Die Bartoli


  • CECILIA BARTOLI


    Cecilia Bartoli wurde am 04. Juni 1966 in Rom geboren. Sie studierte bei Ihrer Mutter Silvana Bazzoni, ihrem Vater Angelo Bartoli und am Conservatorio di Santa Cecilia [!] in Rom Gesang. Ihre steile Karriere begann durch Ihr Operndebüt als Despina in Wolfgang Amadeus Mozarts Cosí fan tutte 1988. Seit dieser Zeit unterhält sie auch einen Exklusivvertrag mit dem Plattenriesen DECCA.


    la mia voce è il mio bosso
    [“Meine Stimme ist mein Boss”]


    Aufmerksam wurde ich auf dieses Geschöpf vor geraumer Zeit durch eine Fernsehdokumentation, in der sie sich singender Weise völlig selbstlos in ihrem FIAT 500 [altes Modell, kaminrot und schäbig] durch den dichten Verkehr von Rom schlängelte.


    Zufällig galt zu dieser Zeit mein Interesse dem Opernschaffen Joseph Haydns, so dass ich mehr aus Interesse für das Werk, als für die Interpreten diese Aufnahme erstand:



    JOSEPH HAYDN
    L’anima del filosofo ossia:
    ORFEO ED EURIDICE


    In diesem Thread Joseph HAYDN - sein Opernschaffen kann über dieser Oper näheres erfahren werden. Welch Geschick des Himmels, dass ausgerechnet Madama den Part der Euridice inne hatte. Von da an war es um mich geschehen…


    Nach längerer Bartoli-Pause erwarb ich noch zusätzlich folgendes Album:



    THE VIVALDI ALBUM


    Die Einspielung enthält eine Vielzahl damals noch nicht eingespielter Arien aus den leider viel zu unbekannten Opern Antonio Vivaldis. Eine Glanzleistung! Nicht nur, dass endlich die vergessenen Opern Vivaldis ans Tageslicht befördert wurden…


    Kürzlich konnte ich dann bei einem Besuch im Musikalienhandel nicht widerstehen und ließ ihr neues Album:



    OPERA PROIBITA


    „mitgehen“. Eine vortreffliche Auswahl von größtenteils unbekannten Arien aus Oratorien von Georg Friedrich Händel, Alessandro Scarlatti [dem Vater des berühmteren Domenico Scarlatti] und dem noch weitaus weniger bekannten Antonio Caldara.


    Von Cecilia Bartoli ist zudem je ein Album mit Arien Antonio Salieris und Wolfgang Amadeus Mozarts erhältlich, sowie verschiedene Zusammenstellungen von Liedern und Arien.


    Im August dieses Jahres erlebte ich die Trägerin des Namens der Schutzheiligen live in Baden-Baden – unvergessen. Dort gab sie eine Auswahl von Liedern und Arien der Herren Mozart, van Beethoven, Schubert, Rossini, von Weber und Bellini zum Besten. Begleitet wurde sie von dem herausragenden Pianisten Sergio Ciomei, der auch in der Vergangenheit bereits als musikalischer Berater für Cecilia Bartoli tätig war.

  • ich habe sie bisher leider nur einmal live gehört und das im wahrsten sinne des
    wortes, da ich im musikverein nur mehr einen orgel-empore-sitz bekam.
    ich musste mich also notgedrungen auf die musik konzentrieren ,-) sie
    konzertierte mit dem freiburger barockorchester (auch jede menge frauen)
    und einem programm von antonio salieri. ab nun verfolge ich die spielpläne
    etwas genauer. es wäre schade diese sängerin zu versäumen.


    ich besitze noch folgende DVD opern aufnahmen ihr:


    mozart - don giovanni aus zürich unter harnoncourt, wo sie eine sehr imponierende
    donna elvira darstellt. singen alleine genügt in diesem fall nicht, sie lebt diese rolle
    aus ihrem innersten heraus (erschienen bei arthaus).


    unbekannter dürfte giovanni paisiellos oper nina sein. hier singt bartoli die nina und
    beeindruckt mit der 'wahnsinns-arie', dem highlight dieser oper (erschienen bei arthaus).


    ich möchte auch noch ihre CD mit gluck arien sehr empfehlen (decca 467 248-2).


    faun

    die kritik ist das psychogramm des kritikers (will quadflieg)

  • Salut,


    Nina ossia: La Pazza per amore ist ohnehin eine sehr empfehlenswerte Oper. Ich habe sie mit Bima, Matteuzzi, Carolis, Banditelli, Concentus Hungaricus, Hirsch.


