Mono oder Stereo sollten doch nicht als entscheidende Kriterien gelten

  • Das ist aber nicht der Punkt. "Monohörer" ist ja Unsinn, da es wohl niemanden geben dürfte, der bewusst und absichtlich keine neueren Stereo-Aufnahmen hört, d.h. alle Monohörer sind auch Stereo-, ggf. Multikanal etc. Hörer.


    Und bzgl. "Mehrheit": Die meisten Nichtklassikhörer hören heute meistens deutlich datenreduzierte Formate über Smartphone o.ä. Mini-Lautsprecher (oder Ohrstöpsel). D.h. die allermeiste Musik heute wird in einer Qualität konsumiert, die deutlich unterhalb einer Mono-Aufnahme von 1950 auf einer ordentlichen Anlage (egal ob Originalvinyl oder CD) liegen dürfte...

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Ein "Monohörer" ist jemand, der alte Mono-Aufnahmen hört.

    Ein "Klassikhörer" ist jemand, der klassische Musik hört.

    Das sagt ja nichts darüber aus, was derjenige sonst noch so hört.


    Aber, OK, "Monohörer" ist eigentlich jemand, bei dem nur mehr ein Ohr funktioniert.:untertauch:

  • Die meisten Nichtklassikhörer hören heute meistens deutlich datenreduzierte Formate über Smartphone o.ä. Mini-Lautsprecher (oder Ohrstöpsel). D.h. die allermeiste Musik heute wird in einer Qualität konsumiert, die deutlich unterhalb einer Mono-Aufnahme von 1950 auf einer ordentlichen Anlage (egal ob Originalvinyl oder CD) liegen dürfte...

    Genauso ist es, lieber Johannes Roehl!


    Eine ordentliche Monoaufnahme von 1952 auf einer guten Anlage klingt sicher wesentlich besser als ein Digitalprodukt von 2015 über Smartphone bzw. Ohrstöpsel. Man sollte das alles weniger dogmatisch sehen.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • RE: Stereoanlage mit Smartphone und Spitzenklasse-Kopfhörer

    Eine ordentliche Monoaufnahme von 1952 auf einer guten Anlage klingt sicher wesentlich besser als ein Digitalprodukt von 2015 über Smartphone bzw. Ohrstöpsel.

    Lieber nemorino,


    ;) sag nichts gegen Smartphones, die sind heute so gut wie der beste MP3-Player.


    Für meine Urlaube habe ich die 32GB-Speicherkarte vom SAMSUNG-Smartphone voll geladen mit Musik (nicht nur Klassik), die ich dann zum Hören geplant habe. Die Kompressionsrate meiner MP3-Dateien haben meistens mind.256kBit/s, sodass der Unterschied zur CD eigentlich nicht mehr wahrnehmbar ist.

    :!:Nun das Wichtigste: Die Umsetzung in Schall ! Für mich kommen Ohrhörer schon aus hygienischen Gründen nicht in Frage. So´n Zeug kommt und kam noch nie in mein Ohr.

    8) Ich schliesse einen hochwertigen KH an mein Samsung-Player an:

    Bis vor einiger Zeit noch den KOSS Porta Pro, der einen sauberen hochaufgelösten Klang hat, aber mechanisch mehr als ein Zumutung ist - da muss man andauernd dran rumbasteln.

    :thumbup:Deshalb habe ich vor 1-2Jahren auf den KH Sennheiser Momentum gewechselt, den ich mittlerweile in der On-Ear und Over-Ear-Version (mit Bluetooth) habe. Bluetooth ist aber deutlich schlechter im Klang, sodass ich lieber kabelgebunden höre.


    :) Die Einheit SAMSUNG-Smartphone und Sennheisser Momentum ist quasi eine portable Mini-Stereoanlage der Spitzenklasse, die klanglich für unterwegs absolut überzeugt und sich kaum noch von der heimischen Luxusanlage (mit KH gehört) unterscheidet.


    Und wie Du schon selber sagst: Mono mit KH ist irgendwie ein NoGo, wenn der Sound quasi in der Kopfmitte entsteht ...

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Ich habe den Eindruck, dass Du etwas zu oft glaubst, die Mehrheit würde so denken wie Du.

    Mono-Hörer würde ich jetzt nicht zwingend als Mehrheit ansprechen wollen.

    Du glaubst also, die Mehrheit der Liebhaber von Klaviermusik verschmäht Aufnahmen von Cortot, Gieseking, Kempff, Michelangeli, Horowitz, Rubinstein, S. Richter, Sofronitzky, Rachmaninow etc. nur weil sie Mono sind? Und glaubst Du wirklich, dass die Mehrheit der Liebhaber von Sängern Caruso etwa ignoriert, also seine Liedkunst als nicht existent betrachtet, weil von ihm nur Mono-Aufnahmen überliefert sind? Es ist gerade so, dass viele alte Mono-Aufnahmen die Magie der betreffenden Künstler viel intensiver vermitteln können als so manches sterile und schlecht aufgenommene Stereo. Wer künstlerisch alles überragende Mono-Aufnahmen nicht zur Kenntnis nehmen will, nur weil sie Mono sind, dem unterstelle ich letztlich, dass ihm der "Sound" wichtiger ist als die künstlerische und ästhetische Qualität. Ich kann das nicht nachvollziehen! Oft hat man ja vom selben Künstler frühere und spätere Aufnahmen in Mono und in Stereo zu Verfügung und zieht die Mono-Aufnahme vor. Da könnte ich jetzt etliche Beispiele geben. Aber jeder soll hören was er will - wem auf diese Weise solche Gipfel-Aufnahmen aus der Mono-Vergangenheit unzugänglich bleiben, der ist es selber Schuld!


    Schöne Grüße

    Holger

  • ...im Sinn des Threadtitels würden vermutlich die meisten einem Nein zustimmen - Mono oder Stereo sollte kein entscheidendes Kriterium sein. Sonst schliesst man z.B. die genannten Aufnahmen aus und ein Teil des möglichen Bildes fehlt.

    Das man mit modernen Aufnahmen einen hoeheren Genussfaktor hat, steht dazu ja nicht im Widerspruch. Ich frage mich, gibt es bei ganz alten Aufnahmen nicht einen gewissen Romantisierungseffekt? Zumindest für Hörer, die keine Zeitzeugen sind (und somit nur die tontechnisch schlechte Konserve kennen können)?

    ________________________________________________________________________________________


    Gruß
    Nicolas

  • ;) "... sag nichts gegen Smartphones, die sind heute so gut wie der beste MP3-Player."

    "Außer guten Vinyls" 8o


    Aber mal im Ernst. Erst vorgestern hörte ich in Mono, natürlich in Vinyl, die wunderbare "Aida" unter Jonel Perlea. Mit Zinka Milanov, Jussi Björling und Leonard Warren in den Hauptrollen. Der Klang war trotz Mono sehr gut und vielleicht besser als so manche Stereo-Aufnahme. Genauso gut klingt der "Rigoletto" unter Perlea mit Roberta Peters, Jussi Björling und Robert Merrill. Ich könnte noch einige Beispiele mehr nennen. Auf solche und andere Mono-Aufnahmen werde ich nie verzichten, denn künstlerisch und klangmäßig gibt es Stereo-Aufnahmen, die den genannten nicht das Wasser reichen können.

    W.S.

  • Das man mit modernen Aufnahmen einen hoeheren Genussfaktor hat, steht dazu ja nicht im Widerspruch. Ich frage mich, gibt es bei ganz alten Aufnahmen nicht einen gewissen Romantisierungseffekt? Zumindest für Hörer, die keine Zeitzeugen sind (und somit nur die tontechnisch schlechte Konserve kennen können)?

    Alte Schellackplatten zu hören (habe ich gemacht bei einem guten Bekannten im Keller mit Wagner und alten Sängern) hat etwas Romantisches, lieber Nikolas. Wobei ich aber sagen muss, dass es gerade Monoaufnahmen gelingt, den charaktertistischen Ton eines Sängers oder Instrumentalisten sehr gut und authentisch wiederzugeben. Auch das ist ein Genussfaktor. Wenn man dann die Berichte von Zeitzeugen hinzuzieht, welche die Künstler noch live erlebt haben, dann kann man feststellen, dass gerade die Monoaufnahmen die ästhetischen Eigenheiten oft viel "realistischer" übertragen, als so manche Stereoaufnahme. Leider macht dann oft schlechtes Mastering einiges wieder kaputt! :hello:


    Schöne Grüße

    Holger

  • Ich frage mich, gibt es bei ganz alten Aufnahmen nicht einen gewissen Romantisierungseffekt? Zumindest für Hörer, die keine Zeitzeugen sind (und somit nur die tontechnisch schlechte Konserve kennen können?

