Bericht über das Udo-Jürgens-Konzert des Kirchenchores St. Johannes Baptist Lette am 12. Mai 2019 um 17:00 Uhr in Coesfeld-Lette im Atrium von Ernstings family;

  • Bericht über das Udo-Jürgens-Konzert des Kirchenchores St. Johannes Baptist Lette am 12. Mai 2019 um 17:00 Uhr in Coesfeld-Lette im Atrium von Ernstings family;


    Mitwirkende:


    Kirchenchor Lette
    Markus Ekrodt, Klavier und Sologesang
    Martin Klusmann (Musikschule Coesfeld), Schlagzeug,

    Stefan Otters (Musikschuele Bad Salzuflen), Bassgitarre
    Gesamtleitung: Maximilian Kramer


    Dies war mal ein ganz anderes Konzert als unsere anderen, aber mit der gleichen Sorgfalt und Begeisterung in zahlreichen Proben vorbereitet und auch die besondere Situation berücksichtigend, dass in diesem Konzert ungewöhnlich viel Text transportiert werden musste, und dass viele dieser Liedtexte nicht etwa beiläufig waren und durchaus sozialkritische Aussagen hatten und wie die Ballade "Ihr von morgen" (Hymne an die Zukunft) brennend aktuell waren . In ähnliche Richtungen gingen die Aussagen anderer Lieder, die unser Dirigent Maximilian Kramer mit Bedacht ausgewählt hatte, wie das Programm zeigt:

    - Ich war noch niemals in New York,
    - Merci cherie,
    - Zeig mir den Platz an der Sonne,
    - Was ich dir sagen will,
    - Immer wieder geht die Sonne auf,
    - Ein ehrenwertes Haus,
    - Aber bitte mit Sahne,
    - Griechischer Wein,
    - Ich glaube,
    - Das ist dein Tag,
    - Ihr von Morgen,
    - Mit 66 Jahren,

    Zu Beginn und an geeigneten Stellen des Programms erzählte unser Dirigent mit launigen Worten aus den Stationen des Lebens und künstlerischen Werdegangs Udo Jürgens' wie z. B. zu dem ersten Stück, als er Ende der fünfziger Jahre für eine Zeit nach New York ging und 1960 für Shirley Bassey den Welthit "Reach for the Stars" komponierte.

    Das zweite Lied "Merci cherie" stand deshalb an der Stelle im Programm, weil Max Kramer da gerade über die drei Teilnahmen Udo Jürgens' am Grand Prix d' Eurovision", wie er damals hieß, gesprochen hatte und Udo Jürgens in die dritte Teilnahme nur widerstrebend eingewilligt hatte, nachdem er zweimal nicht gewonnen hatte aber beim dritten Mal, 1966 aber ganz überlegen gewann eben mit "Merci cherie".

    Dieses Lied trug unser Sängerkollege Markus Ekrodt, stellvertretender Chorleiter des befreundeten Jakobichores gekonnt vor, natürlich sich selbst dabei auf dem Klavier begleitend:

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    (hier ein Foto von einer Probe, Markus am Klavier und Max lässig an selbigem lehnend, im Hintergrund der Chor). Max Kramer litt vor einigen Wochen noch an Sehnenscheidenentzündungen an beiden Unterarmen und konnte deshalb einige Wochen selbst nicht Klavier spielen. Markus konnte uns deshalb in zwei Proben helfen.


    Außerdem sang er im Konzert noch "Was ich dir sagen will", "Ein ehrenwertes Haus" und "Aber bitte mit Sahne". Er stellte mit diesen Soloeinlagen eindrucksvoll unter Beweis, dass er ein großer Udo Jürgens-Verehrer ist und dessen Lieder "einfach drauf hat".

    Markus rockte besonders den Saal mit seinem letzten Sololied "Aber bitte mit Sahne", denn einen besonderen Clou hatten sich ein gutes halbes Dutzend Sopranistinnen in der Generalprobe ausgedacht, indem sie, wie weiland die Damen des Backgroundchores bei Udo Jürgens, die Textstelle "Aber bitte mit Sahne" stets mit einem um zwei Oktaven in den hohen Diskant oktavierten Echo wiederholten. Am besten klappte dies dann im Konzert, wie es ja auch sein soll.

    Da wir aber nicht mit einer Liveübertragung dienen konnten, hier , als "Ersatz" das Original vom 12. 3. 1977 aus "Udo Jürgens live":

    Aber nicht nur diese Ohrwürmer überzeugten das Publikum im ausverkauften Atrium (gut 400 Zuschauer), sondern auch die besinnlichen Lieder mit anspruchsvollen Texten und kritischen Aussagen.

    Mein persönliches Lieblingslied hatte sich in den letzten Monaten herausgestellt und so gefesselt, dass ich während der Proben manchmal fast aus der Fassung geriet und nicht weitersingen konnte. Da ich keine adäquate Chorversion auf Youtube finden konnte, will ich von diesem Lied nur den Text einstellen Dabei habe ich die erste Strophe, die im Konzert allgemein nicht gesungen , sondern höchstens sprechend vorangestellt wird, an ihrer Stelle belassen:


    Ihr von morgen (Hymne an die Zukunft)

    Udo Jürgens

    "Ihr von Gestern!
    Eure Träume
    Schweben immer noch durchs All,
    Und wir hören
    Eure Stimmen
    Noch als fernen Widerhall.
    Ihr habt euch von den Sternen
    Die uns leiten, weit entfernt.
    Doch aus euren Fehlern
    Haben wir gelernt."


    Ihr von Morgen
    Werdet wissen,
    Was aus dieser Erde wird.
    Uns're Hoffnung ist zerschlissen,
    Und wir haben uns verirrt.
    Wer wird in tausend Jahren
    Uns're Ängste noch versteh'n?
    Ihr von Morgen werdet staunend
    Rückwärts seh'n.


    Aus Gedanken werden Ziele,
    Aus dem Samen wird ein Baum,
    Und aus einem werden viele,
    Freiheit schafft sich ihren Raum.
    Wer wird in tausend Jahren
    Uns're Fragen noch versteh'n?
    Ihr von Morgen werdet staunend
    Rückwärts seh'n.


    Ihr von Morgen!
    Wenn ihr neu erwacht,
    Dann vergeßt nicht uns're Träume,
    Denn in ihnen suchten wir Tag und Nacht
    Euer unsichtbares Land.


    Jedes Wasser findet Gräben,
    Oft kann Schwäche Stärke sein,
    Und im Laufe vieler Leben
    Höhlen Tropfen einen Stein.
    Wer wird in tausend Jahren
    Uns're Zweifel noch versteh'n?
    Ihr von Morgen
    Werdet neue Wege geh'n!


    Ihr von Morgen habt gefunden
    Was uns unerreichbar schien.
    Schlugen wir der Welt auch Wunden,
    Vielleicht habt ihr uns verzieh'n.

    Wer wird in tausend Jahren
    Uns're Fehler noch versteh'n?
    Man wird davon nichts mehr seh'n:
    Den Staub von unsern Füßen,
    Wird der Wind der Zeit verwehn.
    Ihr von Morgen
    Werdet neue Wege geh'n!


    Da nach dem letzten Stück Das Publikum begeistert applaudierte und "Zugabe" skandierte, gab Markus als Zugabe "Merci chérie", und dann gab es für alle Mitwirkenden Blumen, Anschließend bedankte sich der 1. Vorsitzende Christian Cesar bei allen Mitwirkenden und der gastgebenden Familie Ernsting, und zum Schluss des wirklich sehr erfüllenden und gelungenen Konzertes sang der Chor noch als Zugabe- welch ein Zufall: "Vielen Dank für die Blumen", ein wunderbares Stück, das aber wegen der vielen Halbtonfolgen für einen Laienchor am Schluss noch mal eine besondere Herausforderung darstellt, die wir aber, wie auch glaube, auch gemeistert haben, wie dann der Schlussbeifall unter Beweis stellte.


    Ebenso sei noch einmal Markus Ekrodt erwähnt, der, quasi in der "Udo"- Rolle, das ganze Konzert hindurch gekonnt am E-Flügel für das melodische Gerüst sorgte, und Martin Klusmann von der Coesfelder Musikschule, der am Schlagzeug den passenden Takt vorgab, sowie Stefan Otters aus Salzuflen, der auf dem gleichen hohen Niveau die Bassgitarre spielte. Es sei noch erwähnt, dass diese instrumentale Formation die erste war, mit der Udo Jürgens im Jahr 1950 in einem Klagenfurter Café seine ersten Engagements bestritt.


    Am Schluss sei noch mal erwähnt, dass der Erfolg dieses Konzertes natürlich nur möglich war durch die kluge Auswahl des Programmes zu Beginn, die diesem doch so anderen Repertoire angemessene stimmbildnerische Unterstützung, die akribische Arbeit am Text, der ja eine wichtige Aussage zu transportieren hatte und die natürlich glaubhaft herüberkommen sollte. Letztlich war diese Arbeit gekrönt von der mitreißenden Art wie er die Stommen zusammenführte, den typischen Rhythmus eines jeden Liedes aus dem Chor herauslockte und den Chor veranlasste, mit höchster Konzentration und hoher Textverständlichkeit zu singen. Die Rede ist natürlich von unserem zielstrebigem Dirigenten Maximilian Kramer, der es wie immer es auch diesmal erreicht hat, jede Sängerin und jeden Sänger zu erreichen. Ich bin mir sicher, wenn ich für alle meine Sangeskolleginnen und -kollegen spreche, wenn ich sage: Danke, Max.


    Liebe Grüße


    Willi:)


    P.S. Fotos der Soloinstrumentalisten waren leider (noch) nicht aufzutreiben. Namen habe ich nachgeliefert (s. o.).

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

    3 Mal editiert, zuletzt von William B.A. ()

  • Stell doch mal ein Foto ein, das dich bei einem Udo-Jürgens-Song zeigt, aber bitte, wenn du singst!

    In keiner Gegenwart kann gewusst werden, wie sie hätte anders werden können, als sie geworden ist (Jörg Maurer).

  • Wenn du auf das Foto abstellst, das ich in dem Bericht eingestellt habe, lieber dottore, dann muss ich dazu sagen, dass ich schon mit der Fotografin geschimpft habe, weil sie uns armen Tenören die Köpfe abgeschnitten hat, jedenfalls denen in der zweiten Reihe. . Aber ich habe mein Leben lang beim Singen in der zweiten Reihe gestanden. War das bei Euch nicht auch so, dass die "bibelfesten" Sänger hinten standen, um ihren Vorderleuten das gesungene Wort Gottes deutlich in den Nacken und die Ohren zu blasen?

    Zu dem Foto muss ich noch sagen, dass uns die nämliche Fotografin, eine Dame aus dem Alt, heute eine Reihe Fotos mit WhatsApp zugeschickt hat, und ich will mal schauen, ob ein geeignetes dabei ist, das dann auch noch eine Grafikinfo hat, damit ich es hier einstellen kann, denn die findige Dame hat gleich eine Link dazu geliefert, mit dem wir die Fotso runterladen können (sollen).


    Liebe Grüße


    Willi:)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Lieber Willi,


    mit diesem Beitrag hast du mir eine große Freude gemacht, denn als altem Udo-Fan sind mir viele seiner Lieder unter die Haut gegangen.

    So kam es, dass ich bei Geburtstagsfeiern u.ä. so manches seiner Lieder zum Besten gegeben habe.

    Besonders seine Titel "Ich glaube", "Matador" und "Der große Abschied" hatten für mich wegen ihres Tiefgangs immer einen besonderen Stellenwert, da sie sich von den populären Gassenhauern abhoben.


    Stellvertretend möchte ich heute diesen Text einstellen:


    Ich glaube (Version 1996)

    Ich glaube, daß der Acker, den wir pflügen

    Nur eine kleine Weile uns gehört.

    Ich glaube nicht mehr an die alten Lügen,

    Er wär' auch nur ein Menschenleben wert.


    Ich glaube, daß den Hungernden zu speisen,

    Ihm besser dient als so noch so guter Rat.

    Ich glaube, Mensch sein und es auch beweisen,

    Das ist viel nützlicher als jede Heldentat!


    Refrain

    Ich glaube,

    Diese Welt müßte groß genug,

    Weit genug,

    Reich genug

    Für uns alle sein!


    Ich glaube,

    Dieses Leben ist schön genug,

    Bunt genug,

    Grund genug,

    Sich daran zu erfreu'n!


    Ich glaube, daß man die erst fragen müßte,

    Mit deren Blut und Geld man Kriege führt.

    Ich glaube, daß man nichts vom Krieg mehr wüßte,

    Wenn wer ihn will, ihn auch am meisten spürt.


    Ich glaube, daß die Haut und ihre Farben

    Den Wert nicht eines Menschen je bestimmt.

    Ich glaube, niemand brauchte mehr zu darben,

    Wenn der auch geben würd', der heut' nur nimmt!


    Melodie: Udo Jürgens

    Text: Walter Brandin


  • Lieber Siegfried,


    Ich habe dieses Lied auch sehr gerne gesungen, weil es, mal abgesehen von seiner musikalischen Schönheit, ein ebensolch dringendes Anliegen an die Welt richtet, wie umgekehrt "Ihr von morgen" diejenigen, die in der Vergangenheit auf die Apelle, die Umwelt zu schützen, nicht gehört haben, nun sehen, wie sie die Umwelt ihrer Kinder und Kindeskinder geschädigt haben und sie um Verzeihung bitten. Beide Lieder sind hochaktuell, und das ist wohl mit ein Grund, warum unser Dirigent sie ausgewählt hat.


    @ m-mueller: Illusionen - auch ein schönes Lied in melancholischer Stimmung, intensiv gesungen von der wunderbaren Alexandra, deren Lieder ich alle gerne gehört habe und die in so jungen Jahren einen so tragischen Unfalltod erleiden musste.


    Liebe Grüße und angenehme Nacht


    Willi:)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Ein eindrucksvoller Bericht mit der erfreulichen Tendenz, dass die klassische Musik immer stärker ihren hehren Elfenbeinturm verlässt und dadurch die Trennung von E- und U-Musik immer mehr aufgehoben wird. Udo Jürgens, Peter Alexander und Reinhard May, um nur wenige zu nennen, waren und sind ganz große Künstler. Die Texte ihrer Lieder sind beibend aktuell, oft sozialkritisch und aufrüttelnd. - alles wichtige Merkmale für wertvolle, bleibende Kunst.

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Udo Jürgens, Peter Alexander und Reinhard May, um nur wenige zu nennen, waren und sind ganz große Künstler. Die Texte ihrer Lieder sind beibend aktuell, oft sozialkritisch und aufrüttelnd. - alles wichtige Merkmale für wertvolle, bleibende Kunst.


    Herzlichst

    Dürfte ich mal um die Nennung einiger Titel von Peter Alexander bitten, die "sozialkritisch und aufrüttelnd" sind? Vielleicht verstehe ich ja dann, wie der in diese Reihe passen soll...

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Für einige hier habe ich höchstens noch ab und an einen Smiley übrig...

  • Peter Alexander fällt insofern aus der Reiher heraus, als er nicht selber getextet oder komponiert hat. Ein bemerkenswerter Unterhaltrungskünstler war er allemal und ein Meister der liebevollen Beschreibung, etwa in "Die kleine Kneipe". Der Einzug des Chansonhaften scheint mir typisch für die 1970er Jahre zu sein, ebenso die deutschen Adaptionen französischer Chansons. "Ca va changer tout le mondes" von Charles Dumont heißt bei Peter Alexander "Irgendwann verblüh'n die Rosen". Sozialkritisch wäre von den von operus Genannten am ehesten Reinhard Mey, was er aber zumeist in satirische Texte verpackt. Auf seinen Platten begleitet ihn das gleiche Orchester, das auch Udo Jürgens begleitet, nämlich die Pepe Lienhard Band.


    Mein Lieblingslied von Udo Jürgens, das mich tatsächlich schon seit 1969 begleitet:



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Dürfte ich mal um die Nennung einiger Titel von Peter Alexander bitten, die "sozialkritisch und aufrüttelnd" sind?

    Wie wäre es denn damit? Die kleine Kneipe an der Ecke war immer schon ein subversiver Ort.



    Ansonsten finde ich es ganz interessant, dass Willi das Spektrum dieses Forum um Schlagersänger erweitert hat. :)

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • Der Einzug des Chansonhaften scheint mir typisch für die 1970er Jahre zu sein

    Eben. Soviel zu "bleibend aktuell"...

    Wie wäre es denn damit? Die kleine Kneipe an der Ecke war immer schon ein subversiver Ort.

    Dieses Lied kenne ich, seit ich denken kann, und es gefällt mir auch sehr.


    Aber "sozialkritisch" und "aufrüttelnd" trifft's dann doch nicht wirklich... :no:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Für einige hier habe ich höchstens noch ab und an einen Smiley übrig...

  • Dürfte ich mal um die Nennung einiger Titel von Peter Alexander bitten, die "sozialkritisch und aufrüttelnd" sind? Vielleicht verstehe ich ja dann, wie der in diese Reihe passen soll...

    Lieber Stimmenliebhaber, lieber Thomas,

    gerne weise ich auf zumindest ansatzweise sozialkritische Texte von Peter Alexander hin.


    In dem Lied "Hier ist ein Mensch" heißt es unter anderem.

    Auszüge:

    " Du hast ein Haus

    öffne die Tür

    hier ist ein Mensch,

    der will zu Dir


    Du willst das nicht hören

    wer sich plagt , saggst du gewinnt

    doch du müsstes wissen

    auch das Glück ist manchmal blind


    Hier ist ein Mensch

    der wird nicht gehen

    wenn Du versuchst

    ihn zu verstehen


    Öffne die Tür

    hier ist ein Mensch

    der will zu Dir...


    Diesen Text würde ich schon als zumindest sozial hinweisend ansehen. Rheingold hat recht. Auch die "Kleine Kneipe" und "Manchmal weinst Du" gehören in diesen Teil von Peter Alexanders Wirken. Es war geradezu sein Pech, dass er fast immer in die Schublade des Humorig-Seichten gesteckt. Er bot in seiner Vielseitgkeit viel, viel mehr.


    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Dürfte ich mal um die Nennung einiger Titel von Peter Alexander bitten, die "sozialkritisch und aufrüttelnd" sind? Vielleicht verstehe ich ja dann, wie der in diese Reihe passen soll...

    Wie wärs denn damit:

    Unter den Künstlern der "Unterhaltungsmusik" für mich nicht nur einer mit besonderem Charme, sondern auch einer der sein Fach versteht.

    La Roche

    Musik ist eine heilige Kunst - Hugo von Hofmannsthal. Aussage des Komponisten aus der Oper "Ariadne auf Naxos" mit der Musik von Richard Strauss.


  • Ich freue mich ja sehr, dass mein Thread zu Udo Jürgens so großen Anklang gefunden hat, aber fändet ihr nicht besser, liebe Taminos, wenn ihr über Peter Alexander in einem eigenen Thread diskutieren würdet?


    Liebe Grüße


    Willi:)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • nicht nur einer mit besonderem Charme, sondern auch einer der sein Fach versteht.

    Das ist zweifellos so - und trotzdem finde ich, nachdem ich jetzt alle eingestellten Videos angehört habe, "sozialkritisch" und insbesondere "aufrüttelnd" in diesem Falle als deutlich zu hoch gegriffen.

    Am ehesten mag das noch auf das Lied "Hier ist ein Mensch" zutreffen (das erste noch mehr als das zweite), aber die von dir eingestellten beiden Lieder empfinde ich viel eher als sentimental und rührselig (was auch seine Berechtigung haben kann) als sozialkritisch oder gar aufrüttelnd.

    Warum er nicht in diese Reihe gehört, hat Thomas Pape sehr gut begründet.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Für einige hier habe ich höchstens noch ab und an einen Smiley übrig...

  • Warum er nicht in diese Reihe gehört, hat Thomas Pape sehr gut begründet.

    Lieber Stimmenliebhaber,

    in manchen Dingen erinnerst Du stark an meine liebe Frau. Welche kommunikative Eigenschaft gemeint ist ,musst Du und alle Leser selbst erraten.

    ^^:hello:

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • aber die von dir eingestellten beiden Lieder empfinde ich viel eher als sentimental und rührselig (was auch seine Berechtigung haben kann) als sozialkritisch oder gar aufrüttelnd.

    gut, ein wenig sentimental sind sie. Dennoch sind die Gedanken, die er im Lied "und manchmal weinst Du..." schon ein wenig selbstkritisch und auch sozialkritisch:


    Tag für Tag nehm ich morgens den Hut
    und ich sage nur: Liebling, mach's gut.
    Nur ein flüchtiger Kuss und dann muss ich dich schon verlassen.
    Und ich frag': Lohnt der Preis sich dafür?
    Denn du hast kaum noch was von mir.
    Ich geh' fort und du siehst mir am Fenster nur traurig nach.

    [Refrain]
    Und manchmal weinst Du sicher ein paar Tränen.
    Du zeigst nicht was du fühlst, denn du willst dich zusammennehmen,
    dabei tut's dir weh.
    Und manchmal denkst du, dass ich es nicht sehe,
    dass ich dich nicht mehr brauch', nicht mehr liebe und nicht verstehe.
    Aber glaube mir: Ich gehör' nur dir.

    Alle Tage verbringst du daheim
    und Du bist mit den Kindern allein.
    Du erzählst ihnen: Arbeit muss sein und dass ich bald komme.
    Ich ruf' an und es ist schon nach acht.
    Sag den Kindern von mir "Gut' Nacht".
    Dann bringst du sie ins Bett und bist wieder mal ganz allein.

    [Refrain]

    Ich komm' heim und du stehst an der Tür
    und du willst endlich reden mit mir.
    Doch ich fall' nur noch müde ins Bett ohne viele Worte.
    Und ich hör' kaum noch hin, was du sagst
    und was Du für Probleme hast.
    Ich schlaf ein, aber du drehst dich um und liegst lang noch wach.


    Ich schätze Frauen sehr. Und das tut Peter Alexander auch. Ist das nicht auch ein bißchen Sozialkritik, dieser Text?

    La Roche


    Musik ist eine heilige Kunst - Hugo von Hofmannsthal. Aussage des Komponisten aus der Oper "Ariadne auf Naxos" mit der Musik von Richard Strauss.


  • Ich darf meine Bitte nochmals erneuern, in diesem Thread beim Thema zu bleiben, und das Thema heißt Udo Jürgens!!


    Liebe Grüße


    Willi:)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Hallo!


    Udo Jürgens hat sich meines Erachtens nicht zuletzt dadurch ausgezeichnet, dass er mehrere unterschiedliche Linien bediente. Da waren die wunderschönen Stücke wie das erwähnte "Merci Cherie" oder "Was ich Dir sagen will". Viel herrlich melancholisches wie "Mein Bruder ist ein Maler", "Der Mann mit der Mütze" oder "Ich war noch niemals in New York". Schlager mit Zeigefinger: "Aber bitte mit Sahne" oder "Dieses ehrenwerte Haus". Daneben auch einfache amüsante Sachen (ist natürlich Geschmacksache) wie "Anoushka" oder "Es wird Nacht, Senorita". Und das sind jeweils nur einige der bekannteren Stücke der jeweiligen Richtungen.


    Ein Stück das mir als Jugendlicher sehr gut gefiel ist "Peace now", auf das er meines Wissens später nie mehr Bezug nahm:



    Interessant ist übrigens, das er in den letzten Jahren seine Tourneen stets mit einem "Testkonzert" vor dem eigentlichen Tourbeginn in der Harmonie in Heilbronn begann.


    Gruß WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo