MINKUS,Ludwig / DELIBES, Leo: LA SOURCE

  • Minkus, Ludwig ( 1826 - 1917)/ Delibes, Leo ( 1836 – 1891 )
    La Source
    (Die Quelle)

    Ballett in drei Akten und 4 Szenen

    Libretto:Arthur Saint Leon in Zusammenarbeit mit Charles Nuitter

    Uraufführung: Paris 1866

    PERSONEN DER HANDLUNG

    Naila, die Nymphe der Quelle,
    Zael, ein Waldgeist,
    Djémil, ein Jäger,
    Nouredda, kaukasische Prinzessin,
    Mozdock; ihr Bruder,
    Der Khan von Ghendjib,
    Dadjé, seine Favoritin,
    Nymphen, Kobolde, Haremsdamen, Begleiter und Begleiterinnen der Prinzessin
    Ort und Zeit der Handlung: Im Kaukasus, Märchenzeit


    ERSTER AKT
    Nacht auf einer Waldlichtung im Kaukasus
    Nymphen und von Zael angeführte Kobolde tanzen um eine Quelle. In der Nähe hält sich auch der Jäger Djémil auf.
    Bei Tagesanbruch rastet auf der Lichtung eine Karawane. Sie begleitet die schöne kaukasische Prinzessin Nouredda, die dem Khan versprochen ist, auf ihrem Weg. Ihr Bruder Mozdock und seine Begleiter versuchen vergeblich, Nouredda aufzuheitern. Es gelingt ihnen aber nicht, eine Blume, die sie an einem schwer zugänglichen Ort sieht, zu pflücken. Djémil pflückt sie und bietet der Prinzessin die begehrte Blume an, indem er ihren Schleier hebt, um ihre Schönheit zu sehen. Das missfällt Mozdock, er schlägt Djémil und lässt ihn liegen, damit er sterbe, während die Karawane weiter zieht.
    Naila, die Nymphe der Quelle, die den Jäger liebt, erscheint und erfrischt ihn, so dass er zu neuem Leben erwacht. Sie verspricht ihm, ihm zu helfen, sich zu rächen und Nouredda zu erobern. Dann vertraut sie ihn der Fürsorge Zaels an, die sich auf den Weg zum Khan begeben.


    ZWEITER AKT
    Im Palast des Khans
    Der Khan erwartet die Ankunft seiner Braut. Er muss sich der Haremsdamen erwehren, die um seine Gunst buhlen. Dadjé, seine bisherige Favoritin, versucht seine Aufmerksamkeit mit einem Tanz zu erregen, doch er weist sie ab.
    Die Karawane erscheint und der Khan gibt ein Divertimento zu Ehren Noureddas. Djémil und Zael haben sich inkognito unter die Hochzeitsgäste gemischt. Mit Hilfe der Zauberblume rufen sie Naila herbei. Der Khan ist begeistert von ihrer Schönheit und weist Nouredda zugunsten Nailas zurück. Das ruft den Zorn Mozdocks hervor, der mit Nouredda und der Karawane den Palast verlässt. Djémil und Zael eilen ihr nach.


    DRITTER AKT
    1. Bild: Im Wald
    Djémil findet die gedemütigte Nouredda wieder. Er erklärt ihr unter den Augen Nailas seine Liebe, die sie jedoch zurückweist. Sie werden von Mozdock überrascht, aber mit Hilfe Nailas, Zaels und der Zauberblume gelingt es Djamil mit der vor Schreck ohnmächtigen Nouredda zu entfliehen.
    2. Bild: Auf der Lichtung bei der Quelle
    Djamil kommt mit der immer noch bewusstlosen Nouredda.
    Begleitet von ihren Nymphen kehrt Naila zurück. Sie gesteht Djémil ihre Liebe und erklärt ihm, dass Nouredda ihn nicht wolle. Aber als sie die Verzweiflung Djémils sieht, Nouredda zu verlieren, beschließt sie, sich für die Prinzessin und ihren geliebten Djémil zu opfern. Sie legt die Blume, von der ihre Existenz abhängt auf das Herz Noureddas. Diese erwacht in Liebe zu Djémil, während Naila zu Füßen Zaels dahinschwindet.

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

    Einmal editiert, zuletzt von Gerhard Wischniewski ()

  • Anmerkungen:
    Die Pariser Oper orderte bei dem Choreographen Arthur Saint Leon 1864 ein neues Ballett. Dieser zog seinen musikalischen Mitarbeiter in St. Petersburg, Ludwig Minkus hinzu, der den ersten Akt und die 2. Szene des driten Aktes komponieren sollte. Der zweite Akt und die erste Szene des 3. Aktes wurde dem damals noch wenig bekannte Leo Delibes anvertraut, der bis dahin nur Operetten und Chormusik komponiert hatte und dem der große Durchbruch später mit seinem Ballett Coppelia gelang.
    Der Inhalt beruht auf dem iranischen Mythos von der Quellnymphe Naila, die von einer Zigeunerin bedroht wird, die das Wasser der Quelle zu trüben droht. Davor wird sie von dem Jäger Djémil beschützt, der für sie eine magische Blume an einem Abgrund gepflückt hat, mit der ihre Lebensfähigkeit abhängt.
    Das Musik zum Ballett hat folgende Sätze
    Akt 1 (Ludwig Minkus)
    Prélude
    1. Introduction fantastique
    2. Scène dansée
    3. Scène
    4. Marche de la caravane Marsch der Karavane)
    5. Berceuse
    6. Pas de la guzla
    a) Andantino
    b) Vivace
    7. Scène
    8. Scène dansée (Erscheinen der Naïla)
    9. Valse
    10. Scène et danse
    11. Danse des sylphes et des lutins (Tanz der Sylphen und Kobolde)
    12. Variation
    a) Variation de Naïla
    b) Nouvelle variation de Naíla
    13. Scène et danse
    14. Galop
    15. Scène finale


    Akt 2 (Léo Delibes)
    Introduction
    16. Scène
    17. Scène: Arrivée de Nouredda (Ankunft der Nouredda)
    18. Divertissement
    a) Pas des voiles (Schleiertanz)
    b) Andante
    c) Variation
    d) Danse circassienne (kaukasischer Tanz)
    19. Scène
    20. Pas de Naïla. Scherzo-Polka
    21. Scène et pas d'action
    22. Mazurka
    23. Scène
    a) Nouvelle variation de Naïla
    b) Scène
    24. Marche dansée et final


    Akt 3, Szene 1 (Léo Delibes)
    Introduction
    25. Scène
    26. Romance
    27. Final
    Akt 3, Scene 2 (Ludwig Minkus)
    28 Scène
    29 Scène et danse


    Die Ballettmusik von Leo Delibes wurde zur konzertanten Aufführung in 3 Suiten zusammengestellt, die ich von folgender CD kannte:

    Eine Gesamtaufnahme des Balletts auf CD habe ich nicht gefunden.
    Auf youtube ist das vollständige Ballett in zwei Teilen, getanzt vom Ballett der Opera national de Paris zu sehen, das es aber wohl nicht (oder noch nicht) auf DVD gibt:


    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

    Einmal editiert, zuletzt von Gerhard Wischniewski ()