Georg Philipp Telemann: Orchestersuiten

  • Wie viele Orchestersuiten er eigentlich geschrieben hat, ist nicht ganz klar. So werden bis zu 1000 angenommen, erhalten sind "nur" 118. Viele dieser Werke wurden durch eine Ouverture eingeleitet, so dass dieses Stück also nicht lediglich der Oper vorbehalten war, sondern ebenso als Einleitung zu einer Orchestersuite dienen konnte.
    Die Suiten Telemanns sind in vielerlei Hinsicht originell und neuartig; die Abfolge der traditionellen Suite Allemande - Courante - Sarabande - Gigue wird von Telemann häufig geändert: die althergebrachten Tänze wie Allemande, Sarabande und Gigue entfallen zugunsten der zeitgemäßeren Hornpipe oder Combattans.
    Telemans Humor zeigt sich in seinen Orchesterwerken ebenso wie in seinen Opern: in der Partitur der Orchesterouvertüre C-Dur, "Someille", steht beispielsweise, dass die die Musiker genüsslich gähnen, schlafen und vor sich hinschlummern sollen...


    Welche dieser Suiten kennt und mögt Ihr?


    Ich habe diese Einspielung neu erworben und entdecke eine Welt der Wunder...


  • Über die Anzahl von Telemanns Orchesterwerken generell gehen die Angaben weit auseinander, oft wurde abgeschrieben und missverstanden. So las ich etwa in einem Artikel, von Telemanns 1000 komponierten Orchesterwerken seien bloss 118 überliefert. (kann ich mir eigenlich nicht vorstellen). In einem anderen Artikel waren es 118 Orchestersuiten. Im Booklettext der hier von mir gezeigten Ausgabe ist von 126 Orchestersuiten die Rede, von denen 118 überlebt hätten. jpc preist diese 8 CD Box als "Gesamtaufnahme der OUVERTÜREN" an, dann wieder wird von eine Auswahl von 33 Stück (und soviele sind in der Tat vorhanden) die Rede. Die unscharfe Bezeichnung "Ouvertüre" "Orchestersuite" "Ouvertürensuite" macht die Einteilung auch nicht gerade einfach. Und die Suche nach bestimmten Aufnahemen auch nicht...


    Wie dem auch sei; Die hier gezeigt Aufnahmen in eine BRILLIANT Box mit 8 CDs, gespielt vom Collegium Instrumentale Bruggense unter Patrick Peire ist jedenfalls ein heisser Tip von mir - musikalisch und preislich.(19.99 Teuro) Es gibt selten Aufnahmen von solch betörender Klangschönheit und feuriger Spielart gleichzeitig...


    mfg aus Wien
    Alfred


    Jeder, der versucht aus der großen Herde, die da heißt ›Gesellschaft‹, auszubrechen, ruft das Mißfallen der Herde hervor.

    Francesco Petrarca (1304-1374)


  • Vielen Dank für den Tipp, lieber Alfred, die von Dir genannte CD setze ich gleich auf die Wunschliste. Ich darf übrigens noch erwähnen - für die Sparfüchse-, dass die von mir gezeigte Doppel-CD im Beitrag 1, die aus dem Jahre 2013 stammt und im Bezug auf Interpretation und Klang wirklich superb ist, für 3,49 Euro (!) bei "Juke" (einem Streaming- und Downloadportal, das u.a. mit Saturn zusammenarbeitet) als download zu erwerben ist - mit 320 kbps. Wer also Downloads bzw. mp3 nicht scheut, wird hier für wenig Geld eine ganz fulminante Aufnahme erhalten, die von überbordender Spielfreude und klanglicher Schönheit nur so strotzt.


    https://juke.com/de/de/music/a…elemann-orchestral-suites

  • Seit Jahrzehnten ( 1978) kenne ich diese wunderbare Wiedergabe von Harnoncourt. Damals war er Pionier.



    Nach Jahrzehnten immer noch gut anhörbar.

