DONIZETTI, Gaetano: ADELIA O LA FIGLIA DELL' ARCIERE

  • Gaetano Donizetti ( 1797 – 1841 )

    Adelia o La figlia dell’ arciere

    (Adelia oder Die Tochter des Bogenschützen)


    Melodramma serio in drei Akten

    Libretto: Felice Romano (1. und 2. Akt), Girolamo Maria Marini (3. Akt)

    Originalsprache: Italienisch


    Uraufführung: Rom 1841


    PERSONEN DER HANDLUNG

    Carlo; Herzog von Burgund, Bariton

    Oliviero, Graf von Fienna, Tenor

    Arnoldo, Kommandant der Bogenschützen und Leibgardist des Herzogs, Bass

    Adelia, seine Tochter, Sopran

    Comino, Kämmerer des Herzogs und Freund Olivieros, Tenor

    Odetta; Adelias Freundin, Mezzosopran

    Ein Knappe des Oliviero, Bass

    Hofstaat, Edelleute, Pagen, Wachen, Bogenschützen, Soldaten, Diener, Volk


    Ort und Zeit der Handlung: Péronne (Burgund), 14.Jahrhundert


    INHALTSANGABE


    ERSTER AKT

    Ein Platz in Péronne mit dem Haus des Arnoldo. Nacht.

    Von fern hört man Lärm und Waffengeräusche, die näherkommen. Die Bürger der Stadt freuen sich, dass der Herzog und seine Truppen siegreich aus einer Schlacht zurückkehren und laufen ihnen entgegen.

    Unterdessen schleicht sich ein Mann aus dem Hause Arnoldos. Einige Bürger haben ihn entdeckt und informieren die Hinzugekommenen. Man hat Oliviero erkannt und vermutet, dass er während der Abwesenheit Arnoldos dessen Tochter verführt hat.

    Arnoldo erscheint mit einem Offizier und befiehlt diesem, für die Zeit seiner Abwesenheit das Kommando über die Bogenschützen zu übernehmen. Dann freut er sich, seine Tochter umarmen zu können. Da vernimmt er von den Bürgern, dass Oliviero seine Tochter verführt habe. Arnoldo zieht sein Schwert, um Oliviero sofort zu töten. Doch die Bürger erinnern ihn daran, dass dazu er kein Recht habe, denn der Herzog bestrafe jeden Verführer einer Jungfrau mit dem Tode. So beschließt er, Oliviero beim Herzog zu verklagen.

    Arnoldo und die Bürger gehen ab, nur einige Frauen bleiben zurück. Sie klopfen an Arnoldos Tür und als Adelia und ihre Freundin Odetta aus den Haus treten, berichten sie ihnen, was geschehen ist. Adelia ist verzweifelt, doch sie will versuchen, Ihrem Vater zu erklären, dass Oliviero ehrliche Absichten habe.

    Als Arnoldo zurückkommt, macht er seiner Tochter schwere Vorwürfe. Alle ihre Schwüre und Tränen können ihn nicht erweichen. Er will die Bestrafung Oilvieros, an dessen Liebe zu Adelia er nicht glaubt. Außerdem würde der Herzog eine nicht standesgemäße Heirat auf jeden Fall verbieten.

    Schon hört man den näherkommenden Chor der Bürger, die den siegreichen Herzog preisen.

    Carlo tritt mit Gefolge auf, unter ihnen befindet sich auch Oliviero. Sofort tritt Arnoldo seinem Herrn entgegen und klagt, dass seine Tochter verführt worden sei. Als er den Namen des Verführers nicht nennen will, stellt sich Oliviero selbst. Er schwört, dass seine Liebe zu Adelia ehrlich und rein sei, findet aber beim Herzog kein Gehör. Er, Oliviero, wisse doch, dass auf eine Ehe mit einer Frau niederen Standes die Todesstrafe stünde. Jetzt erfährt Adelia zum ersten Mal, dass Oliviero mit dem Tode bedroht ist. Doch ihr Flehen hilft nicht.

    Da ohne eine Heirat die Ehre seines Hauses nicht zu retten ist, findet Arnoldo einen Ausweg. Er erinnert den Herzog, dass dieser ihm noch eine Gunst schuldig sei. Er bittet darum, Adelia und Oliviero heiraten zu lassen (Insgeheim denkt er, dass man danach Oliviero beseitigen könne). Der Herzog stimmt widerwillig zu und wird vom Volk für seine vermeintliche Milde gelobt.


    ZWEITER AKT

    1. Bild: Ein Kabinett im herzoglichen Palast

    Adelia wird von Odetta und Brautjungfern für die Hochzeit geschmückt. Ein Knappe bringt eine Krone und Pagen einen prächtigen Mantel.

    Nachdem sie diese anprobiert hat, kommt Oliviero. Alle Anwesenden, außer ihm und Adelia, gehen ab. Oliviero berichtet, dass er auf dem Hof gesehen hat, wie man dort ein Schafott errichte. Doch Adelia gelingt es, seine Befürchtungen zu zerstreuen.


    2 Bild: Vorhalle im herzoglichen Palast, seitlich die Hauskapelle

    Comino trifft Odetta und überreicht ihr eine Botschaft für Adelia. Als Adelia kommt, verschwindet er.

    Odetta überreicht Adelia die Nachricht, die eine Warnung erhält: Der Herzog plane

    nach der Hochzeit die Hinrichtung Olivieros. Adelia reißt sich verzweifelt den Schmuck vom Leibe.

    Arnoldo kommt. Adelia zeigt ihrem Vater den Brief und erklärt, dass sie Oliviero nicht heiraten werde, um ihn vor dem Tode zu retten. Arnoldo jedoch ist seine Familienehre wichtiger. Er er zieht den Dolch und droht ihr, sie zu töten, falls sie die Hochzeit platzen lasse. Aber als sie, tränenüberströmt seine Knie umfängt und ihn anfleht, wenigstens noch zu ihrer toten Mutter beten zu dürfen, lässt er den Dolch fallen.

    Oliviero kommt mit Knappen und Pagen und bittet Adelia, ihm zum Traualtar zu folgen. Schon hört man aus der Kapelle einen Choral. Die Hochzeitgäste kommen heraus und wundern sich, warum sich die Hochzeit verzögert. Da erklärt Adelia, dass sie Oliviero nicht mehr liebe. Ihr Vater aber zwingt sie mit Gewalt in die Kapelle. Sie fällt zu Boden und bittet ihren Vater vergeblich, sie zu töten.


    DRITTER AKT

    1. Bild: Im Lager der Bogenschützen

    Die Bogenschützen feiern den Sieg. Da kommt Comino traurig herein und fordert sie auf, mit ihm zu kommen, da sie bei der Exekution Olivieros gebraucht werden.


    2. Bild: Großer Saal im herzoglichen Palast

    Oliviero ist verzweifelt, weil er glauben muss, dass Adelia ihn nicht mehr liebt.

    Comino kommt mit den Bogenschützen und verkündet Oliviero, dass er ihn zur Exekution führen muss. Oliviero bittet ihn, einen letzten Gruß an Adelia zu übermitteln. Dann geht er ab, geführt von Comino und den Bogenschützen.

    Auch Adelia kommt mit ihren Gefährtinnen. Wie wahnsinnig klagt sie ihren Vater an und schwört, dass sie mit Oliviero sterben wolle.

    Da hört man plötzlich einen Freudenchor. Comino und die Bogenschützen kehren zurück und verkünden Adelia, dass der Herzog Oliviero begnadigt und Arnoldo in den Adelsstand erhoben hat. Dann kommt auch Arnoldo und bestätigt, dass die Heirat damit rechtsgültig ist. Schließlich erscheint auch Oliviero und die Eheleute fallen sich in die Arme.

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

  • Anmerkungen:

    Eine – aus heutiger Sicht – recht unwahrscheinliche Geschichte. Der römischen Zensur gefielen aber die Anspielungen auf ein voreheliches Zusammensein und das ursprünglich tragische Ende nicht, und so arbeitete Donizetti sie mit dem jetzt glücklichen Ende um.

    Die Kartennachfrage war zur Uraufführung so groß, dass mehr Karten ausgegeben wurden, als Zuschauer ins Teatro Apollo in Rom passten, was zu einem Skandal führte (Selbst Donizetti musste sich zur Uraufführung die Karten auf dem Schwarzmarkt zu hohem Preis besorgen).

    Die Oper wurde zu einem großen Erfolg und war auch in den nächsten Jahren in Italien sehr beliebt.

    In Deutschland wurde sie erstmalig 2018 in Hildesheim aufgeführt.

    Auf CD gibt es sie in folgenden Ausgaben:

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    Auf youtube gibt es eine Gesamtaufnahme aus dem Teatro Carlo Fenice in Genua von 1998 zu hören sowie einige Ausschnitte und auch einen Trailer der Aufführung aus Hildesheim zu sehen.

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

  • Hier die Aufnahme mit Devia und Arevalo mit Link ;)!


    51VgtuH-5EL._SX300_QL70_.jpgKlick


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)