Beethoven: Sonaten op. 109, 110 und 111

  • Lieber Walter :



    Ich teile Deine Meinung zu den beiden von Dir herangezogenen Interpretationen durch ABM . In diesem Sinn auch etwa Joachim Kaiser in seinem Pianistenbuch ( nicht der Co-Autor ! ) . Michelangelis Stil hat sich radikal verändert . Man höre dagen die Aufnahmen aus Italien vor und anch dem Zweiten Weltkrieg !


    Benedetti - Michelangeli spielt hier fast seine eigene , sehr schmerzhafte Autobiographie . Und wer alleine in Lugano an seinem Grab steht , der wird dies auch verstehen können . Es gibt deutliche Parallelen zwischen dem Leben Beethovens und dem Leben und
    Leiden Michelangelis .



    Meine Hinweise auf Prof. U. N. Riede et al. sind sehr bewusst gewählt worden , weil sich darin eine grosse Erfahrung an Lebenswirklichkeit findet . Es liesse isch dazu viel ausführen .



    S. Richter war zu Beginn seiner Karriere im "Westen" 1960 gerade einer Supervirtuosen in allen seinen ser zwispältigen Beethovensonaten . Diese fast extreme Ambivalenz hat er später anhand seiner Ausführungen zu "Appassionata" - Sonate auch dargestellt . Je "westlicher" Richter wurde , desto mehr hat er sich von Beginn an versucht den dortigen Gegebenheiten anzupassen , um dies später fast völlig zurückzunehmen .



    Einer der beliebtesten Sätze Richters , wenn er konkret nachgefragt worden ist , war "...ander haben es schon gespielt" . Eine eigentlich nichtsaagende Aufnahme .



    Wo und wenn S. Richter in seinen späten Jahren zu einem grossen Teil ein Opfer auch seiner eigenen familiären Lebengeschichte geworden ist ( dokumnetiert etwa mit seinen Aussagen vor der 'Liederhalle' in Stuttgart dazu ) , so hatte sich Michealngeli schon lange in die an seinem persönlichen Leidensweg unbeteiligte Schweiz zurückgezogen gehabt .



    S. Richter hat auch dem nicht minder grossen Emil Gilels sehr vieles lebenslang nachgetragen , ohne das wir im Einzelnen wissen , was wirklich alles vorgefallen iast in deren persönlichen Begegnungen .



    Auf die äusseren Zwänge , international grosse Erfolge zu haben haben beide ganz unterschiedlich reagiert . Von Michelangeli kenne ich aus seiner späreen Zeit keine einzige auch nur romantisierende Aufnahme ( woebei der Begriff 'Romantik' sehr behutsam verwendet werden sollte ) ; bei S. Richter gab es schon einige zumindest nachempfende Interpretationen , etwa bei Robert Schumanns 'Waldszenen' , die ganz im Gegensatz zu seiner Interpretation etwa der "Études symphoniques" Opus 13 gestanden haben .



    Folgt man verschiedenen auch namhaften Rezensenten , so ist es bei S. Richter bei Ludwig van Beethoven immer um "jahrelange Auseinandersetzungen" gegengen ; Bendetti Michelangeli dagegen hat sein Bild über sich selbst wie über Beethoven wie in einem irdischen Erlsöungsgedanken pianistisch in Opus 111 aufgelöst .


    Viele Grüsse ,



    Frank



    Beste Grüsse ,



    Frank

    Frank Georg Bechyna
    Musik & Medizin

  • Zitat

    Original von Walter.T
    Wie Richter sich über Benedetti Michelangeli geäußert hat, empfinde ich sehr bedrückend. Er hat damit eins der größten und negativsten Klischees über Benedetti Michelangeli unterstützt.


    Lieber Walter,


    ich kann dem durchaus etwas abgewinnen, wenn jemande behauptet ABMs Spiel sei "kühl" ; sofern man dies nicht mit "unispiriert" oder "gefühllos" verwechselt!! Seine Kälte - wenn man es so nennen möchte - kann aber durchaus "leuchtend" oder gar "glühend" sein.


    Ich denke, man tut hier Richter höchstgradig unrecht, wollte man ihn so verstehen als würde er sich einem geläufigen Vorurteil anschließen. Viel mehr scheint mir, dass es sich bei beiden fast um musikalische Antipoden handelt. Richter konnte wohl dessen Art der Musikalität nicht wesentlich berühren.


    Eine sehr treffliche und m.E. aufschlussreiche Beschreibung hat Afanassiev in seinem Konzept Album Homages & Extasies (Denon) über ABM verloren:


    Zitat

    Und ich erinnere mich an die Konzerte, die Michelangeli 1964 im großen Saal des Moskauer Koservatriums gab. Was habe ich gespürt, als Michealangeli die ersten Töne der Bach'schen Chaconne anschlug? Einen Schock. Extase. (Das Wort 'Extase' sollte im musiklaischen Kontext viel häufiger benutzt werden - eigentlich sogar immer.) Mir wurde klar, dass ich dieses Instrument vorher noch nie gehört hatte. Dieses Instrument auf der Bühne. (Ich saß in der siebten Reihe). Eine Art UFO. Und gleichzeitig verliebte ich mich Hals über Kopf in dieses menschliche Wesen. Das Klavier wurde während des Klavierabends zu einem menschlichen Wesen: Ich konnte seinen Körper fühlen, seine Haut streicheln.


    Seit ich seine Konzertmitschnitte auf diesen "organischen" Aspekt hin höre, bin ich eher geneigt, sein Spiel mit einem anderen Terminus als "kühl" zu bezeichnen, obwohl ich ihn immer noch nicht als falsch finde.


    Ich kenne jendefalls keinen anderen Musiker als ABM, bei dem ich das Gefühl habe, er erweckt das Instrument zu Leben, als würde es atmen, wie eine Katze, oder eher wie ein Pferd (eher als ein Mensch), das man streicheln und dessen Wärme im kalten Winter spüren wollte.


    :hello:

    Gruß ab


    ---
    Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
    J. Locke

  • Morgen,


    Claudio Arrau, wenn von Interesse: die Dauern nach den Philips-Langspielplatten von 1965 (Kassette 67 47009 13 LP):


    op. 109 (11/1965)
    6'28'' und 16'15''


    op. 110 (10/1965)
    6'53'' und 13'25'' (so nur ausgewiesen)


    op. 111 (10/1965)
    9'12 und 19'40''


    Die Wiederveröffentlichung als CD 468 912-2 weicht im Ausweis der Dauern nur in wenigen Sekunden ab, höchstwahrscheinlich technisch bedingt (Trackgrenzen).


