Entdeckungen: Neue Stimmen

  • Lieber Caruso, Deiner Bemerkung zu Lisa Otto folgend, ist es diese Aufnahme, die man dafür hören sollte? Es grüßt Hans


    ..., eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.
    -- Aydan Özoğuz

  • Lieber Caruso41,


    "Reinheit", "nicht von dieser Welt" - das kann ich beim besten nicht nachvollziehen. Sie ist eine zauberhafte Erscheinung, aber mit dieser Einschätzung komme ich beim besten Willen nicht mit.


    Du bist ja ein paar Tage älter als ich, insofern habe ich von den genannten Sophies nur Barbara Bonney live in der Rolle erlebt. Und die ist tatsächlich auch meine Lieblings-Sophie. Barbara Hendricks hätte ich sehr gerne in der Rolle erlebt.

  • Lieber Hans Heukenkamp!

    Deiner Bemerkung zu Lisa Otto folgend, ist es diese Aufnahme, die man dafür hören sollte?

    Dies ist wohl leider die einzige Aufnahme, die es von der Sophie Lisa Ottos gibt. Lisa Otto und die anderen Damen auf meiner Shortlist habe ich allesamt wiederholt live gehört. Allein darauf stütze ich meine Shortlist.


    Die Aufnahme der Berliner Premiere, die auf Gala veröffentlicht wurde, habe ich nur einmal gehört. Sie stammt ja nicht von Bändern des Rundfunks sondern ist auf einem Tonbandgerät (Vierspurgerät!!!!) aufgezeichnet worden, als der Mitschnitt im Radio gesendet wurde. Entsprechend muffig klingt der ganze Mitschnitt. Zudem wird das Hörvergnügen durch atmosphärische Störungen und Gleichlaufschwankungen getrübt.


    Zu Amartuvshin Enkhbat (vorgestellt in Beitrag #178)


    Lieber Kapellmeister Storch!

    Seit den Aufführungen die ich in Kiel von Enkhbat gehört habe, bin ich ihm leider nicht mehr begegnet.

    Was er aus seiner Stimme rausholt, ist unglaublich. Eine gewisse Ähnlichkeit mit dem großen Renato Bruson war mir vor der Pause nicht aufgefallen. Darauf haben mich erst Opernfreunde gestoßen. Und tatsächslich, so abwägig ist der Vergleich nicht.

    Ich hatte mich bei der Stimme eigentlich an Giuseppe Taddei erinnert gefühlt.
    Zumal in dem eher kleinen Opernhaus in Kiel klang sie ungemein füllig und rund. Sie hatte eine dramatische Wucht und Intensität, die stark an Taddei gemahnte ohne allerdings schon den Ausdrucksreichtum von Taddei zu erreichen.


    Wie auch immer: Enkhbat hat ja in einem Interview verraten, dass er fern in der Mongolei Aufnahmen von italienischen Baritonen der 40er und 50er Jahre wieder und wieder gehört und dass er so die Partien gelernt hat - noch ehe er Lesen und Schreiben konnte und ihm die Notenschrift bekannt war.


    Ich würde gern mal Amartuvshin Enkhbat wieder hören. Vor allem wäre ich auf seinen Don Carlo in ERNANI neugierig, da ich so viele begeisterte Berichte darüber gehört habe.


    Herzliche Grüße

    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Vielen Dank, lieber Stimmenliebhaber. Alle drei Punkte freuen mich!

    Lieber Stimmenliebhaber,

    bitte setze Deinen Entschluss in die Tat um . Deine Rückkehr in die allgemein schreibende Zunft wäre ein großer Gewinn für das Forum. Besonders im Opernbereich brauchen wir so fleißige Schreiber, wie Dich und Caruso. Freue mich, bald wieder Beiträge von Dir zu lesen.

    Herzlichst

    Hans (Operus)

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Es ist, wie ich an anderer Stelle geschrieben habe, immer zu begrüßen, wenn "Verlorene" zurückkommen. Der obige Post aber, in dem "Bedingungen" für die Rückkehr gestellt werden, lässt nicht Gutes erwarten. Ich jedenfalls empfinde das als Anmaßung, denn Bedingungen hat von der Usern hier doch wohl keine(r) zu stellen. Vielleicht wäre der Griff an die eigene Nase und eine gewisse Bescheidenheit eher am Platze!


    :hello:

    Lieber Musikwanderer,


    da bin ich der gleichen Meinung. Ich denke, hier hat niemand dem anderen vorzuschreiben, was er sagen darf und was nicht. Alfred und die Moderatoren werden schon darüber wachen, was unter die rote Linie geht und den Rahmen der Höflichkeit und gegenseitigen Achtung sprengt. Niemand kann dem Forum auf seine Person abgestimmte Bedingungen stellen. Wenn ihm etwas am Forum nicht passt, ist das seine rein persönliche Sache, dann soll er ihm eben fernbleiben. Niemand sollte sich für unentbehrlich halten.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Niemand sollte sich für unentbehrlich halten.

    Wie gut, dass du deine Meinung dazu für unentbehrlich hältst! :hahahaha:


    Zum Thema ist meinerseits alles gesagt, ich lege keinen Wert darauf, mit anderen weiter darüber zu diskutieren, unter welchen Bedingungen ich mich hier einbringen möchte und unter welchen nicht - das ist nämlich (wie bei jedem anderen auch) einzig und allein meine ganz persönliche Entscheidung!


    Aber wie schön, dass auch du nunmal einen Beitrag im Thread "NEUE STIMMEN" beisteuern konntest! :D

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Tolle neue Soubrette aus Stuttgart: Josefin Feiler



    Heute möchte ich den Taminos eine vielversprechende junge Sängerin vorstellen, die Anlass zu großen Hoffnungen gibt: Josefin Feiler. In Augenblick ist sie an der Staatsoper Stuttgart fest engagiert. Obwohl sie dort noch vorwiegend im Soubretten-Fach eingesetzt wird, ist angesichts ihrer gut im Körper verankerten, klaren und zur Höhe hin schön aufblühenden Sopranstimme die Entwicklung zum lyrischen Fach vorgezeichnet. Wer den folgenden Ännchen-Ausschnitt hört, ist vielleicht gleich mir der Ansicht, dass sie in einigen Jahren auch die Agathe singen kann:





    Herzliche Grüße


    Lustein

  • Ich beurteile lieber Sängerinnen und Sänger, die ich auch live erlebt habe. Mir gefällt dieses Video nicht. Abgesehen von einigen unsauber gesungenen Stellen stört mich das doch recht harte Tremolo in der Höhe. Erschwert wird die Beurteilung dadurch, dass die Aufnahme mit Klavierbegleitung ist und offenbar in kleinerem Rahmen stattfand. Ich finde da Aufnahmen mit Orchesterbegleitung authentisch, möglichst auf einer Bühne, da es sich ja um eine Arie handelt. Aber trotzdem vielen herzlichen Dank für die Vorstellung der jungen Dame. Ich werde mal nach ein paar Kritiken forschen.

  • zu Josephin Feiler (vorgestellt in 1567)

    Lieber Lustein!

    Lieber Lustein,

    über Sängerinnen und Sänger etwas Valides zu sagen, wenn man sie nicht live gehört hat, ist immer riskant. Nach Möglichkeit vermeide ich das. Oft mögen Aufnahmen eine Hilfe sein, sich einen Eindruck von Stimme und Gesang zu verschaffen. Wenn jedoch die technische Qualität der Aufnahme so schlecht ist, wie auf der eingestellten ....

    Ich beurteile lieber Sängerinnen und Sänger, die ich auch live erlebt habe.

    Leider bringst Du wieder eine Entdeckung, über die man nach der mitgelieferten Aufnahme kaum etwas sagen. Du stellst Josefin Feiler als "eine vielversprechende junge Sängerin" vor, und kündigst an, sie gäbe "Anlass zu großen Hoffnungen". Das kann ich nach der Aufnahme nicht wirklich nachvollziehen. Ich hätte die gleichen Einwände, die Kapellmeister Storch bereits formuliert hat.

