Tschaikowski: Pique Dame - welche ist die beste Aufnahme?

  • Trotz der überschaubaren Resonanz auf das erste Thema dieser neuen Serie ("Eugen Onegin") wage ich nun den zweiten Thread. Wiederum soll es darum gehen, die aus eurer Sicht empfehlenswertesten Aufnahmen der jeweiligen Oper zu ermitteln. Es soll in dieser Serie vor allem um Werke gehen, die nicht ganz so sehr im Fokus stehen, aber andererseits auch kein Nischenrepertoire darstellen. Tschaikowskis "Pique Dame" dürfte ein geradezu idealtypisches Beispiel sein.


    Kurz zum Werk: Den Titel kennt wohl jeder, er basiert auf einer Erzählung von niemandem Geringeren als Alexander Puschkin. Das Libretto stammt von Tschaikowskis jüngerem Bruder Modest. Es steht ziemlich außer Zweifel, dass es sich bei "Pique Dame" nach "Eugen Onegin" um die zweitbekannteste Oper von Tschaikowski handelt. Die Uraufführung erfolgte 1890 und war ein enormer Erfolg.


    An Aufnahmen besteht kein Mangel, operadis-opera-discography.org.uk listet nicht weniger als 51 Aufnahmen (zum Vergleich: "Eugen Onegin" 68, "Iolanta" 12).


    Welche sind eures Erachtens die besten Aufnahmen der "Pique Dame"?

  • Ich schicke gleich mal zwei sowjetische Aufnahmen der Stereoära ins Rennen:



    Hermann: Surab Andschaparidse
    Lisa: Tamara Milaschkina
    Gräfin: Walentina Lewko
    Graf Tomski: Michail Kiselew
    Fürst Jeletzki: Juri Masurok
    Polina: Irina Archipowa
    Tschekalinski: Andrei Sokolow
    Surin: Waleri Jaroslawzew
    Tschaplizki: Witali Wlassow
    Festordner: Anatoli Mischutin
    Narumow: Juri Dementjew
    Gouvernante: Maria Mitjukowa


    Chor und Orchester des Bolschoi-Theaters Moskau
    Boris Chaikin


    Aufnahme: 1967



    Hermann: Wladimir Atlantow
    Lisa: Tamara Milaschkina
    Gräfin: Walentina Lewko
    Graf Tomski: Wladimir Walaitis
    Fürst Jeletzki: Andrei Fedossejew
    Polina: Galina Borisowa
    Tschekalinski: Andrei Sokolow
    Surin: Waleri Jaroslawzew
    Tschaplizki: Witali Wlassow
    Festordner: Konstantin Baskow
    Narumow: Juri Dementjew
    Gouvernante: Nina Grigorjewa


    Chor und Orchester des Bolschoi-Theaters Moskau
    Mark Ermler


    Aufnahme: 1974


    Auffällig: Tatsächlich sind sage und schreibe sechs Rollen gleich besetzt. Liest man diverse Rezensionen, dann wird der früheren Aufnahme meist der Vorzug gegeben (die Sänger noch frischer). Zudem dürfte gerade der grandiose georgische Tenor Surab Andschaparidse (anglisiert Zurab Anjaparidze) ein weiterer Pluspunkt der Chaikin-Einspielung sein.

  • Ich mag sehr gerne die deutsch gesungene Aufnahme mit Elisabeth Grümmer als Lisa. Und den ebenfalls deutsch gesungenen Mitschnitt mit Rene Kollo aus der Kölner Oper. MARTHA MÖDL- gesanglich und darstellerisch ein Genuss. Ich bin so froh, dass ich diese Inszenierung noch live erleben durfte.

  • Ich möchte noch auf die Aufnahme aus der Wiener Volksoper hinweisen, die das HAfG aufgelegt hat (mit Martha Mödl, Helga Dernesch, Jean Cox, Marcel Cordes, Ernst Gutstein, in deutscher Sprache aus dem jahr 1965), welche auch hörenswert ist.

  • Ich mag sehr gerne die deutsch gesungene Aufnahme mit Elisabeth Grümmer als Lisa. Und den ebenfalls deutsch gesungenen Mitschnitt mit Rene Kollo aus der Kölner Oper. MARTHA MÖDL- gesanglich und darstellerisch ein Genuss. Ich bin so froh, dass ich diese Inszenierung noch live erleben durfte.



    Hallo,
    bei der Aufnahme mit Grümmer, Schock und Margarete Klose muß man leider erleben, dass das gesamte 3. Bild gestrichen wurde. Gelungen ist auch ein kleiner Querschnitt bei Emi mit Wunderlich und Muszely, obwohl Hermann Prey hier für meinen Geschmack beim Jeletzky zu sehr auf die Tränendrüse drückt. Den Mitschnitt der Kölner Aufnahme mit Kollo und Mödl kann man aus USA bei Premiere Opera als CD und als Film beziehen. Die HAFG- Aufnahme kenne ich (noch) nicht.


    Schöne Grüße
    wega

  • Vielen Dank für den Hinweis mit der Aufnahme aus der Volksoper. Diese Einspielung war mir noch nicht bekannt. Ist die von guter Qualität? In der Tat ärgere ich mich auch, dass in der sonst so gelungenen Aufnahme mit Grümmer ein ganzer Akt fehlt.
    Den Kölner Mitschnitt findet ihr auch auf YouTube.