1840 - Das Liederjahr: Der Robert und Clara Schumann Liederabend

  • Hallo!


    Nachdem wir einen Schubert - Liederabend, einen Abend mit Liedern von Richard Strauss und einen Liederabend nach Gedichten von Friedrich Rückert zusammen gestellt haben, habe ich Lust, ein solches Projekt für das Ehepaar Schumann in Angriff zu nehmen.


    Das passt sehr gut zu 2019, da sich in diesem Jahr der Geburtstag von Clara Schumann, geb. Wieck, zum 200ten mal jährt.



    Robert_u_Clara_Schumann_1847.jpg


    Ich möchte nicht das gesamte Liedschaffen in den Blick nehmen, sondern nur das Jahr 1840. wobei die Lieder, die er in diesem Jahr komponierte ein Großteil seines gesamten Liedschaffens ausmacht.


    S. hierzu auch folgenden Thread:

    1840 – Dokumente und Informationen zum Liederjahr Robert Schumanns


    Hier findet sich auch eine Liste der Lieder, die Robert Schumann in diesem Jahr verfasst hat.


    Schaue ich mir das Liedschaffen seiner Frau Clara an, fallen lediglich drei Lieder in diesen Zeitraum (ausgenommen vom Liebesfrühling, den Robert gemeinsam mit ihr verfasste):

    Am Strande

    Ihr Bildnis

    Volkslied (nach Heinrich Heine)

    Sollte ich mich in dieser Hinsicht irren, lasse ich ich gerne korrigieren.


    Vorgehen:


    Wieder hat jeder die Möglichkeit, Stücke einzubringen, die an diesem Liederabend zum Vortrag kommen. Er macht zugleich Vorschläge, welcher Interpret das Lied vorträgt (unabhängig davon, ob er noch lebt oder nicht).


    Der Liederabend soll zwei Sets à 45 Minuten umfassen.


    Regeln:


    Wir schlagen ausschließlich Lieder mit Klavierbegleitung vor


    Jeder Teilnehmer am Thread kann Liedvorschläge einbringen


    Der Vorschlag beinhaltet den Interpreten, der das Stück vortragen soll.


    Die Aufnahme sollte allgemein zugänglich, also auf CD erschienen sein.


    Schön wäre es, wenn nach Möglichkeit ein youtube-Link beigefügt wäre


    Andere Teilnehmer können für das Stück Alternativvorschläge einbringen - sollen diese allerdings auch begründen.


    Einzelstücke aus Liederzyklen werden zusammen gefasst (spielt bei diesem Liederabend eine bedeutend größere Rolle als in den voran gegangenen)


    Da jemand zu guter Letzt entscheiden muss, welche Einspielung verwendet wird, behalte ich mir dieses Recht vor.



    Wer sich in die Lieder weiter vertiefen möchte, wird hier fündig:


    Schumann-Liedthreads



    Ich hoffe, dass ich viele von Euch animieren kann, sich mit diesen herrlichen Liedern auf leichte Art zu befassen.


    Gruß WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Hallo!


    Wie bei den zurück liegenden Liederabenden auch, eröffne ich den Liederreigen mit einem ersten Vorschlag:


    Als erstes Stück schlage ich aus den Myrten op. 25 eines der schönsten Liebeslieder vor, die das Kunstlied zu bieten hat: Widmung


    Aus den unzähligen Interpretationen habe ich mehrere ausgewählt, die in die engere Wahl kommen könnten (weitere Vorschläge sind willkommen!).


    Doch zunächst der Text des Gedichtes von Friedrich Rückert:


    Du meine Seele, du mein Herz,

    Du meine Wonn’, O du mein Schmerz,

    Du meine Welt, in der ich lebe,

    Mein Himmel du, darein ich schwebe,

    O du mein Grab, in das hinab

    Ich ewig meinen Kummer gab.


    Du bist die Ruh, du bist der Frieden,

    Du bist vom Himmel mir beschieden.

    Daß du mich liebst, macht mich mir wert,

    Dein Blick hat mich vor mir verklärt,

    Du hebst mich liebend über mich,

    Mein guter Geist, mein beßres Ich!


    Im Thread Das Kunstlied im Interpretenvergleich haben wir uns ab Post 73 mit dem Lied beschäftigt. Dennoch stellen die dort erwähnten Aufnahmen nur einen winzigen Ausschnitt des "Marktes" dar.


    Obgleich ich männliche Interpreten bei diesem Lied bevorzuge, möchte ich Aufnahmen beider Geschlechter als Vorschläge einstellen:


    Andrea Kirchschlager bringt bei guter Textklarheit das "Anbetende" sehr gut zur Geltung




    Peter Schreier bringt eine sehr geradlinige und unverschnörkelte Interpretation zu Gehör:




    Eine dritte Interpretation, die ich lediglich in youtube entdeckt habe, ist die von Grace Bumbry. Das Thema des "Muttersprachlichen" ist kaum zu vernehmen. Eine wunderschöne Interpretation.



