John Cage - 4`33 - was ist die beste Einspielung?

  • Gut, ich gebe zu, das ist ziemlich "tongue in cheek" - aber interessanterweise habe ich auf Youtube da doch was gefunden!!!


    Zum Stück selbst zitiere ich Wiki -


    4′33″ (ausgesprochen "Four minutes, thirty-three seconds" oder nur "Four thirty-three") ist eine dreisätzige Komposition des amerikanischen Experimental-Komponisten John Cage (1912-1992). Sie wurde 1952 für ein beliebiges Instrument oder eine Kombination von Instrumenten komponiert, und die Partitur weist die Interpreten an, ihre Instrumente während der gesamten Dauer des Stückes während der drei Sätze nicht zu spielen. Das Stück besteht aus den Klängen der Umgebung, die die Zuhörer während der Aufführung hören, obwohl es gemeinhin als "vier Minuten dreißig Sekunden Stille" wahrgenommen wird. Der Titel des Stücks bezieht sich auf die Gesamtlänge in Minuten und Sekunden einer bestimmten Aufführung, wobei 4′33″ die Gesamtlänge der ersten öffentlichen Aufführung ist.


    Konzipiert um 1947-48, während der Komponist an Sonaten und Zwischenspielen arbeitete, 4′33″ wurde für Cage zum Inbegriff seiner Idee, dass Klänge Musik machen können. Es war auch ein Spiegelbild des Einflusses des Zen-Buddhismus, den Cage seit Ende der 1940er Jahre studierte. In einem Interview von 1982 und bei zahlreichen anderen Gelegenheiten erklärte Cage, dass 4′33″ seiner Meinung nach sein wichtigstes Werk sei.Das New Grove Dictionary of Music and Musicians beschreibt 4′33″ als Cages "berühmteste und umstrittenste Schöpfung".


    Cage against the Machine


    William Marx


    Besonders gut gefällt mir die Interpretation von Frank Zappa, obwohl der mit 5:07 es eher langsam angeht - dieses Cover hat aber auch seine Berechtigung


    Frank Zappa


    Floraleda Sacchi zeigt ebenfalls eine überaus sinnliche und tiefgründige Interpretation, besonders der Schluss hat es in sich (wirklich !!!!)


    Floraleda Sacchi


    Was sind Eure Eindrücke des Stückes? Habt ihr vielleicht weitere interessante Aufnahmen davon, die unbedingt in jede Platten-/CD-Sammlung gehören


    Ich freu' mich schon auf Eure Beiträge!!!!


    LG

    Kurt

  • Und mal an die RT-Spezialisten bzw. deren Kritiker: wenn man bei einer gewollten und angekündigten Aufführung des Werkes nicht komplett schweigt, sondern leise und unverständlich murmelt, kann man dann wegen Verunstaltung belangt werden?

  • Noch eine wichtige Frage, die sich geradezu aufdrängt:


    könnte man auch als nichtmusikstudierter Laie dieses wichtige Werk der Weltmusikliteratur in einem großen Hause (Met, Scala) zur Aufführung bringen und damit Ruhm erhaschen? Verwendungszusammenhang: bei einer Soiree trifft man einen besonders arroganten, kunstbeflissenen A...., dem gegenüber man beiläufig im Gespräch einflicht: "also, als ich neulich in der Scala aufgetreten bin...."

  • Noch eine wichtige Frage, die sich geradezu aufdrängt:


    könnte man auch als nichtmusikstudierter Laie dieses wichtige Werk der Weltmusikliteratur in einem großen Hause (Met, Scala) zur Aufführung bringen und damit Ruhm erhaschen? Verwendungszusammenhang: bei einer Soiree trifft man einen besonders arroganten, kunstbeflissenen A...., dem gegenüber man beiläufig im Gespräch einflicht: "also, als ich neulich in der Scala aufgetreten bin...."

    Nicht lange spekulieren: Geld zusammennehmen und machen!

  • Ich bin sauer auf mich selbst. Warum nur ist mir dieses epochemachende Werk nicht eingefallen? Von den Tantiemen könnte ich sicher einige hundert Jahre sorgenfrei leben! Das ist die Genialität von John Cage!!!


    Herzlichst La Roche

    Musik ist eine heilige Kunst - Hugo von Hofmannsthal. Aussage des Komponisten aus der Oper "Ariadne auf Naxos" mit der Musik von Richard Strauss.


  • Ich bin sauer auf mich selbst. Warum nur ist mir dieses epochemachende Werk nicht eingefallen? Von den Tantiemen könnte ich sicher einige hundert Jahre sorgenfrei leben! Das ist die Genialität von John Cage!!!


    Herzlichst La Roche

    4´32 wär noch frei...


    Es gibt ja auch mehr als eine Sonate.

  • Trotz der lustigen Beiträge hier möchte ich wiederholen, was ich früher gesagt habe. Dieses "Stück" ist nichts weiter als ein Gag, der nur einmal zündet. Ein Kunstwerk ist es nicht, nach dem Motto: "Wenn alles Kunst ist, ist nichts Kunst!"

    1.11. ist Allerheiligen, also auch der Heilige aller Lehrer, der St. Sisyphus muss da geehrt werden, aber nicht in der Schule, da geht die Ehrung im Lärm unter.

  • Trotz der lustigen Beiträge hier möchte ich wiederholen, was ich früher gesagt habe. Dieses "Stück" ist nichts weiter als ein Gag, der nur einmal zündet. Ein Kunstwerk ist es nicht, nach dem Motto: "Wenn alles Kunst ist, ist nichts Kunst!"

    ehhhh, Pingel, Du Spielverderber, laß uns doch mal ein bißchen kreativ herumphantasieren. Phantasier einfach mit, von der Disposition und vom Intellekt her hast Du es doch locker drauf!

  • Eine mögliche Idee wäre sicher eine Ballettvariante. Allerdings sollte ein Pas de deux niicht fehlen, weshalb eine Erweiterung auf 7:14 Miunten erforderlich würde. Besonders wirksam mit Solo-Oboe mit Harfenuntermalung.


    Herzlichst La Roche

    Musik ist eine heilige Kunst - Hugo von Hofmannsthal. Aussage des Komponisten aus der Oper "Ariadne auf Naxos" mit der Musik von Richard Strauss.


  • Ich bin sauer auf mich selbst. Warum nur ist mir dieses epochemachende Werk nicht eingefallen? Von den Tantiemen könnte ich sicher einige hundert Jahre sorgenfrei leben! Das ist die Genialität von John Cage!!!


    Herzlichst La Roche

    In der Tat, ich halte das Stück auch für genial.

  • Weil ja Geräusche von außen nun explizit zugelassen sind: warum nicht Hafenuntermalung??

    Das ist diskriminierend!!! Wir haben keinen Hafen!

    Musik ist eine heilige Kunst - Hugo von Hofmannsthal. Aussage des Komponisten aus der Oper "Ariadne auf Naxos" mit der Musik von Richard Strauss.


  • Lieber m-mueller,


    aus eigener Erfahrung in der Theaterbibliothek - das Werk ist geschütz, die Miete kostet ein Heidengeld und die Noten die man geliefert bekommt sind tatsächlich nur mit einer Pause versehen...


    LG

    Christian

  • Eine mögliche Idee wäre sicher eine Ballettvariante. Allerdings sollte ein Pas de deux niicht fehlen, weshalb eine Erweiterung auf 7:14 Miunten erforderlich würde. Besonders wirksam mit Solo-Oboe mit Harfenuntermalung.


    Herzlichst La Roche

    Wobei ich bei der Ballettvariante - dem Rhythmus des Stückes entsprechend - eine Bewegungslose vorschlagen möchte! Ich werde vielleicht später am Abend in Photo posten, das mich dabei zeigt, wie ich 4:33 tänzerisch interpretiere!!!

  • Trotz der lustigen Beiträge hier möchte ich wiederholen, was ich früher gesagt habe. Dieses "Stück" ist nichts weiter als ein Gag, der nur einmal zündet. Ein Kunstwerk ist es nicht, nach dem Motto: "Wenn alles Kunst ist, ist nichts Kunst!"

    Ein Kunstwerk will es auch gar nicht sein, lieber Dr. Pingel - das ist Aktionskunst, welche den Werk-Charakter persifliert. ^^


    Schöne Grüße

    Holger

  • Wie angedroht - Photos von meiner Welttournee, bei der ich 4:33 tänzerisch dargestellt habe!!!


    Blagoveshchensk/Russland (an der Chinesischen Grenze)


    während meiner Japan-Tournee (Tokyo)


    Osaka

  • Beijing


    Key West - man beachte die Hingabe !


    und dann auch noch die Variante mit meinem internationalen Corps de Ballet (aufgenommen in England; TänzerInnen aus Japan, Dänermark, USA und England)


  • Sooo muß das Werk interpretiert werden, die virtuellen Akkordfolgen finden sich wieder in den eleganten, artistischen, virtuellen Bewegungsabläufen. Auch die zeitlose Kleidung trägt zum Gesamtkunstwerk bei. Bravo!

  • Eine sensationelle Wendung! Von den Musikverlagen, die für Cage und Schönberg zuständig sind, erhielt ich jetzt den Auftrag, das gesamte Werk Arnold Schönbergs im Sinne von 4'33'' von John Cage neu herauszugeben! Allerdings wird diese Neuausgabe ein Schweinegeld kosten, aber einige Taminos hier haben mir schon versichert, dass sie dafür ihre 250 Gesamtausgaben aller Beethovensinfonien verkaufen würden.

    1.11. ist Allerheiligen, also auch der Heilige aller Lehrer, der St. Sisyphus muss da geehrt werden, aber nicht in der Schule, da geht die Ehrung im Lärm unter.

  • Man sollte aber sich schon die Frage stellen, was der witzige John Cage mit dieser Parodie einer Werkaufführung sagen wollte. Da ist die Fantasie des Zuschauers gefragt.


    Ich versuche es mal mit einigen Anhaltspunkten. Offenbar will Cage zeigen: Die Werkaufführung ist zum (sinnleeren) Ritual geworden. Worin besteht das Ritual? Dass man einen Anfang und ein Ende setzt, hier eine (exakt) abgemessene "Dauer", die ja den Titel des "Werks" ausmacht.


    Das ist nun nicht bloß ein Gag:


    1. Beispiel: Schumanns 1. Klaviersonate zeigt eigentlich die Unmöglichkeit, ein Ende zu finden. Der Komponist lässt vielmehr wie ein Theaterregisseur am Schluss (in der Coda) den Vorhang einfach fallen. "So nun habt ihr genug gesehen, liebes Publikum, ich mache jetzt Schluss, obwohl es eigentlich immer so weiter gehen könnte."


    2. Beispiel: Debussys "Jeux". Das Stück endet nicht, es bricht ab.


    3. Beispiel: Scriabins 5. Klaviersonate. Sie läuft in den Anfang zurück als eine Spirale der "Extase" (Scriabin), die keinen Anfang kennt und sich unendlich weiter dreht, von der also nur noch ein Ausschnitt musikalisch gezeigt wird. Dieses Werk ist kein "Ganzes" mehr.


    4. Beispiel: Stockhausens "Momentformen", die unendlich sind.


    Ist also nicht wirklich die Erwartung, dass ein Stück einen festen Anfang und ein festes Ende haben muss, längst eine leere Konvention?


    Schöne Grüße

    Holger

  • Bezugnehmend auf Holgers Beitrag - in den 1960ern wurde es modern, dass Lieder mit einem "Fade Out" enden - gibt es so was auch bei klassischen Werken?


    Was mir dazu einfällt wäre die Abschiedssymphonie von Haydn oder Holsts "Planeten" - kommt so was auch woanders vor?