Madama Butterfly aus China - Hui He

  • Hui He wurde 1972 im chinesischen Xi’an geboren. Mit 18 Jahren begann sie ihre musikalische Ausbildung am Konservatorium ihrer Heimatstadt. Teilnahmen an diversen Gesangswettbewerben in China brachten zunächst keinen Erfolg. Es wuchsen Zweifel in ihr, ob sie überhaupt gut genug sei.
    Ihre ersten Bühnenerfolge feierte sie dann 1998 mit 26 Jahren in Shanghai als Aida und als Santuzza in Cavalleria Rusticana.
    Ihr Weg führte sie dann auch nach Europa und der Möglichkeit an internationalen Gesangswettbewerben teilzunehmen. Da sie nie einen Preis in China gewonnen hat, rechnete sie auch nicht damit, in europäischen Gesangswettbewerben zu reüssieren. Doch bei Placido Domingo’s Operalia errang sie im Jahr 2000 den Zweiten Platz. 2002 folgte der Erste Platz beim Concorso Voci Verdiane in Busseto.


    Ihre internationale Karriere startete sie ausgerechnet am Opernhaus in Parma. Als Tosca feierte sie beim dort gefürchteten Publikum einen ungeheuren Erfolg. Sofort folgten Einladungen an namhafte Häuser in Italien. Heute gilt Hui He als führende Interpretin der Madama Butterfly und als eine der besten Aida- und Tosca-Interpretinnen. Sie hat sich überhaupt als erstklassige Interpretin in Opern von Giuseppe Verdi und Giacomo Puccini hervorgetan. Zubin Mehta bezeichnet sie als die 'beste Aida unserer Zeit'.


    2004 folgte mit der Lina in Verdi’s Stiffelio ihr Debüt an der Wiener Staatsoper, an der Wiener Volksoper war sie bereits im Jahr zuvor als Cio-Cio-San zu erleben. 2006 kam es mit Madama Butterfly zu ihrem Debüt an der Pariser Opera Bastille. Und im selben Jahr debütierte sie als Tosca auch an der Mailänder Scala. Mit dieser Partie stellte sie sich dann auch dem Publikum der Bayrischen Staatsoper in München vor. Das Publikum der Deutschen Oper Berlin begegnete Hui He erstmalig 2009 - ebenfalls mit Madama Butterfly. 2010 gab sie als Aida ihr Debüt an der New Yorker MET. 2014 lernte das New Yorker Publikum dann auch ihre gefeierte Madama Butterfly kennen. Hui He ist zudem schon seit vielen Jahren jährlicher Gast in der Arena von Verona.


    Weitere große Erfolge feiert sie als Leonora in Il Trovatore, Amelia in Un ballo in maschera, Leonora in La forza del destino, Amelia in Simon Boccanegra und mit den Titelrollen in Tosca, Manon Lescaut, La Gioconda und dem Sopranpart in Verdi’s Requiem.


    Hui He ist derzeit erfolgreich wie keine andere wenn es um die Butterfly geht. Und das ist leicht zu erklären. Sie verfügt über eine Stimme, die zu zartesten Lyrismen fähig ist und damit das junge Mädchen glaubhaft machen kann, andererseits kann sie ihrem lyrischen Spinto-Sopran aber auch das nötige Volumen verleihen, mit dem sich Cio-Cio-San zu heroischer Dramatik aufschwingt, und welches der Sängerin ermöglicht sich mühelos über die üppigen Puccini-Orchesterwogen hinwegzusetzen. Zudem ist Hui He eine sehr engagierte Darstellerin. Als Butterfly kommt natürlich auch noch hinzu, dass sie für die Rolle optisch ideal ist.


    Bei Oehms Classics ist eine Arien-CD – "Hui He sings Verdi & Puccini" - erschienen.


    Hui He's Aida ist bislang dreimal auf DVD erschienen. Ihre Butterfly gibt es aktuell derzeit nur in Form einer Dokumentation über diese Opernheldin. Auf CD ist La Gioconda erschienen.



    Gregor

  • Hat eigentlich niemand Hui He mal in der Arena von Verona gesehen? Wir hatten doch mal Taminos, die gerne zu den Opernaufführungen gefahren sind. Denn an Hui He kommt man als Arena-Besucher ja eigentlich nicht vorbei. In diesem Monat ist sie dort wieder Aida und Madama Butterfly.


    Hier mal ein paar YT-Videos zu Hui He in ihren Paraderollen:








    Gregor

  • Hat eigentlich niemand Hui He mal in der Arena von Verona gesehen? Wir hatten doch mal Taminos, die gerne zu den Opernaufführungen gefahren sind. Denn an Hui He kommt man als Arena-Besucher ja eigentlich nicht vorbei. In diesem Monat ist sie dort wieder Aida und Madama Butterfly.


    Lieber Gregor,


    ich fahre zwar nicht mehr nach Verona, aber man kann Hui He ja auch anderswo hören. Unter anderem an zwei der Berliner Opernhäuser! Ich habe sie inzwischen als Gioconda, Leonora (Trovatore), Manon Lescaut und Aida gehört. Sie hat ja eine Stimme, die eigentlich unpypisch für eine asiatische Sängerin ist: der Klang ist breit und groß und eher dunkel in der Farbe. Deshalb wird sie auch viel im Spinto-Fach eingesetzt. Sie soll sogar gefragt worden sein, demnächst Senta zu singen.


    Ich persönlich bin bisher nicht so sehr beeindruckt von Hui He. Mir fehlen in Stimme und Gesang etwas Geschmeidigkeit und Flexibilität, und für die dramatischen Akzente auch Individualität und Charakter. In England würde man diese Sängerin vermutlich als "serviceable" bezeichnen. Man braucht sie, weil sie die dramatischen Sopranpartien des italienischen Faches untadelig singt aber sie begeistert nicht.


    Beste Grüße


    Caruso41


    P.S.:
    Interessant vielleicht noch ein Zitat aus einem Interview:


    Zitat

    Frage: Bei der Berliner "La Gioconda" treten Sie in einer sehr traditionellen Inszenierung auf. Ganz nach Ihrem Geschmack?

    Antwort: Es gibt Werke, besonders in der italienischen Oper, die eine traditionelle Ausstattung gut vertragen. Verallgemeinern möchte ich aber nichts, dafür gibt es zu viele moderne Regisseure, die sehr schöne Inszenierungen machen. Zum Beispiel Robert Wilson und Damiano Michieletto. Seit ich viel in Deutschland gearbeitet habe, weiß ich, wie sehr das Publikum auch moderne Inszenierungen schätzt. Fantasie und Imagination entscheiden. Und der "bel momento", der schöne Augenblick.

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Ich persönlich bin bisher nicht so sehr beeindruckt von Hui He. Mir fehlen in Stimme und Gesang etwas Geschmeidigkeit und Flexibilität, und für die dramatischen Akzente auch Individualität und Charakter. In England würde man diese Sängerin vermutlich als "serviceable" bezeichnen. Man braucht sie, weil sie die dramatischen Sopranpartien des italienischen Faches untadelig singt aber sie begeistert nicht.

    "Brauchbar" oder auch "tauglich" sind Vokabel, die vielleicht nicht ganz glücklich gewählt sind, Caruso. Ich würde sie eher als "verlässlich" bezeichnen, da sie, wie du sagst, untadelig singt, und jedesmal wenn ich sie gehört habe, war sie hervorragend. Eine Partie, in der sie wirklich begeistert, ist die Butterfly. Auch ihre Aida finde ich beachtlich, da gehört sie zweifellos zu den aktuellen TOP 3-Interpretinnen. Zubin Mehta wird wissen, warum er sie zu seiner führenden Aida-Interpretin erklärt hat. Das sind schon Partien in denen sie mitzureissen vermag. Aber das hat natürlich auch viel mit persönlichem Empfinden zu tun, was einen mitreißt, und was nicht.


    Ich bin jedenfalls froh, dass es eine Sängerin wie Hui He gibt, die ein Fach singen KANN, welches nicht so leicht zu besetzen ist. :yes:



    P.S.:
    Interessant vielleicht noch ein Zitat aus einem Interview:


    Zitat
    Frage: Bei der Berliner "La Gioconda" treten Sie in einer sehr traditionellen Inszenierung auf. Ganz nach Ihrem Geschmack?


    Antwort: Es gibt Werke, besonders in der italienischen Oper, die eine traditionelle Ausstattung gut vertragen. Verallgemeinern möchte ich aber nichts, dafür gibt es zu viele moderne Regisseure, die sehr schöne Inszenierungen machen. Zum Beispiel Robert Wilson und Damiano Michieletto. Seit ich viel in Deutschland gearbeitet habe, weiß ich, wie sehr das Publikum auch moderne Inszenierungen schätzt. Fantasie und Imagination entscheiden. Und der "bel momento", der schöne Augenblick.

    Das ist doch eine Aussage, die so manchen Freund des modernen Regietheaters gefallen wird. Warum war für dich dieses Zitat so interessant, Caruso? Weil du das genauso empfindest wie die Sängerin auch? ?(


    Du bist wirklich der Einzige hier im Forum, Caruso, der sich für aktuelle Sänger der Opernszene interessiert. Netrebko und Kaufmann schließe ich mal aus der Sängerliste aus. Denn auf die Superstars sind auch hier im Forum alle ganz scharf. :D Aber dann schaut's schon traurig aus für Freunde aktueller Stimmen.


    Gregor

  • Zitat von »Caruso41«
    P.S.:
    Interessant vielleicht noch ein Zitat aus einem Interview:



    Das ist doch eine Aussage, die so manchen Freund des modernen Regietheaters gefallen wird. Warum war für dich dieses Zitat so interessant, Caruso? Weil du das genauso empfindest wie die Sängerin auch? ?(

    Ich fand das Zitat bemerkenswert, weil Hui He damit deutlich macht, für wie wenig sinnvoll sie die manichäische Gegenüberstellung, wie sie hier im Forum eingeübt und inzwischen total zementiert ist, hält!



    Du bist wirklich der Einzige hier im Forum, Caruso, der sich für aktuelle Sänger der Opernszene interessiert.

    Leider gibt es nicht mehr viele, die sich für aktuelle Sänger der Opernszene interessieren. Kulissen, Kostüme und Regie scheinen für viele wichtiger zu sein.
    Aber es gibt schon noch ein paar Opernfreunde, für die Stimmen und Gesangskunst zählen.
    Wenn Du in den Thread "Neue Stimmen" schaust, dann wirst Du staunen, wie viele sich doch inzwischen an der Vorstellung von neuen Stimmen beteiligt oder zu einzelnen Vorstellungen ihre Meinung niedergeschrieben haben.


    Allerdings muss ich feststellen, dass auch Du dich ja selber fast nur zu Sängern der Wiener Szene äusserst. Vielleicht hast Du einfach nicht die Möglichkeit, so viel rumzukommen wie ich das habe. Über Sänger, die man nicht live gehört hat, mag man denn auch nicht gerne etwas sagen!


    Hinzu kommt: Das Schreiben von Beiträgen über Sänger der Gegenwart, über die man nicht schon viel gelesen hat, fordert halt einfach Zeit, weil das ohne ein sorgfältiges Hören und Suchen nach passenden Worten nicht zu machen ist!



    Beste Grüße


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Aber es gibt schon noch ein paar Opernfreunde, für die Stimmen und Gesangskunst zählen.
    Wenn Du in den Thread "Neue Stimmen" schaust, dann wirst Du staunen, wie viele sich doch inzwischen an der Vorstellung von neuen Stimmen beteiligt oder zu einzelnen Vorstellungen ihre Meinung niedergeschrieben haben.

