• Aber auch die Cambridge Singers, Rutters eigene Truppe, sind ein ganz toller Chor - mein Lieblingschor, bevor sie von Voces8 abgelöst wurden


  • Was ist eine Beatbox? Sowas wie der, der für den Rhythmus zuständig ist?

    Was grenzt an grenzenlose Dummheit? Mexiko und Kanada (Urban Priol)

  • Eine Art, Schlagzeugartige Geräusche zu erzeugen, verstärkt durch ein direkt vor die Lippen gehaltenes Mikrophon.


    Hier der Europameister in dieser Disziplin. Ich finde das ausgesprochen beeindruckend, habe das im Konzerthaus Dormund mal mit den Voca-People erlebt:



    Und hier die VocaPeople



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Tonnèrre!

    In den guten alten Zeiten des Dampfrundfunks kamen Hörspiele ohne einen Lautimitator nicht aus. Ich kann mich erinnern, dass wir für unsere Theaterproduktion von Thornton Wilders "Unsere kleine Stadt" Schallplatten erworben haben, auf denen jede Menge unterschiedlicher Geräusche drauf waren, etwa Hühner, Kirchenglocken, Saufgelage; es gab nichts, was es nicht gab.

    Was grenzt an grenzenlose Dummheit? Mexiko und Kanada (Urban Priol)

  • Tonnèrre!

    In den guten alten Zeiten des Dampfrundfunks kamen Hörspiele ohne einen Lautimitator nicht aus. Ich kann mich erinnern, dass wir für unsere Theaterproduktion von Thornton Wilders "Unsere kleine Stadt" Schallplatten erworben haben, auf denen jede Menge unterschiedlicher Geräusche drauf waren, etwa Hühner, Kirchenglocken, Saufgelage; es gab nichts, was es nicht gab.

    Stimmt, ich habe mir auch einmal eine solche Platte gekauft. Im Nachhinein ein reichlich blödsinniger Kauf, ich habe die Platte nie verwendet.

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  • Schütz - Selig sind die Toten - ein Vergleich


    den ihr aber selbst ziehen müsst.



    Was grenzt an grenzenlose Dummheit? Mexiko und Kanada (Urban Priol)

  • Voces8 hat gleich zwei Vorteile, die nchts mit der Qualität des Chores zu tun haben: sie sind besser aufgenommen und sie singen a capella, die Orgel empfinde ich eher als störend.


    Dann gibt es aber darüberhinaus eine Reihe von Vorteilen, die durchaus mit der Qualität des Chores zu tun haben. Man könnte es zusammenfassen mit "Pracht" und "Präzision". Und ich sehe auch keine Einzeldisziplin, in denen m.E. Vox Luminis vorn läge. Natürlich sind sie nicht schlecht, aber z.B. allein bei der Stelle "sie ruhen" sind Voces8 deutlich ruhender, Voces8 ist besser durchhörbar und klarer in der Stimmführung und der Sopran von Vox Luminis klingt insbesondere bei der Schlußphrase beinahe schrill.

  • Ich bin bei Voces8 und Vox Luminis völlig anderer Meinung, bei mir hat eine ziemliche Voices8-Dämmerung eingesetzt (nur in Bezug auf Schütz). Die Stimmen mögen besser sein, aber die Technik nicht. Es ist absolut zu laut, auch im Verlauf der Motette bleibt sich die Dynamik relativ gleich.

    Der Hauptpunkt ist leider dieser: trotz Präzision ist der Charakter dieser Motette völlig verfehlt; ich würde sogar sagen, sie wissen im Grunde nicht, was sie da singen. Der Aufbau ist einfach verfehlt. Vielleicht ist es ein Vorurteil, aber vielleicht auch ein Urteil nach vielem Hören. Es ist ein Unding, heute Schütz a cappella mit einer 1:1 Besetzung zu singen. Das mit der Orgel ist noch das Geringste. Das ist ein Stück, das sogar Zink und Posaune vertragen könnte. Es fehlt der Gabrieli-Faktor, den Schütz immer wollte, von der Pracht kann ich hier nichts entdecken.

    Diese Motette entstammt der Geistlichen Chormusik von 1648; sie ist eine Wiederaufnahme des dritten Teils der Musikalischen Exequien von 1536. In der Vorrede zur Sammlung der Geistlichen Chormusik gibt Schütz vor, dass man in der Besetzung variabel sein kann. Also Cappellchor plus Favoritchor, Instrumente, die eine Stimme übernehmen oder colla parte mitspielen.

