphonie No 14 dauert gerade einmal rund eine Viertelstunde, und wurde eine zeitlang Joseph Haydn zugeschrieben. Hier eine Aufnahme der Deutschen Kammerakademie Neuss unter Frank Beermann, interessant ist bei dieser das Fagott-Solo im zweiten Satz, der auch die Nebenbezeichnung "Concertino per il Fagotto" trägt.

    De gustibus non est disputandum :saint:


  • Von den Sinfoniern MICHAEL HAYDNs schätze ich besonders die Sinfonie Nr. 21 in D-dur MH 272 - Perger 42, komponiert 1777/78, die ganz im Stile der Wiener Klassik gehalten ist und doch sehr an seinen Bruder JOSEPH HAYDN erinnnert. Er hatte das Pech, einen so berühmten Bruder zu haben, aus dessen Schatten er nicht herauszutreten vermochte, obwohl MOZART sehr seinen Kompositonsstil schätzte. Besonders in der Einspielung durch das WIENER KAMMERORCHESTER unter CARLO ZECCHI, erschienen unter dem Label Amadeo, kann man an dieser Musik großen Gefallen finden. CARLO ZECCHI war nicht nur ein international sehr geschätzter Dirigent, sondern auch ein glänzender Pianist. Vor allem unternahm er zahlreiche Gastspöiele durch die USA. Das WIENER KAMMERORCHESTER leitete er von 1964 - 1976. Er leitete daneben aber auch noch andere Orchester als Gastdirigent in der ganzen Welt. Mehrere Touneen führten ihn auch nach Japan. Bekannt und geschätzt wurde er u. a. mit seiner Aufnahme von SCHUBERTs Unvollendeten und BERLIOZ's Symphonie Fantastique, nicht zuletzt aber auch mit seiner Aufnahme von BEETHOVENs Klavierkonzert Nr. 4 mit CLARA HASKIL. Wunderbar auch seine Einspielung des Oboenkonzertes G-dur von DITTERSDORF mit dem exzellenten Oboisten MANFRED KAUTZKY, und JOSEPH HAYDN's Ouvertüre zu "L'Infedellta de LUSA" .

    Mit dem WIENER KAMMERORCHESTER erklingt seine Aufnahme von MICHAEL HAYDN's Sinfonie Nr. 21 mitreißend und mit fast italienischem Brio.


    MiICHAEL HAYDN starb sehr verarmt und fast vergessen nach langer Krankheit in Salzburg.


    wok

  • MiICHAEL HAYDN starb sehr verarmt und fast vergessen nach langer Krankheit in Salzburg.

    Lieber wok.:hello:

    Sicher hast Du das einer jener rührseligen Biographien entnommen, wie sie dereinst zu Dutzenden kursierten. Erfreulicherweise ist das falsch. Michael Haydn war bis an sein Lebendehnde ein angesehener und beliebter Komponist. Sein Begräbnis 1806 war eines der prunkvollsten die Salzburg je gesehen hatte...


    LG

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Lieber Alfred,


    Meine Information stammt nicht von einer rührseligen Biogrpahie - ich habe mich mehr mit den Werken MICHAEL HAYDN's beschäftigt als mit Biogrpaphien über ihn - sondern u. a. aus Harenberg's Komponisten-Nachschlagewerk für klassische Musik. In der Regel sind deren Informaitonen über Musiker durchaus fundiert, doch da Du Dich offensichtlich sehr mit Leben und Werk dieses Komponisten beschäftigt hast, gehe ich nun davon aus, daß Deine Infomatiion den Tatsachen entspricht. Jedenfalls vielen Dank für diesen Hinweis.


    Viele Grüße

    wok