    Es scheint dann eher ein Interesse an neuen Stimmen zu geben, als an Sängern die bereits etabliert sind. Denn wenn ich die von mir eröffneten Sängerthreads zu Edgardo Rocha und jetzt Hui He ansehe, hast eben "nur" DU etwas zu den Künstlern beigetragen. Auch zu Pavol Breslik hast du Lesenswertes geschrieben (da gab es, glaube ich, auch einen Beitrag von Alfred) und im Thread zu Silvia Tro Santafé warst du auch wieder der Einzige, der etwas zur Sängerin beitragen wollte. Wie du auch als Einziger etwas zu Rainer Trost beigesteuert hast. Also ohne deine Beiträge wären das dann Selbstgespräche. :rolleyes: Und Monologe interessieren mich gar nicht, weil das einfach nicht der Sinn eines Forums ist. Der Thread über Markus Werba hat bis dato überhaupt keine Reaktion erhalten. Also, aus meiner Sicht zeigen mir diese Beispiele doch sehr deutlich, dass einfach KEIN Interesse an aktuellen Sängern besteht oder man zumindest dazu nichts beitragen will.


    Beim Neue-Stimmen-Thread tue ich mir etwas schwer, weil ich die meisten der vorgestellten Sänger nicht kenne, und ich würde einen Sänger eben zuerst gerne live hören, auch wenn die YT-Beispiele sicher schon mal einen guten Einblick geben. Aber vielleicht muss man diesen Vorsatz über den Haufen werfen. :D



    Allerdings muss ich feststellen, dass auch Du dich ja selber fast nur zu Sängern der Wiener Szene äusserst. Vielleicht hast Du einfach nicht die Möglichkeit, so viel rumzukommen wie ich das habe.

    Ach, ist das so? Das habe ich so jetzt gar nicht wahrgenommen. Aber es stimmt schon. Ich gehe hauptsächlich in Wien in die Oper. Unsere Opernhäuser stehen ja praktisch alle vor meiner Haustür. :D Für dauernde Reisen fehlt einem eben die Zeit wenn man mitten im Berufsleben steht. ;) Obwohl ich natürlich auch immer wieder andernorts Opern oder Konzerte besuche.



    Gregor

  • Beim Neue-Stimmen-thread tue ich mir etwas schwer, weil ich die meisten der vorgestellten Sänger nicht kenne, und ich würde einen Sänger eben zuerst gerne live hören, auch wenn die YT-Beispiele sicher schon mal einen guten Einblick geben. Aber vielleicht muss man diesen Vorsatz über den Haufen werfen. :D


    Lieber Gregor!


    Na immerhin vermitteln die Youtube einen ersten Eindruck!
    Man muß ja daraufhin nicht gleich umfägliche Analysen von Stimme und Gesangskunst schreiben.


    Wenn Du klagst, dass sich niemand zu den von Dir vorgestellten Sängern äußert, vergiß bitte nicht: die meisten Taminos können sie ja auch nur von Youtube kennen!



    Beste Grüße


    Caruso41

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  • Ach, mich beklagen will ich gar nicht, Caruso. Es ging mir mehr darum, dass ich festgestellt habe, dass du im Grunde der Einzige bist, der sich mit Beiträgen meldet.
    Meine Hoffnung ist, dass sich auch wieder stimmeninteressierte Mitglieder im Forum anmelden. Gab es nicht erst kürzlich eine Aktion, neue Mitglieder zu gewinnen? Da kam offensichtlich nicht viel dabei raus.


    Ich habe im Übrigen eine Reihe von Sängern die ich noch vorstellen könnte, und auch im Neue-Stimmen-thread könnte ich auf eine Reihe von Sängern hinweisen, für die es noch zu früh ist, einen eigenen thread zu erstellen. Da würde dir schwindlig werden, lieber Caruso. ;)


    Gregor

  • Ich habe im Übrigen eine Reihe von Sängern die ich noch vorstellen könnte, und auch im Neue-Stimmen-thread könnte ich auf eine Reihe von Sängern hinweisen, für die es noch zu früh ist, einen eigenen thread zu erstellen. Da würde dir schwindlig werden, lieber Caruso. ;)


    Lieber Gregor!


