Beethoven - Violinkonzert op 61 - Vol. 3 (2020)

Alfred_Schmidt · 24 Beiträge · letzte Antwort von Alfred_Schmidt

  • Anlässlich des Beethoven-Jahres 2020 erschien es mir angebracht einen neuen Thread zum Thema "Beethovens Violinkonzert" zu starten.

    Der alte - mit der Tread Nr 17!!! - gestartet am 12, August 2004 war ja eigentlich zu Beginn lediglich eine Frage nach einer Empfehlung. Geendet hat er eigentlich mit einer Aufzählung so ziemlich aller je realisierten Einspielungen, Dazwischen aber auc interessante Statements, Deshalb soll dieser quasi historische Thread zum Lesen zu Verfügung bleiben. Möge er manchem Klassiksammler Informationen liefern


    Beethoven - Violinkonzert op 61 - Vol. 1

    Beethoven - Violinkonzert op 61- Vol.2 - Die Kadenzen



    Der neue Thread Nr 21.620 wird vermutlich auch von neu hinzugekommenen Mitgliedern frequentiert werden und es könnten sich interessante Apekte ergeben, welche Aufnahmen derzeit hoch im Kurs stehen, seien es Neuaufnahmen, seien es Referenzen der Vergangenheit ,bzw kann man sehen inwieweit solche Aufnahmen ihren Referenzstatus aufrecht erhalten konnten.


    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Hallo


    Ich möchte dennoch wieder eine Empfehlung aussprechen. Denn diese Neuaufnahme hat mich sehr positiv überrascht:


    Gruß Wolfgang

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Ich zeige hier eine weitere Neuaufnahme - die ich allerdings nicht besitze - und vermutlich auch nie besitzen werde, denn mein Archiv verzeichnet zum gegenwärtigen Zeitpunkt insgesamt zehn Einspielungen dieses Konzert - wo jede einzelne als "ausserordentlich" angepriesen wurde.

    Teilweise war das ja auch der Fall, aber es gab auch "Modeerscheinungen" wie die seinerzeitige Aufnahme mit Kadenzen von Schnittke, die über alle Maßen bejubelt wurde - inzwischen jedoch bei jpc gestrichen ist, bei amazon vorzusweise gebraucht angeboten wird.

    Aber zurück zur vorgestellten Aufnahme: Es sei anderen Tamino-Mitgliedern vorbehalten sie einzuschätzen---


    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Wieder einmal bleibe ich der alten Referenzaufnahme mit Wolfgang Schneiderhahn treu. In großem Ton schwelgend wird diszipliniert, markig musiziert . Kadenzen sind vom Solisten geschrieben und werden daher musikalisch und technisch vollendet beherrscht.

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Zitat von Karl

    Denon hat in den 80iger Jahren sehr gute Aufnahmetechnik verwendet, dem steht Jean-Jacques Kantorows Spiel in nichts nach.

    Hallo Karl bitte zum Werbepartner verlinken!

    R-3197603-1320092220.jpeg.jpgKlick

    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Ich zeige hier eine weitere Neuaufnahme - die ich allerdings nicht besitze - und vermutlich auch nie besitzen werde, denn mein Archiv verzeichnet zum gegenwärtigen Zeitpunkt insgesamt zehn Einspielungen dieses Konzert - wo jeder einzelen als "ausserordentlich" angepriesen wurde.

    Ja, das ist auch mein Problem. Zuletzt habe ich noch die Aufnahme mit Monica Huggett und Charles Mackerras (Orchestra of the Age of Enlightenment) und Antje Weithaas mit dem Stavanger SO gekauft. Das sind wirklich hörenswerte Aufnahmen, weitab von üblichen Mainstream-Weltklasse-Mega-Glamour.


    Aber: Für mich gibt es vier Aufnahmen, zu denen ich immer wieder zurückkehre. Das sind Menuhin/Klemperer/New Philharmonia (Old School, kraftvoll), Marriner/Kremer/AOSMITF (mit der verrückten Kadenz - genial, aber muss man nicht immer haben), Zehetmair/Brüggen/Orchestra of the 18th Century (best ever, mit Paukenkadenz) und Tetzlaff/Zinman/TOZürich (steht als konventionelle den hippen in nichts nach: frisch, lebendig, vital, auch mit sehr aktiven Pauken).


