Moderne Inszenierung - ohne die Handlung zu beschädigen

  • Gestern Abend wurde aus der MET die Inszenierung vom Massenets "Manon" übertragen. Hier zeigte sich, was modernes Theater kann, ohne die Handlung zu beschädigen. Die sechs verschiedenen Bühnenbilder waren nicht üppig zu nennen und in allen Szenen weitgehend in Grau gehalten, stellten aber immer den Ort der originalen Handlung eindeutig dar. Die Kostüme entsprachen der Mode am Ende des 19 Jahrhunderts, in dem die Originalhandlung angesiedelt ist. Das Grau des Bühnenbilds verstärkte in meinen Augen die Wirkung der Handlung und die hervorragenden schauspielerischen Leistungen.

    Auch die Sänger waren hervorragend, wobei ich kaum einen der Hauptdarsteller besonders hervorzuheben vermag.

    Insgesamt wieder ein packender Abend. Das New Yorker Publikum raste vor Begeisterung und auch die Zuschauer im Kino, mit denen ich sprechen konnte, waren von der Inszenierung sehr angetan.

    Wer noch nicht von diesen Live-Übertragungen aus der Metropolitan Opera New York oder den Royal Opera House in London gehört hat, die heute in vielen Kinos angeboten werden, braucht im Internet nur unter dem Begriff "Die MET im Kino in ....." oder "ROH im Kino in ....." zu suchen, um festzustellen, ob es in seiner Nähe ein entsprechende Angebot gibt. Und unter den Übertragungen aus der MET gibt es noch eine Reihe werksgetreuer Inszenierungen. Meist lässt sich das auch im Internet bequem buchen. Ich finde inzwischen, dass das Erlebnis durch viele Naheinstellungen der Kamera teilweise noch packender als im Opernhaus ist. Auch klanglich braucht man bei den heutigen Musikanlagen kaum Abstriche zu machen.

    Auch der Zulauf wurde hier bei uns in den letzten Jahren immer größer. Bei bekannten Standardwerken sind hier oft zwei große Kinosäle besetzt, so dass man sich schon am ersten Tag der Vorbuchung (in der Regel der letzte Tag der Übertragungen aus der laufenden Saison) um Karten für die neue Saison bemühen muss, wenn man einen guten Platz erwischen will. Bei uns sind - außer den ersten beiden Reihen, in denen man schon sehr nach oben schauen muss - alle Plätze gut, so dass man nirgendwo eine Kopf vor sich hat.

    "Manon" von Massenet ist - wie ich aus manchen Gesprächen herausgehört habe - vielen Opernbesuchern nicht so bekannt. Dennoch war der Saal recht gut besetzt. Auch wir hatten Gäste dabei, denen diese "Manon" bisher noch völlig unbekannt war und die hellauf begeistert waren.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

  • Hier noch ein kurzer Trailer der Inszenierung (frühere Besetzung)

    Weitere Ausschnitte gibt es auf youtube

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

  • Die Kostüme entsprachen der Mode am Ende des 19 Jahrhunderts, in dem die Originalhandlung angesiedelt ist.

    Lieber Gerhard,

    hier muss ich dich leider berichtigen. Die Originalhandlung spielt am Ende der 18. Jahrhunderts. Der Regisseur hat also "Manon" in die Entstehungszeit der Oper verlegt, wie das ja so häufig offenbar Mode ist. Das tut der Oper in diesem Fall zwar nicht weh, ich frage mich in solchen Fällen aber immer, welchen zusätzlichen Erkenntnisgewinn das bringen soll.


    Es grüßt Mme. Cortese

    Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe (Tagore)

  • Lieber Gerhard,

    hier muss ich dich leider berichtigen. Die Originalhandlung spielt am Ende der 18. Jahrhunderts. Der Regisseur hat also "Manon" in die Entstehungszeit der Oper verlegt, wie das ja so häufig offenbar Mode ist. Das tut der Oper in diesem Fall zwar nicht weh, ich frage mich in solchen Fällen aber immer, welchen zusätzlichen Erkenntnisgewinn das bringen soll.


