GERNSHEIM Friedrich - Die Konzerte

  • In Bezug auf die Biographie und ein Sammelsurium seiner Werke verweise ich auf den Thread:
    GERNSHEIM Friedrich - Ein vorauseilender Epigone von Brahms?
    Indes das war 2004. Inzwischen dürfte die Bedeutung Gernsheims einigermaße erkannt worden seinm so daß jetzt bei über 90 Werken mit Opuszahl die Auftrennung in die Verschiedenen Werkgruppen möglich und sinnvoll erscheint.
    Gernsheim schrieb meines Wissens 2 Violinkonzerte, 1 Fantasiestück für Violine und Orchester, sowie je ein Klavier- und ein Cellokonzert.Noch gibt es nicht alles davon auf Tonträger, aber die derzeitige Tendenz lässt hoffen daß sich das innerhalb der nächsten 2-5 Jahre ändert.
    Gernsheims Musik ist wert, gehört und auf Tonträger aufgenommen zu werden.


    mfg aus Wien
    Alfred

  • Heute habe ich Gernsheims Violinkonzert Nr 1 op 42 in D-dur erstmals gehört, und ich fand mich in meiner Meinung bestätig, daß dieser Komponist krass unterschätzt ist. Man muß Bewertungen natürlich auch gewissen Kriterien unterziehen, in meinem Falle ist es die Klangschönheit und die Publikumswirksamkeit - bezogen natürlich auf das Publikum zu Lebzeiten des Komponisten.
    Das Konzert beginnt völlig ungewöhnlich mit Hornkängen, die durch leise Pauken unterstützt werden, die Wirkung der Pauken ist hier ähnlich wie bei Beethovens Violinkonzert, Ansonst fand ich Anklänge an Mendelssohn und gelegentlich sogar an Paganini, wenngleich in abgeschwächtger Form und nur kurz. Das Konzert ist freundlich strahlend , kräftig, mit einer sanften Tendenz zum süßlichen, was ich bei Violinkonzerten als positiv bewerte, wenngleich sich hier naturgemäß nicht jeder anschliessen wird. Ich empfand das Hören des dreisätzigen Werkes (Spieldauer ca 30 Minuten) als beglückend und begeisternd, zwei Attribute, die ich ansonsten nur selten vergebe.



    Die Sätze:


    1) Allegro non troppo
    2) Andante affetuoso
    3) Finale Allegro energico e con brio


    Im Booklet wird darauf hingewiesen, daß das Konzert an sich dem Geiger August Wilhelmj (1845-1908) gewidemet werden sollte, was aber nur mündlich überliefert sei, die Partitur enthält die Widmung an Pablo de Sarasate (1844.1908)
    Der Klang der Violie var so lieblich, daß ich mich zu interessieren begann und welches Instrument es sich handelt.ES handelt sich um die Stradivari "Dancla" aus dem Jahre 1703 ist eine Leihgabe der L-Bank Baden-Württemberg an den Geiger Linus Roth, welcher das Instrument nun sei 1997 spielt.


    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred