"Stille Nacht, heilige Nacht" - ein Lied wird 200

  • Vor nunmehr zweihundert Jahren ist erstmals das Lied "Stille Nacht, heilige Nacht" bei einer Christmette in Oberndorf bei Salzburg erklungen. Aus der kleinen Kirche ist durch Wiederaufbau ein Gedenkort geworden, der sich zu einen Wallfahrtsort entwickelte. Das Lied gilt als das bekannteste Weihnachtslied und fand international am weitesten Verbreitung. Seine Schöpfer sind der Dorfschullehrer und Organist Franz Xaver Gruber und der Hilfspfarrer Joseph Mohr. Es wurde in mehr als fünfzig Sprachen übersetzt. Bücher wurden darüber geschrieben, die Werbeindustrie reklamierte es für sich. Es gibt Bearbeitungen ohne Zahl, mit und ohne Gesang. Die Unesco hat das Lied als immaterielles Kulturgut anerkannt. Entscheidend trug die Musikindustrie in den den vergangenen hundert Jahren zu seiner Verbreitung bei. In den USA ist das Lied untrennbar mit Bing Crosby verbunden, so dass sich sogar die Legende verbreitete, er habe es selbst kompomiert. Niemand hat gezählt, wieviele Plattenaufnahmen es gibt. Fast alle Chöre dürften es im Repertoire haben. Auch unter Opernsänger finden sich seit altersher sehr viele Interpreten mit unterschiedlichsten Bearbeitungen. Harald Krahl hat in seinen schöen Kalenderblättern oft an das Lied erinnert. Persönlich ist mir ein schlichter Chorsatz am liebsten. Bei dieser Version soll es sich um das Original in sechs Strophen handeln:


    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

    Einmal editiert, zuletzt von Rheingold1876 ()

  • Ein wichtiges Lied für mich, ich muß es mindestens einmal im Jahr singen, typischerweise zusammen mit allen unseren Kinder vor der Bescherung. Dieses Jahr sind nun auch zwei Enkelinnen dabei.


    Mein Vater hat es an dem Tag, wo er den Weihnachtsbaum schmückte, immer rauf und runter gedudelt, und zwar in der Version von Mahalia Jackson:



  • Ein Rückblick: Wenn in den Weihnachtsgottesdiensten "Stille Nacht" (aber auch "O du fröhliche") gesungen wurde, mussten sämtliche Lichtquellen gelöscht werden, es durften nur noch die beiden neben dem Altarraum stehenden Lichterketten der Weihnachtsbäume brennen.


    Das war für ältere Gottesdienstbesucher (ich sage mal:) anheimelnd. Jüngere fanden das einfach nur kitschig - und haben in manchen Gesprächen auch nicht mit ihrer Meinung hinter dem Berg gehalten. Zu dieser Gruppe gehörte ich auch, obwohl ich als Adlatus des Küsters genau der war, der die Kippschalter auf "Aus" stellte. Diese Tradition war für uns Jugendliche damals unerträglich. Wir fanden es auch gut, dass der Kantor und Organist die beiden o.g. berühmten Weihnachtslieder mit angezogenem Tempo spielte, um damit dem "melodischen Kitsch" den Garaus zu machen. Wenn Besucher dagegen beim Pfarrer protestierten, rieb er sich immer freudig die Hände. Ich habe es nie anders erlebt, als dass die beiden Lieder wie eine Parforce-Jagd (Achtung: Satire!) daherkamen. Heute kann ich meine damalige Einstellung nicht mehr nachvollziehen. Die hat sich völlig gedreht - seit wir selber ein Kind und heute drei Enkelkinder haben.


    Wenngleich die genannten Weihnachtslieder auch nach meinem Verständnis zu den bekanntesten Weltweit gehören (mir selbstverständlich auch gefallen und ebenso gerne mitgesungen werden), gibt es für mich sowohl textlich wie auch musikalisch schönere Weihnachtslieder...


    :hello:

  • Die Geschichte des Liedes auf ARTE


    Für die nächsten Tage ist eine filmische Dokumentation über die Entstehung des Liedes und seine Verbreitung in der Mediathek von Arte abrufbar. Sie wird auch noch im Programm wiederholt. Darin ist - im Gegensatz zu meinen Infomationen im Eröffnungsbeitrag von Übersetzungen in dreihundert Sprachen und Dialekte die Rede.

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • Eine der ältesten Darbietungen des Liedes stammt von der legendären Altistin Ernestine Schumann-Heink (1861-1936). Die Angaben über die Entstehung der Aufnahme schwanken je nach Quelle zwischen 1908 und 1910:



    Etwa ein Vierteljahrhundert später ist sie damit nochmals in einer Rundfunksendung zu hören. Damals war sie 75 Jahre alt:

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • Für mich das allerschönste Weihnachtslied. Nicht nur Opernstars haben sich daran versucht. Ich stelle mal 2 Aufnahmen ein, bei denen man bedenken muß, daß die Interpreten Rocksänger sind. Dennoch gefalle mir beide sehr gut. Hier zunächst Robin Gibb, vielleicht etwas zu getragen.



    Und jetzt Elvis - viel mehr als eine Heulboje.



    Herzlichst La Roche

    Ihr wißt, auf unsern deutschen Bühnen probiert ein jeder, was er mag - Goethe, Faust, Vorspiel auf dem Theater, Aussage des Theaterdirektors

  • Es mag daran liegen, dass meine Mutter, die "Zeremonienmeisterin" des familiären Weihnachtsabends war, das Lied nie besonders mochte, aber be miri rangiert es auch nicht weit oben und ich verbinde keine Tradition damit. Obwohl es vermutlich zugunsten der einen oder anderen Oma doch mal gesungen werden musste, das weiß ich aber nicht mehr genau. Auch wenn man den guten Franz Gruber und Joseph Mohr damit sicher bitteres Unrecht tut, ist das Lied halt heute kaum von der Säkularisierung und Verkitschung des Weihnachtsfest zu trennen

    Aufgrund dieses "Boykotts" ist das Lied für mich tatsächlich ebenfalls stark mit Bing Crosbys englischer Version verbunden. Die wirkt zugleich so ernstgemeint und schamlos kitschig, dass man sich ihr kaum entziehen kann.


    (Meine favorisierten Weihnachtslieder sind vermutlich "In dulci jubilo" (eines der ältesten überhaupt), "Vom Himmel hoch" und "Ich steh an deiner Krippen hier".)

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Als das Lied in meiner Jugend im Familienkreise am Heiligen Abend gesungen wurde, war das für mich "Weihnachten", denn damals waren wir arm und den Konsumrausch von heute gab es noch nicht. Später aber gab es eine Zeit, in der ich das Lied dann nicht mehr hören mochte. Überall, wo man hin kam, dudelte es aus den Lautsprechern. Auf jeder Betriebsfeier wurde es am Schluss - nach einigen Getränken - eher gegrölt als gesungen. Dabei mussten auch noch Zettel verteilt werden, weil die meisten die 2. Strophe schon nicht mehr kannten. Ich habe dann einmal - weil ich mehrere Jahre mit einem Kollegen vom vorgesetzten Amt die Weihnachtfeier ausrichten musste und meine Stereoanlage dazu zu Verfügung stellte, ein ganz anderes Programm zusammengestellt (z.B. auch mit Borcherts "Die drei dunklen Könige"), wobei ich am Schluss dieses Lied gesungen von Mahelia Jackson (das in dieser Fassung noch heute mein Favorit ist) erklingen ließ. Da die Zeit schon etwas vorgerückt war, stand nun der Amtsvorstand mittendrin auf und verkündete: "Auch wenn der Herr Jackson noch so schön singt, wer den nächsten Zug bekommen will, darf jetzt gehen".

    Heute, nachdem ich mich nicht mehr in den Weihnachtstrubel begeben muss gewöhne ich mich wieder an das Lied. Dennoch, mein Favorit bleibt die Version von Mahelia Jackson, die oben schon genannt ist.


    Liebe Grüße und frohe Weihnachten

    Gerhard

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

  • Persönlich ist mir ein schlichter Chorsatz am liebsten.

    …. da bin ich ganz bei Dir, lieber Rüdiger! Und natürlich schätze ich besonders die originale Fassung mit 6 Strophen, die auf einer meiner CDs vom Thomanerchor Leipzig gesungen wird.


    Eine Ausnahme möchte ich aber machen, weil das schlichte Lied hier ganz unsentimental, aber mit erlesenem Geschmack und wunderbarer Stimme von einer großartigen Künstlerin geboten wird, die zum Glück, wenn auch hochbetagt, noch unter den Lebenden weilt. Auf dieser CD ist es als Track 1 zu hören (zwei Strophen englisch, eine deutsch gesungen):

    Leontyne Price singt Weihnachtslieder (mit dem Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde Wien)

    Wiener Philharmoniker, Dirigent: Herbert von Karajan (Aufnahme: 1961, Sofiensaal, Wien).