    Es grüßt Mme. Cortese

    Erstmal vielen Dank für diesen Bericht, gibt es doch noch Neuinszenierungen, die der Verfasser gut findet.

    Ich muss zur Zeit der Handlung eine zweite Berichtigung anmelden: In meinem Opernführer von E. Krause steht Zeit: 1721, in Reclams Opernführer steht erste Hälfte des 18. Jahrhunderts, was dazu kein Widerspruch ist.

    Ob nun Ende oder Anfang des 18. Jahrhunderts, grundsätzlich finde ich es gut, wenn der Regisseur seine Inszenierung so werkgetreu wie möglich abliefert, was heutzutage eben keine Mode ist, sondern so gut wie gar nicht mehr vorkommt, weil sich in Originalität und Spitzfindigkeiten alle übertreffen wollen. Auf solchen Erkenntnisgewinn kann ich verzichten. Aber dieses Thema gehört in den RT-Thread.

    :hello:

    Wenn schon nicht HIP, dann wenigstens TOP

  • Akzeptieren wir also - fürs erste - dass das Werk - im Sinne einer Umdeutung - nicht substanziell beschädigt wurde. Aber nun komt wieder mein beliebter Vergleich mit dem Speiserestaurant:


    Das Essen ist gut - nehmen wir es mal an - ABER

    Das Tischtuch ist aus Plastik, die Servietten aus Papier. Besteck und Essgeschirr sind das Billigste vom billigen. Der Speisesaal ist mit "klassischen" Leuchtstoffröhren belauchtet, die Sessel aus geprägtem Pastikl die Tische aus dem Möbelsupermarkt. Und der Wein wird aus Plastik- oder Wachspapierbechern kredenzt......


    Wer je Sekt aus einem Plastibecher getrunken har, der wird mir (hoffentlich?) beipflichten, daß so Essen und Trinken keinen Spaß meh macht. Genauso ist e mit den "spartanischen" Inszenierungen, die immerschon von den Deutsch geliebt wurde - ich hab das schon als Jugendlicher bemängelt.


    Elfriede Ott hat seinerzeit in einem Couplet gesungen:


    Zitat

    Zwei drei Brettln sind a Hüttn

    Zwei drei Beserln sind ein Park

    -und ein Bursch aus Favoriten*

    ist der Prinz von Dänemark

    Die Handlung ist als nicht unbedingt beschädigt - aber der Zauber ist dahin ......


    mfg aus Wien

    Alfred

    __________________________________-


    * Favoriten ist der 10 Bezirk von Wien - ein (einstiges?) Arbeiterviertel....

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  • grundsätzlich finde ich es gut, wenn der Regisseur seine Inszenierung so werkgetreu wie möglich abliefert, was heutzutage eben keine Mode ist, sondern so gut wie gar nicht mehr vorkommt, weil sich in Originalität und Spitzfindigkeiten alle übertreffen wollen.

    :hello:

    Ich habe schon lange den Eindruck, dass es den Regisseuren weniger um eine Interpretation geht, sondern um "Originalität"- nach dem Motto: "was hatten wir denn bis jetzt noch nicht?"

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  • Ich habe schon lange den Eindruck, dass es den Regisseuren weniger um eine Interpretation geht, sondern um "Originalität"- nach dem Motto: "was hatten wir denn bis jetzt noch nicht?

    Das hat aber bitte einen ganz merkantilen Hintergrund.

    Normale Regiearbeit ist Handwerk.

    Wenn es gelingt, besonders "originell" zu sein, und das ganze als "Kunstwerk" zu verkaufen, dann klingelt eben die Kassa. Zusätzlich ist man dan in aller Munde - sprich: "berühmt"

    Hat irgendwer um 1970 Notiz davon genommen wer bei einer Operninszenierung Regie geführt hat -

    ausser natürlich bei Zeffirelli oder Schenk...(?)

