Wir leben im Jahr 2017!

  • Wie gut, dass es Fachleute wie Weikl und Frau Gilles gibt, die engagiert für wieder glaubwürdige Inszenierungen kämpfen.

    Richtig, mein lieber Gerhard. Nur es muss auch gestattet sein, diese Ansichten für falsch zu halten. Allerdings sollten diese dann argumentativ widerlegt und nicht pauschal herunter gebügelt werden. Das ist jedoch unsere andere ewige Streitfrage: Nach den Voraussetrzungen einer ergebnisorientierten, befriedigenden Diskussion.


    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Das in dem Thema "Sammelplatz...." kein Kommentar gegeben werden soll, will ich ihn hier geben:
    Mein erster Gedanke, dass in so vielen Opern - wie jetzt wieder in Koblenz beim "Fliegenden Holländer" - die immer wieder verwendete Schablone "Irrenhaus" angewandt wird, war: "Wo haben diese Regisseure diese Erfahrung her?"
    Und: Wollen sie dazu beitragen, dass die Welt, die immer mehr zum Irrenhaus wird, nun noch schneller dahin mutiert?


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Das in dem Thema "Sammelplatz...." kein Kommentar gegeben werden soll, will ich ihn hier geben:
    Mein erster Gedanke, dass in so vielen Opern - wie jetzt wieder in Koblenz beim "Fliegenden Holländer" - die immer wieder verwendete Schablone "Irrenhaus" angewandt wird, war: "Wo haben diese Regisseure diese Erfahrung her?"
    Und: Wollen sie dazu beitragen, dass die Welt, die immer mehr zum Irrenhaus wird, nun noch schneller dahin mutiert?


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Lieber Gerhard,
    was ist denn los? Heute schreiben so viele mit ganz spitzer Feder und drastisch zugespitzten Formulierungen. Werfen die tollen Tage des Karnevals schon ihre Schatten voraus? Ich gehe heute Abend auf eine Sitzung. Da werden die Finger auch in manche offene Wunde gelegt.
    Herzlichst
    Hans

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Lieber Hans,


    das in der Oper und im Ballett immer wiederkehrende "Irrenhaus" fordert zu solchen Bemerkungen geradezu heraus.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Liebe Moderatoren,


    beim Aufräumen meiner Abonnements haber ich noch verschiedene Threads gefunden, die wohl in das (nicht mehr ganz) neue REGIETHEATERFORM verschoben werden können, wie z.B. dieser hier :hello:

    mfG Michael


    Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs, eine Behauptung noch kein Argument und ein Argument noch kein Beweis.

  • Manchmal schaue ich alte Threads durch, um die hässlichen, schwarzen a... Lücken auszubessern. Ein Satz ist mir ins Auge gesprungen:


    Ein Mitglied des Forums schrieb in diesem Thread:


    "Dieser Beitrag sollte genau gelesen werden. Deuten sollte es jeder selbst."




    Mit dem Deuten und Auslegen ist es so eine Sache, je nach der Handlungskompetenz des Funktionsträgers. Ich denke an gewisse Aussagen im Eröffnungsbeitrag...


    Die in der Vergangenheit gemachten Äusserungen können selbst einen berühmten Musiker einholen. Vor allem wenn es um schweizerische Sicherheitskräfte geht. Auf der Seite der Deutschen Grammophon 2001 habe ich diese Notiz gefunden:


    "Maestro Boulez wurde kürzlich Opfer seiner eigenen Vergangenheit. In den wilden 60er Jahren hatte Boulez sich zu dem Statement hinreißen lassen, man solle die Opernhäuser in die Luft sprengen.
    Den Schweizer Behörden war das scheinbar Anlaß genug, Pierre Boulez als potentielles Sicherheitsrisiko einzustufen und in eine Liste von Personen aufzunehmen, die verdächtigt werden einer terroristischen Vereinigung anzugehören. Im Rahmen einer gegen Terroristen gerichteten Razzia wurde der 75jährige jetzt in Basel von der Polizei direkt aus dem Bett seines fünf Sterne Hotels heraus festgenommen. Nach der Konfiszierung seines Reisepasses, hatte der Spuk nach drei Stunden ein Ende.


    Die peinlich berührten Veranstalter des Festivals, bei dem Boulez auftrat, fordern jetzt eine öffentliche Entschuldigung der Behörden."

    I think laughter is preferable to tears.

    John Cage


    Jede Hörerin und jeder Hörer des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hat Anspruch darauf, wenigstens einmal am Tag überfordert zu werden.

    Hans Winking

  • Maestro Boulez wurde kürzlich Opfer seiner eigenen Vergangenheit. In den wilden 60er Jahren hatte Boulez sich zu dem Statement hinreißen lassen, man solle die Opernhäuser in die Luft sprengen.
    Den Schweizer Behörden war das scheinbar Anlaß genug, Pierre Boulez als potentielles Sicherheitsrisiko einzustufen und in eine Liste von Personen aufzunehmen, die verdächtigt werden einer terroristischen Vereinigung anzugehören. Im Rahmen einer gegen Terroristen gerichteten Razzia wurde der 75jährige jetzt in Basel von der Polizei direkt aus dem Bett seines fünf Sterne Hotels heraus festgenommen. Nach der Konfiszierung seines Reisepasses, hatte der Spuk nach drei Stunden ein Ende.


    Die peinlich berührten Veranstalter des Festivals, bei dem Boulez auftrat, fordern jetzt eine öffentliche Entschuldigung der Behörden."

    Lieber Moderato,


    da haben sich die Schweizer Behörden gehörig blamiert. Pierre Boulez hat nämlich schlicht den Begründer des Futurismus, Tommaso Marinetti, imitiert, der davon sprach, man solle alle Museen usw. in die Luft sprengen. Nicht besonders originell ist das und dazu noch war das schon bei Marinetti auch nur kraftmeierische Verbal-Erotik und nicht Ernst gemeint! Die Futuristen waren schließlich Literaten und keine Terroristen! :D


    Schöne Grüße

    Holger

  • Marinetti wird das schon ernst gemeint haben. Zumal so viele Künstler um 1914 begeistert in den Krieg zogen, um das Alte zu zerstören und dem Neuen Platz zu machen. Marinetti ist ja dann auch mit Mussolini ganz gut zurechtgekommen und war als Akademiemitglied "Botschafter des Faschismus" (Schmidt-Bergmann: Futurismus. Geschichte, Ästhetik, Dokumente) im Ausland. Ich finde, dass Boulez so etwas schon aushalten musste, das ist in Ordnung, auch wenn er es wahrscheinlich nicht so ernst gemeint hat.