    Trotz der unvermeidlichen Verkitschung und Kommerzialisierung, von der auch dieses schönste und berühmteste deutsche Weihnachtslied nicht verschont geblieben ist, wird es wohl auch die nächsten hundert Jahre überleben, dessen bin ich mir ziemlich sicher.


    LG, Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Lieber Nemorino, die Interpretation von Leontyne Price kenne ich auch sehr gut und teile Deine Bewertung. Obwohl ich Chöre bevorzuge, kann ich auch Aufnahmen von Opernsängern etwas abgewinnen. Die neigen allerdings zu teils sehr verzuckerten Varianten. Das Angebot ist groß. Einige Namen sind genannt. Ich möchte in loser Reihenfolge weitere hinzufügen:


    Richard Tauber, Olive Fremstad, Kirsten Flagstad, Lotte Lehmann, Elisabeth Schwarzkopf, Ingeborg Hallstein, Erika Köth, Anneliese Rothenberger, Maria Stader, Erich Kunz, Renata Tebaldi, Risë Stevens, Fritz Wunderlich, Hermann Prey, Rudolf Schock, Siegfried Jerusalem, Eileen Farrell, Montserrat Caballé, Doris Soffel, Plácido Domingo, José Carreras, Luciano Pavarotti, René Kollo, Brigitte Eisenfeld, Jochen Kowalski, Juan Diego Flórez und Rolando Villazon. Das dürften längst nicht alle sein.

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • Lieber Rüdiger,


    ganz kann ich Deine Einschätzung

    Die neigen allerdings zu teils sehr verzuckerten Varianten

    nicht nachvollziehen. Eher bin ich der Auffassung, daß etliche der genannten Sänger (um Gottes willen nicht alle, und bitte nicht falsch verstehen!) den Eindruck vermitteln, als sängen sie eine Opernarie! So toll wie z.B. Carlo Bergonzi das Lied singt, ich würde mir, sollte ich das Lied nicht kennen, zuerst die Frage stellen "aus welcher Oper ist das schöne Lied?" Ich mache mir jetzt auch nicht die Mühe, alle anzuhören, aber für mich ist das Lied sehr volkstümlich, was aber nicht abwertend gemeint ist. Es ist ein Lied, welches früher in fast jeder Familie am 24. Dezember unterm Tannenbaum gesungen wurde, auch bei uns zu Hause. Um daran erinnert zu werden, bedarf ich einer schlichten Interpretation. Zwei mögliche Varianten habe ich eingestellt, die den schlichten Charakter betonen, eine Verbindung vieler Menschen zu diesem Lied dennoch symbolisieren.


    Herzlichst La Roche.

    Ihr wißt, auf unsern deutschen Bühnen probiert ein jeder, was er mag - Goethe, Faust, Vorspiel auf dem Theater, Aussage des Theaterdirektors

  • Hallo La Roche, wie war das noch mit deinen Argumenten bei den Opern ;), und hier singen die das schöne Weihnachtslied in englisch sowas kommt bei mir nicht in die CD Lade, bitte immer Original!

    Ich selbst werde das am Heiligen Abend mit dem Chor 3X singen, 17h, 21h und zur Christmette um 24h in drei verschiedenen Gotteshäusern!

    Bei den Opernsängern gebe ich dir Recht, und weil du Bergonzi angesprochen hast, geht schon wegen dem schlechten deutsch nicht. Oh je, da bin ich ganz Dr.Pingelig! 8)


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Weihnachtslied in englisch sowas kommt bei mir nicht in die CD Lade

    Grundsätzlich gebe ich Dir recht, lieber Fiesco! Mit Englisch werden wir schon so über Gebühr zugepflastert, egal wann, wie und wo.


    Aber ich mache gerne mal eine Ausnahme, wenn, wie im obigen Fall, eine englischsprachige Künstlerin dieses Lied so geschmackvoll und unprätentiös vorträgt. Leontyne Price singt sogar eine Strophe auf deutsch, doch da kommt sie deutlich an ihre Grenze …..


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Mit Englisch werden wir schon so über Gebühr zugepflastert, egal wann, wie und wo.

    Die vielen englischen Varianten dürften mit der Geschichte des Liedes zu tun haben. Wie schon im Eröffnungsbeitrag angedeutet, war es vor allem in den USA unglaublich beliebt und verbreitet. Als ein weiteres klingendes Bespiel - wieder in englischer Übersetzung - möchte ich Kirsten Flagstad einstellen:




    Sie hat das Lied zweifach aufgenommen. Die erste Aufnahme entstand 1937 in New York, die zweite hier verlinkte zwanzig Jahre später in London.

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • (Meine favorisierten Weihnachtslieder sind vermutlich "In dulci jubilo" (eines der ältesten überhaupt), "Vom Himmel hoch" und "Ich steh an deiner Krippen hier".)

    Es kommt ja nicht oft vor, dass ich mit Johannes übereinstimme, aber mit der Aufzählung jener drei Weihnachtslieder bin ich bei ihm.

    :hello:

  • Ich möchte an dieser Stelle noch auf die Version von Peter Schreier hinweisen. Ich kenne kaum einen Sänger, der die Weihnachtslieder so schlicht und unprätentiös singt wie er.



    Mit der Interpretation von Mahalia Jackson - I am awfully sorry - kann ich mich allerdings überhaupt nicht anfreunden.

    Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe (Tagore)

  • Hallo La Roche, wie war das noch mit deinen Argumenten bei den Opern ;) , und hier singen die das schöne Weihnachtslied in englisch sowas kommt bei mir nicht in die CD Lade

    Lieber Fiesco,


    ganz so pingelig bin ich dabei auch nicht. Wenn ich Corelli oder Bjoerling, Pavarotti und Merill, Gobbi oder Ramey hören will, geht das nicht auf deutsch. Ich bin ein großer Anhänger dieser (und vieler anderer nicht deutschsprachigen Stimmen). Wo käme ich als Opernliebhaber sonst hin? Bjoerling hat zwar einige Strauss-Lieder auf deutsch gesungen, aber darin kommt er an Peter Anders z.B. nicht heran.

    Im Theater (und dabei gehe ich von kleinen Provinztheatern aus) habe ich allerdings nichts gegen deutsche Texte, alldieweil die internationale Spitzenklasse eher weniger da zu erleben ist. Ich habe mich aber an Originaltexte gewöhnen müssen, da an Provinztheatern inzwischen auch fast nur im Original gesungen wird. Dabei bin ich gespaltener Meinung. Ich finde es schon doof, wenn ein Koreaner eine italienische Oper deutsch singt oder ein Chinese, ein Bulgare oder Ungar. Mitunter sind alle Hauptrollen mit verschiedenen Nationalitäten besetzt, und da klingt das deutsch manchmal furchtbar, aber manchmal sogar besser verständlich als von ihren deutschen Kollegen. So singen sie eben italienisch oder französisch, und es ist dann sicher gut, wenn man diese Sprache nicht versteht.


    Aber zurück zur Stillen Nacht. Elvis und Robin Gibb habe ich eingestellt, weil ihre Interpretation mir volkstümlich und dennoch "künstlerisch wertvoll" erscheint. Zur englischen Sprache des Liedes hat Rheingold die treffende Begründung geliefert. Du kannst ja mal einige deutsche Darbietungen einstellen, aber Heintje, Heino, Ronny uva. genügen auch meinem Anspruch erst nach einigen Gläsern Bier. Freddy Quinn, Peter Alexander, Helene Fischer (die für mich zu den besten deutschen Sängerinnen der leichten Muse aller Zeiten gehört) oder Nana Mouskouri sind da schon höher anzusiedeln.


    Ich wünsche Dir viel Erfolg und Spaß beim Weihnachstliedersingen!!


    Herzlichst La Roche


    PS Der Meinung von Mme Cortese bezüglich Peter Schreier kann ich mich nur anschließen.

    Ihr wißt, auf unsern deutschen Bühnen probiert ein jeder, was er mag - Goethe, Faust, Vorspiel auf dem Theater, Aussage des Theaterdirektors

  • Bjoerling hat zwar einige Strauss-Lieder auf deutsch gesungen

    …. und, was nicht vergessen werden sollte, von Beethoven die "Adelaide", und das, wenn auch in gewöhnungsbedürftigem Deutsch, ist wirklich eine Aufnahme für "Desert Island" (womit wir wieder beim Englisch sind). Hier ist es mit drauf:

    mit Harry Ebert am Klavier (Track 22, Aufnahme: 15.7.1939). Ich kenne mindestens ein Dutzend Versionen, aber keine, die (für mich) an diese heranreicht.


    Aber zurück zur Stillen Nacht. ….. Heintje, Heino, Ronny uva. genügen auch meinem Anspruch erst nach einigen Gläsern Bier

    …. und noch etliche "Stamperle", sonst ist es nicht zu ertragen! Zum Glück sind die Geschmäcker verschieden.


    LG, Nemorino


    P.S.: Bei mir hat's oben mit der ASIN wieder geklappt!

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).


  • Wenn Weihnachtslieder von CD dann am liebsten Maria Stader!

    Gibt es leider nicht mehr beim Fluss!


    LG Fiesco


    Oh je, ihr beiden den Schreier ertrag ich nur ganz bedingt, wenn es nicht umgänglich ist dann nur im Notfall bei Mozart!8)

    Doch halt, es gibt eine CD mit Duetten Theo Adam/Peter Schreier die ist zu 80% sehr gut!

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Wenn Weihnachtslieder von CD dann am liebsten Maria Stader!

    Lieber Fiesco,


    ich schätze Maria Stader sehr, vor allem in den Mozart-Opern unter der Leitung von Ferenc Fricsay (DGG).

    Und dann gibt es noch Mozarts "Krönungsmesse" gleich zweimal, einmal in Mono (mit den Berliner Philharmonikern) und einmal in Stereo (mit dem Orchestre Lamoureux, Paris). In beiden Fällen dirigiert Igor Markevitch. Maria Stader singt himmlisch, in der älteren Monofassung noch eine Spur inniger, verklärter.


    Die Weihnachtslieder-Platte kenne ich nicht, aber es gibt einen Auszug daraus auf dieser CD:

    Da singt Maria Stader "Herbei, o ihr Gläubigen", mit schöner Stimme, aber leider in einem Tempo, daß man glauben könnte, sie hätte befürchtet, der Christtagsbraten würde kalt werden ^^! Das mag aber auch am Dirigenten gelegen haben.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Das ist meine ultimative Weihnachtsplatte! Zunächst wirklich 'Platte', nämlich Langspielplatte, dann aber auch auf CD, aber mit anderem Cover. So gerne ich auch Peter Schreier höre und so sehr ich seine Weihnachtslieder-Platte auch schätze (ein Geschenk von Freunden aus der damals noch existierenden DDR), so sehr rangiert die Wunderlich/Prey-Quadflieg-Aufnahme bei mir über allen anderen...

    :hello:


    Will Quadflieg nachträglich eingeschoben - es wäre ungerecht, ihn nicht zu erwähnen!


  • Im März 2018 veröffentlichte Warner zum 90. Geburstag von Christa Ludwig diese üppige Box, die Recitals aus den Jahren 1957 bis 1972 vornehmlich in den originalen Covern zusammenfasst. Unten der wenigen bisher noch nicht veröffentlichten Aufnahmen ist das Lied "Stille Nacht, heilige Nacht" als Track 23 auf CD 5. Postwendend ist es auch bei YouTube verbreitet worden.



    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • Einen Film, in dem die Entstehungsgeschichte des Liedes "Stille Nacht" frei abgehandelt wird, hat MDM bereist in Beitrag 11 genannt. Hier ist noch eine weitere Variante:



    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • Lieber Manfred,


    der Artikel ist wohltuend sachlich und gut verständlich. Für mich ist das Lied eine Kindheitserinnerung. Die einfache, eingängige Melodie prägte sich gut ein, das Lied war nicht zu lang, und der Text paßte ins kindliche Gemüt. Anders als beim "Am Weihnachtsbaume" kam man nicht auf die Idee, den Text zu veralbern. Obwohl ich ein strammer Atheist bin, so berührt mich das Lied immer wieder, wenn es kein zu modernes Arrangement zugrunde hat und durch schräge Akkorde die Klarheit genommen wird. Es ist und bleibt trotz nicht vorhandener Gottesfürchtigkeit mein liebstes Weihnachtslied. Und sicher werden wir es am 24.12. nach dem traditionellen Kartoffelsalat mit Bockwurst singen, wenn auch unser Chor sehr klein ist und nur aus 2 Mann besteht. Unser Sohn ist leider weit weg. Geschwister haben sowohl meine Frau als auch ich nicht, und die Eltern sind alle schon seit mindestens 25 Jahren nicht mehr unter uns. Im Prinzip sind wir froh, wenn Weihnachten vorbei ist.


    Herzlichst La Roche

    Ihr wißt, auf unsern deutschen Bühnen probiert ein jeder, was er mag - Goethe, Faust, Vorspiel auf dem Theater, Aussage des Theaterdirektors

  • Danke für die Empfehlung, lieber lutgra. Es scheint wohl doch darauf hinauszulaufen, dass es sich bei "Stille Nacht, heilige Nacht" um das erfogreichste Lieder der vergangenen zweihundert Jahre handelt. Die Vorlieben für Weihnachtslieder sind zwar geteilt - Beispiele habe wir hier gelesen - an den Fakten zu dem Jubiläumslied ändert das nichts. Wer sich weiter informieren will, kann auch auf mehrere Bücher zurückgreifen - hier sind zwei:



    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."