Mozart: Die Zauberflöte - - - St. Margareten Römersteinbruch 2019

  • Im Römersteinbruch ST. Margareten wurde (zumindest) bereits einmal eine Inszenierung der Zauberflöte gezeigt. Es gab in letzer Zeit gewisse finanzielle und Kompetenzprobleme, aber die scheinen überwunden.

    Hauptsache das Werkel läuft wieder.

    Heuer steht ausl erneut die Zauberflöte auf dem Programm. In eine zumindest sehr auffallenden Neuinszenierung. Ich habe mir sofort eine Meinung gebildet als ich die ersten Ausschnitte sah, werde mich aber zurückhalten. Hier gäbe es enorm viel zu sagen. Und ich bin wirklich gespannt was Ihr dazu zu sagen habt.....

    mfg aus Wien

    Alfred

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  • Optisch gibt die Kulisse von St. Margarethen natürlich viel her, da kann man sich als Zauberflöten-Regisseur wirklich austoben.


    Leider wurde diese Zauberflöte auch sehr kontrovers aufgenommen, da ein Schauspieler und kein Sänger die Rolle des Papageno übernommen hat. Die Kritiken für Max Simonischek, Sohn von Schauspielstar Peter Simonischek, fallen dementsprechend aus. Simonischek sagt ja gleich selbst, dass er nicht singen kann. Auch das Publikum zeigt sich sehr enttäuscht. Man liest leider kaum was Gutes über diesen Papageno.


    Simonischek versucht ja eigentlich gar nicht zu singen, es ist eher ein Sprechgesang. Ich habe mir unter anderem das Duett mit Pamina "Bei Männern welche Liebe fühlen" angehört, und wenn ein Papageno gesanglich nicht mit einer Pamina mithalten kann, verpufft da jede Wirkung.


    Das folgende Video mit einem Interview mit Herrn Simonischek - bei dem er in Ausschnitten von der Probenarbeit auch singend zu hören ist - wird nicht zur Akezptanz seiner Rollendarbietung beitragen. Wenn man seinen Worten folgt, war die Beschäftigung mit Mozart bisher eher eine Zeitverschwendung für ihn, und von der Opernarbeit hält er auch nach der Probenarbeit anscheinend nicht allzuviel. Geht es doch nach seiner Meinung eher um Optik und Wirkung als um die Zeichnung einer Rolle. Obwohl er auch lobende Worte für Opernsänger und deren Disziplin findet.

    Für ihn war das eher ein Ausflug aus seiner Komfortzone, eine Leidenschaft für die Gattung Oper scheint er wohl nicht entwickelt zu haben. Dafür erzählt er all das viel zu nüchtern.






    Gregor

  • Daß main St. Margarethe stets eine durchwachsen sängerische Leistung bekommt ist ja bekannt. Im konkreten Fall wars aber eine FEhlbesetzugn an der auch der Darsteller wenig Freude gehabt haben dürfte. Andrerseits sind die Zeiten schlecht und auch berühmte Namen können nicht jedes Engagement abschlagen. Aber war das nicht immer schon so ?

    Im konkreten Falle hätte mich allerdings die Meinungge der Tamino-Runde in bezug auf Ausstattung /Insenierung interessier - sowaeit das an Hnd der zur Verfügung stehenden Schnippsel möglich ist-

    Das Schweigen zu diesem Thema verwundert mich ein wenig und ist vermutlich nur duch die momentane Hitzewlle zu erklären....


    mfg aus Wien

    Alfred

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  • Wenn man seinen Worten folgt, war die Beschäftigung mit Mozart bisher eher eine Zeitverschwendung für ihn, [...]

    Wenn ich es richtig verstehe, sagt er bei ca. 1'28'', dass es alles andere, als überflüssig oder uninteressant ist, sich einen Sommer lang mit Mozart zu beschäftigen.

    [...] und von der Opernarbeit hält er auch nach der Probenarbeit anscheinend nicht allzuviel. [...]

    Das mag man so interpretieren. Allerdings sagt er m.E. lediglich, dass die Opernarbeit wesentlich anders ist, als die ihm bekannte Schauspielarbeit, nämlich durchaus präziser und effektiver.

    [...] Geht es doch nach seiner Meinung eher um Optik und Wirkung als um die Zeichnung einer Rolle.

    Was ja insbesondere bzgl. der Wirkung einer Rolle in der Oper auch nicht ganz von der Hand zu weisen ist. Ich denke auch, dass die Rollenzeichnung bzw. Charakterisierung einer Figur in der Oper in erster Instanz zumeist deutlich plakativer ausfällt, als etwa im Schauspiel oder meinethalben auch in der Literatur. Die Feinzeichnung muss man auch einem Otello erst beibringen.

    mfG Michael


    Eine Behauptung ist noch kein Argument, eine Meinungsäußerung noch kein Diskurs.

  • Visuell beeindruckend, obzwar das Ganze mehr an einen Fantasy-Film erinnert als alles andere, inwiefern die Handlung dadurch stimmig umgesetzt werden kann, ist anhand der kurzen Ausschnitte schwer zu beurteilen. Musikalisch klingt das Ganze schon sehr vielversprechend, die Königin der Nacht gefällt mir sehr, der Papageno jedoch versenkt das musikalische Niveau in den Tiefen des Meeres. Mir ist die Konzeption zwar verständlich, hier einen Schauspieler einzusetzen, der eben deklamiert und nicht singt (wie in der zarzuela bisweilen üblich, da finde ich das auch meistens ganz grauslich), halte dies jedoch für keine gute Idee. Der Mann ist sicherlich sympathisch, allerdings sinkt das musikalische Niveau dadurch ins Bodenlose, noch unter jede Schulaufführung. Ganz, ganz gruselig war das. Schauderlich. Ansonsten danke für den Hinweis, scheint ein interessantes Festival zu sein, das mir bisher noch unbekannt war.

  • So ganz neu ist das nicht. Papageno wurde auch schon mit Manfred Krug besetzt, in der DDR (Komische Oper??). Aber der konnte wenigstens noch singen und war ziemlich erfolgreich beim Jazz.


    Herzlichst La Roche

    Was Du ererbt von Deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen!

  • So ganz neu ist das nicht. Papageno wurde auch schon mit Manfred Krug besetzt, in der DDR (Komische Oper??).

    So ganz neu ist das in der Tat nicht, immerhin wurde der Papageno in der Uraufführung mit Emanuel Schikaneder besetzt. Dass Krug hingegen je Papageno gesungen haben soll, höre ich hier zum ersten Mal.

  • So ganz neu ist das nicht. Papageno wurde auch schon mit Manfred Krug besetzt, in der DDR (Komische Oper??). Aber der konnte wenigstens noch singen und war ziemlich erfolgreich beim Jazz.

    Ich kann zwar nicht ganz ausschließen, dass Manfred Krug irgendwann irgendwo vielleicht doch mal den Papageno gesungen hat, zumindest höre ich davon hier und heute ebenfalls zum ersten Mal und bin daher sehr skeptisch, was den Wahrheitsgehalt dieser Aussage anbelangt. An der Staatsoper Berlin und an der Komischen Oper Berlin hat Manfred Krug jedenfalls niemals den Papageno gesungen.

    Richtig ist hingegen, dass bei der Neuinszenierung der "Zauberflöte" 1965 an der Deutschen Staatsoper Berlin (unter Otmar Suitner) die Partie des Papageno mit einem Schauspieler besetzt wurde, und zwar mit dem Schauspieler Horst Schulze (siehe auch mein hiesiges Besetzungsarchiv).

    Manfred Krug trat an der Staatsoper Berlin ausschließlich als Samiel im "Freischütz" (Ende der 1950er Jahre) auf, an der Komischen Oper Berlin ausschließlich als Sporting Life in "Porgy und Bess" (Anfang der 1970er Jahre in der Inszenierung von Götz Friedrich).

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Keine neuen Beiträge mehr von mir außerhalb meiner Besetzungsrubriken! (seit 5.11.2019)

    Von allem anderen, insbesondere Formulierungen des Forenbetreiberts wie "hätte man die Leute kalt gestellt" (4.12.2019 um 18.04 Uhr), distanziere ich mich ausdrücklich!

  • Irgendwie hatte ich mir eine Diskussion zur Ausstattung erhofft, bei der "die Fetzen fliegen"

    Visuell beeindruckend, obzwar das Ganze mehr an einen Fantasy-Film erinnert als alles andere,

    Als ichdie Clips gesehen habe, war ich zunächst überrascht.

    nd dann habe ich mit die Frage gestellt, inwieweit die Inszenierung den Intentionen des Tesxtdichters entsprochenhaben mag - der ja nicht gerate ein "Schöngeist" war

    Ich bin zu dem Schluß gekommen, daß die Inszenierung durchaus ansprechend und gelungen ist.

    Einen "historischen Bezug" im eigenlichen Sinne gibt es nicht. Und die Beszeichnung "Fantasy" ist für dieses Werk mit vermischten Stilelementen IMO durchaus passend. Lange Zeit hat man sich an Schinkels "ägiptischer" Ausstattung orientiert, welche sicher ein guter Weg war - aber nicht der einzige

    Manche haben das ja das "javonische Jagdkostüm" als "Japanisch" gedeutet, was IMO eine Fehlinterpretation ist. Vermutlich hat Schikaneder ABsichtliche diese abstruse Bezeichnung gewählt um eine Zuordnung unmöglich zu machen.

    Wenn wir es genau nehmen lässt die Handlung unheimlichen Spielraum. (Staßenanzug oder Uniformen, etc sollten natürlich ein Tabu darstellen)

    Die asiatische Auslegung einer Inszenierung der MET war zwar legitim - meiner Meinung nach aber nicht besonders gelungen.

    Hier ist man eine neuen Weg gegangen. Natürlich gibt es immer wieder etwas das man kritisieren kann.

    Aber alles in allem würde ich sagen ist es gelungen der Phanasie freien Lauf zu lassen one das Stück zu beschädigen, sondern man hat eine optisch ansprechende und überzeigende Kulisse geschaffen, der man ansieht, daß sie in unserer Zeit geschaffen wurde, aber mit starke Bindung an die Tradition,

    Was spräche dagegen, diese Inszenierung 2021 (2020 kommt "Turandot") mit einem singenden Papageno zu wiederholen ?


    mfg aus Wien

    Alfred

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  • Irgendwie hatte ich mir eine Diskussion zur Ausstattung erhofft, bei der "die Fetzen fliegen"

    Ich fürchte, dass gibt die Inszenierung einfach nicht her! - Mein erster Gedanke war, ob jemand sich noch an den Film Fantastic Voyage (dt. Eine phantastische Reise) erinnert? Das war der, wo ein zuvor verkleinertes "U-Boot" samt Besatzung in den Blutkreislauf eines wissenschaftlers injiziert wird, um ein Blutgerinnsel in dessen Gehirn zu behandeln. Und die zweite Assoziation war dann die Zeichentrickserie Es war einmal … der Mensch. Will sagen: Das Bühnenbild erinnert doch stark an das Magen- oder Darminnere ... :untertauch:

    Wenn wir es genau nehmen lässt die Handlung unheimlichen Spielraum. (Staßenanzug oder Uniformen, etc sollten natürlich ein Tabu darstellen)

    Was sie zum Glück und ebenso "natürlich" nicht tun :baeh01:

    mfG Michael


    Eine Behauptung ist noch kein Argument, eine Meinungsäußerung noch kein Diskurs.

  • Die Kulisse und die Kostüme sehen ja recht phantasievoll aus, wie sie bei einer Märchenoper durchaus sein können. Leider kann man aus den kurzen Ausschnitten nicht darauf schließen, ob die Handlung eingehalten und keine zusätzlichen und unnötigen Mätzchen vollführt werden.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

  • Die Kulisse und die Kostüme sehen ja recht phantasievoll aus, wie sie bei einer Märchenoper durchaus sein können. Leider kann man aus den kurzen Ausschnitten nicht darauf schließen, ob die Handlung eingehalten und keine zusätzlichen und unnötigen Mätzchen vollführt werden.

    Das ist eher nicht anzunehmen, das Publikum in St. Margareten ist eher ein Operetten oder Genusshörerpublikum...

    Der künstlerische Direktor heisst übrigens Daniel Serafin....


    Hier eine Kritik wie sie Veranstalter und Fremdenverkehrsamt gerne liest.

    SOOO möchte ich in Hinkunft die Tamino Statements lesen, wenn ich mal die Frag stelle, wie Euch das Forum gefällt.

    Nicht mieselsüchtige Suche nach Fehlern - sondern eherliches Lob und Jubel....

    keine Gefälligkeitskritien aus einer vernetzten Gesellschaft heraus, sondern ehrliche Bewunderung...


    https://www.ots.at/presseausse…h-st-margarethen-anhaenge


    mfg aus Wien

    Alfred

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