Traditionelle Opernaufführungen im Vormarsch -Editierte Fassung

  • Dies ist der Parallelthread oder Nachfolger des Threads
    www.tamino-klassikforum.at/ind…age=Thread&threadID=14556
    Im Gegensatz zu diesem möchte ich hier vorzugsweise Videclips gegenwärtiger Inszenierungen, bzw. auch wiederbelebter, welche innerhalb der letzten 5 Jahre an vorzugsweise großen Häusern gezeigt werden verlinken um vor allem jüngeren Opernfreunden zu zeigen wie die Opern, die sie meist nur in entstellter Form zu Gesicht bekommen wirklich auszusehen haben. Trendmässig kann man auch an ersten Häusern sogenannte "traditionelle" Aufführungen sehen, was schon an sich nicht richtig ist, denn man war in der Vergangenheit oft nicht in der Lage, die aberwitzigen Wünsche der Librettisten in vollem Umfang zu realisieren - Heute ist man dazu in der Lage. Ich rufe daher auf, derzeit laufende Inszenierungen, die man ohne wenn und aber dem Begriff "werktreu" zuordnen kann, hier zu verlinken (alle Versuche, Verunstaltungstheater oder auch Regietheater light hier unterzubringen werden von mir erbarmungslos gelöscht.
    Ich werde noch heute zwei Beiträge bringen, die zeigen was ich mir bei diesem Thread vorstelle....


    mfg aus Wien
    Alfred

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  • Und los gehts. Zuerst eine Inszenierung von Verdis "La Traviata" aus London 2015/16 , aus dem königlichen Opernhaus Covent Garden:




    Schaut doch gar nicht so verstaubt aus wie immer wieder von den "Modernisierern" und Verunstaltern behauptet wird - nicht wahr?


    Dies Inszenierung ist nicht nur eine Annäherung der Aufführungen wie ich sie um 1975 erlebte, sie ist einfach perfekt und lässt keine Wünsche offen. Oper in ihrer schönsten Form, hier passt einfach alles: die Dekoration, die Kostüme, die Sänger und die Stimmung an sich.....


    mfg aus Wien
    Alfred

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  • Noch London lenken wir unseren Blick nach Mailand. Die Mailänder Scala wirbt mit einem Clip für ihre Inszenierung von "Rigoletto" Schon beim Ansehen der Clips wird mir warm ums Herz. SO UND NICHT ANDERS muss Oper inszeniert werden.
    Da ist nichts "museales" sondern wir erleben das Leben an einem Hof der Renaissance geradezu hautnah......



    Wir werden damit leben müssen, daß all die Trailer nur beschränkte Zeit im Web - und somit auch in diesem Thread verfügbar sein werden.....


    mfg aus Wien
    Alfred

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  • Wiener Staatsoper im April 2016


    Clip einer Aufführung von Verdis "Un Ballo in maschera"
    Die Wiener Staatsoper war ja nie völlig vom Regietheater verseucht, es gab und gibt immer wieder unverfälschte Inszenierungen, von denen manche seit meiner Jugend am Spielplan sind.



    mit freundlichen Grüßen
    Alfred

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  • Hier eine weiter "tradtionelle" Aufführung, allerdings schon aus dem Jahre 2010. Es handelt sich um eine Aufführung des Teatro Regio die Parma. Ich weiß nicht ob diese Inszenierung noch heute am dortigen Spielplan steht, und wenn ja, dann sicher nicht in dieser hervorragenden Besetzung. Aber es gibt eine Aufzeichnung davon, die noch dazu wahlweise in DVD oder BluRayDisc zu haben ist.



    Für Ausstattung und Regie zeichnet Pier Luigi Pizzi, dessen Stil eigentlich unverwechselbar ist. Seinen Bühnenbildern sieht man an, daß er einst Architektur studiert hat, alles ist leicht stilisiert, nichts wirkt überladen. und dennoch erzeugt er Atmosphäre. Ästheten werden voll auf ihre Rechnung kommen...
    Aus meiner Sicht eine überwältigende Aufführung...



    mfg aus Wien
    Alfred

    clck 212

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  • Hier die neueste Produktion der Staatsoper Hannover, Puccinis "Manon Lescaut"



    Eine Bilderstrecke gibt es zusätzlich auf der Website. (Vielleicht ist die Inszenierung eine "Wiedergutmachung" für den vermurksten "Freischütz" in der letzten Spielzeit?)

    Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe (Tagore)

  • Vor einigen Jahren wurde in Astana, der ca 800.000 Einwohner zählenden Hauptstadt ein Opernhaus im Neoklassizistiscchen Stil erbaut, was die Vertreter der Modern zu hämischen Bemerkungen veranlasste. Ich war indes von Anbeginn von den Bemühungen begeistert, auch in der heutigen Zeit optisch Ansprechendes zu bauen. Nun stellen wir uns die Frage, wie sehen die Inszenierungen in Astana heute aus, wie ist die musikalische Qualität von Orchester Chor, Balletz etc ???
    Die Antwort ist hier im Clip zu sehen: Es handelt sich um einen Ausschnitt in eine Aufführung von Verdis "Attila" aus dem Jahre 2016



    Ehrlich gesagt, dafür können mir sämtliche Opernhäuser Deutschlands gestohlen bleiben, ob sie nun von einer Journalistenclique "zum Opernhaus des Jahres" gewählt wurden oder nicht.... :yes:


    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred


    clck 394

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  • Und wieder ein Blick in die Wiener Staatsoper - und zwar in eine Aufführung von "La Boheme" vom 7. November 2014 - Ich gehe davon aus, daß diese Inszenierung noch die aktuelle ist.



    mfg aus Wien
    Alfred

    clck 487

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  • Nur der im Bild zu sehende Alcindoro ist leider nicht mehr der aktuelle.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Auf politische und kulturpolitische Diskussionen lasse ich mich hier nicht mehr ein. Kein Widerspruch meinerseits bedeutet dann also nicht, dass ich den getätigten Aussagen zustimme!

  • Zitat

    Nur der im Bild zu sehende Alcindoro ist leider nicht mehr der aktuelle.


    Ja -Leider ist Alfred Sramek inzwischen verstorben.
    ______________________________________________


    Hier nun das nächste Videobeispiel aus unseren Tagen (2015)
    Das Teatro Regio di Parma ist derzeit noch eine relativ ergiebige Qualle für einigermaßen unverfälschte Inszenierungen.
    Hier einmal mehr Verdis Rigoletto. Zwar ist das Bühnenbild recht schlicht - keines wo das Publikum voll Entzücken applaudiert wenn der Vorhang hochgeht - aber stilgerecht - eingerichtet, die Kostüme indes sind durchaus so, dass sie einem alten Gemälde entnommen sein könnten. Die Bildqualität ist typisch italienisch, vermutlich hat man altes Filmmaterial des VEB Wolfen (konkret: ORWO UT 16) aufgekauft und die Aufführung gefilmt ...... Eine Zumutung!!!!



    mfg aus Wien
    Alfred

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  • Und hier eine Aufführung des Teatro Real Madrid. Gezeigt wird Mozarts "Le Nozze di Figaro".
    Ich habe lediglich den 2. Teil eingestellt, weil ich ja keine Opern zeigen will, sondern nur Bühnenbild, Maske und Inszenierung vermitteln. Das Interieur und Ausstattung sind an sich korrekt, allerdings ist eine leichte Kühle unübersehbar.
    Ein gräfliches Schloss stellt man sich doch ein wenig prunkvoller ausgestattet vor. Allerdings gewinnt man dadurch - unterstützt durch die leicht stilisierten, mehr oder weniger einfärbig gehaltenen Kostüme, eine Fokussierung hin auf die Personen, weg von einer überladenen Szenerie.
    Eine durchaus ansprechende "werksgetreue" Inszenierung, auf die indes das Wort "traditionell" nicht wirklich passt.



    mfg aus Wien
    Alfred

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  • Von Madrid geht es nach New York. Machen wir hier einen kurzen Blick auf die finale Kostümprobe von Mozarts "Cosi fan tutte" vom September 2013......


    mfg aus Wien
    Alfred

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  • Hier ein kurzer Ausschnitt aus eine Neuinszenierung von Verdis "Nabucco" aus Cluj (Rumänien- Klausenburg) vom Mai 2016. Clip 2 zeigt den Schlussapplaus. Irgendwie ist man überrascht, daß das Publikum, trotz Fehlen eines "zeitgemäßen Regiekonzepts" die Aufführung so enthusiastisch aufgenommen hat




    mfg aus Wien
    Alfred

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  • Zitat

    Denn Kino auf der Bühne machen - da zieht Oper gegenüber wirklichem Kino am Ende immer den Kürzeren.