    Mir gefällt dieses Video nicht. Abgesehen von einigen unsauber gesungenen Stellen stört mich das doch recht harte Tremolo in der Höhe....

    Mag sein, dass "in the flesh" die nicht gerade makellose Intonation, die unsauber gesungenen Stellen und das harte Tremolo nicht so auffallen. Vielleicht macht sie mit ihrem musikdramatischen Energie auf der Bühne einen besseren Eindruck. Aber ohne, dass ich weitere Aufnahmen von ihr gehört habe, vermag ich dazu nichts zu sagen.


    Beste Grüße

    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


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  • Neues von Louise Alder (#816, 857f.)


    Viel Aufmerksamkeit in unserem Forum hat die Sopranistin Louise Alder bisher nicht gefunden. Dabei ist sie am Opernhaus in Frankfurt eine echte Größe im Ensemble geworden und einige der Frankfurter Produktionen, in denen sie mitwirkte, sind als DVD allgemein zugänglich.


    Wenn ich jetzt auf sie hinweise, dann geht es mir vor allem um die wirklich bemerkenswerten Liedprogramme, die sie auf CD eingespielt hat!

    Schon ihre CD mit Liedern von Strauss fand ich herausragend.
    Darauf hatte ich bei der Vorstellung der Sängerin bereits hingewiesen!


    Besonders interessant aber ist eine gerade bei Chandos veröffentlichte CD ’Lines Written During A Sleepless Night’.





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    Es ist nichts weniger als ein Stück Familiengeschichte der jungen Britin. Sie und der Pianist Joseph Middleton beginnen mit Rachmaninow und enden mit Britten, wobei sie Sibelius, Grieg, Tschaikowsky und Medtner auf dem Weg aufnehmen. Der geografische Fortgang der Musik spiegelt die Reise wider, die Alder's Urgroßeltern 1916 als Flüchtlinge von Odessa nach Finnland, Norwegen und schließlich nach Großbritannien führte.


    Die herrliche Stimme entfaltet sich frei und locker mit einer beglückenden Frische. Die hohen Töne leuchten ohne Schärfen. Sie bringt das Selbstbewusstsein und die Lebensfreunde der Jugend ebenso zum Klingen wie den Zweifel, das Leiden an der Einsamkeit und die aus der Erfahrung gewachsene Schwermut. Dabei hilft ihr ungemein, dass sie sehr bewusst mit der Sprache umgeht, ob das nun das Russische, Schwedische, Deutsche oder Französische ist. Ich kann nicht beurteilen, wie idiomatisch das Russische oder das Schwedische wirklich klingen - aber die Wortbehandlung wirkt durchweg sehr plastisch und kommunikativ.


    Hier eine Kostprobe:



    Und wo kann man Louise Alder auf der Opernbühne hören?

    Leider in den kommenden Monaten eigentlich kaum in Deutschland.

    Sie wird in San Francisco Händels PARTENOPE (unter Moulds neben Mack, Fagioli, Orlinsky u.a.) singen

    und in Glyndeboure die Anne Trulove in THE RAKES PROGRESS (unter Jakub Hrůša neben Ben Bliss* und Matthew Rose)


    *Ben Bliss ist in diesem Thread auch als NEUE STIMME vorgestellt worden (im Beitrag #998, 1000ff)


    Beste Grüße

    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


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  • Neues von Elsa Dreisig (Vorgestellt in den Beiträgen #956ff, 963, 966ff, 1160f, 1323)

    Auch von Elsa Dreisig gibt es eine neue CD mit Liedern:



    Ich verkneife mir mal, dazu mehr zu sagen.
    Es wäre schön, wenn ein anderer Freund der NEUEN STIMMEN Lust hätte, diese CD kurz vorzustellen.


    Vielleicht animiert diese Kostprobe:


    https://www.jpc.de/flv/019/0190295319489_1.mp4


    Bei Dussmann in Berlin geht die CD weg wie warme Schrippen!


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


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  • Ich verkneife mir mal, dazu mehr zu sagen.
    Es wäre schön, wenn ein anderer Freund der NEUEN STIMMEN Lust hätte, diese CD kurz vorzustellen.

    Lieber Caruso, warum kneifst Du denn? Das passt so gar nicht zu Dir. ;) Ich will die CD von Elsa Dreisig jetzt nicht eigentlich vorstellen. Das ist mir zu anstrengend. Ich aber kann gern einige Eindrücke beisteuern. Selbst besitze ich die CD nicht. Gehört habe ich sie auf Spotify. Nicht nur einmal. Nun ja. Wer die "Vier letzten Lieder" - aus welchen Gründen auch immer - in einer Klavierfassung vorträgt, braucht schon Mut und eine noch bessere Stimme. Das Timbre dieser Sängerin finde ich immer etwas kalt, aber das ist mehr oder weniger Geschmacksache. Ich vermisse die Eleganz beim Strauss. Die Aufschwünge und Bögen sind nicht immer durchgehalten und wackeln mir zu stark. Gleich beim "Frühling" fällt das besonders auf. Den Beginn aus der künstlichen Tiefe fand ich sogar leicht verunglückt. Warum neuerdings gern die "Malven" dabei sind, verstehe ich nicht. Überhaupt ist die Reihenfolge des Programms mit den dauernden Wechseln und dem Solo-Klavier nicht mein Ding. Am besten hat mir der Duparc gefallen, den ich als sehr elegant empfand, aber auch schon besser gehört habe. Ich hätte Frau Dreißig zu einer anderen Programmauswahl geraten. Am Beginn der Karriere würde ich nicht Lieder auf CD singen, die es x-fach auf Tonträgern gibt. Da würde ich in Bezirken wildern, die nicht sofort den Vergleich mit den Legenden heraufbeschwören. Es hat mir aber durchaus Freude bereitet, mich mit dieser Neuerscheinung zu befassen. :)

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold 1876

  • Die CD kenne ich noch nicht, die Sängerin ist mir jedoch noch in bester Erinnerung. Vor Jahresfrist war sie in Zürich eine hinreißende Manon, welche die Herzen der Zuschauer im Sturm erobert hatte. Das will beim Schweizer Publikum schon etwas heißen. Ihr Bühnenpartner Piotr Beczala trug allerdings auch seinen Anteil dazu bei.

    Beide Rollen sind den Protagonisten wie auf den Leib geschrieben. Ich fand die Aufführung besser als mit Netrebko/Beczala vor ein paar Jahren in New York.

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Lieber Caruso, warum kneifst Du denn? Das passt so gar nicht zu Dir. ;)

    Lieber Rheingold!


    Ich kneife wirklich nicht. Ich wollte einfach mal nicht der Erste sein müssen, der etwas zu einer Stimme oder einer neuen CD sagt. Viele sachkundige Melomanen haben zwar leider das Forum verlassen. Noch gibt es aber einige. Die Höreindrücke, die Du nun mitgeteilt hast, werte ich als eindrücklichen Beweis!


    Etwas anderes kommt hinzu: Ich besitze die CD bisher gar nicht. Spotify oder dergleichen habe ich auch nicht. Ich habe die CD einfach einmal in aller Ruhe bei Dussmann angehört. Mit Kopfhörern. Das ist für mich ungewohnt.


    Wer die "Vier letzten Lieder" - aus welchen Gründen auch immer - in einer Klavierfassung vorträgt, braucht schon Mut und eine noch bessere Stimme.

    Dass Du an der Qualität der Stimme Abstriche machst, kann ich gar nicht nachvollziehen. Sie hat eine Stimme, die kühl klingen kann aber auch samtig sinnlich, die den seelenvollen Ton für Baudelaire/Duparc ebenso hat wie die Verzweiflung, die bei Rachmaninow im überwältigenden Schrei schließlich explodiert. Wie sie bei 'La vie antérieure' ihren Kummer und ihre Traurigkeit in pure Resignation ausklingen lässt, hat mich einfach überwältigt.

    Sie findet Farben und Nuancen, die Seelenzustände zum Klingen bringen: zarte Liebesträume, Sehnsüchte, Verlangen, aber auch verblassende Hoffnungen, Kummer und Verzweiflung. Sie kann Emotionen zurückhalten oder verschleiern, und zugleich hörbar machen. Aber ihr gelingt auch der Ausbruch großer Leidenschaft. Und das alles mit einer ungemein reichenhaltigen und farbenreichen Stimme, die sicher beherrscht ist und mit hörbarer Sorgfalt und Sensibilität ganz in den Dienst einer Interpretation gestellt wird, die jede Vordergründigkeit meidet. Selbst in 'Morgen' lässt sie keine helle Morgendämmerung hören, sondern eher eine neblig dunstige Ahnung von einem Morgen.

    Ich will die CD von Elsa Dreisig jetzt nicht eigentlich vorstellen. Das ist mir zu anstrengend.

    Ja, das kann ich nachvollziehen.

    In die dramaturgische Idee, die hinter der ungewöhnlichen Abfolge der einzelnen Lieder steht, muss man sich erst einmal hineindenken.


    Elsa Dreisig und ihr kongenialer Pianist bringen ein Programm mit Liedern von Richard Strauss, Sergej Rachmaninow und Henri Duparc. Schon das ist eine eher eigenwillige Kombination. Noch ungewöhnlicher ist, dass die 'Vier letzten Lieder' von Strauss aufgeteilt werden und mit den Liedern der anderen Komponisten durchsetzt werden. So entsteht eine Reise durch Seelenzustände, die durch verschiedene Jahreszeiten hervorrufen werden.
    Alle Lieder hier teilen eine verträumte, nächtliche Stimmung und hinter ihnen lauert die Vergänglichkeit, auch der Tod. Zudem stiftet die Verwendung ähnlicher Harmonien in den Liedern der drei Komponisten einen überraschenden Zusammenhang. Ich habe die CD tatsächlich als Einheit empfunden. Als eine Reise durch Seelenlandschaften, die mich als Hörer sehr ergriffen hat.

    Am besten hat mir der Duparc gefallen, den ich als sehr elegant empfand, aber auch schon besser gehört habe.

    Kann sein! Vielleicht hat das eine Régine Crespin besser gesungen. Aber was sagt das gegen Dreisig und ihre höchst hörenswerte Aufnahme?


    Vielleicht können wir darüber noch weiter diskutieren? Wenn ich denn die CD angeschafft habe, werde ich sie noch mal sehr sorgfältig hören. Meinen Höreindruck werde ich also noch mal überprüfen. Aber ich freue mich schon darauf!


    So, lieber Rheingold, jetzt will ich Dir zum Schluss noch vielmals danken. Dein Beitrag hat mich richtig gefreut. Deshalb habe ich auch mein ganzes Hören und Erleben der Dreisig-CD für mich noch mal intensiv erinnert und reflektiert.


    Liebe Grüße


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


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  • Die CD kenne ich noch nicht, die Sängerin ist mir jedoch noch in bester Erinnerung. Vor Jahresfrist war sie in Zürich eine hinreißende Manon, welche die Herzen der Zuschauer im Sturm erobert hatte. Das will beim Schweizer Publikum schon etwas heißen.

    Lieber Siegfried,


    dann höre Dir die CD mal an. Ich bin gespannt auf Deine Eindrücke.

    Beste Grüße


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


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  • Meechot Marrero, Sopran aus Puertorico



    Heute stelle ich einmal eine "Neue Stimme" vor, die ich schon lange vorstellen wollte, von der es jedoch leider keine vernünftigen Aufnahmen gibt. Damit tue ich nun genau das, was ich neulich bei der Vorstellung von Josephin Feiler noch bemängelt hatte. Da ich aber nicht länger warten möchte, muss es jetzt so gehen.


