Entdeckungen: Neue Stimmen

  • sorry, das habe ich einfach nicht auf dem Schirm gehabt.

    Das ist ja wirklich kein Problem.

    Hier soll ja auch zuvörderst über NEUE STIMMEN geschrieben und diskutiert werden und nicht über die Realitäten des Opernbetriebes. Dass beides ganz eng miteinander zusammenhängt, ist evident! Und dass künstlerische Entwicklungen und Karrieren von jungen Sängern anders aussehen, wenn sie betreut und behütet in einem Ensemble in den Beruf hinwachsen als wenn sie von Agenturen schon früh von Opernhaus zu Opernhaus gehetzt werden, dafür gibt es ausreichend Anschauung!

    Aber wenn wir darüber diskutieren wollten, sollten wir doch einen eigenen Thread dafür eröffnen. Skeptisch sehe ich allerdings, dass dabei viel mehr herauskommt als das 'früher-war-alles-besser'-Gejammer.


    Also wenden wir und wieder Kevin Amiel, Jonathan Tetelmann, Julie Fuchs, Konstantin Ingenpass und den anderen NEUEN STIMMEN zu!


    Liebe Grüße

    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Zu Kévin Amiel (Vorgestellt #2007 f, 2009ff, 2012)


    Lieber Orfeo,

    das ist eine ganz spannende Version von Mahlers Lied von der Erde.


    Ich wollte erst mal nur das 'Das Trinklied vom Jammer der Erde' hören, und habe gesucht, wo es denn anfängt. Sehr schnell hat mich die Bearbeitung für ein kleines Ensemble von Pedro García-Velasques aber ganz in seinen Bann gezogen. Sie geht viel weiter als die berühmte Bearbeitung von Arnold Schönberg, instrumentiert das Werk für eine extrem kleine Besetzung neu, gibt ihm eine 12minutige Einleitung und Zwischenspiele zwischen den einzelnen Liedern. Dadurch erschließen sich ganz neue Sichtweisen auf das Werk. Darüber könnte ich mir eine Diskussion in einem der Mahler-Threads bestes vorstellen.


    Hier geht es allerdings primär um die Sänger.

    Für sie wir es einfacher, weil sie sich nicht gegen das üppig besetzte Mahler-Orchester behaupten müssen.
    Zugleich sind sie aber mehr gefordert, weil sie nun auf eine viel intensivere Weise mit den Instrumentalisten zusammen musizieren müssen.

    Wie Kévin Amiel das tut, verdient wirklich höchste Bewunderung. Da beweist er aufs Neue seine feine Musikalität und seine Begabung für kammermusikalische Musizieren! Ganz toll. Stimmlich ist er in grandioser Form. Er hat keine Probleme mit den dunklen Tiefen im 'Trinklied' und den gefürchteten Höhen gibt er Klarheit und Strahlkraft. Dabei artikuliert er den Text in absolut akzentfreiem Deutsch. Zumindest wenn man seinen Bethge kennt, versteht man jedes Wort. Über die deutliche Artikulation des Textes verliert er erfreulicherweise nie die musikalischen Parameter aus den Augen, ist sich voll bewusst, dass er melodische Linien zu singen und zu modellieren hat, und sein Gesang zur Gestaltung der rhythmischen und harmonischen Zusammenhänge beitragen muss. Eine großartige Leistung in allen drei Liedern.


    Ob ich ihm auch eine so überzeugende Leistung zutraue, wenn er das Werk in der Originalfassung mit einem großen Orchester zu singen hätte, möchte ich nicht entscheiden. Mir hat diese Version fürs Erste so gut gefallen, dass ich darüber nicht nachdenken möchte.


    Dir, lieber Orfeo, erst mal herzlichen Dank für den Hinweis auf das Video!

    Und allen Melomanen, die nicht nur wieder und wieder die Arien von Rodolfo und Calaf, Nemorino und Enzo hören wollen, empfehle ich: Nehmt Euch die Zeit, das Video in alles Ruhe anzuhören! Es lohnt sich!


    Beste Grüße


    Caruso41




    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Die beiden zuletzt vorgestellten Tenöre, Jonathan Tetelman und Kevin Amiel, haben mich sehr beeindruckt. Ich danke allen, die mitgeholfen haben, sie hier so professionell zu präsentieren. Es ist wunderbar zu erfahren, dass es so außerordentlich vielversprechenden Nachwuchs unter den Tenören gibt.