    Im Beitext zur LP-Kassette findet sich ein Text von Arrau, Umfang ca. 1 1/2 DIN A4-Seiten, daraus zitiere ich den Passus zu Opus 111, Beilage Seite 3:
    "Im Opus 111 sind die Variationen, die der Arietta folgen, mit Recht nicht mehr Variationen genannt, denn es sind keine Variationen im üblichen Sinne, sondern Transformationen und Transfigurationen des Themas. Hier erreicht Beethoven kosmische Räume, die sich in die Unendlichkeit öffnen, in einem Zustand mystischer Ekstase, den Goethe den 'Fall nach oben' genannt hat und den Thomas Mann im 'Dr. Faustus' so wunderbar erläutert."


    Freundlich
    Albus

  • Zitat

    Original von Walter.T
    Wie Richter sich über Benedetti Michelangeli geäußert hat, empfinde ich sehr bedrückend. Er hat damit eins der größten und negativsten Klischees über Benedetti Michelangeli unterstützt. Beide standen - wie wohl alle Pianisten ab spätestens 1965 - unter dem großen Druck, sich der technisch virtuosen Spielweise anzupassen, die in diesen Jahrzehnten völlig dominierte und in ihrer Absage an falsch verstandene Romantik alles mit über Bord warf, was nicht in ihre Richtung passte. Anstatt in Benedetti Michelangeli einen Ähnlich-Gesinnten zu erkennen, der eigene Wege gehen wollte, hat sich Richter offenbar einem allgemeinen Vorurteil angeschlossen.



    Hallo WalterT und Frank,


    ehrlich gesagt haben mich Eure hier geäusserten Meinungen sehr verägert! Warum? Spontan würde ich sagen:
    haben sie sich

    Zitat

    .... offenbar einem allgemeinen Vorurteil angeschlossen.


    Doch der Reihe nach! Ich selber schätze den Pianisten und Musiker S. Rrichter außerordentlich. Für mich sind nicht nur seine Aufnahmen, sondern auch die Schriften von und über ihn immer eine große Quelle der Freude und Inspiration. Mit zumehmender Beschaftigung mit diesem Pianisten musste ich allerdings immer mehr feststellen, dass sehr viel von dem, was (vorallem in der westlichen Presse) über ihn geschrieben wurde oft der journalistischen Phantasie entsprungen sein muss... Leider lese ich jetzt auch hier viel davon! Ich habe Richter nie selber im Konzert gehört, noch die Zeiten seiner Konzerttätigkeit aktiv erlebt, bin also in meinem Urteil auch auf Zeugnisse (oft sogar Selbstzeugnisse) angewiesen, Dennoch hat sich so für mich dadurch ein sehr stimmige Bild ergeben.
    So hat Richter z. B. niemals "GIleles sehr vieles nachgetragen". Richter hat Gilels als Musiker sehr geschätzt (ich übrigends auch!) , und als Mensch war wohl Gilels nicht einfach, vorallem war er sehr eifersüchtig- auch auf Richter.
    Was die Kommentare zu Benedetti betrifft, so muss man bedenken, dass es sich dabei um rein private Tagebuchnotizen von Richter handelt. Wer sie einmal komlett gelesen hat, wird ihren unglaublich ehrlichen Charakter schnell erfassen..


    Zitat

    Original von Frank Georg Bechyna
    Einer der beliebtesten Sätze Richters , wenn er konkret nachgefragt worden ist , war "...ander haben es schon gespielt" . Eine eigentlich nichtsaagende Aufnahme .


    Was Frank mit diesem kryptischen Satzfragment meinte wird wohl nur er wissen. Richter hat öfters auf die Frage, warum er diese oder jenes Werk nicht spielt geantwortet: Weil es andere bereits sehr überzeugend (ein)gespieilt haben. Ach, wenn doch nur mehr Künstler so denken würden, und uns damit die vielen redundanten Aufnahmen ersparen würden!


    Auch alles über "äußere Zwänge" , "anpassen an westliche Tendenzen" etc. finde ich sehr merkwürdig. Man vergesse nicht, dass Richter den größten Teil seiner Konzerte in der UdSSR bzw. im "OStblock" gegeben hat! (z.B. 1.806 Konzerte in der UdSSR gegenüber 178 Konzerten in der BRD)
    Es tut mir, leid, aber ich glaube (besonders durch Frank) wird hier ein völlig falsches Bild von S. Richter gezeichnet.


    Gruß pt_concours


    Ich habe meinen Beitrag nach einigem Überlegen jetzt hier direkt gepostet, sollte es im Thread zu Richter besser aufgehoben sein, bitte verschieben)

    Hören, hören und nochmals hören: sich vertraut machen, lieben, schätzen.
    Keine Gefahr der Langeweile, im Gegensatz zu dem, was viele glauben, sondern vielmehr Seelenfrieden.
    Das ist mein bescheidener Rat. (S. Richter, 1978)

  • Lieber 'a. b.' :



    Dein Vergleich mit INstrument und Katze findet sich durch einen anderen Autoren schon 1989 / 1999 in Zusammenhnag mit Arraus Interpretation von Balakirws "Islamey" und Weissenbergs Interpretation der 2. Klaviersonate von Sergey Rachmaninov .


    In Deinem wie diesem Hinweisen liegt etwa Raukatzenhaftes , also äusserst Vitales . Nichts von der Kälte vieler heutiger Interpreten .


    Du hast einmal sinngemäss den Hinweis verwendet , dass Wilhelm Backhasu in Sachen Beethoven auf fsten Füssen stehe . Das höre ich auch so .


    Arrau wohl ebenfalls .


    Un d Richter soll um Beethoven "immer gekämpft haben " ? Bei anderen Komponiste ist der sehr vielen Werken deswegen aus dem Weg gegangen .


    Und Benedetti - Michelangeli ? Ich denke , dass er nur das von Beethoven interpretiert was , was für ihn eine tatsächliche Herausforderung gewesen ist .


    Seine Beethoven - Interpretation bei Opus 11 hat sich in den Jahrzehnten doch deutlich hörbar verändert .


    Den Winwurf von Dir bezüglich der "Extase" möchte ich reduzieren auf "bis ins Äusserste kalkulierende Leidenschaft" eines Ichs . Seiner selbst !


    Kannst Du dem einniges abgewinnen ?



    Beste Grüsse ,


    Frank

    Frank Georg Bechyna
    Musik & Medizin

  • Lieber Anonymus !



    Zu Deinem stark emotional aufgeheizten Beitrag , soweit ich dreikt angeschrieben bin , folgendes :


    (1) Dies von mir weidergegebene Äusserung Richters über von ihm nicht gespielte Werke stammt aus einer älteren Musikfachzeitschrift . Von "weil andere es besser gespielt haben" ist dort nichts zu lesen ! Aber Dur wirst Deine Quelle sicherlich gerne offenlegen . Bei mir handelt es sich um ein Heft von "FonoForum" ( Deutschland ) und eines von "Gramophone" ( UK ) .



    (2) Die Animositäten gehen zwischen den beiden zurück auf Richters , nicht Gilels ! , Hlatung gegenüber der Schule von Heinrich Neuhaus , dessen Vorfahren hier aus der Nähe in Kalkar ( Niederrhein ) stammen .