    Ich habe die junge Sopranistin in einigen verschiedenen Rollen live erlebt. Sie ist mir sofort selbst in kleinsten Rollen aufgefallen. Sie hat meiner Meinung nach eine wunderschöne Stimme und sieht noch dazu gut aus. Ich habe sie auch mehrfach als Liu und als Micaela erlebt, Rollen, in die sie so langsam reinwächst und die sie an einem kleineren Haus vermutlich noch besser singen würde.



    Die Deutsche Oper Berlin stellt sie wie folgt vor:



    "Die junge puertorikanische Sopranistin Meechot Marrero gewann 2014 den Ersten Preis der Metropolitan Opera National Council Auditions. Außerdem ist sie Publikums-Preisträgerin des Fundación Angel Ramos Award und des Fundación Daisy Marrero Award. Eine enge Zusammenarbeit verbindet sie mit dem amerikanischen Komponisten Carlisle Floyd, nachdem sie an der VOICExperience Savannah teilgenommen hatte. Sie interpretierte de Fallas „Siete Canciones Populares Españolas“, Haydns „Die Schöpfung“, Mendelssohn Bartholdys „Ein Sommernachtstraum“ sowie Villa-Lobos’ „Bachianas Brasileiras“ No. 5 mit dem Puerto Rico Symphony Orchestra. Meisterkurse und Stipendien führten sie zum International Institute of Vocal Arts in Puerto Rico, zum International Vocal Arts Institute in Israel und Virginia, zur VOICExperience in Florida und Savannah sowie zu Opera as Drama in New York.



    Zum Rollenrepertoire der jungen Interpretin zählen u. a. Zerlina / DON GIOVANNI, Norina / DON PASQUAE, Concepción / L'HEURE ESPAGNOL und Mimì / LA BOHEME.



    In der Spielzeit 2016/2017 war Meechot Marrero der Deutschen Oper Berlin als Stipendiatin der Opera Foundation verbunden, seit 2017/2018 ist sie Stipendiatin des Förderkreises der Deutschen Oper Berlin e. V.



    Meechot Marrero begann ihre musikalische Ausbildung am San Juan Children’s Choir, studierte zunächst am Puerto Rico Music Conservatory, später im renommierten Yale Opera Program der Yale School of Music."



    Hier ein paar Eindrücke von YouTube:


    https://www.youtube.com/watch?v=F-XFPLG9_FI


    https://www.youtube.com/watch?v=YTSQ52wG1EU


    https://www.youtube.com/watch?v=ubycoDmWg8c


    https://www.youtube.com/watch?v=5oddovnuRo0

  • Zu Meechot Marrero (Beitrag #1576)


    Lieber Hans!

    Prima, dass Du Deine Ankündigung nun realisiert hast, und uns eine NEUE STIMME vorstellst.

    Mir ist Meechot Marrero bisher noch nicht begegnet. Selbst der Name ist neu für mich.

    Ich werde mich mal etwas auf die Suche nach Informationen über sie begeben! Vor allem werde ich Aufnahmen suchen, durch die man einen Eindruck von Stimme und Gesang der Sopranistin bekommt. Du hattest ja schon eingeräumt, dass Du noch keine "vernünftigen" Aufnahmen hast. Nach den eingestellten Videos mag ich mir keine Beschreibung oder gar Bewertung meiner Höreindrücke gestatten. Wenn sie an der DOB aber schon Michaela und Liù singt, bin ich natürlich neugierig.

    Also: Demnächst melde ich mich wieder.


    Erst mal: Besten Dank für das Weiterführen dieses Threads!

    Liebe Grüße

    Caruso41


    ;) - ;) - ;)


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  • Jessas, da muss ich mich ja entschuldigen!

    Der Herr Kapellmeister wird mir hoffentlich verzeihen!

    ;) - ;) - ;)


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  • Petr Nekoranec

    er wurde am 25.3.1992 in Nové Dvory bei Polná geboren.


    Er studierte Gesang am Konservatorium in Pardubice bei Jarmila Chaloupková und war Mitglied im Lindemann Young Artist Program an der Metropolitan Opera in New York. 2017 gewann er mit 25 Jahren den ersten Preis beim internationalen Gesangswettbewerb Francesco Viñas in Barcelona. 2012 war er als Vašek (Die verkaufte Braut) am Prager Nationaltheater zu erleben, 2013 sang er die Partie des Lindoro (L’italiana in Algeri) am Teatro Nuovo in Torino. Mit dem Coro Filarmonico Veneto und dem Orchestra Regionale Filarmonia Veneta trat er in Mozarts Requiem sowie in dessen Krönungsmesse auf. Von 2014 bis 2016 war er Mitglied des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper, wo er u. a. in den Partien von Parpignol (La Bohème) und Ein Tierhändler (Der Rosenkavalier) sowie in den Titelpartien von Rossinis Le Comte Ory und Brittens Albert Herring zu sehen war. Seit 2018/19 ist Petr Nekoranec Ensemblemitglied der Staatsoper Stuttgart und singt hier in seiner zweiten Spielzeit Graf Almaviva (Il barbiere di Siviglia), Gottesnarr / Obdachloser (Boris), Don Ramiro (La Cenerentola) und Ernesto (Don Pasquale).

    (Staatsoper Stuttgart)


    Ich konnte ihn in den 3 Partien in Stuttgart erleben und war sehr beeindruckt nicht nur des Gesanges wegen, auch außerordentlich von seiner Bühnenpräsenz!


    Hompage


    Die CD ist in meinen Ohren, sehr unterschiedlich angekommen, von sehr sehr Gut bis Gut. Ich hätte mir auch etwas von Rossini auf der CD gewünscht, es ist aber leider ein reines franz. Album herausgekommen.

    Aber was soll's ich höre sie trotzdem gerne!


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Zu Petr Nekoranec


    Lieber Fiesco,


    da hatte ich schon drauf gewartet, dass der junge Tenor hier vorgestellt wird!

    Hab Dank, dass Du das gemacht hast. Er ist wirklich ein Sänger der seinen Weg machen wird. Er ist ja noch nicht einmal 30 Jahre alt.

    Ich habe ihn bisher zweimal live gehört. Vor etlichen Monaten als Ruodi in Rossinis "Guillaume Tell" und im Konzert mit Brittens "Les Illuminations". Beide Male also im französischen Fach. Das dürfte auch seine Stärke sein. Zwar klingt sein französisch etwas breit slawisch, aber er hat Sinn für die Ars Gallica, das heißt er beherrscht den französischen Gesangsstil und füllt ihn mit echtem Leben! (Zur Erinnerung: Französischer Gesangsstil).


    Die Stimme ist sehr angenehm, aber außergewöhnlich finde ich sie nicht. Mich irritieren manche Töne und Phrasen, die merkwürdig stumpf klingen. Zumal wenn er - was ausgesprochen zu loben ist - längere Phrasen mit Mezza Voce spinnt.
    In der hohen Lage bei Britten fühlte er sich erstaunlich wohl. Seine Höhe ist ohne Frage bemerkenswert, wird allerdings mitunter zu sehr unter Druck erreicht. Das klingt dann nicht frei genug. Wenn man ganz kritisch sein wollte, würde man alarmierende Zeichen von Anstrengung anmerken. Nach den beiden Begegnungen mit Nekoranec kann ich natürlich nur eine ganz unvollständige und vorläufige Einschätzung geben. Ich werde mir mal die CD besorgen. Eine Sammlung französischer Arien lasse ich mir eigentlich ohnehin nicht entgehen.


