Crazy Percussion

  • Im Tamino-Forum haben Streicher, Pianisten, Bläser, Zupfinstrumentalisten, Vokalisten ihre Treads und Zuordnungsmöglichkeiten quer durch alle Zeiten und Genres.


    Für Perkussionisten und ihre Instrumente habe ich nix bis wenig Entsprechendes gefunden.


    Die Pauke besitzt einen Thread: Die Pauke - der Grund des Orchesters


    Die Triangel ebenfalls: Die Triangel - ein ungeliebtes Instrument?


    Martin Grubinger: Grubinger, Martin - The Percussive Planet Ensemble


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  • Evelyn Glennie ist gehörlos und spielt alle Perkussionsinstrumente. Sie besitzt 20 % Hörvermögen und nimmt die Schwingungen der Instrumente über ihren Körper auf.


    Die Dokumentation Touch the Sound über sie empfehle ich. Aufhorchen lässt die Tonspur, denn Töne und rhythmische Geräusche sind im Alltag überall zu empfinden. Da haben die Toningenieure vorbildlich gearbeitet.


    Der Film ist als DVD im Tonformat 5.1 erhältlich



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  • Martin Grubinger ist ein Perkussionist, der mit seinem Ensemble durch die Welt reist. Ein Konzert aus dem Jahr 2010 ist auf der DVD The Perkussive Planet bei der Deutschen Gammophon erschienen. Wenn man seinen Körpereinsatz sieht, wird das Hörerlebnis noch verstärkt.



    Nicht gerade verrückt, aber erstaunlich ist es, wenn Martin Grubinger leisere Töne auf dieser CD anschlägt



    Gregorianische Gesänge der Liturgie und zu den kirchlichen Hochfesten in Kombination mit Percussion-Sounds lautet der Untertitel.


    Die Mönche der Benediktinerabtei Münsterschwarzach und weitere Mitmusiker wirken bei diesem Projekt mit.

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  • Johan Bridger spielt auf dieser SACD verschiedene Solo-Werke zeitgenössischer Komponisten.


    Im Konzert Arena von Tobis Broström wird er vom Helsingborg Symphony Orchestra und dem Dirigenten Mats Rondin begleitet.


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  • Weiten wir mal den perkussiven Horizont. Crazy steht im Titel. Aric Importa heisst dieser Drummer.



    Es geht noch wilder mit vollem Körpereinsatz:



    Eine 40minütige Performance, beeindruckend.



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  • Ein Blick in die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts auf John "Bonzo" Bonham (1948-1980), den Drummer der Rockband Led Zeppelin.

    Wikipedia liefert diese Info: "Er gilt bis heute als einer der einflussreichsten Rockschlagzeuger. In einer Umfrage des Rolling Stone wurde Bonham 2011 von den Lesern zum „Besten Drummer aller Zeiten“ gewählt."


    Bei 1min 14 s hebt er ab.


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  • Crazy ist es, wenn keine Perkussionsinstrumente zu sehen sind, sie trotzdem ertönen und die Spieler wacker drauf schlagen. Der Klassikbezug ist gegeben, denn Edvard Griegs In der Halle des Bergkönigs ertönt.


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  • In Leonard Bernsteins West Side Story ist der Perkussionist gefordert. Aus seiner Perspektive im Orchestergraben sieht sein Part so aus:



  • The Cadets ist eine amerikanische Gruppe mit Percussionisten und Choreographien. Der Spieler hat eine GoPro umgeschnallt.


    Das Perkussionisten bis zu ihrem Einsatz eine ruhige Kugel, kann man bei diesen Bildern nicht behaupten.



    Hier ist die GoPro am Marimba fixiert.



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  • Das war schon beeindruckend, welche Aktivität die Cadets bei der West Side Story haben und auch toll, wie herrlich Synchron die zahlreichen Schlagzweger bei Schostakowitsch (letztes Video) spielten.

    Leider klingt das Orchester im Hintergrund recht "piepsig" ... aber hier kommt es ja auf die Percussion an !