    Ich habe auch noch zwei, drei andere. Aber ich habe da keine weiteren Kaufgelüste. Es sei denn, da kommt jetzt noch einmal die absolut umwerfende ... Da greife ich dann bestimmt auch gern noch mal zu.


    Beste Grüße von der grauen Nordseeküste sendet Andrew



    „Nichts auf Erden ist kräftiger, die Traurigen fröhlich, die Ausgelassenen nachdenklich, die Verzagten herzhaft, die Verwegenen bedachtsam zu machen, die Hochmütigen zur Demut zu reizen, und Neid und Hass zu mindern, als die Musik.“

  • Und wieder sind drei Jahre in Land gezogen. Und es wurde nichts mehr geschrieben.

    Letztlich war das zu erwarten, denn es wurde ja schon (fast alles gesagt) - vorzugsweise im Ersten Teil dieses Threads, der zwar inzwischen geschlossen wurde - aber noch lesbar ist. Mit 208 Beiträgen und 16 Jahren Laufzeit ein Monster - aber dennoch - oder gerade deshalb unverzichtbar.

    Beethoven - Violinkonzert op 61

    Und weil wir grade bein Thema "unverzichtbar" sind, so ist doch auffällig, wie viele "unverzichtbare" Aufnahmen des Werkes bereits in der Versenkung verschwunden sind - und ebensoviel "gepushte"

    Mir fallen grade - die von mir geliebte - "Schneiderhan" aufnahme ein, deren Sensation (abgesehen von ihrer musikalischen Qualität) darin bestanden hat, daß er der erste war, der die von Beethoven geschriebene Kadenz der Klaviertranskription für die Originalfassing umzuschreiben versuchte - ein IMO gelungenes Experiment, das als Vorbild für andere Interpreten diente. Und dann die hochgelobte Aufnahme mit Kremer, der Kadenzen von Schnittke verwendete - heiss diskutiert bei ihrem Erscheinen.


    Was soll man also noch bringen ?


    Die deutsche Grammophon hat eine Neuaufnahme gewagt, die gleich einige Kaufargumente in sich birgt.

    Die Edition heißt diesmal "Beethoven and beyond" (Grob übersetzt: "Beethoven und darüber hinaus")

    Und man hat sich einiges einfallen lassen.

    Man startet mit einer 20 jährigen Einsteigerin, wobei das nicht wirklich zutrifft: Berühmt war sie (imo zu Recht) schon mit 16, wie einige Konzertausschnitte aus verschiedenen Ländern mit verschiedenen Orchestern zeigen. Wir werden zeitnah der Künstlerin einen eigenen Thread widmen, die seit Jänner einen Exklusivvertrag mit Deutsche Grammophon besitzt und auf Anraten ihres Mentors Vladimir Spivakov nach Wien übersiedelt ist.


    Kommen wir zur Neuerscheinung: Sie ist in mehrfacher Hinsicht interessant. Seit langem wieder auf einer Neuaufnahme mit der Deutschen Grammophon: Die Wiener Symphoniker. Dirigent dieser Aufnahme ist der Österreicher Manfred Honeck, der eigentlich seit 2008 Musikdirektor des Pittsburgh Symphony Orchestra ist und dessen Vertrag erst kürzlich bis 2028 verlängert wurde. Es handelt sich hier um einen Live Mitschnitt aus dem Goldenen Saal der Wiener Musikverein.

    Die Tontechnik ist anspringend bis eindringlich, der Klang der Violine naturnah und realistischer als man es von älteren Aufnahmen gewohnt ist - vielleicht manchem ein wenig ZU realistisch (?) Ich persönlich finde den Klang hervorragend und bin begeistert. Der Interpretationsansatz ist ausgewogen, elegant und mit schönem Klang. Ironisch formuliert könnte man sagen, man sehe sich das Outfit der Geigerin an - und man weiß wie sie spielt. Elegance pur.


