Eine halbe Traviata, Staatsoper Berlin, 23.03.2019

  • Eigentlich hatte ich mich auf diese Aufführung gestern lange gefreut, weil Ermonela Jaho die Violetta singen sollte. Auch Ramè Lahaj hatte ich bisher noch nicht live gehört. Wenn dann zeitgleich ein paar Kilometer weiter ein hervorragender Eugen Onegin läuft, ist es schon ein hartes Brot in einer drittklassigen Touristenaufführung zu sitzen. Daher kann ich auch nur von meinen Eindrücken bis zur Pause berichten. Zuvor noch eine Anmerkung: vielleicht sollte die Staatsoper auf ihrer Homepage kommunizieren, dass während der Vorstellung keine Würstchen oder Bier verkauft werden, dann würden die Leute nicht ständig raus und rein laufen.


    Katerina Tretyakova hat eine kraftvolle, helle Stimme. Die Höhen sind teilweise scharf und und tremolierend. Sie kann zwar durchaus ihre Stimme auch zurücknehmen, aber insgesamt verlor sie mir zu oft den Fokus. Die Koloraturen hat sie recht schlampig und eigenwillig gesungen. Als Figur war sie eine sehr erfrischende Erscheinung. Ramè Lahaj hat eigentlich ein interessantes Material. Sein Tenor klingt allerdings recht grobkörnig. Trotz aller Mühen klang sein Vortrag insgesamt schwerfällig. So bot am Ende fast Alfredo Daza die beste Leistung des Abends, der zwar kein edles Material besitzt, dafür aber bemüht war auf Linie zu singen. Die problematische Akustik der Staatsoper war an einem schwachen Opernabend, an dem einzig Stefano Ranzani mit einem schwungvollem, umsichtigem Dirigat höheren Ansprüchen genügte, wieder offensichtlich.

  • Mein lieber Storch, das tut mir Leid für dich, da hast du dich definitiv falsch entschieden, denn der parallel laufende letzte Friedrich-ONEGIN an der DOB war wirklich grandios - keinerlei Ausfälle und das "hohe Paar" Car und Dupuis ganz wunderbar.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Auf politische und kulturpolitische Diskussionen lasse ich mich hier nicht mehr ein. Kein Widerspruch meinerseits bedeutet dann also nicht, dass ich den getätigten Aussagen zustimme!

  • So etwas ist ärgerlich.


    Die problematische Akustik der Staatsoper

    Ist die wirklich noch so problematisch? Ich habe es seit der Wiedereröffnung nur in eine einzige Aufführung in der Staatsoper geschafft, und da gab es hinsichtlich der Akustik keinen Anlass zur Klage. Eigentlich sollte durch den Umbau ja alles besser geworden sein.

  • Ich fand die Akustik vorher unproblematischer als jetzt.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Auf politische und kulturpolitische Diskussionen lasse ich mich hier nicht mehr ein. Kein Widerspruch meinerseits bedeutet dann also nicht, dass ich den getätigten Aussagen zustimme!

  • Da bin ich ganz beim Stimmenliebhaber. Schön, dass Du wieder da bist! Vieles klingt zu laut. Das trifft sowohl für die Stimmen als auch für das Orchester zu. Komischerweise hat mich bei der Elektra nichts gestört, aber das este Brahms-Konzert war oben im 3. Rang extrem laut.

  • Interessant zu hören. Ich werde bei meinen nächsten Besuchen mal darauf achten, wobei ich die "alte" Akustik nicht mehr so genau in Erinnerung habe. Auch sitze ich meistens im Parkett.

  • Zuvor noch eine Anmerkung: vielleicht sollte die Staatsoper auf ihrer Homepage kommunizieren, dass während der Vorstellung keine Würstchen oder Bier verkauft werden, dann würden die Leute nicht ständig raus und rein laufen.

    Wo gibt es denn so etwas. Das habe ich im Leben noch nie erlebt, genau so wenig, wie ich es jetzt im Kino erlebe, dass mit Tüten geknistert oder gehustet wird. Und Würstchen und Bier gibt es selbst bei uns im Kino nicht, weder vorher noch in den Pausen. Ist das das neue Publikum in der Staatsoper? Na ja, mich wundert bei der heutigen Art der Inszenierung nichts mehr.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)