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  • Ich habe diese Produktion vor 5 Jahren live gesehen. In der MET und nicht in einem von Biertrinkern und Popcornfressern besetzten überlauten Kinosaal.

    Die damaligen Protagonisten waren Anna Netrebko und Piotr Beczala. Ihr Gesang und ihre Darstellung war so fesselnd, dass es völlig belanglos war, ob ihre Klamotten aus dem 18. oder 19. Jahrhundert stammten. Für das Bühnenbild galt das gleiche.

    Deshalb verstehe ich den ganzen Popanz nicht, den Einzelne hier in immer kürzeren Abständen um die Inszenierung veranstalten. Haben diese Leute ständig Langeweile, dass sie anderen damit zusehends auf die Nerven gehen müssen? Oder handelt es sich dabei um eine noch nicht erforschte Krankheit?

    Beides vermiest mir zunehmend die Freude hier.

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Hat irgendwer um 1970 Notiz davon genommen wer bei einer Operninszenierung Regie geführt hat -

    Allerdings! Da gab es Walter Felsenstein an der Komischen Oper, der mit seinen Schauspielinszenierungen, die er an der Wiener Burg und anderswo, längst als völlig veraltet galt, da gab es ganz andere "Regiegötter", es gab Regisseure wie Günther Rennert und Oskar Fritz Schuh, Harry Kupfer sorgte bereits in Weimar für Aufsehen und wechselte kurz darauf nach Dresden, Ruth Berghaus wurde Anfang der 1970er Intendantin des Berliner Ensembles, Götz Friedrich inszenierte 1972 den "Tannhäuser" in Bayreuth und so weiter und so fort. Wieland Wagner war bereits 1966 gestorben. Zu glauben, die Opernwelt wäre 1970 in deinem Sinne noch "in Ordnung" gewesen, ist ein Irrglaube von dir. Die älteren Opernbesucher störten sich damals genauso an den ihnen zu "modernen" Inszenierungen jüngerer Regisseure wie heute.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Keine neuen Beiträge mehr von mir außerhalb meiner Besetzungsrubriken! (seit 5.11.2019)

    Von allem anderen, insbesondere Formulierungen des Forenbetreiberts wie "hätte man die Leute kalt gestellt" (4.12.2019 um 18.04 Uhr), distanziere ich mich ausdrücklich!

  • Deshalb verstehe ich den ganzen Popanz nicht, den Einzelne hier in immer kürzeren Abständen um die Inszenierung veranstalten.

    Wenn Dus nichr verstehst, dann erklär ichs gerne:

    Weil eben andere Leute das anders sehen weil denen die Inszenierung wichtig ist.


    Und weil eben die aus den Operhäusern vergrault wurden-

    Jahrelang wurden sie zum Schweigen gebracht - aber das funktioniert nun seit einiger Zeit nicht mehr,

    Sie haben - unter anderem bei Tamino - ein mächtiges Podium gefunden, von wo aus sie ihren Unmut artikuluieren können. dies Plattformen werden allmählich mehr. Daß das einigen auf die Nerven geht ist klar - und IMO sogar beabsichtigt.

    Denn - noch getrauen sich einige es nicht zu sagen - aber das Ziel ist letztich die Verbannung des Regietheaters von unseren Bühnen.


    Für Taminos wurde ja die Möglichkeit geschaffen, Unterforen die sie stören, für sich persönlich abzuschalten.

    Tamino hat viele Themen.


    mfg aus Wien

    Alfred

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  • Lieber Gerhard,

    hier muss ich dich leider berichtigen. Die Originalhandlung spielt am Ende der 18. Jahrhunderts. Der Regisseur hat also "Manon" in die Entstehungszeit der Oper verlegt, wie das ja so häufig offenbar Mode ist. Das tut der Oper in diesem Fall zwar nicht weh, ich frage mich in solchen Fällen aber immer, welchen zusätzlichen Erkenntnisgewinn das bringen soll.


    Es grüßt Mme. Cortese

    Liebe Mme.Cortese,


    du hast natürlich Recht. Ich hatte da - ich weiß nicht mehr wo - eine falsche Information gelesen oder versehentlich verarbeitet. Die Geschichte spielt laut Libretto 1721, also im 18 Jahrhundert. Nun ist das jedoch eine Liebesgeschichte, die auch im 19.Jahrhundert spielen könnte (In der Gegenwart könnte ich sie mir allerdings kaum noch vorstellen). Die Handlung war nicht entstellt, insofern konnte man die Kostümierung des 19. Jahrhunderts durchaus akzeptieren. Es gibt auch andere Opern, die eine Geschichte ohne historischen Hintergrund erzählen, die auch durchaus bis in die Gegenwart passen. Ein neuer Erkenntnisgewinn ergibt sich allerdings auch in meinen Augen daraus nicht.

    Anders sieht es für mich aus, wenn ein historischer Hintergrund gegeben ist, z.B. bei den Trojanern, Attila, Salome usw. Und sehr viele Opern, die heute von den Regisseuren völlig verdreht werden, basieren auf einem historischen Hintergrund. Oder bei denen die Handlung fürchterlich entstellt wurde wie bei Rigoletto, Freischütz, Carmen im Fitness-Studio, Tannhäuser oder all den Inszenierungen aus Bayreuth der letzten Jahre. Da hört bei mir die Toleranz auf.


    Liebe Grüße

    Gerhard

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  • Für Taminos wurde ja die Möglichkeit geschaffen, Unterforen die sie stören, für sich persönlich abzuschalten.

    Richtig. Und ich mache bezüglich des Regietheaterforums Gebrauch davon, weil ich diese unsinnige Diskussion in Endlosschleife über habe. Aber warum muss ich dieselbe Diskussion dann immer und immer wieder anlässlich JEDES Vorstellunsgberichtes in anderen Foren lesen??? Bitte alle diesnbezüglichen Diskussionen in genau jenes Forum verschieben! Vielen Dank!


    Ansonsten: Die Zeiten, dass man einem missliebige Kunst einfach allgemein verbieten lassen kann (anstatt sie einfach zu ignorieren), sind GOTT SEI DANK vorbei!

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


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  • Zu Beitrag #12 u.a.

    Du solltest zur Kenntnis nehmen, daß RT- Diskussionen auch von Lesern außerhalb des Forums beachtet werden. Und täglich gibt es neue Leser, die erstmals im Tamino stöbern, und die alte Themen nicht so durchblättern oder so viel Beachtung schenken wie die alteingesessenen Taminos. Auch die oder gerade die will das Forum erreichen, um klarzustellen, daß Rigoletto nicht unter Affen handelt oder Lohengrin ein kranker, zappelnder Schwächling ist oder vor einem Trafohäuschen in Monteurskluft Aktivitäten vortäuscht, die Wagner mit Sicherheit nicht vorgesehen hatte. Sicher kennen Gastleser Opern genauso wie Du oder ich, aber über Proteste gegen diese Zerstörung teilweise jahrhunderter alter Kultur nichts wissen, da auch unsere Presse vorwiegend einseitig über Theatergeschehen berichtet oder rezensiert.

    Wenn Dich unsere Wiederholungen langweilen, lies sie einfach nicht. Wir finden unsere Leser auch ohne Dich.


    La Roche


    PS Verbote mißliebiger Kunst wurden im Forum wohl nie gefordert. Woher Du das nur wieder nimmst?

    Was Du ererbt von Deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen!

  • Weil es hier genauso gut oder schlecht hinpasst, wie in irgendeine andere "Diskussion" rund um das Thema Regietheater:


    "Nur am Rande sei erwähnt, daß Gustav Mahler für seine Einstudierung der <Nozze> [gemeint ist Mozarts Oper KV492] an der Wiener Hofoper im Jahre 1906 die Gerichtsszene [gemeint ist die Gerichtsszene aus dem 3ten Akt des Stückes von Beaumarchais] einfügte und eigens dafür ein Accompagnato-Rezitativ komponierte. Dieser Entschluß entsprang dem Bedürfnis Mahlers, die sozialkritische Thematik dieser Oper ausdrücklich in den Vordergrund seiner Inszenierung zu rücken, unterstützt von dem Bühnenbildner Alfred Roller, der ein verwahrlostes Schloß auf die Bühne zu stellen wagte und darin völlig realistisch gekleidete, auf ihr tatsächliches Klassenverhalten konzentrierte Personen agieren ließ." aus Wolfgang Amadeus Mozart, Die Hochzeit des Figaro; Texte, Materialien, Kommentare. rororo Opernbuch, 1982; ISBN 3 499 17667 x. - Also auch Mahler und Roller - horribile dictu - RT-Phile, die hier im Forum wohl keinen leichten Stand hätten ...

    mfG Michael


    Eine Behauptung ist noch kein Argument, eine Meinungsäußerung noch kein Diskurs.

  • Also auch Mahler und Roller - horribile dictu - RT-Phile, die hier im Forum wohl keinen leichten Stand hätten ..

    .... und das Publikum war sicher begeistert!!??


    La Roche

    Was Du ererbt von Deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen!

  • Immer und immer wieder derselbe Blödsinn!


    diese Zerstörung teilweise jahrhunderter alter Kultur nichts wissen

    Die hundertste Berichtigung der hundertsten Falschaussage: Es wird nichts zerstört!!! Wenn die Taliban uralte Buddha-Statuen sprengt, dann zerstört sie diese, den durch diese Zerstörung gehen sie unwiderbringlich verloren. Wenn eine Oper verlebendigt wird und dabei eine mehr oder weniger große visuelle Abweichung vom (fiktiven) "Original" erfolgt, wird überhaupt nichts zerstört, sondern bei der nächsten und übernächsten Verlebendigung (= Aufführung) kann das Ganze auch wieder ganz anders gehandhabt werden. Aber das wirst du offenbar in diesem Leben nicht mehr kapieren...

    Wir finden unsere Leser auch ohne Dich.

    Na klar! Ich bin mir ganz sicher, dass Millionen Leser nach der x-ten Wiederholung "eurer" Meinung geradezu lechzen! :hahahaha:


    Deswegen ist und bleibt es auch unbedingt notwendig, die immer und immer wieder unter JEDEN Vorstellungsbericht zu schreiben...

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


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  • Also auch Mahler und Roller - horribile dictu - RT-Phile, die hier im Forum wohl keinen leichten Stand hätten ...

    Wer sind schon Mahler und Roller gegen "Gerhard Wischniewski" und "La Roche"! :hahahaha:


    Es hat ja alles keinen Sinn...

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


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  • Also auch Mahler und Roller - horribile dictu - RT-Phile, die hier im Forum wohl keinen leichten Stand hätten ...

    .... und das Publikum war sicher begeistert!!??

    Darum geht es nicht, es geht vielmehr darum, dass dieses ganze Gefasel von Werktreue, Libretto + Musik = Werk, unantastbares Werk, kein RT vor 1970 etc. pp. schlicht unhaltbarer Blödsinn ist.

    mfG Michael


    Eine Behauptung ist noch kein Argument, eine Meinungsäußerung noch kein Diskurs.

  • @LaRoche

    Wenn du den Lohengrin aufmerksam durchgehst, werden dir sicherlich Momente deutlich werden, in denen Lohengrin nicht besonders souverän, sondern wie ein Schwächling agiert; darin nicht ganz so extrem wie König Heinrich, der sich bereits zu Beginn in ein Gottesurteil flüchtet.

  • Ansonsten: Die Zeiten, dass man einem missliebige Kunst einfach allgemein verbieten lassen kann (anstatt sie einfach zu ignorieren), sind GOTT SEI DANK vorbei!

    Ich weiss. daß Du nicht gern über Politik lier lesen willst, daher nur andeutungsweise; diese Zeiten- schau Dir die Wahlergebnisse an - sind grade erst wieder im kommen

    Man muss ja diese Kunst nicht verbieten, es genügt, einfach alle Subventionen zu streichen

    Dann geht sie von alleine zugrunde


    Das erinnert mich an einen lieben alten Witz


    Kreisky und sein Gegenspieler Mock angeln an einem Stausee.

    Sie werden von zahlreichen Zuschauern beobachtet

    Da beisst ein Fisch bei Mock an

    Der zieht in an Land und erschlägt ihn mit einem Stein

    Die Menge ruft: MÖR-DER MÖR-DER MÖR-DER !!

    Da beisst schon der nächste Fisch an

    Diesmal bei Kreisky

    Der zieht ihn an Land,

    nimmt ihn auf den Arm und streichelt ihn.

    Die Menge applaudiert

    Mock ist verstört: "Was machen Sie denn da ?"

    Kreisky:

    "Schauns - de Leit gfreits"

    "Und hin wird er a sowieso"


    SO macht man das !!!


    mfg aus Wien

    Alfred

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  • Man muss ja diese Kunst nicht verbieten, es genügt, einfach alle Subventionen zu streichen

    Dann geht sie von alleine zugrunde

    Ich weiß, dass das in deinem einfach gestrickten Weltbild so einfach ist, aber wenn das passieren würde, würde die GESAMTE europäische Musik- und Theaterkultur unwiderbringlich zerstört (die Orchester müssten ebenso aufgelöst werden wie die Theaterensemble, die Tischer und Schneiderinnen würden arbeitslos werden usw.) - insofern kann jeder vernünftig denkende Mensch nur hoffen, dass diese deine "Fantasie" dein "frommer Wunsch" bleiben wird. Ohne Subventionen wäre übrogens auch dein KHM ganz schnell geschlossen worden und du hättest dir deine Brötchen anderweitig verdienen müssen. So viel zum Thema Subventionen, die eben nicht darüber entscheiden, welcher Art Kunst gezeigt wird oder nicht, sondern nur darüber, ob überhauüt Kunst gezeigt werden kann oder nicht.


    Insofern konnte ich auch beim besten Willen nicht den vorgestrigen Geburtstagswunsch von "La Roche" unterschreiben, dass nun alles in Erfüllung gehen möge, was du dir wünschst - ich bin aber sehr zuversichtlich und überzeugt, dass außerhalb deiner vier Wände mehr Vernunft und Sachverstand waltet. :yes::hello:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


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  • Ich weiß, dass das in deinem einfach gestrickten Weltbild so einfach ist, aber wenn das passieren würde, würde die GESAMTE europäische Musik- und Theaterkultur unwiderbringlich zerstört

    Nein - das wird nich passieren, denn - vermutlich habe ich mich unklar ausgedrückt - und Du hast Dich freudig draufgestürzt- (?)

    Wenn ich schrieb: Alle Subventionen einzustellen, dann meinte ich natürlich nur :

    Alle Subventionen die "mißliebige Projekte" im Kunstbereich, beträfe. Das wäre ein sanftes Regulativ.


    Ioniesmiley EIN

    Das so eingesparte Geld könnte man natürlich in andere staatliche Kunsprojekte stecken,

    wie beispielsweise die Produktion von Gartenzwergen in Millionenauflage. Man stelle sich vor: Jedem deutschen Staatsbürger sein Gartenzwerg - dazu die Exporte in den Asiatiaschen Bereich.

    Man könnte dies Figuren auch als kleine Standbilder von deutschen und österreichischen Dichtern gestalten die die Schrebergärten verzierten - ganze Komponistenfamilien - ähnlich wie Krippenfiguren zum Sammeln. Alles Kunsthandwerk -Hanarbeiten aus Ton oder Holz geschnitzt. Leseabende mit Werken aus der Gartenlaube, Die Errichtung eines 12 Meter hohen Hedwig Courts-Mahler Denkmals. Die Einrichtung eines Instituts zur Geschichte und Pflege des deutschen Schlager - all das sind nur einigw wenige Schmankerln aus dem überreichen Born meiner Ideen.- Also keine Angst um die Arbeitsplätze. Dun mit dem Rest vom Geld bestreiten wir dann den Obolus des im Tamino Forum tätigen staatlich zertifizierten Klassikkomissars - symbolische 8000.-- Euro monatlich und die Ehrenprämie (Betrag ist geheim)

    Ironiesmiley AUS


    mfg aus Wien

    Alfred

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  • Alle Subventionen die "mißliebige Projekte" im Kunstbereich, beträfe.

    Siehst du: Und diese Zeiten, wo Einzelne bestimmen und festlegen, was allgemein verbindlich "missliebig" ist und was nicht, sind GOTT SEI DANK vorbei!

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


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  • Ich habe diese Produktion vor 5 Jahren live gesehen. In der MET und nicht in einem von Biertrinkern und Popcornfressern besetzten überlauten Kinosaal.

    Lieber Siegfried,


    da irrst du aber gewaltig. Das kann nur einer sagen, der das noch nie gesehen hat und von Vorurteilen lebt.

    Hier gibt es im Kinosaal weder "Popkornfresser" noch Biertrinker. Der Saal oder die beiden Säle (soweit größerer Andrang herrscht) ist zu den Veranstaltungen aus der MET oder dem ROH gegenüber den übrigen Kinosälen abgesperrt und nur über ein spezielles Foyer zu erreichen. Die Eintrittskarten werden bereits vor Eintritt in dieses besondere Foyer geprüft. Zwar gibt es vor der Vorstellung kostenlos je nach Wahl ein Glas Sekt, Orangensaft oder Wasser, aber diese Dinge werden nicht mit in den Saal genommen. In den längeren Umbaupausen kann man zwar Kanapees, Brezeln oder Getränke erwerben, die aber außerhalb des Saales (der Säle) verzehrt werden (Popkorn und Bier werden hier nicht verkauft). Bei dem Publikum handelt es sich nicht um "Popkornfresser" und Biertrinker, sondern um Opernliebhaber, die etwas von dem verstehen, wegen dessen sie ins Kino gegangen sind und die weder Popkorn fressen noch in einer solchen Vorstellung ein Bier haben müssen.

    Auch im Kino kommt die Musik in normaler Lautstärke. (Ich habe sogar einmal Jemand erlebt, dem es noch zu leise war, aber das war wohl eine Ausnahme). Während der Akte der Oper hörst du kein Geräusch im Saal, gesprochen wird höchstens während der Pausen, wenn auf der Bühne die englischen Kommentare und Interviews laufen oder man das Geschehen hinter der Bühne (Kulissenumbau usw.) zeigt, was auch ganz interessant sein kann. Wir begeben uns aber während der Pausen meist, um Bewegung und Gespräche mit den Zuschauern zu haben, ins rech gemütliche Foyer.

    Außerdem kann man die Darstellung und die Schauspielkunst der Sänger durch Naheinstellungen weit besser verfolgen als aus der Entfernung auf der Bühne und vieles wird dadurch packender als im Opernhaus. Hinzu kommt, dass man wegen der Anordnung der Sitze (jeweils 2 Stufen höher) auf allen Plätzen freie Sicht hat, ohne dass Köpfe im Wege sind.

    Ich habe ähnliche Urteile auch von anderen Cineplex-Kinos gehört.

    Ich weiß nicht, woher du die Informationen über "Popkornfresser" und Biertrinker in diesen Übertragungen bezogen hast. Ist schon mal jemand deiner Informanten je in einer solchen Vorstellung gewesen. Kannst du dir vorstellen, dass die Leute, die Vorstellungen mit diesem Anspruch besuchen, unbedingt auch Popkorn und Bier haben müssen?


    Liebe Grüße

    Gerhard

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  • Während der Akte der Oper hörst du kein Geräusch im Saal, [...]

    Das ist leider in der Oper nicht immer der Fall! Im Gegenteil scheint es mir persönlich so, als sei es immer mehr üblich, sich gerne auch während der Vorstellung vernehmbar über Sänger, Inszenierung oder häufiger über andere beliebige Themen auszutauschen. Und dabei handelt es, so mein Eindruck, im Regefall nicht um Opernneulinge oder jüngere Besucher, sondern eher um "Alteingesessene". - Im übrigen und damit ich nicht "aus Versehen" missverstanden werde, halte ich die Idee, Menschen die Oper im Kinosaal nahezubringen, für grundsätzlich gut. Nichtsdestotrotz würde ich das Live-Erlebnis mit all seinen Vor- und Nachteilen immer vorziehen.

    mfG Michael


    Eine Behauptung ist noch kein Argument, eine Meinungsäußerung noch kein Diskurs.

  • Dein Gedächtnis scheint nicht mehr so richtig zu funktionieren, Gerhard. Sonst würdest du mir nicht wortreich unterstellen, als Blinder über Farben zu referieren.

    Ich darf dich an meinen Bericht über die „Adriana Lecouvreur“ - Übertragung aus der MET erinnern. Ist noch nicht zu lange her und hier nachzulesen.

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Lieber Siegfried,


    man kann nicht alle Beiträge im Gedächtnis behalten (oder kannst du das?). Ich habe ja noch viele andere Interessen. Ich habe deinen Beitrag aus Januar dieses Jahres noch einmal nachgelesen. Damals hast du dich ja insgesamt positiver geäußert, wobei ich nur wegen der Lautstärke - zumindest was unser Kino betrifft - anderer Meinung war. Neuerdings (seit gestern) aber sprichst du auf einmal von Popkornfressern und Biertrinkern. Hast du denn damals in der Übertragung der "Adriana Lecouvreur" solche Popkornfresser und Biertrinker unter dem Publikum vorgefunden?


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

  • [...] scheint es mir persönlich so, als sei es immer mehr üblich, sich gerne auch während der Vorstellung vernehmbar über Sänger, Inszenierung oder häufiger über andere beliebige Themen auszutauschen. Und dabei handelt es, so mein Eindruck, im Regefall nicht um Opernneulinge oder jüngere Besucher, sondern eher um "Alteingesessene".

    Ich kenne das in der Wiener Staatsoper eher von den Touristen.

  • Ich kenne das in der Wiener Staatsoper eher von den Touristen.

    Hat's in Hamburg auch, aber die machen nach meiner Beobachtung eher einen verschwindend kleinen Anteil aus, denn ehrlicherweise fährt ein Tourist vielleicht auch nach Wien um einmal in der Wiener Staatsoper zu sitzen, aber kaum einer nach Hamburg um einen Abend in der Staatsoper Hamburg zu verbringen. Eher gibt es da die Gäste aus dem Umland, welche sich über die lokalen Kulturvereine per Bus ins Große Haus karren lassen - dies sind jedoch keine Erstbesucher, sondern schon seit Jahren und Jahrzehnten dabei und dafür das schlechte Benehmen inzwischen durchaus kultiviert :untertauch: Die touristisch motivierten "Problemfälle" finden sich dafür in deutlich wahrnehmbarer Menge in der Elbphilharmonie.

    mfG Michael


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