von Dohnanyi schmeißt vor der "Salome"-Premiere hin

  • An der Staatsoper Unter den Linden hat es Krach gegeben. Man war stolz darauf dass nach dem krankheitsbedingten Ausfall von Zubin Mehta mit Christoph von Dohnányi ein anderer großer Name als Dirigent der neuen "Salome" (Premiere morgen, 4. März) gewonnen werden konnte. Nun hat er hingeschmissen. Wenn man weiß, dass für die Neuproduktion der Regisseur Hans Neuenfels verantwortlich ist, kann man sich immer auf einiges gefasst machen. Und so ist es auch, dass die Oper als Grund für die kurzfristige Absage von Dohnányis "künstlerische Differenzen" mit dem Regisseur angab, ohne Einzelheiten zu nennen. Neuenfels gilt nicht gerade als werktreu, sondern provoziert auch gerne mal, so 2003 an der DOB beim "Idomeneo" als er die abgeschlagenen Köpfe von Poseidon, Buddha, Jesus und Mohammed zeigte. Ein Skandal! Noch-Intendant Jürgen Flimm verwies als Grund für das Zerwürfnis zwischen Dohnányi und Neuenfels die Ausstattung des Bühnenbildes. Salome tanzt mit dem Tod, der aus dem Darkroom kommt. Auch soll es eine Kannibalismus-Szene geben, die für Dohnányi wohl nicht mehr tragbar war. Ich frage mich nur, warum es bis zwei Tage vor der Premiere dauerte, bis es zur Absage des Dirigats kam. Sei es wie es sei, dem Publikumsinteresse wird das Ganze dennoch nicht geschadet haben. Es gibt für die meisten Vorstellungen allerdings nur noch Hörkarten. Das reicht ja wahrscheinlich auch völlig. Jetzt wird der 24jährige Assistent Barenboims Thomas Guggels dirigieren. Schaun wir mal, dann hörn wir schon.
    :hello:

  • Ich frage mich nur, warum es bis zwei Tage vor der Premiere dauerte, bis es zur Absage des Dirigats kam. S

    Da ich bereits Stunden vor den entsprechenden Pressemeldungen den ausführlichen Brief des Dirigenten dazu gelesen habe, den mir jemand per Whatsapp als Foto geschickt hat frage ich mich das genau nicht.


    Darin heißt es nämlich unter anderem:


    Zitat

    Auch nicht ungewöhnlich, dass ein verunsicherter Regisseur am Schluß einer solchen Probe sich Luft macht und fast alle guten und gutwilligen Mitarbeiter anpöbelt. Daß er sich dafür nicht entschuldigt, ist schon seltener.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


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  • Ich finds lustig!! (wird niemanden hier wundern)

    Herzlichst La Roche

    Musik ist eine heilige Kunst - Hugo von Hofmannsthal. Aussage des Komponisten aus der Oper "Ariadne auf Naxos" mit der Musik von Richard Strauss.


  • Ich finds lustig!!


    Ich auch. Wenn ein Dohnányi hinwirft, hat das sicherlich gute Gründe.


    Wer "Salome" hören und sehen will, der lege besser den großartigen Götz-Friedrich-Film unter Karl Böhm mit Teresa Stratas ein. Wenn rein akustisch reicht, dann gleich die Welitsch.


    Witzig auch, was die Staatsoper auf der Website ankündigt:


    Zitat

    In der Inszenierung von Regie-Legende Hans Neuenfels feiert Richard Strauss’ »Salome« am 4. März Premiere an der Staatsoper Unter den Linden. Sein Berliner Bienen-Nabucco (2000) und Bayreuther Ratten-Lohengrin (2010) wurden vom Premierenskandal zum begehrten Kult, für seine Regiearbeit zu Richard Strauss’ »Ariadne auf Naxos« an der Staatsoper im Schiller Theater wurde er vom Publikum mit stehenden Ovationen gefeiert. Die musikalische Leitung des Dramas um die exzentrische Prinzessin Salome hat Thomas Guggeis inne.


    Ach von dem war dieser Unfug? Reif für die Pension, die "Regie-Legende".

  • Wer sich selbst von der Güte der neuen Inszenierung überzeugen will: https://www.morgenpost.de/kult…e-Dirigent-wirft-hin.html


    Zitat

    RBB 24
    Zuvor hatte - unabhängig davon - Theater- und Opernregisseur Neuenfels gegenüber der Berliner Zeitung gesagt, dass er ans Aufhören denke. Im Sommer inszeniert er bei den Salzburger Festspielen "Pique Dame" von Tschaikowsky und "dann höre ich wahrscheinlich auf", sagte er. "Ich habe genug gemacht."

  • Man mag darüber geteilter Meinung sein, wenn ich von Dohnanyis "Hinschmiß" als "Faustschlag in die Fratze des Regietheaters" bezeichne - aber wenn jemand hier ungeniert vom Aufstand des Altersheimes spricht - IMO eine diffamierende Bemerkung - dann muß wohl gezeigt werden, daß man solchen Formulierungen durchaus Paroli bieten kann, und ebenso griffige Formulierungen zu finden imstande ist. Insbesondere verzichte ich - bei alle gebotenen Härte - auf persönliche Angriffe.


    Mir hats jedenfalls Spaß gemacht und ich wünsche mir, daß diese Beispiel Schule machen möge.
    Irgendwann werden auch die "Jungen" (Nichtaltersheimler) genügend Mumm haben Widerstand zu leisten, und das Risiko den Job deshalb zu verlieren, bzw nicht mehr engagiert zu werden, sinkt in gleichem Maße, wie sich der Widerstand formiert und allmählich Oberhand gewinnt.


    Ich sehe derzeit schon viele Fronten gegen das Regietheather eröffnet und wenn dessen Vertreter in letzter Zeit besonders aggressiv auftreten (und einige auf "Regietheather light" umschwenken, dann werte ich das als gutes Zeichen.


    mfg aus Wien
    Alfred

  • Also Bitte! - Regiesseur Hans Neuenfels (76) und Dirgent Christoph von Dohnányi (88) sind sich uneins, und daraus soll quasi der Untergang des ungeliebten Regietheaters abgeleitet werden! :hahahaha: - Haben wir es nicht ein Nummer kleiner?

  • Mir hats jedenfalls Spaß gemacht und ich wünsche mir, daß diese Beispiel Schule machen möge.
    Irgendwann werden auch die "Jungen" (Nichtaltersheimler) genügend Mumm haben Widerstand zu leisten, und das Risiko den Job deshalb zu verlieren, bzw nicht mehr engagiert zu werden, sinkt in gleichem Maße, wie sich der Widerstand formiert und allmählich Oberhand gewinnt.


    Ich sehe derzeit schon viele Fronten gegen das Regietheather eröffnet und wenn dessen Vertreter in letzter Zeit besonders aggressiv auftreten (und einige auf "Regietheather light" umschwenken, dann werte ich das als gutes Zeichen.

    Spaßig, wie ein Krach zwischen Regisseur und Dirigent gleich als weltweiten Aufstand in allen Opern-Metropolen gegen das RT - äh sorry es muss natürlich Verunstaltungstheater heißen - hochstilisiert wird. So neu sind solche Konflikte nicht. So was gab es bereits längst z.B. vor 50 Jahren zwischen Opern-Verunstalter Walter Felsenstein und Carlos Kleiber in Stuttgart…


    Aller Wahrscheinlichkeit kennt – bis auf einige spärliche Infos - keiner der User die Inszenierung Neuenfels. So kommt Zuversicht auf, dass auch dieser Thread sich bis auf Weiteres erneut zum unterhaltsamen Phantomthread sich modelt; wie im Falle des Freischütz in Hannover oder Chemnitzer Rheingolds....

  • So was gab es bereits längst z.B. vor 50 Jahren zwischen Opern-Verunstalter Walter Felsenstein und Carlos Kleiber in Stuttgart…

    Äh, was war denn damals? Weißt du mehr? Abgesagt hat meines Wissens damals keiner der beiden Herren.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


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  • Aller Wahrscheinlichkeit kennt – bis auf einige spärliche Infos - keiner der User die Inszenierung Neuenfels.


    Die plumpe Phallus-Darstellung (zu sehen auf Bildern in verlinkten Artikeln), welche schlechterdings in keinen sinnhaften Zusammenhang mit "Salome" von Richard Strauss gebracht werden kann, spricht ja eigentlich bereits Bände. Neuenfels hat sich zudem bereits hinreichend als ernstzunehmender Regisseur disqualifiziert. Daher womöglich auch in einem Anflug weiser Selbsterkenntnis die Ankündigung, sich alsbald aufs Altenteil zurückzuziehen.

  • Abgesagt hat meines Wissens damals keiner der beiden Herren.

    wurde auch überhaupt nicht behauptet, sondern lediglich "Konflikte"...

    Die plumpe Phallus-Darstellung (zu sehen auf Bildern in verlinkten Artikeln), welche schlechterdings in keinen sinnhaften Zusammenhang mit "Salome" von Richard Strauss gebracht werden kann, spricht ja eigentlich bereits Bände.

    jaaaaa .. wie im Chemnitzer Rheingold Thread: "zu sehen auf Bildern in verlinkten Artikeln ... spricht bereits Bände ".. etc.. etc... etc ... bitte mehr davon :thumbup:

  • Knappertsbusch drohte mit Absage in Bayreuth bei der Wieland Wagner Inszenierung des "Parsifal". Die ganze Inszenierung gefiel ihm nicht, er nahm's dennoch hin, bestand aber auf der Taube, die Wieland gestrichen hatte. Wieland lenkte ein, scheinbar, und platzierte die Taube so, dass Kna sie sehen konnte, das Publikum indes nicht. A propos Wieland: für eben diese "Parsifal" Inszenierung erhielt er sogar Morddrohungen. Heute bewundert man eben diese Inszenierung und arbeitet sich an anderen Regisseuren ab. Es scheint, dass das Opernpublikum (anders als das Konzertpublikum) eine besondere Begabung von Intoleranz gepaart mit Roheit hat.


    Liebe Grüße vonm Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Knappertsbusch drohte mit Absage in Bayreuth bei der Wieland Wagner Inszenierung des "Parsifal". Die ganze Inszenierung gefiel ihm nicht, er nahm's dennoch hin, bestand aber auf der Taube, die Wieland gestrichen hatte. Wieland lenkte ein, scheinbar, und platzierte die Taube so, dass Kna sie sehen konnte, das Publikum indes nicht. A propos Wieland: für eben diese "Parsifal" Inszenierung erhielt er sogar Morddrohungen. Heute bewundert man eben diese Inszenierung und arbeitet sich an anderen Regisseuren ab. Es scheint, dass das Opernpublikum (anders als das Konzertpublikum) eine besondere Begabung von Intoleranz gepaart mit Roheit hat.


    Wobei man dazu sagen sollte, dass Knappertsbusch es zunächst eben nicht hinnahm und 1953 gar nicht erst in Bayreuth erschien. Nur der vorzeitige Tod von Clemens Krauss, der im nämlichen Jahr anstatt des "Kna" den "Ring" geleitet hatte, und das anhaltende Betteln vieler Wagnerianer bewogen Knappertsbusch, 1954 doch zurückzukehren. Die Geschichte mit der Taube muss sich in diesem Jahr ereignet haben. Ihm scheint es tatsächlich vorrangig um dieses Detail gegangen zu sein, da er danach ja noch zehn Jahre lang diese Inszenierung dirigierte (nun eben mit der Kompromisslösung). Solche Kleinigkeiten reichten seinerzeit also schon aus. Dabei zeichneten sich die Wieland-Wagner-Inszenierungen durch einen hohen Grad an Ästhetik aus. Im selben Atemzug würde ich die derben Geschmacksverirrungen des greisen Neuenfels nun wirklich nicht erwähnen wollen.


    :hello:

  • Schwer zu sagen, liebe Joseph. Cheraus Jahrhundertring galt einige Jahre später auch als Menetekel der Wagner-Inszenierung. Man will ein Werk anders haben als es dargeboten wird und regt sich auf. Einige Zeit später hat man sich dran gewöhnt, bis der nächste Aufreger kommt. Ob das immer mit den Inszenierungen selbst etwas zu tun hat oder eher mit der eigenen Rezeptionsbereitschaft sei jetzt mal dahin gestellt. In dem Punkt muss ich auch den Verfechter heutiger Inszenierungen widersprechen: die können ästhetisch dramentheoretisch perfekt begründbar und auch in ihren Abweichungs aus dem Werk abzuleiten sein, sie haben dennoch ein Gegenüber, nämlich das Opernpublikum. Wenn an dem die ganze Theorie versagt ist das nicht unbedingt dies Schuld des Publikums (auch, in Teilen, aber sicher nicht in toto).


