Legenden des Jazz - (IX) – King OLIVER

  • Joe OLIVER ( bekannt als "King OLIVER" wurde 1885 in Lousana geboren und starb 1938 in Savanah)

    Er war Kornettist und Bandleader und gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Nwe Orleans Jazz

    Seine musikalische Karierre gegann u, 1908 , wo in in verschiedenen Street-Bands mitspielte.

    Ab 1918 finden wir ihn in der Band von Kid ORY- in Storyville. Als er diese Formation verließ ersetzte Louis Armstrong seine Position

    Nach behördlicher Schliessung aller Vergnügungsviertel im Umkreis,also auch Storyville in geht King Oliver nach Chicago

    Sor spiet er als Zwischenlösung abwechseln in 2 Orchestern und zwar im „Original Creole Orchestra“ von Bill Johnson und in Lawrence Duhes Band.

    1922 gründet er seine "Creole Jazz Band" und debütiert mit ihr am 17. juni 1922 im Lincoln Gardens

    1923 werden Schallplattenaufnahmen gemacht. Die Tonqualität ist miserabel, die "Elektrische Schallplatte" (mit Mikrophon statt Trichter)

    wird erst 2 Jahre später eingeführt. Warum also sollte am so eine Aufnahme erwerben ?

    WEil es die vermutlich ersten Aufnahmn von JAZZ sind, die von SCHWARZEN gemacht wurden, Die ersten Jazzplatten entstanden von weissen Formationen (die aber nicht so gut waren, oder anders ausgedrückt, das richtige Feeling nich vollständig erreichten. 1923 ist übrigens Lous Armstrong auch zu King Oliver gewechselt. Aber er wird nicht lange bleiben...


    mfg aus Wien

    Alfred

    Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert


  • Hier nun eine Tonaufnahme von King Oliver aus 1923 - die "elektrische Aufnahme" war noch nicht erfunden

    Wir hören "Riverside blues" und finden die Mitwirkenden eingeblender....


    mfg aus Wien

    Alfred

    Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert


  • Heute bekam ich ein Päckchen - ich hatte daait gar nicht mehr gerechnet. Irgendwo in UK sass angeblich die Firma. Aber als ein Päckcen von BELARUS kam war ich einigermaßen überrascht und wollte es schon wegwerfen - aus Angst vor einer Briefbombe.

    Letztlich hab ich es aber doch glücklicherweise geöffnet - und es enthielt diese (längste gestrichene ) CD

    Es handelt sich hier um Aufnahmen mit seinem Ersten Orchester "King Olivers Jazz Band“ was mich wundertn denn schon 1922

    gründete die später so berühmte „Creole Jazz Band“ Der erste nachweisbare Auftritt im Lincoln Gardens ist auf den 17. Juni 1922 datiert.Es ist aber so, daß viele Musiker zeitgleich in verschiedenen Bands spieletn bzw andauernd die Namen änderten..Dazu kommt noch, da0 die Angabe auf den Nachpressungen oft unvollständig und ungenau sind

    Die Vorliegenden Aufnahmen entstanden sämtlich in Chicago und zwar 1923 für OKEH Records und Paramount


    danach 1924 zwie Duett Aufnahmen mit Jelley Roll Morton


    und 1926 für Vocalion

    1926 war die elektrische Aufnahme bereits Standard, aber da es sich sozusagen um deren Pionieezeit handelt ist der Unterschien kaum wahrnehmbar.


    mfg aus Wien

    Alfred

    Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert


  • Ich darf hier den "Snake Rag" ergänzen; der Spielspaß, das kompakte, straffe Zusammenspiel, die Präzision und Lebhaftigkeit lässt auch die eingeschränkte Tonqulität vergessen.


    Viele Kommentatoren sind sich einig, dass hier eine der pursten, authentischsten und wegweisendsten Combos am Werk ist. Macht mir jedenfalls auch nach bald einem Jahrhundert immer noch große Freude, das anzuhören - Stillsitzen unmöglich!


    viele Grüße von Boris alias Don_Gaiferos

  • King Oliver ist für mich einer der frühen Jazzpioniere, die ich heute noch sehr gerne höre. Wie ich empfinde, ist dies Musik, die direkt von innen nach außen geht; eine auch bei den großen Klassikern nicht immer selbstverständliche Sache.


    Der 1885 auf einer Plantage in Louisiana geborene Joseph Oliver kam schon als Kind nach New Orleans und jobbte dort anfangs als Aushilfsarbeiter, bevor er in den bekanntesten Bands dieser Stadt, so bis 1918 bei Kid Ory, wie Alfred bereits anführte, musizierte. Daraufhin siedelte Oliver nach Chicago. Wie damals nicht unüblich, übte er zwei Jobs in Tanzclubs gleichzeitig aus: den einen vom frühen Abend bis nach Mitternacht, dann sofort in dem anderen Club bis zum frühen Morgen. Dies war übrigens die Zeit der großen und anerkannten Gangster wie Al Capone, die durch das Alkoholverbot ihre große Stunde sahen, um die Chefs der (nicht nur Unter-)welt zu werden.