    8) Mehr davon, lieber moderato.

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Jeder, der klassischen Oldtime-Jazz mag, freut sich auf die Soli. Nicht nur die Melodieinstrumente glänzen dabei, auch die Rhythmusinstrumente vom Klavier und Baß über Banjo bis hin zum Schlagzeug erzeugen regelmäßig Beifallsstürme. Ich konnte noch live erleben Satchmo, Mister Acker Bilk, Chris Barber, Kenny Ball und die DDR Jazzer der 60-er Jahre, vorwiegend aus Jena, Dresden und Berlin.

    Immer noch bin ich schlaginstrumente-affin und stelle mir vor, daß der Schlagwerker am Becken im Adagio von Bruckners 7. einen schlechten Tag hat.

    Besonders denke ich an den Schlagzeuger der Accademia die Santa Cecilia Roma, die ich vor wenigen Jahren in der Frauenkirche an den Pauken erleben durfte. Er machte jeden seiner Schläge oder Wirbel zur Zelebration (leider kenne ich seinen Namen nicht), und das in Bruckners 8. Ein Erlebnis, trotz schlechter Akustik (zu viel Nachhall für das monströse Werk).

    Im TV ärgere ich mich jedesmal, wenn die Tontechnik die Wirkung der Schlaginstrumente verwässert, besoders oft erlebt in der Sinfonie phantastique.


    Herzlichst La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Das war schon beeindruckend, welche Aktivität die Cadets bei der West Side Story haben und auch toll, wie herrlich Synchron die zahlreichen Schlagzweger bei Schostakowitsch (letztes Video) spielten.

    Leider klingt das Orchester im Hintergrund recht "piepsig" ... aber hier kommt es ja auf die Percussion an !


    8) Mehr davon, lieber moderato.


    Lieber teleton


    In Beitrag 11, in der Westside Story ist ein Profi Perkussionist während einer Aufführung am Werk. Auch er hat eine GoPro Cam im Einsatz wie The Cadets in Beitrag 12. Die eingeschränkte Tonqualität wird durch das Micro der GoPro beschränkt.


    Bei den Schlagwerkern von The Cadets erstaunt mich, dass alle auswendig ihren Part beherrschen. Der Spass an der Aufführung ist sichtbar.


    Klar ist: Perkussion ist nichts für Schlafmützen!


    Ich hatte schon im Orff-Schlagwerk Kurs meine Probleme. :untertauch:


    LG moderato

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  • Dass es nicht immer Markeninstrumente von Paiste, Zymbal oder Sonor sein müssen, beweist der Strassenmusiker Dario Rossi.


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    Der Amerikaner Matthew Pretty hat einen anderen Sound.


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  • Afrika - Wenn man diesen kurzen Film sich ansieht und anhört, weiss man, wo die Rhythmen ihren Ursprung haben.


    Alles ist Rhythmus.


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  • Marta Klimasara & Jürgen Spitschka (Marimbaphon & Percussion) bieten ein abwechslungsreiches Recital mit Werken aus dem 20. Jahrhundert, teils in Bearbeitungen, teils mit für ihre Instrumente Komponiertem.


    Astor Piazzolla: Deciso; Andante aus Tango-Suite; Libertango Pape: CaDance 4 2

    Keiko Abe: Memories of the Seashore

    Maurice Ravel: Prelude aus "Le Tombeau de Couperin"

    Steve Reich: Marimba Phase

    Macin Blazewicz: Shay Manush



  • Was hätte wohl Johann Sebastian Bach (1685-1750) komponiert, wenn es das Marimba und Vibraphon zu seiner Zeit gegeben hätte?


    Heutige Musiker bearbeiten seine Musik für ihre Instrumente. Hier die Goldberg-Variationen BWV 988 in der Interpretation von Jean Geoffroy (Marimba) und dem Ensemble Tactus (Percussionensemble)

    Entgegen dem Thread Titel bewegen sich die Musiker in gesitteten und klar geordneten Bahnen des unangefochtenen Meisters der Musik.



    Das verwendete Instrumentarium sieht man auf der Rückseite der CD.


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  • Die gehörlose Percussionistin Evelyn Glennie spielt solistisch in Dreammachine für Orchester und Perkussionsinstrumente von Michael Daugherty (*1954)


    Er war Jazz-Arrangeur im New York der frühen 80er, hatte vorher aber auch Musik in Europa studiert, unter anderem bei Pierre Boulez in Paris und bei György Ligeti in Hamburg.


    Er hat 2014 die farbenreiche Hommage an die Vorstellungskraft von Erfindern, die von neuen Maschinen träumten, sowohl real als auch surreal.


    00:45 1. Da Vinci’s Wing

    11:20 2. Rube Goldberg’s Variations

    16:38 3. Electric Eel

    27:20 4. Vulcan’s Forge



    Der Komponist schreibt:


    Die Flugmaschinen Leonardo da Vincis dienen als Inspiration für den ersten Satz, „Da Vinci's Wings“. Um sich verschiedene Flugmöglichkeiten für den Menschen vorzustellen, fertigte der große Erfinder der italienischen Renaissance (1452–1519) zahlreiche Zeichnungen von Flügeln nach dem Vorbild von Vögeln und Fledermäusen mit Holzrahmen an. Der Schlagzeugsolist spielt auf der Marimba (ebenfalls aus Holz) Musik, die ich zum Schweben, Flattern und Aufsteigen in der Fantasie geschaffen habe.

    (00:45)


    Der zweite Satz ist nach Rube Goldberg (1883–1970) benannt, dem amerikanischen Cartoonisten, Ingenieur und Erfinder. Seine Cartoons, die in Zeitungen in ganz Amerika veröffentlicht wurden, zeigen witzige Apparate (mit Flaschenzügen, Rohren, Drähten, Zahnrädern, Griffen, Tassen, Fingern, Federn, Vögeln, Hunden, Affen usw.), die einfache Aufgaben auf komplizierte Weise ausführen. In „Rube Goldbergs Variationen“ habe ich Musik für den Solisten komponiert, die er auf einer Reihe kleiner Handinstrumente spielt und so eine Kettenreaktion auslöst, wie eine von Goldbergs sorgfältig konstruierten Maschinen.

    (11:20)


    „Electric Eel“ ist der dritte Satz, inspiriert von Fritz Kahns unheimlicher Zeichnung einer Glühbirne, die in einen Zitteraal gesteckt ist. Der deutsche Künstler und Wissenschaftler Kahn (1888–1968) entwickelte einen einzigartigen grafischen Stil, um die Beziehungen zwischen Mensch, Maschine und Natur durch brillante visuelle Analogien zu veranschaulichen. Mit dem Vibraphon habe ich Musik komponiert, die einen durch trübe Gewässer gleitenden Aal suggeriert. Der erste Teil enthält impressionistische Harmonien, die ein Lichtspektrum erzeugen, das im Verlauf der Musik heller wird. Der nächste Teil ist ein voltaischer Energieausbruch in synkopierten Rhythmen und atonalen Klangclustern. Nach Erreichen einer weißen Hitze verflüchtigt sich das musikalische Glühen allmählich in stiller Dunkelheit.

    (16:38)


    Der letzte Satz, „Vulcans Schmiede“, bezieht sich auf den römischen Gott des Feuers und auf Mr. Spock, den halb menschlichen, halb vulkanischen Wissenschaftsoffizier an Bord des Raumschiffs Enterprise in Star Trek. Vulkan erfand Waffen und andere Wunderwerke für Götter und Helden, wie selbstfahrende Roboter, den Schild des Achilles, Apollos Streitwagen und den Blitz des Jupiter. Mit der kleinen Trommel habe ich markante, feurige Rhythmen geschaffen, um mir vorzustellen, wie der Gott seine Erfindungen in der Schmiede schuf. Das Konzert endet mit Musik, die uns wie ein Blitz von unseren Sitzen reißt. (27:20)


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  • Das Ensemble Percussions Claviers De Lyon hat für ihr Instrumentarium eine CD mit drei Originalkompositionen ihres Gründers und künstlerischem Leiters Gérard Lecointe eingespielt.


    Crazy sind die drei letzten Tracks der CD. Erstaunt hat mich, dass die Bearbeitung von Claude Debussys Nocturne (Nuages, Fêtes, Sirenes) erstaunlich gut funktioniert.



    Gérard Lecointe schreibt:


    Point Bak wurde 1997 als Auftragswerk für ein Festival zur Würdigung des Lebenswerks von J.S. Bach geschrieben. Meine Absicht war es, ein musikalisches Divertissement basierend auf dem ersten Buch des Wohltemperierten Klaviers zu komponieren, einem Zyklus von Präludien und Fugen in allen Dur- und Moll-Tonarten der chromatischen Tonleiter. In Point Bak verwendete ich mehrere Auszüge aus diesem außergewöhnlichen musikalischen Denkmal: Das Werk baut auf diesen Auszügen auf, die jeweils nur wenige Takte lang sind. Die Auszüge erklingen in ihrer Originaltonart, kombiniert mit harmonischen, melodischen und rhythmischen Elementen, die die Grundlage einer neuen und subjektiven Komposition bilden. Dabei kamen zeitgenössische Kompositionstechniken zum Einsatz.


    Après Masques: Die Hauptinspiration für Après Masques kam von den Werken von Claude Debussy, die den Grundstein meiner musikalischen Vorstellungskraft und meiner Entwicklung als darstellender Musiker bilden. Es handelt sich um eine ungewöhnliche Komposition für fünf perkussive Tasteninstrumente, die auf harmonischen, rhythmischen, thematischen und klanglichen Elementen von Masques aufbaut, einem bemerkenswert prägnanten und wirbelnden Stück für Soloklavier.


    Für Debussy spielte die Klangfülle jedes einzelnen Instruments eine wesentliche Rolle in seinen Kompositionen, und er schenkte den konkreten Klangparametern große Aufmerksamkeit. Dies gilt insbesondere für seine Klavierwerke, die Klangfarbe und Farbe betonen und sich durch reiche, komplexe Harmonien und scheinbar endlose Resonanzen auszeichnen. Diese Komplexität, die ich faszinierend finde, hat unbestreitbare Ähnlichkeiten mit dem Klangpotenzial eines Schlagzeugensembles: Schnell wiederholte Noten, Tremolos, parallele Passagen, Pedalechos sowie metallische und taktile Effekte ermöglichten mir die Schaffung einer Klanglandschaft, die der von Debussy ähnelt, als er das Klavier neu erfand. Nocturnes Bild, Atmosphäre und Empfindung dominieren in Debussys äußerst sinnlichen Werken.

    Seine musikalische Welt ist perfekt auf die Atmosphäre zeitgenössischer Schlaginstrumente abgestimmt. Obwohl Debussy diesen Instrumenten nie begegnete, bin ich sicher, dass sie ihn inspiriert hätten, so gut passt ihr klangliches Potenzial zu seinem kreativen Geist. Um mir vorzustellen, was er für sie geschrieben haben könnte, beschloss ich, Nocturnes zu transkribieren. Dieses meisterhafte Orchesterstück, typisch für Debussys Werk, besteht aus Nuages, Fêtes und Sirènes und umfasst die gesamte Bandbreite der vom Komponisten beschriebenen „Eindrücke und besonderen Lichteffekte“.

    Zu hören sind Instrumente aus allen Bereichen der Schlaginstrumente sowie ein Cristal Bachet. Dieses Instrument besteht aus Glasstäben, die mit nassen Fingern gerieben werden, und erzeugt einen der menschlichen Stimme ähnlichen Klang. Es wurde für eine Instrumentalversion des Frauenchors in Sirènes verwendet. Die warmen, runden Töne der Marimbas, der luftige, schillernde Klang der Vibraphone, die schimmernden Becken, die kraftvollen Pauken und die gedämpfte Kraft der Trommeln vereinen sich zu einer Neuinterpretation von Debussys Meisterwerk.


  • Dreammachine für Orchester und Perkussionsinstrumente von Michael Daugherty (*1954)


    :love: Hier die CD zu Beitrag 20, die ich schon seit Jahren mit Begeisterung höre.

    Ein MUSS für alle Schlagzeugfans. Hier mit der fabelhaften Evelin Glennie an den zahlreichen Schlaginstrumenten.


    Das ist der Hammer, wie man solch komplexen Solopart im Kopf behalten kann !?!

    Aber das wundert mich auch immer bei Martin Grubinger ....


    NAXOS, 2015, DDD

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Zitat astewes aus dem Tcherpnin-Booklet:

    Was künstlerische Skandale betrifft, herrschte im Paris der 1920er Jahre eine gewisse.........

    nun ja, nicht nur in Paris damals, sondern auch 2026 herrscht ein geringes Interesse an klassischer Percussion vor.



    Denn:

    Schlagwerker laufen in der Regel unter dem Radar der Instrumentalisten in der klassischen Musik durch.

    Dabei ist das Studium an den Musikhochschulen prinzipiell dasselbe wie bei anderen Instrumentalisten.

    Sie spielen neben einem weiteren Instrument noch hervorragend Klavier und wollen überwiegend die Orchesterlaufbahn einschlagen.

    Einspielungen solistischer Art sind ihnen meist wegen geringer Aussicht auf Gewinn verwehrt, die Zahl der Konzerte liegt unter der Erfassungsgrenze.

    Entsprechend ist auch die Verbreitung der Kenntnis selbst unter Musikfreunden über das breite Spektrum des Könnens dieser Musiker äußerst gering.


    Dennoch gibt es im 21. Jahrhundert Komponisten, die eine instrumentale Besetzung außerhalb des Üblichen ansetzten.

    Einer davon ist Milko Kelemen (1924 - 2018). Er erhielt 1963 den renommierten Beethoiven-Preis der Stadt Bonn.

    Er war auch vorher schon dort mit einer Komposition auf dem Programm, in der er eine Windmaschine verwendete, was im Publikum hörbaren Unmut hervorrief.. (Leider kann ich mich nur an diese Reaktion erinnern, die Komposition aber nicht mehr benennen).

    Seine Ballettoper "Apocalyptica"besetzte er mit 16 Vokalsolisten, 2 Tasteninstrumentenund großem Schlagwerk.


    Zitat Wikipeida:

    Als Minderjähriger kämpfte Kelemen als Partisan in den Bergen Jugoslawiens. Er begann sein Studium an der Musikakademie Zagreb. Danach studierte er bei Olivier Messiaen in Paris und Wolfgang Fortner in Freiburg. Ab 1957 wirkte Kelemen bei den Ferienkursen für Neue Musik in Darmstadt mit. Er arbeitete im Siemens-Studio für elektronische Musik in München und war Composer in residence in Berlin. Durch die Gründung der Musikbiennale 1959 in Zagreb wurde er zum Begründer der Neuen Musik in Kroatien. Bereits die Gründung dieses Festivals fand internationale Beachtung. Mit Unterstützung von Jekaterina Alexejewna Furzewa gewann er das Bolschoi-Ballett. Das amerikanische State Department vermittelte ihm ein Ballett aus San Francisco, das unter anderem zu Musik von John Cage tanzte. Schließlich kam auch noch die Hamburgische Staatsoper mit zwei Flugzeugen angereist, um Lulu und Wozzeck aufzuführen

    Kelemen wechselte häufig die Länder, Städte und Wohnungen. Von 1970 bis 1973 war er Professor am Robert Schumann Institut in Düsseldorf. 1973 nahm er den Ruf als Professor für Komposition an die Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart an. Dort war er der Nachfolger auf dem Lehrstuhl von Henk Badings. Seitdem lebte er in Stuttgart. 1989 wurde er emeritiert.

