Dr. Pingel´s musikalische Perlen vor Bach

  • @Beitrag 119

    Dowlands Lied "Now, o Now" ist generell ein Ohrwurm., aber die absolute Krönung ist die hier verlinkte mehrstimmige Fassung mit "Les Canards Chantants."
    Zum dahinschmelzen. Bedauerlicherweise scheinen die nicht auf CD verfügbar zu sein - Ich hab zumindests nichts gefunden.


    mfg aus Wien
    Alfred

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  • "La Carpinese" stammt aus einer DVD, die eine Geschichte von "L´Arpeggiata" vorstellt; da sind noch eine ganze Reihe anderer toller Stücke drauf. Es handelt sich um eine Zugabe zur "Cavalli-CD" mit Hana Blazikova und Nuria Rial. Tipp: unbedingt die erweiterte Version kaufen, also CD und DVD.

    In keiner Gegenwart kann gewusst werden, wie sie hätte anders werden können, als sie geworden ist (Jörg Maurer).

  • Über das Miserere von Allegri wurde ja schon auf der letzten Seite geschrieben, jetzt bin ich aber über eine ganz frische Fassung von einem der anderen Superchöre der kühlen, nebligen Insel gestolpert, Tenebrae. Ziemlich spektakulär! Der Chor hat als Motto "Passion and Precision", ein ganz und gar passendes Motto.


  • Jetzt gehts wieder in kühlere Gefilde. Zwei Stücke aus "Il giardino del Piacere§ von Jojann Friedrich Meister (*um 1638-1697)
    Diese Aufnahme dürfte übrigens die letzte von "Musica Antiqua Köln" sein. Reinhard Göbel betrachtete Meister übrigens als "Originalgenie"


    Für interessierte: Die CD ist noch immer im Programm und wird derzeit um 12.99 angeboten


    mfg aus Wien
    Alfred

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  • Victoria zählt seit etwa 5 Jahren zur schmalen Riege meiner Lieblingskomponisten, daher kenne ich "O Magnum Mysterium" gut, bisher allerdings nur in der Fassung für kleinere Ensembles. Ich muss wirklich sagen, lieber Michael, ich weiß, dass du ein Fan der Cambridge Singers bist, und das zu Recht. Es handelt sich hier um eine absolut perfekte Aufnahme. Bemängeln würde ich nur, dass diese Aufnahme zu sopranlastig ist, denn die Polyphonie behandelt alle Stimmen gleich. Aber das ist nicht wichtig angesichts dieser sehr subtilen und meditativen Aufführung.

    In keiner Gegenwart kann gewusst werden, wie sie hätte anders werden können, als sie geworden ist (Jörg Maurer).

  • Lieber Dottore,


    ich hatte Victoria bisher nur peripher auf dem Schirm, daß Du ihn so hoch rankst, ist für mich Anlaß genug, ihn mir näher anzusehen. Vielen Dank für die Einschätzung.

  • Die schönsten Aufnahmen sind die von "Pro Cantione Antiqua" unter Bruno Turner (nur antiquarisch) und "Hesperion XX/XXI" unter Jordi Savall.

    Und noch ein Tipp: Francisco Guerrero!

    In keiner Gegenwart kann gewusst werden, wie sie hätte anders werden können, als sie geworden ist (Jörg Maurer).

  • Die schönsten Aufnahmen sind die von "Pro Cantione Antiqua" unter Bruno Turner

    Hallo dr.pingel, nicht nur antiquarisch... habe mir gerade dies bestellt....


    Ich finde die Truppe auch sehr gut, habe die Tenebrae Responsories von Victoria von ihnen und die Palestrina Box!

    Allerdings finde ich auch "The Tallis Scholars mit Peter Phillips" sehr gut.


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Ich glaube, dass das Geheimnis von Victoria ist, dass sich da nur erstklassige Ensembles heranwagen. Einige Aufnahmen von hier sind neu für mich, aber nicht mehr lange.

    In keiner Gegenwart kann gewusst werden, wie sie hätte anders werden können, als sie geworden ist (Jörg Maurer).

  • Claudio Monteverdi, Zefiro Torna - Nuria Rial, Philippe Jaroussky und L´Arpeggiata - was für eine tolle Truppe! Insbesondere die Herren am Zink und an der Violine sind Extraklasse.



  • Einer der wichtigsten Komponisten der Spätrenaissance war sicherlich William Byrd, der einiges an auch heute noch spektakulären Stücken geschrieben hat.


    Zwei davon werden von hier von Voces8 gesungen, wie immer up to the highest standard:


    Ne Irascaris Domine und

    Civitas Sancti Tui


  • Pérotin (Perotinus), auch als „Magister Perotinus“ oder „Perotinus magnus“ bekannt, (* zwischen 1150 und 1165, † zwischen 1200 und 1225) war Magister an der Klosterkirche und Kathedrale Notre Dame in Paris und gilt als bedeutendster Komponist der Notre-Dame-Schule.



    Alleen / Alleen und Blumen // Blumen / Blumen und Frauen // Alleen / Alleen und Frauen // Alleen und Blumen und Frauen und / ein Bewunderer


    Aus Solidarität mit Eugen Gomringer habe ich die Übersetzung eines seiner Poeme gesetzt, weil dieses Gedicht, das sich an einer Hausfassade in spanischer Sprache befindet, überpinselt werden muss. Grund: Sexismus-Vorwurf
    .


  • Charpentiers Te Deum H 146 sollte in diesem Thread nicht fehlen - und das nicht nur wegen des Préldude, sondern wegen der überragenden Fülle musikalischer Gedanken. Dass der Komponist nicht nur das Gotteslob triumphal zum Ausdruck zu bringen versteht, sondern ganz gewiss auch den Sonnenkönig loben wollte, leuchtet mir ein. Hier stellt sich Jordi Savall mit der Capella Reial de Catalunya Le Concerts des Nations in den Dienst der Musik.


    :hello:



  • Lieber Michael, wieder hast du ins Schwarze getroffen. Lobo als Komponist kenne ich natürlich, diese Aufnahme mit Tenebrae ist das Non-plus-ultra der Chormusik dieser Zeit. Intensiv, wie eine Stimme, schlackenlos! Ich glaube, Nigel Short singt auch mit. Auch das Requiem von Victoria ist die Referenzaufnahme mit diesem Ensemble, die habe ich natürlich auch. Ne irascaris von Byrd gehört zu den absolut besten Kompositionen der Polyphonie, auch das Ensemble ist tadellos. Dieses Stück habe ich schon gesungen in der Fassung für Sopran und 4stimmiges Männerensemble. Eine kleine Abschweifung: ich schätze Schubert sehr, die Lieder, die Klaviermusik, die große C-Dur-Sinfonie. Seine Chorstücke mag ich nicht besonders. Wir singen gerade seine Komposition über den Durchzug der Israeliten durch das Rote Meer, für Sopran, Chor und Klavier (Text von Grillparzer). Gerade wenn man die Musik in diesem hier Thema hört und liebt, kann man sich vor einem solchen Stück nur mit Grausen abwenden. Es ist gut gemacht, aber einfallslos. Dazu alles viel zu hoch und ein Gebrüll... also bei jeder Probe hasse ich das Stück mehr. Und woher kommt dieser "Hass"? Von der Perfektion der polyphonen Musik, etwa eines Werkes, das wir vorher gesungen haben, die "Lamentationens Jeremiae" von Tallis, wobei der 2. Teil aus Rücksicht auf den Chor gestrichen wurde, natürlich gegen meinen Willen.

    Noch zu Perotinus: ich war noch nie ein Freund des Hilliard-Ensembles. Der Grund ist einfach der: von jedem Stück, das die Hilliards singen, gibt es eine oder mehrere Aufnahmen von anderen Ensembles, die viel besser sind (Aussage einer Kritikerin: die Stücke, die die Hilliards singen, klingen vor allem - wie Stücke, die die Hilliards singen). Die ultimative Aufnahme von Perotinus und Machaut ist die mit dem Deller-Consort und dem Collegium Aureum. Fragt hier Joseph II., der weiß das auch.

    In keiner Gegenwart kann gewusst werden, wie sie hätte anders werden können, als sie geworden ist (Jörg Maurer).

  • Cher dottore,


    Leonin und Perotin sind ja schon ziemlich speziell - sie waren die ersten, die mit Mehrstimmigkeit experimentierten, und sich damit ewigen Ruhm erworben haben.


    Aber es hört sich für uns doch ein wenig exotisch an, musikalisch ist das Jahr 1550 mehr oder weniger "um die Ecke", während 1200 ein Zeitalter weit weg zu sein scheint, Hilliard hin, Deller-Consort (die nun aufgrund des Alters der Aufnahmen auch nicht mehr den aktuellen Klang-Vorstellungen entsprechen) her.


  • der wunderbare Chor Tenebrae mit einem Stück des spanischen Komponisten Alonso Lobo (1555 - 1617): Versa est in luctum



    Danke so sehr für diesen Beitrag! Bisher kannte ich nur Palestrina in dieser Art von Musik. Das ist wirklich ergreifend!!

    "When I was deep in poverty, you taught me how to give" Bob Dylan