Voting - Aktive Lieblingsdirigenten 2017 - NON HIP

  • Liebe Taminoianer


    Votings waren viele Jahre ein beliebtes "Gesellschaftsspiel" bei Tamino. Je nach aktuellen Spielregeln durfen beispielsweis Lieblingsdirigenten genannt werden, und irgendwann wurde das Ergebnis ausgewertet und veröffentlicht - oder nicht.
    Mit der Zeit verloren die Mitglieder indes das Interesse an solchen Thread, vor allem deshalb, weil über Jahre hinweg immer wieder dieselben Namen in den Nominierungen auftauchten. Daher wurden diese Votings dann nir alle 2 oder drei Jahre durchgeführt, was diese Projekte allmählich einschlafen und in Vergessenheit geraten ließ.


    Mit 2017 möchte ich diese Tradition der Votings wieder aufleben lassen, wobei wir uns hier bereits mitten im Geschehen befinden. Die Szene hat sich in den letzten Jahren drastisch verändert, fast alle, die vor ca 10 oder 12 Jahren als Lieblingsdirigenten genannt wurden sind inzwischen verstorben oder haben sich zurückgezogen.


    Bei diesem Voting gelten daher folgende Regeln:


    1) Jeder Mitspieler darf bis zu FÜNF Lieblingdirigenten nominieren, allerdings NUR DERZEIT AKTIVE.
    2) Jede Nominierung sollte kurz begründet werden und es sollte EINE besonders gelungene Aufnahme verlinkt werden
    3) Jeder Beitrag sollte nur EINEN Kandidaten beinhalten (wer also 5 Dirigenten nominieren will muß 5 Beiträge posten)
    4) HIP Orchester und Dirigenten sind hier ausgeschlossen - sie bekommen mittelfristig einen eigenen Thread.


    interessant ist, wer in der Gegenwart die Spitzenplätze belegt....


    mfg aus Wien
    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Wenn der Schweizer Philippe Jordan, Sohn von Armin Jordan, am Pult steht, bin ich jedes Mal fasziniert von der natürlichen Perfektion und Klarheit der Aufführung.


    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

  • Die letzten Jahre war die Beteiligung an diesen Threads derart beschämend gering, dass es fürs Tamino Klassikforum geradezu peinlich war (Auswertung daher sinnlos). Für 2017 hätte ich gar keinen weiteren ins Auge gefasst. Nun gibt es ihn doch, und ich bin nicht unglücklich darüber ...


    Ich nominiere als erstes einen der letzten der "großen Alten", die noch aktiv sind: Herbert Blomstedt, der in diesem Jahr 90 wird.


    Bei seiner großen Diskographie fällt es schwer, sich auf eine besonders gelungene Aufnahme zu beschränken. Fast wollte ich seinen Bruckner-Zyklus nominieren, fand dann aber eine noch aktuellere DVD bzw. Blu-ray, nämlich Beethovens Neunte vom Leipziger Silvesterkonzert 2015. Was soll man sagen? Eine grandiose Wiedergabe, welche die letzten Silvesterkonzerte aus dem Gewandhaus sämtlich in den Schatten stellt. Man darf gespannt sein, ob man auf diese Aufnahme auch für den für 2017 angekündigten kompletten Beethoven-Zyklus des Gewandhausorchesters unter Blomstedt zurückgreifen wird.


    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Ich nominiere als erstes einen weiteren "Großen Alten" und zwar den in diesem Jahr 80 Jahre alt werdenden Neeme Järvi. Es gibt zumindest in meiner CD-Sammlung nur wenige Dirigenten, die häufiger vertreten sind. Weit über 400 CDs hat er mit zahlreichen Orchestern eingespielt und darunter sind unzählige Ersteinspielungen, die mich auf neue Komponisten überhaupt erst aufmerksam gemacht haben. Zwei Beispiele seien stellvertretend für viele gelistet. Seinen Joachim-Raff-Zyklus kann er wohl bedauerlicherweise nicht mehr vollenden, was ich sehr schade finde.



  • ich glaube, dass die geringe Beteiligung an diesen Threads vor allem darauf zurückzuführen ist, daß diejenigen Dirigenten, die hier bei den meisten Mitgliedern auf Interesse stiessen, bereits mehrheitlich verstorben sind und die derzeitigen nicht jenes Charisma ausstrahlen, das man von einem Lieblingsdirigenten erwartet. Ich besitze durchaus Aufnahmen mit heutigen Dirigenten mittlerer Generation - aber ich habe diese Aufnahmen nicht wegen ihnen, sondern des Werkes wegen gekauft - oft aber auch wegen einer superben Tontechnik. Natürlich gibt es ganz wenige Ausnahmen.

    Einer davon ist Christian Thielemann. Er hat es geschafft vom Bekanntheitsgrad her in Bereiche vorzustossen, die man sonst lediglich bei Herbert von Karajan finden konnte.
    Eine Medienpräsenz sondergleichen.
    Für mich persönlich ist die Gesamtaufnahme aller Beethoven Sinfonien der Wiener Philharmoniker unter seinem Dirigat (für SONY) das Interessanteste, da er bei durchaus individueller Lesart, die traditionelle deutsche interpretation eines Furtwängler und Karajan (bei aller Verschiedenheit !!) fortführt.
    Dass er nicht mit der Leitng der Berlinger Philharmoniker beauftragt wurde ist in gewisser Weise ein Glück, denn auf diese Weise bleibt er - neben seinem Stammorchester - auch für die Wiener Philharmoniker zur Verfügung, die ihn besonders schätzen.....

    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Er hat es geschafft vom Bekanntheitsgrad her in Bereiche vorzustossen, die man sonst lediglich bei Herbert von Karajan finden konnte.


    Bei aller Wertschätzung :no:


    Der Taxifahrerwitz würde bei Thielemann doch überhaupt nicht funktionieren.

  • Um mal dem Eindruck entgegenzuwirken, es würden hier fast nur Dirigenten kurz vor dem Ruhestand genannt, nominiere ich als zweites den Russen Vasily Petrenko, der jetzt 40 ist, aber auch gut zehn Jahre jünger geschätzt werden könnte. Künftig wird er vielen wohl nur als "der andere Petrenko" gelten, aber er steht für mich so ganz und gar nicht in der zweiten Reihe.



    Seine wichtigste diskographische Großtat war bisher wohl seine Gesamteinspielung sämtlicher Symphonien von Schostakowitsch für Naxos. Den Interpretationen fehlt die Schärfte der alten sowjetischen Aufnahmen, aber wie könnte ein junger Dirigent, der die Sowjetunion gerade noch als Heranwachsender erlebt hat, bitte schön eine Darbietung liefern wie einst Mrawinsky, Kondraschin, Swetlanow und Roschdestwensky? Den berühmten alten sowjetischen Orchesterklang gibt es ja praktisch auch gar nicht mehr. Für sich genommen ist dieser Zyklus sehr gelungen und stellt eine echte Bereicherung dar. Petrenko schreckt nicht davor zurück, auch mal ungewöhnliche Tempi anzuschlagen (so etwa in der "Leningrader").

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Lieblingsdirigenten definieren sich oft durch das eingespielte Repertoire. Mein nächster Kandidat - Matthias BAMERT - ist unglaublich vielseitig, hat indes nicht in erster Linie "Mainstream" dirigiert, was ihm vermutlich den Weg an die "absolute Spitze" verwehrt hat, an der er vermutlich gar nicht interessiert war. Mich interessiert an der Diskographie dieses Dirigenten vorzugsweise sein Einsatz in der Serie "Contemporaries of Mozart" mit den Londoner Mozart Players (für CHANDOS), die in etwa 25 Aufnahmen umfasst. Bamert war von 1993-2000 Leiter dieses Orchesters, führte aber die Reihe auch nachher - bis 2010 fort. Er ist bekannt für seine Aufnahmen von Nischenrepertoire auch jenseits der Mozart - Zeit (Field, Dopper, Hol, Parry, Dohnany etc) und - für mich weniger interessant - für neues Repertoire.
    Ich besitze weit über 30 CDs von ihm, und er zählt zu meinen Lieblingdirigenten.
    Die hier abgebildete Aufnahme von Sinfonien Anton Hoffmeisters mag stellvertretend für meine Lieblingsaufnahmen unter seinem Dirigat stehen.
    http://www.bruceduffie.com/bamert.html

    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Interessanter Thread, fürwahr, einige der sonst gerne genannten Dirigenten haben in den letzten Jahren das Zeitliche gesegnet, aber auch im Non-HIP-Bereich gibt es weiterhin herausragende Persönlichkeiten. Ich brauche nicht lange zu überlegen, da fällt mir Riccardo Chailly ein. Ein Dirigent mit Charisma, was er vorlegt, ist für mich einzigartig. Auch wenn sein Abschied aus Leipzig zugegebenermaßen unglücklich verlief, das Gewandhausorchester hat mit ihm sein hohes international anerkanntes Niveau weiter ausgebaut. Besonders beeindruckt hat mich sein Beethoven-Zyklus. Die Schumann-Aufnahmen in der Mahler-Fassung wird Puristen sicher verschrecken, hört man sie sich aber an, dann entdeckt man Schumanns Musik von Neuem, eine Bereicherung. Mahler sowieso, was Chailly aus dieser Musik macht, das ist für mich atemberaubend. Und auch Bach hört sich unter ihm wie neu belebt an (Solisten sind leider in dieser Aufnahme unter Niveau).



    Mit der Übernahme des Lucerne Festival Orchestra steht er in der Tradition von Claudio Abbado und wird daran zu messen sein. Ich bin überzeugt davon, dass Chailly uns weiterhin mit exzellenten Aufführungen Gesprächsstoff bieten wird.
    :hello:

    Wenn schon nicht HIP, dann wenigstens TOP

  • Ich nenne bewusst diesen Dirigenten, wohl wissend, dass einige sagen werden: der ist aber doch Dirigent der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, und da spielen sie auf Naturtrompeten. Richtig, aber er begann seine Karriere als Dirigent des Kungliga Filarmoniska Orkestern in Stockholm 1995-1998, war von 2001 bis 2011 Chefdirigent der Cincinatti Symphony, ist seit 2004 künstlerischer Leiter der Deutschen Kammerphilharmonie, war von 2006 bis 2013 Chefdirigent des hr-Snfonieorchesters, war seit 2010/11 Chefdirigent des Orchestre de Paris und ist seit der Saison 2015/2016 zum Chefdirigenten des NHK-Sinfoieorchesters in Tokyo ernannt worden.
    Ich finde, damit hat er sich auch nachdrücklich als NON-HIP-Dirgent qualifiziert, und ich möchte hier als sehr empfehlenswert diese Box nennen, mit deren erneutem Durchhören ich vor einigen Tagen wieder begonnen habe:



    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Als Drittes möchte ich den letzten Lebenden unter den ganz großen sowjetischen Dirigenten nominieren: Gennadi Roschdestwensky. Er wird heuer 86 und ist nach wie vor in den Konzertsälen dieser Welt zu finden.


    Von den "großen Vier" der sowjetischen Dirigenten der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts (neben Mrawinsky, Kondraschin und Swetlanow) ist er neben Kondraschin derjenige, der bereits zu Sowjetzeiten die intensivsten Kontakte zum Westen unterhielt und auch mehrmals Chefdirigentenpositionen dort innehatte (Stockholmer Philharmoniker 1974-1977, BBC Symphony Orchestra 1978-1981, Wiener Symphoniker 1980-1982). Allerdings brach er nie ganz mit der UdSSR (anders als Kondraschin).


    Es fällt bei Roschdestwensky ebenfalls sehr schwer, eine seiner vielen Aufnahmen als besonders herausragend hervorzuheben. Trotzdem will ich es mal versuchen:



    Ein rustikaler, brachialer Zyklus der sieben Symphonien von Jean Sibelius, der Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre mit dem Moskauer Rundfunk-Symphonieorchester eingespielt wurde. Soweit ich weiß, handelt es sich um die einzige sowjetische Sibelius-Gesamteinspielung (der Komponist erfreute sich wegen seiner russlandkritischen Haltung nicht unbedingt größter Beliebtheit in der UdSSR).

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Als zweiten Dirigenten nominiere ich Sir Simon Rattle, der seit nunmehr beinahe 15 Jahren an der Spitze der Berliner Philharmoniker steht, und ich meine, dass er in der Zeit Beachtliches geleistet hat und dies immer noch tut.
    Die letzte Großtat war sicherlich die Gesamtaufnahme der Beethoven-Symphonien mit den Berliner Philharmonikern:



    Aber es sollte auch erwähnt werden, dass er in Berlin schon seit Beginn seiner Dirigentschaft soziale Projekte im Rahmen des "Education-Programm" mit Kindern und Jugendlichen erfolgreich durchführte. Auch fördert er den musikalischen Nachwuchs.
    Seit 1987 hat er für seine Arbeit eine Reihe von Auszeichnungen empfangen, zuletzt 2013 den Musikpreis ECHO Klassik.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Für mich keine Frage, dass Ashkenazy für mich immer noch zu den besten aktiven Dirigenten unserer Zeit gehört.
    Sowohl als Pianist (Beethoven-KK und Sonaten, Rachmaninoff-KK, Prokofieff-KK, uvm.), wie als Dirigent liefert er ausgezeichnete Dokumente:


    Wenn ich alle meine Sibelius-Sinfonien-GA und Sinfonische Dichtungen nebst Einzel-CD´s bedenke und nur eine behalten dürfte --- ich würde Ashkenazy´s Sibelius-Zyklus (Decca) auswählen, trotz Bernstein, da ich diese annähernd perfekt interpretiert finde (die Erste geht ohnehin nicht besser !). Unterstützt wird der Eindruck durch die ausgezeichente Decca-Klangtechnik.


    Sein Schostakowitsch-Sinfonien-Zyklus (Decca) hatte bei mir noch weit grösseren Zuspruch gefunden, als jüngst der Neue von Vasily Petrenko. Es ist klar, das die Orchester heute nicht mehr den Klang der grossen russischen Klangkörper unter Kondraschin, Roshdestwenky, Swetlanow haben. Aber man kann sich auch als junger Dirigent diesen Vorbildern annähern, es wenigstens versuchen und nicht "auf Teufel komm raus" seine eigene Sichtweise darlegen wollen. Dies ist Ashkenazy hervorragend gelungen. Die Sinfonien Nr.7 und 11 sind mit dem St.Petersburger PO (ehemals Leningrader PH) und die Sinfonien Nr.4, 13, 14 mit dem NHK SO, dass verdammt russisch tönt; der Rest mit dem RPO ist ebenfalls höchst hörenswert. Ausserdem macht Ashkenazy keine langgezogenen Tempomätzchen (wie V.Petrenko) , sondern liefert stets eine vorwärsschreitende Sichtweise mit der gebotenen Hochspannung.


    Die Rachmaninoff-Sinfonien-GA und Sinfonischen Dichtungen gehören ebenfalls zu den besten Westaufnahmen dieser Werke.


    Die Referenzaufnahme des Scriabin-KK und Promentheus lieferte kein anderer als Ashkenazy (Decca). Von den Scriabin-Sinfonien Nr.1 -3 bin ich (als Werke) nicht ganz so toll überzeugt; aber wenn ich die höre, dann mit Ashkenazy (Decca).


    Meine Lieblingsaufnahmen der Prokofieff-Ballette Romeo und Julia und Cinderella liefert ebenfalls Ashkenazy (Decca).
    Die Prokofieff-Klavierkonzerte sind grossartige Aufnahmen mit Ashkenazy als Pianist und nur wegen der Konkurrenz nicht meine absoluten Favoriten; aber das KK Nr.3 halte ich für mustergültig !


    Die herausragende Ashkenazy-Aufnahmen der Walton-Sinfonien und Konzerte erfreuen sich meiner CD-Sammlung.
    Ich könnte die reihe fortsetzen, da sich noch eine ganze Reihe weiterer Werke unter Ashkenazy in meiner Sammlung befinden ...



    Ausgezeichent bei Ashkenazy sind die Mussorgsky-Bilder einer Ausstellung - meine Lieblingsaufnahme der Klavierversion als Pianist; sowie auf gleicher Decca-CD seine brillante Orchesterfassung,
    die ich hier als Abb wähle:


    Decca, DDD

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Normalerweise wäre ich jetzt nicht darauf gekommen Roshdestwensky als noch aktiven Dirigenten anzusehen. Aber Dank an Josef für die Info, dass er noch aktiv ist.
    :thumbsup: So habe ich die Ehre noch einen der grossen Alten hier zu nominieren.


    Roshdestwensky´s Schostakowitsch-Sinfonien-GA (Eurodisc, 80er, DDD), nebst seinen LIVE - Aufnahmen gehören zu den packensten und für mich besten GA (neben Kondraschin).


    Die aussergewöhnliche Sibelius-Sinfonien _ GA nannte Josef schon. Die unterschätzte Sinfonie Nr.3 ist unter Rosh der Hammer !


    Die Referenzwürdigkeit seiner Prokofieff-Sinfonien - GA steht ausser Frage, wenn es auch heute klanglich besseres gibt.
    Die Abb zeigt meine Eurodisc-GA auf LP:



    Melodiya/Eurodisc, C1978, ADD



    Die fulminanteste Aufnahme von Schtschedrins Carmen-Suite lieferte Roshdestwensky. Ein "Feuerfest", das so nie mehr wiederholt wurde:



    Melodiya/Eurodisc, 1970, ADD



    Ein Ohrenöffner aus dem Norden ist Langgards Sphärenmusik, die Rosh in seiner mustergültigen Chansdos-Aufnahme lieferte:



    Chandos, 1997, DDD

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Als dritten aktiven Dirigenten nominiere ich hier, wie Willi, ebenfalls Paavo Järvi.
    Unzählige packende Neuaufnahmen könnte man aufzählen.


    Herausragend sind für mich die Beethoven-Sinfonien in seinen vollendeten Live-Aufnahmen aus der Beethovenhalle Bonn 2010 (SONY_DVD), sowie die Schumann-Sinfonien in den Aufnahmen aus der neuen Konzerthalle PIER 2 aus Bremen (SONY, DVD2011). Beides mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen.


    Auf CD haben mich die neusten GA der Nielsen-Sinfonien sehr beeindruckt.
    Sein straffer Zugriff liegt mir persönlich mehr, als der teils ungewohnt langsame unter Roshdestwensky´s recht neuer GA auf Chandos.



    RCA, 2015, DDD

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Irgendwie kommt mir die Aufgabe dieses Threads merkwürdig verquer:
    Da soll ich meine Lieblingsdirigenten für 2017 nennen. Wie das?
    Das Jahr hat ja gerade erst angefangen und ich habe lediglich ein Konzert besucht. Sollte ich nun den Dirigenten nennen, den ich zufällig am Jahresbeginn gehört habe? Auswahl ist noch nicht!
    Dann wäre es Justin Doyle von dem ich eine phantastisch spannende Theodora (Händel) in der Berliner Philharmonie gehört habe.


    Habe ich denn überhaupt Lieblingsdirigenten? Noch dazu welche, die nicht "hip" sind? Laut Duden heißt hip "dem Modetrend entsprechend". Nun ja, auf den Modetrend falle ich eigentlich von je her nicht rein.
    Aber es bleibt die Frage: Habe ich Lieblingsdirigenten?


    Kommt es nicht darauf an, welches Repertoire augeführt werden soll?
    Bei Debussy wäre vielleicht mein Lieblingsdirigent Esa Pekka Salonen, bei Mahler eher Michael Tilson Thomas, bei Wagner möglicherweise Christian Thielemann, bei Bruckner ganz sicher Herbert Blomstedt, bei Schönberg wahrscheinlich Riccardo Chailly, bei Mendelssohn womöglich Thomas Hengelbrock, bei Bartok ganz bestimmt Ivan Fischer, bei Dvorak vermutlich Jiří Bělohlávek, bei Beethoven wohl Paavo Järvi, bei Mozart eventuell Rene Jacobs, bei Stravinsky mutmaßlich Simon Rattle und bei Berlioz gar Emmanuel Krivine.....und so fort....!


    Das bringt nicht wirklich weiter! Man soll ja nur fünf (5) Lieblingsdirigenten nennen.
    Also lege ich mir die Aufgabe etwas anders zurecht.
    Statt die hinlänglich bekannten und immer wieder genannten Koryphäen aufzuzählen,
    frage ich mich, welche Dirigenten habe ich zu Beginn des Jahres 2017 im Blick, die heute schon verdammt gut sind, von denen aber noch mehr zu erwarten ist.
    Auf wen bin ich echt neugierig?


    Da sieht denn meine Liste so aus:

    • Andrés Orozco-Estrada


    • Robin Ticciati


    • Philippe Jordan


    • Pablo Heras-Casado


    • Lahav Shani


    Wenn ich noch einen sechsten nennen dürfte, dann wäre das einer, der echt aufregende Programme und Projekte macht:

    • Kristjan Järvi


    Verzeiht die freie Auslegung der Aufgabenstellung!


    Beste Grüße


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Noch dazu welche, die nicht "hip" sind? Laut Duden heißt hip "dem Modetrend entsprechend". Nun ja, auf den Modetrend falle ich eigentlich von je her nicht rein.

    Lieber Caruso41, mit "HIP" ist hier wohl die sogenannte "Histotische Aufführungspraxis" gemeint. Wie diese genau definiert ist und wie diese genau von "non-hip" zu trennen sein soll (etwa im konkreten Fallbeispiel, dass Hartmut Haenchen einen möglichst authentischen Wagner dirigieren möchte), ist mir auch nicht ganz klar, weshalb ich mich an dieser Rubrik bislang nicht beteiligt habe und es auch nicht wirklich vor habe.



    Da sieht denn meine Liste so aus:

    Böööööp! Rote Karte, da Regel Nummer 3 missachtet:



    3) Jeder Beitrag sollte nur EINEN Kandidaten beinhalten (wer also 5 Dirigenten nominieren will muß 5 Beiträge posten)

    :D

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Lieber Stimmenliebhaber!

    Lieber Caruso41, mit "HIP" ist hier wohl die sogenannte "Histotische Aufführungspraxis" gemeint. Wie diese genau definiert ist und wie diese genau von "non-hip" zu trennen sein soll (etwa im konkreten Fallbeispiel, dass Hartmut Haenchen einen möglichst authentischen Wagner dirigieren möchte), ist mir auch nicht ganz klar, weshalb ich mich an dieser Rubrik bislang nicht beteiligt habe und es auch nicht wirklich vor habe.

    So ein Quatsch!! Selbst wenn ich mal annehme, dass nicht eine "Historische Aufführungspraxis" gemeint war sondern die angeblich "Historisch informierte Aufführungspraxis" ist das doch längst keine sinnvolle Kategorie mehr. Schon gar nicht in diesem Thread. Du hast ja mit Hartmut Haenschen schon das Problem angesprochen. Die Dirigenten, die ich aufgezählt habe, lassen sich alle nicht in die Schublade "Historisch informierte Aufführungspraxis" pressen und schon gar nicht in eine "Non - Historisch informierte Aufführungspraxis". Wer denkt sich nur solchen Quatsch aus. Da kann ich verstehen, dass du nicht mitmachst!


    Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass das Benutzen von Abkürzungen schlicht unhöflich gegenüber den anderen Lesern ist. Ich habe beispielsweise lange nicht gewußt, was OK, HK und HvK heißt.



    Böööööp! Rote Karte, da Regel Nummer 3 missachtet:


    Zitat von »Alfred_Schmidt« 3) Jeder Beitrag sollte nur EINEN Kandidaten beinhalten (wer also 5 Dirigenten nominieren will muß 5 Beiträge posten)

    Die Regel habe ich irgendwie übersehen! Tut mir leid.
    Aber fünf Beiträge hätte ich auch nicht gepostet. Lieber kümmere ich mich um Sängerthreads.



    Beste Gruß


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Hier ist ein völlig unnötiger Sturm im Wasserglas entstanden, meine ich. Alfred hat im Eingangsbeitrag erklärt, dass


    Zitat

    Votings waren viele Jahre ein beliebtes "Gesellschaftsspiel" bei Tamino. Je nach aktuellen Spielregeln durfen beispielsweis Lieblingsdirigenten genannt werden, und irgendwann wurde das Ergebnis ausgewertet und veröffentlicht - oder nicht. Mit der Zeit verloren die Mitglieder indes das Interesse an solchen Thread, vor allem deshalb, weil über Jahre hinweg immer wieder dieselben Namen in den Nominierungen auftauchten. Daher wurden diese Votings dann nir alle 2 oder drei Jahre durchgeführt, was diese Projekte allmählich einschlafen und in Vergessenheit geraten ließ. Mit 2017 möchte ich diese Tradition der Votings wieder aufleben lassen, wobei wir uns hier bereits mitten im Geschehen befinden. Die Szene hat sich in den letzten Jahren drastisch verändert, fast alle, die vor ca 10 oder 12 Jahren als Lieblingsdirigenten genannt wurden sind inzwischen verstorben oder haben sich zurückgezogen.


    Folglich kommt es bei diesem Spiel doch nur darauf an, dass man seine ein bis fünf Lieblingsdirigenten benennt, sie mit einer gelungenen AUFNAHME samt kurzer Erläuterung über das "Warum" versieht - und das eben bis zu fünf Mal. Es steht nirgendwo geschrieben, dass es Live-Erlebnisse sein müssen, dass die aber natürlich genannt werden können. Ich glaube nicht, dass Alfred per se von Live-Erfahrungen ausging, sondern von Konserven. Wer an so einem Spiel kein Interesse hat, beteiligt sich eben nicht...


    :hello:

    .


    MUSIKWANDERER

  • Hier ist ein völlig unnötiger Sturm im Wasserglas entstanden, meine ich. Alfred hat im Eingangsbeitrag erklärt, dass


    Hier ist doch kein Sturm im Wasserglas losgebrochen, lieber Musikwanderer.


    Ich habe lediglich die Aufgabe nicht verstanden.
    Da ich zudem nicht wußte was HIP und was Non-HIP ist und das mitgeteilt habe, hat Stimmenliebhaber eine Aufklärung gegeben.


    Im Übrigen habe ich die Aufgabe so ausgeführt, dass es für mich Sinn machte.
    Leider habe ich dabei übersehen, dass man seine Liste auf fünf Beiträge verteilen musste. Dafür habe ich mich entschuldigt.


    Kein Sturm im Wasserglas!


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Was haben Herreweghe, Minkowski, Norrington, Savall, Gardiner (einst Chef des NDR-Sinfonieorchesters) gemeinsam? Das sind HIP-Dirigenten, die von da aus in die normalen Orchester gegangen sind, um diesen völlig neue Impulse zu geben und auch die "normalen" Dirigenten zu beeinflussen. Das sieht man z.B. daran, dass nicht nur Rattle (Luzern) Haydn- und Mozartsinfonien in kleiner Besetzung spielen lässt, wobei man völlig vergisst, dass da normale Sinfoniker spielen.
    Noch eins haben diese Dirigenten gemeinsam: sie haben ihre Ensembles der Alten Musik alle behalten.
    Jetzt kommt die Pointe: All das trifft auf Thomas Hengelbrock auch zu. Der ist jetzt in der glücklichen Lage, musikalischer Chef der Elbphilharmonie zu sein. Jedes Jahr im Sommer oder zu Weihnachten spendiert der Konzern "Evonik", der auch BVB-Sponsor ist, der Stadt Essen und seinen Freunden und Kunden ein tolles Konzert, in letzter Zeit mit dem Balthasar-Neumann-Ensemble unter Hengelbrock. Anschließend gibt es einen Empfang mit richtig gutem Essen (meine Freunde versichern mir aber, dass das Konzert genau so gut war wie das Essen), an dem auch die Musiker teilnehmen.
    Hengelbrock macht in Hamburg eine spezielle Art von Konzert, wie jetzt auf Arte zu sehen war. Im ersten Teil erläutert er das Stück, z.B. das Konzert für Orchester von Bartok; im 2. Teil wird das dann gespielt.
    Nachbemerkung 1: inwieweit jetzt das Orchester der Elbphilharmonie der BVB der Orchesterszene wird, muss sich noch herausstellen.
    Nachbemerkung 2: einen YouTube-Link reiche ich nach.

    Laut "The Hitchhiker´s Guide to the Galaxy" von Douglas Adams war der Sinn des Lebens dieser: 42.

    Abgelöst wurde diese Antwort jetzt, dokumentiert in unzähligen Quizsendungen, durch: "Wir nehmen B!"

  • Laut "The Hitchhiker´s Guide to the Galaxy" von Douglas Adams war der Sinn des Lebens dieser: 42.

    Abgelöst wurde diese Antwort jetzt, dokumentiert in unzähligen Quizsendungen, durch: "Wir nehmen B!"

  • Was haben Herreweghe, Minkowski, Norrington, Savall, Gardiner (einst Chef des NDR-Sinfonieorchesters) gemeinsam? Das sind HIP-Dirigenten, die von da aus in die normalen Orchester gegangen sind, um diesen völlig neue Impulse zu geben und auch die "normalen" Dirigenten zu beeinflussen. Das sieht man z.B. daran, dass nicht nur Rattle (Luzern) Haydn- und Mozartsinfonien in kleiner Besetzung spielen lässt, wobei man völlig vergisst, dass da normale Sinfoniker spielen.


    Lieber Dottore Pingel,


    dank Dir, dass Du so schön klar gemacht hast, wie unsinnig die Unterscheidung in HIP und NON-HIP ist, die ich nicht kannte und mit der ich so gar nichts anfangen konnte.


    In der Tat macht das Zuordnen zu Schubladen selten Sinn. In der Musikwelt unserer Tage ist diese Unterscheidung zwischen zwei angeblich verschiedenartigen Welten schlicht ignorant. Das haben Deine Beispiele ja hinreichend bewiesen.
    Die von mir genannten Dirigenten - ich weiss: ich hätte sie nicht in einem nennen dürfen sondern in 5 Beiträgen vorstellen müssen - sind alle fünf weitere signifikante Beispiele!


    Mit besten Grüßen
    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Meine vierte Nominierung geht an das finnischen Dirigenten-Schwergewicht Leif Segerstam, geboren am 2. März 1944 in Vaasa.


    Besonders im nordischen Repertoire ist er eine feste Größe und darf womöglich sogar als bedeutendster lebender Interpret gelten. Es gibt daneben aber u. a. Brahms, Tschaikowsky, Schostakowitsch, Skrjabin, Langgaard, Rott und sogar komplette Wagner-Opern unter seinem Dirigat. Alles, soweit ich bislang feststellen durfte, auf durchgehend hohem und höchstem Niveau.


    Als Aufnahmeempfehlung spreche ich mich für seinen bei Ondine erschienenen Sibelius-Zyklus mit dem Helsinki Philharmonic Orchestra aus (der noch bessere Live-Zyklus von 2015 aus Turku ist bislang leider nirgendwo als CD oder DVD erschienen):



    Das ist in der Summe eine der gelungensten Gesamtaufnahmen, selbst wenn man für einzelne Symphonien noch packendere Einzelaufnahmen ausfindig machen könnte. Auch anderweitig hat er beinahe alles von Sibelius mittlerweile auf Tonträger gebannt (leider nicht die Tondichtung "Die Waldnymphe") und dürfte von daher allenfalls von Osmo Vänskä übertroffen werden.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Normalerweise wäre ich jetzt nicht darauf gekommen Roshdestwensky als noch aktiven Dirigenten anzusehen. Aber Dank an Josef für die Info, dass er noch aktiv ist.


    Ja, Wolfgang, Roschdestwensky dirigiert nach wie vor. Im Februar 2016 sprang er beim Chicago Symphony Orchestra für den erkrankten Riccardo Muti ein und legte eine spitzenmäßige Interpretation von Schostakowitschs erster und letzter Symphonie hin (Rezension). Vor kurzem sollte er in Paris mit Pletnev als Solisten dirigieren, sagte aber im letzten Moment ab, weil sein Name auf den Karten nicht abgedruckt war. Rosch reiste prompt ab, Pletnev sprang dann selbst auch als Dirigent ein (so Norman Lebrecht). Man erzählt sich ähnliches von einem Konzert in Boston, wo ihm sein Name auf den Programmtafeln nicht groß genug erschien. :D Ein Exzentriker ist er ja, aber bei seiner Qualität kann er es sich eben erlauben. Am 22. Juni 2017 wird er, so Gott will, dasselbe Programm wie in Chicago in der Semperoper mit der Staatskapelle Dresden dirigieren (Sonderkonzert zur Eröffnung der 8. Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch, Infos hier).

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • dank Dir, dass Du so schön klar gemacht hast, wie unsinnig die Unterscheidung in HIP und NON-HIP ist, die ich nicht kannte und mit der ich so gar nichts anfangen konnte.


    In der Tat macht das Zuordnen zu Schubladen selten Sinn. In der Musikwelt unserer Tage ist diese Unterscheidung zwischen zwei angeblich verschiedenartigen Welten schlicht ignorant.


    Das stimmt ja insofern, als heute alle Dirigenten "historisch informiert" werden, da ihnen im Studium "Vertrautheit mit Grundkenntnissen der historischen Musikpraxis" vermittelt wird (z.B. an der Wiener Musikuni im Fach "Historische Musikpraxis 02"). Die jüngere Generation an Dirigenten ist also schwerlich als "non-HIP" zu bezeichnen - anders ausgedrückt - die von Alfred in diesem Thread diskutierte Teilmenge der "non-HIP" Dirigenten wird bald aussterben.
    :pfeif:

  • Daniel Barenboim


    Ich finde, Daniel Barenboim darf hier auf keinen Fall fehlen, obwohl ich ihn zuerst als Pianisten kennengelernt habe. Jedoch hat er schon 1975 Sir Georg Solti auf dem Posten des Chefdirigenten des Orchestre de Paris beerbt (den zuletzt auch Paavo Järvi innehatte (s.o.)


    Von allen bei Wikipedia gelisteten Chefdirigenten hat Daniel Barenboim diesem Orchester mit fast 15 Jahren am längsten vorgestanden. Und wiederum folgte er kurz nach dem Ende seines Engagements Ende 1989 Sir Georg 1991 als Chef der Chikago Symphony nach, wiederum für 15 Jahre.


    Schon 1981, also noch während seiner Zeit als Chefdirigent in Paris, wurde er nach Bayreuth berufen, wo er bis 1999, also 19 Jahre dirigierte, und zwar den Tristan, die Meistersinger, Parsifal und den Ring dirigierte.


    1992 wurde er GMD der Berliner Staatsoper und im Herbst 2000 von dem Orchester der Staatsoper, der Staatskapelle, zum Chefdirigenten auf Lebenszeit gewählt.
    Von 2006 bis 2011 war Barenboim Hauptgastdirigent der Mailänder Scala und wurde dann Musikdirektor der Scala, wo er bis Ende 2014 als solcher wirkte. Sein Nachfolger wurde ab 1. 1. 2015 Riccardo Chailly.
    1999 gründete er gemeinsam mit dem Literaturwissenschaftler Edward Said das West-Eastern Diwan Orchestra, das zur Hälfte aus jungen Israelis besteht und zur anderen Hälfte aus jungen Libanesen, Ägyptern, Syrern, Jordaniern und Spaniern. Mit diesem Orchester tritt er bis heute weltweit erfolgreich auf.


    Wenn man alleine diese Daten sieht, kann man getrost sagen, dass Daniel Barenboim heute sicherlich einer der weltweit bedeutendsten Dirigenten ist, vielleicht sogar der bedeutendste, und ich kenne nur noch einen Dirigenten, der in Deutschland von seinem Orchester zum Chefdirigenten auf Lebenszeit gewählt wurde, Herbert von Karajan.


    Von den Dirigenten, die ich bis jetzt nominiert habe, habe ich bis dato Sir Simon am häufigsten live erlebt, ab er das kann sich ja noch ändern. Da ich meine Liebe zu Live-Opern wieder entdeckt habe, habe ich zuletzt den Fidelio in der Berliner Staatsoper unter Barenboim gesehen, und an Karfreitag wird der Parsifal, ebenfalls in Berlin, ebenfalls noch im Schillertheater, folgen.


    Von meinen zahlreichen Aufnahmen möchte ich hier die m. E. sehr überzeugende Gesamtaufnahme der Beethoven-Symphonien mit dem West Eastern Diwan Orchestra aus der Royal-Albert-Hall 2012 vorstellen, die nicht nur dem Publikum sehr gefallen hat, sondern weltweit Beachtung fand:


    [timg]http://static.universal-music.…view/Daniel-Barenboim.jpg[/timg]


    Natürlich habe ich auch die ältere CD-Gesamtaufnahme mit der Staatskapelle in meiner Sammlung, dazu seine GA Bruckner. Auch von Mahler liegen einige Aufnahmen vor, sowohl aus Chicago als auch aus Berlin.


    Liebe Grüße


    Willi :)



    (Daten zu Daniel Barenboim, Staatskapelle Berlin, Chicago Symphony und Mailänder Scala aus Wikipedia)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).


  • Bernhard Haitink - inzwischen 88 Jahre alt - darf nun wirklich nicht fehlen. Ein großer Orchestererzieher und eine prägende Persönlichkeit einer Generation, von der er zum Glück uns noch erhalten geblieben ist - immer noch aktiv und frisch:


    http://www.tagesspiegel.de/kul…ne-am-abend/14658014.html


    Unvergessen, als ich ihn in Chicago mit dem Chicago SO mit Beethoven erleben konnte!


    Für mich die Referenz gerade bei Ravel, weil er die dynamischen, Brucknerschen Züge begreift und "Daphnis et Chloe" eben nicht nur wie so oft bei anderen Dirigenten als Etüde für Orchesterbrillanz herunterspielt. Wohl nicht zuletzt Dank Haitink hat das Chicago SO eine wirklich erlesene Klangkultur bekommen:



    Exemplarisch natürlich sein Mahler. Eine Sternstunde ist dieses Jubiläumskonzert:



    Schöne Grüße
    Holger