    Es ist sehr müssig , darüber zu dikutieren , weil meines Wissens Neuahaus selbst nie in diesen Streit eingegriffen hat .



    (3) "Eifersüchtig" ? . Dann muss Du us bitte erklären was im Klavierspiel zweire grosser meister wann "eifersüchtig" war und wo dies steht ?


    Der Stil beider ist sehr unterschiedlich ( z.B. Prokoviev ; Beethovens Opp 57 , 109 , 110 ) zwischen den beiden .


    Es geht hier nicht um einen olympischen 100-Meter-Lauf , sondern um subjektive Hörwahrnehmungen und deren Verarbeitungen . Auch solche können sich im Laufe eines Lebens verändern .


    Die Statistik über die Anzahl von Konzerten sagt absolut nichts ! Die UdSSR hatte rund 250 Millionen Einwohner gehbat und Richter konnte und musste auch immer dort spielen ! In Deutschland ( ohne DDR ) lebten rund 60 Millionen Menschen . Richter hat hier erst recht spät begonnen , Konzerte geben zu d ü r f e n ! Alles war bekanntlich abhängig von den Launen des Sovjetregimes !



    H i e r geht es um den Zugang vor allem zu Beethovens Opus 111 ( und in geringerem Masse zu Beethovens Opp. 109 und 110 ) durch sehr verschieden Künstlerperönlichkeiten .


    Es herrscht hier kein "Wettbewerb" .


    Aleinne Walters wie meine Hervorhebung der Leipziger Aufnahme durch S. Richter widerelgt eindeutig , dass einer von uns eine Animosität gegenüber S. Richter jemals gehabt hätte . Das gegenteil ist bei beiden der Fall .So gute kenn eich Walter schon , um dies sagen zu können .


    Gruss ,



    Frank

    Frank Georg Bechyna
    Musik & Medizin

  • Zitat

    Original von Frank Georg Bechyna
    Den Einwurf von Dir bezüglich der "Extase" möchte ich reduzieren auf "bis ins Äußerste kalkulierende Leidenschaft" eines Ichs . Seiner selbst !


    Kannst Du dem einiges abgewinnen ?


    Ich habe eigentlich nicht von "Raukatzenhaft" gesprochen und der Einwurf von "Extase" sagt wohl mehr über Afanassiev als über mich oder gar ABM aus.


    Dem oben kann ich aber durchaus etwas abgewinnen.


    Mich hätte interessiert, ob dem Bild, dass sich das Instrument zum Leben erwecke, etwas abzugewinnen sei....

    Gruß ab


    ---
    Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
    J. Locke

  • Lieber a. b. :


    Man kann meiner Meinung nach , einen Flügel durchaus zu Leben erwecken , dauerhaft lendig halten und so eine Komposition auch zu Ende spielen .


    Diese Anmerkung von Afanassiev ist wirlklich nachdenkensert .


    Das Raubkatzenhafte bezog isich be3i ABm in erster Linie auf seine ungleubliche Anschalgskulut .


    Kennst Du zufällig die Fundstelle des Afanassiev-Ausspruches ?


    Dir alles Gute !



    FRank

    Frank Georg Bechyna
    Musik & Medizin

  • So stark ist der Beitrag von pt-cocours nicht aufgeheizt, lieber Frank (jedenfalls nicht minder als Deine Replik darauf).


    Du hast selbstverständlich recht, daß es in diesem Thread um die dei letzten Beethoven Sonaten geht. Ob die Vorfahren von Heinrich Neuhaus aus Kalkar am Niederrhein stammen ist da vielleicht nicht ganz so wichtig (jedenfalls dann, wenn man -wie ich- Dortmunder in der Ruhrpottdiaspora Köln ist).


    Ich wäre auch ganz erfreut, wenn die Regierungen von Staaten nicht nach persönlicher Wertschätzung in Regierung und Regime unterschieden würden.


    Auch ist es nicht sehr wichtig, wo ein Künstler die Mehrzahl seiner Auftritte absolviert hat. Maria Yudina hat wohl außerhalb der Grenzen der SU nicht konzertiert. Svyatoslav Richter hat seine letzten Jahre im Rheinland verbracht (in Remagen bei Bonn).


    Live erlebt habe ich Richter -und ich schreibe sehr bewusst "erlebt"- in Köln in der Philharmonie. Mit Bach. Den englischen Suiten. In der ersten Reihe. Manchmal gönnt man sich das ja. Wenn es denn eine Koinzidenz von der Aura des nachschaffenden Künstlers und der Wirkung des nachzuschaffenden Werkes gibt, so war sie in diesem Konzert erlebbar.


    Hier nun geht es um die Beethovens letzte Worte auf dem Klavier.


    Und ich richte die Frage direkt an Frank, der ja Medizin und Musik als Signatur verwendet: warum hat der Hörer in dieser Diskussion bislang keinen Platz? Wir unterhalten uns -verkürzt zusammengefasst- über metaphysische Befindlichkeiten des Schöpfers von op. 109-op.111, bringen sie in Verbindung mit den Lebensumständen ihrer Deuter ohne zu berücksichtigen, daß das, was Beethoven komponierte und seine Medien, die Pianisten, in Klang verwandelten, faktisch in uns als Hörern ensteht. Physisch. Emotional.


    Und vor allem: welche Wirkung hat unser Wissen, welcher Interpret nun gerade vorm Flügel sitzt, auf unsere Wahrnehmung?


    Ich muß da gerade an den von mir außerordentlich geschätzten Edwin Baumgartner denken: welche Wirkung hat die Interpretation von op. 111 durch Elly Ney auf ihn, wenn er nicht weiß, daß Elly Ney spielt?


    Das Werk ensteht in uns Hörern. Und unsere Bemühungen, das Werk zu deuten, verraten mehr über uns als über das Werk.


    Mein Favorit aus dieser Sonatentrias ist übrigens op. 109. Und meine Lieblingsaufnahme die von Myra Hess.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Lieber Thomas :



    Auf Deine Hinweise hin folgendes :



    (1) Ich habe immer von der Soantentrias Opp 109 - 11 gesprochen und darüber hier geschrieben . In Einzefällen kommt Opus 111 auch bei anderen Verfassern von Beiträgen hier stärker heraus .



    (2) Wie bereits in meiner Antwort auf die Statistik , die pt_concours so hervorhebt , halte ich von solchen Statistiken in diesem Zusammenhang gar nichts ; sie helfen nichts . Nicht mnal in Sinne der Statistik als Wissenschsft .



    (3) So Du mich dreikt anprichst , so weise ich auf folgendes hin: Ich bemühe m ch stets zu schreiben "hören" , als das Subjektive in dem Prozess des bewusst Werdens besonders hervorzuheben .


    Subjektive Wahrnhemen , empfinden , nachempfinden und in das Werk sich Einfühlen ist eine Prozess , von mir aus eine dynamische Entwicklung , die äusserst schwer verbal vermiitelbar ist .


    Das rein Physiologische , die Frage der der Zeit im weitesten Sinne habe ich oben versucht darzustellen unter Hinweis auf das von herangezogene international anerkannte Lehrbuch von Prof. Christian Scharfetter , Zürich . Auch mit Hinweis darauf woraus meine Erkenntnis beruht . Sehr verkürzt wäre es , etwa bildgebende Verfahren haranzuziehen , um den Wahrnehmungsprozess "objektiv" darzustellen . Dazu kommt die Frage der Reproduzierbarkeit bei nur einer Aufnahme , Dies ist selbst im wisschaftlichen Experiment rein technisch - apparativ wie auch aus Kostengründen in praxi schon bei dem kranken Menschen kaum darstellbar ( Dazu gibt es auch ein Lehrbuch von Prof. Dr. med. Dr. Frank Schneider , jetzt Aachen , über bildgebende Verfahren , das ich selbst einmal 2008 besprochen habe ) . Bildgebende Verfahren besagen noch lange nichts über die hochkomplexen intrazerbralen Vorgänge , die das Emotionale , das Affektive mit allen seinen Störanfälligkeiten oder dem bereits Gestörten wie unter Umständen Zerstörten zu erfassen im technischen Sinne ; geschweige denn im Sinne eine rationalen oder affektiven Verarbeitung . Mir sind bei Nachschau auch keine normalpyhsiologischen Arbeiten bekannt , die dies etwa in Schenata vereinfachend darstellen ; dies gilt auch , wenn man sich diesem höchst komplexen Vorgang von Seiten des Krankseins zu nähern versucht ( Übersicht : R O Messing "Nervous System Disorders" ; in : S J McPhee & W Ganong : Pathophysiology of Disease . 5th ed. , 2006 ) .


    Körperliches Nachempfinden und überhaupt Empfinden ist ein so zeitlich begrenzter , von so vielen Imponderabilien abhängiger Prozess , dass man sich diesem meiner Meinung nach nur in einem Gespräch nach einem gemeinsamen Hören in diesem Fall hier , den Du angesprochen hast , nähern kann . Dann kann man seine persönlichen Hörerlebnisse und Verarbeitungen annäherungsweise schildern und austauschen . Die ( Patho- ) Physiologie lefert dazu keine das rein Emotionale mit einbeziehende Beweise nach meinem aktuellen Wissensstand . Dies schliesst das mir bekannte us-amerikanische und auch neurologische wie psychistrische Schrifttum ausdrücklich mit ein .



    (4) Heinrich Neuhaus und Vorfahren .


    Ich kenne Kalkar seit meiner Jugendezeit recht gut und stehe mit der Stadt Kalkar beruflich wie durch meine Muikinteressen seit vielen Jahren in Verbindung .


    Tatsache ist , dass unabhängig von der Pianofabrik der Familie Neuhaus dort sehr viel Beethoven gespielt worden ist und bei dem letzten Festival am Niederrhein zu Ehren von Neuhaus auch Beethovenwerke interpretiert worden sind ( manche vorgesehenen sind wegen Krankheit einiger Künstler leider ausgefallen ; darunter S. Bunin ) .


    Die Neuhaus - Schule ist also älter als die durch das Buch von H. euhaus bekannte "Russischen Schule" mit ihrer sehr weitgehenden freien Entfaltungsmöglichkeit des einzelnen Schülers .



    Der Schwerpunkt in diesem Thread hat sich von der Sonatentrias fast ganz auf Opus 111 verlegt unter fast völliger Weglassung von Opus 110 . Dies sollte unbedingt festgehalten werden .


    Nehmen wir Opp 109 und 110 so sind für mich die in sich geschlossesten Interpretationen die durch Emil Gilels ( DGG ) , Arrau ( New York , 1975 , live ) , S Richter ( 1963 , Leipzig , live ) und Solomon ( EMI ) .


    Dein Hinweis auf Julia Myra Hess überrascht mich nicht , da sie noch immer eine grosse Verehrergemeinde gerade im UK hat . Es ist ist Dir zu danken , dass Du Myra Hess' Aufnahmen hier in die Diskussion einbringst .


    Vielleicht hätte Walter ja noch etwas zu ihren Interpretationen geschrieben . Er ist ja keinesweges am Ende mit seiner Liste der ihm bekannten Interpreten .


    Dann gibt es noch Richard Goode , Aldo Ciccolini , Buchbinder ( um 1991 in Konzertzyklus , die zu bsprechen wären . Bei Ciccolini habe ich in dem ihm gewidmete Thread darauf hingewiesen gehat , dass leider auch die aktuelle GA auf CD teilweise erhebliche technische Schwächen hat . Bei Opus 111 müsste Zhu Xiao -Mei mit ihrer Pariser Aufname besprochen werden und es fehlen bisher Brendel wie Gulda seltsamerweise .


    Liebe Freunde dies Threads , lieber Thomas besonders , es ist noch einiges hier darzustellen an Aufnahmen . Auch die ganz subjektive affektive Seite , die wir durch verschiedene Aufnahmen erleben .



    Beste Grüsse ,



    Frank


    PS.: An Dortmund und mehrere Dortmunder , lieber Thomas , habe ich seit sehr vielen Jahren die allerbesten Erinnerungen .


    Der Süden von DO ist , wie ich es um 1988 einmal gegenüber der WAZ - Gruppe formuliert habe wie eine Lunge des Ruhrgebietes und wie ein Naherholungsgebiet . Ich habe mehrere Jahre in BO und Essen studiert und war sehr oft in Dortmund undi m Süden bis Herdecke - Wittbräucke auch um mich für einige Tage zu erholen bei längeren Wanderungen .


    Zwei meiner Mentoren waren Dortmunder von Geburt : Professor Dr. med. Dr. h.c. Werner Scheid , Direktor der Universitäts - Nervenklinik Köln und der HNO - Arzt Dr. Rolf Thier , zuletzt Düsseldorf , früher 2. Bundesvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung . Leider sind beide Herren inzwischen verstorben . F.

    Frank Georg Bechyna
    Musik & Medizin

  • Zitat

    Original von Frank Georg Bechyna
    Kennst Du zufällig die Fundstelle des Afanassiev-Ausspruches ?


    Hatte ich bereits genannt: in seinem Konzept Album Homages & Extasies (Denon) im Beiheft.

    Gruß ab


    ---
    Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
    J. Locke

  • Zitat

    Original von Frank Georg Bechyna
    Lieber a. b. :


    Man kann meiner Meinung nach , einen Flügel durchaus zu Leben erwecken , dauerhaft lendig halten und so eine Komposition auch zu Ende spielen .


    In der Regel ist damit aber eher gemeint, dass die Musik zu Leben erweckt werde; bei ABM ist von der Lebendigkeit des Instuments die Rede.

    Gruß ab


    ---
    Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
    J. Locke

  • Zitat

    Original von a.b.
    das Problem, wie mit dem fugierten Abschnitt umzugehen sei: Dadurch dass eh alles unterteilt ist, fällt diese Stelle nicht wie überwiegend aus dem Gesamtzusammenhang irgendwie heraus - zumindest ich empfinde ich diese Stelle als die heikelste des Satzes, die mir sonst so gut wie fast nie gelöste erscheint. Aber das wäre fast schon ein Thema für sich....)


    Sorry, ich weiß nicht was mir hier unterlaufen ist, ich meinte eigentlich bei der Arietta die Stelle (vor III 1) mit dem Forte-Beginn: L'istesso tempo: Diese scheint mir fast bei allen irgendwie herauszufallen.


    [Mit dem "fugierten Abschnitt", der mir bei Nikolajewa fast als Bach'isch im Gedächtnis geblieben ist, meinte ich im Allegro con brio ed appassionato die Stelle nach 70.]


    Zu beidem später noch...


    Ich vergleich derzeit meine Einspielungen:
    Arrau (Aura)
    Backhaus (Aura & Philips)
    Gulda (Decca, 50er)
    Gould (CBS)
    Dan Grigore (Romania)
    Nikolajewa (Orfeo)
    Richter (Decca & Brilliant)
    ABM London (Aura 1990 & Documents: Bregenz aus den 80ern)


    Leider gerade nicht greifbar, aber nachzuholen:
    Schnabel (History)
    Kempff stereo (DGG)
    Solomon (EMI)

    Gruß ab


    ---
    Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
    J. Locke

  • Hallo 'pt_concours': Svjatoslav Richter schätze ich sehr und war gerade deswegen so enttäuscht über die Zitate, die 'a.b.' wiedergegeben hat. Ich kenne jedoch den Zusammenhang nicht, in dem sie stehen, und glaube dir sofort, dass die Tagebuchnotizen absolut ehrlich geschrieben sind, aber mich lässt weder das Spiel von Benedetti Michelangeli noch von Richter kalt und ich vermisse bei beiden nicht "mehr Größe", sondern bei vielen anderen.


    Thomas, ohne Zweifel beginnt die Wirkung der Musik beim Hörer. Und jeder wird mit ganz eigenen Fragen antworten. Ich würde mich freuen, in diesem Thread noch viele andere Meinungen zu hören. Bei der Sonate op. 111 metaphysische Fragen zu stellen ist offenbar ein Eindruck, den viele Hörer und Interpreten teilen, siehe auch den von 'albus' zitierten Kommentar von Claudio Arrau. Und mich interessiert sehr, wie es möglich ist, dass diese Sonaten so unterschiedlich gespielt werden können mit so verschiedenen Wirkungen. Daher möchte ich die Hintergründe verstehen, warum die verschiedenen Pianisten so unterschiedlich spielen. Gerade bei diesen Sonaten lässt sich sehr viel über die Geschichte der Musik und ihrer Wirkungen verstehen. Mir persönlich fällt es schwer, einen Favoriten zwischen diesen Sonaten zu wählen, das hängt stark von der jeweiligen Stimmung ab. Da viele Pianisten nur op. 111 gespielt haben, bietet sich bei dieser Sonate ein Vergleich an. Dass diese Sonate ein solches Übergewicht bekommen hat, kann ich mir nur aus dem Beethoven-Bild erklären, das im 19. Jahrhundert durch A.B. Marx, Richard Wagner und andere geschaffen wurde, und natürlich durch die berühmte Stelle im "Doktor Faustus".


    'a.b.', das Bild des zum Leben erweckten Flügel gefällt mir gut. Es war ein großes Anliegen der Pianisten, den Corpus des Klaviers auf ähnliche Weise zum Schwingen zu bringen, wie es den Violinisten möglich ist. Sehr wichtig ist hier die Pedaltechnik, und da kenne ich kaum einen größeren Meister als Benedetti Michelangeli, der alle Anregungen und Neuerungen von Debussy und den nachfolgenden Franzosen auf Beethoven zu übertragen wußte.


    Viele Grüße,


    Walter

  • Mitsuko Uchida, geb. 1948 in Japan, kam 1961 nach Wien und ging 1973 nach London. Das Cover-Foto der CD mit den letzten 3 Sonaten von Beethoven wirkt exzentrisch: Hat sie eine Rolle in einem Regietheater, das ein Stück von Sophokles oder Beckett spielt? Da mischt sich ostasiatisches Flair, Erinnerung an den Existenzialismus und ein Hauch zeitgenössischer Luxus. Wie passt das zu Beethoven, der die große Welt längst enttäuscht aufgegeben hatte und in ärmlichen Verhältnissen lebte, als er diese Sonaten schrieb?



    Mit Uchida geht es mir hier erstmals um eine zeitgenössische Interpretin. Wie hat sie die letzten 60 Jahre erlebt und wie fließt das in ihr Spiel ein? Lassen sich eigene Erfahrungen bei ihr wiederfinden? Ihr Vater war hochrangiger Diplomat Japans in Berlin in den 30ern bis Kriegsende. Nirgends wird näher davon berichtet. In welcher Weise hat sie sich damit auseinandergesetzt? Die japanische Kultur ist mir nur wenig bekannt. Der auch von Musik handelnde Roman "Mister Aufziehvogel" von Haruki Murakami zeigt, wie auf einer unterbewußten Ebene in der Nachkriegsgeneration Japans die Erinnerung an Kriegsverbrechen und -traumata weiterlebt. Und wie wirkt Europa auf sie (japanisch, deutsch und englisch bezeichnet sie als ihre drei Muttersprachen), die Ost-West-Teilung, die sie in Wien erlebte, und der Umschlag der Swinging Sixties in London in Entäuschung und Drogenmissbrauch, gefolgt vom Punk-Ausbruch und Aufständen in den Ausländervierteln? Uchida hat sich bei all ihren Einspielungen intensiv mit der Entstehungsgeschichte der von ihr gespielten Werke beschäftigt. Was ist von ihrer, von unserer Zeit in ihren Interpretationen zu hören? Lebt sie in einem Elfenbeinturm klassischer Musik, in dem sie zielgerichtet und äußerst erfolgreich ihre Karriere betrieben hat, inzwischen gemeinsam mit Richard Goode Nachfolger von Rudolf Serkin beim Marlboro-Festival ist und nun in jedem Interview betont, wie glücklich sie mit sich und ihrem Leben ist?


    Die Sonaten op. 109 und 110 bestätigen zunächst diese Bedenken. Lässt das Cover eine Kassandra erwarten, die immer direkt und ungeschminkt die Wahrheit sagt, die keiner hören will, dann verniedlicht sie hier im Gegenteil Beethoven und betont einseitig seine späte Sehnsucht, wieder zu einem Mozartschen Klang zurückzukehren. Es ist sicher psychologisch richtig und nachvollziehbar, dass Beethoven alles infrage stellte, was und wie er bis dahin komponiert hatte und sich bisweilen in schwachen Momenten die vergangene Geborgenheit zurückwünschte, die aus der Musik von Bach oder Mozart zu hören ist. Aber er war sich völlig bewusst und litt tief darunter, dass das vorbei ist. Bei Uchida ist das nicht zu hören. Die tieftraurigen Stellen in op. 110 haben nichts Rauhes. Die Gassenhauer im mittleren Satz klingen harmlos wie auf dem Kirmes. Das mag für das Kätzchen-Lied stimmen, Aber das Lied "Ich bin lüderlich, du bist lüderlich, wir sind lüderliche Leut" war bitter ernst gemeint. Mir scheint, dass sie geradezu Angst hat vor solcher Direktheit.


    Op. 111 setzt das fort. Sie spielt den 1. Satz mit ungewohnt wenig Härte. Damit trifft sie den Ton, wie er zu Beethovens Zeiten geklungen haben wird, bevor die Flügel im 19. Jahrhundert immer mächtiger wurden. Ihr Spiel ist nicht hart, aber an manchen Stellen durchaus energisch. Da sehe ich Ansätze, wie dieser Satz anders als früher üblich gespielt werden kann. Aber es gelingt ihr bei weitem nicht, den Satz mit einer solchen inneren Leidenschaft zu spielen wie zahlreiche andere Pianisten.


    Im 2. Satz betont sie das Einfache, was ebenfalls den Vorgaben von Beethoven entspricht. Aber für eine solche Herangehensweise ist sie viel zu langsam. Während Beethovens Sinfonien inzwischen wieder entsprechend seinen Metronom-Angaben aufgeführt werden, scheint das für seine Klaviersonaten noch nicht zu gelten. Beethoven gibt in den letzten 3 Sonaten das Tempo zwar nicht vor, aber ein wenig sollte sie sich schon an seinen anderen Werken orientieren.


    Dank des langsamen Tempos gelingen ihr jedoch an einigen Stellen Momente der Versenkung, so bereits im Maestoso und auch in der 4. Variation und der berühmten Stelle, die Thomas Mann mit Worten wie "Nun ver-giß der Qual" oder "Bleib - mir hold gesinnt" unterlegt hat. Hier ist zu spüren, dass sie weit mehr zu sagen hat, als sie bisher gezeigt hat. Ich wünsche ihr sehr, dass es ihr gelingen möge, über den Schatten des vorherrschenden Musikgeschmacks zu springen. Das wird sicherlich mit großen Schmerzen verbunden sein, die sie bisher meidet, wird alle Fragen ihres Lebens aufrühren, aber am Ende wie eine Befreiung sein.


    Viele Grüße,


    Walter

  • Zitat

    Original von Walter.T
    'a.b.', das Bild des zum Leben erweckten Flügel gefällt mir gut. Es war ein großes Anliegen der Pianisten, den Corpus des Klaviers auf ähnliche Weise zum Schwingen zu bringen, wie es den Violinisten möglich ist. Sehr wichtig ist hier die Pedaltechnik, und da kenne ich kaum einen größeren Meister als Benedetti Michelangeli,


    Meine Rede...


    :hello:

    Gruß ab


    ---
    Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
    J. Locke

  • Lieber Walter :




    M. Uchida hat erkannt , dass es von der Kulturmetropole aus wohl für sie am günstigsten sein würde , eine über das rein Pianistische hinausgehende ( internationale ) Karriere zu beginnen .


    In London waren die grossen Plattenkonzerne zu Hause , jedenfalls stark präsent .


    London wurde neben dem Marlboro - Festival , das sie mit dem besseren Beethovensonaten - Interpreten Richard Goode ( vgl. dessen Gesamtaufnahme ) in der oranisatorisch - künstlerischen Ebene leitete , ihre eigentliche auch künstlerische Heimat . Ihr Wohnortwahl ar , wie eigentlich alles was wir vor allem von ihr wissen , ganau gepant : Notting Hill . Ein bis heute interessanter , spannder Stadtteil Londons . Für Einheimische wie für Touristen seit spätestens dem Spielfilm "Notting Jill" . Dort hat sie in dem Tag und Nacht pulsierenden London sogar ein kleines Refugium für ihre kurzen Gänge ausserhalb ihres Hause : Ein typischs englisches Café / Teehaus ( ein Bezug immerhin zu ihrer japanischen Wurzel ) .


    Mehr erfahren wir nicht von ihr in den vielen Interviews , die si gegeben hat . Philips war und blieb ihr Hauslabel . Nicht sehr weit von ihr entfernt wohnte und lebte Alfred Brendel ( Hampsteadt ) .


    Beethoven hat sie wörtlich als einen typisch Kölner kmponisten bezeichnet . Doch : Was macht einen "typisch Kölner Pianisten aus" . Dies erklärt sie uns nicht .


    Im Rahmen ihrer Gesamtaufnahme der beethovensonaten spricht sie durchgehend von den grossen Schwierigleiten , die ihr die Klaviersonaten Beethovens bereiten . ( An den 5 Klavierkonzerten ist sie dann eher im Vergleich wegen ihrer beliebigen Wiedergabe eher gescheitert ) . Sie hat sich wohl , folgt man ihren eigenne Aussagen , besonders auf die späten Beethovensonaten konzentriert .


    Was hat sie uns zu sagen ? Alle Sonaten ab Opus 101 wirken wie scharf gemeisselt , wenig tiefgründig , Beethoven eher beisite geschoben im Vergleich zu den Kolleginnen und Kollegen . Auf eine andere Weise , aber dennoch kühl , zu kühl wie Maurizio Pollini . Wir hören kein interpretatorisches Risiko in ihrem Spiel . Alles ist viel zu glatt . Angesichts der damaligen schwierigen Lage von beethoven wirkt alles wie teilnahmslos , "tränenlos" . Sie kann sich in die Welt beethovens nicht einfühlen . Ein Problem so verschiedenr Kulturen ? Jedenfalls kenne ich besondesr in Opus 111 keine einzige Stelle , die mich nochmals dazu reizen würde , diese Aufnahme zu kaufen . Es gibt unter den lebenden Künstlern packendere , zupackendere , "beethovenschere" Aufnahmen als die von Uchida .


    Ganz ähnlich geht es mir mit Uchidas Schubert ("Der typische Wiener Komponist" ) .



    Viele Grüsse ,




    Frank

    Frank Georg Bechyna
    Musik & Medizin

  • Lieber Walter, lieber Frank,


    ich habe jetzt Eure Beiträge zu der Einspielung der letzten drei Sonaten von Mitsuko Uchida gelesen- und ich muss sagen, meine Eindrücke sind andere. Was vielleicht auch darin liegt, dass ich Frau Uchida mit diesem Programm live gehört habe.


    Frank, Du schreibst:


    Zitat

    Alle Sonaten ab Opus 101 wirken wie scharf gemeisselt


    Damit gehe ich noch konform- das charakterisiert Uchidas Spiel recht gut wie ich finde. Im Ganzen erinnert mich ihre Interpretation der drei Sonaten, die eher die lyrischen Facetten betont, an Andras Schiff´s Deutung.


    Probleme habe ich mit der folgenden Bemerkung:


    Zitat


    wenig tiefgründig


    Woran machst Du das fest? Mangelnde Tiefgründigkeit habe ich während des Konzerts nicht feststellen können. Klar strukturiert, präzise Beachtung der dynamischen Vorschriften, und dabei gar nicht zurückhaltend-das ist mir aufgefallen.


    Zitat

    Sie kann sich in die Welt Beethovens nicht einfühlen


    Das zu beurteilen traue ich mir nicht zu.


    Herzliche Grüße,:hello::hello:



    Christian

    Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

  • Lieber Christian :



    Schon vo mehreren Wochen hatten wir uns ganz kurz über Schiff ausgetauscht .


    Dann ist alles vorübergehdn erloschen , was sicherlich an besonderen Umständne bei kir leigt , die ich hier nicht weiter ausführen kann .


    Im Kern Deiner Meinung steht die meiner Meinung nach völlig ricjhtige Anmerkung : Konserve oder Konzerterlebnis !


    Ich habe das zuvor schon bei Wilhelm Backhaus darzutsellen versucht oder bei Emil Gilels und Claudio Arrau .


    Wir hatten auch einmal vor zu Richard Lewis' letzten Meethoven - Abend in die "Wigmore Hall" nach London zu fliegen ) Opp. 109 - 111 ) . Daraus ist dann nichts geworden ud einen Konzertmitschnitt gibt es verständlicherweise derzeit nicht .


    Ich weiss nur von eime Bekannten, dessen erste Ehefrau Engländerin ist , dass sein Konzerteindruck nicht von der ehe r langweiligen Aufnahme , dei ich habe , abgeischen ist .


    Andras Schiff liegt inzwischen vollständig vor . Ohne dies hier vertiefen zu wollen ist er insgesamt überzeugender als enn wir nur eine CD hören .


    Ucida hat ihre klaren Vorstellungen , die sie etwa bei Opus 101 und Opus 106 auch mit wenigen Sätzen versucht hat darzustellen .


    Dies mag die technischen und physischen Anstrengungen richtig darstellen , die sie damit hat . Aber es fehlt doch mehr .


    Uchida mag , soweit man dies weiss , eine charmante Dame in London sein , aber einen Zugang zu der Welt um Beethoven herum und ihm selbst ( das ist ja alles sehr genau dokumentiert ! ) hat sie nicht .


    Das festzustellen traue ich mir durchaus zu !


    Dir ein erholsames Wochenende !


    Beste Grüsse ,


    Frank

    Frank Georg Bechyna
    Musik & Medizin

  • Lieber Christian,


    leider habe ich Uchida nie live gehört. Wenn es nicht die begeisterten Konzertberichte von Dir mit Bestätigung durch 'Kurzstückmeister' (und auch in New York Times) geben würde, hätte ich mich nicht näher mit ihr beschäftigt.


    Du hattest geschrieben: "Von höflicher asiatischer Zurückhaltung war bei der Pianistin nichts zu spüren, solange sie am Flügel saß: Die Kontraste von op. 111 spielte sie ganz aus, nie mit kontrollierter Offensive, sondern mit voller Risikobereitschaft. Wuchtige Akkorde neben wunderbar ausgesungenen lyrischen Passagen in der Arietta. Nie unterkühlt und mit einer unglaublichen Farbenpalette." ( Uchida-Thread ).


    Ganz ähnlich der Bericht in der "New York Times" 2005: "Ms. Uchida's Beethoven nearly swept away all memory of the works that came before it. From the opening bars, it was clear that this was going to be an explosive performance that showed Beethoven at his wildest and least idealized - that is, as the complex, intensely pained composer he was when he composed this works, in 1817 and 1818. Using a bright and often brittle sound and enormous power, Ms. Uchida made the first two movements into a musical equivalent of Edvard Munch's "Scream," and there were moments when she seemed likely to wrestle the piano to the floor."


    Davon höre ich auf der CD nichts. Das war mein Ausgangspunkt, intensiver die Uchida-Interviews zu lesen, um zu verstehen, warum es offenbar zwei ganz verschiedene Seiten von ihr gibt. Offenbar passt sie sich auf ihrer CD-Veröffentlichung in ganz anderer Weise einem vorgefundenen Geschmack an, während sie in Konzerten davon freier wird. In den Interviews entwirft sie von sich ein Bild, dass sie kaum wahrnimmt, was um sie herum vorgeht, wogegen fast regelmäßig ihre Teetasse aus Mozarts Geburtsjahr erwähnt wird (so auch in dem "Zeit"-Interview). Das alles gab Anlaß für meinen Beitrag. - Du hattest geschrieben, dass Du Dir diese CD gekauft hast. Mich interessiert daher sehr Deine Meinung, wie diese CD klingt im Vergleich zu ihrem Konzert und den Aufnahmen anderer Interpreten.


    Viele Grüße,
    Walter

  • Lieber Walter,


    ich habe die CD jetzt länger nicht mehr gehört- muss also meine Höreindrücke noch einmal auffrischen. Ich tue das in den nächsten Tagen- und melde mich dann. Wenn es deutlich länger dauern sollte, erinnere mich einfach noch mal daran.


    Herzliche Grüße,:hello: :hello:


    Christian

    Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

  • Liebe Taminos :



    Martino Tirimo hat in seiner Editio der "Wiener Urtext Edition" , versehen mit einem Vorwort von Alfred Brendel , bei den Sonaten von Franz Schubert direkt auf die verschiedenen Wirkungen der damals vorhandenen Instrumente auf den Klang und die Klangmöglichkeiten der Klaviersonaten von Franz Schubert hingewiesen .



    Tirimo hat alles Sonaten in Zyklen mehrfach interpretiert .


    Der junge österreischische Pianist Gottlieb hat musikwissenschaftlich diese Schubertsonaten ebenfalls unter musikwissenschaftlichen Aspekten analysiert ; und bei dem Label 'Naxos' eingespielt in ganz heute üblicherweisee , was überraschen muss , wenn wir seinen Text zu den einzelnen Aufnahmen lesen .



    W i e sieht dies bei den Klaviersonaten Beethovens aus ? Ihm standen in etwa diselben Instrumente zur Verfügung wie Franz Schubert . Also müssten sich logioscherweise auch sehr ähnliche Klangunterschiede zu Beethovens Zeiten gegenüber heute ergeben haben .



    Christian ( Ceasr73 ) hat an anderer Stelle interessanterweise auf die grosse Klabqualität eines grossen FAZIOLI - Flügels hingewiesen . Von einem verstorbenen Freund weiss ich , dass auch er Fazioli - Flügel ausserpordentlich wegen ihre Klanges geschätzt hat .


    Diese Problematik ist hier bislang nie angesprochen worden .


    Vielleicht kennt jemand hier Aufnahmen von Beethovens Klaviersonaten , dei auf einen solchen Fazioli - Flügel gespielt worden sind oder derzeit gespielt werden .


    Und wie ist die Klangwirkung der früheren Instrumente zu den heutigen Steinway - Flügel ?



    Viele Grüsse ,



    Frank

    Frank Georg Bechyna
    Musik & Medizin


  • Lieber Frank,


    zu dem Thema gibt es zum Beispiel folgenden Thread:


    Alternativen zu Steinway


    Angela Hewitt verwendet übrigens für ihre Beethoven-Einspielungen bei Hyperion einen Fazioli. Den Unterschied zum "gewöhnlichen" Steinway hört man deutlich- insbesondere im Diskant, der ist bedeutend farbenreicher.


    Zu den Klangwirkungen der historischen Instrumente oder ihrer Nachbauten finden sich in etlichen Threads verstreut verschiedene Anmerkungen, beispielsweise hier:


    Klaviersonaten der Klassik auf historischen Instrumenten



    Brauchen wir noch die 159. Gesamteinspielung?




    Historische Klaviere und ihre Aufnahmen



    Zur Appassionata im Besonderen hier (am Ende der ersten Seite und zum Beginn der zweiten Seite des Threads):


    Beethoven leidenschaftlich



    Ach- und einen habe ich noch vergessen:


    Beethovens Klaviermusik auf Hammerflügeln


    Das ist erst mal nur eine Auswahl auf die Schnelle :D
    Herzliche Grüße,:hello::hello:


    Christian

    Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

  • Lieber Christian :



    Vielen Dank für Deine Hinweise .


    In Deinem von mir angesprochenen Beitrag sprachst Du einen ganz bestimmten , sehr langen FAZIOLI - Flügel an .


    Leider wird in fast allen Booklets nicht auf das verwendte Instrument hingewiesen .


    Obwohl es auch bei den von Dir als "gewöhnlichen" Steinways erhebliche klangliche uNterschiede gibt .


    Nicht wenige Pianiten notieren sich bei ihnen besonders guten Flügeln die Nummern .


    Der einzige Pianist , der mir aus dem gedächntnis bekannt ist , der schon in den 199er Jahren eine FAZIOLI - Flügel benutzt hat war M. Petrucciani ( aber der hat nict Beethoven gespielt . ) .


    Dir Dank und die besten Grüsse !



    Frank

    Frank Georg Bechyna
    Musik & Medizin

  • Zitat

    Original von Frank Georg Bechyna


    Vielen Dank für Deine Hinweise .


    Gern geschehen Frank!


    Zitat

    In Deinem von mir angesprochenen Beitrag sprachst Du einen ganz bestimmten , sehr langen FAZIOLI - Flügel an .


    Ich nehme an, Du meinst meinen Beitrag über Boganyis Aufnahme der Nocturnes.


    Zitat

    Leider wird in fast allen Booklets nicht auf das verwendte Instrument hingewiesen .


    Meiner Erfahrung nach bei den meisten Labels (insbesondere bei den kleineren Plattenfirmen) inzwischen schon. Bei Audite beispielsweise wird sogar die Seriennummer des verwendeten Flügels angegeben.


    Zitat

    Obwohl es auch bei den von Dir als "gewöhnlichen" Steinways erhebliche klangliche uNterschiede gibt .


    D´accord. Deswegen habe ich hier auch Anführungszeichen verwendet.




    Ein Pianist der übrigens ebenfalls bekennender Fazioli-Fan ist, ist Nikolai Demidenko.


    Aber das nur am Rande.


    @ Walter:


    Zum Hören von Uchidas Aufnahme bin ich noch nicht gekommen. Aber ich hole das nach!



    Herzliche Grüße,:hello::hello:


    Christian

    Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)


  • Lieber Frank,


    Du hast selbst auf eine GA auf Fazioli hingewiesen: die von Aldo Ciccolini. Ciccolini arbeitet seit 1985 mit Fazioli zusammen (nur live leider nicht :( ).


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Lieber Thomas :



    Das ist eines der Hauptprobleme .


    Vertragsabhängigkeit eines Künstlers ( s. dazu etwa S. Richter mit seinem Wechsel zu YAMAHA oder die späte "Goldberg-Variationen" durch Gould , ebenfalls auf einem YAMAHA - Flügel in New York City ; hier wundert mich natürlich , dass Steinway & Sons , NYC , nicht in der Lage gewesen sein soll, in den nicht kleinen Lagerräumen einen sehr guten Flügel bereitzustellen . ) und bei Aufnahmen verwendeter Flügel und dann die oft eingeschränkten Möglichkeiten , am jeweiligen Spielort ein "Instrument der eigenen Vorstellungen" zu finden , dürfte sich bei der von CHRISTIAN erwähnten Angela Hewitt 1997 / 1998 bei ihren Konzerten am Niederrhein ( dort gab es Steinway - Instrumente ) so ergeben haben wie auch bei ALDO CICCOLINI ( etwa Beethoven-Sonaten bei 'Cascavalle' auf einem Fazioli - Flügel im Gegensatz zu seiner heute noch bestehenden Konzertaktivität , die beachtlich ist ) , auf den THOMAS zu recht hier hinweist .


    Ich weiss , lieber Christian , dass es CD-Firmen gibt , die auch die Seriennummer der Instrumente angeben . Es sind aber schon mehrfach Zweifel geäussert worden , ob dies tatsächlich der Wirklichkeit immer entspricht .


    Die Zeiten als Benedetti Michelangeli , Alexis Weissenberg oder Krystian Zimerman mit einem eigenen Flügel zumindest zu den wichtigen Festivals gereist sind , dürften weitestgehend der Vergangenheit angehören .


    Auch das Mitbringen des eigenen Klavierstimmers , worüber Mohr in zwei Büchern ausführlicher schreibt , dürfte kaum noch vorkommen .



    Danke für Eure Hinweise und



    beste Grüsse ,




    Frank

    Frank Georg Bechyna
    Musik & Medizin

  • Zitat

    Original von Walter.T
    Beethoven hat für diese Sonate keine Metronomzahl, aber durch diese Konstruktion die Zeitverhältnisse völlig vorgegeben, woran sich leider - wie bereits früher angemerkt - kein Interpret auch nur annähernd hält.


    Vor allem die Zeitverhältnisse im 2. Satz endlich mal konsequent umgesetzt zu haben, beansprucht ja Vitalij Margulis für sich. In seiner Aufnahme braucht er allein für diesen Satz 26 Minuten, was im Booklet und einem längeren eingesprochenen Essay gerechtfertigt wird (mit Vergleichsschnippseln von renommierten Interpretationen).



    Bei jpc ist diese Aufnahme von 1989 zumindest noch gelistet, bei amazon gibt's mehrere Angebote.


    Viele Grüße