    Diese Frage ließe sich an konkreten Beispielen vielleicht besser abhandeln. Hattest Du an bestimmte Aufnahmen gedacht? Ganz alt? Auch das ist relativ.

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • sag nichts gegen Smartphones, die sind heute so gut wie der beste MP3-Player.

    Lieber Wolfgang,


    da war ich wohl zu vorlaut - ich habe weder ein Smartphone noch einen MP3-Spieler:untertauch:, und Musik höre ich grundsätzlich nur zu Hause. Ich besitze lediglich ein Handy aus der Steinzeit, mit dem man nur eins kann: telefonieren. Und das nehme ich höchstens dreimal im Jahr mit.

    Erst vorgestern hörte ich in Mono, natürlich in Vinyl, die wunderbare "Aida" unter Jonel Perlea. Mit Zinka Milanov, Jussi Björling und Leonard Warren in den Hauptrollen. Der Klang war trotz Mono sehr gut und vielleicht besser als so manche Stereo-Aufnahme. Genauso gut klingt der "Rigoletto" unter Perlea mit Roberta Peters, Jussi Björling und Robert Merrill.

    Lieber "9079wolfgang",


    …. das sind Traumaufnahmen, auf die ich nie im Leben verzichten könnte! Doch die allerschönste aus der Reihe ist IMO immer noch diese:

    mit den von Caruso geforderten "vier besten Sängern der Welt": Zinka Milanov (Leonora), Fedora Barbieri (Azucena), Jussi Björling (Manrico) und Leonard Warren (Luna). Ein besseres, vollkommeneres Sängerquartett kann ich mir für diese Oper nicht vorstellen! Und der Klang ist für 1952 sehr gut, spielt aber auch nur eine ganz untergeordnete Rolle. Die Mono-Muffel wissen gar nicht, was ihnen alles entgeht!

    Ich habe diese Aufnahme ca. 1959 im Radio gehört und war hingerissen, und es war dann, ein paar Jahre später (als ich sie mir endlich leisten konnte), meine allererste Opern-GA auf LP.


    LG Nemorino



    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Du glaubst also, die Mehrheit der Liebhaber von Klaviermusik verschmäht Aufnahmen von Cortot, Gieseking, Kempff, Michelangeli, Horowitz, Rubinstein, S. Richter, Sofronitzky, Rachmaninow etc. nur weil sie Mono sind?

    Ich bin mir sogar sicher, dass die Mehrheit der Leute, die gerne Klaviermusik hört, mit dem Namen Sofronitzky nichts anzufangen weiß. Das ist Spezialinteresse. Und dass es Aufnahmen gibt, in denen Rachmaninow Klavier spielt, werden auch nur die wenigsten wissen.


    Man kann sich echt nicht mit jeder Nische beschäftigen.

  • Ich habe mich glaube ich schon mehrfach geoutet, dass mir der Klang zwar wichtig ist, aber nicht dass Maß der Dinge. Und ich zähle zu den wenigen, die auch noch Schellacks hören. Dazu ist ein eigenständiges Equipement nötig. Für die akustischen Schellacks einen Nadel mit einer Verrundung von 120 µ, die elektrisch augenommenen Platten ab 1927 mit einer Verrundung von 90 µ, Platten nach 1945 mit einer Verrundung von 65 µ. Das reduziert das Rauschen deutlich, bezieht sich teilweise auch auf die verwendete Masse, den sogen. Kuchen. Rauschreduktionsversuche hat es zu Schellackzeiten verschiedentlich gegeben, zumal die ja auch schon elektrisch verstärkt werden konnten (gab nicht nur Schalldose und Tröte). Einig amerikanische Schellacks laufen schon erstaunlich ruhig. Nach 1945 wurde eine neue Schellackmasse verwednet, zudem änderte sich der Rillenschnitt. Was eine länger Spieldauer der Platten ermöglichte und nochmal den Klang verbesserte. Schellacks fordern aufgrund ihrer eingeschränkten Spieldauer (ca. 5 min bei einer 30 cm-Platte) mehr Aufmerksamkeit. Man kann die nicht nebenbei laufen lassen, sondern hört recht konzentriert, da man ja regelmäßig umdrehen muss. Um den Klang nochmal zu berbessern kann man die Platten waschen, allerdings nur ohne die für Vinyls übliche Reinigungsflüssigkeit. Ich lege sie auf meine Plattenwaschmaschine, reinige sie mit Wasser, arbeite ggf. mit einem Mikrofasertuch vor und sauge das Wasser dann hernach ab. Die Ergebnis ist sehr überzeugend.


    Für die in den 1950er Jahrne gepressten mono-Vinyls gibt's übrigens auch eine eigene Nadel von Orthofon. Als die Platten geschnitten und gepresst wurden dachte niemand an stereo-Abtastung.


    Meine jüngste mono-Erwerbung ist eine frühe Aufnahme des 7. Streichquartetts von Ludwig van Beethoven mit dem Quartetto Italiano. Es gibt so einige mono-Lieblinge, die ich nicht missen möchte: Brahms KK1 Backhaus/Boult (Schellack-Album), Beethoven KK5 Kempff/van Kempen, Beethoven 9 Horenstein, Beethoven 9 Furtwängler, Beethoven Missa Solemnis Böhmm Schubert 9 Knappertsbusch, Schubert 9 Furtwängler und, ebenso wie Holger, die ganze Phalanx fabelhafter Klavieraufnahmen.


    Ich freue mich über stereo, brauche es aber nicht für den Hörgenuss.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Und dass es Aufnahmen gibt, in denen Rachmaninow Klavier spielt, werden auch nur die wenigsten wissen.

    Lieber "kurzstueckmeister",


    …. wer Rachmaninows Aufnahme der Klaviersonate Nr. 2 von Chopin (Aufnahme: 2/1930) nicht kennt, der hat etwas Wesentliches im Leben verpaßt!:no:

    Hier ist sie mit drauf:

    Sergei Rachmaninoff - Great Pianists of the 20th Century by Sergei Rachmaninov

    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Diese Frage ließe sich an konkreten Beispielen vielleicht besser abhandeln. Hattest Du an bestimmte Aufnahmen gedacht? Ganz alt? Auch das ist relativ.

    Lieber Rüdiger,


    ich hatte gerade angefangen mir aus Holger Aufzählung was anzuhören, Cortot, Chopin Schumann über Tidal /Handy / Ohrstöpsel. Ja, ich weiß sehr, sehr suboptimal aber geht im Moment nur so.



    Was ich da zufällig ausgewählt habe klingt vergleichsweise modern und zeigt den Effekt eher ansatzweise.


    Im Hinterkopf hatte ich allgemein Schellacks, prinzipiell mono und mit entsprechend hohen Rauschpegel und sehr deutlich hörbaren Verzerrungen, ohne konkretes Beispiel.

    Also eher das, was Holger hier beschreibt:

    Alte Schellackplatten zu hören (habe ich gemacht bei einem guten Bekannten im Keller mit Wagner und alten Sängern) hat etwas Romantisches.

    Zu Schellacks habe ich keinen Zugang, ich bräuchte mehr Ruhe um zu schauen ob es da eventuell was auf YouTube gibt....


    Holger: Ja, kann ich mir absolut vorstellen dass das Spaß macht wie Du es beschreibst!

    ________________________________________________________________________________________


    Gruß
    Nicolas

  • Ich bin mir sogar sicher, dass die Mehrheit der Leute, die gerne Klaviermusik hört, mit dem Namen Sofronitzky nichts anzufangen weiß. Das ist Spezialinteresse. Und dass es Aufnahmen gibt, in denen Rachmaninow Klavier spielt, werden auch nur die wenigsten wissen.


    Man kann sich echt nicht mit jeder Nische beschäftigen.

    Rachmaninow und Vladimir Sofronitzky (Scriabins Schwiegersohn, seine Scriabin-Aufnahmen sind Legende) sind nun wirklich keine "Nische". Wer sich mit russischer Klaviermusik - zentral für das Repertoire - beschäftigt, weiß das. Und wer Rachmaninows Klaviermusik kennt, kennt auch den Pianisten Rachmaninow. Artur Rubinstein meinte übrigens, Rachmaninow der Pianist sei bedeutender gewesen als Rachmaninow der Komponist.


    Schöne Grüße

    Holger

  • Ich bin mir sogar sicher, dass die Mehrheit der Leute, die gerne Klaviermusik hört, mit dem Namen Sofronitzky nichts anzufangen weiß. Das ist Spezialinteresse. Und dass es Aufnahmen gibt, in denen Rachmaninow Klavier spielt, werden auch nur die wenigsten wissen.

    Die "Mehrheit", die gerne Klaviermusik hört, meint damit vermutlich Einaudi oder Clayderman oder was weiß ich. Daher ist "Mehrheit" hier unklar und irrelevant.

    Aber jemand, der sich ein paar Jahre etwas intensiver mit klassischer Klaviermusik befasst hat, dürfte mit einigermaßener Warhrscheinlichkeit zumindest wissen, dass es auch Aufnahmen Rachmaninoffs gibt, u.a. könnte man sie einfach im Katalog sehen, wenn man nach dem Namen gesucht hat. Selbst wenn derjenige kein Interesse an solchen histor. Aufnahmen hat.

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  • Das ist doch unfreiwillige Sebstparodie ...

    Nein, da hat er völlig Recht. Rachmaninows hochpoetische Aufnahme ist eine der bekanntesten und bis heute einflussreichsten. Rachmaninows Bearbeitung des Trauermarschs spielen auch ganz junge Pianisten immer wieder - z.B. Yuja Wang.


    Es gibt von Rachmaninow übrigens auch Ampico-Rollenaufnahmen - die bekommt man dann in Stereo.


    Schöne Grüße

    Holger

  • Aber jemand, der sich ein paar Jahre etwas intensiver mit klassischer Klaviermusik befasst hat, dürfte mit einigermaßener Warhrscheinlichkeit zumindest wissen, dass es auch Aufnahmen Rachmaninoffs gibt, u.a. könnte man sie einfach im Katalog sehen, wenn man nach dem Namen gesucht hat. Selbst wenn derjenige kein Interesse an solchen histor. Aufnahmen hat.

    Dann vergisst er es aber gleich wieder (so wie ich). Nicht alle, die gerne Klaviermusik hören, sammeln Vergleichsaufnahmen - auch das ist für mich eine kleine Gemeinde von "Freaks". Und was ist "etwas intensiver"? Gehört da dazu, selber Klavier zu spielen?
    :P

    Ein Internetforum, in dem sich Aufnahmensammler versammelt haben, ist halt nicht repräsentativ.


    Ich schätze, von denen, die gerne mal Klaviermusik aus dem Bereich der ernsten Musik hören, wissen maximal ein paar Promille, dass es Aufnahmen gibt, in denen Rachmaninow spielt.


    Dass in der Gruppe von Leuten, die gerne Mono-Aufnahmen zum Vergleichen sammeln, der Anteil ein höherer ist, davon gehe ich auch aus.

    ^^

  • Das halte ich für falsch. Man muss eigentlich nur ein paar Rachmaninoff-CDs (mit anderen Interpreten) besitzen und die Beihefte durchlesen, dann weiß man vermutich, dass es Aufnahmen mit dem Komponisten gibt. Oder einmal nach dem Namen beim online-Anbieter gesucht und nicht nach den ersten drei Treffern aufgehört haben.

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  • Nein, da hat er völlig Recht. Rachmaninows hochpoetische Aufnahme ist eine der bekanntesten und bis heute einflussreichsten.

    Danke, lieber Holger! Ich war mir sicher, daß Du diese Aufnahme kennst.

    Der Musikwissenschaftler Matthias Kornemann aus Lippstadt i.Westf. schreibt über sie: ".... Rachmaninow mit Chopins b-moll-Sonate: Im Trauermarsch geht's nach dem Mittelteil gleich wieder ff los mit dem Kondukt. Ich glaube, das machten ihm viele gerne nach heute, wenn sie sich nur trauten!"

    Eine grandiose Aufnahme, selbst für diejenigen, die Horowitz, Rubinstein und Argerich im Schrank haben.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Es ging mir doch gar nicht darum, ob das eine bedeutende Aufnahme ist.

    Traetta ist auch ein bedeutender Opernkomponist, und nur ein paar Promille der Opernhörer kennt den Namen.


    Und dass man etwas im Leben verpasst hat, wenn man ein bestimmtes Stück nicht kennt, oder gar eine Aufnahme davon, das zu behaupten ist einfach Selbstparodie eines Sammlers.

  • Das halte ich für falsch. Man muss eigentlich nur ein paar Rachmaninoff-CDs (mit anderen Interpreten) besitzen und die Beihefte durchlesen, dann weiß man vermutich, dass es Aufnahmen mit dem Komponisten gibt.

    Ja, das gilt für vielleicht ein paar Promille der Leute, die gerne klassische Klaviermusik hören. Ihr lebt halt in einer Sammlerblase.

  • Zu Schellacks habe ich keinen Zugang, ich bräuchte mehr Ruhe um zu schauen ob es da eventuell was auf YouTube gibt....

    Bitteschön, hier wäre mal was. Die Aufnahme ist aus 1943, das Abspielgerät deutlich älter. Die Platte habe ich auch, spiele sie aber auf einem DUAL CS 5000.



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Zitat von kurzstückmeister

    Traetta ist auch ein bedeutender Opernkomponist, und nur ein paar Promille der Opernhörer kennt den Namen.

    Ja da müssen die anderen erstmal googlen! :baeh01:


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Ich schätze, von denen, die gerne mal Klaviermusik aus dem Bereich der ernsten Musik hören, wissen maximal ein paar Promille, dass es Aufnahmen gibt, in denen Rachmaninow spielt.

    Lieber kurzstueckmeister,


    …. und ich schätze, daß Du mit dieser Meinung total danebenliegst. Wer sich wirklich mit klassischer Klaviermusik beschäftigt, dem ist Rachmaninow ganz bestimmt auch als Pianist bekannt. Wie Holger bereits bemerkt hat, war Artur Rubinstein der Auffassung, daß Rachmaninow als Klavierspieler besser war denn als Komponist. Aber auch das ist natürlich nur eine Meinung.

    Und dass man etwas im Leben verpasst hat, wenn man ein bestimmtes Stück nicht kennt, oder gar eine Aufnahme davon, das zu behaupten ist einfach Selbstparodie eines Sammlers.

    Es kommt immer auf das Auge des Betrachters bzw. das Ohr des Hörers an!

    Doch wenn ich diesen Satz ernst nehme, so ist untenstehendes Buch von Selbstparodisten für Selbstparodisten geschrieben worden^^:

    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Wer sich wirklich mit klassischer Klaviermusik beschäftigt, dem ist Rachmaninow ganz bestimmt auch als Pianist bekannt.

    Es ist halt sehr billig, den als "wirklich" sich mit klassischer Klaviermusik sich Beschäftigenden zu bezeichnen, der halt das macht, was man selbst macht.


    Und diese "1001 Sachen, die man kennen muss, bevor man stirbt" sind doch in ihrer Titelgebung klare Scherze, oder?

  • Die CD-Sammler, die mehr als ein paar Stück pro Jahr kaufen, sind eine ganz kleine Minderheit.

    "Laut Studien des BVMI gaben 2014 lediglich 3,7 Prozent der Bevölkerung mehr als 80 Euro für Musik aus. Sie sorgten aber für gut 46 Prozent der Umsätze."

    https://www.handelsblatt.com/u…-FzjovR6z7HSgli243inU-ap2

    Somit sind logischerweise die Leute, die mehrere Aufnahmen desselben Werks haben, eine ganz kleine Minderheit.


    Ob sich jetzt jemand "wirklich" für Klaviermusik interessiert erst wenn er Vergleichsaufnahmen sammelt, die Stücke selbst am Klavier spielt oder einen Überblick über die Forschungsliteratur zu den Werken hat, kann man beliebig setzen - keine der drei Eigenschaften sind mE notwendig.