    Zu den Schülern Kelemens gehörten Oskar Gottlieb Blarr, Adriana Hölszky, Dirk Reith, Giovanni Sollima, Mia Schmidt und Nebojša Jovan Živković.


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    Und im Anschluss daran vielleicht ein sehr anschaulicher Vortrag über das gesamte Instrumentarium eines Percussionisten.

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    GC

  • Ich überlege mir, Beiträge, die perkussive Instrumente allgemein behandeln, in den bereits bestehenden Thread Crazy Percussion zu verschieben.

    Wenn ich mir den genannten Thread ansehe, würde ich dem voll zustimmen, weil das jetzige Thema vielleicht zu sehr einschränkt.


    Allerdings habe ich als halber Neuling hier zunächst die Suchfunktion unter "Percussion" bemüht und dabei außer den hiesigen Beiträgen

    nichts gefunden (s. dort).

    Evtl.könnte man im Titel das Wort "Crazy" entfernen, um die saubere Trennung von "Schlagzeug" und "Percussion" im Genre-Sinn nicht nochmal

    zu zerstückeln. Eine Suche im Forums-Inhalt ist schon generell hindernisreich genug.

    "Percussion im 20. und 21. Jahrhundert!"

    Daß Percussionisten selbst und gelegentlich auch diejenigen, die für sie komponieren, crazy sind, liegt in der Natur ihres Jobs.

    Das macht sie nur noch sympathischer.


    Nur Vorschlag von

    GC

  • ich habe den Eindruck, dass diese Perkussionskonzerte dem publikum eher sehr gut gefallen.

    Diesen Eindruck habe ich auch.

    Eigene Eindrücke der Konzerte eines Orchesterkollegen stimmen damit voll überein. Diese sind allerdings schon älteren Datums - etwa vor 2005,

    also noch vor z.B. den hr-Aufzeichnungen. Konzerte mit Percussionisten als Solisten sind selten unterzubringen.

    Ich suche in Deutschen Konzertsälen vergeblich danach. Programm-Macher können oder wollen den Schritt nicht wagen.


    Auch Percussionisten ist die Frusterfahrung ins Gesicht geschrieben, ihre Kunst wie sauer Bier anzubieten.

    (Zitat Paukist: "Man verschreibt sich als Schläger der ewigen Armut".) Sie ziehen i.d.R. kleinere Podien vor.

    Deshalb bezeichne ich Martin Grubinger als Türöffner: Wir sollten im Forum das Flämmchen am Brennen halten:(.


    GC

  • Deshalb bezeichne ich Martin Grubinger als Türöffner: Wir sollten im Forum das Flämmchen am Brennen halten :( .

    Vielleicht kein Türöffner, aber vielleicht einer, der junge Leute für das Gebiet begeistern könnte.


    Leider hat Martin Grubinger seine Konzerttätigkeit 2024 beendet. Sehr hörenswertes Interview mit ein bisschen Bauchpinselei für die Österreicher. :)


  • Vielleicht nicht crazy (obwohl ein bisschn schon!) aber transzendent. Senri Kawaguchi wurde mit dreizehn Jahren von Drummerworld in die Liste der 500 besten Schlagzeuger aller Zeiten aufgenommen und war damit die jüngste in dieser illustren Gemeinschaft. Ihr Spiel ist immer leicht, ein dauerndes Lächeln ist präsent, was über die immensen Schwierigkeiten und die körperliche Anstrengung etwas hinwegtäuschen kann.


    Hier hören wir ein Solo der Zwanzigjährigen (?)



    Ein bisschen freiwillige und unfreiwillige Show ist inkludiert :)


    Wer dieses Ausnahmetalent in mit ihrem Trio Triangle live lerleben möchte, kann hier das Konzert Yokohama 2017 anschauen.


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