    Liebe Grüße

    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Liebe Taminos,


    der hier so hoch gelobte Petr Nekoranec ist nicht gerade mein Favorit. Ich habe ihn in den letzten Jahren mehrmals an der Staatsoper Stuttgart und früher auch an der Bayerischen Staatsoper als Comte Ory erlebt und war nicht so angetan von seinem Tenor. Erst neulich habe ich ihn in Stuttgart im BORIS wieder als Gottesnarr und Obdachloser erlebt und war wieder alles andere als begeistert von ihm. Er hat eine recht weiße Stimme ohne viele Farben, die relativ flach ist und überhaupt nicht im Körper sitzt, was doch die Grundvoraussetzung einer guten Opernstimme sein sollte. Er sollte seinen Tenor dringendst in den Körper bringen und sich eine italienische Gesangstechnik zulegen. Im Augenblick halte ich ihn für einen der am meisten überschätzten Sänger.


    Herzliche Grüße und bleibt schön gesund


    Lustein

  • der hier so hoch gelobte Petr Nekoranec ist nicht gerade mein Favorit.

    Ist halt kein Brüller. :D


    Also ich habe gerade begonnen bei spotify mal in die besagte CD reinzuhören und bin eigentlich recht angetan, der Paris (Track 2), wo ich gerade bin, gefällt mir sehr gut, unten wird's von der Substanz her ein bissl dünne, aber eine schöne frei schwebende aparte Mittellage und auch keine Höhenprobleme. Gut, der absolute Spitzenton war jetzt klanglich nicht so frei wie der Rest, sondern schon ein bissl angestrengt, aber durchaus eine Stimme, der ich gerne zuhöre, weil eben nicht immer volle Power durchgebrüllt wird. Sicher ist er für's französische Fach, besonders geeignet, einen Lenski oder "Rusalka"-Prinz würde ich aber auch gerne mal von ihm hören wollen. (Gerade höre ich die Romeo-Arie, da ist sicher noch ein bissl Luft nach oben, aber die Leichtigkeit seines Singens, die er leider nicht ganz bis in die Extremhöhe mitnehmen kann) und sein flirrendes Timbre sprechen mich doch an.


    Edit 1: Die Nadir-Arie finde ich grandios gelungen!



    Edit 2: Und der Spitzenton in der Arie aus den "Trojanern" ist auch nicht von schlechten Eltern!


    Edit 3: Faust-Arie, Spitzenton (C?) nicht ganz optimal erwischt, aber dann ein tolles Diminuendo auf dem Ton.


    Edit 4: Die beiden Massenet-Arien am Ende der CD fand ich auch sehr gelungen.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Zu Petr Nekoranec (#1580f.)


    Lieber Stimmenliebhaber!


    Hab Dank für Deine Eindrücke von der CD mit französischen Arien. Da kann ich mir es sparen, ausführlicher auf die Intervention von Lustein einzugehen. Noch kenne ich die CD-Aufnahmen nicht, aber die Eindrücke, die Du mitgeteilt hast, kann ich eher mit meinen Live-Eindrücken in Übereinstimmung bringen als das, was Lustein schreibt.


    Liebe Grüße

    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Es wäre natürlich schön, würde Caruso alsbald in den Besitz dieser CD gelangen. Dann hätten wir eine gemeinsame Grundlage. Live habe ich


    Petr Nekoranec


    noch nicht gehört. Auf Spotify kann ich aber jederzeit wieder auf die CD zurückgreifen.

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold 1876

  • Viele Streaming-Dienste bieten dieser Tage Sonderangebote an. Zum Beispiel gibt es bei Tidal, wo streaming in hifi-Auflösung angeboten wird gerade ein Sonderangebot: Vier Monate für vier Euro.

  • Ich habe ihn, wie schon gesagt als Don Ramiro, Ernesto und Almaviva in Stuttgart gehört, mir hat er sehr gut gefallen!

    Ich nehme an, Lustein war immer in den Aufführungen in denen ich war nicht drinnen, schade für ihn! ^^

    Danach suchte ich nach irgendeinem Tonträger mit ihm, ( es gibt noch eine andere) die Arien CD habe ich dann bei Supraphon bestellt weil sie hier für viel später angekündigt war.


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)