HALÉVY, Jacques Fromental: CLARI

  • Jacques Fromental Halévy ( 1799 - 1863 )

    Clari

    Oper in drei Akten


    Libretto von Pietro Giannone

    Originalsprache: Italienisch

    Uraufführung: 9. Dezember 1828, Théâtre Italien, Paris


    Personen und Handlung


    Clari - Mezzosopran

    Il Duca - Tenor

    Bettina - Sopran

    Adina - Sopran

    Germano, il Conte - Bariton

    Luca, il padre di Adina - Bass

    Simonetta - Mezzosopan

    Alberto - Bariton


    I

    Im Hause des Herzogs Mevilla laufen die Vorbereitungen zum Geburtstag von Clari. Der Herzog hat das Bauernmädchen mit dem Versprechen, es zu seiner Frau zu machen, auf sein Schloss geholt, es seinen Freunden und Bediensteten jedoch einfachheitshalber als seine Cousine vorgestellt.

    Gemeinsam mit Bettina und Luca studiert Germano Clari zu Ehren ein Theaterstück ein, das er selbst ver­fasst hat. Auch der Herzog will seine Angebetete mit kostbaren Geschenken erfreuen.

    Clari ist überwältigt vom Luxus der neuen Umgebung. Trotz aufkommender Zweifel an den ernsthaften Ab­sichten des Herzogs hofft sie auf eine glückliche Zukunft an seiner Seite. Er versichert sie zwar erneut seiner Liebe, lässt mit der versprochenen Heirat jedoch auf sich warten.

    Nachdem die vornehmen Gäste des Herzogs eingetroffen sind, beginnt die Aufführung von Germanos Thea­terstück. Zu ihrem Erstaunen erlebt Clari ihre eigene Geschichte: Ein Bauermädchen namens Adina, gespielt von Bettina, wird von einem Grafen, gespielt von Germano, auf dessen Schloss geführt. Adinas Vater, ge­spielt von Luca, verflucht seine Tochter, die den Verführungskünsten eines ehrlosen Schurken erlegen ist. Angesichts dieses Geschehens auf der Szene kommt Clari die Ausweglosigkeit ihrer eigenen Situation zu Be­wusstsein. Im Wahn, den eigenen Vater vor sich zu haben, stürzt sie auf die Bühne und bricht zusammen. Die Geburtstagsfeier endet in heillosem Durcheinander.



    II


    Nach dem misslungenen Fest macht der Herzog Clari schwerste Vorwürfe, ihn vor seinen Freunden blamiert zu haben. An eine Hochzeit sei nach diesem Fiasko unter keinen Umständen mehr zu denken. Wenig spä­ter plagen ihn jedoch Gewissensbisse, und er bittet Bettina und Germano, sich Claris anzunehmen. Bettina soll vor Claris Zimmer wachen, doch wird sie von Müdigkeit übermannt und schläft ein. Clari nutzt diesen unbeobachteten Moment. Erschöpft und gedemütigt, hat sie sich in ihrer tiefen Verzweiflung entschlos­sen, den Herzog zu verlassen. Sie lässt einen Abschiedsbrief zurück, in dem sie ihren Freitod ankündigt Als Bettina und Germano Claris Flucht entdecken ist die Aufredung gross. Der herzog weist seine Bediensteten an, Clari unter allen Umständen zu finden.



    III


    Der Herzog ist sich über seine wahren Gefühle zu Clari klar geworden: Er liebt sie und will sie zurückge­winnen. Begleitet von Germano und Bettina, macht er sich auf den Weg in die Heimat Claris, wo er sie wiederzufinden hofft.

    In Claris Elternhaus unternimmt Simonetta, die Mutter, alles, um ihren Ehemann Alberto zu trösten. Er hat die Schande seiner Tochter nicht verwunden und darüber all seinen Lebensmut verloren.

    Am Ende ihrer Flucht endlich zu Hause angekommen, erfleht Clari die Vergebung ihres Vaters, der sie je­doch verstösst und ihr die Tür weist. In diesem Moment erscheint der Herzog. Vor Alberto nimmt er alle Schuld auf sich und bittet um Verzeihung. Er gelobt, Clari zu heiraten, und einem Happy End steht nichts mehr im Wege.



    2008 gab Cecilia Bartoli den Anstoß, die Oper am Opernhaus Zürich nach fast 150 Jahren, mit ihr in der Titelrolle, wieder aufzuführen.



    Cecila Bartoli & John Osborn in CLARI


    „Denn das weiss das Publikum nicht und mag es nicht wissen, dass um ein Kunstwerk zu empfangen, die halbe Arbeit an demselben vom Empfänger selbst verrichtet werden muss. Ferruccio Busoni

    In diesem Sinne grüsst Richard


    Einmal editiert, zuletzt von Souffleur ()

  • Souffleur

    Hat den Titel des Themas von „Halévy, Jacques Fromental: CLARI“ zu „HALÉVY, Jacques Fromental: CLARI“ geändert.
  • Die einzig exitierende Aufzeichnung der Oper Clari ist die mit Cecilia Bartoli und John Osborn aus dem Jahr 2010

    Das Cover schreckt vielleicht etwas ab, erzählt aber etwas über die Vorgeschichte der eigentlichen Handlung, wie nämlich die biedere Clari ihren Traumprinzen (in diesem Fall Traumherzog) kennengelernt hat. Die Vorgeschichte wurde in der Art eines 1950er-Jahre Fotoromans während der Ouvertüre als Video auf den noch geschlossenen Vorhang projiziert.


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    „Denn das weiss das Publikum nicht und mag es nicht wissen, dass um ein Kunstwerk zu empfangen, die halbe Arbeit an demselben vom Empfänger selbst verrichtet werden muss. Ferruccio Busoni

    In diesem Sinne grüsst Richard