    Die Bartoli als Nina ist aber meiner Wissens "nur" als DVD erschienen.


    Viele Grüße
    Ulli

  • Wunderbar, ich oute mich auch gleich als Cecilia-süchtig!


    Mal abgesehen von den stimmlichen Fähigkeiten ist die Emotion und Begeisterung die sie ausstrahlt einfach sensationell. Ich empfehle deshalb die DVD (auch die CD) ihres "Vivaldi" Programmes mit Il Giardino Armonico - Leidenschaft pur.


    Übrigens:
    Am 15.12. live im Wiener Musikvereinssaal mit dem neuen Programm - Vorverkauf hat gestern begonnen.

  • Sagitt meint:


    Süchtig bin ich nicht, wenn man sie live hört, wird die Begrenztheit ihres Materials ganz schön deutlich, aber wenn ein Mikro in der Nähe ist, spielt das je keine Rolle. An der Bartoli schätze ich die Intensität ihres Tuns,dazu zwei Beispiele. Das eine ist das Konzert mit den giardini armonici in Paris, sie exekutieren Vivaldi, welche Süsse, welche Wut, die sich in Koloraturen austobt. Die Bartoli beherrscht beides perfekt.
    Das zweite Beispiel ist ihre Donna Elvira im Zuricher Giovanni mit Harnoncourt. Da haben sich zwei Leidenschaftliche gefunden. Das Ergebnis ist bewunderswert. Glaubwürdig wird eine tief in ihren Gefühlen verletzte Frau vorgestellt. Eine Aufnahme des Giovanni, die man mindestens kennen sollte.

  • Sagitt meint:


    Eben höre ich Elly Ameling mit armatae face aus juditha thriumphans. Wo die Bartoli Gift und Galle speit, singt Elly mit schöner Stimme brav ihre Koloraturen. Von "furie" ist nichts zu hören, aber bei der Bartoli.
    Gerade im Vergleich zeigt sich ihre ungeheure Spannbreite an Emotion,

  • Eine Ausnahmeerscheinung in jeder Beziehung!Wer Cecilia Bartoli einmal singen gehört hat,kommt von ihrer Faszination nicht mehr los.Was sie anpackt,macht sie gut und richtig.Mir persönlich imponiert neben ihren temperamentvollen Koloraturen die stetige Erweiterung ihres Gesangsspektrums.Dabei denke ich an ihre Mozartrollen im Sopranfach Fiordiligi und Donna Elvira,bei welchen sie ihren sorgfältig erweiterten Stimmumfang und -volumen prächtig einsetzt.
    Ich bin fasziniert von dieser Künstlerin. :jubel: :jubel: :jubel:

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Haben sie nicht die CD mit Italienische Lieder/Arien?
    Wie sie das bekammte "Caro mio ben" singt!!!


    Und die Gluck-Ausgabe. Das "Di questa cetra in seno" (Il Parnaso confuso). Man leckt sich die Däume. Daneben die Begleitung. Das ist wirklich ein Juwel.


    Ich vermisse außerdem einen von mir öfters gedrehten Oper "La Cenerentola".


    Diese Bartoli ist ja eine "Universal Frau".

  • Zitat

    Original von musicophil
    Haben sie nicht die CD mit Italienische Lieder/Arien?
    Wie sie das bekammte "Caro mio ben" singt!!!


    Und die Gluck-Ausgabe. Das "Di questa cetra in seno" (Il Parnaso confuso). Man leckt sich die Däume. Daneben die Begleitung. Das ist wirklich ein Juwel.


    Salut,


    ja - mittlerweile habe ich auch diese beiden CDs:




    :hello:


    Ulli

  • Eine Platte die hier noch fehlt: Der Livemitschnitt begleitet von Yves Thibaudet:



    Herzliche Grüße,:hello:


    Christian

    Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

  • Zitat

    Original von musicophil
    Da könnte eine DVD sein, denn ich habe diese Aufführung später aufs Fernsehen angeschaut.


    Beides: Das Konzert gibt es auf DVD und CD:



    Herzliche Grüße,:hello:


    Christian

    Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

  • Tja, was soll man zu "La Bartoli" noch großartig sagen: Ich empfehle jedem das, zugegebenermaßen schon ältere, Porträt "Zwischen Pasta und Oper". Sie verbindet wie kaum eine andere schauspielrisches und komödiantisches Talent mit einer ungeheueren Stimmkraft. Das Salieri-Album war erste Sahne, auch ihre Rolle als Donna Elvira in Zürich war klasse. Leiden, lachen, lieben - das kann sie wie fast keine zweite.


    @heldenbarition: geht es etwas differenzierter?

    Beste Grüße aus Bonn
    Matthias


    Ich tu', was meine Pflicht gebeut, doch hass' ich alle Grausamkeit (ROCCO)

  • Na klar;
    ich halte sie für einen verkappten Sopran, der sich nicht traut.
    Habe sie einmal unter Abbado erlebt und nicht verstanden, wie die Leute bei unsteter Tongebung und zu tiefer Intonation so vor Wonne ausrasten konnten. Stimmen sind , Gott sei Dank, Geschmackssache. X(
    Gruß Guido

    Wie aus der Ferne längst vergang´ner Zeiten
    GB

  • Cecilia Bartoli,der Name allein ist schon Musik.Und wenn sie ihre Koloraturen singt,dann speit ein Vulkan Feuer,nein FUOCCO!
    Auch ein Weltstar darf einmal einen Tag haben,an dem die Stimme nicht ganz perfekt sitzt.Bei allen Großen der Bühne ist das der Tribut an das stressige Aus-dem-Koffer-Leben.Deshalb,lieber Heldenbariton,ist dein "Total überschätzt" bei dieser begnadeten Sängerin sicher nicht ganz angebracht.Sie gehört zweifelsfrei zu den Ausnahmekünstlerinnen unserer Zeit.Und ich hoffe,sie kann ihre Gurgel noch recht lange für uns geschmeidig halten.

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Hallo !


    Ich habe mir heute die "Opera Proibita" gekauft und finde die CD auch schön.


    Was mich allerdings stört, dass als Organist und Cembalist nur ein Musiker angegeben ist, beide Iinstrumente jedoch gleichzeitig erklingen.


    Wurde da dann entweder die Orgel oder das Cembalo noch dazwischengemischt ??? ?( ?(


    Mich würde da mal Eure Meinung dazu interessieren.


    ciao


    Andreas

    Johann Sebastian Bach ist Anfang und Ende aller Musik (Max Reger)

  • Die erste CD mit Cecilia Bartoli habe ich bei einem Freund gehört und gleich darauf selbst erstanden:



    Inzwischen sind einige andere CDs dazu gekommen, z.B. das Gluck-Album oder das Vivaldi-Album.


    Ich möchte die Rossini-CD sehr empfehlen. Ich weise nur auf einen öfter zitierten Satz aus einer Rezension zu diesem Album hin: "Das Album 'Rossini Heroines' ist jenen, die sich den Rummel um diese Sängerin nicht recht erklären können, unbedingt zu empfehlen".


    Viele Grüße, Andrew

    „Nichts auf Erden ist kräftiger, die Traurigen fröhlich, die Ausgelassenen nachdenklich, die Verzagten herzhaft, die Verwegenen bedachtsam zu machen, die Hochmütigen zur Demut zu reizen, und Neid und Hass zu mindern, als die Musik.“

  • Ich ändere meine Meinung nicht, denn mir ist noch keine Aufnahme von ihr zu Ohren gekommen, die mich "vom Hocker gerissen" hat. :kotz:

    Wie aus der Ferne längst vergang´ner Zeiten
    GB

  • Zitat

    Original von heldenbariton
    Ich ändere meine Meinung nicht, denn mir ist noch keine Aufnahme von ihr zu Ohren gekommen, die mich "vom Hocker gerissen" hat. :kotz:


    Schön, daß Du Dich nicht beirren läßt - den Kotzsmilie hättest Du Dir allerdings sparen können.....


    X(
    Austria

    Wir lieben Menschen, die frisch heraus sagen, was sie denken - vorausgesetzt, sie denken dasselbe wie wir (Mark Twain)

  • Hallo Heldenbariton,
    du als Heldenbariton stehst natürlich mehr auf Wagner,aber man
    muß doch hören,daß C.B. zum Beispiel im Koloraturalt-Fach ohne
    Konkurrenz ist.Sie hat sich ihre Programme ja immer sorgfältig aus=
    gewählt( Rossini,Gluck, Salieri,Vivaldi u.Mozart).Ich glaube nicht,daß
    sie einmal Carmen oder Eboli singen wird.Das ist einfach nicht ihr Terrain,
    aber in IHREM Fach wird sie wohl unerreichbar bleiben. Mein Wort drauf.


    Gruß Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.

  • Zitat

    Original von Herbert Henn
    [...] aber man
    muß doch hören,daß C.B. zum Beispiel im Koloraturalt-Fach ohne
    Konkurrenz ist.


    Salut,


    naja, ich würde Vivica Genaux schon als treffliche Konkurrentin sehen bzw. hören - wobei ihre Stimme ganz anders geartet ist.


    Wegen des Kotzsmilies muß nun was anderes her:


    :lips: :lips: :lips:


    Ulli

  • Hallo Ulli,
    ich kenne keine Vivica Genaux,obschon ich mich tagein, tagaus mit
    der Gesangszene befasse,tut mir leid.
    Natürlich weiß ich,daß es gute Rossini-Sängerinnen gab,
    (C.Supervia,M.Horne,T.Berganza,auch M.Callas) aber keine besaß
    die Koloraturperfektion von Cecilia Bartoli,kurz :"La Bartoli".


    Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.

  • Zitat

    Original von Herbert Henn
    Hallo Ulli,
    ich kenne keine Vivica Genaux,obschon ich mich tagein, tagaus mit
    der Gesangszene befasse,tut mir leid.


    Herbert.


    Da ist dir aber Wesentliches entgangen!


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Zitat

    Original von Theophilus


    Da ist dir aber Wesentliches entgangen!


    Salut,


    das meine ich wohl auch. Etwas ungehörig zwar in diesem Thread, aber: Probiers mal damit:



    Ich persönlich stelle La Bartoli und La Genaux auf eine Stufe, obschon ihre Stimmen sehr unterschiedlich sind, die Technik aber - soweit ich das zu beurteilen vermag - ist in beiden Fällen göttlich.


    Der Titel sagt bereits alles, oder? Gefallen muss es natürlich nicht zwingend, aber... naja, Du wirst hören.


    Liebe Grüße
    Ulli

  • Hallo Ulli,
    das sind für mich verschiedene Welten.Auf der einen Seite:
    Kastratenimitation,auf der anderen Seite:Frauengestalten von
    Rossini(Rosina,Cenerentola ,Semiramis und die Anderen ).


    Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.

  • Zitat

    Original von Herbert Henn


    Auf der einen Seite: Kastratenimitation,


    Jetzt bin ich aber doch etwas verwundert über diese Aussage von Dir, wo Du Madame Genaux nicht einmal kennst...


    X(


    Das ist sicher keine "Kastratenimitation", sie singt lediglich jene Arien, die einst für den großen Farinelli komponiert wurden. Auch La Bartoli tut jenes in ihrem Vivaldialbum. Ein Stimmenvergleich ist durchaus möglich. Aber Du kannst es auch damit probieren:


    [am]B00008LM35.[/am] [Cecilia perdona, i vostri capelli è in tutto il caso molto in modo bello...]


    Diese CD kenne ich allerdings selbst [noch] nicht.


    :hello:


    Ulli