  • Es ist wunderbar wie unterschiedlich man Telemann interpretieren kann. Der schmeichelnde Klang der Aufnahme unter Patrick Peire gegen den rhytnmisch und dynamisch betonten Stil der Harnoncourt. Aufnahme. Die Einspielung mit der Akademie für Alte Musik Berlin kann ich derzeit nicht einschätzen. Auf jeden Fall habe ich mir beide Aufnahmen auf die Bestelliste gesetzt. Schliesslich ist Telemann in gewisser Weise der "Jahresregent".Ob sich das im Forum in entsprechenden Beiträgen niederschlagen wird, das vermag ich nicht vorherzusagen - in meiner Sammlung jedoch wird das mit Sicherheit der Fall sein....


    mfg aus Wien
    Alfred


    Jeder, der versucht aus der großen Herde, die da heißt ›Gesellschaft‹, auszubrechen, ruft das Mißfallen der Herde hervor.

    Francesco Petrarca (1304-1374)


  • "Ouverture" und "Suite" wird im Barock normalerweise beinahe synomym verwendet, da die Ouverture meistens der gewichtigste Satz einer Suite ist. Die "Ouverture im französischen Stil" aus Bachs Clavierübung II ist eine vielsätzige Suite. Wobei Ouverture natürlich auch nur den ersten Satz meinen kann, auch daher vielleicht die Unsicherheit der angeblich 1000 Suiten
    Die wohl bekannteste Suite Telemanns ist die "Wassermusik" oder "Hamburger Ebb' und Flut". Es gibt etliche gute Aufnahmen, u.a. MAK, hier eine neuere, gekoppelt mit Händels Wassermusik. Die oben gezeigten Berliner Aufnahmen sind auch sehr gut; ich habe die noch als Einzel-CDs. Natürlich sind auch in der Tafelmusik drei große Orchestersuiten enthalten, allerdings ohne programmatische Elemente. Es gibt noch eine Don- Quixote-Suite, eine zur Börse (wohl anlässlich der "South Sea" und "Mississippi Bubbles") etc.


    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Als die Cappella Coloniensis, das Barockorchester des WDR, entstand (ich glaube, schon in den Sechzigern), war eine ihre Hauptleistung die Aufnahme von jeder Menge Ouvertüren von Telemann. Was mir gut gefiel war, dass dieses Orchester einen "satteren" Klang pflegte als Harnoncourt.
    Eine großßartige Erfindungskraft paarte sich mit Kenntnis über die Orchesterfarben. Viele haben witzige Titel, z.B. "Das Älsterecho", "Hamburger Ebb und Fluth", "La Changeante", "Die Temperamente". Auch polnische Volksmusik verwendete Telemann und ließ manchmal ganz schön schräg spielen. Wunderschön sind vor allem die Streicherouvertüren wie etwa "La Changeante". Mein Lieblingsstück ist eine "Ouvertüre für vier Violinen ohne Bass". Heute spielt man Telemann übrigens "härter" als früher, was ich nicht so schätze. Wunderbar auch die "Jagdouvertüren", wo natürlich diverse Hörner loslegen.

    Dümmer wie Pisa (an.)

  • Georg Philipp TELEMANN: Burlesque de Quixotte (TWV 55:G10)


    Ich mochte hier im weiteren Verlauf dieses Threads einige der mit Namen versehenen Orchestersuiten (Ouvertüren) von Telemann kurz vorstellen, bzw darauf hinweisen, dass auch sie dem Pool der hier genannten Werke zugehören, oder - wo möglich ein paar Worte zur Entstehungsgeschichte oder literarischem Hintergrund, so vorhanden, hier schreiben.


    Beginnen wir mit: Burlesque de Quixotte (TWV 55:G10)
    Die von Miguel de Cervantes 1615 und 1625 veröffentlichten beiden Romane über Don Quixote (verschiedene Schreibweisen sind üblich) war ein überaus beliebter Stoff, eine Art Parodie auf die seit dem Mittelalter beliebten Ritterromane und ihre unglaublichen Abenteuer (die von der gebildeten Schicht gern als Schundromane gesehen wurden)
    Das Buch war schon bei seinem Erscheinen ein voller Erfolg und daran hat sich über die Jahrhunderte hinaus nichts geändert.
    Wer – wie ich – sich durch die Erinnerung an Autor und Bücher ermuntert fühlt, diese Meisterwerke der Weltliteratur irgendwann in den nächsten Monaten zu lesen, oder wenigstens anzulesen, dem möchte ich an dieser Stelle zu seinem Entschluss gratulieren.
    Telemann kannte diesen beliebten Stoff selbstverständlich und hat eine Ouvertüre mit Namen
    Burlesque de Quixotte (TWV 55) darüber komponiert, wo lautmalerische Elemente enthalten sind, eine Art frühe Programmusik. Die Suite teilt sich in folgende "Sätze":


    • 1. Ouvertüre
    • 2. Le réveil de Quichotte
    • 3. Son attaque de moulins à vent
    • 4. Ses soupirs amoureux après la princesse Dulcinée
    • 5. Sanche Panse berné
    • 6. Le galope de Rosinante
    • 7. Celui d'ane de Sanche
    • 8. Le couché de Quichotte


    Das Werk ist in jedem Fall ein temperamentvoller und gleichzeitig auch sehr gefühlvoller Ohrenschmaus mit eingängigen Themen von hohem Wiedererkennungswert.
    Wie gesagt ist diese Suite in der Box mit dem Collegium instrumetale Brugensis enthalten, aber es gibt auch diverse Einzelveröffentlichungen, die sich in der Interpretation teilweise beachtlich voneinander unterscheiden.



    Hier noch ein Youtube Clip, wo "New York Baroque incorporated" das Werk mit viel Feuer aufführt - Schade dass es hiervon keine CD gibt.....



    mfg aus Wien
    Alfred


    PS: Es wäre ausgeprochen angenehm wen andere Mitlieder ebenfalls Einzelwerke von Suiten hier in ähnlicher Form vorstellten....
    clck 142


    Jeder, der versucht aus der großen Herde, die da heißt ›Gesellschaft‹, auszubrechen, ruft das Mißfallen der Herde hervor.

    Francesco Petrarca (1304-1374)


  • Hallo!


    Ich habe eben aus einer Reihe neuer CDs "wild" eine raus gegriffen - und siehe da:



    Gruß WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Die Box von Musica Alta Rita ist bei a..... nicht mehr verknüpft.


    Auf jeder der 5 CDs in dieser Box ist auch eine Ouvertüre. Mir gefallen sie eigentlich besser, wenn sie in kleiner Besetzung vorgetragen werden.

  • Der You Tube Beitrag ist nicht mehr verknüpft.


    Ein Alte-Musik-Ensemble aus Brügge spielt.
    Der Titel "La changeante" spielt auf eine launische Frau an. Bei Google findet sich der Abdruck einer Doktorarbeit über Telemannsche Ouvertüren, vor allem witzige und mit Titeln versehen. "La changeante" findet sich auf 326. Ist aber nur was für Musikwissenschaftler.
    Die Sätze:
    Ouvertüre
    Loure
    Les Scaramouches
    Menuet I II
    La plaisanterie
    Hornpipe
    Avec douceur
    Canarie


    .

    Dümmer wie Pisa (an.)

  • Und hier eine CD , welche beide bisher einzeln vorgestellten Suiten enthält:
    "Burlesque de Quixotte"
    "La changeante"
    Sehr eigenwillig, aber gelungen ist auf dieser Aufnahme in der "Burlesque de Quixotte" der Satz "Le galope de Rosinante "
    Eine wirkliche Parodie vom Feinsten....


    mfg aus Wien
    Alfred


    Jeder, der versucht aus der großen Herde, die da heißt ›Gesellschaft‹, auszubrechen, ruft das Mißfallen der Herde hervor.

    Francesco Petrarca (1304-1374)


  • vor knapp eineinhab Jahren hat Sagitt hier im Beitrag 4 die hier gezeigte CD positiv bewertet - und er reiht sich hier in eine Gruppe bekannter Rezensenten ein. Ich habe diese Doppel CD erst heute ausgepackt, die ich anlässlich des Telemann Gedenkjahres 2017 gekauft hatte und möchte nicht verhehlen, daß ich - trotz guter Vorsätze - mich für Harnoncourts Interpretation nicht erwärmen kann, irgendwie klingt in meinen Ohren das alles "gelehrt", "Akademisch", ein wenig sperrig und teilweise agressiv, Ich habe in alle Kürze einige Vergleichseinspielungen herangezogen, die klangen in meinen Ohren teilweise federnder und klangschöner.
    Interessant wäre, wie sich der Concentus musicus Wien in den letzten Jahren entwickelt hat....


    mfg aus Wien
    Alfred


    Jeder, der versucht aus der großen Herde, die da heißt ›Gesellschaft‹, auszubrechen, ruft das Mißfallen der Herde hervor.

    Francesco Petrarca (1304-1374)


  • Die Beobachtung von Alfred teile ich vollkommen. "Trockenes Spiel" ist bei Telemann nun wahrlich nicht angesagt.

    Dümmer wie Pisa (an.)

  • Nicht trocken sondern prachtvoll spielt das HIP Ensemble Capella Savaria.


    Ein Beispiel für das hohe Niveau des seit 1981 bestehenden aus Ungarn stammende Ensembles ist dieser You Tube Beitrag


    Georg Philipp Telemann Suite in D-Dur TWV 55 D 18.


    .

    Humor und Geduld sind die beiden Kamele, mit denen man durch jede Wüste kommt.


    arabisches Sprichwort


  • Da die Angaben in der Brilliant classics-Box zu den Ouvertüren beim Werbepartner sehr ungenau sind, habe ich eine Liste erstellt.


    CD1

    Ouvertüre in D-Dur, TWV55: D18

    Ouvertüre in G-Dur, TWV55: G10 "Bourlesque de Quixotte"

    Ouvertüre in c-Moll, TWV55: c2

    Ouvertüre in D-Dur, TWV55: D4


    CD2

    Ouvertüre in F-Dur, TWV55: F11 "Alster"

    Ouvertüre in B-Dur, TWV55: B5 "Völker"

    Ouvertüre in d-Moll, TWV55: d2

    Ouvertüre in B-Dur, TWV55: B7



    CD3

    Ouvertüre in a-moll, TWV55: a4

    Ouvertüre in A-Dur, TWV55: A4

    Ouvertüre in D-Dur, TWV55: D23

    Ouvertüre in G-Dur, TWV55: G4 "Des nations ancien et moderne"


    CD4

    Ouvertüre in D-Dur, TWV55: D22 "Ouvertüre Jointes d'une Suite tragi-comique"

    Ouvertüre in e-Moll: TWV55: e7

    Ouvertüre in b-Moll, TWV55: h4

    Ouvertüre in e-Moll, TWV55: e3

    Ouvertüre in c-Moll, TWV55: c4


    CD5

    Ouvertüre in d-Moll, TWV55: d3

    Ouvertüre in F-Dur, TWV55: F4

    Ouvertüre in B-Dur, TWV55: B11 "La Bourse"

    Ouvertüre in Es-Dur, TWV55: Es1


    CD6

    Ouvertüre in C-Dur, TWV55: C6

    Ouvertüre in f-Moll, TWV55: f1

    Ouvertüre in B-Dur, TWV55: B8 "Burlesque"

    Ouvertüre in g-Moll, TWV55: g9


    C7

    Ouvertüre in D-Dur, TWV55: D17

    Ouvertüre in A-Dur, TWV55: A2

    Ouvertüre in a-Moll, TWV55: a2

    Ouvertüre in e-Moll, TWV55: e8 "L'Omphale"


    C8

    Ouvertüre in F-Dur, TWV55: F16 "Pour S.S.S. Monseigneur La Landgrave de Darmstadt"

    Ouvertüre in g-Moll, TWV55: g2 "La Charmante"

    Ouvertüre in G-Dur, TWV55: G7

    Ouvertüre in D-Dur, TWV55: D13 "La Gaillarde"

    .

    Humor und Geduld sind die beiden Kamele, mit denen man durch jede Wüste kommt.


    arabisches Sprichwort

  • Lieber moderato(r),

    prima, herzlichen Dank. :thumbup: Das werde ich jetzt mit meiner Bestandsliste vergleichen.

    Zum Nutzen und Gebrauch der Lehrbegierigen Musicalischen Jugend, als auch derer in diesem studio schon habil seyenden besonderem Zeitvertreib auffgesetzet und verfertiget (Johann Sebastian Bachs Eigentitel auf dem Titelblatt des Autographs des Wohltemperierten Claviers, Teil I, 1722)

  • Die Wiederbelebung dieses Threads hat auch bei mir Folgen:

    Die im oberen Beitrag gezeigte 8 CD Box wurde wieder hervorgeholt und ich habe begonnen die CDs 1 und 2 zu hören. Leider - aber wer will da schon jammern bei dem einstigen Preis - kann man vom Vorhandensein eines Booklets nicht wirklich sprechen, es hat ganze 8 Seiten und da ist das Ttelbild und die Finalseite schon mitgezählt. Von einer Werkbesprechung - auch der Schlüssekwerke" findet man hier nicht mal eine Andeutung. Pauschal kann man sich auch nicht drüberschummeln, dazu sind die Werke zu unterschiedlich. Hört man lediglich Das erste Stück, Ouvertüre in D-Dur, TWV55: D18, dann könnt n´man denken es käme aus Frankreich und wäre extra für den "Sonnenkönig" komponiert worden. Aber Telemann lässt sich hier nicht festlegen.Er ist quasi ein musikalisches Chameäleon und korrekte Analysen würden ein profundes Wissen der Stile und der Hintergründe der einzelnen Stücke erfordern. Telemann oder seine Verleger dürften sich auch was dabei gedacht haben, etliche der Suiten mit einem Namen zu versehen. zur Aufnahme pauschal: Das Collegium Instrumentale Brugense ist ein Belgisches Ensemble, welches 1970 gegründet wurde. Es spielt auf modernen Instrumenten. Gegründet wurde es von Patrick Peire (* 1946), der auch alle existierenden Aufnahmen des Ensembles dirigierte. Die vorliegenden Aufnahmen ensteanden 2005, 2006, und 2008 und wurden 2012 von Brilliant Classics veröffentlicht. Inzwischen ist die Box gestrichen, das Orchester existier scheinbar auch nicht mehr, auch wenn die Vermarkter der CDs das zuverschleiern versuchen. Die im Booklet angegebene Internetseite gibt es indes nicht mehr, einen Wikipedia-Eintrag gibt es nicht. Ergo.....

    Ergo bleibt nur die wunderbare Box für jene die im Jänner 2017 meinem Rat gefolgt sind und sie gekauft haben.....


    mfg aus Wien

    Alfred


    Hier noch ein Ausschnitt aus der gezeigten Aufnahme


    Da ergeben sich lediglich zwei Fragen die ich beantwort bevor sie noch gestellt werden

    Frage 1) Was ja der hier abgebildete Ignacy Jan Paderewski mit Telemann zu tun *

    Anwort: Gar nichts

    Frage 2) Warum wurde er dann als Titelbild für den Clip gewählt?

    Antwort: Ich weiß es nicht


    Clck 6.400


    Jeder, der versucht aus der großen Herde, die da heißt ›Gesellschaft‹, auszubrechen, ruft das Mißfallen der Herde hervor.

    Francesco Petrarca (1304-1374)


  • Ich verweile noch ein wenig bei Telemann.

    Dessen Wertschätzung hat sich - so können wir es immer wieder lesen - im Laufe der letzten Jahre stark verbessert.

    Das steht allerdings im Wiederspruch zu dem, was wir heute aus diesem Thread herauslesen können:

    2017 hat Don Gaiferos dankenswerterweise diesen Thread über die Orchestersuiten begonnen, es war ein Telemann-Gedenkjahr, sein 250. Todestag. Und es wurden von einigen Mitgliedern alternativvorschläge empfohlen. Beinahe alle dieser Nominierungen sind - inklusive der Edition aus dem Starterbeitrag - sind aus den Katalogen verschwunden.

    Es wäre billig, die den Tonträgerfirmen anlasten zu wollen - es ist im Prinzip das Desinteresse des Publikums.

    Mag aber auch daran liegen, daß hochgeladen oder gestreamt wird (was ich eigentlich nicht glaube) weils "gratis" ist. Hier wäre das der erste Schritt, daß in Hinkunft immer weniger produziert wird, weil wie das alte Sprichwort sagt: Ohne Geld, keine Musi(k)

    ------------------

    Im zweiten Teil dieses Beitrags möchte ich erklären, daß ich beim Durchlesen des Threads Auf meinen eigenen Beitrag Nr. 8 vom 22. Jänner 2017 gestoßen bin, wo ich großmäulig ankündigte:

    Ich mochte hier im weiteren Verlauf dieses Threads einige der mit Namen versehenen Orchestersuiten (Ouvertüren) von Telemann kurz vorstellen, bzw darauf hinweisen, dass auch sie dem Pool der hier genannten Werke zugehören, oder - wo möglich ein paar Worte zur Entstehungsgeschichte oder literarischem Hintergrund, so vorhanden, hier schreiben.