    Spätestens seit Zefirellis Inszenierungen gilt dieser Satz IMO nicht mehr. Dazu ist zu sagen, daß mich persönlich verfilmte Opern nur in den seltensten Fällen überzeugen konnten. Oper ist für die Bühne gemacht und dank modernster Technik ist beinahe jede Illusion realisierbar.



    Zitat

    "Traditionell" ist natürlich ein vieldeutiges Wort: Welche Tradition ist denn gemeint? Die expressionistische Inszenierung von 1920 ist auch Tradition und "historisch". Ich frage mich immer, ob überhaupt jemand der Opernfreunde hier auch nur annähernd über die verschiedensten Inszenierungstraditionen und "Schulen" sowie ihre diversen Entwicklungen und Einflüsse der letzten 100 Jahre auch nur annähernd Bescheid weiß.

    Wenn das auf mich gemünzt sein sollte (?) dann kann ich sagen, daß ich diese Abscheulichkeiten natürlich kenne. In meiner Jugen war ich froh, daß dies Phase endlich überwunden war und Zefirelli, Schenk, Hampe, Schneider Siemssen und Mauro Pagano als Ausstatter oder Regisseure tonangebend waren. Die absolute Eleganz und Perfektion war erreicht.


    Aber eigentlich ist der Zweck dieses Beitrags, eine weitere zeitnahe Aufführung einer konventionellen Inszenierung zu zeigen. "Il Trovatore" in einer Vorstellung der Mailänder Scala aus dem Jahre 2014.



    Früher hätte ich die Ausstattung als eher mittelmässig bezeichnet - aber man hat uns Bescheidenheit aufgezwungen.... :(



    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

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  • Meine Lieben, hier nun ein Beispiel von 2016 - ich empfehle, jenen, die sich die Einspielung nicht komplett ansehen wollen, zumindest für 5-10 Minuten bei 1:10 einzusteigen.
    Man sollte sich nicht zu lange Zeit lassen - den ewig wird dieser Link nicht funktioniern. Man sehe übrigens wie präzise die Regie hier gearbeitet hat. Jede Bewegung bei den Gästen des Festes ist genau festgelegt, niemand steht unbeteilig erum, jeder nimmt auf seine Art Anteil. Ich vermeide übrigens bewusst Werk oder Stadt des Geschehens zu nennen, denn derjenige, der den Link gesetzt hat, war scheinbar daran interesseiert das zu verschleiern. Ich habe lange nachgedacht,warum manche Buchstaben durch andere ersetzt wurden - meine Schlussfolgerung war, daß man den Link auf diese Weise zumindest ein wenig vor Suchrobotern zu schützen (Menschen können den Text rekonstruieren - Internet- Suchroboter indes NOCH nicht) versucht hat, die nach solchen Links suchen um ihm letztlich zu entfernen. Das wird vermutlich auch irgendwann passieren - aber zumindest einige Zeit wird er vermutlich halten. Ich verstehe nicht warum man diese Dinge immer wieder rausnimmt - denn ich beispielsweise wede mir dies Aufnahme sowieso kaufen . sobald es die im Handel gibt......


    Hier wurde eine Aufführung geschaffen, die in Konkurrenz jener aus London steht (siehe Beitrag Nr 2 in diesem Thread)


    mfg aus Wien
    Alfred


    PS: Ich finde zumindest keine andere Erklärung for die falschen Buchstaben, die ja System zu haben scheinen

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  • Aber auch in London war man nicht untätig. Deshalb hat man gleich eine neue Norma einstudiert. Die Druiden dieser Auffphrung sind IMO eindeutig von den christlichen Religionen beeinflusst, was der Gesamtwirkung natürlich keinen Abbruch tut.
    Heute sind es gleich mehrere Einträge, die ich poste. Man kann hier nicht warten. Solch ein Link kann monatelang verfügbar sein - oder auch nur Tage.......



    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

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  • Da von der Traviata die Rede war, möchte ich hier (leider gibt es im Netz mittlerweile die ganze Aufführung nicht mehr) eine Szene aus der traditionell inszenierten Aufführung aus Orange 2016 mit der unvergleichlichen Ermonela Jaho einstellen:


    Wer davon ungerührt bleibt, dem ist m.E. nicht zu helfen!

