50 Jahre Tosca, 13.04.2019, Deutsche Oper Berlin

  • Dass eine Produktion 50 Jahre alt wird, passiert nicht alle Tage, auch wenn es noch ältere in unserem Land gibt. Vor Beginn der Vorstellung gab es ein paar einleitende Worte des Intendanten Dietmar Schwarz. Er hat ein paar Sängerinnen und Sänger erwähnt, die in dieser Tosca aufgetreten sind, darunter Pilar Lorengar (hier wurde applaudiert), Gwyneth Jones, Anja Harteros und "Die drei Tenöre" sowie die "Baritöne" (Schwarz) Ingvar Wixell, Lucio Gallo und Bryn Terfel. Nach der 2. Pause gab es zunächst einen kurzen Film rund um die Produktion, leider ohne Impressionen aus älteren Vorstellungen. Im Mittelpunkt stand als Tosca Sondra Radvanovsky, die selbst vor ein paar Tagen 50 Jahre alt geworden ist, was man ruhig hätte erwähnen können. Danach gab es eine Interview-Runde mit der rbb-Moderatorin Maria Ossowski, Zeljko Lucic, Gerlinde Pellkowski (Abendspielleitung) und einem Besucher, der in der Premiere 1969 gewesen ist. Als er gefragt wurde, wie oft er die Produktion bereits gesehen hätte, ging bei der Zahl 35 ein großes Raunen durch den Saal. Naja, ich selbst habe diese Tosca 45mal erlebt, aber es gibt genug Leute, die sie mehr als 50mal oder sogar 100mal gesehen haben. Aufgetreten sind übrigens 78 verschiedene Sopranistinnen. Davon habe ich hier 31 gehört. Insgesamt wirkte die Runde ein wenig gequält. In der Vorstellung war übrigens auch der Hirte der Premiere. Schade, dass man ihn nicht einbezogen hat.


    Die Aufführung selbst hat mich leider überhaupt nicht gepackt. Sie war weder schlecht, noch besonders gut. Im Dezember war mir das Dirigat von Ivan Repusic noch zu flott, am Samstag fand ich es zu breit und recht langweilig. Jorge de León sang zwar einen durchaus anständigen Cavaradossi, allerdings hat mich bei ihm gestört, dass die Stimme erst mit erheblichem Kraftaufwand auf Touren kommt und es sicher charmantere Stimmen gibt. Mit Zeljko Lucic kann ich nach wie vor nichts anfangen. Allerdings habe ich ihn wohl noch nie so gut wie in dieser Tosca gehört. Mir persönlich fehlt bei ihm das Kernige in der Stimme. Positiv überrascht war ich von Carmen Giannasttasio. Über sie habe ich in der letzten Zeit einige schlechte Kritiken gelesen. Sie wird mir zwar nicht als DIE Tosca in Erinnerung bleiben, aber insgesamt hat sie ihre Sache recht gut gemacht. Das Haus war an diesem Abend übrigens ausverkauft.