    Dann endlich brachte es Oliver zu einer eigenen Band: Der legendären „Creole Jazz Band“. Schnell wurde diese zur größten, d.h. besten Jazzband Chicagos. Der Erfolg war riesig; Oliver wurde der „King“ genannt. Die größte Zeit kam, als der damals noch unbekannte 22-jährige Louis Armstrong als zweiter Trompeter oder besser: Kornettist zu ihm stieß. Es war die Zeit der Kollektivimprovisationen und kurzen Orchesterbreaks. Die beste Zeit dieser Band war 1922 und 1923, leider verblasste der Erfolg wieder sehr schnell, als sich die besten Solisten entfernten und in anderen Bands ihr Glück suchten und auch fanden.


    Der Kern der Band zu besten Zeiten bestand aus: King Oliver, Louis Armstrong (beide Kornett), Honore Dutrey (Posaune), Johnny Dodds (Klarinette), Lil Hardin (Klavier; die zukünftige Frau Armstrongs) sowie Baby Dodds (Schlagzeug). Dazu kamen Banjospieler wie Bud Scott oder Johnny St. Cyr und wenige andere. Sie spielten einige schöne Stück in Richmond und Chicago auf Schallplatte ein (Gennett, Okeh und Paramount). Ich habe sämtliche Aufnahmen von 1923 auf zwei CDs und finde diese sehr interessant und fetzig.


    Die gute Laune, aber auch Disziplin, sind gut herauszuhören. Natürlich sind die Improvisationen weder sehr lang noch sehr frei, alles spielt sich im Zweivierteltakt ab; aber wir haben es hier mit einer interessanten Epoche zu tun: Der Glanzzeit Olivers und dem Beginn Armstrongs. Armstrong soll Olivers Lieblingsschüler gewesen sein. Er hat ihn gefördert und neben sich gehabt, bis sich dieser von ihm distanzierte und seine eigene, noch spektakulärere Karriere startete. Diese interessante Beziehung zweier Stars ist für mich schön und tragisch zugleich.


    Denn nachdem Armstrong, wie die anderen Stars auch, King Oliver verließ, ging es mit diesem stetig bergab. Oliver gründete mit wenigerklassigen Musikern zwar noch die „Dixie Syncopators“, um in Savoy zu spielen, schlägt dann aber ein Engagement im Cotton Club aus. Dieses bekam dann ersatzweise der noch unbekannte Duke Ellington, um dort eine unvergleichliche Weltkarriere zu starten.


    King Olivers Erfolge blieben in der Folge aus, was auch am sich wandelnden Publikumsgeschmack hin zu „seichteren und glatteren“ Tönen lag. Es folgten sowohl finanzielle als auch gesundheitliche Probleme; innerhalb kurzer Zeit fielen sämtliche Zähne aus, so dass weiteres Musizieren unmöglich wurde. So jobbte der verarmte „King“ in einem Gemüseladen und als Servierer in Cafes, bis er 1938 völlig verarmt an einer Gehirnblutung starb. Kurz vorher schrieb er, der Brief ist noch erhalten, an seine Schwester: „Wenn sich eine Tür schließt, macht der liebe Gott eine andere auf“. Leider wurde ihm diese Tür nicht geöffnet, wohl aber seinem ehemaligen Lieblingsschüler sehr weit.


    Oliver schrieb mehrere Kompositionen, die noch Jahrzehnte später als Klassiker galten, wie das „Sugar Foot Stomp“. Ist es nicht traurig zu hören, was Louis Armstrong Jahrzehnte später berichtete; dass nämlich Oliver im Jahre 1928 zu einem Konzert des inzwischen großen Stars Armstrong ins Savoy kam und leise für sich hinweinen musste…


    That´s Jazz.

    Ich bin ein Konservativer, ich erhalte den Fortschritt. (Arnold Schönberg)

  • Ich freue mich über diesen sehr fundierten und zudem auch noch übersichtlichen Beitrag, denn es gibt zahllose Literatur über die einzelenen Strömungen des Jazz und über die Persönlichkeiten. Typisch ist auch der andauernde Wechsel der Musiker, das Kommen und gehen von Bands mit noch dazu teilweise ähnlichen Namen. Wenn hier aber mehrere mitmachen, dann kriegen wir schon was interessantes zusammen

    Gestern habe ich nicht nur EINE CD mit Aufnahmen von King Oliver bekommen, sonderen eine weitere Doppel CD, die zeitmäßig an die gestrige optimal anschliesst.Also 2 CDs mit Aufnahmen von 1929-1930 Sie entstanden teilweise noch in Chicago, teilweise in New York. angeblich für "Victor"

    Die Aufnahmen sind mit "King Oliver and his Orchestrea"

    Der Klang ist gemessen am Aufnahmejahr superb....


    mfg aus Wien

    Alfred

    Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert


  • Hinweis zur am Freitag hier gezeigten Doppel CD

    Die Nummern 1-7 sind auf beiden CDs vollkommen Identisch.

    Nicht etwa, wie man vermuten könnte, verschiedene Versionen das gleichen Titels, nein - gleiches Aufnahmedatum UND gleiche Matrizennummer, sowie identes Mastering. Vermutlich grenzenlose Schlamperei !!!

    mfg aus Wien

    Alfred

    Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert