Die Protagonisten der Alten Musik (O) ein etwas verspäteter Trailer

  • Und der Nächste....

    Ich geb's auf.

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Sehr interessant, von den meisten habe ich noch nie was gehört.


    Ich hoffe, es gibt was bei youtube. Meine CD-Regale sind überbevölkert.

  • Und schon fündig geworden:


    The rare fruits council (schöner Name) spielen ein Stück von Jean-Marie Leclair (1697 - 1764): l´ange et le diable - schmissiges Barockstück



    [am]B00005Q4LI[/am]

  • Nach dem Abgang von gombert und bachiania befinden wir wenigen Liebhaber Alter Musik uns ein wenig auf verlorenem Posten.

    Das ist KEIN "Tamino-Problem" sondern ein eher allgemeines der "Liebhaber alter Musik"

    Schon Lange vor Gombert und Bachiana gab es hier eine entsprechende Szene. Irgendwann haben sich aber deren Vertreter selbständig ein eigenes Forum gegrünet und es nach einiger Zeit in den Sand gefahren. Es war mir nicht möglich Ersatz zu beschaffen, zumindest in ausreichender Anzahl.

    Das liegt zum einen am geringen Interesse an Alter Musik überhaupt, zum anderen an der Persönlichkeitsstruktur der Leute die diese Musik lieben überhaupt. Sie sind in der Regel introvertiert und verschroben, leicht zu beleidigen und nicht stressresistent. Andere Genres sind weiter verbreitet und so gibt es i prori mehr personellen Nachschub.

    Liebhaber anderer Genres sind extrovertierter,, sie streiten zwar, bleiben pft unversöhnlich aber bleiben auf längere Zeiträume im Forum. Zudem hben sie ein größerse Publikum, das ihren Ausführungen folgt. Demensprechend ist auch das Ech entprechend größer.

    Das sind vorgegbne Parameter die ich nicht ändern kann....

    Ich versuche allerdings das Beste daraus zu machen.

    Wenn aber die Liebhaber alter Musik an einer Plttform für ihre Musik kein veritables Interesse haben - dann wird man das akzeptieren müssen....


    mfg aus Wien

    Alfred

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  • Aufgeben kommt für mich überhaupt nicht in Frage, es gibt hier trotz allem viele Anregungen, denn ich bin ja nicht nur Fan der Alten Musik, sondern auch der klassischen Moderne, wie Janacek, Prokofiew, Mahler, Strawinski, aber auch der modernen Entwicklungen wie z.B. Peteris Vasks.

    Was ich aber auf jeden Fall ändern werde, ist meine Haltung zu den Untouchables; da muss und da werde ich gelassener reagieren. Mein Vorbild hier ist Michael Müller, der immer locker und frech antwortet.

    Parallel zu meinen eigenen Sammlungen und den Tipps hier habe ich in der Essener Philharmonie eine Veranstaltungsreihe, die "Alte Musik bei Kerzenschein" heißt. Die vergangene Saison war sensationell, die neue verspricht es auch. Ein Abo habe ich nicht mehr, weil man an der Abendkasse immer Karten bekommt.

    P.S. Ich sehe gerade, dass Holger mitliest. Vielleicht könnte er mehr über die Alte Musik schreiben!!

    Ich kann gut Mitmenschen umgehen (Anon.)

  • Tut er dies, was ja selten genug geschieht, gibt es kaum eine Antwort/Diskussion, oder es meldet sich ein selbsternannter "Experte", der Bach einen Klavierwettstreit mit Scarlatti ausfechten lässt (dümmer gehts nimmer!), oder eine Klavier durch Tastenanschlag mit Arm/Händen mittig zusammenbrechen lässt. Wird darauf aufmerksam gemacht, dass diese Behauptungen barer Unsinn sind, kommt sofort die Revocation...Altersschwäche, soll man nicht wörtlich nehmen, uvam.

    Unverschämter geht es nicht. Altersdiskriminierung gepaart mit Großkotzigkeit (wer nicht die "Appassionata" vom Blatt spielen kann, was die 18.-Jhd. Fundamentalisten natürlich alle können, hat es im Klavierunterricht nicht weiter als Hänschenklein gebracht). Und klar doch, Liszt-Literatur braucht man nicht zu lesen, sondern weiß es besser, wenn man ein angeblich unkaputtbares Hammerklavier zuhause stehen hat. Zur Geselligkeitskultur des 18. Jhd. gehört nunmal das gute Benehmen, was die angeblichen 18.-Jhd. Spezialisten leider nicht gelernt haben. Von welchem 18. Jhd. reden sie eigentlich? Von dem, das davon ausgegangen wäre, dass es ein guter Stil ist, einen banalen Verschreiber zu missbrauchen, um Jemanden als Trottel hinzustellen, jedenfalls nicht.

    Hier hat sich eine Truppe von Opernfans, Gesangsfreunden, Liebhabern der Musik des 19. Jhts. zusammengefunden, die schön unter sich bleiben wollen, vornehmlich mit Coverwedeln. Da haben "Alte Musikfans" nichts verloren, reine Zeitverschwendung.

    Genau. Die Bachfanatiker und 18.-Jhd.-Fundamentalisten, deren musikalischer Horizont Ende des 18. Jhd. endet, sind die Hüter des Wahren, Guten und Schönen gegenüber den Geschmacksverirrten, die minderwertige Opern- und Virtuosenmusik des 19. Jhd. hören von solchen Kleinmeistern, Geschmacksverderbern und Kulturbanausen wie Chopin, Schubert oder Verdi z.B., die nur ans bloße Gefühl appellieren und den billigen Effekt beim Publikum suchen mangels musikalischem Sachverstand und musikalischer Qualität. Das 20. und 21. Jhd. ist schon gar nicht der Erwähnung wert, weil was Debussy, Schönberg oder Stockhausen komponieren, ist ja gar keine Musik mehr, sondern Geräusch. Über die Interpretation einer Schubertsonate, eines Lisztstücks oder einer Tschaikowsky-Symphonie in Interpetationsvergleichen zu reden ist natürlich nur "Coverwedeln". Denn worüber ist da auch zu diskutieren - das ist ja alles sowieso nur Effekthascherei und Gefühlsduselei. Und Bach, Beethoven und Mozart sind offenbar keine Komponisten des 18., sondern des 19. Jhd., weil sie von den Coverwedlern geschätzt werden.


    Es ist gut so, dass dieses esoterische Völkchen von Fanatikern und missionarischen Besserwissern unter sich bleibt. Denn es ist schlicht nicht Forums-gesellschaftsfähig.


    Schöne Grüße

    Holger

  • 2017 gabs hier die letzte Ergänzung Nr 15

    Sie wurde hier erst heute eingefügt, daher die andere Farbe.


    Das ist aber eine ziemlich lückenhafte Präsentation. Es fehlen noch einige ganz berühmte Ensembles.

    Gut Ding braucht Weile. Daher sollte man eher auf die Qualität neu hinzugefügter Threads achten - weniger auf die Menge

    Bitte zu beachten: das hier sind lediglich Links zu bestehenden Threads einer speziellen Serie,

    Die einzelnen vorhandenen Threads sollen nach Möglichkeit auf den Stand der Zeit gebracht werden, neue gestartet.


    Die Protagonisten der Alten Musik (I) - Das Huelgas Ensemble
    Die Protagonisten der Alten Musik (II) - Roland Wilson und seine Ensembles
    Die Protagonisten der Alten Musik (III) - Das Ensemble Weser-Renaissance Bremen
    Die Protagonisten der Alten Musik (IV) - Concentus Musicus Wien
    Die Protagonisten der Alten Musik (V) - Il Giardino ArmonicoDie Protagonisten der Alten Musik (VI) - Europa Galante
    Die Protagonisten der Alten Musik (VII) - Musica Amphion
    Die Protagonisten der Alten Musik (VIII) L’Orfeo Barockorchester unter Michi Gaigg
    Die Protagonisten der Alten Musik (IX) - Akademie für Alte Musik Berlin
    Die Protagonisten der Alten Musik (X) - TAFELMUSIK
    Die Protagonisten der Alten Musik (XI) Auser Musici
    Die Protagonisten der Alten Musik (XII) - Thomas Binkley und das Studio der Frühen Musik
    Die Protagonisten der Alten Musik (XIII) - Sequentia
    Die Protagonisten der Alten Musik (XIV) - Das Ensemble Unicorn

