Der Tamino Liederabend: Mit Liedern durch das Jahr

  • Hallo!


    Nachdem ich gestern die Freude hatte, mit Freunden den zweiten der beiden Schumann-Liederabende zu genießen, habe ich mir überlegt, einen themenbezogenen Liederabend zusammen zu stellen. Er soll Lieder umfassen, die sich dem Jahresverlauf zuordnen lassen (Monate, Jahreszeiten, Feiertage...). Dabei bin ich hinsichtlich der zeitlichen Entstehung der Kompositionen sehr offen.


    Der Liederabend soll zwei Sets à 45 Minuten umfassen.


    Folgende Regeln:


    • Es werden ausschließlich Lieder mit Klavierbegleitung vorgeschlagen
    • Jeder Teilnehmer am Thread kann Liedvorschläge einbringen
    • Der Vorschlag beinhaltet den Interpreten, der das Stück vortragen soll.
    • Die Aufnahme sollte allgemein zugänglich, also auf CD erschienen sein.
    • Schön wäre es, wenn nach Möglichkeit ein youtube-Link beigefügt wäre.
    • Andere Teilnehmer können für das Stück Alternativvorschläge einbringen - sollen diese allerdings auch begründen.


    Die Reihung erfolgt zum Schluss.


    Da jemand zu guter Letzt entscheiden muss, welche Einspielung verwendet wird, behalte ich mir dieses Recht vor.



    Mein Erstaufschlag ist das Winterlied von Gustav Mahler in der Interpretation von Bernarda Fink:



    Gruß WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Gegenvorschlag: Das "Winterlied" von Mendelssohn



    Begründung: Ich find's schöner!* ^^

    Naja, im Sinne von schön traurig, also trauriger, aber auch schlichter und damit für einen Auftakt passender (man vergleiche "Gute Nacht" als Auftakt der "Winterreise"). Der Januar ist für mich ein Moll-Monat, der Mahler hat mir zuviel Dur, ist auch komplizierter strukturiert und klingt vor allem viel frühlingshafter - meines Erachtens eher was für den Übergang vom Winter auch den Frühling.


    * Das kann natürlich auch(!) daran liegen, dass ich das Mendelssohn-Lied mal gesungen habe und das Mahler-Lied nicht.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Bis auf weiteres keine neuen Beiträge mehr von mir außerhalb meiner Besetzungsrubriken!

  • Hallo!


    Schönes Lied, das ich bislang nicht kannte.


    Mein erster Gedanke war, den Liederabend mit einem Winterlied zu beginnen und ihn auch mit einem solchen enden zu lassen.


    Mal sehen.


    Gruß und Danke

    WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Hallo!


    Was ich unbedingt dabei haben möchte ich diese wunderbare Komposition:


    Richard Strauss: Allerseelen


    Und ich muss sagen - Ich mag die Stimme von Hermann Prey


    Gruß WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Begründung: Ich find's schöner!


    Schönes Lied, das ich bislang nicht kannte.

    Da kann ich mich meinen Vorrednern anschließen, aber gerade bei einem unbekannten Lied - also dem Hörenden unbekannt - ist es immer hilfreich den Text parat zu haben. Mit Textbegleitung war das eine wesentliche Bereicherung des Feiertags.


    Winterlied

    Mein Sohn, wo willst du hin so spät?

    Geh’ nicht zum Wald hinaus,

    Die Schwester find’st du nimmermehr,

    O bleib’ bei mir im Haus!

    Da draussen ist’s so kalt, so rauh,

    Und heftig weht der Wind;

    Bist ganz allein im weiten Wald,

    O bleib’ bei mir, mein Kind!


    O Mutter, Mutter lass mich zieh’n,

    Trockne die Trän’ im Blick,

    Die Schwester find’ ich ganz gewiss

    Und bring’ sie uns zurück.

    Bis ich sie find’, ist doch kein’ Rast,

    Ist doch kein’ Ruhe hier;

    Den Schnee und Wind bin ich gewohnt,

    Bald kehr’ ich heim zu dir.


    Die Mutter sah ihm lange nach,

    Er ging zum Wald hinaus;

    Der Wind ward still, die Nacht verging,

    Doch er kehrt’ nicht zum Haus.

    Und der Schnee zerschmolz,

    Der Wind verweht’,

    Kam wieder Sonnenschein

    Und Blüth’ und Blätter überall:

    Die Mutter blieb allein.


    Schwedisches Volkslied

  • Hallo Hart!


    Vielen Dank - sehr beeindruckend. Ich habe meiner Frau lange kein Gedicht mehr vorgelesen -. eben habe ich es getan.