    Über weitere Liedvorschläge und weitere Vorschläge zu diesem konkreten Lied freue ich mich.


    Gruß WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

    Einmal editiert, zuletzt von WoKa ()

  • Hallo!


    Ein weiteres Lied Schumanns, das ich einführen möchte ist Belsazar op. 57 (ich habe mich für die Schreibweise ohne "t" entschieden) nach einem Gedicht von Heinrich Heine. Meines Wissens gibt es das eigenständige Werk fast ausschließlich von Männern gesungen.


    Die Mitternacht zog näher schon;
    In stummer Ruh' lag Babylon.
    Nur oben in des Königs Schloß,
    Da flackert's, da lärmt des Königs Troß.
    Dort oben in dem Königsaal,
    Belsatzar hielt sein Königsmahl.
    Die Knechte saßen in schimmernden Reihn,
    Und leerten die Becher mit funkelndem Wein.
    Es klirrten die Becher, es jauchzten die Knecht';
    So klang es dem störrigen Könige recht.
    Des Königs Wangen leuchten Glut;
    Im Wein erwuchs ihm kecker Mut.
    Und blindlings reißt der Mut ihn fort;
    Und er lästert die Gottheit mit sündigem Wort.
    Und er brüstet sich frech und lästert wild;
    Die Knechtenschar ihm Beifall brüllt.
    Der König rief mit stolzem Blick;
    Der Diener eilt und kehrt zurück.
    Er trug viel gülden Gerät auf dem Haupt;
    Das war aus dem Tempel Jehovas geraubt.
    Und der König ergriff mit frevler Hand
    Einen heiligen Becher, gefüllt bis am Rand.
    Und er leert ihn hastig bis auf den Grund
    Und rufet laut mit schäumendem Mund:
    «Jehova! dir künd' ich auf ewig Hohn -
    Ich bin der König von Babylon!»
    Doch kaum das grause Wort verklang,
    Dem König ward's heimlich im Busen bang.
    Das gellende Lachen verstummte zumal;
    Es wurde leichenstill im Saal.
    Und sieh! und sieh! an weißer Wand
    Da kam's hervor wie Menschenhand;
    Und schrieb, und schrieb an weißer Wand
    Buchstaben von Feuer, und schrieb und schwand.
    Der König stieren Blicks da saß,
    Mit schlotternden Knien und totenblaß.
    Die Knechtenschar saß kalt durchgraut,
    Und saß gar still, gab keinen Laut.
    Die Magier kamen, doch keiner verstand
    Zu deuten die Flammenschrift an der Wand.
    Belsatzar ward aber in selbiger Nacht
    Von seinen Knechten umgebracht.


    Hier die Besprechung des Werkes durch Helmut Hofmann (Frage: Wo ist er eigentlich? Er war lange nicht mehr präsent im Forum.)

    Helmut Hofmann Belsazar


    Nachdem ich zahlreiche Interpretationen durchgehört habe, möchte ich zunächst die Version von Benjamin Appl einstellen, die sich u.a. dadurch auszeichnet, dass sie in sehr geringem Tempo beginnt um anschließend rasch Fahrt aufzunehmen. Dabei wird sie nie zu artifiziell, ohne die Dramatik des Werkes zu verleugnen.


    Benjamin Appl -Belsazar


    Um eine Verbindung zu Carusos Thread "Neue Stimmen" herzustellen, möchte ich zusätzlich die Aufführung durch Konstantin Krimmel, die es natürlich nicht auf CD gibt, einstellen:


    Konstantin Krimmel -Belsazar


    Ich freue mich auf weitere Vorschläge.


    Gruß WoKa



    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Die Löwenbraut

    Adelbert von Chamisso


    Mit der Myrte geschmückt und dem Brautgeschmeid,

    Des Wärters Tochter, die rosige Maid

    Tritt ein in den Zwinger des Löwen; er liegt

    Der Herrin zu Füssen, vor der er sich schmiegt.

    Der Gewaltige, wild und unbändig zuvor,

    Schaut fromm und verständig zur Herrin empor;

    Die Jungfrau, zart und wonnereich,

    Liebstreichelt ihn sanft und weinet zugleich:

    „Wie waren in Tagen, die nicht mehr sind,

    Gar treue Gespielen, wie Kind und Kind,

    Und hatten uns lieb und hatten uns gern;

    Die Tage der Kindheit, sie liegen uns fern.

    „Du schütteltest machtvoll, eh’ wir’s geglaubt,

    Dein mähnenumwogtes königlich Haupt;

    Ich wuchs heran, du siehst es: ich bin

    Das Kind nicht mehr mit kindischem Sinn.

    „O wär ich das Kind noch und bliebe bei dir,

    Mein starkes, getreues, mein redliches Tier;

    Ich aber muss folgen, sie taten mir’s an,

    Hinaus in die Fremde dem fremden Mann.

    „Es fiel ihm ein, dass schön ich sei,

    Ich wurde gefreit, es ist nun vorbei:

    Der Kranz im Haar, mein guter Gesell,

    Und vor Tränen nicht die Blicke mehr hell.

    „Verstehst du mich ganz? Schaust grimmig dazu,

    Ich bin ja gefasst, sei ruhig auch du;

    Dort seh’ ich ihn kommen, dem folgen ich muss,

    So geb’ ich denn, Freund, dir den letzten Kuss!“

    Und wie ihn die Lippe des Mädchens berührt,

    Da hat man den Zwinger erzittern gespürt,

    Und wie er am Zwinger den Jüngling erschaut,

    Erfasst Entsetzen die bangende Braut.

    Er stellt an die Tür sich des Zwingers zur Wacht,

    Er schwinget den Schweif, er brüllet mit Macht;

    Sie flehend, gebietend und drohend begehrt

    Hinaus; er im Zorn den Ausgang wehrt.

    Und draussen erhebt sich verworren Geschrei.

    Der Jüngling ruft: „Bringt Waffen herbei;

    Ich schiess’ ihn nieder, ich treff’ ihn gut!“

    Aufbrüllt der Gereizte schäumend vor Wut.

    Die Unselige wagt’s sich der Türe zu nahn,

    Da fällt er verwandelt die Herrin an:

    Die schöne Gestalt, ein grässlicher Raub,

    Liegt blutig zerrissen entstellt in dem Staub.

    Und wie er vergossen das teure Blut,

    Er legt sich zur Leiche mit finsterem Mut,

    Er liegt so versunken in Trauer und Schmerz,

    Bis tödlich die Kugel ihn trifft in das Herz.


    Schöner, dramatischer und spannender kann man diese Geschichte wohl kaum erzählen ... so wie es hier getan wird. Der Story soll ja eine wahre Begebenheit zugrunde gelegen haben, aber nichts Genaues weiß man nicht ... man sollte sich aber die acht Minuten Zeit zum Zuhören nehmen!

    Interessant und entsprechend schwierig dürfte es werden, aus den Vorschlägen einen Liederabend zusammenzustellen.
    Abwechselnd eine mächtige Ballade mit einem Drei-Minuten-Lied bringen oder wie?

  • Hallo Karl Georg


    Danke für Deinen Beitrag. Die Lieder sind zunächst unsortiert. Sie "dramaturgisch" in eine sinnvolle Reihung zu bringen, die auch die Zyklen berücksichtigt, ist die Aufgabe, die am Ende steht. Hier kann sich beispielsweise durchaus das erste Set vom zweiten unterscheiden.


    Gruß WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Hallo!


    Ich zitiere hart: "Ein Gesangsstück bei dem es aus meiner Sicht durchaus Sinn macht, es in unterschiedlichen Interpretationen zu hören."

    Die schönsten Balladen


    Daher stelle ich gerne noch eine Aufnahme daneben. Von - das wundert Dich sicherlich nicht - Christiane Karg. Durch sie habe ich das Stück einstmals kennen gelernt bei einem Liederabend in Wiesloch.




    Ich gestehe allerdings, dass ich einer Männerstimme bei dieser Ballade mehr abgewinnen kann und ich die Gerhaher-Aufnahme für idealtypisch halte.


    Gruß WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Hallo!


    Wir bleiben dramatisch.


    Ein Lied, das mich immer wieder sehr betroffen macht, ist Der Soldat aus den Fünf Liedern op. 40.


    Es geht bei gedämpfter Trommel Klang;
    Wie weit noch die Stätte! der Weg wie lang!
    O wär er zur Ruh und alles vorbei!
    Ich glaub', es bricht mir das Herz entzwei!

    Ich hab' in der Welt nur ihn geliebt,
    Nur ihn, dem jetzt man den Tod doch gibt!
    Bei klingendem Spiele wird paradiert;
    Dazu bin auch ich kommandiert.

    Nun schaut er auf zum letzten Mal
    In Gottes Sonne freudigen Strahl;
    Nun binden sie ihm die Augen zu -
    Dir schenke Gott die ewige Ruh!

    Es haben die Neun wohl angelegt;
    Acht Kugeln haben vorbeigefegt.
    Sie zittern alle vor Jammer und Schmerz -
    Ich aber, ich traf ihn mitten in das Herz.


    Nun bin ich meist eher unten den aktuellen Sängerinnen und Sängern unterwegs. Eine Interpretation, die mich allerdings sehr beeindruckt hat, ist die von Heinrich Schlusnus, begleitet von Michael Raucheisen:



    Eine ausführliche Besprechung des Liedes in Tamino habe ich nicht gefunden.


    Gruß WoKa




    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Dann will ich wenigstens ein kleines Stückchen Butter bei die Fische geben ...


    Der Text dieses Liedes geht eigentlich auf den dänischen Dichter Hans Christian Andersen zurück, der sowohl die Schumanns in Leipzig als auch Chamisso in Berlin besuchte. Die ersten vier Lieder des op. 40 - insgesamt sind es fünf - gehen auf übersetzte Andersen-Gedichte zurück, wobei zu bemerken ist, dass Chamisso selbst ein bedeutender Dichter war und es sich dabei eher um Neuschöpfungen nach Andersen handelt.


    Dietrich Fischer-Dieskau schreibt zu diesem Lied in seinem Buch »Robert Schumann - Wort und Musik«:


    »Balladesk und Orchesterfarbig vermag DER SOLDAT (op. 40,3) durch eine Wirkung mitzureißen, die Gustav Mahlers Soldatengesängen und sinfonischen Marschsätzen verwandt ist. Vor allem weist hier Unerbittlichkeit des schreitenden Rhythmus auf den Österreicher voraus. Auf dem Höhepunkt »Ich aber« verlässt Schumann das musikalische Grundschema, das den Text häufig als zweitrangig behandelte, und greift zum Rezitativ. Das Lied endet auf der Dominante und lässt die Frage stehen, wie der Soldat mit seinem Schmerz fertig wird. Dem Stück wird erst durch den Schlusskontrast seine volle Dimension verliehen. Dem bis dahin vom Trommellaut beherrschten Lied folgen vier Takte komponierter Stille. Schumann gibt der Sentimentalität, die der Text in sich birgt, keine Chance«.

  • Hallo Karl Georg!


    Welches ist Deine liebste Interpretation?


    Gruß

    Wolfgang

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Deine Auswahl mit Heinrich Schlusnus hat mich positiv überrascht und ich wüsste nicht, warum ich nach etwas »besserem« suchen sollte - hatte ich Dir doch kürzlich erst die Alten mit Raucheisen ans Herz gelegt ...

  • Hallo!


    Aus dem Liederkreis op. 24 könnte ich mir die Lieder


    1. Morgens steh´ ich auf und frage

    3. Ich wandelte unter den Bäumen

    9. Mit Myrten und Rosen


    als Bestandteil des Liederabends vorstellen.


    Hier ein Vorschlag für das erste genannte Lied:


    Eine Interpretation von Florian Boesch - eine sehr pointierte und lebendige Interpretation.



    Morgens steh’ ich auf und frage:
    Kommt feins Liebchen heut?
    Abends sink’ ich hin und klage:
    Aus blieb sie auch heut.

    In der Nacht mit meinem Kummer
    Lieg’ ich schlaflos, wach;
    Träumend, wie im halben Schlummer,
    Träumend wandle ich bei Tag.


    Gruß WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo


  • Lieber Wolfgang,

    mit Florian Boesch ist das so eine Sache ... ich stelle einmal eine Interpretation von »Morgens steh´ ich auf und frage« ein, die mir mehr zusagt.

    Nach meiner Beurteilung ist Florian Boesch ein Sänger, den man live erleben sollte, er ist da nicht der einzige, es gibt einige Sänger, bei denen es so ist. Im Thread »Der besondere Liederabend« habe ich das mal anhand eines Liederabends mit Boesch im Rahmen der SCHWETZINGER FESTSPIELE zu beschreiben versucht (Beitrag Nr. 14).

  • Hallo!


    Die Aufnahme von Peter Schreier hatte ich auch auf dem Schirm.


    Auch für das nächste Lied "Ich wandelte unter den Bäumen" habe ich ihn verglichen mit Fischer-Dieskau, Bo Skovhus und wollte dann Ian Bostridge einstellen (herrlich lyrisch). Bis ich diese Aufnahme hörte - die mich dazu führt, mein Vorurteil gegenüber Goerne bzgl. lyrischen Liedern zu revidieren.


    Ich wandelte unter den Bäumen

    Mit meinem Gram allein;

    Da kam das alte Träumen,

    Und schlich mir ins Herz hinein.

    Wer hat euch dies Wörtlein gelehret,

    Ihr Vöglein in luftiger Höh?

    Schweigt still! wenn mein Herz es höret,

    Dann tut es noch einmal so weh.

    »Es kam ein Jungfräulein gegangen,

    Die sang es immerfort,

    Da haben wir Vöglein gefangen

    Das hübsche, goldne Wort.«

    Das sollt ihr mir nicht mehr erzählen,

    Ihr Vöglein wunderschlau;

    Ihr wollt meinen Kummer mir stehlen,

    Ich aber niemanden trau.



    Gruß WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo