Clarence Williams (1893 oder 1898 -1965)
Im Rahmen der neu gestarteten Threadserie über Jazzlegenden komme ich mit immer mehr Namen in Berührung. Ich habe mir zum Ziel gesetzt die Serie quasi Queerbeet anzulegen, Bekanntere und weniger Bekannte zu nenne. Wobei das natürlich für die wirklichen Insider nicht gilt, die kennen mit hoher Wahrscheinlichkeit alle genannten Namen, notabene, da die Jazzszene durch andauernden Wechsel der Protagonisten von einem Orchester zum anderen stark miteinander vernetzt war.
Der in Lousiana geborene (das Geburtsdatum ist umstritten, die Quellen divergieren) US.amerikanische Jazzpianist, Sänger und Musiker war schon als Kind als Straßenmusiker und im Hotel seiner Familie aktiv. Bereits mit 12 Jahren schloss er sich einer wandernden Truppe an. Es ist immer sehr schwierig, den Lebenslauf dieser Jazzgrößen im Auge zu behalten, sie waren unruhige Geister, zudem ist der Ablauf der Aktivitäten zwar in großen Zügen bekannt, nicht unbedingt die zeitliche Reihenfolge. Deshalb variieren die Informationsquellen und machen die Sache noch undurchsichtiger. Unser Held gründete Firmen, schloss sie wieder, spielte in Bars als Pianist, gründete einen Musikverlag, komponierte und behauptete – wie vor ihm (oder gleichzeitig) Roll Jelly Morton - der Begründer des Jazz gewesen zu sein. Er war ebenfalls kreolischer (und indianischer) Herkunft wie Morton und neigte ebenso wie dieser zu Übertreibungen, seine Person betreffend. Und er war auch erfolgreich. Er konnte seine Songs gut verkaufen, nicht zuletzt, weil weisses Publikum seine Musik schätzte. Nachdem ich heute meine einzige CD von ihm – erst neulich antiquarisch erworben – gehört hatte, war mir schon klar warum. Bzw es fiel mir bereits auf, dass diese Musik so vertraut klang und dass sie eine entspannte Stimmung verursachte, ebenso, dass er eine (für mich) angenehme ungekünstelte Stimme hatte.
Er bekam einen leitenden Posten bei OKEH Records und arbeitete anschliessend von 1923-37 als selbständiger Produzent. Dabei förderte er zahlreiche spätere Berühmtheiten.
Hier nun mal ein Clip zur Einstimmung, Auch wenn andere das anders sehen, ich bin der Auffassung, man sollte von allen diesen Jazzmusikern ihre frühen Aufnahmen kennen, die späteren sind zwar technisch perfekter, aber oft auch geglättet und kommerzieller.
mfg aus Wien
Alfred

