FRÖHLICH Friedrich Theodor . Die Kammermusik

  • Friedrich Theodor FRÖHKLICH: Streichquartett Nr 1 in f-moll


    Friedrich Theodor Fröhlich (1803-1836) ist heut (noch ?) weitgehend unbekannt trotz ca 600 überlieferten Kompositionen, wovon sich ca 300 auf Lieder belaufen.

    Die Bewertung lm Booklet und bei Wikipedia könnte unterschiedlicher nicht ausfallen. Während Wikipedia Fröhlich als den bedeutensten frühromantischen Komponisten der Schweiz bezeichnet und seine Lehrzeit bei Zelter erwähnt, ebenso sein Treffen mit Mendelssohn, wird im Booklet berichtet, dass Mendelssohn zwar durch Fröhlich kontaktiert wurde, er ihm aber eine Abfuhr erteilte. Das will nichts besagen.

    Im Booklet wird aber immer wieder darauf hingewiesen, dass die Werke, nedingt durch eine zu flüchtige Ausbikdung formale Fehler, bzw Ungeschicklichkeiten aufwiesen

    Das mag sein, aber ich zweifle, ob der durchschnittliche Klassikhörer das bemerkt, bzw es ihn stört. Ähnliche Kritiken worden ja auch über einige frühen Streichquartette von Franz Schubert geäussert.

    Ein altes Sprichwort sagt:Wo man einen Hund prügeln will, da findet man einen Stock.

    So wurde beispielsweise bemängelt, dass es vereinzelt wörtliche Zitate von Haydn gäbe…

    Fröhlich hat insgesamt 4 Streichquartette komponiert - sie waren aber nicht der Kernpunkt seines Schaffens, welche desm Kunstlied (an die 300) gewidmet war, wenngleich es bis dato keine Aufnahme davon gibt.

    Ich habe bislang das erste Quartett gehört, und es gefällt mir ausgesprochen gut. Ich höre hier wenigert Haydn, als eine entfernte „Verwandtschaft“ zu Schubert heraus – vor allem im vierten Satz – mit geradezu „wienerischen“ Anklängen…..

    Das interesse an diesem Komponisten dürfte indes gering sein . schon ein Jahr nach ihrem Erscheinen wird diese Doppel CD zum halben Preis angeboten, wobei schon der Originalpreis eher moderat war.

    Ich würde den Über- Alles Eindruck mit dem Wort "eigenwillig" beschreiben......


    mfg aus Wien

    Alfred

    Wer Beethoven-Sinfonien fälscht oder gefälschte in Umlauf bringt, wird mit dem Anhören eines Endlosbandes aller Werke von Schönberg bestraft; von der Dauer 1 Woche bis zu 4 Wochen

  • In booklets steht häufig grauenvoller Unsinn. Man sollte sich darauf nicht verlassen. Also: MGG: vorläufige Schulung in Aarau durch Michael Traugott Pfeiffer, einem Freund Nägelis, danach Studium in Berlin bei Zelter und Klein. Wg. Erfolglosigkeit traten schwere seelische Störungen ein, so dass er freiwillig seinem Leben ein Ende setzte. Mendelssohn wird da nirgends erwähnt. Ähnliches bei Mendel/Reissmann.

    Seine Quartette schrieb er 1826 - 1828. Sie werden bei MGG sehr würdigend erwähnt.

  • Friedrich Theodor FRÖHLICH: Streichquartett Nr 2 in g-moll


    Mendelssohn wird da nirgends erwähnt.

    Kein Wunder: Im cpo Booklet (Annelise Alder) finden wir die Stelle:


    "Mendelssohn, den er bewunderte, und dem er verschiedene Werke zur Begutachtung vorgelegt hatte, ließ ihn abblitzen......"


    Inzwischen habe ich das zweite Quartett gehört, es entstand etwea ein Jahr nach dem ersten, also 1827


    Die Sätze:


    1) Andante con Variazioni

    2) Scherzo -molto animato

    3) Largo cantabile

    6) Finale: Allegro molto


    Der erste Satz ist mit mehr als 12 Minuten Spieldauer der längste des 32 minütigen Werkes.


    Er wirkt auf mich ausgesprochen melancholisch m wenn nicht sogar depressiv, und das obwohl an einigen Stellen sogar Joseph Haydn zitier wird, allerdings chromatisch verfremdet. Ich würde diesen Satz sogar als ansatzweise "sperrig" bezeichnen - auch tieschürfend würde passen

    Der zweite Satz steht dazu in krassem Gegensat eine beinae aufgesetzt wirkende Energie und Fröhlichkeit (nicht als Wortspiel gedacht !!) zeichnet diesen Satz aus,

    Der dritte Satz wiederum ist zwar ein wenig melancholisch, aber beniger Chromatisch as der erste, somit eingängiger und sangbarer. Sie Satzvezeichunge Largo cantabile trifft es recht gut. Beim 4. Satz konnte ich keine Besonderheiten feststellen


    Dem Werk insgesamt haftet - wie schon beim ersten angemerkt, etwas eigenwilliges an.

    Fröhlich dürfte eine von sich überzeigte Künstlerpersönlichkeit gewesen sein, die sich ungeschickt und trotzig präsentierte, die aber im Gegensatz zu Schubert - über keinen einflußreichen Freundeskreis oder Förderer verfügte und das einfach nicht wahrhaben wollte.

    In gewisser Weise das, was man heute als "verkanntes Genie" bezeichnet


    mfg aus Wien

    Alfred

    Wer Beethoven-Sinfonien fälscht oder gefälschte in Umlauf bringt, wird mit dem Anhören eines Endlosbandes aller Werke von Schönberg bestraft; von der Dauer 1 Woche bis zu 4 Wochen