    Voces8 sind mit ihrer Interpretation nicht auf der Höhe der Schütz-Praxis unserer Zeit. Da sind vor allem französische Ensembles (Benoit Haller) weit vorne, auch in Deutschland (Rademann in Dresden).

    Ich habe bei mir im Schreibtisch (Stichwort: Sagittarius) eine Aufnahme des "Marian Consorts" des dritten Teils der Musikalischen Exequien eingestellt. Das ist ein perfektes Muster, wie man Schütz heute singt. Noch so schönes "Sie ruhen.." ist da zu wenig.

    Nothing for ungood, aber Schütz bin ich empfindlich.

    Fazit: du schreibst, dass ein Vorteil sein, dass sie a cappella singen; das ist völlig überholt, das machen nur noch Kirchenchöre, die sich keine Instrumentalisten leisten können und eine falsche Schütz-Tradition der 1920er pflegen.

    Noch überholter ist es, a cappella mit 1:1 zu singen. Und wer hat das abgelehnt und anders angeordnet? The composer himself, in seiner Vorrede zur Geistlichen Chormusik 1648. In meiner Gesamtausgabe hat man diese Vorrede abgedruckt. Sie ist lang, im Deutsch jener Zeit, aber sehr aufschlussreich.

    Was grenzt an grenzenlose Dummheit? Mexiko und Kanada (Urban Priol)

  • Natürlich Nothing for ungood! Du hast ein viel größeres Hintergrundwissen zu Schütz als ich. Ich bin da nicht so empfindlich, sondern konsumiere im Wesentlichen. Und was ich höre, hat mir gefallen. Daß Du es anders siehst, kann ich verstehen, wenn auch nicht ganz nachvollziehen.

  • Zum Trost: diese Aufnahme, erweiterter Chor und Orchester unter der feurigen Leitung vom lustigen Barnaby, ist eine absolute Referenz.


    Was grenzt an grenzenlose Dummheit? Mexiko und Kanada (Urban Priol)

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  • Noch mal eine Frage wegen des Gabrieli-Faktors bei der Interpretation von Schütz durch Voces8. Dieser Faktor könnte auch Monteverdi-Faktor genannt werden. Gibt es da was von Voces8 ? Übrigens wären die weltlichen Lieder von Schütz für Voces8 sehr geeignet, allerdings muss da auch ein Instrument dabei sein. Es gibt eine schöne Aufnahme von der Weser-Renaissance. Die werde ich im Schreibtisch mal vorstellen.

    Was grenzt an grenzenlose Dummheit? Mexiko und Kanada (Urban Priol)

  • Ich fürchte, da bin ich der Falsche, da ich bei Voces8 keine Klangpracht vermisse und sie sehr viel lieber a capella als mit Begleitung höre (es sei denn, sie singen eine Messe oder Kantate).

  • Live in Essen, 25.1.


    Zunächst das Positive. Der Nahverkehr im Ruhrgebiet war trotz des Streiks ziemlich intakt. Dann, noch besser, trafen wir, Michael Müller und seine Frau, endlich mal aufeinander. Um das zu toppen, zog Michael einen Flachmann und Pinnekes aus der Tasche mit 15 Jahre altem Whisky.

    Dann ging es los. Der Saal fasst 2.000 Zuschauer, wenige Plätze waren frei, selbst die oberen und hinteren Ränge waren gut gefüllt. Ich saß auf der Empore hinter der Bühne. Ich war skeptisch, aber dieser Chor ist so fantastisch, dass selbst im Pianissimo alles gut zu hören war.

    Dann der Beifall; früher hätte man gesagt: frenetisch. So etwas habe ich bei Ensembles früher nur bei den King´s Singers erlebt. Voces8 erwies sich aber als noch besser als die King´s Singers. Was uns als Publikum im Rücken der Sänger erfreute, war der Dank des Ensembles auch an uns. Es gab eine Moderation, bei der jeder mal dran kam, einer auf deutsch, die anderen auf Englisch. Die Lacher bei der gekonnt britischen Moderation bewiesen, dass eine Menge Leute im Saal waren, die dem folgen konnten. Ich stelle mir vor, wie es umgekehrt wäre, wenn ein deutsches Ensemble bei einer Aufführung in England oder den USA deutsch moderieren würde. ich erinnere mich bei Reisen nach England und in die USA, dass einige Bewohner dieser Länder sich über den Akzent der "Krauts" belustigten, wohlgemerkt auch bei Leuten, die überhaupt keine Fremdsprachen konnten.

    Das Konzert hatte zwei Teile, im ersten gab es eher die Klassiker. Nicht besonders gefielen mir die beiden Nachtwachen von Brahms, die ich selber auch schon gesungen habe. Da trafen sie den Brahms-Ton nicht, wie ich ja auch ihren "Schütz-Sound" nicht schätze. Sensationell waren die "Choral Dances" aus "Gloriana" von Britten, die ich vor Jahren in Gelsenkirchen gehört habe.

    Im 2. Teil gab es keine Noten mehr; das war der Pop-Teil. Da habe ich verstanden, warum so viele Leute im Saal waren und die Begeisterung so groß. Das Rezept der Mixtur von Klassik und Pop haben ja schon die King´s Singers gehabt. Außer "Fly with me to the Moon" kannte ich nichts, aber es wurde so hinreißend gut gesungen, dazu noch die witzige "Performance", dass ich richtig wach wurde. Außerdem hat meine Karte nur 25€ gekostet, dafür kriegt man bei Pop-Konzerten gerade mal 1 Bier und eine Bratwurst:pfeif:.

    Mein Lieblingsensemble ist ja "Tenebrae", aber Voces8 hat mich überzeugt gerade durch die musikalische und stimmliche Vielseitigkeit und Perfektion. Das war ein Abend, von dem man noch seinen Enkeln erzählen kann, auch wenn man keine hat.

    Meine nächsten Termine sind "L´Arpeggiata" und "Vox Luminis"; ich denke, da wird Michael Müller seinen Whisky mitbringen und ich muss ihn nicht mehr mit seinem Flachmann wedeln lassen, um ihn zu erkennen.

    Was grenzt an grenzenlose Dummheit? Mexiko und Kanada (Urban Priol)

  • Ich freue mich, daß Dir der Whisky geschmeckt hat, da Du ja vorher doch recht skeptisch warst. Ich habe aber auch den mitgebracht, der sowohl weich als auch praktisch nicht rauchig ist, Dalwhinnie. Aber Du hast ja eventuell noch einen Cognac o.ä. im Angebot...


    Hinsichtlich des Gebotenen - der Saal war wohl durchwegs hellauf begeistert, an die 1800 klatschende und pfeifende Leute machen schon einen ziemlichen Lärm. Wir saßen in der zweiten Reihe und konnten alles ganz genau verfolgen. Molly Noon, die zweite Sopranistin, scheint erkrankt zu sein (her thoughts will be with us tonight and our thoughts are with her - sinngemäß nach Barnaby Smith, der ihr Fehlen kommentierte, wenn auch nicht erklärte), wurde aber durch die ehemalige Voces8-Sopranistin, Eleonore Cockerham, sehr gut ersetzt. Auch meine Bedenken bezüglich des neuen Baß (man kann einen Jonathan Pacey eigentlich nicht ersetzen) sind weitgehend zerstreut worden - er kann es, eventuell mit winzigen Abstrichen.


    Das Programm war wirklich sehr vielfältig, von Byrd zu Briten zu Rachmaninov und zeitgenössischen Komponisten.

    Dr. Pingel hat leider Recht bezüglich Brahms und Schubert: Voces8 ist deutlich besser in Renaissance und Barock unterwegs als in der Romantik. Allerdings ist das kein Fehler, der mich sonderlich interessiert.

    Der zweite Teil war tatsächlich besonders spektakulär. Ich mag sie zwar lieber, wenn sie Renaissance singen, aber für die meisten im Saal war der Pop-Teil vermutlich unterhaltsamer, zum Schluß gab es jedenfalls sofort Standing Ovations, und Voces8 gab noch zwei Zugaben, zum Schluß Mendelssohns "Er hat seinen Engeln befohlen", das von Barnaby Smith eingeleitet wurde mit - we don´t need to introduce this piece for a german audience.

  • Voces8 - 2023 - Eine Tour in die USA


    Ein kurzer, sehr unterhaltsamer Film mit Proben, persönlichen Vorstellungen, bei denen man die Sänger auch mal ein wenig privat erleben kann.


    Was grenzt an grenzenlose Dummheit? Mexiko und Kanada (Urban Priol)