AUBER, Daniel Francois Esprit: CONCERT A LA COUR OU LA DÉBUTANTE

  • Daniel François Esprit Auber ( 1782 - 1871 )
    Concert a la Cour ou La Debutante
    (Konzert am Hofe oder die Debütantin)


    Komische Oper in 1 Akt
    Libretto: Eugène Scribe und Mélesville (Anne-Honoré-Joseph Duveyrier)
    Originalsprache: Französisch


    Uraufführung: Paris 1824


    PERSONEN DER HANDLUNG
    Frédéric, deutscher Fürst, Bariton
    Victor, ein junger Maler, Tenor
    Adèle, französische Sängerin, Sopran
    Astucio, Intendant der fürstlichen Kapelle, Bass
    Carline, seine Ehefrau, eine Sängerin, Mezzo-Sopran
    Höflinge, Diener


    Ort und Zeit der Handlung: Am württembergischen Hof in Stuttgart, frühes 19. Jahrhundert


    INHALTSANGABE


    Reich ausgestatteter Salon
    Victor singt ein Lied auf seine Geliebte Adèle. Er beklagt sich dann darüber, dass er als Bittsteller mit allen möglichen Leuten reden muss, aber nicht an die herankommt, die er nötig hat.
    Carline kommt. Sie erkennen sich, denn sie war Victors erste Flamme damals in Paris. Er erfährt nun, dass sie mit Astucio verheiratet ist. In einem Couplet erzählt sie, wie sie über den Gesang an ihn gekommen sei und, weil sie Primadonna werden wollte, ihn geheiratet habe.
    Von Victor hört sie nun, dass auch er sich – nachdem sie aus Paris fortgegangen sei - verliebt habe. Leider hatte er und seine Geliebte in Paris keine Erwerbsmöglichkeit, und so sei er nach Deutschland, sie aber nach Italien gegangen. Der Erste, der eine Anstellung erhalte, werde den anderen nachholen. Leider habe er bisher noch keine Nachricht von ihr.
    Carline erzählt ihm, dass der Fürst ein großer Kunstfreund sei und ihr Mann in seiner bedeutenden Stellung ihn unterstützen könne, am Hof eine Tätigkeit zu finden.
    Astucio kommt. Er ist erregt. Er habe beim Fürsten um eine Gratifikation für seinen Orchesterchef bitten wollen, die dieser abgelehnt habe, nun aber ihm gewährt habe, was er nicht zurückweisen konnte. Und nun schon wieder einer, für den er zum Fürsten gehen soll. Dazu ein so junger Mann und ehemaliger Freund von Carline, auf den man eifersüchtig sein muss. Carline umschmeichelt ihn und er sagt zu. Doch sie und Victor trauen ihm nicht so recht. Da droht droht sie, selbst zum Fürsten zu gehen. Das will Astucio in jedem Fall verhüten. Carline bedeutet Victor, er solle in sein Hotel gehen und sich ruhig auf sie verlassen. Victor geht.
    Als die beiden allein sind, erklärt er ihr, dass der Orchesterchef nun sein ärgster Feind geworden sei und eine neue Sängerin einführen wolle, die ihr den Platz streitig machen könne. Die Prüfung fände in Kürze statt und er habe schon das Notwendigste arrangiert, damit sie nicht zum Zuge käme.
    Ein Diener meldet die junge Dame. Adèle tritt ein. Astucio begrüßt sie und redet ihr heuchlerisch Mut zu. Sie solle gleich beginnen. Sie singt ein Lied vom venezianischen Karneval. Carline lobt zwar zwischendurch die Stimme, aber Astucio befiehlt ihr zu schweigen. Am Ende erklärt er, dass sie zwar sehr schön gesungen habe aber ihre Stimme noch ausgebildet werden müsse. Sie solle in zwei bis drei Jahren noch einmal vorsprechen.
    Adèle bleibt weinend zurück. So trifft sie der Fürst. In einem Couplet versucht er sie zu trösten. Er erkundigt sich nach ihrem Kummer und sie erzählt, dass Astucio sie zurückgewiesen habe. Da verspricht er ihr, dass sie noch am Abend öffentlich vor dem Fürsten in „La Molinara“ (Paisiello) singen dürfe und schickt sofort eine Nachricht an Astucio.