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
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  • Knappertsbusch drohte mit Absage in Bayreuth bei der Wieland Wagner Inszenierung des "Parsifal". Die ganze Inszenierung gefiel ihm nicht, er nahm's dennoch hin, bestand aber auf der Taube, die Wieland gestrichen hatte. Wieland lenkte ein, scheinbar, und platzierte die Taube so, dass Kna sie sehen konnte, das Publikum indes nicht. A propos Wieland: für eben diese "Parsifal" Inszenierung erhielt er sogar Morddrohungen. Heute bewundert man eben diese Inszenierung und arbeitet sich an anderen Regisseuren ab. Es scheint, dass das Opernpublikum (anders als das Konzertpublikum) eine besondere Begabung von Intoleranz gepaart mit Roheit hat.


    In einem anderen Thread habe ich aus Joachim Kaisers Buch "Wie ich sie sah ... und wie sie waren" zu diesem Thema etwas zitiert:


    Zitat

    Natürlich hatte Wielands Symbolismus etwas mit seinen Jugend-Erfahrungen, Jugend-Erlebnissen in Bayreuth zu tun. Er hat mir einmal geschildert, wie lächerlich ihm die verkitschten Pompbilder der „Meistersinger“ seiner Jugend-Zeit erschienen waren; wie verrückt es ihm immer vorkam, wenn im letzten Akt der „Götterdämmerung“ kleine Götterpuppen stoisch verbrannten. Richard Wagner selbst habe sich ja in der ersten Ring-Inszenierung des Jahres 1876 nicht an seine Bühnenbild-Tagträume halten können: die Regenbogen-Brücke sei ein klappriges Holzgerüst gewesen und kein herrliches Phantasie-Bild, die Rheintöchter oder der Lindwurm Fafner wären einfach komisch gewesen – und keines Denkmalschutzes wert, weil sie von Anfang an anders ausfielen, als es sich Richard Wagners schöpferische Phantasie einst ausgemalt hatte …
    Das waren natürlich hörenswerte Argumente eines engagierten Regisseurs, der nachgedacht hatte und zu extremen Schlüssen gekommen war. Und als der alte Dirigent Knappertsbusch klagte, man solle sich doch mehr an den heiligen Richard Wagner halten, antwortete Wieland schlau, geschickt und liebenswert: Gut, Knappertsbusch solle ihm einen Regisseur seiner Wahl empfehlen, er würde den Mann nach Bayreuth engagieren. Nur wenn schon historisch und werktreu, dann aber auch richtig. Dann nicht die Stahlsaiten im Orchester, die viel stärker klingen, sondern Darmsaiten. Dann nicht das elektrische Licht, das ganz andere Schatten wirft, sondern Gasbeleuchtung.




    LG,
    Hosenrolle1

  • Gehen wir mal in medias res:



    Quelle: morgenpost.de; Foto: Laessig


    Ich finde das einfach geschmacklos. Das hat auch gar nichts mit Prüderie zu tun. Wo's hinpasst, meinetwegen, aber nicht in Straussens "Salome".


    Was sagt der Duden zur Geschmacklosigkeit:


    1. keinen Geschmack aufweisend
    2. keinen guten Geschmack zeigend, unschön, ästhetische Grundsätze verletzend
    3. die guten Sitten verletzend


    Dazu fällt mir Loriots "Ödipussi" ein:


    "Ich glaube, mir wird übel." (RT-Gegner)
    - "Gar nicht übel, was." (RT-Befürworter)

  • sondern lediglich "Konflikte"...

    Mehr hast du dazu nicht zu berichten? Da ist ja man dünne! Dann hättest du dieses Beispiel auch stecken lassen können, denn "Konflikte" gibt es überall am Theater...


    A propos Wieland: für eben diese "Parsifal" Inszenierung erhielt er sogar Morddrohungen. Heute bewundert man eben diese Inszenierung und arbeitet sich an anderen Regisseuren ab.

    Und was soll uns dieses Beispiel nun lehren? Dass alle Inszenierungen, die von großen Teilen des Publikums abgelehnt werden, in Wahrheit genial sind und die Genialität erst viel später erkannt wird? Dass das Publikum also gefäligst nicht zu meckern, sondern alles zu fressen hat, was man ihm vorsetzt? :no:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


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  • zu deinem Unglück bricht jedoch Kunst - übringens seit der Antike - immer wieder "üblichen" Geschmack, vor allem das was darüber im Duden zu lesen ist, also auch die Illusion von festzuschreibenden "ästhetischen Grundsätzen " . wird übringens in Wagners MS verhandelt.

  • Und was soll uns dieses Beispiel nun lehren? Dass alle Inszenierungen, die von großen Teilen des Publikums abgelehnt werden, in Wahrheit genial sind und die Genialität erst viel später erkannt wird? Dass das Publikum also gefäligst nicht zu meckern, sondern alles zu fressen hat, was man ihm vorsetzt? :no:

    Ws Du für Schlüsse daraus ziehst überlasse ich Dir.

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  • Ganz genau. Deshalb ist es auch überhaupt nicht notwendig, mehr darüber zu berichten sein, als was du sowieso selbst einräumst.

    Deshalb war es vor allem nicht notwendig, dass du dieses Beispiel anführst, weil es nicht vergleichbar ist mit der kurzfristigen Absage des Musikalischen Leiters ganz kurz vor der Premiere aus Gründen, die ich aus besagtem Brief des Betroffenen oben zitiert habe.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


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  • Deshalb war es vor allem nicht notwendig, dass du dieses Beispiel anführst, weil es nicht vergleichbar ist mit der kurzfristigen Absage des Musikalischen Leiters ganz kurz vor der Premiere aus Gründen, die ich aus besagtem Brief des Betroffenen oben zitiert habe.

    Doch, insoweit vergleichbar, indem beides einen Konflikt zwischen Regie und ML bildet. .

  • Doch, insoweit vergleichbar, indem beides einen Konflikt zwischen Regie und ML bildet. .

    Nein, insofern nicht vergleichbar, weil nicht einer von beiden ausstieg.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


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  • Ein egozentrischer Regisseur wie Neuenfels hat offenbar auch keine gute Kinderstube genossen, siehe den von Stimmenliebhaber zitierten Brief Dohnányis. Ich wüsste nicht, wieso es ein Mann wie Christoph von Dohnányi nötig hätte, falsche Gerüchte in die Welt zu setzen. Man fragt sich wirklich, wieso so einer wie Neuenfels zur "Regie-Legende" hochstilisiert wird. Da hapert's ja offenkundig bereits ganz elementar.

  • Ich finde das einfach geschmacklos. Das hat auch gar nichts mit Prüderie zu tun. Wo's hinpasst, meinetwegen, aber nicht in Straussens "Salome".


    Ich finde es unpassend, aber nicht geschmacklos.


    Überhaupt, gerade die Salome ist in ihrer ursprünglichen Form alles andere als geschmackvoll; ein abgeschlagenes Haupt zu küssen und davon zu reden, dass das Blut auf den Lippen bitter geschmeckt hat ist jetzt nicht unbedingt appetitlich, oder ein Stiefvater, der auf seine blutjunge Stieftochter steht ...


    Davon abgesehen, die ganze Gesellschaft dort ist dekadent und ausschweifend - ich habe kein Problem damit, wenn das auch gezeigt wird, solange es zum Stück passt und nicht nur wegen der Schockwirkung passiert.




    LG,
    Hosenrolle1

  • Ein egozentrischer Regisseur wie Neuenfels hat offenbar auch keine gute Kinderstube genossen, siehe den von Stimmenliebhaber zitierten Brief Dohnányis. Ich wüsste nicht, wieso es ein Mann wie Christoph von Dohnányi nötig hätte, falsche Gerüchte in die Welt zu setzen. Man fragt sich wirklich, wieso so einer wie Neuenfels zur "Regie-Legende" hochstilisiert wird. Da hapert's ja offenkundig bereits ganz elementar.


    Mozart und manche andere Komponisten waren auch alles andere als vornehm. Da gab es Rüpel, Säufer, Randalierer, und Intriganten. Trotzdem genießen diese Komponisten heute ein hohes Ansehen. Da fragt auch keiner, wieso sie heute hochstilisiert werden. Vielleicht, weil der Regisseur heute noch lebt, die Komponisten aber schon lange tot und Geschichte sind?




    LG,
    Hosenrolle1

  • Doch vergleichbar. "Vergleichbar" schließt nämlich ein, dass dass beide Fälle eben nicht identisch sind.

    Sicher kann man alles mit allem vergleichen, aber ein kurzfristiger Ausstieg des Muskalischen Leiters so kurz vor der Premiere ist eben eine ganz andere "Qualität" der Auseinandersetzung, da es Auseinandersetzungen wie gesagt häufig gibt, die aber nicht mit diesen Konsequenzen enden.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


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