    In ebendiesem Beitrag schrieb ich dann ein paar Zeilen zur Burlesque de Quixotte (TWV 55:G10) - aber seitdem ist Sendepause. ich möchte hiermit also erklären, daß ich mich bemühen werde, das angekündigte Versprechen - spät aber doch - einzulösen - und weitere mit Namen versehene Werke aus diesem Bereich vorzustellen, bzw auf sie aufmerksam zu machen...


    mfg aus Wien

    Alfred


    Jeder, der versucht aus der großen Herde, die da heißt ›Gesellschaft‹, auszubrechen, ruft das Mißfallen der Herde hervor.

    Francesco Petrarca (1304-1374)


  • Georg Philipp TELEMANN: Alster Ouvertüre (TWV 55:F11)


    Die Alster Ouvertüre gehört in den Bereich der Tonmalerei. Es gibt von diesem Werk zwei Fassungen (1725 und 1728)

    Beide haben 9 Sätze, wobei die Sätze 8 und 9 ersetzt oder umgearbeitet wurden..


    1725

    Ouverture

    Die canonierende Pallas

    Das Alster Echo

    Die Hamburgischen Glockenspiele

    Der Schwanen Gesang

    Der Alster Schäffer Dorff Music

    Die concertierenden Frösche und Krähen

    Der jauchzende Pan

    Der frohlockende Peleus


    1728

    Ouverture

    Die canonierende Pallas

    Das Alster Echo

    Die Hamburgischen Glockenspiele

    Der Schwanen Gesang

    Der Alster Schäffer Dorff Music

    Die concertierenden Frösche und Krähen

    Der ruhende Pan

    Der Schäffer und Nymphen eilfertiger Abzug


    -------------

    Man hört einige typische Hamburger Klänge der Zeit

    Als besonders witzig und gelungen sind die "Concertierenden Frösche und Krähen" zu beurteilen, Telemann dürfte - im Gegensatz zu Haydn - die "Lautmalerei" Spaß gemacht haben. Aber es war auch eine andere Zeit, in der Das durchaus in Mode war, man denke hier an Vivaldis "Jahreszeiten" oder Leopold Mozarts "Schlittenfahrt" etc...

    Bei der Zweitfassung wurden lediglich Blasinstrumente in der Art einer Harmoniemusik verwendet. Sie ist als "Ersteinspielung" auf der gezeigten cpo Disk mit "Ouvertüren für Bläser" enthalten.


    mfg aus Wien

    Alfred


    Jeder, der versucht aus der großen Herde, die da heißt ›Gesellschaft‹, auszubrechen, ruft das Mißfallen der Herde hervor.

    Francesco Petrarca (1304-1374)


  • Allmählich höre ich mich durch die gezeigte Box.

    Obwohl ich a priori kein Freund der Flöte an sich bin, so gewinnen IMO die Werke wo sie im Einsiatz ist absolut an Farbe und ich beginne allmählich das Instrument zu lieben - zumindest solange sie im Orchester eingebunden ist. aber Telemqnn setzt ja noch daz verschiden Arten der Flöte ein


    Zu den Werken mit Nmen - hierin ein Vorläufer von Joseph Haydn - kommen noch welche, wo sich Telemann mit den Stilen verschiedener Länder explizit befasst, wie z.B TW E55 B5 "Völker" oder TW 55 a4, A4, D23 & G4 "Des Nations anciens et modernes" hier werden vie Stile verschiedener Nationen vorgestellt, die alten und die modernen. Hier muß man sich schon gut auskennen um das voll verstehen zu können....


    mfg aus Wien

    Alfred


    Jeder, der versucht aus der großen Herde, die da heißt ›Gesellschaft‹, auszubrechen, ruft das Mißfallen der Herde hervor.

    Francesco Petrarca (1304-1374)