Beethovens Werke - Welches sind Eure Lieblingsinterpretationen?

  • Hallo lieber Norbert...

    Zitat von Norbert

    auch auf dieser Aufnahme ist die Chorfantasie mit Bechers Text enthalten:

    ....ich möchte aber (leider) keine Aufnahme mit dem Text von Becher, da ist meine Abneigung zu groß!


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Ich finde den Text von Becher sogar besser, wenn ich ehrlich bin.

    Die Kegel-Aufnahme ist jener von Konwitschny tontechnisch und hinsichtlich des Chores überlegen.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Lieber Fiesco,


    auch auf dieser Aufnahme ist die Chorfantasie mit Bechers Text enthalten:


    Eine, wie ich meine, überaus gelungene Aufnahme, die ich seit meiner späten Jugendzeit als LP habe und ganz sehr schätze und mag..

    Besonders hervorragend auch der Klavierpart gespielt von Prof. Günter Kootz, der in meiner Heimatstadt geboren wurde.

    Auch den umgeschriebenen Text von Joh. R. Becher, finde ich durchaus passend, ganz abgesehen davon,

    daß mir der ursprügliche Text, viele Jahre gar nicht bekannt war.

    Ich lernte die Chorfantasie in meiner Jugendzeit kennen. Meine Mutter war damals viele Jahre Mitglied in unserem "Görlitzer Lehrerchor".

    Und bei den vielen Live - Auftritten dieses Chores, erklang auch manchmal dieses Werk. Ich weiß noch heute - den Klavierpart spielte

    damals mein langjähriger Musiklehrer Dr. Opitz - das fand ich immer ganz toll und nötigte mir große Achtung ab.

    Generell muß ich sagen, dieses großartige Werk, erfährt leider viel zu wenig Beachtung und fristet ein etwas stiefmütterliches Dasein.


    Herzliche Grüße

    CHRISSY

    Jegliches hat seine Zeit...

  • Hallo ihr Lieben, ich möchte keine politische Disskussion lostreten, also, jeder hört was ihm gefällt! :)

    Und schon bin ich weg zu diesem Thema!


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Hallo ihr Lieben, ich möchte keine politische Disskussion lostreten, also, jeder hört was ihm gefällt! :)

    Und schon bin ich weg zu diesem Thema!


    LG Fiesco

    Lieber Fiesco

    Ich muß gestehen, Du läßt mich mit Deiner Aussage etwas ratlos zurück.

    Solltest Du Dich darauf beziehen, daß ich geschrieben habe, Zitat: Auch den umgeschriebenen Text von Joh. R. Becher, finde ich durchaus passend...,

    dann möchte ich zu bedenken geben - daß ich seit meiner Jugendzeit und noch viele Jahre später, gar keinen anderen Text kannte.
    Und ganz sicher - ich wollte damit bestimmt keine politische Diskussion lostreten.


    Herzliche Grüße

    CHRISSY

    Jegliches hat seine Zeit...

  • Hallo ihr Lieben, ich möchte keine politische Disskussion lostreten, also, jeder hört was ihm gefällt! :)

    Keine politische Diskussion loszutreten, lieber Fiesco, ist bei Johannes R. Becher nicht möglich. Wahrscheinlich lag es auch an seinem Amt als Minister der DDR, dass er sagte "Das Reich des Menschen wird ein poetisches sein und der menschliche Mensch selber ein Wesen voller Poesie" oder "Wir trugen in uns das Bild eines vollkommenen Menschen, das zu verwirklichen wir leidenschaftlich entschlossen waren". Ich kenne nur wenig von ihm, aber nach "Volk im Dunkel wandelnd" (1948) war Schluß für mich. Nie mehr was von Johannes R. Becher gelesen.

    Orfeo wünscht euch allen, dass ihr gesund bleibt

  • Die Idee, keine politische Diskussion führen zu wollen, ist schon in Ordnung, denn hier geht es um Lieblingswerke von Beethoven.


    Über den alternativen Text von Becher hatten wir irgendwo in den Tiefen des Forums schon einmal gesprochen, wenn man denn möchte, könnte man im Thread über die Chorfantasie über die Notwendigkeit und/oder Qualität der Textalternativen einen Austausch führen.

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Die Idee, keine politische Diskussion führen zu wollen, ist schon in Ordnung, denn hier geht es um Lieblingswerke von Beethoven.

    Du meine Güte, wo bin ich denn hier reingeraten! Kann mir mal einer erklären, wo hier politische Diskussionen geführt werden?!

    Ich habe ein Loblied auf die Chorfantasie geschrieben - nicht mehr und nicht weniger!


    CHRISSY

    Jegliches hat seine Zeit...

  • Hallo


    Liebe Leute - bleibt ruhig.

    Welches sind denn Eure Lieblingsinterpretationen der Chorfantasie?


    Gruss Wolfgang

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Hallo

    Welches sind denn Eure Lieblingsinterpretationen der Chorfantasie?

    Hallo, Wolfgang

    Meine Lieblingsinterpretation der Chorfantasie habe ich ausführlich in meinem Btr. 93 genannt.


    Beste Grüße

    CHRISSY

    Jegliches hat seine Zeit...

  • Hallo


    Mein Bedarf, die 5te Sinfonie zu hören, ist auf absehbare Zeit gedeckt. Hier meine Favoriten:


    Meine absolute Nr. 1 ist Carlos Kleiber:



    Kraftvoll, dramatisch... Hier fühle ich, wie er an jeder Stelle der Sinfonie seine eigenen konkreten Vorstellungen hatte und mit den Wiener Philharmonkern realisierte. Kleiber halt.


    Darauf folgt Karajans 80er Jahre - Einspielung. So habe ich die Sinfonie wirklich kennen gelernt:



    Und um noch einen Kontrast zu setzen und Herreweghes Versuch Rechnung zu tragen, die Komposition möglichst authentisch umzusetzen:



    eingespielt mit der Royal Flemish Philharmonic.

    Ich habe Herreweghes gesamten Beethoven - Zyklus mit dem Orchestre des Champs-Elysées verteilt über 4 Abende in der Liederhalle erlebt. Sehr beeindruckend!


    Gruß

    Wolfgang

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Konzert für Violine, Violoncello, Klavier und Orchester C-Dur, op. 56, "Tripelkonzert"


    Das Werk hat insofern seine Tücken, weil nicht nur Orchester und Solisten übereinstimmen müssen, sondern auch die drei Solisten untereinander quasi eine Einheit bilden sollen, also nicht gegeneinander, sondern miteinander spielen. Das habe ich wahrlich nicht in jeder Aufnahme gehört, wohl aber bei meinen drei Favoriten:



    Hier spielen die drei Solisten -Géza Anda (Klavier), Wolfgang Schneiderhan (Violine) und Pierre Fournier (Violoncello mit der für mich stärksten Leistung sämtlicher Cellisten aller gehörten Aufnahmen)- wie aus einem Guss, sie hören aufeinander und ergänzen sich prächtig mit dem bestens aufgelegten Orchester und ihrem damaligen Chefdirigenten Ferenc Fricsay. Das ist eine Aufnahme aus der Kategorie "besser geht's nicht". Den etwas rauen Klang der Aufnahme von 1960 empfinde ich als nicht unangenehm. Im Gegenteil, die Orchestereinleitung im ersten Satz klingt hier etwas düster und geheimnisvoll.



    Die große Überraschung, denn sowohl im Zusammenspiel der Solisten, die mir, abgesehen von Peter Rösel (Klavier), vorher nicht bekannt waren, als auch vom Dirigat, steht diese Aufnahme von 1986 der wesentlich bekannteren unter Fricsay in nichts nach.


    Christian Funke (Violine) und Jürnjakob Timm (Cello) bilden mit Peter Rösel ein bestens aufeinander abgestimmtes Trio, und auch Herbert Kegel, der mit seinen Aufnahmen der Beethoven-Sinfonien für mich unter seinen Möglichkeiten blieb, animiert die Dresdner Philharmonie zu einem klangschönen und sensiblen Orchesterspiel.


    Die dritte Aufnahme stammt von 1974 und dürfte, auf historischen Instrumenten gespielt, wohl die erste "hip-Aufnahme" dieses Werkes sein.



    Der Orchestersatz gewinnt an Farbigkeit, ohne allerdings an Wärme und Empfindung einzubüßen. Das Fortepiano von Paul Badura-Skoda klingt zwar etwas "schmalbrüstig", passt aber sehr gut zum uneitlen Spiel von Franzjosef Maier (Violine) und Anner Bylsma (Cello)

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler



  • Zunächst zögerte ich, diesen "Fidelio" aus der Met hier einzustellen. Warum habe ich mich dennoch dazu entschlossen? Weil der Mitschnitt ein ganz besonderer ist. Und für das Ausgefallene habe ich nun mal sehr viel übrig. Der Dirigent Artur Bodanzky hatte nämlich für die Aufführungen in der Saison die zu sprechenden Dialoge im Stile Beethovens vertont. Eingeflossen sind Motive aus der Partitur. Ich will nicht behaupten, dass dies bestens gelungen ist. Es war allenfalls ein Versuch, mit dem Werk, dass diese hohen Anforderungen an die Sprechstimmen im Wechsel mit dem Gesang stellt, besser fertig zu werden. Deshalb würde ich für mich von einer Lieblingsaufnahme sprechen, was auch damit zusammenhängt, dass Kirsten Flagstad auf dem Hölhepunkt ihrer unerschöpflichen stimmlichen Möglichkleiten ist. Bizarr ist auch, dass dieser "Fidelio" in einer Matineevorstellung an Silverster 1938 gegeben wurde.

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • Hallo Norbert


    Dann schließe ich mich mal an.


    Ich muss mir mit diesem Thread wohl selbst dankbar sein, habe ich das Triple-Konzert doch immer etwas beiseite geschoben. So richtig warm wurde ich damit nie. Das hat sich in den letzten Tagen geändert.


    Die Nr. 3 meiner Interpretationen ist die Einspielung mit dem Beaux-Arts-Trio. Für diese Aufnahme spricht, dass zu hören ist, dass das Trio alle einschlägige Literatur des Komponisten rauf und runter dargeboten hat. Diese hohe Professionalität im Zusammenspiel spricht für meinen Geschmack stark für diese Aufnahme:



    Eine weitere Aufnahme, die mir sehr zusagt, hast Du auch "getestet". Die Aufnahme besticht durch die hohe Musizierfreude aller Beteiligten: Sol Gabetta, Guliano Carmignola und Dejan Lazic:



    Meine absolute Lieblingsaufnahme unter den mir bekannten ist allerdings diese Aufnahme aus Lugano. Drei Schwergewichte bringen ihre gesamte Erfahrung, Professionalität und Abgeklärtheit ein:



    Martha Argerich, Gautier Capucon und Mischa Maisky setzen für mit den Standard. Das Orchestra della Svizzra Italiana leitete Diego Fasolis. Die Aufnahme stammt vom Lugano-Festival 2005. Ich habe die abgebildete Gesamt-Box. Auf der Box des Jahres 2003 findet sich die Aufnahme eigenartigerweise nicht. sie findet sich allerdings auf dieser CD:



    Gruß

    Wolfgang

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Hallo


    Hier die aktualisierte Übersicht. Ursprünglich hatte ich geplant keine WoO hier zu behandeln, um eine gewisse Ordnung zu halten. Es geht hier allerdings so "gesittet" zu, dass ich auch den Vorschlag von Fiesco (Kantate WoO 87) aufgenommen habe. Außerdem läuft bei mir gerade "Bei Männer, welche Liebe fühlen" WoO 46 aus besagter Martha-Argerich-Box. IAlsnächstes werde ich mich der Chorfantasie vertieft annehmen.


    Gruß Wolfgang


    Sinfonie Nr. 2 Opus 36
    Norrington / London Classical Players
    Kubelik / SO des Bayerischen Rundfunks
    Drahos / Nicolaus Esterhàzy Sinfonia
    Konwitschny / Gewandhausorchester Leipzig
    Walter / Columbia Symphony Orchestra
    Cluytens / Berliner Philharmoniker
    Klaviersonate Nr. 21 "Waldstein" Opus 53
    Emil Gilels
    Artur Rubinstein
    Vladimir Ashkenazy
    Maurizio Pollini
    Rudolf Buchbinder
    Igor Levit
    Sinfonie Nr. 3 "Eroica" Opus 55
    Bernstein / Wiener Philharmoniker
    Bernstein / New York Philharmonic
    Karajan / Berliner Philharmoniker (1986)
    Gielen / SWR SO
    Gielen / Cincinnati SO
    Giulini / Los Angeles SO
    Giulini / La Scala Philharmonic Orchestra
    Monteux / Concertgebouw Orchestra
    Asahina / Deutsches SO Berlin
    Friscay / Berliner Philharmoniker
    Klemperer / Philharmonia Orchestra
    Erich Kleiber / Councertgebouw Orchestra
    Savall / Le Concert des Nations
    Leibowitz / Royal Philharmonic Orchestra
    zu Guttenberg / Klangverwaltung
    Solti / Wiener Philharmoniker
    Ansermet / L´Orchestre de la Suisse Romande
    Konzert für Klavier, Violine, Cello und Orchester Opus 56
    Anda / Schneiderhan / Fournier / Fricsay / RSO Berlin
    Rösel / Funke / Timm / Kegel / Dresdner Philharmonie
    Badura-Skoda / Maier / Bylsma / Collegium Aurum
    Gabetta / Carmignola / Lazic /Antonini / Kammerorchester Basel
    Beaux-Arts Trio / Masur / Gewandhausorchester Leipzig
    Argerich / Capucon / Maisky / Fasolis / Orchestra della Svizzeria Italiana
    Klaviersonate Nr. 23 "Appassionata" Opus 57
    Artur Rubinstein
    Claudio Arrau
    Klavierkonzert Nr. 4 Opus 58
    Serkin / Eugene Ormandy / Philadelphia Orchestra
    Arrau / Hasitink / Concertgebouw Orchestra
    Gilels / Ludwig / Philharmonia Orchestra London
    Pollini / Böhm / Wiener Philharmoniker
    Pollini / Abbado / Berliner Philharmoniker
    Sudbin / Vanska / Minnesota Orchestra
    Curzon / Kubelik / SO des BR
    Ah, Perfido Opus 65
    Karita Mattila
    Christiane Karg
    Hane-Lore Kuhse
    Elisabeth Schwarzkopf
    Astrid Varnay
    Birgit Nilsson (Div. Aufnahmen)
    Maria Callas
    Sinfonie Nr. 5 Opus 67
    Sarsate / WDR SO
    Bernstein / SO des BR
    Bernstein/ New York Philharmonic
    Karajan / Berliner Philharmoniker (1962)
    Carlos Kleiber / Wiener Philharmoniker (2 Nennungen)
    Jansons / SO des BR
    Furtwängler / Berliner Philharmoniker
    Karajan / Berliner Philharmonicer (1984)
    Herreweghe / Royal Flemish Philharmonic
    Fidelio Opus 72
    Flagstad u.a. / Bodanzky / Chor und Orcheter der Metropolitan Opera
    Fantasie für Klavier, Chor und Orchester Opus 80
    Kootz / Konwitschny / Gewandhausorchester Leipzig / Rundfunkchor Leipzig
    Klaviertrio Nr. 6 Opus 97
    Du Pré / Barenboim / Zukerman
    Abegg-Trio
    Oistrach / Knushevitzky / Oborin
    Stern / Rose / Istomin
    Szeryng / Fournier / Kempff
    Klaviersonate Nr. 30 Opus 109
    Valery Afanassiev
    Klaviersonate Nr. 31 Opus 110
    Valery Afanassiev
    Klaviersonate Nr. 32 op. 111
    Ivo Pogorelich
    Diabelli-Variationen Opus 120
    Andras Schiff
    Rudolf Buchbinder (2020)
    Igor Levit
    Grigory Sokolow
    Streichquartett Nr. 13 Opus 130
    Busch Quartett
    Ungarisches Streichquartett
    Streichquartett Nr. 14 Opus 131
    Busch Quartett
    Ungarisches Streichquartett
    Der glorreiche Augenblick Opus 136
    Wetton / Rutter u.a. / Westminster Boys Choir
    Kantate auf den Tod Josephs II. WoO 87
    Matthews / Mumford / Tilson Thomas / San Francisco Symphony
    Margiono / Shimell / Thielemann / Chor und Orchester der deutschen Oper Berlin

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Hallo Norbert


    Dann schließe ich mich mal an.


    Ich muss mir mit diesem Thread wohl selbst dankbar sein, habe ich das Triple-Konzert doch immer etwas beiseite geschoben. So richtig warm wurde ich damit nie. Das hat sich in den letzten Tagen geändert.

    Lieber Wolfgang,


    das ist das schöne an diesem Thread. Man erweitert seinen Horizont bzw. man verändert seine Vorlieben.


    Ich liebe das "Tripelkonzert", hatte es aber seit Jahren nicht mehr intensiv gehört. Die Aufnahme mit Sol Gabetta, Antonini und Co. z.B. besitze ich seit 2015, hatte sie vorher wahrscheinlich aber erst einmal zu Gemüte geführt.


    Ähnliches gilt für die "Chorfantasie", die ich mir als nächstes vornehme...

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Chorfantasie op.80


    Die Fantasie für Klavier, Chor und Orchester Opus 80 wurde erst ein mal nominiert.

    Ich hatte bereits zu LP-Zeiten im Rahmen der Beethoven-KK die in der GA enthaltene Chorfantasie mit Brendel / London SO / Haitink (Philips). Später auch als CD-Box gekauft. Mit dieser Aufnahme der Chorfantasie wäre ich im Prinzip auf Ewig zufrieden gewesen, weil sie einfach gut und stimmig ist.


    Wegen eines unglaublichen TOP-Angebotes vor etwa drei Jahren kaufte ich mir die Beethoven-7DVD-Zusammenstellung mit allen Konzertaufnahmen unter Leonard Bernstein / Wiener PH und CGBO (DG) im fabelhaften DTS-Soundformat. Diese DVD´s sind ein unglaublich fabelhaftes Vermächtnis eines der grössten Beethoven-Dirigenten.

    Die Chorfantasie ist entgegen den anderen Werkzyklen (Sinfonien, KK, Ouvertüren u.a) nie separat auf CD erschienen:

    Der Soltist ist hier Homero Francesch, der zusammen mit Bernstein und den Wiener PH im November 1985 eine Chorfantasie zaubert, die ich hier noch vor Brendel nominieren möchte:


    - in dieser 7 DVD-Zusammenstellung enthalten , die man auch alle 7 einzeln kaufen konnte -


    DG, 80er bis 90er, DTS5.1

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Hallo


    Tripelkonzert C-Dur Op.56


    Es ist mir jetzt erst aufgefallen, dass das Tripelkonzert nur eine Opuszahl vor der Appassionata steht. Steht es entwicklungsgeschichtlich auch so nahe zu dem außergewöhnlichen Klavierwerk.


    Meine drei Top-Aufnahmen:

    Wolfgang Schneiderhan, v

    Pierre Fournier, v’cello

    Géza Anda, p

    Ferenc Fricsay, cond

    Radio-Sinfonieorchester Berlin


    (DG, ADD, 1961)




    David Oistrach, v

    Mstislav Rostropowitsch, v’cello

    Sviatoslav Richter, p

    Herbert von Karajan, cond

    Berliner Philharmoniker


    (EMI, ADD, 1969)



    Thomas Zehetmair, v

    Clemens Hagen, v’cello

    Pierre-Laurent Aimard, p

    Nikolaus Harnoncourt, cond

    Chamber Orchestra of Europe


    (Warner, DDD, 2004)



    Während die erste Aufnahme eher lyrisch-melodiös gehalten ist, überzeugt die Karajan-Aufnahme mit breitem Sound und virtuosem Zugriff. Die Harnoncourt-Aufnahme brilliert mit HIP-Aspekten und toll aufeinander angestimmten Solisten.


    LG und gute Nacht


    Siamak

  • Fantasie für Klavier und Orchester in c-moll op. 80 (Chorfantasie)


    Meine drei Favoriten sind:



    In dieser Aufnahme vom September 1986 gestaltet Maurizo Pollini den Klavierpart sehr differenziert und harmoniert bestens mit Claudio Abbado.



    Das kraftvolle Klavierspiel des jungen Barenboim passt sehr gut zu Klemperers "titanenhaftem" Beethoven-Bild. Aufnahme vom November 1967.



    Sicherlich ein "Grenzfall", da hier nicht der originale Text von Christoph Kuffner, sondern ein 1951 für die in Ost-Berlin veranstalteten Weltfestspiele der Jugend neu komponierter Text von Johannes R. Becher, verwendet wurde.

    Aber auch hier harmonieren der Solist Jörg-Peter Weigle und der Dirigent Herbert Kegel bestens miteinander. Des Weiteren weiß der Rundfunkchor Leipzig mit engagiertem Gesang zu gefallen. Aufgenommen im November 1985.

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Tripelkonzert C-dur op 56


    Meine drei Favoriten sind:



    1) Die erste Aufnahme erfreut durch ein aufmerksames, sensibles Aufeinanderhören der Solisten

    2) Zweite Aufnahme: Spielfreude pur – das hört man sofort

    3) Dritte Aufnahme ist eigentlich ein Geheimtipp …

    Einer der erhabensten Zwecke der Tonkunst ist die Ausbreitung der Religion und die Beförderung und Erbauung unsterblicher Seelen. (Carl Philipp Emanuel Bach)

  • Ja, Aufnahme 2 und 3 auf jeden Fall. Gern auch alle Sinfonien mit de Vriend und alle Klavierkonzerte mit Bronfman/Zinman. Die erste Aufnahme kenne ich nicht.

    Meine liebste Aufnahme in Verbindung mit dem ebenfalls von mir favorisierten 4. Klavierkonzert ist diese:


    Paul Badura-Skoda zusammen mit Anner Bylsma, einen nicht genannten Violinisten (vermutlich Franzjosef Maier himself) und dem Collegium Aureum


    Eine HIP-Aufnahme mit frischem, transparentem und vitalem Klang. Die Aufnahme war lange zeit nur zu einem sehr hohen preis zu bekommen, jetzt findet man sie auch zu günstigen bis normalen Preisen.


    Beste Grüße von der Nordseeküste sendet Andrew

    „Nichts auf Erden ist kräftiger, die Traurigen fröhlich, die Ausgelassenen nachdenklich, die Verzagten herzhaft, die Verwegenen bedachtsam zu machen, die Hochmütigen zur Demut zu reizen, und Neid und Hass zu mindern, als die Musik.“

  • Hallo


    Das Schöne ist, dass ich in meiner Sammlung teilweise Einspielungen entdecke, die ich bislang selbst noch nicht wirklich kannte (insbesondere in den Boxen). So auch hier.


    Zu meiner ersten Nennung: Hier schließe ich mich sehr gerne Dir, Norbert, an. Das hat zum Einen mit dem einfühlsamen Spiel Pollinis zu tun, zum anderen aber auch damit, dass ich durch Pollinis Einspielungen mit Böhm bzw. Abbado zu den Orchesterwerken mit Klavier Beethovens gefunden habe. Das hat auch was mit "Prägung" zu tun - Konrad Lorenz lässt grüßen:untertauch:


    Die zweite Aufnahme findet sich in der Orfeo-Box von Rudolf Serkin. Sein Spiel in dieser 1977 entstandenen Aufnahme mit Rafael Kubelik und dem Chor und SO des Bayerischen Rundfunks finde ich unheimlich eindrucksvoll und stimmig.



    Wirklich begeistert hat mich allerdings die Aufnahme mit Alfred Brendel, gemeinsam mit Bernard Haitink und dem London Philharmonic Orchestra und dem London Philharmonic Choir. Die Einspielung entstand etwa zeitgleich mit der von Rudolf Serkin. Dabei ist es nicht nur das stellenweise sehr behutsame Spiel Brendels (gar nicht so akademisch, wie ich ihn sonst häufig empfinde), sondern insbesondere das Orchester unter Haitink. Einfach bravourös!



    In dieser Box hatte sich die Einspielung bislang versteckt:



    Gruß Wolfgang

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Ich habe noch ein paar meiner Lieblingsaufnahmen nachzutragen. Zunächst einmal das Tripelkonzert. Lange Zeit nur spärlich in den Katalogen vertreten, ist es inzwischen in zahlreichen Versionen zu haben. Meine Favoriten sind:

    Eugene Istomin (Klavier), Isaac Stern (Violine), Leonard Rose (Cello), Philadelphia Orchestra, Dirigent: Eugene Ormandy (Aufnahme: 4/1964).


    Lev Oborin (Klavier), David Oistrach (Violine), Svjatoslav Knuschevitzky (Cello), Philharmonia Orchestra London, Dirigent: Sir Malcolm Sargent

    (Aufnahme: 5/1958, London, Abbey Road Studio No. 1).


    Claudio Arrau (Klavier), Henryk Szeryng (Violine), Janos Starker (Cello); Philharmonia Orchestra London, Dirigent: Eliahu Inbal

    (Aufnahme: PHILIPS, 1970, London).


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Und hier meine Lieblingsversionen der Chorfantasie:

    Daniel Barenboim (Klavier), John Alldis Choir, New Philharmonia Orchestra London, Dirigent: Otto Klemperer (Aufnahme: 6/1968, London).


    Rudolf Serkin (Klavier), Westminster Choir, New York Philharmonic Orchestra, Dirigent: Leonard Bernstein (Aufnahme: 5/1962, New York City).


    Beethoven - Klavierkonzert, No. 5 / Chorfantasie by Christoph Eschenbach

    Jörg Demus (Klavier), Wiener Singverein, Wiener Symphoniker, Dirigent: Ferdinand Leitner (Aufnahme: Wien 1974).


    Letztere habe ich allerdings nur auf LP, die Aufnahme hat stets im Schatten berühmterer gestanden, ist aber in jeder Hinsicht ausgezeichnet. Demus zeigt sich hier als Pianist von hohen Graden (er ist fast nur als Klavierbegleiter bekannt).


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Es freut mich, dass in den letzten Tagen einige sehr interessante Lieblingsaufnahmen genannt wurden. Das Chung-Trio z.B. hatte ich vor vielen Jahren im Fernsehen mit dem "Tripelkonzert" gehört und gesehen, war mir aber gar nicht so recht bewusst, dass sie das Werk auch aufgenommen hatte. So wird mein Wunschzettel nicht kleiner.... ;)


    Auch heute hoffe ich, dass es in Ordnung ist, ein neues Werk vorzuschlagen und zwar die "Schwestersinfonie" der 5. Sinfonie, nämlich die "Pastorale", op. 68


    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Auch heute hoffe ich, dass es in Ordnung ist, ein neues Werk vorzuschlagen und zwar die "Schwestersinfonie" der 5. Sinfonie, nämlich die "Pastorale", op. 68

    Lieber Norbert,


    damit stellst Du, zumindest mich, vor eine schwierige, schier unlösbare Aufgabe. Denn die PASTORALE ist nicht nur eines meiner Lieblingswerke, sondern sie liegt auch in einer unübersehbaren Zahl von großartigen Aufnahmen vor, so daß es ohne Ungerechtigkeiten gar nicht abgehen kann. Ich habe bisher bei der Fünften noch keine Auswahl getroffen, bei der Nr. 6 fällt es mir fast noch schwerer. Trotzdem will ich den Versuch wagen.


    An erste Stelle möchte ich eine Mono-Produktion nennen, die aber für eine Furtwängler-Aufnahme klanglich glänzend gelungen ist. Es handelt sich um diese:

    mit den Wiener Philharmonikern, aufgenommen am 24./25.11. & 1.12.1952 im Großen Musikvereinssaal, Wien. Wilhelm Furtwängler ist eine detailfreudige, herrlich romantische Auslegung gelungen, die mit ihrer liebevollen Tonmalerei den Hörer beglückt.


    Jetzt folgen einige weitere Aufnahmen, die sich mir als geschlossene Leistung besonders eingeprägt haben. Es handelt sich ausschließlich um Stereo-Produktionen:

    Bruno Walter und das Columbia Symphony Orchestra (Aufnahme: 1/1958, American Legion Hall, Hollywood, CA.)

    Carlo Maria Giulini dirigiert das New Philharmonia Orchestra London (Aufnahme: 1/1968, London, Abbey Road Studios). Giulini erinnert in vielerlei Hinsicht an die eingangs genannte Furtwängler-Aufnahme, ohne aber eigenes Profil zu vermissen. Klanglich ist sie natürlich deutlich überlegen.

    Pierre Monteux dirigiert die Wiener Philharmoniker (Aufnahme: 1958, Wien, Sofiensäle).

    Auch Monteux ist eine sehr schöne, inspirierte Einspielung gelungen. Er erfüllt seine schöne, farbige Ausführung mit französischem Esprit.


    Ausnahmsweise bitte ich um Nachsicht, wenn ich diesmal die Zahl "3" durchbreche; die Auswahl fällt allzu schwer. Deshalb möchte ich schließlich noch folgende Aufnahme nennen, die, abgesehen von ihren überragenden musikalischen und klanglichen Vorzügen, sich durch die Beachtung sämtlicher Wiederholungsvorschriften des Komponisten auszeichnet, was ihren Wert noch deutlich erhöht:

    Günter Wand und das Sinfonie-Orchester des NDR Hamburg (Aufnahme: 1986, Rudolf-Steiner-Schule, Hamburg).

    "Drei Sterne im Platten-Michelin" vergab der SPIEGEL kurz nach der Erstveröffentlichung.


    LG Nemorino


    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Lieber Norbert,


    damit stellst Du, zumindest mich, vor eine schwierige, schier unlösbare Aufgabe. Denn die PASTORALE ist nicht nur eines meiner Lieblingswerke, sondern sie liegt auch in einer unübersehbaren Zahl von großartigen Aufnahmen vor, so daß es ohne Ungerechtigkeiten gar nicht abgehen kann. Ich habe bisher bei der Fünften noch keine Auswahl getroffen, bei der Nr. 6 fällt es mir fast noch schwerer. Trotzdem will ich den Versuch wagen.

    Lieber Nemorino,


    das ist das spannende an diesem Spiel: Ich habe noch keine Ahnung, wie meine Liste aussehen wird. Einen Favoriten werde ich wohl gefunden haben, eine weitere Aufnahme, die mir ebenfalls unglaublich gut gefallen hat, ich aber nicht unbedingt "auf dem Zettel" hatte, kommt dazu, dann noch eine, die ich noch nicht vergleichsgehört habe, aber die ich zu meinen Favoriten zähle, dann noch einige, die Du vorgestellt hast...


    Wie auch bei der "Eroica" und bei der 5. Sinfonie wird es unglaublich schwer werden, eine Auswahl zu treffen. Es wurde halt sehr viel, sehr guter Beethoven aufgenommen.

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Hallo Nemorino


    5 Einspielungen ist natürlich etwas happig:). Warten wir doch mal ab, ob die eine oder andere auch von einem anderen Tamino nominiert wird.


    Gruß

    Wolfgang


    PS: Auf die 6te komme ich auch noch zurück. Ich beginne derzeit, mich ins Violinkonzert einzuhören.

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Hallo


    Violinkonzert D-Dur Op.61


    Von den etwa Dutzend Aufnahmen, die ich kenne oder habe, konnte ich 3 favorisieren, wobei die übrigen auf jeden Fall sehr gut sind.


    Nigel Kennedy, v/cond

    Polish Chamber Orchestra

    (Warner, DDD, 2007)


    Isabelle Faust, v

    Claudio Abbado, cond

    Orchestra Mozart

    (HMF, DDD, 2011)


    Gidon Kremer, v

    Nikolaus Harnoncourt, cond

    Chamber Orchestra of Europe

    (Teldec, DDD, 1992)



    Alle drei Interpretationen zeichnen sich durch eine sehr gute Akustik sowie einen agilen und dynamischen Interpretationsansatz aus, jede auf ihre Weise. Harnoncourt betont seine HIP-Erkenntnisse, Abbado eher kammermusikalische Differenziertheit und Kennedy überzeugt mit seiner Personalunion. Während Kennedy eine schwungvoll-elegante eigene Kadenz mit einem Bassisten im 3. Satz performt (im 1. Satz die Kreisler-Kadenz), spielt Faust die Schneiderhan-Kadenzen, welche an den Beethoven-Kadenzen der Klavierversion des Konzertes anlehnen und spielt Kremer wiederum diese Schneiderhan-Kadenzen mit Klavierbegleitung.

    Die Schneiderhan-Aufnahme mit den berlinern unter Jochum ist auch eine Top-Aufnahme, habe sie aber nun doch nicht nominiert. Vielleicht macht es ja jemand anderes.


    LG Siamak

  • Hallo


    LvBeethoven


    32 Variationen c-moll WoO 80


    György Cziffra, p

    (Archipel, AAD, 1956)


    Glenn Gould, p

    (CBS/Sony, ADD, 1970)


    Mihaela Ursuleasa, p

    (Berlin Classics, DDD, 2009)



    Während der junge Horowitz und der reife Kissin diese Variationen als reine Virtuosen-Aufgabe sehen, setzen sich Cziffra, Gould und die sagenhafte Mihaela Ursuleasa mit Anschlagsrafinesse und architektonischer Differenzierung deutlich ab. Glenn Gould erzielt durch Verlangsamung neue Ausdrucksmöglichkeiten. Cziffra glüht und dennoch diszipliniert er sich und zaubert tolle harmonische Entdeckungen hervor. Und die sehr jung verstorbene Ursuleasa ist einfach ein Anschlagswunder.


    Das Werk empfinde ich in der Nähe der c-moll Sonate Op.13 ‚Pathétique‘. Es ist leidenschaftlich. Wird alleinig die Virtuosität ausgespielt, kommen die Veränderungen als Figural-Variationen herüber. In den drei Lieblingsaufnahmen hört man, dass es auch Charaktervariationen sind.


    LG Siamak