    Bei diesem Konzertmitschnitt in Wien spielt sie eigene - auffallend klangschöne - und umfangreiche - Kadenzen. Etwas das allmählich wieder in Mode zu kommen scheint - oder einfach vom "Markt" verlangt wird (???) Darüber hinaus finden wir auf der 2. CD (Quasi eine Bonus CD) 5 Kadenzen zum ersten Satzt dieses Violinkonzerts von anderen Geigern der Vergangenheit

    Louis Spohr - Eugene Ysaye - Camille Saint-Saens - Henri Wieniawski - Fritz Kreisler


    Und genau von ebendiesen Komponisten finden wir auf CD1 - m Anschluss an das Violinkonzert jeweils ein Einzelstück aus eigenerm Schaffen.

    Dient vermutlich in erster Linie dazu, die Musikalität und Vielseitigkeit der Geigerin vorzustellen.


    Louis Spohr: Sinfonia concertante Nr. 1 G-Dur für Violine, Harfe, Orchester (2. Satz Adagio WoO 13 / II)
    Eugene Ysaye: Berceuse op. 20
    Camille Saint-Saens: Havanaise op. 83
    Henri Wieniawski: Legende op. 7
    Fritz Kreisler: Liebesleid


    mfg aus Wien

    Alfred


    PS über die Kadenzen zu Beethobens Violinkonzert gäbe es bei Bedarf einen eigenen Thread.

    Beethoven - Violinkonzert op 61- Vol.2 - Die Kadenzen

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Man startet mit einer 20 jährigen Einsteigerin, wobei das nicht wirklich zutrifft: Berühmt war sie (imo zu Recht) schon mit 16, wie einige Konzertausschnitte aus verschiedenen Ländern mit verschiedenen Orchestern zeigen. Wir werden zeitnah der Künstlerin einen eigenen Thread widmen, die seit Jänner einen Exklusivvertrag mit Deutsche Grammophon besitzt und auf Anraten ihres Mentors Vladimir Spivakov nach Wien übersiedelt ist.

    Lieber Alfred,


    die CD habe ich auch gesehen und fand sie verlockend. Vielleicht greife ich bei nächster Gelegenheit mal zu... :)


    Schöne Grüße

    Holger

  • Keine Neuaufnahme, aber eine Aufnahme, die mich immer wieder aufs Neue begeistert, wenn ich sie höre !


    Sie mag polarisieren, ihr Violinspiel mag nicht jedem gefallen, ich finde die Interpretation von Beethovens Violonkonzert, wie PatKo es hier mit dem Orchestere des Champs-Elysees, unter Herrn Herreweghe zelebriert, einfach großartig.


  • Banner Strizzi
  • Stimmt,


    jedenfalls für mich - eine tolle Aufnahme ! Dazu wurde im oben verlinkten thread ( lohnt sich in toto ) auf Seite 4 Beitrag 98, 5/129 und 7/186 einiges geschrieben.

    Gruss aus Bruchsal


    Karl-Heinz

  • Hmmm - was "nützen" mir die alternativen Kadenzen, wenn sie 1. auf einer separaten CD geboten werden und nicht auf derselben wie das Konzert, und ich sie 2. nicht in den Ablauf des Satzes einprogrammieren kann? Gerade letzteres sollte doch heutzutage technisch überhaupt kein Problem mehr darstellen. Die Idee, alternative Kadenzen anzubieten, finde ich genial; mit der vorliegenden Umsetzung wurde m.E. eine großartige Chance vertan; so bleibt es eine m.o.w. akademische Fingerübung. ?(

    Zum Nutzen und Gebrauch der Lehrbegierigen Musicalischen Jugend, als auch derer in diesem studio schon habil seyenden besonderem Zeitvertreib auffgesetzet und verfertiget (Johann Sebastian Bachs Eigentitel auf dem Titelblatt des Autographs des Wohltemperierten Claviers, Teil I, 1722)

  • Ich sehe das wesentlich milder. Immerhin ist es möglich diese Kadenzen zu hören - und zu besitzen. Und ausserdem ist diese 2. CD mehr odereweniger eine Bonus-Zugabe, denn das Set kostet nur um 2 Euro mehr als eine sonst übliche Vollpreis CD. Dazu noch die "Zugabestücke" aller Komponisten von denen eine Kadenz aufgenommen wurde.

    Dereinst wurde auf eine Langspielplatte - und später auch CD lediglich das Hauptwerk und die Violinromanzen aufgenommen, bei Kremer und Francescatti lediglich das Violinkonzert pur. Das "Einbinden" ins Konzert hätte übrigens auch dann nicht funktionert, wenn man die Takes auf CD untergebracht hätte - was möglich gewesen wäre, denn die Aufnahmen von Konzert - und Zusatzkadenzen entstanden an Unterschiedlichen Locations. Das Konzert ist ein Konzertmitschnitt vom Jänner 2023 aus dem Musikvereinssaal in Wien, die Kadenzen wurden aber bereits im Juli 2022 im Meistersaal in Berlin aufgenommen (was natürlich eine Andere Akustik bedeutet) Man kann vermuten, daß die Koppelung eine spätere Idee war. Einerseits ist hier ein Anreiz für gewisse Klassiksammler gegeben, andrerseits hat die Solistin - durch die weiteren Einzelstücke - die Gelegnheit zu brillieren und ihre Vielseitigkeit zu zeigen.


    Bezüglich weiterführender Diskussionen in Bezug auf Kadenzen für Beethovens Violinkonzert habe ich in weiser Voraussicht bereits 2013 einen Thread eingerichtet.:baeh01:

    Diese weise Voraussicht ist - einige wissen es bereits - mein Markenzeichen 8o


    Beethoven - Violinkonzert op 61- Vol.2 - Die Kadenzen


    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Auch diese hier gezeigte CD ist eine Version mit extremen Kadenzen. Komponiert wurden sie von Jörg Widmann. Das Geigenspiel von Veronika Eberle wurde von Usern als makellos beschreiben.

    Neben zwei PR-Jubeltexten haben sich auch andere Stimmen zu Wort gemeldet. Meist in Bezug auf die Kadenzen. Ich zitiere hier eine Überschrift: "Verunstaltung eines Klassikers" Damit spare ich mir, die gesamte Kritik wiederzugeben - was ich schon allein aus Copyrigth-Gründen nicht dürfte. Persönlich erinnern mich diese Versuche eigenes, modernes in klassische Werke einzubauen - und die Konzerte somit tantiemenpflichtig zu machen an jene unselige Philips- Aufnahme unter Neville Marriner mit Gideon Kremer, von der die Kritik bei ihrem Erscheinen forsch behauptete, neben ihr sähen alle anderen Aufnahmen mit den herkömmlichen Kadenzen blass aus, und die nach geraumer Zeit aus den Katalogen verschwunden war, wogegen sich die sogenannten blassen Aufnahmen als Dauerbrenner erwiesen haben.Ein Rettungsversuch dieser Aufnahme durch Wiederauflage eines Billiglabels (newton Classics) schlug fehl, kutz vor der endgültigen Streichung fand man sie um 3.99 € im Angebot.......

    Allerdings fand ich die Widman Kadenzen ungleich geschmackvoller und einfühlsamer - wenngleich gewagt. Immer bleibr ein gewisser "Rebound" zum eigentlich Werk spürbar.

    Die Überlänge der Kadenzen stört micht nicht. Man sollt sich allerding bewusst sein, daß man hier nicht die "klassische Lesart des Konzerts gehört hat" sondern eine spezielle Lesart. Also für eine "Referenzaufnahme" ungeeignet. Die wird hier aber offensichtlich gar nicht angestrebt

    Mutig und sympatisch finde ich, daß man das Konzert auf youtube hören kann - Legitim eingestellt durch ADR Klassik

    Mit dem selben Dirigenten und den selben Kadenzen

    Allerdings nicht mit dem LSO (wie auf CD) sondern mit dem SO des Bayrischen Rundfunks)


    Die "lange "Kadenz beginnt ab 19:20 uns dauert pber 12 Minuten - die anderen finde jeder für sich selbst.....:baeh01:


    Beethoven - Violinkonzert op 61- Vol.2 - Die Kadenzen


    mfg

    aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Eine Aufnahme des beethovenschen Violinkonzertes aus dem Jahr 2021, veröffentlicht 2022, die schon im Beginn aufhorchen lässt. Die Geigerin Vilde Frang verfolge ich nun seitdem sie durch Tonträger ins Blickfeld geraten ist.


    Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen unter Pekka Kuusisto sind ihre wachen Unterstützer, im besten Sinne konzertierender Widerpart zum freien Geigenton von Vilde Frang.

    Das italienische Verb "concertare" hat die Bedeutung von "wetteifern". Das fällt mir zu ihrer Interpretation ein.


    Sie verwendet die Kadenz der Fassung des Arrangements für Klavier und Pauken.


  • Alfred_Schmidt

    Hat den Titel des Themas von „Beethoven - Violinkonzert op 61 Vol 2 (2020)“ zu „Beethoven - Violinkonzert op 61 - Vol. 3 (2020)“ geändert.
  • Diese Aufnahme aus dem Jahre 2020 besitze ich seit etwa einem halben Jahr und ich habe über sie bereits im Thread:

    Beethoven - Violinkonzert op 61- Vol.2 - Die Kadenzen

    ein paar Zeilen geschrieben. Heute ist mir, mehr als beim letzten mal, die partielle Aggressivität (kontastierend mit samtigen Stellen) des Orchesters der Aufnahme aufgefallen.

    Quasi "auf der Stuhlkante gespielt" - wie das etliche Klassikfreunde lieben. Das hat nichts mit den Kadenzen Schnittkes zu tun,sondern ist die Interpretationshaltung. Es ist auch keine Kritik, sondernn eine Zustandsbeschreibung....


    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Das BEETHOVEN-Violinkonzert ist fuer mich wohl das immer wieder am liebsten gehörte Violinkonzert Als ich in meiner Jugend mit dem Schallplattenkauf begann, war dieses Konzert nach seiner Sinfonie Nr. 5 unter meiner inzwischen grossen Sammlung die Nr. 2 meiner LP-Anschaffungen. Unter den schon damals verschiedenen Aufnahmen entschied ich mich nach vielen Vergleichen für die bei OPERA-PANTHEON erschienene Einspielung mit dem Geiger BRONISLAV GIMPEL und den BAMBERGER SYMPHONIKERN unter der Leitung von HEINRICH HOLLREISER, und diese Aufnahme hält auch heute noch den Vergleich mit den zahlreichen seitdem entstandenen Aufnahmen jederzeit noch Stand, und dies, obwohl es sich hier noch um eine mono-Aufnahme handelt Die Aufnahme enthält auch die beiden reizvollen Violinromanzen, die vermutlich einmal als Mittelsatz für weitere Violinkonzerte gedacht waren, die aber leider nicht zustande kamen.

    ____________________________


    Wahrend die beiden Violinromanzen bereits 1802/03 entstanden, komponierte BEETHOVEN sein Violinkonzert 1806 und widmete dieses dem 22jaehrigen Interpreten FRANZ CLEMENT, mit dem er eng befreundet war, und der damals als das größte Wunderkind nach MOZART galt. Die Druckausgabe ist allerdings seinem Jugendfreund STEPHAN VON BREUNING gewidmet. Das Werk entstand in der Zeit einer schweren seelischen Erschütterung seines Lebens, als es für ihn zur Gewissheit wurde, dass sein Gehörleiden unheilbar war und zu völliger Taubheit führen würde. Er überwand diese Krise, und diese führte sogar zu einer noch mächtigeren Entfaltung seiner Kunst. Die fast überirdische Schönheit dieser drei Violinkompositionen geben davon Zeugnis. Die Urauffuehrung des Violinkonzertes am 23.12.1806 fand wegen seiner Originalität und der klanglichen Ästhetik grossen Beifall, wenn auch einige Kritiker die vielen Wiederholungen und Zerrissenheit einiger Stellen bemängelten. Die Qualitaet und Neuartigkeit dieses Konzertes wurde erst deutlich später durch den 13jährigen Geiger JOSEPH JOACHIM 1844 erkannt und aufgefuehrt. Inzwischen ist dieses Werk laengst unter den meisten Klassik-Freunden sehr bekannt und geliebt, und es wurde zum Pruefstein fuer die kuenstlerisch Reife des Ausffuehrenden. Bei den beiden Romanzen ueberwiegt das Lyrische der Orchestermusik, und das Virtuose der Violine tritt hier verglichen dem dem Violinkonert mehr in den Hintergrund, was dann zu einem traeumerischen Gesamteindruck fuehrt. Solist der Aufnahme ist BRONISLAV GIMPEL, am 29.01.1911 in Lemberg geboren und am 01.05.1979 in Los Aneles gestorben. Er studierte u. a. bei CARL FLESCH in Wien, und er gab auch 1925 seine ersten Orchesterkonzerte mit den WIENER PHILHARMONIKERN,. Er debuetierte mit GOLDMARKs schwierigem Violinkonzert, das ebenso wie das DVORAK-Violinkonzert neben MILSTEIN mit zu den besten Einspielungen von BRONISLAV GIMPEL zaehlt. Schon 1926 feierte er auf einer Konzertreise in Italien Triumphe mit Auftritten vor Koenig Victor Emanuel II und Papst Pius XI. Dabei durfte er als erster auf PAGANINIS ehemaliger Violine, seiner Guaneri "del Gesu" an dessen Grab spielen. 1935 gewann er den begehrten ersten Preis beim beruehmten "VIOLINWETTBEWERB HENRYK WIENIAWSKI in Posen. Es wuerde hier zu weit fuehrnen, ueber seine weitere beeindruckende Karriere zu berichten. Er spielte auf einer Violine des venezianischen Geigenbauers Anton Seraphin von 1730. Sein Temperament war von feuriger Natur und er verfuegte uber eine hervorragende Technik, die aber den grossen Charme und die Natuerlichkeit seins Spiels nicht ueberlagerte. Ein kraeftier Bogenstrich und ein intensives Vibrato kennzeichnet sein Spiel, und auch auf meiner Aufnahme imponieren feinste Nuancierungen auf seiner wunderbaren Geige, die besonders in langsamen Saetzen voll zum Tragen kommen. Ich habe dieses Veilionkonzert niemals wieder so hinreissend, und dann auch wieder introvertiert gehoert.

    Die BAMBERGER SYMPHONIKER unter der einfuehlsamen Leitung von HEINRICH HOLLREISER erweisen sich als ein brillanter Klangkoerper. Ihre Qualitaeten offenbaren sich vor allem an den lyrischen Romanzen.

  • ZU Woks Beitrasg von vorgestern: Ein interessanter Blick in die Vergangenheit - ein Zeitfenster gewissermaßen. Da erwachen Personen zum Leben, die man eventuell den Namen nsch flüchtig kennt. Hier wurden sie indes dem Vergessenwerden entrissen und mancher Mitleser wird daraufhin ein ältere Schallplatte aus dem Regal geholt und aufgelegt haben.


    Heute habe ich indes eine Neuerwerbung von mir angehört und hier daraus das Violinkonzert. Die Aufnahme wurde im Forum heiss empfohlen,. was nicht unbedingt etwas sagt, da zahreiche "Klassikverderber" ebenfalls empfohlen wurden. (Ich werde sie hier nicht namentlich nennen, jeder weiß wer gemeint ist.


    Hier spielen nun Musica Viva unter Alexander Rudin und Dmitry Sinkovsky:

    Also hören wir mal. Es erwartet uns ei n sehr eleganter und gutdurchhörbare Klang. Der erste Eimdruck ist positiv, aber auch nicht umwerfend. Dann aber bei den Kadenzen bin ich von den Verzierungen hingerissen und vin einem sehr markanten Ton, sowohl von der Geige als auch vom Orchester, Sehr induviduell, aber dennoch originalnah. Die Paukensoli beeindructen (mich) weniger durch ihre Wucht, als durch ihren aparten Klang und ihre Individualität. Seit Schneiderhan, der IMO der Erste war, der Beethovens Origalkadenzen von der Klavierversien des Konzerts (op 61b) auf Violine übertragen hat, folgen ihm zahlreiche andere Solisten, so auch Sinkovsky. Indes die Übertragungen variieren von Interpret zu Interpret. Während Schneiderhan im Plattencoveretext noch schrieb, er habe Skrupel und ringe um jede Note die er abändern müsse, geht Sinkovsy entspannter damit um. Das Ergebnis ist schlechtwegs hervorragend...



    mfg aus Wien

    Alfred


    PS: Sinkovsky spielt auf einer Violine von Francesco Ruggeri (1675)

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Da mein Link zu dem Violinkonzert von BEETHOVEN mit BRONISLAV GIMPEL und den BAMBERGER SYMPHONIKERN unter HEINRICH HOLLREISER in meinem Bericht Nr. 17 vom Dienstag offnbar nicht angekommen ist, moechte ich diesen noch nachreichen.



    wok


    Du hattest leider wieder einen undefinierten Link zu Google gesetzt. Ich habe durch eine allgemeine jpc-CD ergänzt, wo das VK drauf ist.

    Tristan

  • die bei OPERA-PANTHEON erschienene Einspielung mit dem Geiger BRONISLAV GIMPEL und den BAMBERGER SYMPHONIKERN unter der Leitung von HEINRICH HOLLREISER,

    Lieber wok,


    ich habe diese Aufnahme aus den frühen 50er Jahren bei einem Freund kennengelernt. Sie ist sehr beeindruckend. Aber leider war die Platte nie im offiziellen Handel, sondern wurde über einen Plattenclub (Concert Hall) vertrieben, was zur Folge hatte, daß sie weitgehend unbekannt geblieben ist. Das hat sie nicht verdient, und es ist erfreulich, daß sie bei dem Label BIDDULPH auf CD wieder zugänglich gemacht wurde. Da es eine Mono-Einspielung ist, wird sie wohl nur von den speziellen Freunden des Geigers goutiert werden.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

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    Weil wir schon in der Vergangenheit weilen: Diese Aufnahme aus den Sechzigern wurde stets damit beworben, daß es sich bei Josef Suk um den Urenkel von Antonin Dvorak handelte. Allerdings war es in jenen Tagen Wolfgang Schneiderhan Aufnahme mit den von ihm adaptierten "Beethoven" Kadenzen (für Deutsche Grammophon) die Furore machte. Sus Aufnahme für Supraphon unter Franz Konwitschny war weicher, eben "tschechisch" Das damalige Coverbild entsprach dem oben rechts. Das neuere (IMO hässlichere) stellt indes einen Link zu jpc dar, denn die Aufnahme ist trotz ihres Alter noch immer im Programm (STEREO)


    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Hallo Tristan,


    Vielen Dank, dass Du die Wiedergabe des VK von BEETHOVEN mit BRONISLAV GIMPEL doch noch gerettet hast.

    Ich verstehe trotzdem nicht, warum bei mir keine Abspielung erfolgt. Wenn ich bei youtube dieses Konzert in kompletter Laenge finde, den Link kopiere und dann in meinen Bericht einfuege, dann muesste dies doch funktionieren. In den meisten Faellen gibt es damit auch keine Probleme. Jedenfalls nochmals Dank fuer Deine Aufmerksamkeit.


    wok

  • Keine Ursache, wir vom Moderatorenteam helfen gerne!
    Einen Youtube-Link kannst du in der Tat einfach mit der gesamten Adresse aus der Adresszeile oben hier einfügen. Dann wird hier das Video angezeigt. Allerdings hattest du einen Google-Link, keinen Youtube-Link gesetzt. Ich füge das gerne hier nochmal ein:

    Beste Grüße von Tristan2511


    "Glaubt er, dass ich an seine elende Geige denke, wenn der Geist zu mir spricht?"

    (Beethoven zu Schuppanzigh)

  • Früher hat man -um Teures Geld - Ein einzelnes Werk auf Schallplatte erwerben müssen. wenn man es haben wollte. Heut wird einem -oft "zwangsweise"eine ganze Box mit sämtlichen Sinfonien geliefert. Zu einem Schnäppchenpreis. So im Konkreten Falle. Im Rahmen meiner ergänzung "legendärer" Aufnahmen wurde die hier gezeigte Gesaamtaufnahme aller Beethoven Sinfonen mit den New Yorkern Philharmonkern unter Leonard Bernstein mit Eigentum. Überraschend war allerdings die "Draufgabe": Beethovens Violinkonzert op 61 mit Isaak Stern als Solisten. Ich habe die Aufnahme erst heute Entdeckt und die Gelegenheit beim Schopf gepackt und sie mir angehört. Waas soll ich sagen: Eine hervorragende klangschöne Aufnahme alter schule. Ohne Mätzchen und Modernismen. Einfach gut und schön. Die Pauken sind eher dezent aufgenommen, als Kadenz jene "Standardkadenz" von Kreisler genommen die damals üblich war. Man musste nicht auffallen, bzw man fiel dadurch auf, daß die Aufnahme in glänzendem Stereo gemacht wurde, im schönen CBS Klang. Wir schreiben das Jahr 1959. Die Aufnahme wurde im St.George Hotel in Brooklyn, New York gemaxcht.


    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU