Spiel: Meine drei Lieblings-Rolleninterpreten

  • Liebe Mit-Taminos,


    anlässlich des Osterfestes möchte ich gerne folgendes Spiel eröffnen und zum Mitmachen einladen.


    Das Spiel heißt: Meine drei Lieblings-Rolleninterpreten


    Konkretisierung: Es geht darum, dass jeder Tamino für jede beliebige Rolle seine drei Lieblingsinterpreten nennen kann, wenn er möchte.


    Spielregeln:


    1. Jeder Tamino darf jeden Tag nur eine Rolle in die Manege werfen und seine drei Lieblingsinterpreten in dieser Rolle nennen. Begründungen zu den Nominierungen sind ebenso gerne gesehen wie die Verlinkung von Aufnahmen, beides ist aber keine Bedingung.


    2. Darüber hinaus darf jeder Tamino bei jeder hier bereits ins Spiel gebrachten Rolle seine eigenen persönlichen Lieblingsinterpreten dagegensetzen. Dabei muss man nicht die Auswahl des anderen kritisieren, sondern sollte lieber positiv für seine Lieblinge werben, indem man deren Vorzüge hervorhebt


    Eigentlich gar nicht so schwierig, oder?


    Nachtrag: Neue Regel ab 1. Mai: Jeder Mitspieler kann zwar weiterhin an jedem Spieltag eine neue Rolle ins Spiel einbringen, muss aber zwischen zwei Neu-Einbringungen auch seine Lieblingsrolleninterpreten zu mindestens einer von einem anderen Mitspieler ins Spiel gebrachten Rolle angeben, um danach selbst wieder dran sein zu dürfen.

    (Diese neue Zusatzregel soll verhindern, dass ein Mitspieler sich ausschließlich mit seinen selbsteingebrachten Rollen am Spiel beteiligt.)



    Ich beginne gleich mit einer Rolle, die für mich von entscheidender Bedeutung für meine Liebe zum Genre Oper wurde. Morgen führe ich dann die nächste Rolle ein. Sollte heute schon ein Mitspieler eine andere Rolle einführen, werde ich vielleicht meine Lieblinge in dieser Rolle dagegensetzen. :hello:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

    Einmal editiert, zuletzt von Stimmenliebhaber ()

  • Ich beginne mit dem Wolfram in Richard Wagners Großer romantischer Oper "Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg".


    1. Dietrich Fischer-Dieskau

    2. Siegfried Lorenz

    3. Herbert Janssen


    Das Schöne ist in diesem Fall, dass ich mir gar keine Arbeit mehr mit der Begründung und der Verlinkung von Aufnahmen machen muss, weil ich dazu einfach auf einen früheren Beitrag von mir in diesem Forum verweisen kann. :D


    Wie Todesahnung...Welcher Sänger hinterließ als Wolfram den nachhaltigsten Eindruck?

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Kurzer Nachtrag zum korrekten Namen der Rolle. Die Rolle, mit der sich das Spiel eröffnet habe, heißt laut Wagner-Handbuch von 2012/2013 in den unterschiedlichen Fassungen verschieden:


    Dresdner Fassung: Wolfram von Eschinbach

    Pariser Fassung: Wolfram

    Wiener Fassung: Wolfram von Eschenbach


    Obwohl ich die revidierte Dresdner Fassung (mit Wiederauftritt der Venus) präferiere, habe ich mich jetzt trotzdem für die Rollenbezeichnung "Wolfram" entschieden, weil das sozusagen die Schnittmenge der unterschiedlichen Fassungen ist bzw. das Hauptwort, um den Namen von allen anderen Rollennmane klar zu unterscheiden. Aber das ist nur eine Randbemerkung.


    Nun jeder, der möchte, seine Wolfram-Lieblinge dagegesetzen oder aber eine neue Rolle ins Spiel bringen. :hello:


    Ein paar im Handel erhältliche Aufnahmen mit meinen 3 genannten Wolfram-Lieblingen kann ich ja doch noch verlinken:



    Da es die Suitner-Aufnahme mit Siegfried Lorenz als Wolfram derzeit bei jpc nicht gibt, muss ich hier auf Youtube verweise. Die Videos sind in meinem im Vorbeitrag verlinkten früheren Beitrag vom Dezember 2018 verlinkt.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Lieber Stimmenliebhaber

    ein reizvolles Spiel und eine animierende Gelegenheit und Aufforderung zur Diskussion. Danke. Du hast es bestimmt schon erraten. Als Rolle wählte ich den Hagen aus der Götterdämmerung und wählte als Interpreten:

    Hagen:

    Gottlob Frick

    Fritz Hübner

    Josef Greindl


    (dazu setzen könnte man noch Matti Salminen, Ivar Andresen und Ludwig Hofmann) Als Beleg führe ich die Münchner Aufnahme unter Knappertsbusch un der Ring unter Solti an)


    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Lieber "Operus",


    schön, dass du dich hier nach deiner längeren Forumsabstinenz hier am Spiel beteiligst. :jubel:



    Lieber Stimmenliebhaber

    ein reizvolles Spiel und eine animierende Gelegenheit und Aufforderung zur Diskussion. Danke. Du hast es bestimmt schon erraten. Als Rolle wählte ich den Hagen aus der Götterdämmerung

    Dass du als erste Rolle Wagners Hagen ins Spiel wirfst, ist in der Tat nicht überraschend! ^^

    Hagen:

    Gottlob Frick

    Fritz Hübner

    Josef Greindl


    Auch dass Gottlob Frick deine Nummer 1 in der Rolle ist, ist nicht überraschend.


    Mein vorletzter Beitrag in meiner Dresdner Besetzungsrubrik war übrigens eine Auflistung der Mitwirkenden, deren Name mit F beginnt. Da ist natürlich auch Gottlob Frick dabei und da kannst dort relativ schnell überblicken, in welchen Rollen er mir bei meinen Dresdner Besetzungsrecherchen bereits über den Weg gelaufen ist:


    Besetzungen ausgewählter Dresdner Inszenierungen


    (dazu setzen könnte man noch Matti Salminen, Ivar Andresen und Ludwig Hofmann

    Ja, das könnte man - wenn die Spielregeln nicht eine Beschränkung auf drei Lieblingsinterpreten pro Rolle vorschreiben würden. ;):hello:


    Hier noch deine angeführten "Belege":


    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Ich nenne drei Sänger für den unglücklichen Wolfram, die ich alle live gehört habe. Sie sind - wie die Regeln des Spiels es erlauben - ausdrücklich nicht gegen die bereits genannten Interpreten gesetzt.


    • Markus Brück an der Deutschen Oper: Oft, sehr oft, bin ich in der Harms-Inszenierung gewesen. Markus Brück war einfach immer gut. Eine sichere Bank als Sänger, ein beeindruckender Darsteller. Sein Schrecken am Schluß, wenn sich Elisabeth regt und in Venus verwandelt, sein Versuch, die Frau mit dem Laken zuzudecken, die Tote doch noch in Besitz zu nehmen, begeistert mich jedesmal. Die Vorstellung am 10. Mai, für die ich eine Karte habe, werde ich wohl leider abschreiben müssen.
    • Peter Mattei, den ich im Schillertheater gesehen habe. Exemplarisch gut gesungen. Daß René Pape den Landgrafen und Peter Seiffert den Tannhäuser sang, machte das Glück komplett.
    • Christian Gerhaher, Wien, in der Guth-Inszenierung. Sehr liedhaft. Mir hat sein Wolfram-Interview im wagnerspectrum sehr viel gegeben.

    ..., eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.
    -- Aydan Özoğuz

  • Dann möchte ich gerne meine drei Lingsinterpreten des Hagen dagegensetzen, wobei der Unterschied zu den von "Operus" Genannten nicht sehr groß ist:


    1. Matti Salminen

    2. Gottlob Frick

    3. Fritz Hübner


    Matti Salminen ist für mich die Inkarnation des Hagen. Meine erste Aufnahme der "Götterdämmerung" war die Dresdner Studioeinspielung unter Marek Janowski, da beeindruckte er mich zutiefst. Aber auch in den als Video dokumentierten so unterschiedlichen "Ringen" aus München (Lehnhoff) und aus der New Yorker MET (Schenk) ist er ein sehr eindrucksvoller Hagen. Zudem ist er mit Abstand mein häufigster live erlebter Hagen, zumeist im Friedrich-Tunnel-"Ring" an der Deutschen Oper Berlin, aber auch ein Mal an der Semperoper Dresden. Aber die Anzahl meiner Hagen-Salminen-Live-Erlebnisse ist auf jeden Fall zweistellig. Es sind besondere Abende in meinen Operngängererinnerungen.


    Hier kann man Matti Salminen als Hagen hören und sehen:





    Die beiden anderen von mir Genannten habe ich leider nicht mehr live erlebt, Hübner zwar noch u.a. als Daland und Rocco, aber eben nicht mehr als Hagen, Frick sowieso nicht mehr. Ich bedauere sehr, dass ich Fritz Hübner in seiner Paraderolle als Hagen nicht mehr live erleben konnte. In der Aufzeichnung des Bayreuther Cherau-"Rings" ist er sehr überzeugend. Hier die Mannenszene aus dem 2. Akt:



    Und hier noch der Wachtgesang aus dem Leipziger Herz-"Ring":



    Gottob Frick lernte ich (auf Schallplatte) eher in anderen Rollen kennen: als Daland, Landgraf, van Bett und König Philipp. Mit seinem Hagen tat ich mich zuerst etwas schwer, weil ich ihn in dieser Rolle im technisch so "frisierten" Solti-"Ring" kennen lernte und da wirkte er auf mich irgendwie gehemmt, die Urwucht eines Salminen oder Hübner fehlte mir. Dann lernte ich den Münchner Mitschnitt unter Kna sowie die Studioaufnahmen der beiden großen Hagen-Szenen unter Kowitschny kennen und war begeistert - das geht nicht besser! Dennoch: Aus besagte Gründen landet er in meiner persönlichen Hagen-Rezeption "nur" auf Platz 3 (auf Platz 4 würde bei mir Ivar Andresen aufgrund des Eindrucks seiner Studio-Szenen kommen):








    :jubel::hello:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

    Einmal editiert, zuletzt von Stimmenliebhaber ()

  • Peter Mattei, den ich im Schillertheater gesehen habe.

    Ja, da hatte ich ihn 2014 auch 2x, wirklich Klasse - er wäre auf alle Fälle der vierte Lieblinsginterpret, den ich in diesr Rolle genannt hätte. :yes:

    Christian Gerhaher, Wien

    Ich habe ich 2010 in London als Wolfram live erlebt. :stumm:


    Wenn du magst, kannst du dir ihn heute abend nochmal im Fernsehen in dieser Rolle ansehen. ARD alpha überträgt ab 22 Uhr die Münchner Produktion von Catellucci unter Petrenko mit Vogt, Harteros und Gerhaher. Ich könnte ja noch etwas zu ihm sagen, aber die Spielregeln... :stumm:

    Vielleicht sagst du ja noch etwas, falls du es dir heute Abend tatsächlich ansiehst? ;):hello:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Als Wolfram ist meine Nr. 1 Eberhard Wächter, dessen markante Gestaltung mir noch immer präsent ist.

    Daher ist Christian Gerhaher viel zu liedhaft, bzw. konturlos und läuft daher bei mir unter ferner liefen.


    Erich

    Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachen.

  • Als Wolfram ist meine Nr. 1 Eberhard Wächter, dessen markante Gestaltung mir noch immer präsent ist.

    Das ist völlig legitim und diese Nennung fließt in die Wertung ein, auch wenn du wie jeder andere die Möglichkeit gehabt hättest, drei Lieblingsinterpreten des Wolfram zu nennen, siehe hier unter Spielegeln in Beitrag 1 dieser Rubrik:


    1. Jeder Tamino darf jeden Tag nur eine Rolle in die Manege werfen und seine drei Lieblingsinterpreten in dieser Rolle nennen. Begründungen zu den Nominierungen sind ebenso gerne gesehen wie die Verlinkung von Aufnahmen, beides ist aber keine Bedingung.


    Aber wenn du nur einen hast, geht das natürlich auch. Wächter ist also gewertet. (Weniger geht immer, nur mehr als die vorgegebenen drei wäre halt ungültig.)

    Daher ist Christian Gerhaher viel zu liedhaft, bzw. konturlos und läuft daher bei mir unter ferner liefen.

    Auch wenn ich deine Kritik an Gerhahers Wolfram teile, wenn auch aus anderen Gründen (Liedhaftigkeit muss nicht automatisch Konturlosigkeit bedeuten, wie man an den drei von mir Nominierten sieht, die alle bedeutende Liedersänger waren. Gerhaher singt auch viele Lieder, aber irgendwie ganz anders als traditionell "liedhaft", aber das ist ein anderes Thema und würde diese Rubrik sprengen), muss ich noch einmal auf die von mir aufgestellten Forenregeln hinweisen:


    Dabei muss man nicht die Auswahl des anderen kritisieren, sondern sollte lieber positiv für seine Lieblinge werben, indem man deren Vorzüge hervorhebt

    Ich bitte noch einmal alle Mitspieler, dies zukünftig zu beachten. Vielen Dank! :hello:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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  • Auch wenn es diese Rubrik noch keine fünf Stunden gibt, folgt jetzt eine Zusammenfassung des 1. Spieltages (12.4.):


    Bisherige Mitspieler: 4


    Bisher eingebrachte Rollen: 2 (Wolfram, Hagen)


    Anzahl der Wertungen: Wolfram - 3 Wertungen, Hagen - 2 Wertungen


    Zwischenergebnisse:


    Wolfram: Markus Brück (1), Dietrich-Fischer Dieskau (1), Christian Gerhaher (1), Herbert Janssen (1), Siegfried Lorenz (1), Peter Mattei (1), Eberhard Wächter (1)


    Hagen: Gottlob Frick (2), Fritz Hübner (2), Josef Greindl (1), Matti Salminen (1)

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Ein neuer Tag (Ostermontag) ist angebrochen und ich möchte eine neue Rolle ins Spiel einführen - nach einer Bariton-Rolle und einer Bass-Rolle kommt jetzt eine Tenor-Rolle, und zwar nicht irgendeine, sondern die, welche diesem Forum ihren Namen gab.


    Also hier meine drei Lieblingsinterpreten des Tamino in der "Zauberflöte" (Mozart):


    1. Peter Schreier

    2. Fritz Wunderlich

    3. Michael Rabsilber


    Die Nennung der ersten beiden muss ich eigentlich nicht begründen (im Gegensatz zum dritten), höchstens die Reihenfolge.


    Warum steht bei mir also Schreier an Nr. 1 und Wunderlich "nur" an Nr. 2?


    Zum Ersten: Durch Schreier habe ich diese Rolle überhaupt kennen gelernt, und zwar durch die Gesamtaufnahme unter Colin Davis.

    Zum Zweiten: Schreier habe ich als Tamino noch mehrfach live erlebt, Wunderlich nicht.

    Zu Dritten: Wunderlich singt das bei Böhm ziemlich ideal und strahlend, aber ein reiner Strahlemann ist Tamino meines Erachtens nicht, sondern viel eher ein Intellektueller, ein Zweifler, ein Gehemmter, der nicht so spontan und natürlich fühlen und reagieren kann wie zum Beispiel Papageno. Diese Dimension, diese Distanz, diesen Unterschied zwischen Tamino und Papageno macht Schreier meines Erachten viel deutlicher als Wunderlich, der das grandios singt, aber auch nicht viel anders als etwa bei seinem deutschsprachigen Pinkterton. Da fehlt mir in dieser Rolle eine Dimension! Der typischere und letztlich prägendere Tamino ist für mich also ganz klar Schreier.


