WILMS Johann Wilhelm - Die Sinfonien und Orchesterwerke

  • Johann Wilhelm Wilms: Sinfonie Nr 1 op 9 in C.dur.


    Der in Deutschland geborene, aber in den Niederlanden wirkende und dort auch verstorbene Komponist Johann Wilhem WILMS (1772-1847) hat uns 7 Sinfonien hinterlassen. und seine Karriere startete durchaus erfolgreich. Allerdings dürfte er ein eher schlechter Selbstvermarkter gewesen sein, denn auch in erfolgreichen Zeiten (sie dauerten etwa 20 Jahre) lebte er eigentlich vom Musikuterricht und "nebensächlichen" Tätigkeiten, er beklagte einmal Hummel gegenüber, er sei ein musikalischer Taglöhner. Aber kommen wir gleich zu seiner ersten Sinfonie, welche 1806 erstmals aufgeführt wurde. Die genauen Daten von Wilms' Sinfonien sind nicht dokumentiert, aber in etwa rekonstruirerbar.

    Das Werk hatte von Anbeginn großen Erfolg, sowohl beim Publikum,als auch den Kritikern


    "Es ist das erste größere Werk von Herrn Wilms. man darf wohl etwas ganz Ausgezeicnetes von einem Künstler erwarten, der so anfängt." (1806)


    "Dieser noch junge Komponiste voll Leben, Feuer und Anmut, wird seinen Rufr, wenn er wie seit einige Jahren fortarbeitet, bald überall verbreitet haben" (1806)


    Und nun fragt man sich, wie dieses Werk klingt

    Interessant ist, daß ich Eindrücke gewonnen habe, wo ich mich eigentlich nur Zurückhaltend äussern wollte.

    Ich empfand den Beginn des ersten Satzes sehr wuchtig und sehr an Beethovern erinnernd - zumindest ebenso auffällig wie bei Ries (komischerweise ist mir das beim Ersthören vor ca 10 Jahren nicht aufgefallen - oder ich habe es bereits wieder vergessen. Im weiteren Verlauf vermeinte ich, plötzlich in einer der spätens Sinfonien von Joseph Haydn zu sein. Nein - das schreibe ich bestimmt nicht, das vertägt sich nicht, ist unmöglich. Wenn ich das schreibe schadet das meiner Reputation. Wenngleich...Beethoven hatte ja zu Haydn ein gewisses Naherverhältnis. Also so ganz unmöglich wäre das auch wieder nicht.

    Plötzlioch finde ich im Booklet eine Stelle, daß die Zeitgenössische Kritik die Ähnlichkeiten mit Beethoven auch festgestellt haben - so falsch liege ich eigentlich nicht.

    Die Überraschung folgt drei Zeilen später. Auch die Haydn-Ähnlichkeit wird beschrieben - bis hin zu Zizaten . Und dann ein weiteres Statement über Wilms' Musiksprache, sie sei von einer eigenen Qualität, die man höre, aber die sich der Beschreibung entzieht. Und auch das habe ich festgestellt.

    Alles in allem ist die erste Sinfonie der "junjgen"(?) Komponisten -Wilms war damas bereits 34 !! ein klangschönes, eingängiges und temperamentvolles Stück, das einem eigenartig vertraut vorkommt - und dennoch origiginell ist.


    mfg aus Wien

    Alfred

    Wer Beethoven-Sinfonien fälscht oder gefälschte in Umlauf bringt, wird mit dem Anhören eines Endlosbandes aller Werke von Schönberg bestraft; von der Dauer 1 Woche bis zu 4 Wochen

  • Danke für die unermüdlichen Versuche, Johann Wilhelm Wilms wieder etwas mehr in den Vordergrund zu bringen.


    Soweit ich das überblicke, sind von seinen insgesamt sieben Symphonien mittlerweile sechs eingespielt, es fehlt lediglich Nr. 2 F-Dur op. 10.


    Zu der bereits gezeigten CD unter dem allseits bewähren Howard Griffiths mit den Symphonien Nr. 1 C-Dur op. 9 und Nr. 4 c-Moll op. 23 gesellen sich noch folgende Produktionen:


    Symphonien Nr. 3 Es-Dur op. 14, Nr. 4 c-Moll op. 23, Nr. 5 D-Dur op. 52 & Nr. 6 d-Moll op. 58

    Niederländisches Radio-Kammerorchester / Anthony Halstead

    Challenge, 2000-2002


    Symphonie Nr. 3 Es-Dur op. 14 (+ Klavierkonzert [Nr. 2] C-Dur op. 12 & Flötenkonzert D-Dur op. 24)
    Kölner Akademie / Michael Alexander Willens

    Ars, 2006


    Symphonien Nr. 6 d-Moll op. 58 & Nr. 7 c-Moll (keine Opuszahl)
    Concerto Köln

    Archiv, 2003

    Um die Wilms-Diskographie ist es also gar nicht mal so schlecht bestellt. Drei der Werke (Nr. 3, 4 & 6) gibt es sogar in jeweils zwei Einspielungen, was zu Vergleichen einlädt.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Johann Wilhelm Wilms: Sinfonie Nr 3 op 14


    Die Sinfonien op 14 wird allgemein als Sinfonie Nr 3 geführt, wegen der Opuszahl und em Datum, wo sie veröffenlticht wurde. Es gibt indes Hinweise darauf, daß sie sogar die erste Sinfonie sei, die Wilms komponiert hatte.

    Die Ursache für derlei Unklarheiten sind dem Verleger Hummel

    Ich habe sie heut gehört und ich wundere mich- fdaß sie mir nicht schon früher aufgefallen war (ich besitze die Cd seit einigen Jahren)

    Die Sinfonie ist nämlich schlechthin ein Hammer. Harmlos, sogar IMO ein wenig farblos beginnen blüht sie innerhalb von wenigen Minuten zu ihrer vollen schönheit auf, kräftig und klangvoll. sie klingt eindeutig nach Josepg Haydn, und zear nach einer sehr späten Sinfonie - was ohnedies in die Zeit passen würde. Sie unterlag aber auf grund ihrer späten Veröffentlichung Beethovens Sinfonien - ein Schicksal, das eine ganze Generation von Komponisten, bis weit nach Beethovens Tod mit ihm teilte. Persönlich vergeliche ich hier nicht mit Beethoven, weil Wilms eben einen anderen Weg ging. Wie wir gesehen haben sind die Sinfonien von Ferdinand Ries auch erst sehr spät wiederenteckt worden, nachdem sie fast 200 Jahre lang unbeachtet blieben.

    Wer also die Londoner Sinfonien Haydns mag, der wird vermutlich mit der hier vorgestellten Sinfonie seine helle Freude haben.


    Die Sätze:


    Adagio-Allegro

    Andante poco allegretto

    Menuetto

    Rondo -Allegro




    mfg aus Wien

    Alfred

    Wer Beethoven-Sinfonien fälscht oder gefälschte in Umlauf bringt, wird mit dem Anhören eines Endlosbandes aller Werke von Schönberg bestraft; von der Dauer 1 Woche bis zu 4 Wochen