Aktive Pianisten unserer Tage - Khatia Buniatishvili

  • Lieber Holger,


    Danke sehr für die Hinweise. Paderewski ist umwerfend, genial. Perlemuter und Richter sind sehr gut und natürlich. Richter ist immer für eine Überraschung gut !

    Schade, dass es keine Aufnahme dieser Mazurka mit Ignacy Friedman gibt.


    LG Siamak

  • Danke sehr für die Hinweise. Paderewski ist umwerfend, genial. Perlemuter und Richter sind sehr gut und natürlich. Richter ist immer für eine Überraschung gut !

    Schade, dass es keine Aufnahme dieser Mazurka mit Ignacy Friedman gibt.

    Lieber Siamak,


    ich habe die polnische Paderewski-Notenausgabe der Mazurken! :) Es gibt auch eine CD mit den frühen Paderewski-Aufnahmen von 1911/12 - habe vorhin meinen Sohn in den USA beauftragt, sie zu bestellen. :) Ist aber auch dort (bei amazon.com) nicht mehr auf Lager - kann also sein, dass es sie nicht mehr gibt. Hier gibt es nur eine gebrauchte zum Mondpreis.


    Schade, Friedman wäre wirklich interessant! Von Walter Gieseking gibt es auch eine hörenswerte Aufnahme (Youtube). Ich schaue nachher mal, ob Alfred Cortot sie gespielt hat und Vladimir Sofronitzky - seine Mazurken-Aufnahme ist nicht zu Unrecht berühmt. Nach Samson Francois schaue ich auch noch und nach Stefan Askenase. :hello:


    Schöne Grüße

    Holger

  • Danke, lieber m-mueller für die eingestellten Videos. Du bist offenbar auch überzeugt von dieser großartigen Künstlerin, ihr Spiel ist einfach seelenvoll. Ich fasse mich kurz, denn Musikgeschmack ist verschieden und da kann es natürlich unterschiedliche Auffassungen geben. Buniatishvili hat eine sehr intime Sicht auf die von ihr dargebotenen Werke und die soll sie haben. Das von ihr auf der CD dargebotene Impromptu As-Dur op. 90 Nr. 4 habe ich z.B. selbst in sehr jungen Jahren mit Erfolg gespielt. Sie spielt das anders. Na bitte. Das ist künstlerische Freiheit und auch in der symphonischen Musik gibt es vom gleichen Werk oft verschiedene Sichtweisen. Dann lese ich hier Vergleiche mit Altmeistern wie Rubinstein, Richter, Horowitz, Gieseking, Paderewski etc. Was soll das? Buniatishvili ist 31 Jahre jung! Mit 70 wird sie ganz sicher anders spielen.

    :hello:

  • (...)Dann lese ich hier Vergleiche mit Altmeistern wie Rubinstein, Richter, Horowitz, Gieseking, Paderewski etc. Was soll das? (...)

    Durch Vergleiche lerne ich persönlich sehr viel dazu. Und sie befördern auch die Geschmacksbildung enorm. Ob das Vergleiche von jungen mit älteren Künstlern betrifft, ist dabei zunächst einmal nicht von grundsätzlichem Belang. Aber klar: Es wäre Buniatishvili zu wünschen, dass sie sich gerade über die geistige Auseinandersetzung mit Musik in den nächsten Jahrzehnten noch deutlich weiterentwickelt und womöglich dann auch zu überzeugenderen Ergebnissen kommt als beim Schubert-Album.

    Das as-Moll/As-Dur-Impromtu gehört für mich übrigens auch zu den verhältnismäßig gelungeneren Stücken darauf, gerade beim Mittelteil findet sie da einen Ton, der mich aufhorchen ließ, weil er nicht diese etwas zu vordergründig angelegte Plakativität ausstrahlt, die ich am Album an vielen Stellen leider nicht mag.



  • Nikolaus Lenau:


    Die drei Zigeuner


    Drei Zigeuner fand ich einmal
    Liegen an einer Weide,
    Als mein Fuhrwerk mit müder Qual
    Schlich durch sandige Heide.


    Hielt der eine für sich allein
    In den Händen die Fiedel,
    Spielte, umglüht vom Abendschein,
    Sich ein feuriges Liedel.


    Hielt der zweite die Pfeif im Mund,
    Blickte nach seinem Rauche,
    Froh, als ob er vom Erdenrund
    Nichts zum Glücke mehr brauche.


    Und der dritte behaglich schlief,
    Und sein Zimbal am Baum hing,
    Über die Saiten der Windhauch lief,
    Über sein Herz ein Traum ging.


    An den Kleidern trugen die drei
    Löcher und bunte Flicken,
    Aber sie boten trotzig frei
    Spott den Erdengeschicken.


    Dreifach haben sie mir gezeigt,
    Wenn das Leben uns nachtet,
    Wie mans verraucht, verschläft, vergeigt
    Und es dreimal verachtet.


    Nach den Zigeunern lang noch schaun
    Mußt ich im Weiterfahren,
    Nach den Gesichtern dunkelbraun,
    Den schwarzlockigen Haaren.