    Und dieses "Trinklied vom Jammer der Erde" ist einfach ein derart großartiges Musikstück - da fehlen einem die Worte!

  • Kévin Amiel im "Lied von der Erde" - danke für diesen eindrucksvollen Hinweis. Er wird -soweit ich sehe- von Experten, die ihn näher kennen, als "lyrico spinto" eingeschätzt. So sehe ich ihn auch im Mahler-Tenorpart aufgrund der mir zugänglichen Kostproben nicht; er besitzt eine lyrische Stimme mit schönem, noch ausbaufähigem Fundament und einer großartigen Strahlkraft bis in die höchste Höhe. Anders lyrisch strukturiert, expansiver als Florez, Camarena, Barbera etc. Für das "Lied von der Erde" ist immer noch und immer wieder Fritz Wunderlich unter Klemperer für mich das Maß aller Dinge. Expansive lyrische Stimmen mit einer breiten Ausdruckspalette passen hier meiner Meinung nach vorzüglich. Und das Deutsch von Herrn Amiel ist bewundernswert klar und rein!!! Man wird noch viel von ihm hören...

    VG
    Otello50

  • Liber Rodolfo!

    In diesem Don Giovanni aus Barcelona vom Oktober diesen Jahres singt Ben Bliss den Ottavio

    Danke für den Hinweis. Da werde ich gelegentlich mal reinhören, weil mich der Ottavio von Ben Bliss schon interessiert. Die Neugier auf die obrigen Solisten ist allerdings eher begrenzt!

    Erstaunlich finde ich allerdings, dass so eine Aufführung im Oktober 2020 in Barcelona stattgefunden hat!


    Beste Grüße


    Caruso41


    PS.:

    Könntest Du Deinem Beitrag noch eine Überschrift geben?
    Man soll doch gleich sehen, dass hier Relevantes zu Ben Bliss zu finden ist?

    Sonst ist es wirklich mühsam, das Inhaltsverzeichnis des Threads zu aktualisieren.

    Irgendwann werde ich mich darum kümmern müssen. X(X(X(


    Danke!

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Zu Kévin Amiel ein kleiner Nachtrag:


    Gestern übertrug Radio Classique ein schönes Konzert mit Kévin Amiel vom 15.10.2020 aus Paris, in dem er Arien aus La Boheme, Elisir d'Amore und La Traviata und Lieder von Rossini, Tosti und Bixio sang.


    VG
    Otello50

    das Konzert ist auf der Website von Radio Classique abrufbar: Podcasts-Réécoutez un concert-Ècoutez le Concert Hommage de Kévin Amiel à Luciano Pavarotti. Empfehlenswert.

  • Zu Kévin Amiel #2007 f, 2009ff, 2012, 2018

    Zu Kévin Amiel ein kleiner Nachtrag:

    das Konzert ist auf der Website von Radio Classique abrufbar: Podcasts-Réécoutez un concert-Ècoutez le Concert Hommage de Kévin Amiel à Luciano Pavarotti. Empfehlenswert.


    Ich finde es sehr praktisch, wenn zu solchen Hinweisen eine Verlinkung erfolgt. Den o.a. Podcast zu finden ist nämlich gar nicht einfach. Deshalb hier der Link https://www.radioclassique.fr/…miel-a-luciano-pavarotti/

    Alles Gute und einen Gruß von Orfeo

  • Lieber rodolfo39,

    herzlichen Dank für Deinen Hinweis. Werde mir die Ausschnitte mit Ben Bliss zeitnah anhören. Mozart ist offenkundig ein Schwerpunkt seines Opern-Repertoires. Erstaunlich, dass in Barcelona trotz hoher Corona-Belastung noch gespielt wurde.


    VG
    Otello50

  • Banner Trailer Gelbe Rose
  • Liebe Opernaficionados und Melomanen!

    Nach all den Tenören ist es aber mal wieder Zeit für eine Sopranistin.
    Deshalb stelle ich heute vor:

    Natalya Romaniw

    Soprano+Natalya+Romaniw


    Aus Wales dürfte wohl seit Bryn Terfel keine viel versprechendere Sängerin gekommen als diese junge Künstlerin.