    So schnell wird mir nicht schwindelig!


    Aber die Lust an Sängervorstellungen ist mir doch ziemlich abhanden gekommen. Es interessiert einfach niemandem in unserem Forum.


    Dafür, dass man dann keine Reaktion bekommt und sich kein Austausch entwickelt, muss man entschieden zu viel investieren: Die Vorstellung von Sängern macht - aber wem sage ich das - ziemlich viel Arbeit. Zumal bei Neuen Stimmen, wo es nicht einfach ist, biografische Daten zu bekommen und gegeignete Videos auszusuchen, die anderen Forumsmitgliedern wenigstens die Möglichkeit geben, einen ersten Höreindruck zu gewinnen. Da muss man sich oft durch Berge von Aufnahmen arbeiten, die nicht in Frage kommen, weil sie einfach technisch zu schlecht sind! Und das noch bei einem Sänger wie Liparit Avetisyan, von dem bisher die meisten Aufnahmen in russischer oder armenischer Sprache angezeigt sind!


    Liebe Grüße


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • 2019 ist das Jahr der Hui He. Da ist das 15-jährige Arena-di-Verona-Jubiläum (sie ist die erste Künstlerin die 15 Jahre am Stück in der Arena aufgetreten ist), ihr erfolgreiches Einspringen für Netrebko in der Salzburger Adriana Lecouvreur, ihr beachtetes Turandot-Debut.

    Bereits letztes Jahr erschien ihr zweites Arien-Recital.


    Am Samstag ist die Chinesin im Kino live aus der MET in ihrer Paraderolle als Cio-Cio-San zu erleben. In Puccini's Madama Butterfly in der Inszenierung von Oscar-Preisträger Anthony Minghella singt Bruce Sledge den Pinkerton, Elizabeth DeShong die Suzuki und Paulo Szot den Sharpless. Es dirigiert Pier Giorgio Morandi.


    Wer sieht sich denn die Übertragung im Kino an? Über Kino-Übertragungen aus der MET liest man ja kaum noch im Forum.






    Gregor

  • Lieber Gregor,


    ich habe die Vorstellungen der Saison, die meine Frau, eine Freundin von uns und ich sehen wollen, bereits am ersten Tag des Vorverkaufs gebucht, weil die Plätze (bis auf die erste Reihe, bei der man ständig hochgucken muss) bei einigen Vorstellungen schon in den ersten Tagen weitgehend ausgebucht sind. Dazu gehört auch die "Madama Butterfly". Ich habe auch immer wieder darüber berichtet, so z.B. über die packende und kurzweilige Vorstellung der "Manon" vor knapp 14 Tagen. Leider konnten wir die wunderschöne Zefirelli-Inszenierung der "Turandot", die ich von der DVD kenne, wegen der Gottlob-Frick-Treffens nicht miterleben. Ich habe auch hier noch kürzlich das Kino verteidigt, weil es bei uns - und ich glaube auch an vielen anderen Orten - eben nicht - wie hier behauptet wurde - von Popkornfressern und Biertrinkern besucht wird, sondern von Opernkennern, und auch gegenüber den üblichen Kinobesuchern abgetrennt ist. Weiterhin ist hier im Kino die Musik nicht - wie hier ebenfalls behauptet wird - übertrieben laut, sondern angemessen. Ich kann nur sagen, dass wir inzwischen das Erlebnis weit unmittelbarer und ergreifender finden als von einem entfernteren Platz im Opernhaus. Hinzu kommt, dass man die schauspielerischen Leistungen, von der Kamera in größere Nähe gerückt, weit schärfer beurteilen kann.

    Wir freuen uns schon auf das morgige Erlebnis.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)