    Die Protagonisten der Alten Musik (XV) - Capilla Antigua de Chinchilla

    Die Protagonisten der Alten Musik (XVI) - L´Arpeggiata


    mfg aus Wien

    Alfred

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  • Nach dem Ende meiner stressigen Renovierungszeit werde ich mich wieder der alten Musik zuwenden, und zwar mit einem der größten deutschen Komponisten, der hier aber ein Schattendasein fristet: Heinrich Schütz. Ich werde natürlich keine fundierten Analysen geben, wie Helmut Hofmann das macht. Aber ich habe viel Schütz gesungen und kenne auch viele seiner Werke.

    Diese Woche am Samstag (12.10., 20.00) gibt es in der Essener Philharmonie in der großartigen Reihe "Alte Musik bei Kerzenschein" ein Konzert mit dem Dresdner Kammerchor unter Hans-Chr. Rademann: "Psalmen Davids", mit Solisten wie z.B. Dorothee Mields.

    Ich kann gut Mitmenschen umgehen (Anon.)

  • wer darüberhinaus sicherlich einen eigenen Thread verdienen würde, ist L´Arpeggiata, die sich auf alte Musik spezialisiert haben.

  • wer darüberhinaus sicherlich einen eigenen Thread verdienen würde, ist L´Arpeggiata, die sich auf alte Musik spezialisiert haben.


    Dazu muß einiges gesagt werden: Es gibt EINIGE, die einen eignen Thread in dieser Serei verdient hätten.

    ABER: Die Geschichte dieser Threadserie idt folgende: Im Dezember 2006 begann das damalige Mitglied "Salisburgensi" (kein Salzburger, der Name nahm Bezug aud die "Missa Salisburgensis " von Bider) die Serie und stoppt sie ziemlich genau ein Jahr später mit Beitrag 3. Um 2009 habe ich dann zögerlich ein parr weitere Folgen angefügt und um ca 2011 wieder gestoppt. es gabe dann nich irgendwas um 2013. Als ich um 2016 relisiere, daß das Forum "Peospero" (ein Forum von mehrheitlich Tamino abtrünnigen Spezialisten für "Alte Musik") aufgeben musste (oder wollte ?) und den angekündigten Neustart offenbar nicht mehr schaffte, habe ich begonnen die Serie ab xa 2016 erneut um einge Folgen auszubauen. 2017 habe ich dann aufgegeben, weil absolut keine Resonanz kam und ich in anderen Abtelungen des Forums dringender gebraucht wurde. Dazu kommt, daß jemand, der einen Thread über eines der Spezialthemen schreibt, auch Aufnahmen von den entsprechenden Ensembles besitzen sollte...........

    Und es ist natürlich lkein ungeschriebenes Gesetz, daß ausschliesslich ICH die Threads eröffnen muss........


    Beste Grü0e aus Wien

    Alfred

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  • Eigentlich nicht üblich - und teilweise sogar gegen die Forenregeln - was mich aber als deren Ersteller nicht kratzen würde

    Wäre, der Vorschlag, daß Alte Musik-Formationen . und nur die - auch selbst einen Vorstellungsbeitrag schreiben könnten und mir zusenden.

    Alternativ wäre auch eine Mitgliedschaft solcher Ensembles anzudenken, wo Inwormationen und sanfte Eigenwerbung erlaubt waäre.

    Die gilt inder lediglich für Ensembels für "Alte Musik"


    Begründung: Es handelt sich um ein Spezialgebiet, wo eigentlich nur Spezialisten gewisse Einzelheiten der Interpretation kennen.

    Deswegen wurden einige hochkarätige Ensembles gar nicht hier angeführt, weil hier teilweise das Insiderwissen fehlt (Vorbild der Truppe, Unterschiede vom Vorbild,

    Geschichte des Enmsembles - maches ist gerade in diesem Bereich geradezu abenteuerlich, Namensänderungen und Änderungen von Zusammensetzung des Ensembles


    mfg aus Wien

    Alfred

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  • Lieber Alfred, oben in der Liste in Beitrag #38 fehlt ein Zeilenumbruch vor der Nr. VI - Europa Galante.


    Es wundert mich, dass einige sehr bekannte Ensembles wie The English Concert (Pinnock) oder English Baroque Soloists (Gardiner) noch nicht vorgestellt wurden.


    Mal sehen, ob ich in den nächsten Tagen dazu komme, einige meiner Lieblingsensembles vorzustellen.

    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.

  • Es wundert mich, dass einige sehr bekannte Ensembles wie The English Concert (Pinnock) oder English Baroque Soloists (Gardiner) noch nicht vorgestellt wurden.

    Das liegt - zumindest auf den konkreten Thrad bezogen - daran, daß es sich hier nicht um "alte Musik" handelt.

    Borock ist eine andere Epoche


    Über "The English Concert" gab es zwischen 2004 und 2007 einen - nicht besonders frequentierten Thread, der allerdinges gerne ergänt werden kann - od SOLL

    ER dürfte der missglückte Start eine angedachen Threadserie "Pioniere der Originalklang bewegung" gewesen sein.


    Pioniere der Originalklang-Bewegung - The English Concert


    Das Ensembel von Gardiner dürfrte deshakb nicht zum Zug gekommen sein, weil er ja inzwischen die Fronten gewechselt hat ----(?)


    mfg aus Wien

    Alfred

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  • Das liegt - zumindest auf den konkreten Thrad bezogen - daran, daß es sich hier nicht um "alte Musik" handelt.

    Borock ist eine andere Epoche

    Lieber Alfred,


    zur "Alten Musik" gehört nach meinem Verständnis auch die Barockmusik. So definiert auch die deutsche Wikipedia:


    Alte Musik bezeichnet europäische Musikstile aus verschiedenen Epochen etwa vor dem Jahr 1750. Sie umfasst die Musik des Mittelalters, der Renaissance und des Barocks, nicht jedoch die der Antike. (Für die Musik des frühen Mittelalters und davor wird die Bezeichnung „Frühe Musik“ verwendet.)


    Differenzierter ist der Artikel zu "Early Music" in der englischen Wikipedia:


    Early music generally comprises Medieval music (500–1400) and Renaissance music (1400–1600), but can also include Baroque music (1600–1750). [...]

    Interpretations of historical scope of "early music" vary. The original Academy of Ancient Music formed in 1726 defined "Ancient" music as works written by composers who lived before the end of the 16th century. Johannes Brahms and his contemporaries would have understood Early music to range from the High Renaissance and Baroque, while some scholars consider that Early music should include the music of ancient Greece or Rome before 500 AD (a period that is generally covered by the term Ancient music). Music critic Michael Kennedy excludes Baroque, defining Early music as "musical compositions from [the] earliest times up to and including music of [the] Renaissance period".


    Musicologist Thomas Forrest Kelly considers that the essence of Early music is the revival of "forgotten" musical repertoire and that the term is intertwined with the rediscovery of old performance practice. According to the UK's National Centre for Early Music, the term "early music" refers to both a repertory (European music written between 1250 and 1750 embracing Medieval, Renaissance and the Baroque) – and a historically informed approach to the performance of that music.


    Today, the understanding of "Early music" has come to include "any music for which a historically appropriate style of performance must be reconstructed on the basis of surviving scores, treatises, instruments and other contemporary evidence."


    Auf der Seite des Deutschen Musikinformationszentrums MIZ findet sich eine Auflistung aller Ensembles Alter Musik in Deutschland: http://miz.org/institutionen/ensembles-fuer-alte-musik-s41 Dort wird der Begriff wie folgt definiert:


    Diese Rubrik verzeichnet Ensembles, die Musik vom Mittelalter bis zur Frühklassik, z.T. auch darüber hinaus, überwiegend in Orientierung an historischer Aufführungspraxis darbieten [...]


    Insgesamt scheint es mir also gerechtfertigt, Ensembles mit dem Schwerpunkt Barockmusik hier mit aufzunehmen.

    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.

  • Insgesamt scheint es mir also gerechtfertigt, Ensembles mit dem Schwerpunkt Barockmusik hier mit aufzunehmen.

    Du sprichst etwas an, worüber ich mir auch seit einigen Tagen Gedanken mache. Für mich ist eine Grenzziehung zwischen alter Musik, womit Mittelalter und Renissance gemeint ist, und Barockmusik schwierig (zu verstehen und einzuhalten) und viele der hier nennenswürdigen Ensembles überschreiten diese Grenze. Sollte man vielleicht die Unterforen für alte Musik und das Barockforum zusammenlegen? Klassik und Romantik haben ja auch ein gemeinsames Unterforum. Ich weiß es wirklich nicht. Wo gehört dann die Lautten Compagney hin, oder Ensemble 1684?

    Ich tue mich da schwer, aber vielleicht auch nur, weil mir das Wissen um eine genaue Grenzziehung fehlt. Wo fängt denn Barock an?

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Ich denke, dass man es aus praktischen Gründen getrennt halten sollte. Ich bin mit meiner Einteilung zufrieden, erhebe auch keinen wissenschaftlichen Anspruch. Auch mache ich keinem anderen seine Einteilung streitig.

    1. Gregorianik

    2. Ars Nova (Machaut, Perotin)

    3. Vokalpolyphonie (Palestrina, Victoria und die 1000 anderen)

    4. Renaissance oder Frühbarock (hierhin gehören Monteverdi und Schütz; diese Musik ist ein Zwischenalter und kann für sich stehen)

    5. Barock

    6. Frühklassik (Empfindsamkeit, der späte Telemann, die Bach-Söhne)

    7. Klassik

    8. Romantik

    9. Klassische Moderne

    10. Moderne


    Mit dieser Einteilung finde ich auf meinem Computer in Windeseile jede Datei.

    Der Begriff "Alte Musik" würde hier die Punkte 1-6 umfassen; das ist mir zu unscharf.

    Eine Konsequenz ist dann z.B., dass die Ensembles je nach Musik in verschiedenen Kategorien auftauchen. So machen wir das auch in der sog. Klassik. Eine Aufnahme von Herreweghe etwa der Marienvesper oder einer Bruckner-Sinfonie werden verschieden notiert.

    Ich kann gut Mitmenschen umgehen (Anon.)

  • Mal abgesehen davon, daß 3. fehlt :) finde ich diese Einteilung interessant. Da wäre einiges Threadpotential drin, nach dem Motto: "Wer gehört dazu und wer nicht und warum" (Würde mich persönlich brennend interessieren beim Übergang 5. --> 6.)

    Für das Forum hast Du recht, 1.-6. zusammen geht nicht. Aber vielleicht 1.-4., dann 5.-7. und dann der Rest?

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • ES gibt ein eigenes Baarockforum hier im Forum.

    Die Problematik besteht darin, daß Beispielsweisr Bach - ein Vertreter des Spätbarock als Quasi Hauptkomponist dieser Epoche gesehen wird.

    Du wilst Doch nicht allen Ernstes Musik um 173o und später zur "Alten Musik zählen ?

    Er Fehler liegt eigentlich darin, daß wir die mittelalterliche Musik zur "alten Musik" einordnen -korrekterweise ist das aber "Frühe Musik"

    Ublichweweise wird das kaum von jemandem Beachte, weil diese Musik ja nur gant wenige Menschen interessiert....


    Wenn aber ein "Nebenbeihörer" mit Neigung zur "klassischen Musik" (was ja an sich auch nicht stimmt) beispielsweise nach Telemann sicht, dann wird er sicher bei "Barock" suchen - und nicht bei "Alte Musik"

    Meine Einteilung ist also eine pragmatische - derer sich schon in der Vergangenheit die Schallplattenfirmen bedienten...


    mfg aus Wien

    Alfred

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  • Ich sehe die Grenze der Alten Musik zum Rest in der Mitte bei 4 (dank Reinhard jetzt korrekte Zählung), und zwar deutlich bei Monteverdi, der ja auch selbst "prima prattica" und "seconda prattica" unterschieden hat. Zwei seiner Messen sind noch im alten Stil der Vokalpolyphonie (ich weiß das, weil wir eine davon gesungen haben und kundige Mitglieder im Chor uns das erklärt haben), aber die Marienvesper und andere Werke sind schon eine Epoche weiter. Besonders interessant ist, dass die 2. der älteren Messen (1664 komponiert), die wir gesungen haben, im alten Stil komponiert ist, aber mit deutlichen Stilmomenten der seconda prattica.

    In diese Zwischenregion gehört auch Schütz, den ich eher dem Monteverdischen Geist zurechnen würde als dem von Bach. Ich habe sehr viel Schütz und sehr viel Bach gesungen, da ist der Unterschied deutlich. Schütz komponiert wie Monteverdi ganz stark auf den deutschen oder lateinischen Text, sodass besonders versierte Sänger den Schütz gleich bei der 2. Probe singen können. Für Bach gilt das überhaupt nicht. Er macht die Textverteilung manchmal sehr gewöhnungsbedürftig, dazu hat er sehr viele Koloraturen. Bach nimmt eigentlich auf Sänger keine Rücksicht, man singt im Grunde Stimmen von Streichinstrumenten. Diese drei Elemente machen das Singen von Bach oft schwer. Als Musterbeispiel sei hier die Motette "Jesu, meine Freude" genannt, in der selbst die Choräle anspruchsvoll sind.

    Die Passionen und das Weihnachtsoratorium sind nicht so schwer. Das Weihnachtsoratorium enthält in den ersten drei Kantaten nur 2 wirklich schwere Stücke, das ist "Jauchzet, frohlocket" dazu das ungewöhnlich polyphone "Ehre sei Gott", an dem Laienchöre oft scheitern. Ich gehe regelmäßig am 2. Weihnachtstag in die Essener Philharmonie, wenn es das "Weihnachtsoratorium zum Mitsingen gibt". Man sieht schon bei den Zuhörern, die ins Konzert strömen, dass die meisten was Blaues unter dem Arm haben (und an der Kasse trotzdem 21 Euro löhnen). Das bedeutet, dass es die Noten sind und dass die Besitzer das Oratorium singen können. Das bestätigt sich bei der Durchlaufprobe und auch im Konzert. Orchester und Solisten sind auf der Bühne, die Sänger im Parkett, die Zuhörer im Rang. Und jedes Jahr ist es das gleiche: die Wackelkandidaten sitzen im Tenor und kriegen regelmäßig "Ehre sei Gott in der Höhe" nicht hin. Die Reaktion ist meist großes Gelächter.

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  • Die Problematik besteht darin, daß Beispielsweisr Bach - ein Vertreter des Spätbarock als Quasi Hauptkomponist dieser Epoche gesehen wird.

    Du wilst Doch nicht allen Ernstes Musik um 173o und später zur "Alten Musik zählen ?

    Ja, allen Ernstes. :) Bach und Händel gehört für meinen Begriff ganz klar zur Alten Musik, und wie die von mir zitierten Quellen belegen, sehe nicht nur ich das so.


    Wenn Du Barock-Musik nicht zur Alten Musik zählen willst, frage ich mich, warum Du selbst hier einige auf Barock spezialisierte Ensembles vorgestellt hast. Zum Beispiel Giardino Armonico, die zum größten Teil Vivaldi, Händel und Bach eingespielt haben (siehe auch die angegebenen Aufnahmen), gleiches gilt für Europa Galante oder das L'Orfeo Barockorchester. Da sehe ich nicht viel von Befassung mit vor-barocker Musik.

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  • Das Oesterreichisches Musiklexikon online definiert "Alte Musik" als Begriff der Aufführungspraxis:


    Alte Musik

    Begriff der Aufführungspraxis. Zunächst sind „alt“ und „neu“ selbstverständlich Kategorien der Geschichte (Geschichtlichkeit) und als solche auch in der Musik zumindest seit dem Hochmittelalter geläufig. Meist und heutzutage sogar im trivialen Sprachgebrauch wird A. M. aber im Sinne der rezenten Aufführungspraxis verstanden und ist daher keineswegs bloß ein Gegenstück zur Neuen Musik. Es ist vielmehr diejenige Musik gemeint, deren Verbindung mit der lebendigen Musikpraxis abgerissen, jedenfalls nicht mehr selbstverständlich ist und deshalb eines speziellen Zugangs (Interpretation im engeren Sinn) bedarf.


    Rudolf Flotzinger, Art. „Alte Musik‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: 9.10.2019 (https://www.musiklexikon.ac.at/ml/musik_A/Alte_Musik.xml).


    Ähnlich definiert auch der Grove Music Online:


    Early music

    A term once applied to music of the Baroque and earlier periods, but now commonly used to denote any music for which a historically appropriate style of performance must be reconstructed on the basis of surviving scores, treatises, instruments and other contemporary evidence.

    https://doi.org/10.1093/gmo/9781561592630.article.46003


    Eine solche Definition macht auch im Hinblick auf die in Frage kommenden Ensembles Sinn, denn deren Selbstverständnis als Ensembles für Alte Musik beruht weniger auf den Lebensdaten der von ihnen aufgeführten Komponisten als auf einer historisch informierten Aufführungspraxis, die in der Regel auch die Verwendung von orignalen oder dem Original nachgebauten Instrumenten einschließt.


    So beschreibt sich etwa die Academy of Ancient Music wie folgt:

    The Academy of Ancient Music is an orchestra with a worldwide reputation for excellence in baroque and classical music. It takes inspiration directly from the music’s composers, using historically informed techniques, period-specific instruments and original sources [...]. The ensemble was founded by Christopher Hogwood in 1973 and remains at the forefront of the worldwide early music scene more than four decades on [...]. https://www.aam.co.uk/who-we-are-what-we-do/

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  • Ich werde Dich nciht hindern das dorthin zu stellen wo Du es für richtig hälts. Die Einteilungen sind ja ohnedies nicht wirklich korrekt - der zahlreichen Überschneidungen wegen.

    Friedrich der Große - wohin mit dessen Musik ?

    Barock? Sturm und Drang ? Frühklassik ?

    mir würde am ehesten der Begriff; Rokoko zusagen (und Friedrich vermutlich auch)

    Aber diese Epoche gibt es - zumindest inder Musik - nicht

    Ich setze diesen Begriff (falsch aber wirksam) dann ein, wenn ich jemanden ärgern will.......:baeh01:


    In diesem Durcheinander im Forum ist es sowieso egal - und hat darüber hinaus, daß Uneingeweihte relativ lange suchen müssen bis sie etwas finden, was die "Verweildauer" im Forum erhöht, was für Google ein Kriterium für "Bedeutung" ist.....


    mfg aus Wien

    Alfred

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  • Eine Einteilung, das hat Alfred richtig dargelegt, muss trennscharf sein. Eine Einteilung, die "Frühe Musik", "Alte Musik", "Klassik", "Romantik" usw. heißt, ist das nicht. Es ist so, als wenn man Gemüse, Obst, Fleisch, Getränke usw. sagt. Das ist zwar richtig, aber irrelevant. Genauso ging es mir im Studium der Kirchengeschichte: Alte Kirche, Mittelalter, Reformation, Neue Kirchengeschichte. Das ist zwar nicht falsch, aber auch irrelevant.

    Meine Einteilung oben (#48) hat sich in der Praxis bewährt; d.h., neue Aufnahmen können trennscharf in meiner Datei aufgeführt werden.

    Noch eine Anmerkung: ich würde nicht "Frühe Musik" sagen, sondern "Gregorianik" und "Ars nova". Das sind die Namen, die die Musik selbst damals hatte. Das gilt besonders für die "Ars Nova". Das Neue war hier die Mehrstimmigkeit und die vertrackten Rhythmen.

    Interessant sind vor allem die Komponisten, die an der Nahtstelle der Epochen sich befinden. Ich hatte das oben für Monteverdi schon erklärt (#50). Ein weiteres berühmtes Beispiel ist Bach, der schon zu seinen Lebzeiten kritisiert wurde wegen seines altmodischen Stils und bald vergessen war. Anders Telemann; am Ende seines Lebens schrieb er neue Musik. Man vergleiche einmal eines seiner letzten Werke, die Kantate "Ino" mit Haydns Kantate "Berenice, que fai?" (beide für Sopran und Orchester). Es gibt auch Rückwärtsbewegungen, wie etwa z.B. Hindemith, der seine Oper "Mathis der Maler" weit über seine "modernen" Jugendwerke stellte.

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