    Bisher hat sie fast nur an Bühnen in Großbritannien gesungen: zum Beispiel die Titelpartie in JENUFA (Grange Park Opera), Tatyana in EUGEN ONEGIN und Marenka in DIE VERKAUFTE BRAUT (Garsington), wieder die Tatyana (Welsh National Opera) und TOSCA in (Scottish Opera).


    Auf dem Kontinent scheint sie bisher mit der Opera Holland Park aufgetreten zu sein. Mit dieser Opern-Truppe aber hat sie eine sehr enge Beziehung aufgebaut. Sie wir da in Partien des slawischen Faches eingesetzt aber auch in seltener gespielten italienischen Werken wie Montemezzis L’AMORE DI TRE RE oder Wolf-Ferraris I GIOIELLO DELLA MADONNA.

    Dort habe ich sie kennen gelernt: In der Titelpartie der JOLANTHE und als Maliella in I GIOIELLO DELLA MADONNA.


    In beiden Partien hat Natalya Romaniw mich mit ihrer sanften und weichen, zugleich aber großen und reichen Stimme total begeistert. Die weit gespannten lyrischen Phrasen Tschaikowskis schienen bei ihr zu schweben, in die Höhen stieg sie mit wunderbarer Leichtigkeit, das süße Morellokirsch-farbene Timbre ihrer Stimme bekam da einen eigenen faszinierenden Glanz. Am eindrucksvollsten aber finde ich die Zartheit ihrer Piani, in denen immer Wehmut und Verletzlichkeit aufklingt.
    Hier drei Videos, an Hand derer ihr erst Eindrücke von der Stimme und dem Singen der Sopranistin bekommen könnt.






    Natalya Romaniw ist 1987 in Swansea in Wales geboren und dort aufgewachsen, hat aber ukrainische Wurzeln.
    Studiert hat sie an der Guildhall School of Music and Drama, und wurde dort mit der prestigeträchtigen Gold Medal ausgezeichnet. Danach war sie im Houston Grand Opera Studio und hat erste Auftritte in kleineren Partien gehabt. 2014 schloss sie ihre Studien mit Auszeichnung ab. Schon 2012 gewann sie den ersten Preis im berühmten Kathleen Ferrier Award.

    Über ihre Karrierestationen habe ich schon ein Bemerkungen gemacht. Im Corona-September sang sie an der English National Opera in einer Pandemie-gerecht reduzierten Fassung der BOHÈME die Mimi und erhielt dafür begeisterte Kritiken.


    Eine CD hat sie auch schon produziert. Wie inzwischen üblich, bringt die ein Lied-Programm. So etwas ist halt billiger zu produzieren als ein Arienprogramm. Ob man den jungen Sängern damit einen Gefallen tut, sei mal dahingestellt. Aber im Falle von Natalya Romaniw ist das voll aufgegangen. Sie singt Lieder und Romanzen von Nikolai Rimsky-Korssakoff, Antonin Dvorak, Peter Iljitsch Tschaikowsky, Sergej Rachmaninoff, Leos Janacek und (!!!) Vitezlav Novak. Es ist ein Vergnügen dieses Programm mit dieser Sopranistin zu hören!



    Einzelne Kostproben des Programms kann man bei YouTube hören.


    Gleichwohl würde ich mir wünschen, dass sie möglichst bald eine Aufnahme mit Liedern/Arien/Szenen aus slawischen Opern einspielen kann. In Partien wie Tatyana oder Jolanthe, Halka, Neala (Moniuszkos Paria) oder Marenka, Rusalka, Jenufa oder Katrena (Souchons Krútňava)

    müsste sich ihre Stimme ideal entfalten.


    Ich bin gespannt, was Ihr von Natalya Romaniw schon gehört habt und wie sie Euch gefällt!


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Hier noch der Trailer, mit dem für die CD geworben wird!

    Da bekommt man einen trefflichen Eindruck von den Ausdrucksmöglichkeiten Natalya Romaniws


    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Zu Pene Pati #06, 1633, 1636, 1638


    Lange war es still um ihn hier bei den "Neuen Stimmen", aber vielleicht gehört er auch gar nicht mehr in diesen Thread. Er gehört inzwischen zu den bedeutenden Stimmen Michael Fabiano, Sondra Radvanovsky, Artur Ruciński, Nicola Luisotti, die am 4. Dezember 2020 an der Veranstaltung "Celebrating the Voice" der San Francisco Opera auftreten.

    Alles Gute und einen Gruß von Orfeo

  • Zu Natalya Romaniw #2021 ff:


    eine in der Tat warm timbrierte, leuchtende, sehr lyrische Sopranstimme, die sofort für sich einnimmt. In Partien des lyrischen slawischen Sopranfachs, aber auch in lyrischen Rollen der italiienischen Oper und wohl auch im lyrischen Mozartfach mit großen Perspektiven. Aufgrund der vorhandenen Ausschnitte ist die Expansionsfähigkeit und Belastbarkeit der Stimme, auch ihre Bühnenpersönlichkeit, schwer einzuschätzen, man müsste sie live hören. Sie hat bisher vorwiegend in Großbritannien gesungen und ihre Laufbahn baut sich bislang ruhig auf. Solch jungen Sängerinnen und Sängern am Beginn ihrer Entwicklung und Karriere schadet natürlich der gegenwärtige Corona-shutdown sehr. Ob sie eine "neue Netrebko" wird, wird man sehen. Schnell werden werbewirksam solche Etikette umgehägt.


    Die Butterfly hat sie wohl auch schon gesungen.


    VG

    Otello50

  • Eine CD hat sie auch schon produziert. Wie inzwischen üblich, bringt die ein Lied-Programm. So etwas ist halt billiger zu produzieren als ein Arienprogramm. Ob man den jungen Sängern damit einen Gefallen tut, sei mal dahingestellt. Aber im Falle von Natalya Romaniw ist das voll aufgegangen. Sie singt Lieder und Romanzen von Nikolai Rimsky-Korssakoff, Antonin Dvorak, Peter Iljitsch Tschaikowsky, Sergej Rachmaninoff, Leos Janacek und (!!!) Vitezlav Novak. Es ist ein Vergnügen dieses Programm mit dieser Sopranistin zu hören!

    In er Tat, lieber Caruso, ist es riskant, sich mit einer Lieder-CD auf dem heiß umkämpften Musikmarkt bemerkbar zu machen. Die Gründe hast Du treffend angemerkt. Selbst finde ich das ganz spannend, weil sich so auch gleich die Schwächen einer nur vom Klavier begleiteten Stimme offenbaren können. Bei Natalya Romaniw habe ich das so empfunden. Für mich war es also kein so großes Vergnügen, diese CD in voller Länge anzuhören. Einiges ist wirklich betörend schön gelungen, anderes klingt ziemlich scharf, besonders in der Höhe. Sie hat schon jetzt diesen etwas unliebenswürdigen Ton in der Stimme, der mir bei vielen slawischen Sängerinnen immer wieder aufgefallen ist. In der Vergangenheit nicht mehr als heutzutage. Ich weiß nicht, woran es liegt. Ich halte sie für eine durch und durch Lyrische. Sie sollte sich vor der Butterfly hüten und satt dessen ehr "kleiner" singen. Viel Mozart! Und immer wieder Mozart. Gut, dass Du diese Sängerin ins Gespräch gebracht hast, die ein ganz toller Typ von enormer Ausstrahlung ist - oder darf man das in der Öffentlichkeit nicht mehr sagen über eine Frau? ;) Gern würde ich sie auf der Opernbühne sehen.

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Zu Pene Pati (#06, 1633, 1636, 1638, 2024)



    Lieber Orfeo!

    Lange war es still um ihn hier bei den "Neuen Stimmen", aber vielleicht gehört er auch gar nicht mehr in diesen Thread.

    Na ja, im April gab es noch einige Beiträge zu Darren Pene Pati!

    Aber natürlich ist jede Neuigkeit über ihn hier willkommen! Deshalb: Herzlichen Dank für den Hinweis!

    Wird das Konzert irgendwo übertragen?


    Beste Grüße

    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Zu Natalya Romaniw (#2021 ff.)


    Lieber Orfeo!

    Lieber Otello50!

    Lieber Rheingold!

    Ich habe soeben mal in die Aufnahmen von „Gramophone 2020 Young Artist of the Year“, reingehört und war sofort sehr angetan von der Stimme von Natalya Romaniw im slawischen Fach.

    eine in der Tat warm timbrierte, leuchtende, sehr lyrische Sopranstimme, die sofort für sich einnimmt. In Partien des lyrischen slawischen Sopranfachs, aber auch in lyrischen Rollen der italiienischen Oper und wohl auch im lyrischen Mozartfach mit großen Perspektiven. Aufgrund der vorhandenen Ausschnitte ist die Expansionsfähigkeit und Belastbarkeit der Stimme, auch ihre Bühnenpersönlichkeit, schwer einzuschätzen, man müsste sie live hören.

    weil sich so auch gleich die Schwächen einer nur vom Klavier begleiteten Stimme offenbaren können. Bei Natalya Romaniw habe ich das so empfunden. Für mich war es also kein so großes Vergnügen, diese CD in voller Länge anzuhören. Einiges ist wirklich betörend schön gelungen, anderes klingt ziemlich scharf, besonders in der Höhe. Sie hat schon jetzt diesen etwas unliebenswürdigen Ton in der Stimme, der mir bei vielen slawischen Sängerinnen immer wieder aufgefallen ist. In der Vergangenheit nicht mehr als heutzutage. Ich weiß nicht, woran es liegt. I

    Alles was ich über die Stimme und den Gesang von Natalya Romaniw geschrieben habe, basierte auf den Eindrücken, die ich von ihren Live-Aufführungen in der Opera Holland Park gewonnen habe. Die Videos habe ich erst gesucht und angehört, als ich den Text fertig hatte. In the flesh habe ich Schärfen in der Höhe überhaupt nicht bemerkt. Nachdem ich nun die Aufnahmen noch mal kritisch gehört habe, würde ich sagen, dass in der Höhe eine Silberfaden vernehmbar wird, den ich allerdings überhaupt nicht als "unliebenswürdigen Ton in der Stimme" empfinde. Aber das mag eine Geschmacksfrage sein.


    Grundsätzlich muss man sagen, dass die Stimme von Natalya Romaniw zwar größer und reicher ist, als sie in den Aufnahmen klingt, aber ohne Zweifel in ihrem Charakter und ihrer Beschaffenheit ganz absolut lyrisch ist. Ob sie die Butterfly singen sollte, ist schwer zu sagen. Immerhin hat eine Pilar Lorengar diese Partie schon sehr früh gesungen als sie noch ganz im lyrischen Fach unterwegs war. Es kommt also darauf an, wie sie die Partie singt. Und der Romaniw traue ich zu, dass sie sich damit nicht die Stimme ruiniert weil sie sich in den dramatischen Ausbrüchen nicht hinreißen lässt über ihre Grenzen zu gehen. Das muss sie auch nicht, weil die Stimme eine fabelhafte Tragfähigkeit und Projektion hat.


    Soviel erst mal als erste Antwort auf Eure interessanten Beiträge. Ich denke, dass damit nichts abgeschlossen ist und würde mich freuen, wenn wir uns weiter über Natalya Romaniw austauschen könnten.


    Liebe Grüße


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Zu Kévin Amiel #2007 f, 2009ff, 2012, 2018

    Sein Name war mir völlig unbekannt und ich habe mir eben mal die Beispiele angehört. Meine Überraschung war sehr groß. Das ist ja echt ein toller Tenor.

    :hello:

    Jolanthe

  • Liebe Jolanthe!

    Sein Name war mir völlig unbekannt und ich habe mir eben mal die Beispiele angehört. Meine Überraschung war sehr groß. Das ist ja echt ein toller Tenor.

    Es lohnt sich, immer mal hier nachzuschauen, welche Stimmen entdeckt wurden und wie sie klingen.
    Aber wem sage ich das?


    Beste Grüße


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Banner Trailer Gelbe Rose
  • Zitat von CLASSIC fM

    ‘Being told to retrain is an insult’:
    150 opera singers fight for the arts in Parliament protest

    30 October 2020, 14:41 | Updated: 3 November 2020, 15:20


    Professional opera singers gathered in Parliament Square to sing a Verdi chorus, in a musical protest for the future of the arts.

    Natalya Romaniw hat sich aktiv an dem Protest beteiligt und in einem Interview genau das Problem angesprochen, auf das hier - vor allem von Rheingold - auch schon hingewiesen wurde:


    https://www.classicfm.com/musi…ingers-parliament-square/

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Nachdem zu meiner Vorstellung von Aigul Akhmetshina (Mezzosopran) keine Reaktion erfolgt ist (sie hat kürzlich in einer Gala der Coventgarden Opoera mitgewirkt und wieder erfreut), versuche ich es heute noch einmal mit einer anderen Mezzosopranistin- diesmal USA: Tamara Mumford.


    Die ausgesprochen vielseitige Mezzosopranistin aus Sandy (Utah) ist hier schon mehrfach in anderen Zudsammenhängen erwähnt worden, fast schon keine "Neue Stimme" mehr sondern ein aufgehender Stern mit 150 Auftritten an der MET- meist in kleineren Rollen-, aber sie hat soweit ich sehe hier noch keinen eigenen Thread. Wenn ich irre, bitte diesen Beitrag löschen oder verschieben. Ich bin erstmals bei einem Konzert 2015 mit dem Mormon Tabernacle Choir ("Messiah") auf sie aufmerksam geworden. Gerade ist sie -soweit coronabedingt möglich- dabei, auch die großen Opernhäuser und Konzertsäle in Europa zu "erobern".

    Auftritte mit den Berliner und Münchner Philharmonikern und praktisch allen großen amerikanischen Orchestern zeigen sie insbesondere auch als hervorragende Konzertsängerin mit einem auch in die Moderne reichenden Repertoire. An der MET war sie zuletzt für die Rolle der Margret im Wozeck vorgesehen. Ich denke, dass im Konzertbereich ihre besondere Zukunft liegen könnte.


    Tamara Mumford besitzt eine sehr ausgeglichene, angenehme und flexible lyrische Mezzosopran-Stimme, die man u.a. auf folgenden Ausschnitten hören kann:



    Sie hat im übrigen auch eine eigene Website.


    VG
    Otello50

  • (noch nicht) zu Aigul Akhmetshina vorgestellt in Beitrag #1738, 1877


    Lieber Otello50!

    Nachdem zu meiner Vorstellung von Aigul Akhmetshina (Mezzosopran) keine Reaktion erfolgt ist (sie hat kürzlich in einer Gala der Coventgarden Opoera mitgewirkt und wieder erfreut), .... .... ....

    .... .... Oh, das kenne ich!!!!!! Es ist einfach frustrierend! Gerade für eine Vorstellung von Sängern muss man einiges an Recherche und prüfendem Hören aufwenden und dann gibt es keine - KEINE ! ! ! - Reaktion! Das ist enttäuschend und ich empfinde es oft auch als demotivierend!


    Im Falle des Threads, den ich für Vergilius Noreika eröffnet hatte, musste ich tatsächlich fast 4 (vier!!!) Jahre auf eine Reaktion warten!
    Bei dem Thread, den ich für Oksana Lyniv eröffnet hatte, warte ich immer noch auf eine erste Reaktion.
    Aber das sind erst zwei Wochen .... ....
    Wenn sie in Bayreuth mit dem HOLLÄNDER reüssiert oder aber enttäuscht, werden wohl spätestens Beiträge in dem Thread gepostet.
    Auch eine Hoffnung.


    Genug der Vorrede! Die Sache ist ja noch schlimmer als bei Noreika oder Lyniv:

    Ich hatte ausdrücklich versprochen, dass ich mich mit Aigul Akhmetshina beschäftigen und dann meine Eindrücke mitteilen werde.
    Aber - Asche auf mein Haupt - ich habe es total aus den Augen verloren!
    Eine Entschuldigung dafür habe ich nicht. So bleibt mir nur, mein Versprechen zu wiederholen. Anfang nächster Woche sollst Du etwas über die Mezzosopranistin von mir hören!


    Beste Grüße


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • zu Aigul Akhmetshina vorgestellt in Beitrag #1738, 1877, 2033

    Ich gestehe, die üblichen Kurzschnipsel aus Carmen usw. machen mich nicht neugierig. Daher habe ich den Beitrag vollkommen überlesen. Aber wie wäre es mal mit was längerem?

    Eugen Onegin konzertant mit Marina Rebeca, Konstantin Shushakov (den hatte ich bereits früher vorgestellt in den Beiträgen #1654ff , Aigul Akhmetshina, Alexey Neklyudov, Oleg Tsybulko. Die Aufführung hatte ich zwar schon für Shushakov gepostet, aber jetzt zur Sicherheit nochmals hier



    Alles Gute und einen Gruß von Orfeo

  • Zu Rachel Willis Sørensen (#1236 ff)


    Hier zwei Audio-Ausschnitte aus ihrer Traviata in Bordeaux von diesem September. Sie zeigen erneut ihre herrlich gebildete, warme, doch agile und vieler Schattierungen fähige Sopranstimme.



    Und hier aus Madrid mit dem ebenfalls beeindruckenden Benjamin Bernheim, ebenso aus 2020


    Leider habe ich keine Video-Ausschnitte aus den beiden Opernhäusern gefunden...


    VG
    Otello50

  • zu Aigul Akhmetshina vorgestellt in Beitrag #1738, 1877, 2033, 2034



    Lieber Otello50!


    Die Mezzosopranistin Aigul Akhmetshina hätte ich voriges Jahr in Wexford als La belle Dulcinée in Massenets DON QUICHOTTE hören können! Das habe ich verpasst. Als ich von ihrem sensationellen Erfolg in London mit der CARMEN hörte und daraufhin noch Karten haben wollte, gab es für den Tag, an dem es mir gepasst hätte, leider keine mehr. Dumm gelaufen.
    Wenn ich mir allerdings ihre Pläne anschaue, werde ich sie im kommenden Jahr bestimmt in Berlin hören können. Darauf bin ich sehr gespannt, denn die Stimme gefällt mir außerordentlich!


    Du hast die Stimme schon sehr treffend beschrieben. Sie ist schlank und ebenmäßig. Die Lagen sind perfekt verblendet. Die Tiefe könnte noch Rundung und Fülle gewinnen, aber sie hat eine erdige Farbe, wie man sie selten so bei jungen Stimmen hört. In der mittleren Lage changieren und schillern die Töne meist in leuchtenden Farben, aber Aigul Akhmetshina hat für sie auch edle Pastelltöne. Die Höhe ist mühelos und strahlend ohne eine sopranige Helle anzunehmen.

    Technisch setzt die junge Sängerin ihre stimmlichen Mittel mit einer erstaunlichen Souveränität ein.


    Nicht ganz so begeistert bin ich von ihrer Interpretation der Ausschnitte aus CARMEN, die ich erst mal in den von Dir eingestellten Videos gehört habe. Eigentlich wäre die Stimme ja ideal für die Partie geeignet. Leider aber hat mich nicht überzeugt, wie sie die Nummern gestaltet. Zum Beispiel in der Habanera gibt sie mit ihrer Körpersprache und den rollenden Augen die Verführerin. Soweit so gut! Im Gesang aber konzentriert sie sich zu sehr auf schön gerundete Töne, feine Phrasierungen und bedachte Nuancen. Keine agogischen Abweichungen, kein 'Swing'. Kein Spielen mit den Worten und Bedeutungen. Auf mich wirkt das alles merkwürdig brav und letztlich bieder. Lasziv oder aufreizend ist sie nicht. Auch bei der Seguidilla vermisse ich, dass sie mit der Stimme und ihrem Gesang deutlich macht, wie sie mit dem armen José spielt.


    Entschieden beeindruckender fand ich sie mit dem „Averba volutta“ aus ADRIANA LECOUVREUR. Da entfaltet sie eine flammende dramatische Intensität, die der Arie meiner Meinung nach besser ansteht, als der Mezzosopran-Tornado, den man da gewöhnlich hört. Der Zorn über die unreifen Wollust und das Leiden an den Qualen der unglücklichen Liebe werden ebenso überzeugend Klang wie ihre Zerrissenheit zwischen Zweifel und Verlangen. Und dass sie dabei jugendlicher klingt als etwa Obraszova oder Barbieri, ist wahrlich kein Nachteil.


    Schön und sinnlich singt Aigul Akhmetshina auch Dalilas “Mon coeur s’ouvre a ta voix” aus SAMSON UND DALILA. Man möchte meinen, dass sie ihre Liebesbeteuerungen ernst meint (was ich allerdings bezweifle).


    Am besten aber sind wohl doch die Aufnahmen in ihrer Muttersprache.

    Da hat uns ja Orfeo schon einen lohnenden Link eingestellt.


    Wer sich eingehender mit der Sängerin beschäftigen will, dem sei dieses Konzert empfohlen, das erst vor wenigen Monaten aufgenommen wurde. Da kann man hören, dass die junge Sängerin offenbar sehr intensiv an sich gearbeitet hat und zwar mit Erfolg. Manche Nummern klingen hier einfach besser als auf den zuvor gehörten Videos.



    Liebe Grüße


    Caruso41




    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Zu Rachel Willis Sørensen #1236 f, #1242, #2035


    Ich habe sie auf der Bühne als Elsa erlebt in der im Forum nur hämisch "Lodengrin" genannten Inszenierung. Da fand ich sie, wie soll ich sagen, vollkommen in Ordnung, aber nicht mehr. Ein zweites Mal hätte es in "Les Huguenots" Genf im Februar 2020 sein sollen.

    Wegen Corona und nur begrenzter Zuschaueranzahl flogen wir nicht nach Genf sondern aus dem ganzen Wochenende raus.


    Rachel Willis-Sørensen als Valentine und eine andere "Neuen Stimme", Lea Desandre als Urbain in der Gesamtaufnahme von Les Huguenots aus dem Grand Théâtre de Genève.

    Alles Gute und einen Gruß von Orfeo

  • Lieber Orfeo!

    Rachel Willis-Sørensen als Valentine und eine andere "Neuen Stimme", Lea Desandre als Urbain in der Gesamtaufnahme von Les Huguenots aus dem Grand Théâtre de Genève.

    Ich freue mich immer wieder, wenn Du Links zu Aufführungen herstellst, die man bei YouTube nicht findet.

    Wäre es Dir ohne übertriebenen Aufwand möglich, uns dazu auch die Angaben zur Besetzung zu geben?

    Ich höre solche Mitschnitte oft vom iPad per B&W-Kopfhörern. Am iPad zu suchen, wo in der Übertragung denn die Besetzungsangaben gegeben werden, ist ziemlich stressig. Noch dazu, wenn die Übertragung fast vier Stunden dauert.


    Beste Grüße


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Lieber Caruso41, hier findest Du alles


    Direction musicale Marc Minkowski

    Mise en scène et dramaturgie Jossi Wieler & Sergio Morabito

    Scénographie et costumes Anna Viebrock

    Lumières Martin Gebhardt

    Chorégraphie Altea Garrido

    Direction des chœurs Alan Woodbridge


    Marguerite de Valois Ana Durlovski

    Raoul de Nangis John Osborn · Mert Süngü1

    Marcel Michele Pertusi

    Urbain Léa Desandre

    Le Comte de Saint-Bris Laurent Alvaro

    Valentine de Saint-Bris Rachel Willis-Sørensen

    Le Comte de Nevers Alexandre Duhamel

    De Tavannes Anicio Zorzi Giustiniani

    De Cossé Florian Cafiero

    De Thoré / Maurevert Donald Thomson

    De Retz Tomislav Lavoie

    Méru Vincenzo Neri

    Archer Harry Draganov

    Une coryphée Iulia Surdu

    Une dame d’honneur Céline Kot

    Bois-Rosé / Le valet Rémi Garin


    Orchestre de la Suisse Romande

    Chœur du Grand Théâtre de Genève


    :!:En coproduction avec le Nationaltheater Mannheim:!:

    Alles Gute und einen Gruß von Orfeo

  • Zu Rachel Willis Sørensen #1236 f, #1242, #2035, #2037


    Noch was Nettes aus ihrer Studienzeit im Februar 2007. Eine Übung an der School of Music der Brigham Young University. Frau Willis (damals noch ohne Sørensen) am Klavier und gleichzeitig in der Rolle der Marquise von Berkenfield.


    PS für Caruso41: hast Du #44 "O, Мария (1984)" übersehen?

    Alles Gute und einen Gruß von Orfeo

  • Banner Trailer Gelbe Rose