    Nach dem das geklärt ist, wird vielleicht auch die dritte Nominierung klarer: Michael Rabsilber war in der ersten Kupfer-Inszenierung des Werkes an der Komischen Oper Berlin (1986 bis 1998) mein eindrücklichster Tamino, der das Zwielichtige und Widersprüchliche der Rolle am beklemmensten herüber brachte. Rein stimmlich hätte ich eher Peter Seiffert auf Nummer 3 platzieren müssen, aber Rabsilber war ein ganz genuiner Mozart-Tenor, der nicht nur sehr lyrisch (mit wunderbaren Diminuendos) und sehr textverständlich singen konnte, sondern auch das Zerrissene und Gebrochene der Rolle, den beinahe negativen Antihelden, sehr glaubhaft spielte. Insofern gehört er zu meinen 3 Lieblingsinterpreten in dieser Rolle ganz klar dazu, zumal ich die Dialoge des Tamino von keinem anderen Interpreten je überzeugender gehört habe, und die gehören auch zur Rolle dazu, ergeben quantitativ sogar mehr Rollenanteil als beide Arien zusammen.


    Da meine prägende Schreier-Aufnahme unter Colin David bei jpc aktuell nicht verfügbar zu sein scheint, verlinke ich einige andere mit ihm als Tamino:



    Und hier die berühmte Wunderlich-Böhm-Aufnahme von 1964:



    Von Michael Rabsilber findet sich zumindest die Bildnis-Arie bei Youtube



    Und nun bin ich gespannt auf die Lieblingsinterpreten der Rolle des Tamino von den anderen Taminos. ^^:hello:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Interessantes Spiel, aber für mich gar nicht so leicht.

    Man sollte eine Oper schon sehr gut kennen, im besten Fall verschiedenste Interpreten auch live gesehen haben. Mir persönlich liegt es außerdem nicht besonders, Interpreten gegeneinander abzuwägen oder gar auszuspielen. Ich bin von einer Interpretation entweder berührt oder eben nicht. Da ist es schwer zu sagen, diese oder jene sei besser.

    Dennoch reizt es mich, verschiedene Interpreten in einer Rolle zu vergleichen und selbstverständlich halte ich mich an die Spielregeln.


    Die Rolle, die ich einbringen möchte, ist Dick Johnson aus der Oper "La fanciulla del west" von Giacomo Puccini, für mich ein echtes Kunstwerk! Ich mag halt Western genauso gerne wie Oper, daher meine Affinität zu dieser "Pferdeoper"8o!

    Viele denken dabei vielleicht zuerst an Franco Corelli und Mario del Monaco, die auch beide gut sind (siehe unten). In neuerer Zeit vielleicht an Jonas Kaufmann. Meine Reihung ist aber eher ungewöhnlich:


    1. Franco Bonisolli

    2. Waldemar Kmentt

    3. Jose Cura


    Begründung: Bonisolli (ich habe einen perfekten Live-Mitschnitt aus Wien 1976, siehe Video) vereinbart das Aussehen und die nötige Stimmgewalt, die in "Or son sei mesi" und "Ch'ella mi creda" gefordert ist mit wunderbaren lyrischen Passagen in den Duetten mit Carol Neblett. Der stimmliche Glanz und das bruchlose Singen verschwanden bei Bonisolli m. E. in den 80er-Jahren leider weitgehend und er entwickelte sich zum reinen Höhenritter. Ich habe in den 80er-Jahren Mitschnitte aus Hamburg gehört, wo er, glaube ich, noch relativ viele Rollendebüts gab, die ich lieber nicht gehört hätte. Schade um dieses Stimmmaterial, das bei dieser "Fanciulla" (Bonisolli zwei Tage vor seinem 39. Geburtstag) voll intakt ist.


    Kmentt hat die Partie nie live gesungen. Aber diese Radioeinspielung vom Dezember 1958 überzeugt mich sehr. Ich kann mir nicht vorstellen, dass für solche Aufnahmen sehr viel Zeit aufgewendet wurde. Kmentt (damals 29) scheint aber top vorbereitet zu sein und übermittelt über das Radiogerät tiefe, ehrliche Emotionen. Natürlich nähert er sich der Rolle von der rein lyrischen Seite. Aber warum nicht? Sensibler Jüngling, statt rauer Desperado! Dick ist ja tatsächlich ein vermutlich noch sehr junger Mann, der von seinem Vater eine Räuberbande geerbt hat und unter diesem Erbe leidet.

    Giacomo Puccini: La Fanciulla del West (in dt.Spr.) (2 CDs) – jpc


    Cura ist das genaue Gegenteil. Er ist der einzige Sänger, den ich in dieser Rolle auf der Bühne erleben durfte (2004 in Zürich, Cura 41 Jahre alt). Und er hat sie gut gestaltet. Auf der Bühne war er damals eine Urgewalt, die Inszenierung war einwandfrei und singen konnte er auch noch. Diesmal ist Dick eben ein echter Westernheld! Im Video eine Vorstellung aus der Serie:


    Kurios, aber schon recht beeindruckend:


    Abschließend noch ein Gedankenexperiment: Gäbe es eine Zeitmaschine und man könnte sich zu einem Ereignis beamen, dann würde ich sehr gerne bei der Premiere von "Fanciulla" in New York dabei gewesen sein. Mit Enrico Caruso als Dick Johnson, Arturo Toscanini am Dirigentenpult und Giacomo Puccini im Publikum.

  • Lieber "greghauser2002", herzlich willkommen im Spiel und danke für deinen ersten so überaus fundierten Beitrag. Sehr oft habe die die "Fanciulla" noch nicht live erlebt und so könnte es sein, dass ich gar nicht drei Lieblingsinterpreten zusammenbekomme. Vor ein paar Tagen habe ich den MET-Stream mit Deborah Voigt, Marcello Giordani und Lucio Gallo gesehen und weiß demnach schon mal, wer nciht mein Lieblingsinterpret in dieser Rolle ist...


    Als meine Lieblingsinterpreten für den Dick Johnson nenne ich:


    1. Plácido Domingo (durch ihn habe ich die Rolle auf Schalplatte kennen gelernt)

    und

    2. Josè Cura (er hat mich live in diesr Rolle am meisten überzeugt, das war im Herbst 2006 an der Deutschen Oper Berlin)


    Platz 3 bleibt unbesetzt.


    Meine erste und dadurch prägende "Fanciulla"-Aufnahme war diese:



    Würdest du, lieber "greghauser2002", denn auch noch, ohne größeren Aufwand, deine Lieblingsinterpreten in den bereits ins Spiel geworfenen Rollen Wolfram, Hagen und Tamino ins Spiel werfen wollen? Das wäre schön. :yes::hello:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Gerne hier also meine drei Lieblingsinterpreten des Tamino.

    Ich muss aber gestehen, dass ich wahrlich kein Mozart-Experte bin (übrigens auch kein wirklicher Wagnerianer, daher muss ich leider bei Wolfram und Hagen passen).


    1. Fritz Wunderlich - ich denke, er ist in dieser Rolle das Maß aller Dinge. Trotz der interessanten Ausführungen von "Stimmenliebhaber" zum Thema, glaube ich, dass die meisten Opernfreunde weltweit dies wohl bestätigen würden. Man braucht nur einmal seine "Bildnis"-Arie zu hören.


    2. Josef Köstlinger - da ich ihn persönlich gut kenne, nehme ich ihn natürlich in diese Liste auf. Aber nicht nur deswegen. Der Opernexperte Ingmar Bergman hat ihn nicht umsonst für seine Verfilmung ausgewählt (unter Trollfljöten ist der ganze Film in YouTube). Er hätte jeden anderen auch haben können!. Köstlinger ist ein toller Schauspieler und seine Stimme war damals ebenfalls ausgezeichnet. Vom Erscheinungsbild passt er ohnehin perfekt. Er hat diese Rolle später auch auf der Bühne interpretiert (Salzburger Landestheater).


    3. Ernst Kozub - mehrere Male habe ich gehört, dass unter Tenören die Regel gilt: der Tamino ist die Vorstufe zum Lohengrin. Es gibt also auch einen anderen Zugang zu dieser Rolle als den rein lyrischen. Daher hätte ich gern Ernst Kozub in dieser Rolle erlebt, dessen Stimme mich generell sehr beeindruckt. Ein bisschen Metall steht der Rolle doch auch ganz gut zu Gesicht, oder?

  • Lieber "greghauser2002", sei bedankt, dass du dich zumindest bei Tamino hast aus der Reserve locken lassen.

    In die Kozub-Aufnahme muss ich mal reinhören. Als er noch an der Komischen Oper Berlin engagiert war, durfte er in Felsensteins "Zauberflöte" nicht den Taminon singen, sondern sang den Ersten Geharnischten.


    der Tamino ist die Vorstufe zum Lohengrin

    Das werden viele Sänger so sehen, das war zum Beispiel bei Peter Seiffert so, übrigens auch beim von mir benannten Tamino-Rollen-Liebling Michael Rabsilber, und es wäre wahrscheinlich auch bei Fritz Wunderlich so geworden. Bei Peter Schreier war es natürlich nicht so und es ist ein bissl die Frage, wem diese "Regel zu Nutze" ist? Den Sängern ganz bestimmt, aber auch der Mozart-Rolle selbst? Je nun, hier soll ja eigentlich nicht der Ort für Diskussionen sein, insofern nur nochmals Dank für dein Voting bezüglich der Mozart-Rolle Tamino. :hello:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Ein bisschen Metall steht der Rolle doch auch ganz gut zu Gesicht, oder?

    Das finde ich auch.

    Obwohl ich der Zauberflöte nicht sehr eng verbunden bin, nenne ich drei Taminos, von denen ich aber nur anderthalb live gesehen habe:


    • Peter Schreier - an der Berliner Staatsoper gesehen
    • Charles Castronovo - hat mir in der Übertragung aus der Met ausgesprochen gut gefallen. Er hat dieses Element der Gefährlichkeit in der Stimme, das ich bei Tenören ausgesprochen anziehend finde.
    • Rudolf Schock - kenne ich als Tamino nur von YT, aber da ich seine Stimme mag, gefällt er mir eben auch dort

    ..., eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.
    -- Aydan Özoğuz

  • übrigens auch beim von mir benannten Tamino-Rollen-Liebling Michael Rabsilber,

    den ich als Lohengrin in Gera bewundern durfte!


    Ich möchte die Rolle des Kaisers aus der "Frau ohne Schatten" angeben. Ich habe diese Oper nur 2x live erlebt, beide Male in der Semperoper. Und dabei bei der 2. gesehenen Aufführung das Glück gehabt zu haben, ihn zu erleben:


    Johan Botha


    Er war wohl der beste Tenor, den ich live erleben durfte. Seine Strahlkraft, sein Ausdruck in der Falknerszene, aber auch schon beim ersten Auftritt, aber besonders in den letzten ca. 20 min. bei der Versöhnung beider Paare mit der wahnsinnigen Schlußapotheose des Orchesters haben bei mir zu dem Höchsten geführt, was mir Musik geben kann, nämlich dem Eintritt in das Gefühl des Schwebens. Ich weiß nicht, ob das jemand kennt oder einfach nur darüber schmunzelt. Wenn auch die Darstellungskraft Bothas in ähnlichen Regionen wie die Pavarottis anzusiedeln ist, so hat er bei mir einen ungeheuren Eindruck hinterlassen. Ich glaube, er war auch nur in dieser Rolle an der Semperoper zu erleben, sonst hätte ich mir Karten besorgt. In dieser Inszenierung war seine Partnerin die damals noch extrem gute Cheryl Studer. Übrigens war in der anderen von mir erlebten Vorstellung Heinz Kruse der Kaiser. Der stimmliche Unterschied zu Botha war gewaltig.

    Allerdings muß ich sagen, daß neben mir eine ältere Dresdenerin saß, welche über die Inszenierung nicht genug schimpfen konnte. Sie hatte märchenhafte Erinnerungen.

    Übrigens war an diesem trüben Tag unvergeßlich, daß wir auf dem Parkplatz der Semperoper (der damals noch geöffnet war) im Auto auf die Theateröffnung warteten, und plötzlich kam Botha in seinem unverwechselbaren watschelnden Gang um die Ecke der Hofkirche, schon tief in Gedanken versunken.


    Alle anderen Inszenierungen incl. der DVD mit Thomas Moser (und auch Cheryl Studer) im TV haben mich nicht berührt.


    Herzlichst La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Hallo "La Roche", herzlich willkommen im Spiel. Schön, dass du die Rolle des Kaisers in der "Frau ohne Schatten" hier aufgeführt hast. Ist das richtig, dass du dafür nur Botha nennen willst und auf die beiden anderen möglichen Nennungen verzichtest?


    Ich war ja (angesehen von einem frühen Canio an der Komischen Oper Berlin) immer sehr angetan von Botha, habe ih als Graf Rudolph in "Silvana" konzertant sowie szenisch u.a. als Florestan, Tannhäuser, Lohengrin, Stolzing, Radames, Otello, Cavaradossi und sich auch noch in weiteren Rollen erlebt. Von Richard Strauss war nur ein ganz hervorragender Bacchus in Haburg dabei, aber als Kaiser habe ich Botha leider nicht live erlebt, nur im Fernsehen aus München.



    Übrigens war in der anderen von mir erlebten Vorstellung Heinz Kruse der Kaiser. Der stimmliche Unterschied zu Botha war gewaltig.


    Das kann und will ich gar nicht bestreiten, weil ich Botha nicht gesehen habe. Ich habe in Dresden nur Kruse in der Rolle erlebt und er hat mir wirklich gut gefallen, eigentlich besser als alle, die ich in Berlin als Kaiser erlebt habe (vorrangig Moser und Keyes), von Hamilton in Athen ganz zu schweigen - also für mich ist Heinz Kruse bislang mein bester live erlebter Kaiser, was sicher auch daran liegt, dass ich Botha verpasst habe, aber ich wüsste nicht, was ich damals über Kruse hätte meckern sollen.


    Und hier meine drei Kaiser-Nominierungen:


    - Hans Hopf

    - Klaus König

    - Heinz Kruse


    Mein unangefochtener Favorit auf CD ist in dieser Rolle ganz klar Hans Hopf, und zwar in der frühen Studio-Aufnahme aus Wien. Leider scheint die bei jpc gerade vergriffen zu sein, daher kann ich nur eine Live-Aufnahme verlinken, bei der es Hopf sogar aufs Cover geschafft hat, aber dort singt Ludwig Weber de Barak und nicht der unvergleichliche Paul Schöffler, ansonsten scheint mir die Besetzung weitgehend identisch:



    Klaus König habe noch in vielen großen Grollen live erlebt, unter anderem als grandiosen Bacchus - als Kaiser habe ich ihn leider nicht (mehr) live erlebt, kenne aber eine Aufnahme aus Barcelona von 1986 und eine sehr gute Falknerhausszene.





    Heinz Kruse war wie gesagt mein bester live erlebter Kaiser, daher hat er eine meiner drei Nominierungen verdient.


    Eine Aufnahme von ihm in dieser Rolle kann ich leider nicht beisteuern, aber stattdessen hier sein David aus Hamburg 1986 - neben Klaus König als Stolzing:


    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Kurzer Zwischenstand zur "Halbzeit" des 2. Spieltages:


    Aktuell sind folgende Rollen im Spiel:

    - Wolfram ("Tannhäuser")

    - Hagen ("Götterdämmerung")

    - Tamino ("Die Zauberflöte")

    - Dick Johnson ("La fanciulla del West")

    - Kaiser ("Die Frau ohne Schatten")


    Zu diesen fünf Rollen kann jeder noch seine Lieblingsinterpreten beisteuern, die das noch nicht getan haben.


    Und alle außer "greghauser2002", "La Roche" und mir können heute noch eine neue Rolle ins Spiel einbringen. (Nur wir drei nicht, weil wir heute schon eine neue Rolle eingebracht haben.)


    Das Interesse an Frauenrollen hält sich ja hier noch in sehr engen Grenzen... ;):hello:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

    Einmal editiert, zuletzt von Stimmenliebhaber () aus folgendem Grund: Rechtschreibkorrekturen

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  • Lieber Stimmenliebhaber,


    ich will ja keine Genderdebatte starten und gehe mal davon aus, dass Lieblings-Rolleninterpreten auch weibliche Rollen umfasst. Mir fallen nämlich komischerweise mehr Sängerinnen als Sänger ein


    Da hätte ich die Manon (Massenet!) vorzuschlagen, die ich ich auf der Bühne mit fünf verschiedenen (und sehr unterschiedlichen) Sängerinnen erlebt habe, und nur die will ich beurteilen. Seltsam, aber die hochbegabte und hochgelobte Ruth Ann Swenson hat mir gar nicht gefallen.


    Platz 1 (nach 20 Jahren immer noch) Alexandra von der Weth


    Platz 2 Patricia Petibon


    Platz 3 Elsa Dreisig (keine Vergleichsaufnahme gefunden)

    Orfeo wünscht euch allen, dass ihr gesund bleibt

  • Johan Botha

    Er war wohl der beste Tenor, den ich live erleben durfte. Seine Strahlkraft, sein Ausdruck in der Falknerszene, aber auch schon beim ersten Auftritt, aber besonders in den letzten ca. 20 min. bei der Versöhnung beider Paare mit der wahnsinnigen Schlußapotheose des Orchesters haben bei mir zu dem Höchsten geführt, was mir Musik geben kann, nämlich dem Eintritt in das Gefühl des Schwebens. Ich weiß nicht, ob das jemand kennt oder einfach nur darüber schmunzelt.

    Ich schmunzle nicht, ich lächle. Du hast sehr schön beschrieben, wie es hoffentlich schon vielen von uns im Opernhaus ergangen ist!

  • In der kurzen Kaffeepause, die ich vom Zaren Saltan mache, greife ich die Anregung auf, eine Frauenrolle einzubringen: Elsa im Lohengrin.

    Da man nicht zehn Sängerinnen, die man schätzt, nennen darf, werden es drei, die ich alle live gesehen habe:


    • Annette Dasch - in Berlin an der Seite von Peter Seiffert. Mädchenhaft, trotzig, durchaus gerissen - sie hat ein tolles Porträt der Elsa geliefert. Kommt noch hinzu, daß Seiffert einfach großartig war und beide an diesem Abend ein umjubeltes Heimspiel an der DOB hatten. In München habe ich sie mit Jonas Kaufmann ebenfalls gesehen.
    • Rachel Willis-Sørensen - in Berlin mit Michael Weinius gesehen. Sie gab eine herrlich weibliche Elsa, wahrhaft verführerisch!
    • Sally du Randt - in Augsburg mit Gerhard Siegel als Lohengrin (ja, wirklich!) gesehen. Sehr beeindruckend, sehr innerlich.


    Ich füge noch den Trailer der Oper Augsburg an, wo man du Randt wenigstens kurz sehen kann.


    ..., eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.
    -- Aydan Özoğuz

  • Wenn ich mich hier schon einbringe und mitmache, dann wird wohl jeder, der mich hier inzwischen kennt nichts anderes erwarten,

    als daß ich meine Lieblingsoper "La Bohéme" ins Spiel bringe. Und wie könnte es da anders sein, die Partie des Rodolfo.

    Mit weitem, weitem Abstand zu allen anderen...

    1. Luciano Pavarotti

    Was soll ich da noch erklären, was begründen, hierzu ist von mir und vielen anderen schon so viel gesagt worden.

    Ich beschränke mich da auf ein Zitat, eines mir bekannten Tenors, der da sagte - Bohéme, Bohéme..., das macht ihm keiner nach!

    Etwas im Scherz sage ich - Puccini muß eine Vision gehabt haben, er hat geahnt, daß es später mal diesen Tenor Pavarotti gibt,

    für ihn hat er diese Partie komponiert.

    2. Ruggiero Orofino

    Ihn habe ich seinerzeit viele, viele Male in der Deutschen Staatsoper Berlin erlebt.

    Mit ihm habe ich überhaupt meine erste Bohéme live auf einer Bühne erlebt. Die Begeisterung und Faszination war sofort da und hat sich gehalten.

    3. Einen dritten Platz zu benennen, fällt mir schwer. Es gibt viele weitere gute Tenöre, die ich als Rodolfo mag und sehr schätze, wie da wären...

    Gianni Raimondi, Neil Shikov, Peter Dvorsky und, und, und...


    CHRISSY

    Jegliches hat seine Zeit...

  • Ich bringe ins Spiel die Salome aus gleichnamiger Oper von Richard Strauss.


    1. Ljuba Welitsch (unerreicht; Salome des Jahrhunderts steht zurecht auf ihrem Grabstein)

    2. Inga Nielsen (kommt der Welitsch schon nahe; für mich die Beste der letzten Jahrzehnte)

    3. Teresa Stratas (in Verbindung mit der tollen Verfilmung vom Götz Friedrich frappierend)

    Eine Salome darf nicht ältlich klingen, deswegen kommen für mich manch andere der üblichen Verdächtigen nicht in Frage.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Lieber "Chrissy", herzlich willkommen im Spiel. Du hast die Rolle des Rodolfo aus Puccinis Oper "La Bohème" ins Spiel gebracht. Deinem Beitrag entnehme ich, dass du nur zwei von drei möglichen Rollenlieblingen benennst.


    Die drei Rodolfos, die ich nenne sind:


    1. Jussi Björling

    2. Luciano Pavarotti

    3. Günter Neumann


    Jussi Björling bildet für mich zusammen mit Victoria de los Angeles das Traumpaar Rodolfo - Mimì der Plattengeschichte schlechthin.



    Nur knapp dahinter rangiert für mich die wirklich ebenfalls sehr gelungene Karajan-Aufnahme mit Freni und Pavarotti:



    Platz 3 gebührt meinem packendsten Live-Rodolfo Günter Neumann, deutschsprachig in der Kupfer-Inszenierung an der Komischen Oper Berlin. Ich habe die Rolle von Leuten wie Neil Shicoff sicherlich besser gesungen gehört, aber nie so intensiv und so bewegend erlebt wie von Günter Neumann.



    Ich habe in dieser Inszenierung, die ich insgesamt 30 Mal gesehen habe, sicher auch 3-4 andere Rodolfos erlebt (Spiewok, George, van der Plas), aber keiner konnte Neumann als Sängerdarsteller annähernd as Wasser reichen. Und so habe ich durch ihnüber diese Rolle und ihren Charakter weit mehr gelernt als von allen Schönsängern dieser Welt.


    Natürlich fließen unser beider Wertungen hier gleichberechtigt in die Spielwertung ein.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Nachtrag /Ergänzung:

    Ich merke gerade, ich habe ja vergessen ein Video einzustellen.

    Hier Luciano Pavarotti mit "Che gelida manina...", mal zur Abwechslung nicht wie gewohnt mit Mirella Freni.

    Mein Kommentar dazu: Il grande tenore, il tenore assoluto


    Jegliches hat seine Zeit...

  • Ist das richtig, dass du dafür nur Botha nennen willst und auf die beiden anderen möglichen Nennungen verzichtest?

    Von den live erlebten Sängern wäre nur Kruse zu nennen, den ich erlebt habe. Kruse hatte meiner Meinung nach erhebliche Probleme, sich stimmlich gegen das gewaltige Orchester durchzusetzen. Zeitweise ging seine Stimme unter und war an den ff-Stellen kaum zu hören. Ich will nichts gegen seine schauspielerisch bessere Klasse (gegen Botha) infolge seiner Beweglichkeit sagen, da hat er Botha deutlich übertroffen, der doch mehr zum Rampensingen verdammt war. Aber gesanglich (so ist mein Eindruck nach den vielen Jahren) trennte beide eine Welt, mitunter kommt es auch darauf an, zu forcieren, um dem Orchester gewachsen zu sein (Karajan hätte da bei "schlankeren" Stimmen Einfluß genommen), und da kann ich mich an Kruse nicht mehr erinnern (Genau wie meine erste Salome in Dresden Renate Behle im Klangrausch des Orchesters unterging, meine Meinung!). Ich will nicht auf Kruse meckern, aber ich glaube, auch Dir wäre der Unterschied aufgefallen, wenn Botha stahlhart jede Höhe ansatzlos packte, oder beim Treff mit seinem Weib nach Befreiung aus seiner Versteinerung auch zartes pp konnte, vortrefflich konnte. Wenn er singt "wenn dies Herz aus Kristall"....... Leider gibt es davon bei youtube nichts zu sehen.


    Was andere Kaiser betrifft, muß ich Dich enttäuschen. Ich habe etliche Versuche gemacht, aus div. TV-Ereignissen ein Erlebnis für mich zu machen, aber die haben mich nicht erreicht. Z.B. aus Petersburg zwischen Waschmaschinen, oder München, oder Wien, oder Salzburg. Das tue ich mir nicht 4 Stunden lang an, egal wer singt.

    Es bliebe als meine Nummer 2 nur Thomas Moser, habe aber keinen Live-Vergleich. Nur die mehrmals gesehene DVD. Auch Leipzig hatte ich mir nicht angetan. Berlin, München, Wien, Hamburg u.a. liegt finanziell außerhalb meines Beuteschemas, ich habe Familie, die kostet Zeit und will versorgt werden. Das war und ist mir wichtiger als Oper.


    La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Kruse hatte meiner Meinung nach erhebliche Probleme, sich stimmlich gegen das gewaltige Orchester durchzusetzen.

    Das kann in der von dir erlebten Vorstellung ja auch gut so gewesen sein, in der von mir erlebten war es aber nicht so, er gefiel mir wie gesagt wesentlich besser als Moser in Berlin.

    Ich will nicht auf Kruse meckern, aber ich glaube, auch Dir wäre der Unterschied aufgefallen, wenn Botha stahlhart jede Höhe ansatzlos packte

    Das Schöne an Botha war ja, dass er nicht "stahlhart" in der Stimme werden musste, um auch die anspruchsvollsten Partien zu bewältigen. Kruse habe ich in Berlin als Stolzing, Erik (merhfach) und Jung-Siegfried erlebt, in Hamburg als "alten" Siegfried" und in Dresden neben dem Kaiser auch 2x als Tannhäuser und 1x als Tristan. Er war sicher kein absoluter Überflieger wie Botha, aber solange die Gesundheit mitspielte, bt er eigentlich immer sehr souveräne Leistungen. Ich habe weit schlechtere Tenöre erlebt und Kruse hgehörte doch zumindest zu meinem erweiterten Lieblingssängerkreis.


    Nun weiß ich immer noch nicht genau, ob ich Moser noch mit aufnehmen soll oder nicht. Näher an der Wahrheit wäre es wahrscheinlich, deinen Originalbeitrag mit nur einer Nennung so in die Wertung aufzunehmen - "Erich Ruthner" hat beim Wolfram ja auch nur einen Lieblingsrolleninterpreten genannt, ist ja auch überhaupt nicht schlimm.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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