  • Wozu in die Ferne schweifen - wenn das Gute liegt so nah
    Das Landestheater Detmold hat im vergangenen Jahr Lortzings "Zar und Zimmermann" auf den Spielplan gesetzt. Die Infos die ich recherchiert habe waren widersprüchlich. Einerseits war von eine "Wiederaufnahme" die Rede, andrerseits von einer gelungen , bejubelten Premiere. - Egal wie dem auch sei, im April 2017 finden noch Aufführungen statt (Bitte das zu überprüfen)
    Es scheint abe so zu sein, daß im April ledigl Aussenstellen bepielt werden, so angelblich am 1. April in Witten...


    http://www.lz.de/lippe/kultur/…linkung&utm_source=kultur



    Das Gesehene hat mir sehr gefallen
    Privinztheater im besten Sinne des Wortes
    Das Bühnenbild ist sehr ansprechend und scheint dennoch finanzierbar gewesen zu sein, die Kostüme sind nahezu perfekt
    Choregraphie und Aufteilungedes Chors auf einer relativ kleinen Bühne sind schlichtweg vorbildlich,
    Und auch stimmlich war ich eigentlich überrascht, der Chor wurde sogar in der Presse extea gelobt
    Nicht zu vergessen die Schauspielerischen Leistungen, wie der dümmlich arrogante Van Bett (so gut habe ich ihn nur selten gesehen)
    Der Marquis de Chateauneuf - ("Lebe wohl mein flandrisch Mädchen") schade daß der Ausschnitt nur ein paar Sekunden lang war - ich hätte gern länger zugehört. Gäbe es von dieser Aufführung eine DVD oder BlueRay Disk - ich würde sie kaufen...
    Da kann sich manch großes Haus eine Scheibe was abschneiden....


    mfg aus Wien
    Alfred

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  • Selbstverständlich kann man solche Bühnenbilder noch heute herstellen. Man kann auich historische Bauwerke wie die Semperoper in Dresden nachbauen - es ist lediglich eine Sache des Willens und des Geldes.


    Ich verlinke hier gerne auf Ausschnitte der Aufführung der Wiener Staatsoper
    Die Aufführung stammt vom 23.4.2017 - ist also 3 Tage alt




    Hier kann auch die jüngere Generation sehen, wie die Aufführungen eines großen staatlichen Opernhauses früher ausgesehen haben - und auch noch heute aussehen wenn mann nur will. die Wiener Staatsoper soll ja einen Direktor bekommen, der aus der Non-LKlassik Musikszene kommt - und er soll die Staatsoper "entstauben" Sowas hat an der Wiener Staatsoper nicht mal Gustav Mahler überlebt - und ich sehe keine Anzeichen dafür, daß das diesmal anders sein wird.


    mfg aus Wien
    Alfred


    PS: Um zum Vollbild modus zu genangen, einfach auf das Youtibe Symbol klicken und dann den Vollbildmodus aktivieren

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  • Aber nun wieder Erfreuiliches: Schon in der Saison 2014/15 brachte die Opera die Roma eine Aufführung auf die Bühne, welche einer Inszenierung des Werkes aus dem Jahre 1900 nachempfunden ist.
    Die Clips enttammen jeweils der Saison 2014/15 und 20115/16 es sollen aber auch heuer wieder Aufführungen am Spielplan stehen...




    mfg aus Wien
    Alfred

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  • Stets findet Überraschung statt wo man sie nicht erwartet hat.
    Oft suche ich geradezu verzweifelt nach Videoclips, welche bestimmte Threadthemen unterstützen sollen und stoße - ins Leere.
    Dann wieder suche ich etwas völlig anderes - und finde mehr, als ich je zu hoffen gewagt habe.
    So war das auch heute. Ich wollte in einem anderen Thread etwas über die Gestaltung des Cherubino durch Sian Pendriy in einer Inszenierung der Opera Australia (Sydney Opera- House) aus dem Jahr 2011 schreiben, da sah ich, daß diese sehr gute aber gleichzeitig auch ein wenig skurile Inszenierung schon durch eine neuere ebenso gute ersetzt wurde - Welch ein Luxus!!!


    Aber Opera Australia dürfte derzeit gut drauf sein - um es flapsig auszudrücken.
    Zuerst nun aber die Inszenierung aus dem Jahre 2011 in einer Liveübertragung


    Eine eigenartige Abart des englischen Humors hat sich hier manifestiert, oft an der Grenze des guten Geschmacks - diese Grenze indes aber niemals wirklich überschreitend - (es sei denn man ist ausgesprochen prüde) Ich würde sagen: Frech, Spritzig Witzig.
    Die Figuren sind leicht überzeichnet, an die Commedia dell arte erinnernd quasi lebend gewordene Figurinen. Die Ausstattung ist eigentlich traditionell, abgesehen von einer im Hintergrund stehenden Trockenhaube und eines Bügeltisches, wenn ich mich richtig erinnere. Mir war - als ich die Aufnahmen auf blue ray disc erwarb, nicht ganz klar, warum man sich damit die so schöne Aufführung "verpatzte".
    Heute hege ich die Vermutung, daß es sich dabei um eine "Bosheit" handelte (die Aufführung strotzt geradezu davon!!!) - eine Anspielung auf moderne Inszenierungen gewissermaßen, verspöttelnd gewissermaßen.
    Diese Inszenierung ist so, daß Beaumarchais vermutlich seine Freude daran hätte. Statt höfischer Eleganz eher triebgetriebene Leute, die ihre Begierden nicht im Zaum halten können - und auch nicht wollen. Auch wenn man es hier nicht sehen kann; Cherubino ist hier nicht schüchtern, sondern äusserst frühreif, und er deutet es gelegentlich durch eindeutige Gesten an... Der Rest spricht für sich, wenn man die beiden Clips (solange noch verfügbar) genau ansieht.... und alles mit Augenzwinkern.




    Es gibt die Aufnahmen auf CD-Rom und Blue Ray Disk.
    Ebenfalls auf CD - aber das wäre schade - Diese Aufnahme ist auch OPTISCH ein HOCHGENUSS!! Weniger durch die eher schlichte Dekoration, als die Personen



    mit freundlichen Grüßen aus Wien


    Alfred

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  • Und hier nun weiterer Geniestreich von Australian Opera mit Paolo Bordogna in der Titelrolle. Die Aufführung stammt vom November 2015. Ich konnte nicht wirklich herausfinden, ob sie aus Sydney oder Melbourne stammt. Eingestellt wurde sie von Sydney Opera House - aber am Vorspann steht : Arts Center Melbourne......


    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

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  • Einigermaßen überrascht war,ich als ich die Inszenierung der Oper Dortmund sah. Durchaus traditionell inszeniert, keine Spur von Regietheater. Man hat sich keine gröberen Schnitzer geleistet. Dennoch: Was fehlt ist der Witz, der Esprit, das duftige, leichte. Wenn Humor verarbeitete wird, dann kommt der für meine Augen recht plump daher, oder wenn man so will: gewollt. Das wird insbesondere deutlich, wenn man die australischen Produktionen im Kopf hat.
    Irgendwie will man in Deutschland - das war schon in meiner Jugend so - dem Zuschauer vor Augen führen, daß es sich hier um ein Kunstprodukt handelt, oft durch Stilisierung der Kostüme oder Bühnenbilder. Man möchte Illusionen erst gar nicht aufkommen lassen, es ist immer wieder mehr oder weniger versteckt der Hinweis: Das ist nur Theater - wir sind im 21, Jahrhundert. Genau das sollte aber imo vermieden werden. Bei der neueren Australischen Produktion ist übrigens auch ein sachlicher "Kunstfehler" mit eingebaut - bin gespannt ob den jemand bemerkt.
    Zurück nach Dortmund. Eine - soweit man das an Hand der kurzen Ausschnitte sehen kann - leicht stilisierende Inszenierung mit gelegentlich dann doch vereinzelt witzigen Einfällen, indes weit entfernt von den gelegentlich sogar karikierenden Darstellungen der australischen Inszenierung von 2011. Dennoch - ein Schritt in die richtige Richtung und eine sicher sehenswerte Aufführung für deutsches Publikum. Hampe gibts eben nur einen.... und Loriot hat ja meines Wissens (leider) keine Opern inszeniert.....


    mfg aus Wien
    Alfred

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  • JAAA Loriot war ein Genie !!


    Ich setze jetzt meine Vorstellungen von "Le Nozze di Figaro" in "traditionellen" Inszenierungen fort´. Und allmählich scheint sich der Titel des Threads zu betätigen.
    Die hier gezeigten Inszenierungen sind durchwegs nicht älter als 5-10 Jahre, eine indes sogar brandneu. Interessant dabei ist, daß manches, wo hier z. B "2012 eingestellt" steht vor einigen jahren trotz intensiven Suchens nicht auffindbar war.
    Diesmal ist es ganz anders. Ich suchte gestern nach einer IMO gelungenen Inszenierung aus Australien von 2011. Als Sammler von Videaufzeichnungen ist das ein Jahr, das von mir schon als "vor kurzem" eingestuft wird. und zwar deshalb, weil damals schon in Full HD aufgezeichnet werden konnte und Übertragungen von einer bislang unerreichten Naturtreue ermöglicht. (Dazu mehr in einem anderen Thread.)
    Gefunden habe ich aber eine noch neuere, ebensogute Inszenierung von ebendort. Und seither reisst die Liste nicht ab: Dortmund, Lonsdon etc.
    Alles hinreissende Inszenierungen.
    Und an Hand der vielen Vergleichsmöglichkeiten ist auch das alte Vorurteil zu widerlegen, da die konservativen Inszenierungen alle gleich aussähen und die Kreativität einschränkten.


    Diesmal möchte ich auf eine aktuelle Lesart des Figaro aus Covent Garden, London hinweisen.



    Viel Vergnügen
    Alfred

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  • So - Nun habe ich sie doch gefunden, die Aufführung, die mir gestern sozusagen in den Schoß gefallen ist - die ich mir für heute aufgehoben habe, und dann stundenlang nicht gefunden habe, weil mir die Stadt entfallen war- es war eine Inszenierung der Opera San Francisco.



    Damit beende ich meine kleine Exkursion in die Welt der "konventionellen" Inszenierungen von Mozarts "Le nozze di Figaro"


    Man sieht, wie vielfältig die Gestaltungsmöglichkeiten sind, und daß jede Inszenierung dem Werk eine völlig andere Farbe verleiht.
    Einige "Trends" sind gelegentlich zu bemerken, nämlich die etwas freieren erotischen Anspielungen, vermutlich ganz im Sinne Baumarchais, der ja einen messerschaften analytschen Blick hatte.
    Daponte wärs vermutlich egal, er war ein allglatter anpassungsdähiger Theatermann mit einem Gspür (wie wir Wiener sagen) für das was beim Publikum ankommt, jederzeit bereit für eine Wendung , wen es ihm nützte - ungeachtet dessen (oder vielleicht gerade deshalb ?): ein großer Theatermann.


    Eine weiter Gemeinsamkeit dieser Inszenierungen: Sie sind annähern "werktreu", ästhetisch ansprechend, und bedürfen keiner Auslegung, Verteidigung oder weitschweifigen Analyse. Auch wenn jede dieser Lesarten der Oper eine eigene Farbe gibt so läßt sie im Grunde das Werk unbeschädigt.


    Ich habe mir die Frage gestellt, wie ein zeitgenössisches Publikum auf die teilweise doch recht deutlich gezeigte Erotik in einigen Inszenierngen reagiert hätte (abgesehen, daß die Zensur das vorher verhindert hätte)
    Man hätte sich wahrscheinlich empört, aber im geheimen gelächelt oder die handelnden Personen beneidet.


    mfg aus Wien
    Alfred

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  • Cosi Fan tutte und Zauberflöte habe ich derzeit nichts brauchbares gefundem aber eine geradezu maßstäbliche Schüleraufführung aus Denver, vom Lamont Operea Theatre. Soweit ich das mitbekommen habe, handelt es sich hioer um eine Musikschule, die derzeit zur Universität Denver gehört. Bühnenbild, Kosüme und Inszeierung atmen einen gewissen nostalgischen Hauch aus, was dem Werk naturgemäß gut bekommt. So sahen Aufführungen an mittelgroßen Häusern in meiner Jugend aus
    Die wunderbaren gemalten Kulissen hinterlassen einen dreidimensionalen realistischen Eindruch und sind sehr leicht den jeweiligen gegebenheiten der Szene anzupassen. Die Lichttechnik zaubert herrliche Stimmungen, die schon am Monitor beeindrucken - live muß das ja ein Traum sein. Die Crew besteht aus jungern Leuten, die hier meiner Meinung nach genz vorzügliche Leistungen erbringen. Die Aufführung stammt von 2014



    mit freundlichen Grüßen aus Wien


    Alfred

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