    Ob ich allerdings den Liederabend so deprimierend beenden werde, muss ich mir noch überlegen:(


    Gruß und schönen Feiertag

    WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Ob ich allerdings den Liederabend so deprimierend beenden werde, muss ich mir noch überlegen

    Ich dachte ja auch an den Beginn.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Bis auf weiteres keine neuen Beiträge mehr von mir außerhalb meiner Besetzungsrubriken!


  • Also Schuberts »Der Winterabend« müsste eigentlich schon dabei sein und würde sich auch gut für den Anfang machen, weil Liederabende unterschiedlicher Komponisten in der Regel so gestaltet sind, dass die älteren Kompositionen vor den jüngeren stehen.


    Der Winterabend

    Franz Schubert (1797-1828)


    Es ist so still, so heimlich um mich.

    Die Sonn ist unten, der Tag entwich.

    Wie schnell nun heran der Abend graut.

    Mir ist es recht, sonst ist mir's zu laut.

    Jetzt aber ist's ruhig, es hämmert ein Schmied,

    Kein Klempner, das Volk verlief, und ist müd.

    Und selbst, daß nicht rassle der Wagen Lauf,

    Zog Decken der Schnee durch die Gassen auf.


    Wie tut mir so wohl der selige Frieden!

    Da sitz ich im Dunkel, ganz abgeschieden.

    So ganz für mich; nur der Mondenschein

    Kommt leise zu mir ins Gemach.

    Er kennt mich schon und läßt mich schweigen.

    Nimmt nur seine Arbeit, die Spindel, das Gold,

    Und spinnet stille, webt, und lächelt hold,

    Und hängt dann sein schimmerndes Schleiertuch

    Ringsum an Gerät und Wänden aus.

    Ist gar ein stiller, ein lieber Besuch,

    Macht mir gar keine Unruh im Haus.

    Will er bleiben, so hat er Ort,

    Freut's ihn nimmer, so geht er fort.


    Ich sitze dann stumm in Fenster gern,

    Und schaue hinauf in Gewölk und Stern.

    Denke zurück, ach weit, gar weit,

    In eine schöne, verschwund´ne Zeit.

    Denk´ an sie, an das Glück der Minne,

    Seufze still und sinne, und sinne.


    Text: Karl Gottfried Ritter von Leitner (1800-1890)


    Dieses Lied ist bei YouTube sehr vielfältig vertreten; nach langem Herumhören habe ich mich ganz bewusst für diese Aufnahme entschieden, weil es die »modernere« ist. Natürlich kann man nicht sagen »besser als Fischer-Dieskau«, aber der Vergleich mit Bostridge ist da schon recht gewaltig ...


  • Hallo!


    Kommen wir mal aus der kalten Jahreszeit raus.


    Alban Berg: Sommertage (aus den 7 frühen Liedern)

    Anne Sofie von Otter



    Nun ziehen Tage über die Welt,

    Gesandt aus blauer Ewigkeit,

    Im Sommerwind verweht die Zeit.

    Nun windet nächtens der Herr

    Sternenkränze mit seliger Hand

    Über Wander- und Wunderland.

    O Herz, was kann in diesen Tagen

    Dein hellstes Wanderlied denn sagen

    Von deiner tiefen, tiefen Lust:

    Im Wiesensang verstummt die Brust,

    Nun schweigt das Wort, wo Bild um Bild

    Zu dir zieht und dich ganz erfüllt.


    Gruß WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Mein lieber WoKa,

    Du wirst doch nicht völlig auf die Menge der so reichlich vorhandenen wunderschönen Frühlingslieder verzichten wollen ...



    Im Frühling D 882
    Franz Schubert (1797-1828)

    Still sitz' ich an des Hügels Hang,
    Der Himmel ist so klar,
    Das Lüftchen spielt im grünen Tal.
    Wo ich beim ersten Frühlingsstrahl
    Einst, ach so glücklich war.

    Wo ich an ihrer Seite ging
    So traulich und so nah,
    Und tief im dunklen Felsenquell
    Den schönen Himmel blau und hell
    Und sie im Himmel sah.

    Sieh, wie der bunte Frühling schon
    Aus Knosp' und Blüte blickt!
    Nicht alle Blüten sind mir gleich,
    Am liebsten pflückt ich von dem Zweig,
    Von welchem sie gepflückt!

    Denn alles ist wie damals noch,
    Die Blumen, das Gefild;
    Die Sonne scheint nicht minder hell,
    Nicht minder freundlich schwimmt im Quell
    Das blaue Himmelsbild.

    Es wandeln nur sich Will und Wahn,
    Es wechseln Lust und Streit,
    Vorüber flieht der Liebe Glück,
    Und nur die Liebe bleibt zurück,
    Die Lieb und ach, das Leid.

    O wär ich doch ein Vöglein nur
    Dort an dem Wiesenhang
    Dann blieb ich auf den Zweigen hier,
    Und säng ein süßes Lied von ihr,
    Den ganzen Sommer lang.


    Text: Ernst Schulze (1789-1817)




  • Hallo Hart!


    Auf gar keinen Fall!



    Im wunderschönen Monat Mai,

    Als alle Knospen sprangen,

    Da ist in meinem Herzen

    Die Liebe aufgegangen.


    Im wunderschönen Monat Mai,

    Als alle Vögel sangen,

    Da hab ich ihr gestanden


    Gruß WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Hallo!


    Das Schöne ist, dass wir uns bei dem Thema nicht auf deutschsprachige Komponisten beschränken müssen:


    Der in London geborene George Butterworth vertonte das Gedicht "On the Idle Hill of Summer" des Dichters Alfred Edward Housman.



    On the idle hill of summer,
    Sleepy with the flow of streams,
    Far I hear the steady drummer
    Drumming like a noise in dreams.
    Far and near and low and louder
    On the roads of earth go by,
    Dear to friends and food for powder,
    Soldiers marching, all to die.
    East and west on fields forgotten
    Bleach the bones of comrades slain,
    Lovely lads and dead and rotten;
    None that go return again.
    Far the calling bugles hollo,
    High the screaming fife replies,
    Gay the files of scarlet follow:
    Woman bore me, I will rise.


    Gruß WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Ich habe heute Abend in einem Fritz-Wunderich-Thread gelesen, und als ich eben diesen neuen Thread entdeckte, dachte ich sogleich an Fritz Wunderlich und mein Lieblingslied aus der "Schönen Müllerin", das er so unvergleichlich gesungen hat und in dem vom Winter und vom Frühling die Rede ist:


    Trockne Blumen.


    Ihr Blümlein alle,

    Die sie mir gab,

    Euch soll man legen

    Mit mir in's Grab.


    Wie seht ihr alle

    Mich an so weh,

    Als ob ihr wüßtet,

    Wie mir gescheh'?


    Ihr Blümlein alle,
    Wie welk, wie blaß?

    Ihr Blümlein alle,

    Wovon so naß?


    Ach, Thränen machen

    Nicht maiengrün,
    Machen todte Liebe

    Nicht wieder blühn.


    Und Lenz wird kommen,

    Und Winter wird gehn,

    Und Blümlein werden
    Im Grase stehn,


    Und Blümlein liegen

    In meinem Grab,

    Die Blümlein alle,

    Die sie mir gab.


    Und wenn sie wandelt

    Am Hügel vorbei,

    Und denkt im Herzen:

    Der meint' es treu!


    Dann Blümlein alle,
    Heraus, heraus!

    Der Mai ist kommen,

    Der Winter ist aus.



    Liebe Grüße


    Willi:)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Hallo!


    Vielen Dank für diesen schönen Vorschlag. Ist aufgenommen.


    Was haltet Ihr von Brahms und seinem Frühingstrost nach Gottlob von Schenkendorf.



    Es weht um mich Narzissenduft
    Es spricht zu mir die Frühlingsluft:
    Geliebter,
    Erwach im roten Morgenglanz,
    Dein harrt ein blütenreicher Kranz,
    Betrübter!
    Nur mußt du kämpfen drum und tun
    Und länger nicht in Träumen ruhn;
    Laß schwindn!
    Komm, Lieber, komm aufs Feld hinaus,
    Du wirst im grünen Blätterhaus Ihn finden.
    Wir sind dir alle wohlgesinnt,
    Du armes, liebebanges Kind,
    Wir Düfte;
    Warst immer treu uns Spielgesell,
    Drum dienen willig dir und schnell
    Die Lüfte.
    Zur Liebsten tragen wir dein Ach
    Und kränzen ihr das Schlafgemach
    Mit Blüten.
    Wir wollen, wenn du von ihr gehst
    Und einsam dann und traurig stehst,
    Sie hüten.
    Erwach im morgenroten Glanz,
    Schon harret dein der Myrtenkranz,
    Geliebter!
    Der Frühling kündet gute Mär',
    Und nun kein Ach, kein Weinen mehr,
    Betrübter!


    Gruß WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Hallo


    Wir werden moderner - sortiert wird zum Schluss:


    Hans Eisler - Kalifornischer Herbst (hier interpretiert von Christiane Karg) aus seinem Hollywooder Liederbuch



    Die Leiter blieb noch unterm Feigenbaume stehen,‎
    Doch er ist gelb und schon längst leergegessen
    Von Schnäbeln und von Mündern, wem’s zuerst geglückt.‎
    Wird ihn der nächste Sommer grün und reich beladen sehn,‎
    Und kommt der Friede unterdessen,‎
    Mag es ein andrer sein, der hier die Feigen pflückt.‎
    Wir wären dann in kältere Breiten heimgegangen:‎
    Da wächst kein Feigenbaum,‎
    Aber der Wein.‎
    Fällt dort der Schnee,‎
    Werden wir umso frischer sein
    Und gern im wieder befreiten Winter wohnen.‎


    Berthold Viertel


    Gruß WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Ich komme immer noch zu selten zu den Liedern von Hugo Wolff, deshalb schlage ich heute mal eines für den Liederabend vor:

    Im Frühling (Eduard Mörike), 1888, hier Dietrich Fischer-Dieskau mit Gerald Moore


    Hier lieg ich auf dem Frühlingshügel:
    Die Wolke wird mein Flügel,
    Ein Vogel fliegt mir voraus.
    Ach, sag mir, alleinzige Liebe,
    Wo du bleibst, dass ich bei dir bliebe!
    Doch du und die Lüfte, ihr habt kein Haus.


    Der Sonnenblume gleich steht mein Gemüte offen,
    Sehnend,
    Sich dehnend
    In Lieben und Hoffen.
    Frühling, was bist du gewillt?
    Wann werd ich gestillt?


    Die Wolke seh ich wandeln und den Fluss,
    Es dringt der Sonne goldner Kuss
    Mir tief bis ins Geblüt hinein;
    Die Augen, wunderbar berauschet,
    Tun, als schliefen sie ein,
    Nur noch das Ohr dem Ton der Biene lauschet.
    Ich denke dies und denke das,
    Ich sehne mich und weiss nicht recht nach was:
    Halb ist es Lust, halb ist es Klage;
    Mein Herz, o sage,
    Was webst du für Erinnerung
    In golden grüner Zweige Dämmerung?
    – Alte unnennbare Tage!


    Liebe Grüße


    Willi:)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Hallo!


    Ich schließe mit der weißen Jahreszeit an, die hier sehr düster daher kommt: Aus den 12 Liedern op. 5 "So Gott und Papa will" von Erich Wolfgang Korngold - Winternacht. Nach dem Gedicht von Joseph von Eichendorff.



    Winternacht


    Verschneit liegt rings die ganze Welt,

    Ich hab’ nichts, was mich freuet,

    Verlassen steht der Baum im Feld,

    Hat längst sein Laub verstreuet.


    Der Wind nur geht bei stiller Nacht

    Und rüttelt an dem Baume,

    Da rührt er seinen Wipfel sacht

    Und redet wie im Traume.


    Er träumt von künft'ger Frühlingszeit,

    von Grün und Quellenrauschen,

    Wo er im neuen Blütenkleid

    Zu Gottes Lob wird rauschen


    Gruß WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Mein schönstes Winterlied.....



    Winterweihe

    Entstehungszeit:1900, orch. 1918

    Besetzung:Singstimme und Klavier

    Singstimme und Orchester

    Opus:op. 48 Nr. 4: Fünf Lieder nach Gedichten von Otto Julius Bierbaum und Karl Henckell


    Winterweihe Karl Friedrich Henckell


    In diesen Wintertagen,

    Nun sich das Licht verhüllt,

    Laß uns im Herzen tragen,

    Einander traulich sagen,

    Was uns mit innerm Licht erfüllt.


    Was milde Glut entzündet,

    Soll brennen fort und fort,

    Was Seelen zart verbündet

    Und Geisterbrücken gründet,

    Sei unser leises Losungswort.


    Das Rad der Zeit mag rollen,

    Wir greifen kaum hinein,

    Dem Schein der Welt verschollen,

    Auf unserm Eiland wollen

    Wir Tag und Nacht der sel’gen Liebe weih’n.


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Hallo!


    Ein sehr schönes Frühlingsgedicht von Friedrich Hölderlin vertonte Viktor Ullmann. Hier interpretiert von Christine Schäfer:



    Der Frühling

    Die Sonne glänzt, es blühen die Gefilde,

    Die Tage kommen blütenreich und milde,

    Der Abend blüht hinzu, und helle Tage gehen

    Vom Himmel abwärts, wo die Tag entstehen.

    Das Jahr erscheint mit seinen Zeiten

    Wie eine Pracht, wo sich Feste verbreiten,

    Der Menschen Tätigkeit beginnt mit neuem Ziele,

    So sind die Zeichen in der Welt, der Wunder viele.


    Gruß WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo