Sind englische Chöre die besten, und wenn ja, warum?

  • Voces8 mit einer ad-hoc Darbietung desselben Stücks.



    Die Bild- und Tonaufnahmen sind sogar noch stärker einschränkend als bei Altro Coro, dennoch sind die Qualitätsunterschiede erkennbar.

  • William Byrd, Ne Irascaris Domine, Stile Antico - noch so ein vibratoarmer, klarstimmiger, seidenweicher, exakter Kleinchor (12 Personen) aus England. Sie haben zudem keinen Dirigenten.


    Ein Stück zum Dahinschmelzen von einem englischen Komponisten, der vor fast 400 Jahren gestorben ist.


  • William Byrd, Ne Irascaris Domine, Stile Antico - noch so ein vibratoarmer, klarstimmiger, seidenweicher, exakter Kleinchor (12 Personen) aus England. Sie haben zudem keinen Dirigenten.


    Ein Stück zum Dahinschmelzen von einem englischen Komponisten, der vor fast 400 Jahren gestorben ist.


    Ich habe über dieses Stück irgendwo hier im Forum geschrieben. Wir haben das als Männerchor mit 2 Frauen in der Oberstimme gesungen. Ich habe damals einige Aufnahmen verglichen; die obige mit stile (nicht Sile!) antico war die beste und so gut, dass man die anderen nicht hören muss. Vorbildlich und nicht die Regel sind die Bässe (geteilt), selbst bei guten Ensembles gibt es oft nur Baritone, aber selten so richtig schwarze Bässe. Beachtenswert ist auch die Abschattung der Lautstärken.

    Unsere Aufführung war passabel, aber bei YouTube stellen wir natürlich nichts ein.

    Lieber Michael, ich habe gerade Handwerker, kannst nicht auch mal hier die "Lamentationes Jeremiae" von Tallis einstellen? Hintergründe zu dieser Komposition findet man in meinem thread "Jerusalem 586 ante".

    In keiner Gegenwart kann gewusst werden, wie sie hätte anders werden können, als sie geworden ist (Jörg Maurer).

  • Lieber Dottore, mache ich doch gern.


    Von Stile Antico habe ich dazu allerdings nicht gefunden - also habe ich eine andere von den englischen Supertruppen ausgewählt: The 16


  • und die Lamentationes II



    The 16 rangieren bei mir ganz oben mit, seit ich Händels Chandos Anthems mit ihnen gehört habe. Es sind tatsächlich wohl zur Zeit 18 Sängerinnen und Sänger (habe das mal auf ihrer Homepage gezählt) und zudem gibt es ein Orchester, in dem über 20 Leute mitspielen.


    Insgesamt heißt es The Sixteen Choir and Orchestra

  • Und nochmal zurück zum Thema des Threads.


    Wenn man die Version der 16 mit einem ausgezeichneten Chor aus Australien vergleicht, dem Gloriana Chamber Choir, der in Melbourne ansässig ist, hört man schnell die Unterschiede - The 16 ist ausgewogener, runder, harmonischer und mit den besseren Stimmen



    Nachtrag:

    Allerdings scheint das nur eine semiprofessionelle Truppe zu sein, insofern ist der Vergleich wohl nicht ganz fair.

  • Was es aber in England nicht gibt: einen Chor wie den Mormon Tabernacle Choir, 360 Leute stark und so präzise, als wären es keine 30.


    Kein Nachklappern, keine verschleppten s-, t- oder p-Laute, und das bei einem Text wie "who is this King of Glory". Die müssen wohl üben, bis die Stimmbänder streiken.


  • Als ich die Kathedrale in Chichester besuchte, lagen CDs auf, die man erwerben konnte. Ich entschied mich für diese Aufnahme, ohne genaueres über die Musik und den Komponisten zu wissen. Es sind Chorkompositionen für Knabenstimmen von Geoffry Burgon enthalten, die der Knabenchor der Chichester-Kathedrale singt. Burgon wurde durch seine Arbeit für Musik von Fernsehsendungen bekannt. Er komponierte auch Auftragswerke von Chorkompositionen.

    Was ich sagen kann, diese Aufnahme kann ich uneingeschränkt empfehlen. Ich habe sie mir doppelt angeschafft.


    <= Pünktchen anklicken


    Chormusik besitzt in England einen anderen Stellenwert als auf dem Kontinent. Ich denke, das hat mit der Tradition der Knabenchöre zu tun. Es wurde schon erwähnt, dass an den Universitäten es statutarisch festgelegt ist, einen Knabenchor zu führen, der den Gottesdienst musikalisch begleitet. Das erklärt aber nicht die Breitenwirkung. Tradition und Geschichte sind in Grossbritanien wichtiger als bei uns. Die Bewohner der britischen Inseln sind anders verwurzelt mit ihrer Herkunft.


    Die Briten geben Herzblut ins Chorsingen. Im kleinsten Dorf findet man einen Kirchenchor. Diese Breitenwirkung bringt Sänger und Sängerinnen hervor, aus denen die Spitzenchöre, wovon es viele gibt, ihren Bestand an guten Stimmen speisen.


    Die Chöre sind gut betreut und gefördert. Die Jugendarbeit ist wichtig.


    https://www.nycgb.org.uk


    https://ukchoirfestival.com


    Theater und Musik haben an den Schulen einen hohen Stellenwert. Jedes Jahr eine Aufführung sind an den Schulen, die ich kenne, die Regel. Da wird viel für ein tragfähiges Fundament gesorgt, worauf die Erwachsenenchöre bauen können.


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    Alleen / Alleen und Blumen // Blumen / Blumen und Frauen // Alleen / Alleen und Frauen // Alleen und Blumen und Frauen und / ein Bewunderer


    Aus Solidarität mit Eugen Gomringer habe ich die Übersetzung eines seiner Poeme gesetzt, weil dieses Gedicht, das sich an einer Hausfassade in spanischer Sprache befindet, überpinselt werden muss. Grund: Sexismus-Vorwurf
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  • Mal wieder einen exzellenten Chor gefunden: The Singers, Minneapolis, USA


    Durchaus auf dem Niveau sehr guter englischer Chöre, bis zur Spitze sind es nur noch ein paar Zentimeter.


  • Angesichts des Thread-Titels wird hier aber relativ wenig über englische Chöre gepostet, umso mehr dafür über Alternativen aus anderen Ländern...:/


    Ich bin kein Chormusik-Spezialist, aber mich würde schon interessieren, ob es eine übereinstimmende Meinung der "Fachleute" gibt, welches denn die besten (5?) englischen/britischen Chöre sind.