Richard Strauss´ Vier letzte Lieder: Verzeichnis verfügbarer Aufnahmen

  • Hallo!


    Mittlerweile verfüge ich über eine recht ansehnliche Sammlung von Aufnahmen der Vier letzten Lieder. Vor einiger Zeit habe ich den Versuch einer vergleichenden Besprechung unternommen, habe aber bald bemerkt, dass ich die Kompetenz zur vergleichenden Bewertung der Interpretationen nur in geringem Maß besitze. Daher habe ich den Thread nicht fortgesetzt.


    Dennoch reizt es mich, ein Verzeichnis der auf CD und LP veröffentlichten Aufnahmen (zumindest der erwähnenswerten) zu erstellen. Ich selbst besitze keine LPs.


    Deshalb werde ich hier ein Verzeichnis der Aufnahmen, die ich besitze, nach Dekaden getrennt, einstellen. Andere Taminos, die ebenfalls diese Lieder lieben und weitere Aufnahmen (auch auf LP) besitzen bitte ich, diese ebenfalls einzustellen.
    Youtube-Aufnahmen und Mitschnitte sollten bei dieser Listung der offiziellen Veröffentlichungen außen vor bleiben. Das wäre wahrscheinlich einen eigenen Thread wert.


    Ich beginne mit der Dekade
    1950-1959:


    Kirsten Flagstad / Wilhelm Furtwängler / Philharmonia Orchestra (Uraufführung 1950)
    Lisa della Casa / Karl Böhm / Wiener Philharmoniker (1953)
    Elisabeth Schwarzkopf / Otto Ackermann / Philharmonia Orchestra (1953)
    Inge Borkh / Ferdinand Leitner / Orchestre Symphonique de Vichy (1958 ?)




    Gruß WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Hallo!


    Hier die Dekade
    1960-1969:


    Elisabeth Schwarzkopf / István Kertész / Berliner Philharmoniker (1962)
    Hanne-Lore Kuhse / Vaclav Neumann / Gewandhausorchester Leipzig (1964)
    Elisabeth Schwarzkopf / George Szell / RSO Berlin (1966)
    Gundula Janowitz / Sergiu Celibidache / Orchestra Sinfonica di Roma della Rai (1969)



    [timg]http://cps-static.rovicorp.com…r=allrovi.com;n;300;300;*[/timg]


    Gruß WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Hallo!


    1970 - 1979:


    Gundula Janowitz / Herbert von Karajan / Berliner Philharmoniker (1971)
    Anneliese Rothenberger / André Previn / London Symphony Orchestra (1975)
    Elisabeth Söderström / Pierre Boulez / BBC Symphony Orchestra (1976)
    Montserrat Caballé / Alain Lombard / Orchestre Philharmonique de Strasbourg (1978)
    Kiri Te Kanawa / Andrew Davis / London Symphony Orchestra (1979)



    Gruß WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • 1970 - 1979:


    Gundula Janowitz / Herbert von Karajan / Berliner Philharmoniker (1971)
    Anneliese Rothenberger / André Previn / London Symphony Orchestra (1975)
    Elisabeth Söderström / Pierre Boulez / BBC Symphony Orchestra (1976)
    Lucia Popp / Georg Solti / Chicago Symphony Orchestra (1977)
    Montserrat Caballé / Alain Lombard / Orchestre Philharmonique de Strasbourg (1978)
    Kiri Te Kanawa / Andrew Davis / London Symphony Orchestra (1979)



  • Elisabeth Grümmer / Richard Krauss / Berliner Philharmoniker (1970)


    Martina Arroyo / Günter Wand / Kölner Rundfunkfinfonieorchester (1967)


    Kiri Te Kanawa / John Pritchard / BBC Symphonie Orchestra (1972)


    Vier aussergewöhnliche ganz verschiedene Aufnahmen auf einer CD!
    Aber macht es Sinn, in diesem Thread nach Aufnahmen der Vier Letzten Lieder zu fragen?
    Es gibt ja etliche Discographien im Internet:
    Mit mehr als 570 Aufnahmen wohl die vollständigste:


    http://vierletztelieder.com/


    Die kommerziell gemachten Aufnahmen (und einige Mitschnitte) bei:
    https://en.wikipedia.org/wiki/Four_Last_Songs_discography


    Und natürlich gibt es auch Auflistungen der empfehlenswertesten Aufnahmen.
    Gut begründete und weniger begründete. Unter anderem:


    http://www.gramophone.co.uk/ed…-with-orchestra-and-piano
    http://operajamboree.ragbert.com/P13/curmudg11.html


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Hallo!


    Die Frage der Sinnhaftigkeit habe ich mir durchaus gestellt, mich aber dennoch dafür entschieden.


    Die Gesamtübersicht ist mir bekannt, ich halte sie allerdings für extrem unübersichtlich.
    In englischen Texten wühle ich nicht so gerne wie in deutschen.


    Außerdem habe ich die Vorstellung, dass Taminos "Ihre" Aufnahmen zusammen tragen.


    Es ist für mich wesentlich anregender, nach der von Dir eingestellten Scheibe mit drei verschiedenen Aufnahmen zu forschen, als aus der Gesamtübersicht nach weiteren Aufnahmen zu suchen.


    Na ja, jetzt habe ich schon mal damit angefangen...


    Nachtrag zu 1970-1979


    Leontyne Price / Erich Leinsdorf/ New Phiolharmonia Orchestra (1973)



    1980-1989


    Heather Harper / Norman del Mar / Royal Philharmonic Orchestra (1981)
    Jessye Norman / Kurt Masur / Gewandhausorchester Leipzig (1982)
    Lucia Popp / Klaus Tennstedt / London Philharmonic Orchestra (1982)
    Anna Tomowa-Sintow / Herbert von Karajan / Berliner Philharmoniker (1983)
    Eva Marton / Andrew Davis / Toronto Symphony (1985)
    Felicity Lott / Neeme Järvi / Royal Scottish National Orchestra (1987)
    Arleen Augér / André Previn / Wiener Philharmoniker (1989)



    Gruß WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • ....Außerdem habe ich die Vorstellung, dass Taminos "Ihre" Aufnahmen zusammen tragen....


    Das mag ja Sinn machen, lieber WoKa!
    Ich besitze tatsächlich über 100 Aufnahmen. Darunter sogar Mitschnitte von Rundfunkübertragungen, die in dem amerikanischen Thread nicht erwähnt sind.
    Nur vier Lieder - aber ein weites Feld.


    Beste Grüße


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Hallo!


    1990-1999:


    Kiri Te Kanawa / Sir Georg Solti / Wiener Philharmoniker (1991)
    Charlotte Margiono / Edo de Waart / Radio Filharmonisch Orkest Holland (1993)
    Elisabeth Meyer-Topsoe / Hans Norbert Bihlmaier / Copenhagen Philharmonic Orchestra (1993)
    Cheryl Studer / Giuseppe Sinopoli / StaatskapelleDresden (1994)
    Francoise Pollet / Klaus Weise / Orchestre Philharmonique de Nice (1995)
    Renée Fleming /Christoph Eschenbach / Houston Symphony Orchestra (1995)
    Hellen Kwon / Adrian Leaper / Orquesta Filarmónica de Gran Canaria (1996)
    Barbara Hendricks / Wolfgang Sawallisch / The Philadelphia Orchetra (1996)
    Karita Mattila / Claudio Abbado / Berliner Philharmoniker (1999)
    Deborah Voigt / Kurt Masur / New York Philharmonic (1999)



    Gruß WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Hallo Caruso!


    Ich besitze tatsächlich über 100 Aufnahmen. Darunter sogar Mitschnitte von Rundfunkübertragungen, die in dem amerikanischen Thread nicht erwähnt sind.
    Nur vier Lieder - aber ein weites Feld.


    Wie lange arbeitest Du schon an der Sammlng?
    Eine erste Sehnsucht hast Du bei mir schon geweckt - mit der "Dreifach-Aufnahme". Ich habe sie eben bei operadepot.com bestellt.


    Gruß WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • 1980-1989


    Magdalena Hajossyova - Libor Pesek (1985)


    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Keine neuen Beiträge mehr von mir außerhalb meiner Besetzungsrubriken! (seit 5.11.2019)

    Von allem anderen, insbesondere Formulierungen des Forenbetreiberts wie "hätte man die Leute kalt gestellt" (4.12.2019 um 18.04 Uhr), distanziere ich mich ausdrücklich!

  • Hallo!

    2000-heute:


    Soile Isokoski / Marek Janowski / RSO BErlin (2002)
    Georgina von Benza / Marco de Prosperis / RSO Saarbrücken (2003)
    Konrad Jarnot / Helmut Deutsch (Piano) (2005)c
    Michaela Kaune / Eiji Que / NDR Radiophilharmonie ( 2006)
    Christine Brewer / Donald Runnicles / Atlanta Symphony Orchestra (2006)
    Nina Stemme / Antonio Pappano / Orchestra of the Royal Opera House Covent Garden (2007)
    Barbara Krieger / Heiko Mathias Förster / Berliner Symphoniker (2007)
    Waltraud Meier / Joseph Breinl (Piano) (2007)
    Anja Harteros / Fabio Luisi / Staatskapelle Dresden (2007)
    Renée Fleming / Christian Thielemann / Münchner Philharmoniker (2008)
    Anja Harteros / Mariss Jansons / SO des BR (2009)
    Regina Klepper / Gerhard Fackler / Neue Schwäbische Sinfonie ( 2009)
    Aga Mikolaj / Karl Sollak / WDR Rundfunkorchester (2011)
    Anna Netrebko / Daniel Barenboim / Staatskapelle Berlin (2014)





    Gruß WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Hallo!


    Als ich heute in amazon Streaming Unlimited gewühlt habe, fand ich zahlreiche Einspielungen der Vier letzten Lieder, die ich noch nicht kenne (vielleicht auch nicht kennen muss ?( ) Dabei stieß ich auf eine Einspielung von Alois Mühlbacher (Sopranist; 15 Jahre alt) mit Klavierbegleitung.



    Ich weiß jetzt nicht:


    Ist das genial oder nur skurril?


    Hier die CD dazu:



    Eines weiß ich allerdings sicher - dass es keinen Sinn macht, wenn ein 15-jähriger über den Lebensabend singt. Dennoch ist seine Sopranstimme durchaus beeindruckend.


    Was meint Ihr dazu?


    Gruß WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Eines weiß ich allerdings sicher - dass es keinen Sinn macht, wenn ein 15-jähriger über den Lebensabend singt.


    Sag das nicht, lieber WoKa. Peter Schreier hatte bekanntlich eine Karriere vor der Karriene als Tenor. Er sang im Dresdener Kreuzchor und trat dort auch als Solist hervor. Es gab sehr viele Aufnahmen mit ihm, und kaum ein Sonntag verging, dass er nicht im Radio zu hören gewesen wäre. In diesem Aufnahmen geht es sehr oft um die letzten Dinge. Um Tod, Vergehen, Auferstehung, Trauer. In Verbindung mit einem Kind erfahren diese sehr ernsten Themen einen ungemein versöhnlichen Ausgang, wie ich finde - ohne ins Banale zu verfallen. Hör Dir mal diesen Ausschnitt aus dem "Dresdner Requiem" von Ehrhard Mauersberger, dem damligen Kreuzkantor, aus dem Jahre 1949 an. Schreier war damals vierzehn:



    https://www.youtube.com/watch?v=9ALPUABOfXk


    Was nun diese "Vier letzten Lieder" anbelangt, lassen sie mich völlig ratlos zurück. Ich habe nach dem ersten Lied abgebrochen. Mehr kann ich nicht dazu sagen.

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • Hallo!


    Auf youtube findet sich neuerdings eine schöne Aufnahme der Vier letzten Lieder, gesungen von Diana Damrau. Mariss Jansons leitet das SO des BR:



    Gruß WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Ich lese: "schöne Aufnahme", und denke:


    Es ist - so wie ich dies wahrnehmende und empfinde - keine der großen gesanglichen Interpretationen dieses Lied-Opus. Dies deshalb, weil sowohl das Orchester, wie auch die Sängerin das Ausdruckspotential der Melodik und des in seiner Harmonik so eminent schweifend angelegten Orchestersatzes der Liedmusik von Richard Strauss nicht in voll und ganz angemessener Weise erfassen und wiedergeben.


    Das - um das mit einem Beispiel zu belegen - so eindrucksvoll langsame Ersterben der Liedmusik im Lied "September" bei den Worten "Langsam tut er die großen / Müdgewordenen Augen zu" wird von Elisabeth Schwarzkopf in der Aufnahme mit dem RSO Berlin unter Georges Szell auf eine ungleich tiefer berührende Weise wiedergegeben.


    Ist aber, wie in allen Fällen des Urteilens über Liedgesang - und Gesang überhaupt, - eine ganz und gar subjektive und deshalb im Grunde indiskutable Meinungsäußerung.

  • Lieber Helmut, immerhin hat Treadstarter WoKa die Aufnahme der Schwarzkopf unter Szell gleich in seinem zweiten Beitrag im Bild vorgestellt. Das betörende Cover zierte schon die erste LP-Ausgabe. Das Auge hört ja mit. ;)


    R-12931974-1544798161-5116.jpeg.jpg


    Mir hat die Schwarzkopf in dieser Produktion alle anderen Interpretationen verdorben. In meinen Beständen finden sich sehr viele unterschiedliche Einspielungen und Mitschnitte. Bis auf Hanne-Lore Kuhse, die mir auch aus persönlichen Gründen nahe steht und durch die ich die Lieder als ganz junger Mensch kennenlernte, höre ich sie nie. Ich vermisse überall, was ich bei der Schwarzkopf finde, nämlich die perfekte Verbindung zwischen dem Wort der Dichter und der Musik. Sie lotet nicht nur Buchstaben und Interpunktionszeichen aus, sie erfasst singend Gedanken und lyrische Zusammenhänge. Sie ist eine Wissende. Sie ahmt nicht nach, wie sich müdgewordenen Augen schließen, sie verwandelt diesen etwas diffusen Zustand in Kunst. Wie wir beide wissen, hat der Schwarzkopfsche Stil nicht nur Freunde. Ihr werden ewig die gleichen Dinge angelastet. Sie singe zu maniriert, heißt es. Wer das beklagt, der wirft dieser Sängerin eigentlich vor, dass sie Kunst macht. Ich bin froh, lieber Helmut, dass Du die Sprache auf Elisabeth Schwarzkopf gebracht hast.

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • nämlich die perfekte Verbindung zwischen dem Wort der Dichter und der Musik

    Wörter bestehen aber auch aus (unterschiedlichen!) Vokalen...

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Keine neuen Beiträge mehr von mir außerhalb meiner Besetzungsrubriken! (seit 5.11.2019)

    Von allem anderen, insbesondere Formulierungen des Forenbetreiberts wie "hätte man die Leute kalt gestellt" (4.12.2019 um 18.04 Uhr), distanziere ich mich ausdrücklich!

  • Es gibt ja etliche Discographien im Internet:
    Mit mehr als 570 Aufnahmen wohl die vollständigste:

    Lieber Caruso, der Link zu der Discographie funktioniert zumindest bei mir nicht mehr. Ist Dir ein aktueller bekannt?

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • Lieber Caruso, der Link zu der Discographie funktioniert zumindest bei mir nicht mehr. Ist Dir ein aktueller bekannt?

    Lieber Rheingold!

    Ich komme durch den Link überraschenderweise auf die Seite der BILD-Zeitung, die ich sonst nicht mal in die Hand nehme, wenn sie im ICE neben meinem Sitz liegt. Und über die "Vier letzten Leider" steht auch nichts drin.

    Keine Ahnung was da in den dämmerigen Grüften des Internets passiert...


    Dafür habe ich noch einen anderen Tipp: Michael Blümke hat in seiner gewohnt unverblümten Art eine wertende Sortierung von zwei dutzend Aufnahmen der "Vier letzten Lieder" im Rondo 2014 veröffentlicht. Ich würde manches Urteil etwas anders formulieren, aber kann ihm durchaus im wesentlichen folgen. Seine Urteile werden hier unter den Taminos sicher Anstoß erregen. Gerade auch bei Dir. Aber -so leid es mir tut- da wäre ich auf seiner Seite!


    https://www.rondomagazin.de/artikel.php?artikel_id=1394


    Trotzdem in herzlicher Verbundenheit


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Dafür habe ich noch einen anderen Tipp: Michael Blümke hat in seiner gewohnt unverblümten Art eine wertende Sortierung von zwei dutzend Aufnahmen der "Vier letzten Lieder" im Rondo 2014 veröffentlicht. Ich würde manches Urteil etwas anders formulieren, aber kann ihm durchaus im wesentlichen folgen. Seine Urteile werden hier unter den Taminos sicher Anstoß erregen. Gerade auch bei Dir. Aber -so leid es mir tut- da wäre ich auf seiner Seite!


    https://www.rondomagazin.de/artikel.php?artikel_id=1394

    Vielen Dank für den Link zu diesem hochinteressanten Artikel, den ich mit großem Interesse gelesen habe! :thumbup:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Keine neuen Beiträge mehr von mir außerhalb meiner Besetzungsrubriken! (seit 5.11.2019)

    Von allem anderen, insbesondere Formulierungen des Forenbetreiberts wie "hätte man die Leute kalt gestellt" (4.12.2019 um 18.04 Uhr), distanziere ich mich ausdrücklich!

  • Dafür habe ich noch einen anderen Tipp: Michael Blümke hat in seiner gewohnt unverblümten Art eine wertende Sortierung von zwei dutzend Aufnahmen der "Vier letzten Lieder" im Rondo 2014 veröffentlicht. Ich würde manches Urteil etwas anders formulieren, aber kann ihm durchaus im wesentlichen folgen. Seine Urteile werden hier unter den Taminos sicher Anstoß erregen. Gerade auch bei Dir. Aber -so leid es mir tut- da wäre ich auf seiner Seite!


    https://www.rondomagazin.de/artikel.php?artikel_id=1394

    Lieber Caruso, vielen Dank für diesen Hinweis! Habe den Artikel mit großem Interesse gelesen. Es grüßt Hans

    ..., eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.
    -- Aydan Özoğuz

  • Zitat von Caruso41

    Aber -so leid es mir tut- da wäre ich auf seiner Seite!

    Bis auf ein paar Kleinigkeiten bin ich auch dabei, aber lieber Caruso41, das mir Françoise Pollet muss dich doch sehr Schmerzen! ;)


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Bis auf ein paar Kleinigkeiten bin ich auch dabei, aber lieber Caruso41, das mir Françoise Pollet muss dich doch sehr Schmerzen! ;)


    LG Fiesco

    Ja, lieber Fiesco, die Aufnahme der Pollet würde ich deutlich positiver bewerten.

    Dass Hendricks, Arroyo und Kuhse überhaupt nicht berücksichtigt wurden, schmerzt auch. Aber natürlich ist die Auswahl wohl auf Prominenz und Verfügbarkeit hin ausgerichtet.

    Auf jeden Fall aber hätte ich die Grümmer mit einbezogen. Sie ist eine einfach großartige Strauss-Sängerin gewesen und ihre Aufnahme der Vier Letzten Lieder ist trotz der mediokren Begleitung eine Preziose!


    Beste Grüße

    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Ich vermisse überall, was ich bei der Schwarzkopf finde, nämlich die perfekte Verbindung zwischen dem Wort der Dichter und der Musik. Sie lotet nicht nur Buchstaben und Interpunktionszeichen aus, sie erfasst singend Gedanken und lyrische Zusammenhänge. Sie ist eine Wissende. Sie ahmt nicht nach, wie sich müdgewordenen Augen schließen, sie verwandelt diesen etwas diffusen Zustand in Kunst. Wie wir beide wissen, hat der Schwarzkopfsche Stil nicht nur Freunde. Ihr werden ewig die gleichen Dinge angelastet. Sie singe zu maniriert, heißt es. Wer das beklagt, der wirft dieser Sängerin eigentlich vor, dass sie Kunst macht.

    Zu dieser Schwarzkopf-Aufnahme (die ältere kenne ich nicht) habe ich eine völlig andere Meinung als Du, lieber Rheingold. Mich hat diese Aufnahme beim Hören geradezu abgestoßen angesichts der kühlen Distanz zum Inhalt der Lieder, die ich verspürt habe. Mir fehlt dort jede Mitempfindung bei diesen Liedern, die sowohl im textlichen Gehalt als auch musikalisch hochemotional sind. Was Du als Kunst betrachtest, sehe ich als Künstlichkeit. Über die technische Seite will ich als Laie kein Urteil abgeben, der Gesang mag perfekt sein, aber es fehlt die Seele.

    Michael Blümke hat in seiner gewohnt unverblümten Art eine wertende Sortierung von zwei dutzend Aufnahmen der "Vier letzten Lieder" im Rondo 2014 veröffentlicht.

    Besonders freut mich, dass der Autor die auch von mir über alles geschätzte Aufnahme mit Jessye Norman als "alles überstrahlend" lobt. Meine Einspielung für die berühmte Insel. "[V]erströmt sich die Sopranistin in einem üppigen, prachtvollen, golden glänzenden Rausch" - treffend formuliert, und so muss man diese Lieder (nach meiner unmaßgeblichen Meinung) singen. Die Schwarzkopf stellt das Gegenteil dazu dar.

    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.

  • Lieber Rheingold!

    Ich komme durch den Link überraschenderweise auf die Seite der BILD-Zeitung, die ich sonst nicht mal in die Hand nehme, wenn sie im ICE neben meinem Sitz liegt. Und über die "Vier letzten Leider" steht auch nichts drin.

    Keine Ahnung was da in den dämmerigen Grüften des Internets passiert...

    Das ist in der Tat überraschend. Danke für das Bemühen, lieber Caruso.

    Dafür habe ich noch einen anderen Tipp: Michael Blümke hat in seiner gewohnt unverblümten Art eine wertende Sortierung von zwei dutzend Aufnahmen der "Vier letzten Lieder" im Rondo 2014 veröffentlicht. Ich würde manches Urteil etwas anders formulieren, aber kann ihm durchaus im wesentlichen folgen. Seine Urteile werden hier unter den Taminos sicher Anstoß erregen. Gerade auch bei Dir. Aber -so leid es mir tut- da wäre ich auf seiner Seite!

    Darauf will ich nicht näher eingehen, weil einige Feststellungen zu weit von dem entfernt sind, was ich geäußert hatte. Es macht für mich wenig Sinn, dagegen zu polemisieren, weil auch ganz persönlichen Präferenzen eine Rolle spielen und ich mich bemühe, die anderen Empfindung gelten zu lassen. Für die Bewertung von Stimmen gibt es - wir hatten das ja schon oft diskutiert - nach meiner Überzeugung nicht nur objektive Maßstäbe. Dass die Schwarzkopf wieder sehr schlecht wegkommt, sind jene, die sich mit ihrer Kunst beschäftigen, hinreichend gewöhnt. Es ist, wie sie selbst einmal sagte: Der eine schreibe vom anderen ab. Es scheint mir für Kritiker zur Pflichtübung geworden zu sein, sie regelrecht herabzuwürdigen. Herr Blümke bedient sich nicht eines neuen Arguments. Nach meinen Beobachtungen hat die Distanz ihr gegenüber an Schärfe gewonnen, seit ihre Rolle in der Nazizeit thematisiert wurde. Mit so einer will man möglich nichts zu tun haben. Da sehe ich gewisse Parallelen zu Karajan. Vorwürfe wegen persönlichen Verhaltens werden mit der Kritik am künstlerischen Schaffen vermischt.

    Zu dieser Schwarzkopf-Aufnahme (die ältere kenne ich nicht) habe ich eine völlig andere Meinung als Du, lieber Rheingold. Mich hat diese Aufnahme beim Hören geradezu abgestoßen angesichts der kühlen Distanz zum Inhalt der Lieder, die ich verspürt habe. Mir fehlt dort jede Mitempfindung bei diesen Liedern, die sowohl im textlichen Gehalt als auch musikalisch hochemotional sind. Was Du als Kunst betrachtest, sehe ich als Künstlichkeit. Über die technische Seite will ich als Laie kein Urteil abgeben, der Gesang mag perfekt sein, aber es fehlt die Seele.

    Lieber Bertarido, ich habe nicht die Absicht, Dir die Schwarzkopf näher zu bringen. Es ist Dein gutes Recht, Dich von Ihren Vortrag geradezu abgestoßen zu fühlen.

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • Hallo!


    Mich freut, dass die Fleming / Eschenbach - Aufnahme dabei ist, die mir zur Zeit die Liebste ist.


    Gruß

    WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Es ist Dein gutes Recht, Dich von Ihren Vortrag geradezu abgestoßen zu fühlen.

    Ich sehe mich bestätigt in meinem tiefen Unbehagen, das mich inzwischen in allem Urteilen über Liedgesang begleitet und mich zu der Feststellung am Ende meines vorangehenden Beitrags zu diesem Thread veranlasste:


    "Ist aber, wie in allen Fällen des Urteilens über Liedgesang - und Gesang überhaupt, - eine ganz und gar subjektive und deshalb im Grunde indiskutable Meinungsäußerung."

  • "Ist aber, wie in allen Fällen des Urteilens über Liedgesang - und Gesang überhaupt, - eine ganz und gar subjektive und deshalb im Grunde indiskutable Meinungsäußerung."


    »Ist aber, wie in allen Fällen des Urteilens über Architektur, Malerei, Bildhauerei, Litertatur ... - eine ganz und gar subjektive und deshalb im Grunde indiskutable Meinungsäußerung.«


    Das betrifft ja praktisch alle künstlerischen Leistungen, das ist doch gerade das Faszinierende, dass man da keinen Zollstock anlegen und messen kann ...

  • Das betrifft ja praktisch alle künstlerischen Leistungen, das ist doch gerade das Faszinierende, dass man da keinen Zollstock anlegen und messen kann ...

    Schön wäre, wenn Du recht hättest in dem, was Du da feststellst, lieber hart. Dem ist aber, wie ich meine, nicht so.

    Wie nirgend sonst im Bereich des Urteilens über Kunst ist im Bereich von Singen und Gesang ein eminenter Grad an klanglicher Sinnlichkeit im Spiel, in Gestalt der menschlichen Stimme nämlich.

    Und die ist in ihrer sinnlichen Komponente eben nun einmal schlicht Geschmacksache.

    Und wenn man die - durchaus berechtigte - Auffassung vertritt, dass gesangliche Interpretation von wortgebundener Musik in erster Linie eine Sache der Entfaltung von klanglich-sinnlicher Stimmlichkeit ist und der Faktor wortgebundener und wortbezogener Deklamation von sekundärer Bedeutung, dann wird man der gesanglichen Interpretation der "Vier letzten Lieder" durch Jessye Norman den Vorzug vor jener durch Elisabeth Schwarzkopf geben, weil letztere sich angeblich in manieristisch-deklamatorischem Gestus ergeht.

    Ein solches Urteil ist aber nicht wirklich objektivierbar, weil es zu einem hohen Grad auf einem subjektiven, genuin stimmenorientierten und -liebhaberischen Konzept von Liedgesang und gesanglicher Interpretation von wortgebundener Musik basiert.


    Aber das gehört nicht hierher, ist eigentlich Sache eines eigenen Threads.

    Ich bitte den Threadstarter deshalb um Entschuldigung für diese Abschweifung.

  • Und wenn man die - durchaus berechtigte - Auffassung vertritt, dass gesangliche Interpretation von wortgebundener Musik in erster Linie eine Sache der Entfaltung von klanglich-sinnlicher Stimmlichkeit ist und der Faktor wortgebundener und wortbezogener Deklamation von sekundärer Bedeutung, dann wird man der gesanglichen Interpretation der "Vier letzten Lieder" durch Jessye Norman den Vorzug vor jener durch Elisabeth Schwarzkopf geben, weil letztere sich angeblich in manieristisch-deklamatorischem Gestus ergeht.

    Ein solches Urteil ist aber nicht wirklich objektivierbar, weil es zu einem hohen Grad auf einem subjektiven, genuin stimmenorientierten und -liebhaberischen Konzept von Liedgesang und gesanglicher Interpretation von wortgebundener Musik basiert.


    Aber das gehört nicht hierher, ist eigentlich Sache eines eigenen Threads.

    Ich bitte den Threadstarter deshalb um Entschuldigung für diese Abschweifung.

    Ich fände es hochinteressant, dieses Thema in einem eigenen Thread weiterzuverfolgen. Denn so ganz verstanden habe ich noch nicht, was Du mit "wortgebundene und wortbezogene Deklamation" meinst.

    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.