RARITÄTEN: Selten gespielte Opern wiederaufgeführt!

  • Die Wexford Festival Opera hat ihr Programm für Herbst 2025 angekündigt. Das Festival wird 16 Tage lang zwischen dem 17. Oktober und dem 1. November 2025 laufen und sich dem Thema Mythen und Legenden widmen.


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    Diese drei Opern werden aufgeführt: Verdis „Le Trouvère“ wird von Markus Bosch dirigiert und von Ben Barnes inszeniert. Dies ist eine seltene Gelegenheit, Verdis französische Version von „Il Trovatore“ zu hören, die neben Ballettmusik auch Anpassungen der Partitur enthält. Die zweite Oper ist Händels „Deidamia“, eine Opera seria in drei Akten von 1740, wird von George Petru dirigiert und inszeniert. Die Titelrolle der Deidamia wird von Sophie Junker gesungen, die Rolle des Achilles von Bruno de Sà. Frederick Delius‘ "The Magic Fountain" (Der magische Brunnen) wird von Francesco Cilluffo dirigiert und von Christopher Luscombe inszeniert.


    Die Wexford Festival Opera wird wieder zwei Pocket Operas / Opera Beag umfassen. Zum dritten Mal plant Wexford, einen Wettbewerb für junge Regisseure auszurichten, um diese Opern zu inszenieren. Die Opern sind: Zemlinskys „Der Zwerg“ und „La Tragédie de Carmen“. Der Regisseur Peter Brook entwickelte diese Version von Carmen im Jahr 1981. Er reduziert die Oper auf das Wesentliche und konzentriert sich dabei auf Themen wie Besessenheit und Eifersucht.

    Ich bin dann mal weg.

  • Es wäre nicht unbedingt notwendig, No Names auszugraben, die dann teuer inszeniert werden und bald vom Spielplan wieder abtürzen, weil nur eine Minderheit angesprochen wird, wobei es sicher Leute gibt, die sich dem Zeitgeist verschrieben haben und sich zwingen, positiv zu werten, obwohl sie es nicht wirklich goutieren.

    Es gäbe aber genug große Namen, von denen selten bis nie aufgeführte Werke in ausreichender Zahl existieren.

    Vor über 45 Jahren, Dezember 1980, wurde beispielsweise in Wien Verdis "Attila" aus dem Tiefschlaf geweckt, dirigiert vom legendären und leider zu früh verstorbenen Sinopoli, mit Auftritten u. a. von Ghiaurov und Cappuccilli, für die das Gleiche gilt. Ein sensationelles Frühwerk, das ziemlich zeitgleich mit Nabucco und Macbeth entstand.

    Oder Giordanos "Siberia", zuletzt in Bregenz ausgegraben. Hat zwar nicht das Spitzenniveau vom "Chenier" (für mich persönlich übrigens die Oper aller Opern, da werden sich einige jetzt wundern) und erreicht auch nicht ganz "Fedora", ist aber gut genug, um gelegentlich den Weg in den Spielplan zu finden.

    Auch Tschaikowskys Spätwerk "Jolanta" zählt dazu, für mich auf einem höheren musikalischen Niveau als sein Klassiker "Eugen Onegin".

    Die Aufstellung lässt sich beliebig fortsetzen, etwa mit Bizets "Perlenfischer" (nein, es muss nicht immer Carmen sein), Massenets "Manon" (nein, es muss nicht immer Puccini sein) oder Dvoraks "Rusalka" (hat neben dem Lied an den Mond durchaus weitere musikalische Höhepunkte und sehr dankbare Tenor- bzw. Sopranrollen).

    Auch Schubert und Haydn (ja, die beiden komponierten tatsächlich etliche Opern) würden mehr Präsenz verdienen.

  • Es wäre nicht unbedingt notwendig, No Names auszugraben, die dann teuer inszeniert werden und bald vom Spielplan wieder abtürzen, weil nur eine Minderheit angesprochen wird, wobei es sicher Leute gibt, die sich dem Zeitgeist verschrieben haben und sich zwingen, positiv zu werten, obwohl sie es nicht wirklich goutieren.

    Das sehe ich ein bisschen anders, denn No-Names sind in der Rezeptionsgeschichte nicht immer Nicht-Könner. Zu behaupten, dass Leute die zu positiven Urteilen kommen die Aufführungen nicht wirklich goutieren ist eine mutige Aussage, man könnte auch sagen eine freche Unterstellung. Eine Minderheit kann für einzelne Produktionen durchaus die angesprochene Zielgruppe sein, denn sonst könnte man mit dem Argument auch einfach nur noch ABC und TTZ aufführen, weil es den Geschmack der zahlenden Mehrheit trifft. Damit verkümmert aber die kulturelle Breite...


    Dass Werke wie "Attila", "Jolanta" oder "Fierrabras" und Co dennoch ebenfalls wiederaufgeführt gehören, da bin ich selbstverständlich der gleichen Meinung.

    Beste Grüße von Tristan2511


    "Glaubt er, dass ich an seine elende Geige denke, wenn der Geist zu mir spricht?"

    (Beethoven zu Schuppanzigh)

  • Zitat von Trristan2511

    Das sehe ich ein bisschen anders, denn No-Names sind in der Rezeptionsgeschichte nicht immer Nicht-Könner. Zu behaupten, dass Leute die zu positiven Urteilen kommen die Aufführungen nicht wirklich goutieren ist eine mutige Aussage, man könnte auch sagen eine freche Unterstellung. Eine Minderheit kann für einzelne Produktionen durchaus die angesprochene Zielgruppe sein, denn sonst könnte man mit dem Argument auch einfach nur noch ABC und TTZ aufführen, weil es den Geschmack der zahlenden Mehrheit trifft. Damit verkümmert aber die kulturelle Breite...

    Das sehe ich auch so lieberTristan, ich bin immer noch trotz des erhöten Alters auf der Jagd nach neuem, jetzt leider nicht mehr Live aber der Markt gibt genügend neues her! Von den alten Aufnahmen der Opern Gurken habe ich mich weitestgehend verabschiedet und weine ihnen keine Träne nach!


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Von den alten Aufnahmen der Opern Gurken habe ich mich weitestgehend verabschiedet und weine ihnen keine Träne nach!

    Lieber Fiesco, einige Beispiele würden mich schon interessieren. Auch kann ich mir unter "Opern Gurken" nichts rechtes vorstellen.

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Lieber Fiesco, einige Beispiele würden mich schon interessieren. Auch kann ich mir unter "Opern Gurken" nichts rechtes vorstellen.

    Hallo lieber Rüdiger, erstmal alles deutsch gesungene musste weg, dann die meisten Opernaufnahmen vor !980 auch weg. Ich habe nach meinem Umzug mindestens 50% meiner CD verkauft., an einen privaten Händler der äußerst gut bezahlt hat.👍

    Z.B. bei Medimops hätte ich nicht mal dafür die Hälfte bekommen!


    LG Fiesco


    Ach, w.g. bereut habe ich es nicht!:!:

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Danke für die Antwort, lieber Fiesco. Meinerseits habe ich auch aufgeräumt, jedoch auf etwas andere Art. Von einst um die fünftausend CDs habe ich - stand heute - Vielleicht noch zwanzig. Die Sammlung befindet sich nun etwas bereinigt auf Festplatten in mehrfacher Kopie. Seither fühle ich mich ungemein erleichtert und freier. :) Und ich stellte fest, dass ich die CD als solche, nämlich als Tonträger, nie geliebt habe - sondern nur das, was drauf ist.

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold1876


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  • Oder Giordanos "Siberia", zuletzt in Bregenz ausgegraben. Hat zwar nicht das Spitzenniveau vom "Chenier" (für mich persönlich übrigens die Oper aller Opern, da werden sich einige jetzt wundern)

    In der Tat, da wundern sich einige. Diese Aussage fällt bei mir unter das, was die Soziologen eine "Kognitive Dissonanz" nennen. Konkret heißt das, dass entweder der "Musikprofessor" oder "Andrea Chenier als Oper aller Opern" nicht stimmen kann. Ich höre gerade zwei Gulag-Opern, nämlich "Boris Godunow" und Janaceks "Aus einem Totenhaus". Dagegen ist "Andrea Chenier" bestenfalls eine Operette.

    Körre araaf (asiatischer Karnevalsspruch)

  • In der Tat, da wundern sich einige. Diese Aussage fällt bei mir unter das, was die Soziologen eine "Kognitive Dissonanz" nennen. Konkret heißt das, dass entweder der "Musikprofessor" oder "Andrea Chenier als Oper aller Opern" nicht stimmen kann. Ich höre gerade zwei Gulag-Opern, nämlich "Boris Godunow" und Janaceks "Aus einem Totenhaus". Dagegen ist "Andrea Chenier" bestenfalls eine Operette.

    Na ja, viel mehr Opern kennst du ja auch nicht! :untertauch:

    Und es gibt ja auch nur deine Meinung wieder und das der allwissenden Muschel!

    Akzeptiere doch BITTE die Meinung andere Hörer was gefällt!


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • ich oute mich als Liebhaber "seltener Opern" auch von Komponoisten,die heute als solche zweiter oder dritter Klasse eingestuft werden. Aber letzlich ist es auch eine Mode. Im 18. Jahrhundert wurden auch gerne "belanglose" Opern geschrieben und gesehen. Dittersdorf und Haydn sind hier Grenzfälle. Ich liebe aber auch Muusik von "Verdi-Epigonen"

    werde abder dafür weder eine Lanze brechen, noch sie als "überflüssig" darstellen. Erlaubt ist was gefällt.

    Dir tonträgerindustrie und kleinere Sommerfestspiele haben IMO hier einiges gutgemacht was die Opernintendanten der ersten Reihe versäumt haben.


    Es wäre nicht unbedingt notwendig, No Names auszugraben, die dann teuer inszeniert werden und bald vom Spielplan wieder abtürzen, weil nur eine Minderheit angesprochen wird, wobei es sicher Leute gibt, die sich dem Zeitgeist verschrieben haben und sich zwingen, positiv zu werten, obwohl sie es nicht wirklich goutieren.

    Ich glauge nicht, daß die Ausgrabung solcher Werke dem "Zeitgeist" entspricht, eher dem Gegenteil. Hier versucht eine engagierte kleine Minderheit weitgehend ungeliebte Werke auf die Bühne - oder auf Tonträger - zu bringen.


    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



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  • Zitat Dr. Pingel:


    Ich höre gerade zwei Gulag-Opern, nämlich "Boris Godunow" und Janaceks "Aus einem Totenhaus". Dagegen ist "Andrea Chenier" bestenfalls eine Operette.


    So sehr ich Mussorgsky schätze, Bilder einer Ausstellung beispielsweise, aber der Boris ist das reinste Schlafmittel, nicht nur auf Grund seiner Länge.

    Die Atonalität von Janacek ist legendär, da brauchen wir nicht weiterdiskutieren. Dostojewskis Romanvorlage hat jedenfalls ein deutlich höheres Niveau - als Allegorie, weil nicht unmittelbar mit Musik vergleichbar.


    Aber "Andrea Chenier" als Operette zu bezeichnen unterstreicht ein hohes Defizit an Musikverständnis - eine der dramatischsten Opern überhaupt, inhaltlich und von der Musik her..

  • Na ja, viel mehr Opern kennst du ja auch nicht! :untertauch:

    Und es gibt ja auch nur deine Meinung wieder und das der allwissenden Muschel!

    Akzeptiere doch BITTE die Meinung andere Hörer was gefällt!


    LG Fiesco

    1. Ich habe über 200 Opern live gesehen, dazu noch weitere auf CD/DVD. Einige doch, aber Andrea Chenier nicht.

    2. Natürlich gibt das nur meine Meinung wieder, das kann man unschwer erkennen, wenn man will.

    3. Die Pointe ist nicht die Meinung, sondern die kognitive Dissonanz.

    4. Was gefällt? Möge sich hier bitte jemand melden, der "Andrea Chenier" noch für die Oper aller Opern hält.

    Körre araaf (asiatischer Karnevalsspruch)

  • Zitat Dr. Pingel:


    So sehr ich Mussorgsky schätze, Bilder einer Ausstellung beispielsweise, aber der Boris ist das reinste Schlafmittel, nicht nur auf Grund seiner Länge.

    Die Atonalität von Janacek ist legendär, da brauchen wir nicht weiterdiskutieren.

    Aber "Andrea Chenier" als Operette zu bezeichnen unterstreicht ein hohes Defizit an Musikverständnis - eine der dramatischsten Opern überhaupt, inhaltlich und von der Musik her..

    1. Du machst hier zwei Aussagen, die dir als Meinung natürlich zustehen: Boris Godunow als Schlafmittel und Andrea Chenier. Da gibt es hier nicht viele., die das auch so sehen. "Boris" als Schlafmittel: "...das unterstreicht ein hohes Defizit an Musikverständnis eine der dramatischsten Opern überhaupt..." (Zitat M.)

    2. Du bezeichnest Janacek als atonal. Das würde niemand unterschreiben, ein Musikprofessor natürlich erst recht nicht.

    3. "Andrea Chenier" als Operette: ich stelle fest, dass dem Musikprofessor auch das Verständnis von Ironie nicht zu Verfügung steht. Mit meinem hohen Defizit habe ich es hier immerhin auf 7000 Beiträge geschafft.

    Körre araaf (asiatischer Karnevalsspruch)

  • So sehr ich Mussorgsky schätze, Bilder einer Ausstellung beispielsweise, aber der Boris ist das reinste Schlafmittel, nicht nur auf Grund seiner Länge.

    Wenn Du Dir die Fassung von 1869 vornimmst, die auch gelegentlich gespielt wurde und auch aufgenommen vorliegt, dann kommst Du mit zwei Stunden aus. Die Befürchtung, über diesem Werk einzuschlafen, wäre also deutlich verringert.

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Dr. Pingel, es gilt in diesem Forum wie überall der Grundsatz "de gustibus non est disputandum". Der AC ist meine persönliche Lieblingsoper, basta. Im übrigen kenne ich mindestens 2 höchst musikaffine Menschen, die die gleiche Vorliebe haben.

    Das sollte man anerkennen, auch wenn man persönlich einen anderen Geschmack hat.

    "Ich habe über 200 Opern live gesehen, dazu noch weitere auf CD/DVD. Einige doch, aber Andrea Chenier nicht." schreiben Sie, aber das klingt nach Vorurteil. Wie kann man etwas beurteilen, das man nicht kennt? Gehen Sie zum Chenier, nach Möglichkeit mit Beczala, der ist zur Zeit der Beste in dieser Partie, und hören Sie sich die ganze Partie einmal an und reden dann weiter. War im Jänner an der Met, Ende Mai in Las Palmas unter D. Oren und mit Agresta, auch nicht schlecht.

    Viel Vergnügen.

  • "Und es gibt ja auch nur deine Meinung wieder und das der allwissenden Muschel!

    Akzeptiere doch BITTE die Meinung andere Hörer was gefällt!"

    Wie recht Sie haben, Fiesco, der Dr. P. tritt auf wie ein Schulmeister, das Maß aller Dinge.

    Und gibt zu, den Chenier noch nie gehört zu haben, aber degradiert die Oper zu einer Operette.

  • Ich würde die Herrern um ein wenig Mäßigung bitten:


    1. Musikprofessor ist eine Forumsnick, kein realer Titel

    2. Bitte ich den Musikprofessor zu überdenken, ob seine Formulierung nicht Anlass für die Reaktion von Dr. Pingel gewesen sein könnte

    3. Bitte ich Dr. Pingel, ein Gleiches zu tun

    4. Reden wir hier tatsächlich über Geschmack; wenn der Musikprofessor AC für die Oper aller Opern hält, wird das für ihn wohl so zutreffen. Daran ändert sich auch nichts, wenn er der einzige wäre, der das so sieht.


    Soviel von Thomas als Moderator zum Thema


    Thomas privat hat mit solchen Mustern wie Mainstream und abseits davon so seine Probleme. Zudem bin ich kein wirklicher Opernfreund. Zauberflöte, Wozzeck und der Ring reichen mir erstmal, Hänsel und Gretel noch und die Cavalleria. Der Rest existiert bei mir in Form von Einzelarien. Es gab aber tatsächlich mal einen Punkt, an dem ich begonnen hatte, mein Bild vorsichtig zu revidieren. Fiesco ist schuld, der Empfehlungen für neue Sichtweisen auf die Zauberflöte gab, ebenso Messias und dann Barockopern, alles zugelegt, alles angehört, war begeistert. Und tatsächlich sind es oftmals die Ausgrabungen, die faszinieren. Es ist im Übrigen überhaupt kein Qualitätskriterium für eine Oper, ob sie häufig oder kaum aufgeführt wird. Für Einstein on the Beach gibt's sicherheitshalber eine Tourneetruppe, individuelle Inszenierungen und Aufführungen davon sind nur schwer möglich. Dieser durchaus verdiente Thread beschäftigt sich mit wiederausgegrabenen Opern, oder solchen, die hundert Jahre nach ihrem Entstehen erst uraufgeführt wurden (war bei Schrekers "Fernem Klang" der Fall). Ein solche Aussage

    Es wäre nicht unbedingt notwendig, No Names auszugraben, die dann teuer inszeniert werden und bald vom Spielplan wieder abtürzen, weil nur eine Minderheit angesprochen wird, wobei es sicher Leute gibt, die sich dem Zeitgeist verschrieben haben und sich zwingen, positiv zu werten, obwohl sie es nicht wirklich goutieren.

    mit Verlaub, ist grober Unfug und hat mit diesem Thread nichts zu tun.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Werde mich ein wenig zurückhalten, versprochen, aber ich wurde angegangen, indem man meine Lieblingsoper abgewertet hat.

    Es soll erlaubt sein, zu schreiben, dass einem ein Werk oder ein Stil nicht gefällt, aber man sollte nicht unqualifiziert abwerten.


    Ein durchaus legitimes Meinungsbild "mit Verlaub, ist grober Unfug und hat mit diesem Thread nichts zu tun" abzukanzeln ist, mit Verlaub, beleidigend, eindimensional und tendenziell.

    Sollte durchaus erlaubt sein und wenn man nicht dafür ist, darf man durchaus dagegen argumentieren, warum.


    Nur "grober Unfug" ist ein Foul unter der Gürtellinie und zunächst einmal die gelbe Karte.;)

  • "Es wäre nicht unbedingt notwendig, No Names auszugraben, die dann teuer inszeniert werden und bald vom Spielplan wieder abtürzen, weil nur eine Minderheit angesprochen wird, wobei es sicher Leute gibt, die sich dem Zeitgeist verschrieben haben und sich zwingen, positiv zu werten, obwohl sie es nicht wirklich goutieren."


    Und solche Leute gibt es tatsächlich, auch wenn man es nicht glauben mag, kenne einige Exemplare, die sich zu moderner Musik zwingen, weil sie eben fortschrittlich sein wollen.

    Tatsache, habe ich nicht erfunden.

  • Und solche Leute gibt es tatsächlich, auch wenn man es nicht glauben mag, kenne einige Exemplare, die sich zu moderner Musik zwingen, weil sie eben fortschrittlich sein wollen

    Es gibt auch welche, die klassische Musik hören und/oder bei sich stehen haben, um gebildet zu wirken und da kenne ich auch welche.


    Das heißt am Ende nichts. In diesem Thread geht es um unbekannte Opern und nicht um irgendwelche kaum belegbaren Vermutungen, wieso Leute irgendetwas hören. Das wäre ein soziologischer Thread, der dann auch mit Statistiken gefüttert werden sollte.


    Wenn Du also eine kennst, die es wert wäre, einfach posten mit ein paar Bemerkungen wieso, und schon sind wir wieder im Thema! :)

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  • Die Atonalität von Janacek ist legendär, da brauchen wir nicht weiterdiskutieren ....

    Die Musik von Leoš Janáček klingt zwar manchmal sehr modern, dissonant und unkonventionell, ist aber im eigentlichen Sinne nicht atonal, da sie auf einer tonalen Grundlage aufbaut. In seiner Oper Jenůfa ist sogar der Einfluss der mährischen Volksmusik und der damit verbundenen Sprachmelodien unverkennbar. Mir ist nicht bekannt, dass mährische Volksmusik als atonale bezeichnet werden könnte.

    Ich bin dann mal weg.

  • Nur "grober Unfug" ist ein Foul unter der Gürtellinie und zunächst einmal die gelbe Karte. ;)

    Ganz falsch, deine Karte darfst Du Dir gerne selber zeigen. Wir sind hier nicht in der freien Wildbahn, wo es das Phänomen unstreitig geben wird (wie übrigens bei jeder Aufführung von klassischer Musik), sondern in einem Spezialforum für klassische Musik und da in einem Thread, der sich genau mit diesem Thema beschäftigt. Damit trittst Du genau denjenigen Auf den Schlips, die hier solche Opern und Aufführung zusammentragen, und glaub' mir hier sind einige hochkompetente Kollegen versammelt, die ihr Wissen beitragen.

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Ich werde diese Diskussion nicht weiter führen. Bei der ganzen Sache wurde unterstellt, ich würde die Meinung eines anderen zensieren. Dem ist nicht so. Die Pointe liegt in der kognitiven Dissonanz. D.h., dass die Lieblingsoper "Andrea Chenier" für einen "Musikprofessor" zumindest skurril ist. Aber Janaceks Musik (ich kenne alles von ihm) als "atonal" zu bezeichnen, bezeugt doch eine ziemliche Ahnungslosigkeit, erst recht, wenn man den "Nickname" "Musikprofessor" wählt.

    Fazit: Wer sich "Musikprofessor" als nickname auswählt, muss auch den Spott ertragen. Ich habe ja meinen eigenen Cartoon mit einem gefälschten Doktortitel und da gab es hier schon jede Menge Spott - gut so!

    Fazit 2: "Wer in der Öffentlichkeit kegelt, muss sich gefallen lassen, dass man die gefallenen Kegel nachzählt" (Karl May)

    Körre araaf (asiatischer Karnevalsspruch)

  • Von Opern verstehe ich letztlich zu wenig, um mich hier interessant zu machen.


    Aber Janaceks Musik als atonal zu bezeichnen, das ist schon kühn. Nur um des Friedens Willen vermeide ich deutlichere Worte.


    Doch als begeisterter Janacek-Hörer - selbst Opern von ihm kenne ich nicht nur dem Namen nach - muss ich die zwei oder drei Kollegen dann schon unterstützen.

    Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

  • Von Opern verstehe ich letztlich zu wenig, um mich hier interessant zu machen.


    Aber Janaceks Musik als atonal zu bezeichnen, das ist schon kühn. Nur um des Friedens Willen vermeide ich deutlichere Worte.


    Doch als begeisterter Janacek-Hörer - selbst Opern von ihm kenne ich nicht nur dem Namen nach - muss ich die zwei oder drei Kollegen dann schon unterstützen.

    Danke! Ich werde morgen mein Fahrrad verpfänden, aber als Landrat werde ich sicher nicht mehr!

    Körre araaf (asiatischer Karnevalsspruch)

  • Es wäre nicht unbedingt notwendig, No Names auszugraben, die dann teuer inszeniert werden und bald vom Spielplan wieder abtürzen, weil nur eine Minderheit angesprochen wird, wobei es sicher Leute gibt, die sich dem Zeitgeist verschrieben haben und sich zwingen, positiv zu werten, obwohl sie es nicht wirklich goutieren.

    Es ist natürlich eine Frage, WELCHE "no names" ausgegraben werden. mir schweben hier vorzugsweise Mozart-Zeitgenossen vor, Dittersdorf, Salieri, Piccini, Jomelli, Sarti, Vranitzky Gazzaniga etc und dann die Verdi Nachahmer, bzw -Konkurrenten wie Spontini, Boieldieu, Auber, Mayr, Mercadante, Paër, Carnicer, Vaccaj, Soliva. Pacini und weitere hier ungenannte.

    Sie werden kaum je teuer inszeniert, sondern von kleineren Opernfestspielen von Idealisten - in der Tat für eine Minderheit, die aber nicht diese Opern höen, weil es gerade chic st, sondern weil sie ihnen gefallen. angehängt sind noch dazu spezielle Plattenlabels, indepent und somit in finanzieller Eigenverantwortung, wie "Opera rara" "Bongiovanni" und "Dynamic" die die Rechte an den Mitschnitten erwerben und die dann in Eigenverantwortung auf den Markt bringen. Scheinbar kann man davon - wenn auch bescheiden - leben.

    Leben und leben lassen. Und natürlich bleiben die Opern dann nicht Ewigkeiten am Spielplan, sondern verschwinden dann am Ende der Saison. Das ist das Game.....

    Ich schreibe derzeit an einer Inhaltsangabe des Singspiels "Der Schreiner" nach einem Text von Kotzbue und der Musik von Vranitzky für den Tamino Opernführer. Leider ist derzeit von der Oper nur eine Aufnahme der Ouvertüre verfügbar - wollen wir hoffen, daß sich das ändert.


    Die von mir genannten Komponisten und ihre Opern, haben den Vorteil, daß sie sich nur schwer fürs Regietheather mißbrauchen.

    Sie werden kaum von Personen besucht, welche Zeitströmungen unterstützen wollen: Das ist eine andere Klientel

    Streit ist etwas unschönes. Andrerseits ist es erfreulich, daß das Thema solche Emotionen erweckt....


    mfg aus Wien

    Alfred

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  • 4. Was gefällt? Möge sich hier bitte jemand melden, der "Andrea Chenier" noch für die Oper aller Opern hält.

    Lieber Dr. Pingel,

    gestatte mir einen Widerspruch. Andre Chenier mag derjenige vielleicht als Operette bezeichnen, der nur Bilder des 1. Aktes in einer "klassischen" Aufführung kennt. Kostümiert in der Kleidung der "höheren" Gesellschaft vor der franz. Revolution mag man an eine Operette denken. Wer aber die Musik dazu hört, die schon im 1.Akt sehr dramatische Tendenzen aufweist, die sich im Verlauf der Oper gewaltig steigert und in einem höchst dramatischen Ende mit fast mahlerschen Dimensionen im Orchester endet, der muß einfach seinen Senf dazu geben. In diesem Falle ich.

    Die Oper aller Opern ist der Andre auch bei mir nicht, diese einseitige Festlegung auf eine absolute Nr. 1 unter den Opern hat bei mir keinen Platz. Aber sie gehört zu meinen Lieblingsopern, auch wenn ich nicht das Privileg habe, eine Aufführung in der Met gesehen zu haben. Um das einschätzen zu können reichen mir meine beiden erlebten Aufführungen in Nordhausen und in Leipzig (allerdings konzertant). Und diese werden ergänzt durch div. TV- und DVD-Erlebnisse.

    Nie wäre mir dabei der Gedanke gekommen, eine Operette zu sehen.


    Herzlichst La Roche


    PS: Übrigens halte ich Janaceks Musik auch nicht für atonal.

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Ich meine nur, dass es sinnvoller ist, selten oder kaum gespielte Werke großer Namen auszugraben als irgendwelche Experimente mit weitgehend Unbekannten zu machen, die dann in die Hose gehen und auf wenig Resonanz stoßen.

    Auch in der Kultur ist Marketing wichtig und gerade der aktuelle Kostendruck macht es notwendig, dass man auf Werke setzt, die auf entsprechende Nachfrage stoßen.

  • Zitat

    "2. Bitte ich den Musikprofessor zu überdenken, ob seine Formulierung nicht Anlass für die Reaktion von Dr. Pingel gewesen sein könnte"


    Ich glaube nicht, provokant gewesen zu sein, als ich den Chenier als Lieblingsoper genannt habe.

    Aber ich habe kein Problem mit jemandem, der dieses Werk weniger oder nicht mag, nur die Abwertung als "Operette" hat mich gestört und provoziert, deshalb vielleicht meine etwas außer Kontrolle geratene Reaktion.

    Und im übrigen mag ich Operetten nicht wirklich, entweder große Oper oder Musical, das dazwischen liegt mir nicht. Sagt ja auch einiges zur Klassifizierung des AC.


    Lieber Musikprofessor, die Schriftfarbe blau ist ausschließliche den Moderatoren vorbehalten. In dem von Dir zitierten Beitrag habe ich einmal in meiner Funktion als Moderator geschrieben (blau) und danach als normales Forumsmitglied.

  • als irgendwelche Experimente mit weitgehend Unbekannten zu machen, die dann in die Hose gehen und auf wenig Resonanz stoßen.

    Im Kontext hatte ich den Eindruck, daß hier eher "moderne" Werke gemeint waren, die lediglich von einer Lobby von "progressiven" Kritikern bejubelt werden - bis die Stunde der Wahrheit nahr - in der Statistik der Besucherzahlen.


    Auch in der Kultur ist Marketing wichtig und gerade der aktuelle Kostendruck macht es notwendig, dass man auf Werke setzt, die auf entsprechende Nachfrage stoßen.

    Hier muß man unterscheiden zwischen "offiziellem" sprich stattlichem oder kommunalen Kullturmarketing und (weitgehend) privaten Initiativen die über Privatspenden finanziert werden und ein spezielles Programm für ein berechenbares Publikum entwickeln und bereitstellen. Solche Projekte sollen sich selbst finanieren, aber sie brauchen keinen Gewinn abwerfen - etwa vergleichbar mit diesem Forum.


    mfg aus Wien

    Alfred

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