    Victor kommt und ist erstaunt, sie hier zu treffen. In einem Duett freuen sie sich über das glückliche Wiedersehen. Dann tauschen sie sich über ihre Erlebnisse aus. Victor erzählt, dass er einen Fürsprecher gefunden habe und auch sie sagt, dass ihr ein ihr unbekannter Höfling Hilfe zugesagt habe, damit sie heute noch ihr Début geben könne. Victor jedoch ist überzeugt, dass sich ein Komplott gegen sie gebildet habe.
    Der Fürst kommt noch einmal vorbei. Sie erzählt ihm, was sie erfahren habe und stellt ihm Victor als großen Maler vor. Er verspricht, auch hier zu helfen. Adèle bedankt sich bei ihm und geht. Als auch der Fürst gegangen ist, drückt Victor, der auch nicht weiß, dass er mit dem Fürsten selbst gesprochen hat, seine Zweifel am Gelingen aus.
    Astucio tritt auf. Er berichtet Victor, dass alle seine Pläne schiefgelaufen seien und er habe nicht mehr die Zeit gefunden, sein Orchester auf das Début der Sängerin vorzubereiten.
    Da kommt auch Carline und verkündet Victor, dass er sofort zum Kammerherrn kommen solle. Der Fürst habe zwei großartige Aufträge für ihn. Doch Victor vermutet, dass Astucio eine neue Intrige plane und will sich beeilen, zurückzukehren.
    Nachdem er gegangen ist, eröffnet Astucio seiner Gattin, dass sie sich darauf vorbereiten solle, heute Abend die Hauptrolle in „La Molinara“ anstelle der Débutantin zu singen. Er werde anstelle des erkrankten Kapellmeisters dirigieren.
    Da kommen auch schon seine Verschworenen (Chor der Musiker). Astucio leitet sie an, nur auf ihn zu schauen, er werde ihnen die entsprechenden Zeichen geben.
    Der Fürst und die Gäste treten ein, ebenso Adèle und Victor. Sie erschrecken zunächst, als sie erkennen, dass ihr Gönner der Fürst selbst ist. Aber Adèle fasst sich schnell. Nach der Frage, was sie singen wolle, schlägt sie das venezianische Lied vor. Die ersten Verse werden von Publikum bejubelt, doch dann befiehlt Astucio, das Tempo zu verändern und verwirrt sie damit. Enttäuschung im Publikum. Und Astucio drückt immer mehr aufs Tempo.
    Da springt Victor ein, gebietet Astucio Einhalt und erklärt den Gästen, dass hier eine Intrige im Gange ist und er den Verursacher kenne. Er bittet den Fürsten, Adèle noch einmal zu hören. Der Fürst befiehlt dem Orchester Schweigen. Victor setzt sich ans Cembalo und begleitet Adèle. Nun erkennen alle ihre wundervolle Stimme, nur Astucio flucht.
    Dann nennt Victor den Schuldigen und der Fürst bekennt, dass er sich solch eine instrumentale Verschwörung nicht hätte vorstellen können, während Astucio noch immer abstreiten will.
    Schließlich kommt Carline und fordert Gerechtigkeit. Man habe sie nicht singen lassen. Eine böswillige Menge habe sie immer gestört. Astucio erkennt,dass er vergaß, die Störenfriede, die er für Adèle bestellt hatte, zurückzubeordern und welche Dummheit er begangen hat.
    Der Fürst gibt bekannt, dass er Adèle noch heute mit Victor verheiraten werde, von dem er hoffe, dass dieser an seinem Hof bleiben wolle. Astucio aber hat seinen Status am Hofe verloren.
    Der Schlusschor fasst zusammen:


    Chacun dans le monde
    Intrigue à la ronde
    Et les meilleurs droits
    Sont aux plus adroits


    Jeder in der Welt
    Integriert in der Runde
    Und die besten Rechte
    sind bei den Geschicktesten

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

    Einmal editiert, zuletzt von Gerhard Wischniewski ()